Ausgabe 
20.3.1940
 
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Mittwoch, 20. März MV

Klärende Wirkung der Vrennerrusammenkunst

Kein Recht zu willkürlichen Mutmaßungen.

Wie war es bei Scapa Flow?

Amerikanische Preise stellt Herrn Churchills Lügen richtig.

B e r H n, 19. März. (DNB.) Dienstag abend um 19.57 Uhr, 20.58 Uhr und 21.16 Uhr versuchten englische Bombenstugzeuge Angriffe auf die Insel Sylt. Mit Ausnahme eines Hauses, das in Brand geriet, wurde dank der deutschen Abwehr keinerlei Schaden angerichtet. Lin Engländer wurde abgeschossen.

Das Gesetz des Handelns.

Schlag folgt auf Schlag! Unbarmherzig wird die Position der Kriegshetzer in London und Paris durch politische und militärische Erfolge Deutsch­lands erschüttert. Der deutsch-russische P a k t stellte, geopolitisch-strategisch gesehen, die Westmächte vor die Tatsache, daß die festländischen Staaten sich wieder zu gemeinsamer Politik zusammenfanden, nachdem die Achse D e u ts ch l a n dI t a l i e n sich als unzerbrechlich bewiesen hatte, da sie auf dem Vertrauen der beiden größten Staatsmänner der Gegenwart und ihrer Völker beruhte. Die weit­gehende Uebereinstimmung der Ziele Hitlers und Mussolinis ergibt sich aus ihrem Werdegang und ihrem Werk, das eine revolutionäre Neuschaffung unter bewußt gegensätzlicher Haltung zu der pluto- kratischen Tyrannei des Westens bedeutete. Der F r i e d e n s s ch l u ß zwischen Moskau und Helsinki setzte schließlich den Bestrebungen der Plutokratien, den ganzen Norden in Mut zu tau­chen und auf diesem Felde ihr niederträchtiges Spiel mit anderen Völkern zu treiben, ein Ende. Mehr und mehr wurden die Westplutokratien aus der Politik des Festlandes ausgeschaltet. Auch im Süd- osten hatte der Beschluß des Balkanbun« des, neutral zu bleiben und sich nicht in den Krieg hineintreiben zu lassen, eine für den Neubau Europas entscheidende Bedeutung. Italien, durch die Gewinnung Albaniens ein wichtiges Balkan­land geworden, blieb seiner Rolle getreu, die Aus«: breitung des Krieges im Südosten zu verhindern, nachdem der Entente die Verbreiterung des Kriegs­schauplatzes im Norden mißglückt war. Das ist aber entscheidend.

Dieser neuen politischen Gruppierung, diesem Zu- sammenwachsen ganz Europas vom Norden bis zum Süden, stehen die Plutokratien des Westens hilflos gegenüber. Ihr Versuch, diplomatisch-militä­risch dagegen zu wirken, ist in vollem Umfange ge­scheitert. Rein militärisch genommen, hat sich die Schwäche besonders Englands derartig gezeigt, daß die Neutralen von einem Erstaunen ins andere fielen. Die furchtbaren Schläge der deutschen Luft- unb Seekriegführung gegen Albion wurden beson­ders deutlich durch die Aktion in Scapa Flow. Die englische Grand Fleet wurde mitten in ihrem Schlupfwinkel durch die deutschen Bomben emp­findlich getroffen. Das Gesetz des Handelns liegt in der Hand unseres Führers. Adolf Hitler bestimmt politisch und militärisch, und die Gegner erwarten seine Schläge. Unmittelbar nach dem militärischen Erfolg in Scapa Flow trafen der Führerund Mussolini am Brenner zu einer ZV-stundigen Unterredung zusammen, um die künftige Entwich lung der Dinge zu besprechen und festzulegen. Ver­geblich haben französische und englische Politiker und Pressebanditen versucht, Unkraut unter den Weizen des deutsch-italienischen Paktes zu säen. Vergeblich hatte England versucht, Italien durch die Kohlendampferbeschl'agnahme matt zu setzen. Es er­reichte die gegenteilige Wirkung: das deutsch-italienische Kohlen-Abkommen zeigt, daß die Quertreibereien der Plutokratien zu einer immer enger werdenden Verbindung zwischen Rom und Berlin führten. Wenn die verzweifelnden Politi­kaster an der Seine und Themse über die Brenner- Begegnung die wildesten Gerüchte zusammenphan­tasierten, so gibt derPopolo di Roma" ihnen die Antwort: Diese Begegnung wardas größte poli­tische Ereignis seit Kriegsbeginn". Man wird bei unseren Gegnern schon merken, was das Treffen auf dem Brenner bedeutet, sobald die Wirkung sich

