Ausgabe 
19.8.1940
 
Einzelbild herunterladen

190. Jahrgang Nr. 195

Montag, 19.Auguft 194V

Gietzener Anzeiger

vrühlfche Univerfttätrdnickerei 8. toige General-Anzeiger für Oberhessen 54 »ietz«n^chulftraßt°7-4

Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desVormittags

Anzeigen-Preife r

Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25*/o mehr

Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Lustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift.-Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M.

Todesring um England.

Don unserer Berliner Schristleitung.

Brutal und zu jedem Rechtsbruch entschlossen, hat das plutokratische England die völkerrechtswidrige Blockade aus Europa ausgedehnt. Es ist die eng­lische Regierung, die den Krieg diplomatisch und politisch vorbereitet und erzwungen hat. Es ist wie­der die englische Regierung, die mit der Blockade gegen Deutschland sich sofort auf den totalen Krieg eingestellt hat. Deutschland hat lange gewartet, ehe es sich dazu entschloß, nunmehr gegen England zu einer rücksichtslosen und lückenlosen Blockade über­zugehen. Wenn nun gegen England die totale Blockade verhängt worden ist, so bedeutet das, daß jedes Schiff, das von und nach England fährt, ganz einerlei unter welcher Flagge, ganz einerlei mit welchen Auftrag, vernichtet wird. Die plutokratische Clique in London ist, wie eine mehrhundertjährige Erfahrung immer wieder ge­lehrt hat, zu jeder Niedertracht fähig. Es hat sich das schon bei der Erklärung des Kriegszustandes durch die englische Regierung gezeigt, denn noch ehe dieser Kriegszustand erklärt war, hatte der da­malige Erste Lord der Admiralität, Winston Chur­chill, den tollen Streich mit derA t h e n i a" vor­bereitet, um die öffentliche Meinung der Bereinig­ten Staaten gegen Deutschland aufzuputschen. Nun, wo die englische Regierung Tag für Tag darauf gestoßen wird, daß es hart auf hart geht, daß mit Lügen über englische Luftsiege nicht zurechtzukom­men ist, nun muß damit gerechnet werden, daß Churchill, der wie ein Diktator 'England beherrscht, auf neue Verbrechen sinnt, um mit Hilfe dieser Verbrechen Bundesgenossen zu werben.

Alle Neutralen wissen nun oder müssen es wis­sen, daß die Fahrt von und nach England eine Todesfahrt ist, daß, wer sich in die Sperrzone um England hineinwagt, dies auf seine eigene Rechnung und Gefahr tut. Daß diese Gefahr sehr groß ist, das wird Tag für Tag bestätigt durch die Meldungen über die Vernichtung von Schiffen, die Kurs von und auf England gesteuert sind. Ein Verhalten, das nicht erst seit heute dem Selbstmord gleichzusetzen ist. England ist kein Land, mit dem sich regelrecht Handel treiben läßt, es ist erst recht fein Land, das in der Lage ist, neutrale Schiffs­eigner bei einer Fahrt von und nach England schützen zu lassen. Was in und um England ge­schieht, das ist der totale Krieg, das ist die Hölle selbst, das ist die Vernichtung, also eine Ge­fahr, die auch ein neütraler Schiffseigner nicht auf sich nehmen will.

Churchill hat bisher immer wieder damit auf­trumpfen lassen, daß die Vernichtung von Schiffs­raum nicht dazu geeignet sei, die Versorgung Eng­lands oder gar die Fahrt auf England irgendwie zu beeinträchtigen. Das Zahlenbeispiel, das er sich zu diesem Zweck erfunden hat, besteht ja immer darin, fast den gesamten neutralen Schiffsraum als englandhörig oder gar als englandeigen zu bezeich­nen, obschon die Dinge in Wirklichkeit so liegen, daß der seit dem 3. September 1939 von deutschen Streitkräften vernichtete Schiffsraum England un­mittelbar ans Leben geht. Englands Oft- und Süd­ostküsten sind seit Monaten blockiert mit dem Er­gebnis, daß der Schiffsverkehr^ selbst in den wich­tigsten Häfen dieser Küsten nahezu völlig verschwun­den ist. Nahezu völlig, denn nur noch leichte Küsten­schiffe können sich an den Küsten entlangschleichen, was für die englische Admiralität die Veranlassung ist, von einem ununterbrochenen Schiffsverkehr zu sprechen. Der englische Schiffahrtsminister Croß hat aber dieser Tage unfreiwillig eingestanden, daß die ohnedies nicht zahlreichen und vor allem nicht sehr großen Häfen an der Westküste nicht imstande seien, den von der Ost- und Südküste verdrängten Schiffs­verkehr aufzunehmen. Der Todesring um England bedroht nun auch den Verkehr zu den Westhäfen Englands, der ohnedies durch die vielfachen Insel­gruppen, die der Westküste vorgelagert sind, nicht einfach ist.

