Ausgabe 
20.2.1940
 
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Größte Entrüstung in Norwegen.

flagranteste Neutralitätsverlehung in diesem Kriege."

Oslo, 19. Febr. (DNB.) Hambro, Präsident des Sterling und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, bezeichnete das Vorgehen der britischen Flotte als flagranteste Verletzung des Ge­bietes eines neutralen Staates, die sich in diesem Krieg ereignete. Er fügte hinzu:Wir in Norwegen verstehen nicht diese unverschämte und ungestüme Verletzung der Hoheitsrecbte dieses kleinen Staates. Der Augenblick, den man für diesen Gewaltakt gegen Norwegen wählte, ist sehr bemerkenswert. Wir stan­den kurz davor, ein Handelsabkommen mit England abzuschließen. Es ist völlig selbstver­ständlich, daß nach dieser anmaßenden Verletzung norwegischen Hoheitsgebietes alle Besprechungen über Handels- und Schiffahrtsfragen zwischen den beiden Ländern nun in ein ganz neues Sta - di um getreten sind. Was die schwersten norwegi- schen Verluste aus See bisher nicht erreichen konn­ten, nämlich, daß norwegische Seeleute sich wei­gerten, nach England zu fahren, wird jetzt nach diesem Ueberfall vielleicht eintreten."

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Die gesamte norwegische Presse nimmt in erbitterten Leitartikeln gegen die englische Verletzung der norwegischen Hoheltsrechte durch den Ueberfall Im Jössing-Fjord Stellung.Tidens Tegn" schreibt: Gerade der ausdrückliche Befehl aus London, der zu diesem Neutralitätsbruch auffor- derte, macht den Rechtsbruch gegen Norwegen schwerwiegend. Die englische Propaganda, die diesen Uebergriff jetzt beschönigen will, stößt in Norwegen auf herzlich wenig Verständnis. Das deutsche Schiff hatte das Recht, norwegische Hoheitsgewässer zu durchfahren, ohne deswegen von Norwegen ange­balten zu werden."Morgenbladet" schreibt:Mit seinem brutalen Uebergriff hat England die ideo­logische Grundlage seiner bisher selbst gewählten Stellung zunichte gemacht. England hat mehr ver­loren, als es gewonnen hat. Es wirkt sonderbar, daß dieser Uebergriff gegen einen kleinen neutralen Staat in der englischen Presse und im Rundfunk

als Heldentat gefeiert wird."Aften- posten" stellt fest:Englands Flotte hat bei dieser Gelegenheit aus der unglaublich zynischen Einstel­lung heraus gehandelt, daß Norwegen eine kleine Nation ist, deren Neutralität man un­gestraft übertreten kann. Wenn der Jössing-Fjord zum Gebiet einer Großmacht gehören würde, so wäre diese .Heldentat' schwerlich zur Ausführung ge­kommen."

InMorgenposten" heißt es: Dieenglische See- schlacht" im Jössing-Fjord ist die aufsehenerregendste, brutalste Verletzung unserer Hoheitsgewässer und ein Angriff auf unsere Neutralität. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, daß dieser englische Angriff in ganz Norwegen einen sehr peinlichen Eindruck hinterlassen hat. DieAltmark" hatte ebenso wie britische defensiv bewaffnete Schiffe heute ist dies ja die gesamte britische Handelsflotte ein An­recht aus Durchfahrt durch norwegische Hahertsge- wässer. Dazu haben sogar Kriegsschiffe unter ge­wissen Bedingungen das Recht. Daß sich brittsche Gefangene an Bord beenden, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Das Recht für die Durchfahrt durch neutrale Hoheitsgewässer besteht auch für Prisen­schiffe und Gefangene sind als ein Teil einer Pnse zu betrachten.