rung zu machen. Sumner Welles wird am Dienstag um 23 Uhr von Rom nach Genua abreisen, wo er sich am Mittwochvormittag an Bord des italieni­schen MotorschiffesConte di Savoia" einschiffen wird, das um 13 Uhr nach N e u y o r k in See geht.

OerWehrmachtsberichtvom Dienstag.

B c r l i n, 19. TNärz. (DNB.) Das OK7V. gibt be­

ließen Teil seiner Seekriegstrategie und seiner Welt­reichsverbindungen aufgebaut hat, zusammengebro­chen. Was das weltpolitisch bedeutet, suchen sich die Amerikaner und andere Neutrale soeben klarzu­machen.

Druck und Verlag: vrühlsche UniversttätrdruckereiR. Lange

trügen.

In der Aussprache forderte Attlee von der Labour Party, daß man den kleineren Staaten stärkere Sicherheit einer effektiven Hilfe gebe: er sorderte aber auch eine viel größere Anstrengung, um die englischen Reserven an Menschen und Ma­terial wirksam einzusetzen. Der Oppositionsliberale Sinclair sagte, daß die Regierung die Lage ml Finnland nicht früh genug erkannt habe. Der ehe* malige Kriegsminister, der Jude Hore-Be« lisha, beklagte, daß mit dem Versagen der eng­lischen Politik im Finnland-Konflikt die Alluerten der Gelegenheit beraubt worden seien, Deutschland von der Versorgung mit schwedischem Erz und russischem Del abzuschneiden. Hore-Belisha forderte eine aktivere Politik zur Bindung der Neutralen an England. Insbesondere machte er den nach der Brenner-Konferenz geradezu belustigend wirkenden Vorschlag,den Bemühungen Deutschlands um eine Wiederauffrischung seiner Freundschaft mit Japans Und Italien zuvotzukommen".

Aber man versteht nun auch, warum die Propa­ganda der Westmächte so ängstlich bemüht ist, ge­rade diesen letzten Erfolg der deutschen Luftkrieg­führung zu verheimlichen oder zu bagatellisieren. Es ist ebenso erheiternd wie lehrreich, zu sehen, was sich Herr Churchill und seine Lügengenossen in dieser Beziehung leisten. Brachte es doch der französische Rundfunk fertig, eine Darstellung Reu­ters über Scapa Flow zu verbreiten, die jeden bis­herigen Rekord dummdreisten Ableugnens weit übertrifft. Da heißt es, die Nazis brauchten Siege, und wenn sie keine erringen könnten, so erdichteten sie sie einfach. Heute werde der deutsche Luftsieg bei Scapa Flow gefeiert. Wie sehe denn dieser Sieg in Wirklichkeit aus? Entgegen den Behauptungen der deutschen Propaganda seinur ein einziges eng­lisches Schiff von den Bomben getroffen worden, und auch dieses wurde nur leicht gestreift". In die­sem Stile geht es weiter, und schließlich schildert Reuter dieenglische Antwort", die darin bestanden habe, daß es Bombern der Royal Air Force gelungen sei, in der Helgoländer Bucht und vor den Friesischen Inseln einige deutsche Pa­trouillenschiffeanzugreifen". Dieser Angriff werde, so meint Reuter, den Deutschen, falls sie es noch nicht begriffen hätten, jetzt beigebracht haben, daß jeder Luftangriff ihrerseits von der Luftwaffe der Alliierten auf der Stelle beantwortet werde, und zwarmit Erfolgen ganz anderen Formats wie der so bescheidene große Luftsieg von Scapa Flow". Herr Churchill, in dessen Auftrag der Reuterbericht wohl verfaßt worden ist, darf versichert sein, daß wir mit diesem seinem Rezept sehr einverstanden sind. Noch ein paar bescheidene deutsche Luftsiege nach der Art von Scapa Flow und noch ein paar englische Erfolge ganz anderen Formats nach Art des Reuterberichts dann wollen wir uns wieder sprechen.

