Ausgabe 
19.7.1940
 
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Nk. »69 Zweites Blatt________________Eichener Anzeiger «Seneral-AnzeM ffir Gberhesien)______________Keiiag. 19- Zuli 1940

Pimpfe im Schulungslager Vergwerkswald

soll.

Aber die Naseweisen werden nicht alle, wie die selbst verschuldeten Unfälle bei Fliegeralarm bewei­sen. Sie wollen sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das seltene und aufregende Schauspiel eines nächtlichen Luftkampfes zu gemeßen. Der Feuer­zauber der Lichtzeichen scheint ihnen eine zu ver­lockende und reizvolle Angelegenheit. Und so be­friedigen sie ihre Neugier am offenen Fenster oder versuchen unter irgendeinem Vorwand auf die Straße zu kommen. Sie werden hier wie dort ihrer zügellosen mit ihrem das einer kommt.

Phantasie eine Enttäuschung bereiten, Leben aber ein heilloses Spiel wagen, Herausforderung des Schicksals gleich- P. B.

boa die Stämme herab, aber die warme Luft des Südens trieb die Säfte dann mit doppelter Kraft ^Hinter^den Dünen der Gironde sind die Rebengär- ten der Weinlandschaft Medoc aufgerecht, m dem Schlemmboden zwischen dem Strom und dem Meer gedeihen die schweren Rotweine Margaux und Cha. teau Lafitte. Der Hunderte von Kilometer lange 'Ruq der nehrungshaften Dünen wird nur em einzi­ge/Mal durch die Bucht von Arcachon unterbro­chen. Biarritz mit seinem Strand, dem die Franzchen den Beinamen des Koketten gaben hat das Schick­sal Dünkirchens und Ostendes nicht geteilt. Soviel Elend durch das Weltbad auch ^udurchsslng, seine Villen und Kurhäuser stehen noch. Gleich sud- lick von Biarritz beginnen ragende Felsen das Meer zu umklammeim. An den Klippen des Golfs von Biscaya rennt der Ozean mit fesselloser Wucht an donnernd schlägt die Brandung empor. Der Zug fährt nur noch eine halbe Stunde bis zur Brücke, an der die ©panier den deutschen Soldaten einen festlichen Empfang bereiteten.

spiel mit anschließender Siegerehrung statt. Der Teilnahme an den Wettkämpfen wird von vielen Seiten größtes Interesse entgegengebracht, so daß mit einer starken Beteiligung zu rechnen ist.

Säst und Fruchtmark ohne Zucker.

Die Dersuchsstelle für Hauswirtschaft hat sich in den letzten Wochen mit der Zubereitung von Frucht­säften und Fruchtmark beschäftigt. Sie hat bei diesen Versuchen Säfte und Fruchtmark, um Zucker zu sparen, teils ohne, teils mit geringen Zuckerzusätzen zubereitet. Zur Abkürzung der Aufbewahrungsfrist wurde das Einmachgut kurze Zeit in einem Brut­schrank bei 37 Grad aufgehoben. Die Versuche ließen erkennen, daß Säfte und Fruchtmark ohne Zucker­zusatz haltbarer waren als die, die mit geringem Zuckerzusatz zubereitet wurden. Das erklärt sich fol­gendermaßen: Äst kein Zucker in den Fruchtsaften enthalten, so wirkt die darin enthaltene Säure kon­servierend. Wird verhältnismäßig wenig Zucker zu­gesetzt, so bildet die schwache Zuckerlösung einen guten Nährboden für Bakterien, und das Einmach­gut ist weniger haltbar als das gänzlich ohne oder aber mit hohem Zuckerzusatz zubereitete. Hoher Zuckergehalt wirkt ebenfalls konservierend.

