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(Nachdruck verboten!)
19 Fortsetzung.
ebenso für der An- In v a l i -
Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin
die Ruhe- o liche Bezüge erhalten, bann auf Antrag von der B e rs i ch e r u n g s p f l i ch t befreit
dieser Berorbnung ausführt, nicht zweckmäßig erscheinen, hier allgemein und traft Gesetzes die Dersicherungsfreiheit eintreten zu lassen. Es ist beshalb bestimmt, daß die in der Privatwirtschaft beschäftigten Personen, er Wartegeld ober ahn»
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Rund 8 650 RM brachte unsere Gießener Polizei zusammen
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rentenbezieher unb neuerdings Personen, bie Ruhegeld aus gestelltenversicherung oder denpension aus der knappschaftlichen Pensionsversicherung erhalten, sofern sie wieder Lohnarbeit — sei es im öffentlichen Dienst oder in der Privarwirtschaft — aufnehmen und von bem ihnen eingeräumten Recht der Befreiung von der Versicherungspflicht Gebrauch machen wollen.
Mit dieser Regelung ist jedem einzelnen in der Privatwirtschaft wieder- unb weiterbeschäftigten Ruhe- ober Wartegeldempfänger und jedem im öffentlichen Dienst ober in ber Privatwirtschaft beschäftigten Bezieher von Invalidenrente, von Ruhegeld nach dem Angestelltenversicherungsgesetz ober von Invalidenpension aus ber knappschaftlichen Pensionsversicherung Gelegenheit gegeben, selbst zu entscheiden, ob er den reichsgesetzlichen Versicherungsschutz genießen will. Schlägt er aber den Versicherungsschutz entgegen seinem eigenen unb seiner Familienangehörigen Interesse unberechtigter Weise aus, bann muß er gewärtig sein, baß der Antrag auf Befreiung durch bie Verweigerung ber Ein- verständniserklärung bes Bezirksfürsorgeoerbands abgelehnt wirb. Eine sorgfältige Prüfung ist deshalb bie Voraussetzung für die Antragstellung auf 33er-
Der „Tag der deutschen Polizei" hat in Gießen mit einem Ergebnis abgeschlossen, das man als außerordentlich erfreulich bezeichnen muß. Insgesamt gingen aus diesem Anlaß bei unserer Gießener Polizei 8649,96 R M. als Spende für das Kriegs - WchW. ein. Von diesem Gesamtbetrag entfallen auf den Erlös des Verkaufs von 24 050 Plaketten 4810 RM., auf freiwillige Spenden der Gießener Bevölkerung 3082,46 RM., auf die Spende ber hiesigen Polizeibeamten 456,20 RM., auf die Spende der Freiwilligen Feuerwehr 176,30 RM. unb auf bie Spenbe ber Technischen Nvthilfe 125 RM. Das Gesamtergebnis bes biesjährigen „Tages ber beutschen Polizei" in Gießen ist um r un b 3000 RM. höher als im Vorjahre.