New York Times" ist keine Zeitung, die man irgendwie freundlicher Gefühle gegenüber Deutsch­land verdächtigen kann. Ihre Sympathie für soge­nannte weltdemokratische Ideale ist bekannt. Aber es läßt sich nun einmal nicht mehr verbergen, daß die englische Seemacht auf dem absteigenden Ast ist. Insbesondere aber hat der deutsche Luftsieg vom 16. März bewiesen, daß entgegen den englischen Behauptungen F l u gze u g a n gri f f e auf ein Kriegsschiff nicht nur möglich, sondern auch verderbenbringend sein können. Da­mit ist eine Theorie, auf der England den wesent-

täfigfeit und Artilleriefeuer. Zwei feindliche truppe wurden abgewiefen.

Englische Angriffe auf Sylt abgeschlagen

kann, wenn das Haus nicht den Beschluß zu einer Nachtsitzung fassen sollte. Die Aussprache sollte ur­sprünglich schon am vergangenen Dienstag stattfinden, war jedoch damals auf Wunsch der Re­gierung um eine Woche verschoben worden. Inzwischen hat auch die Geheimsitzung des Senats stattgefunden.

(Sumner Welles auf her Rückreise in Rom.

Rom, 20. März. (Europapreß.) Der nordameri­kanische Unterstaatssekretär Sumner Welles frühstückte am Dienstag zusammen mit Außenmini- ter Gras C i a n o auf dem Golfplatz Acquasanta. Bei einem Presseempfang, den Sumner Welles in den ersten Abendstunden ausschließlich amerikani- chen Pressevertretern in Rom gewährte, lehnte er es ab, über seine römischen Eindrücke eine Aeuße-

kannl: Zwischen Mosel und pscilzerwald Spähtrupp- ~ ....... Sloh-

Amsterdam, 19. März. (DNB.) Chamberlain sah sich am Dienstag genötigt, im Unterhaus etwas zu dem wie er sich ausdrücktetiefgehen ° Öen Schock" zu sagen, den ihm der russisch­finnische Friede bereitet hat. Nach einigen billigen Phrasen über das Schicksal des finnischen Volkes hatte Chamberlain die Schamlosigkeit zu erklären, wenn das von ihm verratene Finnland jetzt, wo alles entschieden ist!weitere Hilfe" benötige, werde England mit Freude feinen An­teil auf sich nehmen. Er nannte bann lächerliche Zahlen über angeblich geliefertes Kriegsmaterial, leider weiß niemand, ob es irgendwo steckenge- blieben oder gar nicht aus England herausgekom­men ist. Nur eines weiß die Welt, daß der finni­sche Feldmarschall Mannerheim in seinem Tagesbefehl nach dem Friedensschluß feststellen mußte, seine Armee habe auf Hilfe gewar­tet, die nicht gekommen sei.

Und dann gesteht Chamberlain offen ein, was er bisher hartnäckig abgeftritten hat, daß er zwar finnische Freiheit" gesagt, aberschwedisches E r z" gemeint hat. Von dem britischen Expeditions­korps sollte nur ein kleiner Teil nach Finnland, sozusagen um das Gesicht zu wahren. Die meisten Truppen sollten in Schweden bleiben! Wörtlich sagte der englische Ministerpräsident hier­zu:Obwohl wir von Finnland keine Bitte um Hilfeleistung erhalten hatten und trotz der wieder­holten Weigerungen Norwegens und Schwedens, den Durchmarsch zuzulassen, setzten wir un­sere Vorbereitungen fort." An diesem Beispiel können alle Völker lernen, was die Plu­tokratien unterVerteidigung der Freiheit der Kleinen" verstehen.