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** Mit dem Eisernen Kreuz ausge- z e i ch n et. Dr. Erich Sieger, Hindenburgwall 12, Hauptmann in einem Artillerie-Regiment, wurde mit der Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse und mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt ferner der Gerichts­referendar Leutnant d. R. Heinz Barth, Hensel- straße 3, für tapferen Einsatz beim Uebergang über die Aisne. Die gleiche Auszeichnung wurde auch dem Gefreiten Rudolf R ü b s a m e h , Bahnhofstraße 56, zuteil. Für Tapferkeit vor dem Femd in den Kämpfen um die Maginotlinie erhielt auch der Unter­offizier Alfred Bormuth, Äm Gartfeld 7, das Eiserne Kreuz II. Klasse. _____________________

Meeresküsten unter deutscher Flagge.

Von Richard Gertach.

Vom Nordkap bis zu den Pyrenäen halten un­sere Soldaten Wacht. Sie sehen auf das Nordmeer, auf das Skagerrak, auf die Nordsee, auf den Kanal und auf den Atlantischen Ozean.

Am Nordmeer wird es in dieser Jahre2zeit ka um Nacht, nach Sonnenuntergang weicht der Schatten der Dunkelheit schon bald wieder dem Sonnenaus- qanq. Die Felsen und Schären schimmern 22 Stun­den des Tages in strahlendem Licht. Ueber Däne­marks Küste grünen die Buchenwälder in ihrer alten Verwunschenheit. Wo die Viehweiden bis ans Meer herankommen, trollen sich die schweren Pferde zwi­schen den schwarzweißen Kühen. Am Rande der Dünen rauschen die Möwenschwärme auf, bcr ©ee= schwalbenruf klirrt herab, und die Strandlauser flöten im seichten Wasser der Sandbank.

Der starke Atem des Meeres fegt über dies frie- fischen Inseln. Hinter den Dünen Hollands Zieht sich unabsehbar das ebene Land hin, hoch wölbt sich der Himmel. Tiefer als der Meeresspiegel hegen Die Aecker und Wiesen Zeelands und wer aus den tief­liegenden Wegen unter den Deichen geht, sieht über sich die Kornfelder und das wogende Gras Auch die Küste Flanderns ist von Dunen gesäumt und der gelbe Sand leuchtet weithin. Steil sind die Hänge der normannischen Küste, ausgewaschen v Wolkenbrüchen, aber oben klammern sich die Hecken und Bäume an, und immer wieher springt ein Aus­sichtspunkt weit vor. Unten S^eht der Strandstreisen an der Brandung hin, und der feuchte Sand ist so fest, daß die Räder der Wagen kaum emsinken.

5>eide wächst auf den wilden Hügelkuppen der Bretagne, immer wieder beißen und sagen such Puch- ten und Schlupfwinkel tief, in ine Küste °m und davor lugen Riff- und winzige aus dem Meer. In den ti-foersponnenen Wawern wuchert das Farnkraut und die niedrigen Hutten oer tfi scher spähen aus Baumdickichten auf die stürzens Sut hinaus. Der Wechsel der Sezeüen 'atzt de Schiss- in dem kleinen Hasen van Parmc am £t lantifcken Ozean bei Ebbe auf dem Trockenen Ue cen und der Geruch von Muscheln steigt dann aus dem Schlamm. Aus der Insel Norrmouster °°^ schränken sich die Bäume urwaMast, der Sturm

Dornotizen.

lagesfalenber für Freitag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Donauschiffer". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Verwandte sind auch Menschen"; in beiden Häusern neueste Tonwoche Die Heimkehr des Führers".

Notizen für den 20. Juli

Sonnenaufgang 5.27 Uhr, Sonnenuntergang 21.34 Uhr. Monduntergang 6.37 Uhr, Mondaufgang 21.44 Uhr.

BDM.-tlntergan 116 Gießen.

Stelle für Leibeserziehung.