Bei ber Würbigung bieses Sammelergebnisses ist vor allem bebeutsam, baß von ben Polizeibeamten keine Sammlungen in Betrieben ftattfan- ben unb baß auch bie freiwilligen Spenben aus bem Kreise ber Bevölkerung, bie auf ein Bankkonto eingezahlt würben, ohne jegliche Einwirkung ber Polizei eingingen. Nicht minber bemerkenswert ist bie Tatsache, baß bei bem Verkauf ber Abzeichen kaum ein Käufer anzutreffen war, ber nur ein Abzeichen erworben hätte; fast burchwea würben minbeftens zwei, häufig sogar noch mehr Ab- Zeichen erworben. Ueberall war eine aufjerorbent- lich große ©penbefrembigteit festzustellen, bie dem schon oft bewährten Gemeinsinn unserer Volksge- nossen in Gießen erneut ein ehrenbes Zeugnis aus- stellte. Diese Opferbereitschaft konnten alle Polizei- beamten feftftellen. Der Leiter unserer Gießener Polizeibirektion, Major unb Kornrncmbeur ber Schutzpolizei ch e l l w e g e - E rn b e n , selbst erkannte auf feinem Runbgang mit ber Sammelbüchse, ber ihn am Samstag noch bis zum späten Adenb in eine ganze Reihe von Gaststätten führte, daß alle Volksgenossen gebefreubig unb mit frohem Gesicht ihre Spenbe in feine Sammelbüchse taten unb babei bas Bewußtsein befunbeten, baß auch sie mit ihrer Spenbe bem Kriegs-WchW. gerne helfen wollen. Die gleiche vorbilbliche Tatbereitschaft war aus ben Spenben auf bas Bankkonto ersichtlich, bei bem Einzahlungen von 1 RM. an bis zu 150 RM. in großer Zahl zu verbuchen waren. Nicht nur im Hinblick auf bas ausgezeichnete Enbergebnis ber Sammlung, fonbern auch angesichts ber überall zutage getretenen vorbilb- lichen Gesinnung unserer Gießener Volksgenossen
[rfommen. inen Weg rt gegen )ie Straße wölf Jahre inb waren ;e, der aus ine Gehirn- he, aus der damit Der« boten.
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iter mit der itzlich explo- kriege. Drei chwere Ber-
sichemngsfreiheit.
lieber ben Antrag auf Befreiung entscheidet dasjenige Versicherungsamt, in dessen Bezirk die gu- ltä noige Krankenkasse ihren Sitz hat. Wird der Antrag abgelehnt, so entscheidet auf Beschwerde das Oberversicherungsamt endgültig.
das Stück zum letztenmal."
„Es war ein historisches Stück", sagte Kybander, „schoß man mit Revolvern?"
„3a." Sie sahen sich an. Beider Blicke waren fest und keiner wich aus. Der Kommissar senkte als erster den Blick. Er wollte nichts herausfordern. „Sirü> Sie ein guter Schütze?"
„Das denke ich."
Ratten Sie den Revolver gestern mit einer bestimmten Absicht zu sich gesteckt?"
„Um ihn aus der Garderobe mit nach Hause zu nehmen. Er ist mein Eigentum, unb für bie Buhne, wie gesagt, wurde er nicht mehr gebraucht."
„Das meinte ich nicht. Als Sie gestern abend zu Carlottt gingen, hatten Sie da den Revolver mit einem vorgefaßten Plan eingesteckt? Und wissen Sie genau, daß auch gestern nur Platzpatronen darin waren?"
„Ich hatte feinen Plan und ich habe nie andere als Platzpatronen in bas Magazin getan."
„Nicht eine einzige andere in den Lauf?"
„Nein, niemals."
„Dann wollten Sie Carlottt nur einen Schreck einjagen?" „ v
„Ich war nicht bei Carlottt, ich vergaß, das vorhin zurückzuweisen."
Die beiden Männer standen sich gegenüber. Der Schauspieler hielt die Fäuste geballt. Kybander sah ihn prüfend an. Dann sagte er ruhig: „Setzen wir uns lieber. Rauchen Sie eine Zigarette, das wird Ihre Nerven beruhigen."
Hegg tat folgsam, wie ihm geraten. Er bot auch dem Kommissar nochmals an, aber Kybander lehnte wieder ab. Er deutete auf die Schachtel. „Gut?" — „Ausgezeichnet", bestätigte Hegg, „ich rauche nur diese Marke."
„Sie rauchen viel, nicht wahr?"
„Warum fragen Sie das? Ich bin jetzt mißtrauisch geworden." _ v .
„Weil drei dieser Zigarettenstummel vor Ludwig Carlottis Tür lagen. Sie haben sich wohl nicht gleich zu ihm hineingetraut? Oder war jemand der ihm und Sie warteten deswegen vor der Tür?"
Hegg blies den Rauch zur Decke. Je enger sich das Netz scheinbar um ihn zuzog, um so ruhiger wurde er. „Reden Sie, was Sie wollen", sagte er, I „ich war nicht bei Ludwig Carlottt. Schließlich wird 1 es ja mehr Leute in Berlin geben, die diese Zi°
Ihre Fragen darauf abzielen, kann ich es Ihnen schon jetzt sagen."