Arbeideren" schreibt: Die britische Regierung hat die Maske als Beschützer der kleinen Nationen ab- geworfen. Diese Handlung hat die untadelige Klei­dung eines englischen Genttemen vom Leibe geris­sen, als es sich um die Verteidigung englischen Pre­stiges und englischer Interessen handelte. Der Fall Jöfsing-Fjord ist mir eine Bestätigung dessen, was seit Beginn des Krieges immer wieder hervorge- hoben wurde: Die größte Gefahr für die Neutrali- töt unseres Landes droht uns heute von England. England und fein Verbündeter Frankreich haben das größte Interesse daran, Norwegen und Schweden in derselben Weise in den Krieg hineinzu­ziehen, wie sie dies mit Polen und Finnland getan haben.

kleine KreuzerDresden", der nach der Schlacht bei den Falkland-Jnseln nach der chilenischen Küste gefahren war, dort bei der Insel Mas a Tierra in der Cumberland-Bucht nur etwa 400 Meter vom Lande entfernt, also innerhalb chilenischer Hoheits­gewässer von den britischer; KreuzernGlasgow" und ,Kent" beschossen. Der englische Befehlshaber, der durch einen deutschen Parlamentär darauf auf­merksam gemacht wurde, daß dieDresden" in neutralen Gewässern liege, erwiderte, die englischen Schiffe hätten Befehl, dieDresden" zu vernichten, wo immer sie sie anträfen. Die Neutralitätsfrage müsse zwischen der englischen und der chilenischen Regierung erörtert werden, sie gehe ihn nichts an, er habe lediglich seinem Befehl nachzukommen. In genau der gleichen kaltschnäuzigen Art hat der Kom­mandant der britischen Seestteitkräfte im Jossing- Fjord gehandelt, wobei die wilde Schießerei auf die wehrlosen im Wasser schwimmenden und sich auf dem Eis in Sicherheit bringenden deutschen Seeleute ein besonderes Beispiel britischer Ritterlichkeit darstellt.

Daß lediglich niedrigste Rachsucht die Engländer zu ihrem brutalen Vorgehen veranlaßt hat, gel)t daraus hervor, daß die Tragödie im Jössing-Fjord mir die letzte Phase einer regelrechten Treibjagd war, die die brittsche Admiralität auf dieAlt­mark" veranstaltet hat. Der DampferAltmark" ist ein Tankschiff, das sich lange vor Kriegsausbruch im Auslande befand und zu planmäßigen Fahrten im Oelttansport eingesetzt war. Schon daraus er­gibt sich, daß es völlig unbewaffnet war und eine rein zivile Besatzung hatte. Bei Ausbruch des Krie­ges wurde es zur Versorgung des Panzerschiffes Admiral Graf Spee" mit herangezogen. Ein Teil der Gefangenen, dieAdmiral Graf Spee" durch die Aufbringung feindlicher Handelsschiffe gemacht hatte, war auf derAltmark" untergebracht wor­den. Nach dem Ende des Panzerschiffes vor der La-Pl ata-Mündung war dieAltmark" auf sich allein gestellt. Mtt großem Geschick hatte sie sich allen Verfolgungen feindlicher Seestreitkräfte ent­zogen, sämtliche feindlichen Ueberwachunaslinien durchbrochen und schließtch norwegische Hoheits­gewässer erreicht, ohne das es der britischen Admi­ralität gelungen war, des deutschen Dampfers hab­haft zu werden, obwohl man zahlreiche Krieas- schlffe auf dieAltmark" angesetzt hatte. Daher die Wut der Engländer, die auch vor den Grenzen neu­traler Hoheitsgewässer Nicht Halt machte. Die ver­logene Kampfe sweise britischer Seeleute erkennt man auch an der heuchlerischen Anfrage des eng­lischen Morsespruches:Benötigen Sie einen Schlep­per?" womit der Kommandant des brittschen Zer­störers sich in der Dunkelheit als Norweger zu tar­nen suchte, um sich unter der Maske eines Hilfe­bringenden des deutschen Dampfers zu bemächtigen. Aber das gehört alles zur brittschen Ritterlichkeit, wie sie Lord Chatfield auffaßt.