Betr. Obergaumeisterschaften in Leicht- a t h l e t i k. Alle inzwischen dazu einberufenen Ma­del sind am Samstag, 20. Juli, um 7.45 Uhr m vor­schriftsmäßiger Kluft usw. am Bahnhof Gießen. Bis dahin hat jedes Mädel schon seine Fahrkarte nach Darmstadt gelost. Hin- und Rückfahrt müssen vor- gelegt werden und werden dann rückvergütet. (An Ausweise denken., Die Mädel, die zur Obergau- regatta kommen, fahren erst Sonntag, den 21. Juli. Die Abfahrt wird von der Untergaufachwartin für Rudern bestimmt.

Betr. Führerinne nwettkampse. Sie werden laufend jeden Montag auf dem Universitäts­sportplatz durchgeführt, von 18 bis 19^30 Uhr für JM.-Führerinnen und von 19.30 bis 21 Uhr sur^

Verwandte sind auch Menschen."

Es ist hinlänglich bekannt und oftmals hat es auch die Wirklichkeit gelehrt, daß mit einer Erb­schaft immer so mancherlei Kriterien verbunden sind. Das gilt vor allem für diejenigen, die eine Erbschaft erhoffen. Und wie mannigfach sind die Gefühle in denen, die an einer Testamentseröffnung teilneh­men! Der neue Tobis-Film im Lichtspielhaus stellt dies alles einmal in einer originellen und lustigen Form heraus. Ein amerikanischer Millionär kommt, so will es die Handlung, in seine deutsche Heimat zurück, aber bei einer Havarie seines Schiffes auf See wird er fälschlich totgesagt. Das paßt ihm gut in den Kram, denn er -möchte einige Wochen un­erkannt in Deutschland leben. Daraus wird aber nichts, denn die Verwandtschaft läuft nun Sturm auf die Erbschaft. Der Millionär nützt diese Situa­tion aus und freut sich diebisch darauf, seiner eige­nen Testamentseröffnung beizuwohnen und dabei zu hören, was in der Verwandtschaft so alles über ihn gesagt wird. Er hat auch das Vergnügen, seine Verwandtschaft in allen Spielarten kennenzulernen, aber das Ende der Geschichte, das hier um der Spannung für weitere Besucher des Films willen nicht verraten sei, sieht doch ganz anders aus, als er es sich gedacht hatte.

Das Lustspiel, unter der Regie von Hans Deppe in Szene gesetzt, bringt eine Fülle herzerfrischenden Humors, bringt auch einige sehr gut gezeichnete Charaktere und manchen hübschen menschlichen Zug auf die Leinwand. Unter den Darstellern fällt zu­erst Heinz Salfner als der Erblasser und Mil­lionär auf, ganz amerikanisch, sehr seriös, aber auch von einer gewinnenden Menschenfreundlichkeit. Ernst Dumcke als sein Freund und Berater, uni) Fritz Od emar als Diener und Faktotum des Mil­lionärs, passen gut zu ihm. In einem lebhaften Gegensatz zu diesen dreien steht dann die zwar we­niger seriöse, dafür aber um so urwüchsigere Ver­wandtschaft, die sich in Renee Stobrawa, Mar- garete Kupfer, Elfe v. Möllendorff, Ellen Bang, Oskar S a b o , Fritz K l a u d i u s , Arthur Schröder usw. verkörpert. Den Vogel schießt in dieser Reihe Renäe Stobrawa als ungemein zun­genfertige Kölnerin ab. Aber auch die übrigen Er­scheinungen lassen nichts an klarer Zeichnung zu wünschen übrig. Dem Operateur bot der Film Ge­legenheit, als Schauplatz der Geschehnisse ein meck­lenburgisches Schloß, Park und See, in hübschen stimmungsvollen Bildern festzuhalten, H. L. Neunen