„Woher wissen Sie von dem Mord?
„Fräulein Gospik rief mich vor nicht langer Zeit an" Er schluckte etwas hinunter. „Dann ließ ich mir die Mittagszeitung heraufholen. Dort liegt sie. Was darin steht, weih ich. Mehr nicht."
Kybander nickte. „Wo wohnt Carlottt? fragte er ,Nettelmannstraße 10", antwortete Hegg, und ihm fiel zu spät ein, daß der Kommissar das wissen mußte und die Frage eine Falle gewesen ar benn die Zeitungen nannten bie Hausnummer nicht. 5u)= bänder fuhr in feiner gelassenen Art fort: „Fräulein Gospik hält Sie für den Täter. Sie sagte mir, Sie hätten gestern gegen Abend Drohungen gegen Carlottt ausgestohen und Sie besäßen einen Revolver."
„Das hat Iwanka gesagt?
Ja", nickte Kybander; er stand auf. »„Trugen Sie gestern biefen Anzug, Herr Hegg?" fragte er. Es ging bei ihm scheinbar alles burcheinander.
Der Schauspieler schüttelte den Kopf. Iwanka hatte ihn verraten. Sein Blut rauschte in den Schlafen wie ein Insektenschwarm. „Den grauen', sagte er als sei Kybander damit vollständig orientiert; und der Kommissar hiett sich denn auch nicht mit weiteren Fragen auf, sondern trat an den Kleiberschrank und öffnete ihn. Der graue Anzug, es war nur einer in dieser Farbe vorhanden, hing gleich ^^Mbander klopfte gegen bie Taschen, dann faßte er zu und holte einen Revolver heraus. Es war ein kleines, schwarzblaues Browningmodell Kaliber 6,35 mm. Der Kommissar schob vorsichtig den Laus zurück, er ließ die Kugel herausfallen. Dann zog er das Magazin heraus.
fieaa hatte ihm mit wütendem, aber nicht angst- lichen Gesicht zugesehen. „Platzpatronen , sagte er.
„Wozu?"
„Für die Bühne. . m v , , „Unb warum tragen Sie die Waffe tn der Tasche eintzs Straßenanzugs?'
^in^peinlicher Zufall, sinden Sie nicht? Kybander sah von dem achselzuckenden Mann weg und betrachtete den Lauf der Pistole. „ES ist kürzlich baraus geschossen worden", jagte er.
„Natürlich. Jeden Abend bis vorgestern. Da lief
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äußerte sich Major Hellwege-Emden uns gegenüber in hohem Maße befriedigt über diesen vortrefflichen Verlauf des „Tages ber beutschen Polizei", ber — wie wir gestern bereits hervor- hoben — erneut bie enge Verbunbenheit unserer Bevölkerung mit ber Gießener Polizei unter Beweis stellte.
Major Hellwege-Emden hat uns gebeten, auf diesem Wege allen Spendern und allen Helfern bei der Sammlung feinen herzlichsten Dank und seine volle Anerkennung zu übermitteln. Er rühmte bei dieser Dankesäußerung die vorbildliche Opfer» freudiakeit unb den tatfrohen Leistungswillen, die bei allen Spendern und Helfern festzustellen waren. Sein Dank gilt auch dem Oberbürgermeister unb dem Stadtbauamt für die entscheidende Mitwirkung bei der Herrichtung des Schutzraumes im Felsenkeller, der im Verlaufe des Sammeltages von vielen Volksgenossen besucht wurde und allenthalben wohlverdiente Anerkennung wegen der vorbildlichen Ausstattung erhielt. Ebenso herzlich gilt der Dank den Männern und Frauen vom Roten Kreuz, die bei ber Einrichtung der Rettungsstation in der Kirchstraße vortreffliche Arbeit geleistet haben. Nicht minder ist der Dank an die Technische Nothilfe für ihre wirksame Unterstützung und an die Freiwillige Feuerwehr für bie gleiche Bekunbung ihres Tat- willens gerichtet.