Deutschland hat diese Entwicklung nicht erzwungen, denn es war England, das mit der Blockade den unmenschlichsten aller Kriege, den Hungerkrieg, die Aushungerung nicht nur einzelner Länder, sondern eines ganzen Kontinents erreichen will. Brutal und perfide hat es diese Blockade selbst gegen seine Bun­desgenossen von gestern verhängt, ohne sich darum zu kümmern, wie dieser Frontwechsel auf Neutrale wirkt. Indem Deutschland nunmehr alle neutrale Schiffseigner darauf aufmerksam macht, was ihren Schiffen bei einer Fahrt von und nach England droht, warnt es nicht nur alle Neutrale vor Schiffs­verlusten, es warnt sie auch vor dem Schicksal, von England im Stich gelassen zu werden, wie das allen Bundesgenossen. Englands geschehen ist. S.

Der Wehrmachtsbericht vom Samstag.

89 feindliche Flugzeuge vernichtet.

Ein Zerstörer und 25 700 BRT. versenkt.

Berlin. 17. Aug. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe setzte am 16. August und in der Nacht zürn 17. August den Kamps gegen die britische Insel mit Teilkräften fort, hierbei wurden Flug­plätze, Flakstellungen und Ballon­sperren in Südostengland und der weiteren Um­gebung Londons, Werke der Rüstungsindustrie in Mittelengland sowie Hafen- und Kaianlagen in Cardiff, Newport und Bristol erfolgreich mit Bom­ben belegt und bei der Insel Wight ein Zerstörer versenkt. 3n den Angriffsräumen durchbrachen un­sere Jagdflugzeuge in heftigen Luftkämpfen die feindliche Abwehr und ermöglichten dadurch den Kampfverbänden, ihre Angriffsziele zu erreichen.

In der Nacht zum 17.8. in das Reichsgebiet ein­geflogene britische Flugzeuge griffen verschiedene Orte mit mäßiger Schadenwirkung an. Einige Wohnhäuser erhielten Bombentrefser, wobei zwei Zivilpersonen getötet und mehrere verletzt wurden.

Die Gesamtverlufie des Feindes be­trugen gestern 8 9 Flugzeuge, davon wurden 59 im Luftkampf, 23 am Boden und sieben bei Nacht durch Flakartillerie vernichtet. 22 Sperr­ballone wurden in Brand geschossen. 31 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Deutsche Unterseeboote versenkten aus stark gesicherten Geleitzügen heraus mehrere bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 25 700 BRT., darunter einen Tanker von 5700 BRT.

Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.

Berlin, 18. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Ein Unterseeboot meldet die Versen­kung von 3 2 3 0 0 BRT. feindlichen handels- fchiffsraumes.

Die Luftwaffe fetzte am gestrigen Tage und besonders in der Nacht zum 18. August A u f k l ä - rungs - und Angriffsflüge gegen Eng­

land fort. In weiten Gebieten Süd- und Mittel­englands wurden Flugplätze, Flak- und Scheinwer­ferstellungen, die Motorenwerke in Filton, Flug­zeugwerke bei Birmingham, Industrieanlagen in Reading sowie die Hafenanlagen von Swansea, Avonmouth und Bourne­mouth erfolgreich mit Bomben belegt. Das M i - n en legen in englischen Häfen wurde fortgesetzt.