Chamberlain warf Schweden und Norwegen ge­radezu vor, daß sie glaubten, aus dem Kriege der Großmächte herausbleiben zu können, und daß sie ferner glaubten, es fei für die Neutralen gleich­gültig, wer den Krieg gewinne. Die Neutralität allein genüge nicht zur Bewahrung der Unabhängig­keit dieser Staaten, sie müßten bereit fein, diese zu verteidigen, und sich denen anschließen, die schon zur Verteidigung ihrer Unabhängigkeit bereitstanden. Die Unterstellung, datz der Krieg Euglandtz der

Chamberlain gesteht, Schweden sollte beseht werden

Neue Drohungen gegen die Neutralen. Eine klägliche Llnterhausrede.

wahren Kriegsziel spreche.

Weitere Einzelheiten könne man heute nicht ge- »en, da die Themen, die die Begegnung am Bren­ner zur Folge hatten, Schweigen erforderten. Der neue europäische Krieg bringe jeden Tag neue Situationen. Aber in diesen Problemen verschieben­der Art bestätige sich jene Gleichartigkeit von Inter - issen, bie bie konkrete Grunblage ber Achse unb b-er Allianz zwischen Italien unb Deutschlanb bil­den.

AuchLavoro Fascista" unbTribuna" weisen mit aller Entschiebenheit bie willkürlichen Mut­maßungen ber bemokratischen Blätter zurück. Die Begegnung auf bem Brenner gehöre, in ben Rah­men ber beutsch-italienischen Abkommen. Es han­dele sich also um ein System, bas gemäß ber Ent­wicklung ber allgemeinen Lage funktionieren solle. Heber bie Verwirklichung bieser Bebingungen ur­teilten bie Männer, bie bie beiben großen Völker iüfjren. Das italienische Volk kenne kein anberes Ziel, als sich immer stärker zu rüsten.

Kampf bis zum Sieg.

Behauptungen über einen angeblichen Friedensplan" von A bis Z frei erfunden

Berlin, 19. März. (DNB.) Ein Teil der inter­nationalen Presse ist hinsichtlich der B e s p r e - Hungen zwischen dem Führe rund dem Duce am Brenner auf einen periodisch wieder­kehrenden, diesmal besonders plumpen englisch- Iranzösischen Schwindel hereingefallen. Die soge­nannten Alliierten können ihren Schock über das bie Festigkeit der Achse aufs neue dokumentierende Zusammentreffen ber Staatschefs ber beiben ver- t»ünbeten Völker nicht anbers verstecken, als burch k»ie aus ber eigenen Angst vor ber Zukunft gebo­rene, immer wieberkehrenbe Behauptung, Deutsch- Innb unb Italien hätten einen Friebensplan vorbereitet. Zur Hebung ber Glaubwürbigkeit Kieses Schwindels hat man sich jetzt auch noch elf Punkte dieses sogenannten Planes aus den Ringern gesogen. Wie bei srüheren Gelegenheiten, können wir auch heute gegenüber diesen dummen Schwindelmanövern nur erneut feststellen, daß nach i*cr Zurückweisung des einmaligen Friedensangebots i>e5 Führers vom 6. Oktober 1939 Deutschland zur ; Frage des Friedens nichts mehr zu sagen i?at. Seine Losung heißt: Kam p f b i s z u m Siege! Die englischen und französischen Draht­zieher auf ihren wackligen Ministerposten müssen sich andere Dinge ausdenken, um ihr schlechtes Ge­wissen zu beruhigen, ihre täglich unruhiger werden- ken Völker zu betrügen unb bie Welt über ihre wahre Lage täuschen zu können.

Die Geheimsitzung der französischen Kammer.

B rüffel, 19. Mävz. (Europapreß.) Am Diens- leg um 15 Uhr trat die französische Kammer zu ihrer vorgesehenen Geheimsitzung über bte vor­liegenden Interpellationen über Flnn- |and und die allgemeine Lage zusammen. Man rechnet mit einer langen Debatte, die sich un­ter Umständen bis zum Mittwochabend erstrecken