Wirtschaftsrassen: Angora, Weiße Wiener, Blaue Wiener, Große Chinchilla, Große und Kleine Wid­der. Als Preisrichter fungierte der Züchter H o e v e l aus Frankfurt-Schwanheim, der schon öfter in Gie­ßen richtete, mit Unterstützung des Kreisfachwartes Kreiling. Die Ausstellung leitete Zuchtwart Kern. Ausgestellt waren mehr als 100 Kaninchen, von denen mehr als 60 für die Zucht brauchbar, weitere 25 als bedingt brauchbar befunden wurden. Nur 11 Tiere waren für die Zucht nicht geeignet und können abgeschafft, bzw. verkauft werden. Das Gesamtergebnis war für die Gießener Züchter sehr günstig. Im Anschluß an die Bewertung wurden zahlreiche Verkäufe getätigt, da die Nachfrage nach gutem Zuchtmaterial, vor allem an Angora-Zucht­tieren, sehr groß ist. Die nächste Ausstellung findet im November statt. Mit ihr ist eine Kreisschau für Zuchtrammler verbunden.

Gießen-Klein-Linden.

Unter dem Vorsitz des Ortsgruppenleiters R. Jung tagten am Mittwochabend die Führer der Parteigliederungen gemeinsam mit den Dereins- führern der dem NSLR. angeschchlossenen Vereine, um über die Durchführung eines Gemeinde­sporttages zu beraten. Als Tag der Durch­führung der geplanten Wettkämpfe wird der 11. August vorgesehen. Es werden in allen Abteilungen volkstümliche Dreikämpfe, bestehend in Weitsprung, Wurf und Lauf ausgetragen. An den geplanten Wettkämpfen werden sich Glieder des Jungvolks, der Jungmädel, der Hitler-Jugend, des BdM., der SA., Turner und Sportler beteiligen. Politische Lei­ter und Mitglieder des Schützenklubs tragen einen Wettkampf im Kleinkaliberschießen aus. Im An­schluß an diese Wettkämpfe, wird im hiesigen Schwimmbad ein Wettschwimmen für die Teilneh­mer durchgeführt. Die Kampfrichter werden von der Ortsgruppe Klein-Linden des NSLR. gestellt. Am Nachmittag findet ein Handball- und ein Fußball-

und feinen jüngeren Kameraden schließlich auch die Grundbegriffe dieser Wissenschaft vermitteln kann. Da findet man sich denn zu mancher Stunde bei schönem Wetter im Freien und bei schlechterer Witterung im Lehrsaal ein und folgt mit aller Aufmerksamkeit den Erläuterungen, die gegeben werden. Jeder der Pimpfe muß bereit sein, sofort nachzuweisen, ob er all das, was ihm gelehrt wird, auch begriffen hat. Und Pimpfe begreifen rasch, hauptsächlich dann, wenn es um Dinge geht, die sie so lebhaft interessieren, wie es eben bei Karte und Kompaß der Fall ist.

Selbstverständlich spielt im Lagerdienst auch der Unterricht in weltanschaulichen Fragen eine sehr wichtige Rolle. Für diesen Abschnitt des Dienstes werden im Lager führende Männer der Partei erwartet, und mit großer Aufmerksamkeit folgen die Jungen den Rednern, die von der Kampfzeit erzählen, von der Geschichte und der unwandel­baren geistigen Haltung der Partei sprechen. Kreis­leiter Backhaus hat es sich nicht nehmen lassen, den zukünftigen Jungenschafts- und Fähnleinführern einen Vortrag zu halten, auch Kreispropagandaleiter Rahner sprach bereits im Lager. Im Rahmen der weltanschaulichen Schulung steht außerdem ein überaus wertvolles Schulungsmittel zur Verfügung, und zwar die interessanten Film-Bildstreifen der Reichs jugendführung, die eine Fülle des wertvoll­sten aufklärenden Schulungsmaterials enthalten, das hier in leicht faßlicher und in sehr anschaulicher Form an die Jungen herangetragen werden kann.