Die bei dieser Sammlung gezeigten Einrichtungen
Ein Wink für die Hausapotheke
Es ist für uns heute selbstverständlich, daß der Verbrauch von ausländischen Arzneimitteln nach Möglich- feit eingeschränkt wird. Deshalb gebraucht man jetzt zur Desinfektion und Wundversorgung nicht mehr Jodtinktur, für die der Rohstoff gegen Devisen aus dem Ausland bezogen werden muß, sondern die ausschließlich aus einheimischen Rohstoffen zusammengesetzte Sepso- Tinktur, deren Desinfektionskraft zufolge der übereinstimmenden Untersuchungsergebnisse von batteriolo- gischen Instituten und Kliniken ber Jodtinktur völlig gleichwertig ist. Sepso-Tinttur, die man in allen Apotheken und Drogerien in Flaschen zu fünsundfünfzig Pfennigen und in Tupsröhvchen zu neunundvierzig Pfennigen erhält, ist der Jodtinktur sogar überlegen, da sie keine schädlichen Nebenwirkungen hervorruft, wie sie nach Jodgebrauch häufig in Form von Ausschlägen, Jodschnupsen unb allgemeiner Beeinträchtigung bes Wohlbefindens in Erscheinung treten.
Aus der etaM Gießen,
oiif mit!
.in3lsS'rt3nhn,^eti.a'<1nC" begegnet der Frau überall £!n das sie allein anspricht: „Hilf mit im Deutschen Frauenwerk!" J 1 m
So manche Frau schüttelt den Kopf, wenn sie es sieht unb denkt: Dazu habe ich boch keine Zeit, tzaben Sie einen Mann ober einen Sohn im Felb? Wissen Sie mchtz baß es Frauen ber NS.-Frauen- schaft unb Deutsches Frauenwerk finb, bie Ihnen oft braufeen helfen beim Strümpfestopfen, Wäsche- ma\d)en unb Ihnen so manche Bitte erfüllen? Wissen Sie nicht, daß bie Nachbarschaftshilfe bes Deutschen Frauenwerkes sich auch für Sie einfetzt, wenn Sie in Not geraten unb sich keine bezahlte Hilfe leisten können? Unb wißen Sie auch nicht bafe für bie Kinber ber werktätigen Mütter, bie in NSV -Kinber- gärten untergebracht finb, in ben meisten Fällen NS.-Frauenfchaft-Deutfches Frauenwerk bie Betreuung übernehmen?
Es hanbelt sich nicht immer nur barum, praktisch SU helfen in irgenbeinem Aufgabengebiet bes Deutschen Frauenwerks. Wißen Sie stets Ihren Küchenzettel auf bie Ernährungslage einzustellen? „Hilf mit im Deutschen Frauenwerk!", ber Ruf soll eine Mahnung fein für jebe beutsche Frau, bie noch außerhalb steht. „Hilf mit!" heißt soviel, wie reiche uns bie Hanb, benn auch bu sollst mit in unserer Kamerabschaft stehen.
Vornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Wehrwissenschaftlicher Vortrag ber Universität: 20.15 Uhr in ber Neuen Aula Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß (Berlin), Leiter bes Rassen- politischen Amtes ber NSDAP., über „Die geistigen Fronten im Machtkampf ber Gegenwart". — Stabt- theater: 20 bis 22.30 Uhr „Iugenb". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Zwei Welten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Branb im Ozean".
»Die geistigen Fronten
im Machtkampf der Gegenwart."
Ueber dieses Thema spricht am heutigen Dienstag- abend in der Neuen Aula, im Rahmen der wehr- wissenschaftlichen Vortragsreihe unserer Universität, der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß, Berkin. Man darf auf einen außerordentlich fesselnden und aufschlußreichen Vorttag rechnen, der im geistigen Leben unserer Stadt, aber auch im Hinblick auf unser Ringen gegen die Plutokratien Englands und Frankreichs und die mit ihnen verbundenen Kräfte, ein Ereignis von besonderer Bedeutung werden wird. Der Zutritt zu diesem Vortrag ist für alle Volksgenossen frei.
