Donnerstag, 19. September 1940
(90. Jahrgang Hl 222
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Giesjener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen tkmsss?.....
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Ser Reichsmarschall leitet den Einsatz gegen England
gen, den italienischen Vormarsch zum Stehen zu bringen, seien vereitelt, worden. Der Vorstoß sei trog des Sandsturms wirkungsvoll von der Luftwaffe unterstützt worden. Der Feind habe zahlreiches wertvolles Kriegsmaterial in Sidi el Barani zurücklassen müssen. Die aus altrömischer Zeit stammenden zehn sehr ergiebigen Trinkwasserbrunnen seien von den Engländern vor chrem Rückzug mit Dynamit gesprengt und das Wasser durch Salz ungenießbar gemacht worden.
und Siedlungen mit Bomben an und beschädigten einige Wohnhäuser.
Der Feind verlor gestern 7 Flugzeuge im Luftkampf. 2 durch Flakartillerie. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.
Royal Air Sorte verlor 1354 Maschinen.
B e r l i n, 18. Sept. (D31B.) Die in den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht in den letzten Wochen genannten Zahlen beweisen, wie ungeheuer die Berlusle der britischen Luftwaffe sind. 3 m August verlor die Royal Air Force 1354 Maschinen. 3n der ersten Woche des Septembers büßte sie 481 Flugzeuge ein, und in der zweiten Woche dieses Monats wurden 261 englische Maschinen vernichtet.
Küstenartillerie feuert auf Geleit,ug.
Berlin, 18. Sept. (DRV.) Ein starker britischer Geleitzug, der aus 10 etwa 4—5000 BRT. großen Dampfern bestand, versuchte am Montag, unter Ausnutzung der schlechten Sichtverhältnisse, im Kanal bei regnerischem Wetter nach We sten auszulau- fen. Der Versuch wurde durch die Luftaufklärung erkannt, worauf einer Küstenbatterie Feuererlaubnis erteilt wurde. Innerhalb von 10 Minuten wurden mehrere Dampfer getroffen. Die Luftaufklärung konnte feststellen, daß die bewegungsfähig gebliebenen Dampfer des Geleitzuges sich zurückzogen. Bereits bei früheren Beschießungen englischer Geleitzüge durch weitreichende deutsche Küstenbatterien waren Dampfer versenkt und Treffer auf den übrigen Schiffen erzielt worden. In mehreren Fällen ließ der Gegner von seinem Vorhaben ab. Die fliehenden Schiffe begaben sich in die Häfen von Dover, Deal und Folkestone.
3n Ostafrlka haben unsere Flieger Borna (unterer Sudan) mit Bomben belegt, wobei ein Fort beschädigt und ein Feldlager in Brand gesetzt wurden. Bei einem Lrkundungsflug über Aden hat eines unserer Flugzeuge, das von englischen Jägern angegriffen wurde, ein feindliches Flugzeug schwer getroffen und ist selbst unversehrt zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt.
Lin feindliches Flugzeug wurde von unseren Fliegern bei Saba Sai (nordwestlich von Gala- bat) am Boden zerstört.
Feindliche Flugangriffe auf Assab, Massaua, Harmil und Asmara haben keinen Schaden angerichtet. Zn Diredaua wurde ein Mann ver- mundet und ein Platz leicht beschädigt. Lin feindliches Flugzeug wurde mit Wahrscheinlichkeit von der Marineflak abgefchossen.
Ein feindliches Flugzeug vom Blenheirn-Typ, das nach Malta unterwegs war, landete aus versehen auf bemSlugfjafen pantelleria und wurde Intakt mit der aus zwei Offizieren und einem Unteroffizier bestehenden Besatzung erbeutet.
Schiffbrüchige eines englischen Dampfers von 5800 BRT., der von einem unserer U-Boote im Atlantik versenkt wurde, sind in Lissabon aus- geschifft worden.
Berlin, 18. Sept. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Bergeltungsflüge gegen London hielten im Laufe des 17. September an und wurden während der Rächt zum 18. September mit st ei- genfer Heftigkeit fortgesetzt. Auf die Destindia-, London- und Biktoria-Docks, auf Wasser- und Gaswerke, auf Bahnhöfe und sonstige kriegswichtige Ziele wurden Bombenallerkaliber geworfen. Reueausgedehn le Brände waren überall die Folge.
Weitere Angriffe richteten sich im Laufe des Tages auf den Flughafen Croydon sowie auf Flugplätze und kriegswichtige Ziele an der Südostküste. Liverpool wurde bei Tag und bei Rächt wiederholt angegriffen. Die Flugzeugwerke in Liverpool-Speke erhielten schwere Treffer.
Auch der nördlichste große britische Hafen Glas- gow wurde in der Rächt zum 18.September angegriffen.
Zur Einnahme von Sidi el Barani an der ägyptischen Küste berichtet die Agenzia Sttfani, daß der Vorstoß und der Kampf um diese Stadt unter den ungünstigsten Witterungsverhältnissen geführt werden mußten. Nach der Ueberwindung von Sollum und bei der Fortsetzung des Vormarsches nach Osten habe der gefürchtete Sandsturm eingesetzt. Selbst die einheimische Bevölkerung vermeide in dieser Jahreszeit wegen
Rach Rom.
Von unserer Berliner Schrifileiiung.
Neben der sehr lebhaften militärischen Tätigkeit der Achsenmächte steht die politisch-diplomatische Aktivität. Sie hat einen gewissen Höhepunkt durch den Besuch des spanischen Innenministers Ramon Serrano S u n e r und des fast gleichzeitig tn Ver- lin eingetroffenen italienischen Afrikaministers. general Teruzzi erreicht. Beide sind vom Führer empfangen worden und hatten in Gesprächen mit den maßgebenden Persönlichkiten Großdeutschlands Gelegenheit, die Uebereinstimmung der Interessen ihrer Länder und die gemeinsame Linie zu bestätigen, die gerade in diesen Kampfzeiten von besonderer Wichtigkeit ist. Am Mittwoch hat sich daraufhin Reichsaußenminister von Ribbentrop zu einem kurzen Besuche nach Rom begeben. Die Wichtigkeit dieses Besuches, der gerade tn dem Augenblick erfolgt, da England in Aegypten von Jta- lien angegriffen wird und die englische Insel mit London unter schwerstem Bombenhagel der deutschen Vergelter liegt, ergibt sich aus der Lage der Dinge, man kann erwarten, daß die beiden Verbündeten wieder einmal die plutokratische Welt mit Tatsachen überraschen werden, die ganz anders aussehen als die Vermutungen und falschen Prophezeiungen, die in einer sehr ahnungslosen Presse des Auslandes breit und phantastisch ausgewalzt zu werden pflegen. •
Seit dem 10. Juni, dem Tage des Eintritts Italiens in diese Generalabrechnung mit England, sind die deutschen und die italienischen Erfolge bereits sehr deutlich geworden. Wir halten England unter Ver- qeltungsfeuer und unter dem furchtbaren, den Engländern bisher völlig fremden Druck einer Wirt- chaftsblockade. Italien hat im Mittelmeer die Streitkräfte Albions getrennt und ist jetzt, nach Eroberung von Britisch-Somaliland, zum entscheidenden Wassen- aang gegen die englische Militärposition in Aegypten geschritten. Beides steht in unmittelbarem Zusammenhang; was in der Nordsee geschieht, findet fern Gegenstück im Mittelmeerraume. Beide Aktionen richten sich gegen die zusammenbrechende englische Weltmacht, und sind eine Wirkung des gleichen revoli^ tionären Geistes, der in Berlin und in Rom durch zwei weltgeschichtliche Persönlichkeiten an einem neuen und besseren Europa arbeitet.
Der Abessinienkrieg brachte zum erstenmal eine
Deutsche Flugzeuge in endlosem Strom gegen England Am Mittwoch sieben Lustalarme in London
Rom, 18. Sept. (DRB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:
3n Rordafrika haben italienische Truppen sowie NbyscheTruppen.die auch bei dieser Aktion ihre hohen Kriegstugenden und ihre absolute Treue zu Italien unter Beweis gestellt haben, in Fortsetzung ihres siegreichen B o r m a r s ch e s das in 100 Kilometer Luftlinie von der alten Lyrenaika-Grenze gelegene Sidi el Barani befehl und den Ausbau der neuen Basis sowie der Etappe in Angriff genommen.
Der hartnäckige und von Panzerformationen unterstützte Widerstand des Feindes ist überall gebrochen worden. Unsere Luftwaffe hat mit Bomben- und Maschinengewehraugriffen wiederholt eingegriffen. 5 feindliche Flugzeuge vom Gloucester-Typ wurden brennend abgefchossen. Der Abschuß eines weiteren ist wahrscheinlich. Bier eigene Flugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Durch nächtliche feindliche Luftangriffe auf Benghasi und Der na wurden im Hafen von Benghasi ein Ponton und ein Torpedoboot versenkt und einige Brände verursacht, deren man je- doch sofort Herr wurde, in Bema wurde ein Dampfer leicht beschädigt. Der Abschuß eines feindlichen Flugzeuges ist wahrscheinlich.
Eine von Iagdslugzengen begleitete Sturzkampf, formation (Picchiatelli) hat den Hafen von Micabba auf Malta bombardiert, Brände und beträchtliche Schäden hervorgemfen, foroie mindestens 3 Flugzeuge am Boden zerstört. Die feindlichen Jäger, die sich einem Kampf mit unseren Jagdflugzeugen zu entziehen trachteten, griffen die „Picchiatelli- an, die entschlossen zum Gegenangriff übergingen und 2 feindliche Flugzeuge abschossen. Zwei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.
Der englische Widerstand an der Aegyplensronl Überall gebrochen.
Sidi el Barani von den Italienern besetzt.
den. Bomben fielen auch in Piccadilly, in Berkeley Square und Oxfordstreet. Die amerikanische Agentur „United Preß" schreibt: Viele Teile des Westends haben durch die Luftangriffe schwer gelitten. Eine Anzahl weltbekannter Derkaufshäuser, die alle eine internationale Kundschaft haben, haben teilweise oder ganz geschlossen. Diele der bekannten und teuren Läden in Bondstreet, Oxsordstreet, Picca- dilly Circus, Sloan Square usw. haben keine Schaufenster mehr, die Auslagen können von den Kauflrrstigen nicht mehr betrachtet werden. Associated Preß" meldet, daß drei Warenhäuser tn Westlondon getroffen wurden, von denen eines durch Feuer zerstört wurde. Eine große Bombe habe eine U-Bahnstation getroffen. Nach zwei Uhr nachts habe der Angriff schreckliche Ausmaße angenommen. Trotz allerstärksten Flakfeuers feien deutsche Bomber ftänbig über London ge -
San Sebastian, 19. Sept. (Europapreß^) Ueber die Kampfhandlungen am Mittwoch gibt selbst der Londoner Nachrichtendienst eine mrschau liche Schilderung. Danach seien die Deutschen tn qrößeren Formationen über England erschirnen. Der Himmel habe einer verkehrsreichen Straße geglichen Es fei ein endloser Strom von Maschinen erschienen, deren Dorbeiflua allem 15 Minuten gedauert habe. Spater seien Angriffe auf die Themsemündung gefolgt wöbet eine ganze Menge Gebäude zerstört worden fet Auch sei man gezwungen gewesen die durch die Oriard (Street laufenden Straßenbahnen umzulegen. Ueber die zerstörende Wirkung der deutschen Bombenangriffe schreibt die englische Agentur „Exchange Telegraph": In der Bondstreet und Park Lane, den berühmtesten Geschäftsstraßen Londons, .kam es zu Gebäudeschäden durch Volltreffer und einigen Bran-
flogen, die Bomben feien schneller und schneller gefallen. Eine von ihnen habe das Wasserhauptrohr in der Nähe eines bekannten West- londoner Hotels getroffen und die Insassen des Hotel-Schutzraumes gezwungen, anderswo Zuflucht zu suchen, da der Schutzraum durch die Zerstörung des Rohres unter Wasser gesetzt wurde.
Der Londoner Korrespondent des spanischen Blattes „ABE" gibt einen sehr anschaulichen Bericht über die Verhältnisse, unter denen die Bevölkerung der britischen Hauptstadt zu leben gezwungen ist. Er schreibt: „Von persönlichem Komfort kann nicht mehr gesprochen werden. Wir haben schon vergessen, was das ist: ein sauberes weißes Bett. Die Häuser, die Etagen, die Hotels und selbst die Pensionen sind in den noch unberührt gebliebenen Stadtteilen Londons mit Menschen über» ; füllt. Ueberall auf den Treppen, in den Hallen liegen Matratzenkreuzundquer. Die Eva- fuierten schlafen darauf zu jeder Taaes- und Nachtzeit, wenn kein Luftalarm ist. Wer heute nicht vorsichtig durch die Hallen der Londoner Häuser schreitet, der tritt auf Menschen." Wie der spanische Berichterstatter betont, sei das Leben in London nicht mehr als normal zu bezeichnen. In verschiedenen Stadtteilen fehlten Gas und Elektrizität. Besondere Sorge bereite den Londonern jetzt die neue britische Methode der Luftabwehr. Zu der Bombengefahr sei jetzt die der Sprengstücke von den Flakgeschossen getreten. Durch die Flakfeuersperre werde eine solche Menge an Munition verschossen, daß ein regelrechter S p re n stück reg en auf London Herniedersalle, wenn sich die deutschen Flieger näherten. Das spanische Blatt schreibt dazu: „Es ist völlig gleichgültig, ob die Zeitungen sagen, daß die Massenangriffe der deutschen Flugzeuge abgewehrt werden können und daß nur einzelne Maschinen durchkommen; denn ob in Massen oder einzeln: die deutschen Kampfflugzeuge haben viel Eisen und vl^el Flammen gesät und lassen keinen Frieden.
Samet in her Wüste.
Mailand, 18.September. (Europapreß.) Dn ' Kriegsberichterstatter des „Eorriere della vera tn Aegypten hebt hervor, daß sich, die Kampfe um Sollum und Sidi el Barani i n e i n e r v o l l st a n ° bin flachen und baumlosen W u ft e afa- spielen, wo sich keinerlei Deckung bietet. Die Tri n k- wasserversorgung der Angriffs-Armee bot besonders große Schwierigkeiten und forderte wochenlange umfangreiche Sorbereitungem Benn dieser Krieg wird mit Wasser^ Feuer und Motoren durchgeführt. Mitten m der Wüste wurden nack> den Bohrungen Hydranten errichtet und -wa, f^itungen gelegl um)°- » sur -„U Armee zu beschaffen. Der erste JBorftop st^er
Division folgte. Den Schwarzhemd-n ging eine »nmDanie Berfa altert voran, die auch als erste ^in Sollum einzogen. Die Engländer h^tenzur Verteidigung ihrer Stellungen g r p 6 e M in e seid er gelegt die jedoch rechtzeitig entdeckt und gemieden Sn. Der erste Angriff hatte am U Sentember, 6 Uhr morgens, begonnen, und um 10 23 Uhr wurde bereits die Trikolore auf Kommandogebäude pon Sollum gehiht D^e E g- “ESS'"™«"w. “»»Ä
*" hinuni'er z^ Ä- Sidi Omar durchfetzt Mfc’&BfKSEs vollständig besetzen konnten.
Reichsmarschall Göring auf einem Gefechtsstand in Flandern. - (Scherl-Bilderdienst- sKropp-j M.) Deutsche Lustangriffe aus Liverpool und Glasgow Zn London Docks, Bahnhöfe und Versorgungsbetriebe unter einen? Bombenhagel aller Kaliber.
Gayda bezeichnet im „Giornale d'Jtalia" die Besetzung von Sidi el Barani und die Zerstörung der von dort ausgehenden zweiten englischen Verteidigungslinie als den Abschluß der ersten Phase des italienischen Vorstoßes. Nuy sei der Angriff auf das englische Verteidigungssystem m Bevölkerung vermeide m dieser oagresöeu ^cu<-" j Aegypten berei t s h " n de r t Kl l 0 w e t e ^r der bäufiaen Sandstürme jede Betätigung im oor getragen. Jedem Versuch einer englsicyen dreien Tro Kd em sei von den italienischen motori- Offensive zu Lande gegen die Eyrenaika sei der sierten Abteilungen und den faschistischen Milizfor- Weg verlegt und eine
mationen der Vormarsch unaufhaltsam fortgesetzt Entwicklung der weiteren italienischen Offensiv worden. Versuche motorisierter englischer Abtellun- geschaffen.
Luftangriff gegen die Docks und Hasenanlagen von Titbury.
Berlin, 18. Sept. (DRB.) Deutsche Kampfflugzeuge griffen Mittwoch vormittag die Docks und Hafenanlagen von Titbury erfolgreich mit Bomben an. Außerdem trafen mehrere Bomben eine Rangieranlage bei Titbury, wodurch starker Schaden angerichtet wurde. Lin weiterer Angriff richtete sich gegen das Großtanktager von Port B i k t o r i a an der unteren Themse, wo drei große Oetbehätter in Brand geworfen wurden. Lin kleines Tankschiff, das Oet übernahm, wurde gleichfalls durch Bomben getroffen und versenkt. Bei Durchführung dieser Angriffe kam es über der Grafschaft Kent sowie über der unteren Themse zu oet- (Ein britischer 5000-TonnenDampfer wurde bei ^denen kleineren Luftkämpfen, bei denen einem Angriff nördlich von Irland schwer beschädigt. 15 brlf t Jagdflugzeuge abgeschos- Vritifche Flieger griffen in der letzten Rächt in fen wurden. Drei eigene Flugzeuge kehrten nicht Rord- und Westdeutschland wieder Wohnviertel zurück.