Britische Flugzeuge flogen in der gleichen Nacht in West-, Mitteldeutschland und Belgien ein. In verschiedenen Orten wie z. in Dortmund wur­den Wohnviertel getroffen und eine Anzahl Zivil­personen getötet oder verletzt. Auch ein Luftangriff auf die Innenstadt von Brüssel erforderte Opfer unter der Zivilbevölkerung, hier wurden vier Per­sonen getötet und 22 verletzt, darunter Frauen und Kinder. Unsere Nachtjäger schossen ein britisches Flugzeug, unsere Flak vier weitere brittsche Flug­zeuge in der Nacht zum 18. 8. ab. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. Die Zahl der feindlichen Flugzeugverluste am 16. 8. hat sich v o n 8 9 auf 92 Flugzeuge erhöht.

Flugplätze vor London wirkungsvoll angegriffen.

Am (Sonntag bis jetzt 138 Flugzeuge als vernichtet gemeldet.

Berlin, 18.Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Rahmen der bewaffneten Aufklärung im Raume um London und in der Graf­schaft Hampshire erzielten unsere Flieger­verbände wieder einen großen Erfolg. Die Kampf­flieger griffen kriegswichtige Ziele, insbesondere mehrere der Stadt London unmittel­bar vorgelagerte Flugplätze, wirkungs­voll an und zerstörten zahlreiche Flugzeuge am Boden. Unsere Jäger und Zerstörer fügten in den

sich hierbei entwickelnden Luftkämpfen der Royal Air Force weitere empfindliche Schläge zu. Eine große Anzahl von Flugzeugen wurde in der Luft abgeschossen. Bis zur Stunde beträgt die Zahl der Sonntag vernichteten Feindflugzeuge 138. Da­von wurden 23 am Boden zerstört, hierbei zeichnete sich das Zerstörergeschwaderhorst Wessel" unter Führung seines Kommodore Oberstleutnant Huth besonders aus. Das Geschwader hat am Sonntag 51 Abschüsse zu verzeichnen. Bisher sind 34 eigene Flugzeuge nicht zurückgekehrt.

Britische Küstenverteidigung.

Unser Bild zeigt eine Beobachtungsstelle einer Küstenbatterie an der Westküste Englands. (Schepl-Bilderdienst-M.)

England unter totaler Blockade.

Oie deutsche Antwort auf Englands Nechtsbrüche in der Geekriegsführung. - Eine letzte Mahnung an die neutrale Schiffahrt, das Operationsgebiet um die britischen Inseln zu meiden

Berlin, 17. August. (DNB.) Amtlich wird verlautbart:

I.

England hat seit Beginn des Krieges in immer wachsendem Maße die völkerrechtlichen Regeln der Seekriegführung verletzt. Es begann mit der den primitivsten Gesetzen der Menschlichkeit widersprechenden Verkündung aller Nahrungsmittel zur Konter­bande. Hierdurch sollten wie im Weltkriege die deutschen Frauen und Kinder getroffen werden. Es folgte die Erklärung aller Waren deut­schen Ursprungs, selbst der. in neutralem Be­sitz befindlichen und auf neutralen Schiffen aus Deutschland ausgeführten Waren, zur Konter­bande. Hierdurch sollte die deutsche Wirtschaft ge­troffen werden. Dann kam die völkerrechts­widrige Bewaffnung der englischen Handelsschiffe, um sie als Angriffswaffe gegen deutsche U-Boote zu verwenden, der Miß­brauch neutraler Flaggen uff.

Deutschland hat hierauf geantwortet:

1. Durch Umlagerung seines Handels nach dem Osten und bedeutende Erweiterung seiner Zufuhr an Lebensmitteln und Rohstoffen aus den europäischen und asiatischen Wirt­schaftsgebieten, mit der Sicherstellung ge­waltiger Mengen an Rohstoffen aller Art in den von seinen Feinden gesäuberten europäischen Län­dern zugunsten der deutschen Wirtschaft und

2. durch Versenkung von 5 Millionen Bruttoregiftertonnen des England zur Verfügung stehenden Handelsschiffsraumes durch die deutsche Kriegsmarine und Luftwaffe. Hinzu kommt die Unbrauchbarmachung weiterer andert­halb Millionen Bruttoregiftertonnen Schiffsraum durch schwere Beschädigungen bei Luftangriffen. Also insgesamt sechseinhalb Millionen Brutto­regiftertonnen.

Mit der zunehmenden Erkenntnis der Nutz­losigkeit feiner bisherigen allen Regeln des Völkerrechts widersprechenden Seekriegführung ist England dann zu immer brutaleren Me­thoden übergegangen. Das Legen von Treib­minen, der offene und getarnte Einsatz von Handelsschiffen zu Kriegshandlungen, die Tarnung von Fischerbooten als U-Boot- Fallen, die Ankündigung Mr. Churchills im Par­lament am 9. Mai 1940. daß im Skagerrak am Tage alle deutschen Handelsschiffe und bei Nacht alle Handelsschiffe ohne Unterschied der Nationalität verfenkt würden, liegt aus dieser Linie. Den schwersten Schlag aber hat England der Schiffahrt dritter Staaten durch folgende Maßnah­men versetzt. Es hat

1. die Handelsschiffe Norwegens, Dänemarks, Hollands, Belgiens und Frankreichs geraubt, um die gewaltigen Verluste an eigener Tonnage wenigstens teilweise zu ersetzen. Seitdem zwingt es die Eigentümer und Besatzungen dieser Schiffe, für England Frondienste zu leisten.

2. Versucht es mit allen Mitteln, die gesamte neutrale Schiffahrt unter seine Kontrolle zu zwingen. So hat England die verschiedensten Seegebiete, wie neuerdings das Gebiet Zwi­schen Grönland und England und bestimmte Ge­biete um Südengland völlig widerrechtlich durch

Minen gesperrt und zwingt die neutrale Schiffahrt zum Einlaufen in die englischen Kon­trollhäfen. Es hält auch die Schiffe von Nationen, wie Japan, der Sowjetunion und Schweden, die an dem europäischen Kriege völlig unbe­teiligt sind, willkürlich fest. Dor allem aber versucht es jetzt, der gesamten neutralen Schiffahrt das be­rüchtigte Navycertsystem (System der von englischen Spionageorganisationen in neutralen Ländern aufgebauten Handelskontrolle) aufzuzwin­gen. Es behandelt Schiffe ohne Navycerts als Prise. England versucht auf diese Weise, die ge­samte neutrale Handelsschiffahrt seinen Kriegs­zwecken-dienstbar zu machen.

Was das Seegebiet um England betrifft, fo findet hier bei den sich immer stei­gernden Kampfhandlungen der beiderseitigen Luft- und Seestreitkräfte ein normaler Handelsverkehr überhaupt nicht mehr statt. Der neutralen Handelsschiffahrt werden vielmehr heute durch Blinen, Dorpoffen­boote, Luftpatrouillen, englische Küstenbatterien usw. ihre Routen und ihre Handlungsweise vor­geschrieben, wieder andere neutrale Schiffe fahren meist unter Zwang in Konvois englischer Seestreitkräfte. Von einer freien Schiffahrt in diesen 2Heeren kann daher heute nicht mehr die Rede sein. Die Entwicklung zeigt vielmehr, daß die neutrale Schiffahrt, so weit sie heute über­haupt noch nach England fährt, allen Ge­fahren der Kriegshandlungen un­terworfen ist und daß sie nach Lage der Dinge direkt oder indirekt von England zu Hilfsdiensten mißbraucht wird. Eng- land selbst hat also durch feine jedem Völkerrecht hohnsprechenden Maßnahmen das ganze See­gebiet um feine Inseln zum militärischen Operationsgebiet gemacht, ein Zu­stand, der es jedem wirklich neutralen Schiff verbieten sollte, sich in diese Meere zu begeben. Eine weitere Abschreckung für die neutralen Schiffe und Seeleute sollte sein, daß unter dem täglich stärker werdenden Druck der deuffchen Streitkräfte sich England neuerdings ganz offen auch über die letzten Schranken anständiger Kriegsführung hinweg­setzt. So hat vor einigen Tagen Mr. Churchill an- kündiqen lassen, daß die deutschen unter dem Schutz des Deuffchen Roten Kreuzes stehenden Seenot­flugzeuge, die in Seenot befindliche deutsche oder gegnerische Flieger bergen, nunmehr von England abgeschossen würden. Dieser zyni­schen Aufforderung zum Mord, die für die Verzweif­lung der jetzigen englischen Machthaber über den kommenden Zusammenbruch symptomatisch ist, ist von der englischen Luftwaffe prompt entsprochen worden. Bei" den letzten Luftkämpfen wurden näm­lich zwei deutsche Seenotflugzeuge während ihrer Bergungsarbeiten, die verwundeten englischen Flie­gern galten, von den Engländern abgeschossen.