Angriffen auf die englische Flottenbasis ein Zi­vilist getötet unb verschiedene andere verwun­det worden seien. Es ist schon von deutscher Seite daraus aufmerksam gemacht worden, daß diese Eng­länder offenbar Opfer ihrer eigenen Abwehrge­schütze geworden sind. Im übrigen haben auch eng­lische Militärschriftsteller nie verhehlt, daß bei) einem Luftangriff auf militärische Ziele benach­barte zivile Objekte naturgemäß leicht in Mitleiden­schaft gezogen werden konnten. Es ist schon des­halb unsinnig, wenn dieser Fall als Handhabe für Repressalien" bezeichnet wirb, wie es auch Chamberlain anzudeuten schien. Der. Respekt vor der deutschen Abwehr unb vor ber Angriffskraft ber deutschen Luftwaffe dürfte im übrigen vorerst noch eine starke Bremse gegen derartige leichtfertige Ueberlegungen sein. Es war besonders bemerkens­wert, daß Chamberlain gegen Schluß seiner Rebe dem Drängen nach einer aktiveren Krieg­führung eine ziemlich unmißverständliche A b - sage erteilte. Er warnte vor Abenteuern, die eine geringe Erfolgschance, aber große Gefahren des Fehlschlagens unb selbst ber Katastrophe in sich

Das Echo in Rom.

Rom, 19. März. (DNB.) Die Begegnung am Zrenner hat in ben Blättern alle übrigen Ereig- isse weit in ben Hintergrund gedrängt. Es hat, □ieTever e" ausführt, zweifellos eine klä­rende Wirkung von außerordentlicher Trag­weite gehabt.Die Welt hat sich nolens volens wieder einmal davon überzeugen müssen, daß im Nittelpunkt des europäischen Lebens ein wahr - oft sicheres und {labiles Element .riskiert, nämlich die italienisch-deutsche Zusammenarbeit, die in der Freundschaft I er beiden Führer sowie der Solidarität der Jnter- iflen und ber Volker besteht und die Folge einer BolitiE der Uebereinstimmung ist, die durch ge­meinsam überwundene Prüfungen und die be­gehenden Abkommen und Bündnispakte bekräftigt worden ist." Gegenüber diesen positiven Tatsachen würden all bie auf schwachen Füßen stehenden ttanzösisch-englischen Mutmaßungen undErklä- ungen" eines Ereignisses zusammenbrechen, bas keiner Erläuterung bedürfe, da es in en Rahmen der normalen und unaufhörlichen Zu- oammenarbeit der beiden Achsenmächte gehöre, wenn ihnen auch durch die Gestalten der beiden Führer eine außerordentliche Bedeutung zuteil werde. Das italienische Volk habe nicht die Mah­nung des Duce vergessen, daß man den Steuer­mann auf stürmischer Fahrt nicht stören, noch jeden Augenblick um Nachrichten über den Kurs fragen iiarf.

(9 i o r n a l e d ' Italia" betont, es fei selbst­verständlich, daß man zu den geführten Besprechun­gen nichts sagen könne, denn sie gehörten in )»en Rahmen ber Achse unb ber Allianz zwischen "Rom unb Berlin, bie trotz aller Hoffnungen unb i Mutmaßungen gewisser auslänbischer Strömungen h ta tt seien unb beshalb auch funktionierten. ; In ber Presse ber Kriegführenben ber anberen Seite in Umlauf gesetzte Mutmaßungen seien »oll ko mm en willkürlich. An ber Begeg­nung am Brenner hätten nur vier Leute teilge- lommen. Keiner habe es für notwenbig erachtet, Erklärungen abzugeben. Kein Außenstehenber sei I deshalb heute ermächtigt, Mutmaßungen anzustel- :cn. Die ganze Welt rüste. Auch Italien treffe Vor- icrge, feine Rüstungen zu vervollstänbigen, um bie Unabhängigkeit seiner Stellung zu schützen unb bie Verteidigung seiner großen Interessen zu gewähr­leisten, bie in ben offenen Problemen bestehen, bie nuch ihrerseits im Verlauf ber beseitigen Ereig­nisse unb im Hinblick auf jenen wahren Frieben loroie jenen Aufbau eines gerechten Europas vor- jebraeßt werben müßten, von bem man als bem