Wenn französische Blätter ihrem britischen Bun- desgenosien Beifall klatschen und ihn dazu beglück­wünschen, daß er mit dem Frevel im Jössing-Fjord den Beweis einerexemplarischen Entschlossenheit" dargelegt habe, der einenglücklichen Präze­denzfall" schaffe, so wird man für diese Aus­lassungen in den neutralen Ländern hoffentlich recht hellhörig sein. Ueberall dort, wo man immer noch meinte, daß der britische Handelskrieg der Freiheit und Unabhängigkeit der kleinen Völker diene, wird die neueste britische Untat den Leuten die Augen darüber öffnen, wie es in Wahrheit mit der Freiheit der kleinen Völker bestellt wäre, wenn die Maximen brittschen Freibeutertums ohne Widerspruch blieben. Es ist höchste Zeit, daß die Welt erkennt, was ihr von England droht. L.

Englische Flieger beschießen Rettungs­boote mit Frauen uni» Kinvern.

B e r l i n, 19. Febr. (DNB.) Es liegen jetzt Augen- zsugenberichte darüber vor, daß die Rettungs­boote des deutschen DampfersWa- tu s s i", der am 2. Dezember 1939 auf der Höhe des Kap der guten Hoffnung von englischen Bombenflugzeugen angegriffen wurde und sich selbst versenkte, von den britischen Bomben- und Jagd­flugzeugen mit Maschinengewehr en be­schossen wurden. Die Tatsache, daß sich in den Rettungsbooten auch Frauen und Kinder be­fanden, macht das Vorgehen der britischen Flieger noch verwerflicher.

Der Apfel.

Von Richard Gerlach.

Wir nehmen ihn meistens einfach hin, wir beißen hinein, daß es kracht: er scheint nur darauf gewar­tet zu haben, gegessen zu werden, ein reifer Apfel, schön und gut. Aber daß er das Ergebnis vieler Mühen ist, daß der Sturm ihn nicht vorzeitig ab­gerissen und die Sonne ihn milde beschienen hat, daß der Apfelblütenstecher mit seinem spitzen Rüs­sel nicht schon die Knospe anbohrte, und daß der Apfelwickler nicht sein Ei auf die halbreife Frucht legte, aus dem ein Räupchen hätte schlüpfen können, das sich dann bis zum Kerngehäuse durchgefressen hätte, das alles ist doch nicht einfach selbstverftänd- lich, sondern ein Glück.

Seien wir also ein wenig dankbar für das freund­lichste Geschenk unserer Gärten. Bis es zu einem Baum kommt, der Früchte tragen kann, gehen schon Jahre hin; zuvor aber muß der Wildling veredelt werden, und wenn er okuliert oder gepfropft wird, entscheidet es sich erst, von welcher Sorte er fein wird. Da gibt es die balsamisch duftenden Kalvillen und Gravensteiner, die Rosmarinäpfel Oberitaliens, den füßsauren Lütticher Rambur, die Borsdorfer, die Goldparmänen, die aromatischen grauen Re­netten, den rheinischen Bohnapfel und den Ontario, und an jedem schmeckt die Zunge etwas anderes.

Der Apfel gedeiht weder in einem zu rauhen, noch in einem zu warmen Klima, der hohe Norden muß auf ihn verzichten, und im Süden tritt an feine Stelle schon bald die Orange. Er gehört un­seren Breiten an; am lieblichsten rundet er sich in unseren milden und geschützten Landschaften, am Bodensee und am Neckar und überall, wo auch die Rebe wächst. Die Menschen schätzen ihn seit Jahr­tausenden, und Paris kam schon in Verlegenheit, welcher der holden Schönen er den Apfel als Preis zuerkennen sollte. Wer den Apfel der germanischen Göttin Iduna, blieb immer jung, und auch die griechische Schirmerin der Liebe, Aphrodite, stellt man sicy gern mit einem Apfel vor. Im Mittelalter wurde der Apfel xum Symbol der sündhaften Sin­nenlust, jedoch hatte man dessenungeachtet seine Freude an den altertümlichen Sorten, an den Gor­maringern und Crevedellern.

Wenn die Leiter im Baum steht und Frucht um Frucht gepflückt und in Schürze oder Korb getan wird, liegt über den Obstgärten der Duft der Reife. Die Birnen müssen bald gegessen und die Zwetschen in wenigen Tagen zu Mus gekocht oder eingemacht

Erfolgreiche Angriffe auf feindliche Geleitzüge.

Britischer Zerstörer versenkt.

Berlin, 19. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen geringe örtliche Artillerietätigkeit.

3n verschiedenen Seegebiäen wurden wiederum vier feindliche Geteitzüge von U-Booten erfolgreich angegriffen. Aus drei Geleitzügen heraus wurden Dampfer und Tankschiffe, aus dem vierten ein Zerstörer versenkt, der zu den Sicherungskräften dieses Geleitzuges gehörte.

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Die Engländer haben die im heuttgen deutschen Wehrmachtsbericht gemeldete Versenkung eines bri­ttschen Zerstörers zugegeben. Es handelt sich dabei um den ZerstörerDarin g", einen Zerstörer der Defender"-Klasse, der 1932 ferttggestellt wurde. Der Zerstörer war bewaffnet mit vier 12-cm-Ge- schützen und 8 Torpedorohren. DieDarina" war ein Schwesterschiff des ZerstörersDucheß", der im Dezember v. H. wie die Engländer behaup­teten, bei einemZusammenstoß" mit einem ande­ren Schiss der Flotte verlorenging. DieDaring" hatte eine Geschwindigkeit von 35,5 Knoten, jedoch wurde diese Geschwindigkeit bei Probefahrten um 2,7 Knoten überboten. Neun Offiziere und 14 8 Mann werden als verloren bettachtet. Ein Offizier und vier Mann wurden gerettet.

Oie Nachfolge Moltas.

Bafel, 20. Febr. (Europapreß.) Die eidgenössi- schen Räte sind in Bern zusammengetreten. Einer Der wichtigsten Beratungsgegenstände ist die Wahl eines Nachfolgers für den verstorbenen Bundesrat Motta am Donnerstag. Die Wahl ist nun endgültig geklärt, nachdem die Fraktion der Katholisch-Kon-

werden, das Fleisch der Aepsel aber ist noch fest; sie halten sich bis in das Frühjahr hinein, und auch wenn sie schrumplig und runzlig geworden sind, schmecken sie noch. Aber am köstlichsten ist es, selbst auf der Leiter zu stehen und in einen Herbstapfel hineinzubeihen, der die Süße vieler Sonnentage in sich gelöst hat, und der auf eine geheimnisvolle Weise das enchält, was uns untrennbar vom Ge­fühl der einstigen Jugend und der Heimat ist.

Zwei Wetten."

Ein Gründgens-Film der Terra.

Die zwei Welten, die Gustaf Gründgens in seinem nach einem Drehbuch von Felix Lütz k en- Dorf inszeniertenheiteren Film" konfrontiert hat, sind keine sensationellen Neuentdeckungen, wie über­haupt die Sensation, die Spannung, Der Nerven­kitzel nicht Sache dieses Films ist. Die fröhliche Un­beschwertheit lachender Sommertage beschwingt diese Menschen, alte und junge, die ganz unpathetisch und ohne erhobenen Zeigefinger zum Generationen­problem ein heiteres und ganz Der Gegenwart ent­nommenes Kapitel beisteuern. Kein billiges Karikie­ren Der alten Welt mit ihren von Den Jungen als vorsintflutlich empfunDenen Anschauungen, Der lie­benswürdige Charme von Ida W ü st, die als .Schloßherrin von Altenstrahlow trotz Standesdünkel und überkommenen Vorurteilen doch ihr Herz auf dem rechten Fleck hat, und der behagliche Lebens­genuß ihres Gatten, den Hadrian Maria Netto höchst pläsierlich im vieldeutigen Spiel feiner listi­gen Augen und großartiger Nonchalance abgibt, sichern diesen beiden Exponenten der älteren Gene­ration unsere volle Sympathie. Wir lächeln, aber entschuldigen, wie es auch die Jungen tun, die ihnen in frischer Ungezwungenheit, ohne je aus dem Rahmen zu fallen, die selbstverständliche Kamerad­schaft der Jugend in natürlichen Lebensformen, in gemeinsamer Arbeit und gemeinsamem Frohsein vorexerzieren. Für diese Jungen bat Gründgens Kräfte aus dem schauspielerischen Nachwuchs ein­gesetzt, sie spielen ganz ohne Routine mit einer ge­winnenden Unbekümmertheit das, was sie wirklich sind: frische, natürliche Jugend. Max Eckard und Joachim Brenn ecke sind zwei Erntehelfer, die auf dem Gute in Marianne S i m s o n und Antje Weisgerber reizende Gestnnungsgenossinnen finden. Und auch Hansi Wendler, ein etwas arrogantes Großstadtpflänzchen, lernt das Land­leben schätzen. Die lustige Sommeraesckichte hat als Schauplatz dis fonnendurchglühten Felber, die grL,

servativen sich darauf geeinigt hat, als Nachfolger für den Tessiner Motta wieoerum einen Tes­siner in der Person des Regierungsrats E n - rico Celio zu präsentieren. Celio steht im Alter von 51 Jahren und ist bisher mehr in der kanto­nalen als in der eidgenössischen Politik hervorgetre­ten. Da die Freisinnigen von vornherein den Anspruch der Katholisch-Konservativen anerkannt haben, ist die Wahl Celios höchstwahrscheinli'b.

Schweden hält an seiner Neutralität fest.

Eine Erklärung des Königs zur Finnsandfrage.

Stockholm, 20. Febr. (DNB.) Der König von Schweden stellte in einer Sondersitzung des Staatsrates fest, daß er vom ersten Augenblick an Finnland mit geteilt habe, daß es nicht mit militärischen Interventionen Schwedens rechnen könne. Schweden müsse in Der gegenwärtigen Sage an Diesem StanDpunkt festhalten. Wenn Schweden jetzt in Finnland ein­greifen würde, gehe es Das größte Risiko ein, nicht allein in einen Krieg mit RußlanD, fonDem auch in Den Krieg Der Großmächte hinein- gezogen zu werden. In einer solchen Lage wäre es darüber hinaus wahrscheinlich unmöglich, Finn­land den nicht geringen Beistand zu geben, den es jetzt von Schweden erhalte.

Nach dieser königlichen Erklärung steht es mehr denn je fest, daß Schweden entschlossen ist, an der bisher eingeschlagenen Neuttalitätspolitik f e st z u - halten. Die Kundgebung des Königs wird ihren Eindruck auf die schwedische Öffentlichkeit nicht verfehlen. Die sozialdemokratische Reichstagsgruppe hat sich in einer Entschließung der Politik der Regierung voll angeschlossen.

nen Wiesen, stille Waldseen und das behagliche Herrenhaus eines märkischen Gutshofes, von der Kamera Walter Pindters in schönen Bildern voll Stimmung und Leben eingefangen.

Als besonders hübschen Auftakt gab es Den Kul­turfilm:Die Sommerwies e , Der die Wun­der der Lebensgemeinschaft von Tieren und Pflan­zen, von uns grobsinnigen Menschen sonst kaum beachtet, aufgespürt hat und in ungemein reizvollen Aufnahmen Dr. Georg P r i e m e l s uns schauen läßt. Dr. Fr. W. Lange.

Neuestes, Allerneuestes" vor hundert Jahren.

Wenn heute irgendwo in der Welt etwas Auf­regendes geschieht, erfahren wir es durch die draht­lose Nachrichtenübermittlung innerhalb weniger Stunden. Als Napoleon am 5. Mai 1821 auf St. Helena starb, kam die Nachricht davon 5 0 Tage später nach London, obwohl man in Erwartung des Ereignisses schon Vorbereitungen getroffen hatte, um die Kunde so rasch wie möglich zu befördern. Die Meldung von seinem Tode stand am 4. Juli in englischen, am 6. Juli in Pariser Blättern, am 12. Juli in derMainzer Zeitung", am 13 in der AugsburgerAllgemeinen Zeitung", und erst am 14. Juli in Berlin in derDossischen Zeitung". Noch hundert Jahre früher ging es noch viel langsamer. Im Jahre 1717 Dauerte es fast neun Monate, bis Die Nachricht vom Tode des türkischen Sultans von Konstantinopel, nach Deutschland kam. Dieneue­sten Nachrichten" machten gemächlich ihren Weg, in­dem ein Blatt sie von dem anderen übernahm. Nach Halle kam die Meldung vom Tode Friedrichs des Großen erst nach zwei Tagen.Vorgestern, den 17. August", heißt es in einem Berliner Schreiben an die .Höllische Zeitung" vom 19. August 1786,be­schloß Preußens Monarch, Friedrich Der Einzige, sein großes tatenvolles Leben." Unter solchen Ver­hältnissen war es schon eine journalistische Leistung, daß DerSchwäbische Merkur" im Dezember 1825, als ein Kurier den Tvd Kaiser Alexanders und Die russische Palastrevolution meldete, seine Drucker­presse anhielt, um die Nachricht noch in das Blatt hineinzubringen. Daß aber im allgemeinen häufig die Anzeige Der politischen Meldung vorging, zeigt die Geschichte, die aus den Anfängen der ..Kölnischen Zeitung" berichtet wird. Da soll Frau Markus Du­mont durchs Klappfenster in Die Druckern gerufen haben: ^Spanien raus» di« Schellfische sind Dal"

Q.K.

Kleine politische Nachrichten.

Ministerialrat Dr. Ziegler vom Reichsministe­rium für Volksaufklärung und Propaganda über, reichte Dem schwedischen Forscher Sven Hedin bei einem Empfang in dessen Stockholmer Heim als Ehrengabe das erste Blatt des Zentralasien- Atlas. Der mit Hilfe Der Deutschen Forschungs- gemeinschaft in Deutschland hergestellt wird. Er faßt Die geographischen Forschungen von Sven Hedm m Asien zusammen und ist Die erste genaue forte- graphische Wiedergabe Der weiten bisher unerforsch­ten Gebiete von Jnnerasien.

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In MaDr iD wurDe Das Deutsche Haus in Anwesenheit des deutschen Botschafters von Stohrer und des Landesgruppenleiters der AO. Der NSDAP., Thomsen, eingeweiht unD eine Gedenktafel mit Den Namen Der Gefallenen Der AO. enthüllt.

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Der PräsiDent Der Republik Paraguay, General E st i g a r r i b i a , hat Die autoritäre Regierung ver- fünDet, weil es ihm infolge Des WiDerstanDes Der sich leiDenschaftlich befämpfenDen Parteiführer nicht gelang, Die Ministerkrise beizulegen. Der PräsiDent erklärt in einer Botschaft an Die Nation, Die Maß­nahmen seien notwenDig, um Das LanD vor Der Anarchie zu schützen; er stellte balDige Neuwahlen in Aussicht.

Die Erfolge des deutschen Seekrieges machen sich jetzt in einem fühlbaren Mangel an geeignetem Frachtraum für Die Weizenverschiffung vom La Plata nach Europa bemerkbar. Die Frachtraten sind erheblich gestiegen und stehen auf 28 USA.«Doüar für die Tonne.

Aus aller Welt.

Drei Volksschadlinge hingerichtet.

Am 19. Februar 1940 ist Der vom Sonder- gericht Königsberg (Preußen) wegen Ver­brechens nach Der VerorDnung gegen DolksschäD- linge zum ToDe verurteilte 49jährige Anton R a - falski aus Allenstein hingerichtet roorDen. Ra- falfti ist in seinem Leben schon zweimal als Schad- ling an Der Volksgemeinschaft hervorgetreten. Wäh- renD Des Polenseldzuges hat er ersparten W e h r s o l D , Den ihm DurchfahrenDe Frontsol- Daten gaben. Damit er ihn an ihre Angehörigen schicke, unterschlagen unD verschleuDert. Fer- ner ist am 19. Februar 1940 Der am 20. Oktober 1895 in OberDigisheim, Kreis Belingen (Württem­berg) geborene Christian Rein hingerichtet wor­den, den Das Sondergericht in Königsberg in Preu­ßen als Volksschädling zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt hat. Rein, ein erheblich vor­bestrafter Gewohnheitsbetrüger, nutzte während des polnischen Feldzuges Die in Ostpreußen infolge Der Truppenansammlung vorübergehenD eingetretene Warenverknappung dazu aus, um gewissenlos Frontsoldaten zu betrügen und zu be­wuchern. Außerdem ist am 19. Februar 1940 Der am 25. Dezember 1916 in Berlin geborene Hans Israel Blumenthal hingerichtet roorDen, Den Das SonDergericht in Königsberg in Preußen am 19. Dezember 1939 wegen Verbrechens nach der Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und Dauerndem Ehrverlust verurteilt hatte. Blumen- thal, ein mehrfach vorbestrafter und wegen weite- rer Straftaten gesuchter Verbrecher, hat durch fort- gesetzte Betrügereien Kriegswohlfahrtsein­richtungen geschädigt.

Zwei Kinder beim Rodeln ums Leben gekommen.

In Trier rodelten zwei Schüler einen Weg herunter und stießen in voller Fahrt gegen einen Postkraftroagen, der die Straße kreuzte. Die beiden Knaben, acht und zwölf Jahre alt, gerieten unter den Kraftwagen und waren beide sofort tot. Ein dritter Junge, der auf einem angehängten Schlitten saß, erlitt eine Gehirn­erschütterung. Das Rodeln auf der Straße, auf Der das Unglück passierte, war wegen der damit ver­bundenen Gefahren polizeilich verboten.

Geschoß aus dem Weltkriege explodiert.

In Der Nähe von Triest waren Arbeiter mit Der VerlaDung von Alteisen beschäftigt. Plötzlich explo­dierte Dabei ein Geschoß aus Dem Weltkriege. Drei Mann rourDen getötet, zwei trugen schwere Ver­letzungen Davon.

Braud im Ozean".

Ein Terra-Film im Lichtspielhaus.

Liebe, Oel, GolDrausch, Eifersucht, Kameradschaft, Intrige eines skrupellosen Menscyen und ein rie­siger Oelbrand auf Dem Meer, das finD die Pfeiler Dieses Films. Die vielverschlungene HanDlung, bei Der es um eine schöne Frau geht, spielt irgenDroo in WestinDien, entftanDen ist Der Film auf Der kleinen Insel Vilm vor Rügen. Ein riesiger dar­stellerischer und technischer Apparat wurDe für ihn aufgeboten, um Den Anforderungen Des Manu­skripts genügen zu können.

Der Spielleiter Günther R i t t a u , der von der Kamera gekommen ist und hier zum ersten Male Regie führt, hat ein Werk geschaffen. Das Die Be­sucher von Anfang bis EnDe in Spannung hält. In Hans Sähnker (Nick DorlanD) und Ren6 D e 11 g e n (Tom Finberg), den beiden' Tauchern, die aus besten Freunden und guten Kameraden zu Rivalen um die Liebe einer schönen Frau wer- Den, finD zwei Künstler von bestem Format in Den männlichen Hauptrollen tätig. Winnie Markus (Juana), eine künstlerisch vielversprechende, bisher noch unbekannte Nachwuchsdarstellerin aus Wien, spielt Die einzige große weibliche Rolle Dieses Films in ausgezeichneter Weife unD gibt ihrer Juana viele sympathische Züge. Die Rolle Des skrupellosen Intriganten Pedro de Alvarado ist mit Rudolf Fernau vortrefflich besetzt. Von den Darstellern sind weiter als künstlerisch besonders markant Michael Bohnen (McGown) und Alexander Engel (Käpten Gold) hervorzuheben. Die kleine­ren Rollen weisen durchweg eine zufriedenstellende Besetzung auf.

Das Drehbuch schrieben nach einer Idee von Werner P. Z i b a s o Richard Dillinger, Wer­ner E p l i n i u s und Dr. Wolfgang Frank. Die schmissige Musik schrieb Lothar Brüh ne. Mtt der Kamera leistete Ekkehard Kyrath gute Bildarbeit, während C. L. Kirmse unD Wilhelm ! Vorwerg auf der kleinen Insel am Rügenschen Bodden eine naturgetreue Hazienda in tropi­scher Küstenlandschaft mit allem Zubehör Der Oel- bohrung, einem gesunkenen Schiff mit GoldlaDung usw. aufbauten unD schließlich einen gewaltigen OelbranD auf Den Wogen Des Meeres zustande brachten.

Als Auftakt sieht man zahlreiche gute Bilder aus Dem Geschehen unserer Zeit, die einen starken Eindruck hinterlassen- _ Ernst Blumschein«