III.

Deutschland hat diese Entwicklung seit Mona­ten aufmerksam verfolgt in der Hoffnung, daß vielleicht doch noch Erwägungen der Vernunft die jetzigen englischen Machthaber abhalten

würden, auf dem Wege dieser verbrecherischen Kriegsführung weiter fortzuschreiten. Diese Hoffnung war vergebens. England hat den letzten Appell des Führers abge­lehnt. Demgegenüber hat die Reichsregierung nunmehr beschlossen. Gleiches mit Glei­chem zu vergelten und ihre militärischen Machtmittel mit derselben Rücksichts­losigkeit gegen die Schiffahrt um England einzusehen.

Am 26. September 1939 hat die englische Regie­rung durch ihren damaligen Premierminister Mr. Chamberlain erklärt, Deutschland sei eine be­lagerte Festung, und es sei durchaus legal und menschlich, das deutsche Volk von allen lebenswichtigen Zufuhren abzuschnei­den. Das heißt also: Die jetzigen britischen Macht­haber betrachten es als durchaus selbstverständlich und legal, daß, wenn es nach ihrem Willen ginge, deutsche Fra-uen und Kinder wie im Welt­kriege dem Hungertode ausgeliefert würden. Die Politik des Führers, die der deutschen Wirtschaft die Zufuhr von Lebensmitteln aus großen Teilen der Welt geöffnet hat, und die Sicherung großer Rohstoffvorräte durch den einzigartigen Siegeszug unserer Armeen haben diese englische Rechnung zu­nichte gemacht. Die heutigen englischen Macht­haber wissen das. Trotzdem wagen sie es noch nicht, den völligen Zusammenbruch ihrer Politik dem eigenen Volk einzugestehen, sondern proklamieren vielmehr den Krieg bis aufs äußerste. Dieser selbst- zerstörerischen englischen Haltung gegenüber stellt die Reichsregierung fest:

Die belagerte Festung ist heute nicht mehr Deutschland, sondern das englische Insel- reich. Der mißlungenen englischen Hunger­blockade gegen deutsche Frauen und Kinder seht nunmehr Deutschland die totale Blockade der britischen Inseln ent­gegen, die hiermit verkündet wird.

IV.

Deutschland ist überzeugt, mit der Verkündung der totalen Blockade des britischen Jnselreiches einen weiteren entscheidenden Schritt zur Beendigung des Krieges und zur Beseiti­gung der an diesem schuldigen heutigen britischen Machthaber zu tun. Das Oberkommando der Wehr­macht wird bei seinen Operationen die günstige strategische Lage, die die Beherrschung der kontinen­talen Küsten von der Biskaya bis zum Nordkap sowie die Ueberlegenheit im See- und Luftraum um England den deuffchen Streitkräften bieten, in vollem Umfange ausnutzen. Deutschland handelt dabei im Interesse gang Europas, denn: Seitdem man in London eingesehen hat, daß Deuffchland nicht auszuhungern ist, versucht man es nunmehr, den Hungerkrieg auch auf andere europäische Staaten wie Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien und Frankreich, gegen Schweden, Spanien und Portugal auszudehnen.

Selbst völlig unbeteiligten Ländern, wie Japan, der Sowjetunion usw., versucht man ihre Zufuhren aus Uebersee abzuschneiden mit der Begründung, daß Deutschland von diesen profitieren könne. Die schnelle Niederzwingung Englands und damit die Be- seitigung der allein dem Frieden entgegenstehenden