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YO. Jahrgang Kn 68

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Neuyork, 19. März. (Europapreß.) Den gut unterrichteten Washingtoner Korrespondenten ber New York Times" wirb auszuverlässiger neu- traler Quelle, bie in birekter Verbinbung mit Lon- bon steht", am Dienstagmorgen bestätigt, baß bie britischen Verluste bei bem beutschen Bombenan­griff auf Scapa Flow am Samstag weit gro - 3 e r sind, als von ber britischen Abmiralität in ihrer amtlichen Verlautbarung zugegeben wurde. Während bie britische Abmiralität in ihrem offi- zielen Kommunique erklärt, baß nureinKriegs- cßif f burch bie beutschen Bomben beschäbigt wor­ben sei, heißt es in einem von berNew York Times" wiedergegebenen neutralen Bericht, sechs große Kriegsschiffe, darunter Schlachtschiffe und Kreuzer, seien von den deutschen Bomben ge­troffen und teilweise schwer beschäbigt worben. Eines ber englischen Kriegsschiffe sei burch zwei Volltreffer praktisch zerstört. Der neutrale Be­richt bestätigt bamit bie Angaben bes beutschen Wehrmachtsberichtes, ber gleichfalls von sechs burch bie beutschen Bombenabwürfe getroffenen britischen Kriegsschiffen spricht. Bei ber vorsichtigen Sprache, die im deutschen Wehrmachtsbericht üblich ist, wurde jedoch bie schwere Beschäbigung von brei Schlacht- cßiffen und einem Kreuzer als bestimmt, die Be- cßäbigung von zwei weiteren Kriegsschiffen als wahrscheinlich gemeldet. Auf Grund des neutralen Berichtes derNew York Times" erscheinen also die deutschen Erfolge als noch größer.

Krieg der Neutralen sei, ist schon oft in der eng­lischen Öffentlichkeit zum Ausdruck gekommen; nun aber hat ber Premierminister in ber binbenbften Form ben Appell an bie Neutralen zum Einschwen­ken in bie englische Kriegsfront wiederholt. Die Sprache ber Tatsachen dürfte freilich menia geeignet sein, jenen Mut einzuftäßen, bie nun in aller Form eingelaben sind, sich in bas britische Fahrwasser zu begeben unb sich britischer Führung anzuvertrauen.

Dann leistete er sich ein Meisterstück englischer Verdrehungskunst, indem er behauptete, an ber fin­nischen Tragödie sei einzig und allein Deutsch­land schuld! Den Nachweis für diese lächerliche Behauptung blieb er selbstverständlich schuld. In der Diplomatenloge des Unterhauses, die mit Ver­tretern der neutralen Staaten voll besetzt war, hat Chamberlains weitere Bemerkung starkes Aufsehen hervorgerufen, er müsse sich die Kritik neutraler Staaten an bem Verhalten der Westmächte beim Finnland-Konflikt verbitten! Diese Staaten hätten kein Recht, dreinzureden, um so mehr, als sie weit vom Kriegsschauplatz entfernt feien! Dieser Aus­spruch wird als eine deutliche Spitze gegen die Ver­einigten Staaten ausgelegt, da bie öffentliche Mei­nung in Amerika das englische Spiel alsVerrat am finnischen Volk" angeprangert ßat Recht ver­legen äußerte sich der Premier auch über die B e - gegnung zwischen bem Führer unb bem Duce. Bisher habe man in London, so müßte er ein gesteh en, noch keine Ahnung über ben Inhalt der Gespräche. Zum Schluß strengte er sich verzweifelt an, seinen Marineminister im Lügen zu sekundieren. Er behauptete, der deutsche Luftangriff auf Scapa Flow sei eine unwichtige Angelegenheit". Nur ein Kriegsschiff sei geringfügig beschädigt worden. Es handele sich dabei nicht um ein Schlachtschiff. Kein in Scapa Flow befindliches Schlachtschiff sei getroffen wor­den. Es erübrigt sich, dazu viel zu sagen. Vielleicht liest Herr Chamberlain gelegentlich mal bie New Port Times, die beweist, daß man im neutralen Ausland über die verheerende Wirkung deutscher Bombenangriffe anderer Ansicht ist. ..

Aus durchsichtigen Gründen legte Chamberlam des Hauzttwert sM Ns BehÄUKtuW, bsi

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen