Ausgabe 
19.8.1940
 
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Zeitschriften.

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1900:

Abneigung gegen Kaninchenfleisch unbegründet

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MAIZENA

Fliegeralarm und Luftangriff und enthält auch die neue Filmliste des Reichsluftschutzbundes. Zum Schluß werden die Mitteilungen des Präsidiums und der RLB.-Gruppen veröffentlicht.

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Zum Obstpuvdkng -

zur Gemüfefpelfe

Ehmann Funk Grüning Kramer Hofmann Nachtigall Nitzkvrski Hoersken Kraft Wernczik Horrnel Jäger Gruben Goß Pankok Fischer

OberheisischesKriegs-VergsestausdemSchrenzer

666 Wettkämpfer: ein großer Erfolg des heimatlichen Bergtreffenei.

Ernteschuh ist unser Erntedank

Beherzigenswerte Mahnung an alle.

den. Durch eine umfassende Neugestaltung des Ueb ungsbetrieb es wird man erreichen, daß nicht nur das Spielnioeau der Mannschaften, sondern auch die Qualität der Schiedsrichter sowie der Uebungsleiter und Spielwarte gehoben wird. Die Spiele für die Kriegsmeisterschaft 1940/41 sind ein­gekeilt. Der Plan, der im einzelnen bereits festliegt, wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Die mit der neuen Runde zusammenhängenden Fragen wurden eingehend besprochen und be­stehende Unklarheiten richtiggestellt. Bis Mitte Sep­tember werden die Terminlisten fertig sein, so daß bis dahin der Start erfolgen kann. Größeres Augen­merk soll für die Folge dem Frautnhandball zuge­wandt werden. Es ist interessant, daß bereits eine ganze Reche von Vereinen Mannschaften gemeldet haben, so daß es nur daran liegt, die Einteilung vorzunehmen. Dieses neue Gelüst, das das Fach­amt Handball in feinem Arbeitsbereich aufgenom­men hat, wird sicherlich allenchalben Anklang ftn- den. Weil die Jugendbewegung mehr und mehr in den Vordergrund tritt, ist es nicht verwunderlich, wenn man ihr besondere Aufmerksamkeit schenkt. Durch die inzwischen eingetretene Vereinheitlichung in der Führung der beiden Banne 116 und 88 find die Voraussetzungen für eine günstige Weiteren-t- wicklung ohne weiteres gegeben.

Das Schmerzenskind der Handballer ist und bleibt bis auf weiteres die Schiedsrichterbewegung. Die meisten Kameraden stehen leider nicht zur Ver­fügung. Nachdem bisher auf allen anderen Gebie­ten Fortschritte erzielt werden konnten, hofft man auch hier bald zu einem praktischen Ergebnis zu kommen.

Nach einer eingehenden Aussprache über eine weitere Werbung für die Spielbewegung und der Durchsprache verschiedener Spezialfälle wurde die Tagung in der üblichen Weise geschlossen.

** Das neue Heft der .^Sirene" setzt der tapferen Zivilbevölkerung Männern, Frauen und Kindern ein Denkmgl, indem es Fälle veröffent­licht, in denen Volksgenossen bei britischen Luft­angriffen durch eine kühne Tat großen Schaden ver­hüteten. So wird von einem Vierzehnjährigen zählt, der ein ganzes Gehöft vor dem Niederbrennen bewahrte, von einem Mädel, das ganz allein ein Haus rettete, einem Mann, der eine Brandbombe mit einer nassen Decke unschädlich machte usw. usw. Der Präsident des RLB., General von Schröder, spricht in einem Aufruf den Mitgliedern, Amtsträaern und Selbstschutzkräften Dank und Anerkennung für ihren erfolgreichen Einsatz aus:Wir vom Reichsluftschutz- bund können mit Stolz bekennen, daß wir auf dem uns zugewiesenen Frontabschnitt des Krieges die Feuerprobe bestanden und damit unseren Anteil zum Sieg beigetragen haben!" Außerdem behandelt die neueSirene" die Ausgabe der RLB.-Amtsträger bei

Vor kurzem hat der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei in einem Erlaß auf die Be­deutung der Ernte und ihren Schutz vor Brand­gefahr hingewiesen. Die ParoleSchützt die Ernte vor Brandgefahr" gilt für dieses Kriegsjahr ganz besonders, zumal alljährlich immer wieder unge­heure Werte durch Brände verloren gehen. 350 000 Brände mit einem Brandschaden von 400 Mill. RM. ereignen sich alljährlich in Deutschland, was dem ungefähren Geldwert einer Großstadt wie Dresden entspricht. Durchschnittlich brennt in Deutschland stündlich ein Bauernhof ab. Allein von den durch Feuer in Deutschland umgekommenen Nahrungs­mitteln könnten 220 000 Deutsche ein Jahr lang leben, was der laufenden Dersorguna der gesamten Stadtbevölkerung von Halle oder Del entspricht. Und nicht etwa allein dieser feststellbare materielle Wertverlust ist es, der den gesamten Schaden dar­stellt, sondern hinzu kommen noch die Arbeitskraft des deutschen Menschen, sein Fleiß und seine Tüch­tigkeit, die auf diele Weife umsonst aufgewandt worden finit). Das Vaterhaus der Kinder, die Er­werbsstätte der Eltern, mühsam erworbenes Hab und Gut, ein Stück flutendes Leben der Volksge­meinschaft werden über den materiellen Schaden hinaus vernichtet. Gerade auf dem Lande werden unersetzliche Werte, die die Väter und Urväter müh­sam geschaffen haben, ein Opfer der Flammen.

75 v. H. aller Brände sind auf menschliche Un- zulänglichkeiten zurückzuführen. Leichtsinn, Fahr- lässigkeit, Verantwortungslosigkeit und Brandstif­tung, wobei die Kinderbrandstiftung eine wesentliche

Herrliches Fußballwetter, eine ansehnliche Zu- fchauermenge und teilweise recht gute Leistungen waren das Kennzeichen des gestrigen Lokalkampfes um die Kriegserinnerungsplakette. Der Sieg der Grün-Weißen, wenn auch zahlenmäßig hoch, war in jeder Hinsicht verdient.

Gegen Wind und Sonne kommen die Blau- Weißen vom Anstoß bis an die Strafraumgrenze des Gegners, wo hart abgewehrt wird. Den hieraus folgenden Strafstoß schießt Hoerskens hoch über das Tor. Noch einmal versuchen es die Platzbesitzer mit einem schnellen Angriff, der jedoch bereite bei der Läuferreihe scheitert. Und dann kommt die Zeit der (Brüt^jßeifoen. Mit weiten Vorlagen schickt Kramer die Flügel vor, die die blau-weiße Verteidigung in starke Bedrängnis geraten lassen. Der Erfolg bleibt nicht aus. Im Anschluß an eine Ecke fällt in der 10. Minute der erste Treffer. Von Hofmann gut hereingegeben, kann der Ball nicht weit genug ab- gewehrt werden, springt vom Kopfe Grünings zu Ehmann, prallt von da an die Innenseite des Pfo­stens und ins Tor. Ein Erfolg auf recht merkwür­dige Art, jedoch ein Tor, welches die Führung und ein gewisses moralisches Plus bedeutet. Nun wird die Ueberlegenheit der Grün-Weißen noch deutlicher. 1900 wird ganz in die Verteidigung gedrängt. Durch eine glänzende Parade Fischers wird ein weiterer Treffer verhindert, und im weiteren Verlauf sorgen Goß, hauptsächlich aber Pankok dafür, daß es bei dem Stand von 1:0 bleibt.

Die Hoffnung der Blau-Weißen, nach dem Wech­sel mit Wind besser zum Zuge zu kommen, wird be­reits in der 53. Minute start gestört. Die Grün- Weißen erhöhten nach dem Wechsel das Tempo noch mehr, und im Anschluß an einen guten Angriff kann Funk mit unhaltbarem Schuß auf 2:0 erhöhen. Hier­durch sichtlich verwirrt, gerät die Hintermannschaft der Platzbesitzer aus dem Tritt. Diese Gelegenheit lassen die Leute vom Waldsportplatz nicht ungenutzt vorübergehen. In der 60. Minute steht das Spiel 3:0 durch Kramer. Allmählich kommen die Blap- Weißen jetzt etwas auf. Die Angriffe reichen jedoch nicht aus, um die Grün-Weißen ernstlich zu gefähr­den. Im Sturm fehlt der nötige Zusammenhang, und wenn wirklich einmal eine Chance Aussicht auf Erfolg hat, dann hat keiner ein Herz zu einem Schuß. Noch einmal und immer noch einmal wird der Ball hin und her geschoben, bis er schließlich beim Gegner landet. Auf diese Weise bringen sich die Blau-Weißen selbst um die Möglichkeit, aus ihrer gegen Spielschluß erspielten Ueberlegenheit zu Erfolgen zu kommen. Die Mannschaften: DfB.-R.: Rohm

Fleischhauer Schlitz Mattern Anton Lehrmund

und den Wohlgeschmack des Kaninchenfleisches ist aber eine gute und sorgfältige Zubereitung. Die Verwendungsmöglichkeiten sind sehr mannigfaltig. Jede Hausfrau müßte aus Kaninchenfleisch einen seinen Braten zubereiten können. K.

Vie neuen Lebensmittelkarten.

In diesen Tagen werden die Lebensmittelkarten für die 14. Zuteilungsperiode vom 26. August bis 22. September verteilt. Die Rationen an Brot, Mehl, Fleisch, Fett, Käse, Vollmilch, Zucker, Mar­melade, Kunsthonig, Nährmitteln und Reis sowie der wahlweise Be^ug von Hülsenfrüchten und Kon­densmilch an Stelle von Nährmitteln bleiben gegen­über der geltenden Zuteilungsperiode unverändert. Ebenso gilt auch weiter die Sonderzuteilung von 62,5 Gramm Kakaopulver für Kinder aller Alters­stufen. Dagegen wird die Abgabe«von Tafel- und Blockschokolade neu geregelt. Die bei den Vertei­lern noch vorhandenen Vorräte können in kleinen

Mengen an die Verbraucher abgegeben werden. Diese Abgabe kann je nach den örtlichen Verhält­nissen auf Kinder beschränkt werden. Die Form des Aufrufs und der Abgabe der Schokolade wird den Ernährungsämtern überlassen. Mit Rücksicht auf die Einmachezeit war den Verbrauchern Gelegenheit gegeben worden, diejenigen Zuckermengen, die statt Marmelade bezogen werden können, bis einschließ­lich 20. Oktober im voraus zu beziehen. Jetzt erhal­ten die Versorgungsberechtigten, die auf den Be­zug von Marmelade zugunsten von Zucker verzich­ten, weiterhin die Möglichkeit, die entsprechenden Zuckermengen für die nächsten drei Zuteilungs­perioden bis 12. Januar im voraus zu beziehen. Infolgedessen wird die neue Reichskarte für Mar­melade schon jetzt ausgegeben. Bei den Karten be­findet fick auch die neue Reichseierkarte, die wie­der für sechs Zuteilungsperioden gilt. Zum Bezug von Speiseöl gelten künftig alle Fünf- und Zehn- Grarnrn Abschnitte der Reichsfettkarte über Butter oder Margarine, ganz gleich, ob sich der Verbrau­cher bei Abgabe des Bestellscheins für den Bezug von Butter entschieden hat. Quark wird auch in der nächsten Zuteilungsperiode kartenfrei abgegeben.

Frankfurt a. M.-Praunheim, 79 Punkte.

H.-J.-Klasse A (107 Bewerber): 1. Alois Dietz,' Tgm. Nieder-Mörlen, 83; 2. Richard Krie­ger, Tv. Heuchelheim, 80; 3. Gerhard Katrein, Tv. Lorsbach, 79; 4. Emil Stieh, Tuspo Friedrichsdorf, Richard Philipp, Tgm. Groß-Karben, Heinrich Gred, Tgm. Groß-Karben, 77; 5. Erwin Kreiling, To. Wieseck, Andreas Kirchner, Duspo Lauterbach, 74 Punkte.

H.-J.-Klasse B: (209 Bewerber): 1. Werner Kreiling, Tv. Heuchelheim, 82; 2. Helmut Ketterer, Mtv. Gießen, 79; 3. Reinhard Mohr, Tv. Grü- ningen, 77; 4. Werner Seidenspinner, Tuspo Butz­bach, 76; 5. Herbert Witzel, Tgm. Friedberg, 75 P.

Altersklasse I (30 bis 39 Jahre, 40 Bewer­ber): 1. Willi Schuder, Tv. 1861 Neu-Isenburg, 76; 2. Fritz Schaller, Tv. Oberstedten, 73; 3. Adolf Pfef­fer, Tv. Nieder-Eschdach, 72; 4. Wilhelm Leitner, Tv. Grohen-Linden, 71; 5. A. Koch, To. Wetzlar, 69 Punkte.

Altersklasse II (40 bis 49 Jahre, 27 Be­werber): 1. Jakob Knoch, Tv. 1861 Neu-Isenburg, 74; 2. Bernhard Staffel, DfB. Okriftel, 65; 3. Erich Klemme, SonderkommandoKraffts Bad-Nauheim, 64; 4. Fritz Adam, To. Braunfels, 62; 5. Karl Mül­ler, Tgm. Melbach, 61 Punkte.

Altersklasse III (50 Jahre und älter, 21 Be­werber): 1. Friedrich Kofler, Tgm. Bad Homburg, 77; 2. Adam Popp, Tgm. Friedberg, 76; 3. Her­mann Römershäuser, Postsportgem. Marburg, 69; 4. Jakob Mayer, Jahngem. Oberursel, 67; 5. Wil­helm Brückmann, Sportaem. Dortelweil, 64 Punkte.

Frauen (36 Bewerberinnen): 1. Irmgard Mei-, ster, Jahngem. Oberursel, 78; 2. Emmi Haag, Be- triebsgem. Hartmann & Braun Frankfurt a. M., 70; 3. Hilde Wols, Betriebsgem. Hartmann & Braun Frankfurt a. M., 63; 4. Gertrud Greger, Sportgem. Dortelweil, Emmi Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 61; 5. Hedi Langlouis, Tuspo Butzbach, 59 Punkte.

B D M. - K l a s s e A (32 Bewerberinnen): 1. Al­wine Lehr, NSRL. Düdelsheim, 69; 2. Erika STübart, Tgm. 1846 Usingen, 61; 3. Hermine Buß, BDM.-Werk Ia/116, 53; 4. Marta Philipp, VfB.-R. ließen, ©ertaub Nolte, Tv. Oberstedten, Anneliese Volk, Jahngem. Oberursel, Lieselotte Steinbrecher, BDM. 26/116 Butzbach, 51; 5. Elfriede Löschhorn, BDM. Okarben, 50 Punkte.

B D M.-K lasse B (103 Bewerberinnen): 1. Ma- ria Wolf, Tv. Oberstedten, Gisela Zimmer, DfB.-R. Gießen, 76; 2. Elfriede Schneider, Tv. Oberstedten, 71; 3. Lydia Knoch, Betnebssportgem. Hartmann ft Braun Frankfurt a. M. 70; 4. Helga Braun, Tgm. Bad Homburg, 69; 5. Margot Leistert, BDM. 26/116 Butzbach, Lieselotte Lax, Bettiebssportgem. Hartmann ft Braun, Frankfurt a. M^ Ilse Braun, Tuspo Butzbach, 65 Punkte.

Fußball-Lokalkamps in Gießen

1900 - DfB.-R. 0:3 (0:1).

Rolle spielt, führen immer wieder zu schweren und großen Bränden, während die durch Blitzschlag entstandenen Brände bei weitem nicht die Rolle spielen, wie man im allgemeinen annimmt. Ein ge­radezu beschämendes Kapitel der gesamten Brand­ursachen ist die Tatsache, daß immer wieder spie­lende Kinder zu Brandstiftern werden. Es kann nicht genug darauf hingewiesen werden, die Zünd­hölzer in sicheren Gewahrsam zu nehmen, die Taschen der Kinder nachzuprüfen und die älteren zu belehren.

Was aber kann der einzelne tun, um Brände zu verhüten? Es sollten nirgends auf dem Hofe Stroh oder andere feuerfangende Dinge herum­liegen. Das Rauchen in Ställen oder Scheunen muß grundsätzlich verboten werden. Sogenannte Kartoffelfeuer in der Nähe von Höfen und Stroh­schobern zu unterhalten, bedeutet fast vorsätzliche Brandstiftung. Jeder Umgang mit offenem Licht ist sträflicher Leichffinn. Alle elektrischen Leitungen, Schalter, Anlasser und Motore müssen auf ihren vorschriftsmäßigen Zustand überprüft werden. Be­wegliche Verbrennungsmotore und Dampfmaschinen müssen von Scheunen und Schober soweit entfernt sein, daß durch den Funkenflug keine Brände ent­stehen können. Immer wieder sind die besten Maß­nahmen, die der Brandverhütung dienen: Umsicht, Vorsicht, Derantwortungs- und Pflichtdewuhtsein sowie Aufmerksamkeit.

Die Ernte ist unser täglich Brot, sie zu erhalten, Verpflichtung jedes einzelnen! Unser Erntedank soll in diesem Jahre Emteschutz heißen.

Der Krieg hat es mit sich gebracht, daß die Ka­ninchenzucht, vor allem hinsichtlich ihres Umfanges, eine größere Verbreitung als früher erfahren hat. Auch diejenigen, die bisher für sich die Kaninchen­haltung für überflüssig hielten, haben unter der Voraussetzung der äußeren Möglichkeiten, die Ka° ninchenyaltuna auf genommen. Das Kaninchen ist ja auch als Fleischproouzent nicht unwichtig. Trotzdem besteht bei manchen Volksgenossen noch eine völlig unbegründete Abneigung gegen das Kaninchenfleisch. Wer schon gut zubereitetes Kaninchenfleisch gegessen hat, wird einem solchen Vorurteil nicht mehr an­hängen.

Das Kaninchenfleisch enthält 40,15 v. H. Nähr­werte, die vor allem als Eiweiß und Fett gegeben sind, und 59,85 v. H. Walser. Bei dem Fleisch an­derer Tierarten ergibt sich ein ungünstigeres Ver­hältnis: Hühnerfleisch hat nur 31,62 v. H., Schweine­fleisch 27,11 v. H., Kalbfleisch 24,61 und Rindfleisch nur 24,20 v. H. Nährwerte in Form von Eiweiß und Fett. Der Wert des Kaninchenfleisches ist also schon von der Theorie her erwiesen: Die oft ver­breitete Ansicht, das Kaninchenfleisch habe einen eigenartigen Geschmack, wird immer dann wider­legt werden können, wenn dieses Vorurteil auf ein wirklich gut zubereitetes Gericht angewandt wer­den sollte.

Der Wert des Fleisches kann naturgemäß durch vollwertige Fütterung und durch saubere Stall- Haltung weitgehend mitbestimmt werden. Es kann sich jedoch heute nicht darum handeln, durch wert­volle Eiweißträger, durch Körnerfutter usw., Fleisch­delikatessen zu erzeugen, vielmehr geht es darum, durch Kohlehydrate (z. B. in der Form von Kartof­feln und sonstige Abfälle Kaninchenfleisch als Volks­nahrung zu erzeugen. Die Ansicht, daß das Fleisch besonderer Rassen sich auch eines besonderen Wohl­geschmackes erfreue, ist irrig. Daß das Fleisch kleine­rer Nassen in seiner Struktur feiner ist, als das der größeren Rassen, bedingt keinesfalls eine verschie­dene Wertigkeit.

Der Wert des Kaninchenfleisches liegt auch in seiner Leichtoerdaulichkeit. Infolgedessen ist es für Kinder, Kranke und Genesende in hohem Maße geeignet. Kranke, die an Rheumatismus und an Gicht leiden, sollten sich daran erinnern, daß Ka­ninchenfleisch am wenigsten Harnsäure bildet, die ja die rheumatischen und gichtischen Schmerzen ver­ursacht.

Auch die Behandlung und Zubereitung des Flei­sches ist in hohem Maße bestimmend für seinen Wert und seine Schmackhaftigkeit. Beim Schlachten muß Wert darauf gelegt werden, daß im besonderen beim Rammler, aber auch bei der Häsin, die in der Nähe des Afters fitzenden beiden grauen Drüsen sauber entfernt werden. Es ist dabei besser, an die­ser Stelle ein Stückchen Fleisch mehr wegzuschneid>.''n, als das Ausschneiden ungenügend zu besorgen. Be­sondere Sorgfalt erfordern auch die Entleerung der Harnblase und die Entleerung der Gallenblase an der Leber. Beide sind gut auszuschneiden, ohne daß sie verletzt werden und ihr Inhalt mit dem Fleisch in Berührung kommt, da es sonst in seinem Ge­schmack beeinträchtigt wird.

Oester kann man beobachten, daß Züchter oder Züchterfrauen das geschlachtete Tier ins Wasser fegen. Dies ist falsch. Das Gewebe saugt Wasser an, und dadurch wird ein Teil der im Fleisch ent­haltenen Mineralsalze gelöst. Erst kurz vor dem Zubereiten entfernt man Blut und Haare mit einem feuchten Tuch. Das Kaninchenfleisch wird außerdem niemals frisch geschlachtet zubereitet, sondern soll nach Möglichkeit in einem luftigen Raum einige Tage hängen und vor allem vollkommen ausge­kühlt fein. Ausschlaggebend für die Bekömmlichkeit

Bezirksspiettag des Fachamts Handball in Gießen. -

Am gestrigen Sonntag fand in Gießen eine Ar­beitstagung des Fachamtes Handball statt, die von den Vereinen außerordentlich stark beschickt war. Neben den Dereinsspielwarten waren die Uebungs- teiter, sowie die Schiedsrichter und Anwärter er- schienen um die Richtlinien für die kommenden Meisterschaftsspiele entgegenzunehmen.

Die Tagesordnung wurde eingeleitet mit einer kurzen Ehrung der gefallenen Kameraden, sowie einem Gedenken der unter den Fahnen weilenden Handballspieler. Dann gab der Leiter des Fach­amtes Handball im Bezirk Gießen, Bezirksfachwart Luh, einen umfassenden Rückblick über die im letz­ten Jahr geleistete Arbeit und gab gleichzeitig be­kannt, in welcher Form der zukünftige Einsatz ge­regelt werden soll. Aus den klaren Ausftihrungen mar zu entnehmen, daß sich die Handballbewegung außerordentlich entwickelt hat und daß auf allen Gebieten Fortschritte erzielt werden konnten. Die Auswahlmannschaften des Bezirks, die verschiedent­lich in Aktion traten, konnten allenthalben ihre Ueberlegenheit unter Beweis stellen, während an­derseits einzelne Mannschaften, so u. a. Hochelheim und Lützellinden, in ihren Klassen erfolgreich ab­schnitten. Der Mannschaftsbestand hat sich wesentlich erhöht. Eine ganze Reihe neuer Einheiten konnte aufgestellt werden.

Die zukünftige Arbeit, die mit dem Start der neuen Meisterschaftsspiele beginnt, wird nach einem neuen Plan ausgerichtet. Daneben soll durch eine in­teressante Gestaltung des Spielbetriebes (Ber­gleichskämpfe, Städte-, Werbe- und Pokalspiele, Turniere der Jugend) die Oeffentlichkeit mehr und mehr auf den Handball aufmerksam gemacht wer-

Das geringe Plus der blau-weißen Verteidigung glich die Läuferreihe der Grün-Weißen mehr aus, und die Stürmerreihe vom Waldsportplatz war der vom iril um Längen voraus. Besonders zu nen­nen wären beim DfB.-R. Hunk, Kramer, Anton und Lehrmund und bei 1900 Pankok, Goß, Kraft und Fischer. Schiedsrichter war Schmidt (Dillenburg).

Kurze (Dponuottzen.

Beim Wasferball-Dreiländertur- nier in Budapest hatte die deutsche Mannschaft, in der fast durchweg Nachwuchskräfte standen, einen schlechten Start. Sie verlor gegen Ungarns B-Mann° schäft mit 0:7 (0:2) Toren. Ungarn Ä siegte mit 5:1 (1:1) über Italien. Deutschlands Wasserballer kamen am zweiten Tage des Budapester Ländertumiers zu einem großen Erfolg, gelang ihnen doch gegen die ungarische Weltmeistermannschaft ein Unentschieden von 5:5 Toren. Ungarns B-Mannschaft siegte mit 6:3 (1:1) über Italien und führt nun mit 4:0 Punk­ten die Tabelle an.

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Deutscher Marathonmeister wurde in Berlin der Potsdamer Puch. Die Meisterschaft im 10-km-Gehen fiel an Schmidt (Hamburg) und Mei- ster im 50-lcm-Marschieren wurde Bleiweiß (Berlin).

Drei Meistertitel wurden am Sonntag in Hannover im Gewichtheben vergeben. Schuster (München) siegte wieder im Bantamgewicht, und im Schwergewicht verteidigte Olympiasieger Manger (Freising) den Titel erfolgreich. Im Mittelgewicht wurde Rudi Jsmayr (Freising) von Valla (Wien) entthront.

Der Schrenzer bei Butzbach, mit dem freien Blick ins weite hessische Land, schon in frühgeschichtlicher Zeit eine wehrhafte Stätte, ist durch das im Jahre 1937 ins Leben gerufene Weidigbergfest alljähr­lich eine Sammelstätte unserer leibesttichtiaen Jugend geworden. Männer, Frauen und die Ju­gend aus den Bereichen Hessen und Südwest stan­den am gestrigen Sonntag zum vierten Male auf der Bergeshöhe über der alten Turnerstadt Butz­bach. Das Kriegsbergfest des NSRL.-Bezirks Friedberg (Hoherodskopfbergsest und Weidigbergfest vereint) stand ganz im Zeichen der Bewährung des Nationalsozialistischen Reicysbundes für Leibes­übungen. Wohl fehlte in den mittleren Jahrgängen mancher, der im vorigen Jahre dort oben um Sie­gerehren gekämpft hat, aber die Jugend und die älteren Jahrgänge füllten die Lücken voll und ganz aus. 666 Wettkämpfer bewarben sich um den schlichten Eichenkranz.

Das Kriegsbergfest wurde mit der Flaggenhissung durch Ortsgruppenleiter Bürgermeister Dr. Mör­sch e 1'(Butzbach) und eine von Bezirksdietwart Schwickert (Nieder-Mörlen) gestaltete Morgenfeier würdig eingeleitet. Dann setzte auf den Kampf- ftätten der Höhe reges Leben ein. Die Dreikämpfe, aus Lauf, Sprung und Wurf bestehend, zeigten bei dem ausgezeichneten Sportwetter erfreulich gute Leistungen; das zeigt ein Blick in die Sieger­liste. Diele Gemeinschaften brachten hier in breiter Front den Beweis ihrer Einsatzfreudigkeit in schwe­rer Zeit. Erster Sieger in der Männerklasse und damit Kriegsbergfestsieger 1940 wurde Feldwebel Konrad Jeyner von Der Tgm. Friedberg, der am Samstag aus Frankreich in Urlaub kam und am Sonntag schon wieder unter seinen Kameraden im Einsatz stand. Zwischen den Kämpfen unterzogen sich die Riegen der völkischen Aussprache, die von Bezirksdietwart Schwickert und Ortsgruppen- Iciter Bürgermeister Dr. Mörschel ab genommen wurde. Nachmittags wurden mit besonderer Span­nung die Staffelkämpfe verfolgt. Nach Abschluß der Wettkämpfe nahm, nachdem Ortsgruppenleiter Bür­germeister Dr. Mörschel namens der Partei und der Stadt Butzbach herzliche Worte an die Wett­kämpfer aus Hessen und Südwest gerichtet hatte, NSRL.-Gau- und Bezirksführer SA.-Hauptsturm­führer O t t e r b e i n die Siegerehrung vor.

Oie Gcrflcbniffc:

Volkstümliche Dreikämpfe.

i ä.nner (91 Bewerber): 1. Sieger Feldwebel Konrad Jehner, Tarn. Friedberg, 88; 2. Wachtmstr. Weiler, Wetzlar, 84; 3. Kurt Lange, Sonderkom­mandoKrafft" Bad-Nanheim, 81; 4. Eberhard Höften, DfB.-R. Gießen, 80; 5. Karl Walter, Tgm.