Mittelschulen im Kreis Gießen.
In Gießen, Lich, Laubach, Hungen und Grünberg werden mit Beginn des Schuljahres 1940/41 Mittelschulen eingerichtet. Die Anmeldung ber Schüler muß bei ben Leitern ber Volksschulen bis zum 1. März erfolgen.
Gießen-Klein-Linden.
Der Gesangverein „21 r t o n" Klein- Linden hiett im Vereinslokal ,Lum Strümpfchen" seine Generalversammlung ab. Vor Eintritt in bie Tagesordnung begrüßte der 33erei ns sichrer den Übertreter der Partei, die Sänger und zwei Urlauber. Sodann wurde der Toten der Partei, des Krieges und des Vereins gedacht. Ein Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte, daß dieses für den Verein ein arbeitsreiches war. Außer mehreren 33er- anftaltungen geleitete der Verein verdiente Sänger zur letzten Ruhe. Jedesmal, wenn in Klein-Linden an das deutsche Lied appelliert wurde, tat der Gesangverein „Arion" seine Pflicht. Der Verein nahm an mehreren Jubelfeiern auswärtiger Vereine teil. Den zur Wehrmacht eingezogenen Sängern wurden mehrmals Liebesgabepäckchen geschickt. Dem Rech- ner wurde nach der Rechnungsablage Entlastung erteilt. Vier verdiente Sänger erhielten eine besondere Anerkennung. Den fünf noch lebenden Gründern des Vereins soll am Gründungstage ein Ständchen gebracht werden. Ferner will der Verein ein Ehrenbuch für die an der Front stehenden Sänger und der Weltkriegsteilnehmer fuhren. Um auch ferner in kurzen Abständen der Sänger an der Front gedenken zu können, soll ein besonderer Reservefonds bereit gestellt werden. __
Krankenversicherung und Arbeitslosenhilfe
n Verwaltungs-Inspektor K Heß, Städtisches Versicherungsamt Gieße
Kybander betrat das kleine wohnlich und sauber gehaltene Zimmer. Der Schauspieler tat bu ent- sprechende einladende Bewegung. „Bitte , sagte er, „fragen Sie also, Herr Kommissar, ich werde ant- WQ^bot Zigaretten an, Kybander warf einen fluch- tiqen Blick auf die Schachtel, dankte dann oper-
92luf dem Flur klappte eine Tür. Zwei Frauenstimmen wisperten. Dann war es manschen ttll- Nur einmal knackte dicht vor der eine Diele.
Knbander sagte freundlich: ,Zhren Namen nannte mir ^Fräulein Iwanka Gospik. Sie kennen die junge
„Gewiß." Der Schauspieler blinzelte nervös „Sie kennen oder kannten auch Ludwig Carlotti l „Nein. Ich hatte nur seinen Namen gehört.
Gelesen" verbesserte ihn Kybander
fieaa hielt den Kopf etwas schief, gewissermaßen fÄ unb um besser zu hören DieftrKomm.,, sar wußte recht peinliche Emzelheiten. Darm gab w su- “sroanta wollte mit ben Namen ihr» - Gönners »»heimlichen: aber ich fanb einen Br.es unb
empfanden Tarlatti als «ebenbubkr?“
„Wenn Sie es wissen massen. >0. Ich »2?.= JST5 Ä
Mann an den Hals zu werfen.
„Er^richtetr^thr bie Wohnung ein unb stellte ihr ' Geld zur Verfügung." ... (icfeen
„Sie haßten ihn beswegen, benn Sie
aktiven Dienstes eine private Versicherung gegen Krankheit abgeschlossen und diese meist nicht auf» gekündigt haben, nicht auch noch des besonderen Schutzes der reichsgesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung.
Da nun — wie eingangs bereits erwähnt — Ruhe- und Wartegeldempfänger auch in großer Zahl in der Privatwirtschaft Verwendung gefunden haben und noch finden werden, war auch dieser Personengruppe die Möglichkeit einer Befreiung von der Kranken- unb A r - deitslosenversicherungspflicht (richttg Reichsstock für Arbeitseinsatz) zu eröffnen. Denn hier besteht vielfach ebenso wie bei den im öffentlichen Dienst wieder- oder weiterbeschäftigten Ruhe- und Wartegeldempfängern kein besonderes Bedürfnis für den Schutz der reichsgesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Die verschiedenartigen Verhältnisse und Bedürfnisse in ber Privatwirtschaft lassen es aber, wie bie amtliche Begründung zu
Durch die Verordnung über Aenderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der Arbeitslosenhilfe vom 12. Dezember 1939 hat der Gesetzgeber Bestimmungen erlassen, die insbesondere ben Zweck verfolgen, den gesteigerten Anforderungen des Arbeitseinsatzes Rechnung zu tragen, ferner die Durchführung der Krankenversicherung in der Kriegszeit zu erleichtern und schließlich die Verwaltungsarbeit zu vereinfachen. ■
Die nachstehenden Ausführungen beschränken sich auf bie Wiedergabe beqenigen Aenderungen, die die Versicherungsfreiheit für wieder- und weiterbeschäftigte Ruhe- und 3Bartegelbempfänger, Invalidenrentenbezieher, Bezieher von Ruhegeld aus der Angestelltenversicherung und Bezieher von Invalidenpension aus der knappschaftlichen Pension sv erst cherung enthalten.
Der in ben letzten Jahren zu beobachtende Mangel an Arbeitskräften führte dazu, zunächst Ruhe- ftanbsbeamte, sowie Bezieher von Ruhegeldern nach Versetzung in den Ruhestand, bann auch Jnvaliden- rentenbezieher, Bezieher von Ruhegeld aus der Angestelltenversicherung und Bezieher von Invaliden- penfion aus der knappschaftlichen Pensionsversicherung in irgend einer Form in den Arbeitsprozeß wieder einzugliedern, sei es als Angestellte in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben, ober als Angestellte oder Arbeiter in der Privatwirtschaft. Nach dem früheren Recht unterlag die Mehrzahl biefer Beschäftigten vom Tage der erneuten Arbeitsauf- n<chme der gesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherungspflicht. Da insbesondere die Zahl der wieder- und weiterbeschäftigten Ruhegeldempfänger und Rentenbezieher im ständigen Wachsen war, zeigte sich bald die Notwendig kett, die Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung über die Dersicherungsfreiheit dieser Personengruppen den veränderten Verhältnissen anzupassen.
Der Reichsarbeitsminister hatte deshalb vorerst durch Erlaß angeordnet, daß die Bestimmungen über die Versicherungsfreiheit in der Krankenversicherung für Beamte und Anaestellte gelten, die nach Zuruhesetzung im Angestellten- oder Arbeiter- verhältnis wieder- ober weiterbeschäftigt werben. Die Befreiung trat ein unter der Voraussetzung, daß die Beschäftigung im öffentlichen D i e n ft erfolgte und baß ben Ruhegeldempfängern gegen ihren jetzigen oder früheren Dienftgeoer die im § 169 der Reichsversicherungsordnung vorgesehenen Leistungen — Krankenhilfe in Hohe und Dauer ber Regelleistungen der Krankenkassen, oder für die gleiche Zeit Anspruch auf Gehalt, Ruhegeld ober ähnliche Bezüge im anderthalbfachen Betrage des Krankengeldes gewährleistet waren.
Die Regelung dieses Erlasses ist jetzt, nachdem insbesondere auch durch den Krieg ber Fortbestand des ihr zugrunde liegenden Bedürfnisses auf längere Zeit ersichtlich ist, durch Neufassung ber Bestimmungen in bas Gesetz übernommen worben. Neu in den Kreis dieser Personen sind neben den Ruhe- und 3Vartestanbsbeamten auch diejenigen Personen einbezvgen worden, die als Aerzte, Zahnärzte, Lehrer, Offiziere ober Angehörige des Reichsarbeitsdienstes Ruhe- ober Wartegeld beziehen, wenn sie entlohnte Beschäftigung ausnehmen. Sie alle sind jetzt von Gesetzes wegen (ohne besondere An- tragfteöung) kranken, und damit arbeitslosenversicherungsfrei, wenn bie Beschäftigung im Dienste bes Reichs, eines Landes, eines Gemeindeverbands, einer G e - m e i n b e oder eines Versicherungsträgers erfolgt und im Krankheitsfalls bie oben erwähnten Leistungen gewährleistet sind. Die neue Verordnung gibt auch bie Möglichkeit, wieder, unb weiterbeschäftigte Ruhestandsbeamte anderer öffentlicher Verbänbe ober öffentlicher Körpers cha ften unter den gleichen Voraussetzungen zu befreien, wenn dies ber Arbeitgeber beantragt und bie Oberste Verwaltungsbehörde — in Hessen ber Reichsstatthalter — die Befreiung ausspricht.
Mit diesen gesetzlichen Aenberungen ist den berechtigten Wünschen der als Angestellte ober Arbeiter im öffentlichen Dienst wieder- ober weiter- beschäftigten Ruhe- unb Wartegeldempfängern nach Befreiung von ber Kranken- und Arbeitslosenversicherungspflicht Rechnung getragen. Denn in ber Tat bedürfen diese Personen, die vorher mit Ruck- sicht auf ihre Versicherungsfreiheit während ihres
werden, wenn außer ber Gewährleistung ber mehrfach erwähnten Versorgungsansprüche der z u • ständige Bezirksfürsorgeoerband mit der Befreiung einverstanden ist. Diese letzte Bestimmung gilt auch für Invaliden-
garettenmarfe rauchen, nicht wahr? Unb was den Revolver mit Platzpatronen anbetrifft, so habe ich ihn seit langem und habe das auch nie verheimlicht."
„Wo waren Sie gestern abend?" fragte Kybander unerwartet. Es war wie ein Zugriff.
Hegg sagte rasch, denn gerade diese Antwort hatte er sich überlegt: „Sie werden es nicht glauben. Ich hatte gestern seit längerer Zeit spielfrei. Ich ging späteren."
„Wie lange gingen Sie spazieren?"
„Ich habe nicht auf bie Zeit geachtet; aber ich bin gut zu Fuß. So anderthalb, zwei Stunden schätze ich."
„Wann verließen Sie das Haus?"
„Um acht."
„Demnach wären Sie etwa um zehn Uhr wieder zurück gewesen?"
„Ja, das ist möglich."
„Bemerkte Ihre Wirtin Sie?"
„Nein, zufällig nicht."
„Sah sonst jemand Sie nach Hause kommen? Sprachen Sie bei Ihrem Spaziergang irgend jemand? Kehrten Sie in einem Lokal em, wo man Sie roiebererfennen würde?"
Hegg schüttelte den Kopf.
„Na wissen Sie", sagte Kybander, „bas ist ein starkes Stück. Der Mord an Ludwig Carlottt ge- schah gestern abend zwischen neun unb zwölf Uhr. Seit acht Uhr waren Sie aus dem Hause weg, kamen um zehn Uhr zurück, niemand sah Sie, kein Mensch sprach mit Ihnen, unb Sie nehmen an, ich glaube Ihnen bas? Geben Sie boch lieber zu, daß bie brei Zigarettenstummel, bie ich vor Car» (ottis Tür fanb, von Ihnen stammen. Geben Sie zu, daß Sie bei ihm waren. Damit brauchen Sie ja noch nicht den Mord zuzugeben."
Kybanber wollte fortfahren, unterbrach sich aber. Wozu bem Schauspieler sagen, bafe Carlottt gar nicht erschossen, sondern vergiftet wurde! Er behielt sein Wissen für sich. Er wäre aber in diesem Augenblick nicht mehr zu Wort ge- kommen. Die Tür öffnete sich plötzlich und Frie- bei Herder trat ein. Sie hatte einen roten Kopf.
,Hallo, Fräulein Friebel", sagte Hegg rasch ge- faßt. Er machte große Augen. „Ich glaube, Sie waren neugierig und haben gelauscht!"
(Fortsetzung folgt.)