Mit besonderer Freude geht es auch an den Schießdienst. Selbstverständlich wird zuerst das Dreieckszielen geübt, es dauert aber nicht lange, dann werden die ausgezeichneten Luftgewehre her­vorgeholt und jeder einzelne kann feine Geschicklich­keit beweisen. Stolz zeigen sie die charakteristischen Pappescheiben, auf denen genau zu erkennen ist, wie 1 jeder Schuß saß. Selbstverftändlich werden bei die­sem Schießdienst mit dem Luftgewehr die Sicher­heitsmaßregeln strengstens beachtet.

Eine besondere Freude ist es für den Außenstehen­den, einmal einen Gang durch alle die Zimmer zu

unternehmen, in denen die Pimpfe Hausen. Alles ist in einer geradezu mustergültigen, in einer durchaus militärisch anmutenden Ordnung. Sauber sind die Schränke aufgeräumt. Tadellos geordnet liegt die Wäsche zu kleinen Stößen in den weißen Schränken. Die Jacken der Uniform und was sonst an Beklei­dungsstücken von zu Hause mitgenommen wurde, hängt auf Bügeln. Die Strümpfe liegen schön zu­sammengerollt nebeneinander. Die Schuhe sind in einem besonderen Raum untergebracht. Jeder der Lagerteilnehmer hat je ein Fach für die Schuhe und ein Fach für das Putzzeug. Eine wahre Pracht ist es aber, zu sehen, wie exakt die Pimpfe ihre Betten bauen. Es hat den Anschein, als hätte es in den Stuben einen richtiggehenden Wettbewerb gegeben, um festzustellen, wer sein Bett am saubersten und am glättesten herzurichten vermag. Jede Mutter würde ihre Helle Freude daran haben! Die Lager­leitung ihrerseits hält aber auch auf strengste Ord­nung. Schon jetzt und nach diesen Eindrücken läßt sich sagen, daß'der Kreisleiter die Gauführerschule nach sieben Wochen' genau so wiederfinden wird, wie er sie in tadelloser Ordnung den Pimpfen über­geben hat.

Ein ganz besonderes Kapitel ist die Verpflegung. Alle Pimpfe sind darüber des Lobes voll. Der Magenfahrplan ist für die ganze Woche festgelegt und hängt an der Wachtstube aus. Er ist so ab­wechslungsreich gestaltet, daß sich die Jungen von einer Mahlzeit auf die andere freuen. Hinzukommt, daß die Mahlzeiten im Hellen Speisefaal eingenom­men werden, der in einem eigens erbauten Garten­haus untergebracht ist. Die Tage, die die Lagerteil­nehmer in dem schonen großen Haus im Bergwerks­wald, die Stunden, die sie in schöner Pflichterfüllung der Vorbereitung auf zukünftige Aufgaben verbrin­gen, die schonen Stunden in der herrlichen Land­schaft im Bergwerkswald und die schonen Stunden der Lagerkameradschaft überhaupt, werden allen in bester Erinnerung bleiben. Diese Erinnerung wird ein Ansporn dazu sein, im Dienst der Hitler-Jugend und des Jungvolks um so eifriger zu sein, als sie alle in den Tagen dieses Lagers auf die verschiedenste Weise erfahren haben, welch große Aufgaben vom einzelne, wie auch von der Gemeinschaft, für die Zukunft Deutschlands zu erfüllen sind. N.

Arno Breker.

Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Bildhauer Pro- Mfnr Arno Breker wird, wie schon kurz gemeldet,

Äi 40 Safrre dt. In der Werkstatt d» Vaters in Elberfeld erlernte er das Steinmetzhand­werk, nach seiner Lehrzett führte er die^.Werkstatt des Vaters, der im Felde war, selbständig werter. In den Jahren 1920/25 war er Schuler der Akade­mie in Düsseldorf, vor allem bei Hubert Netzer. 1925 schuf er die Steinfigur der.'Aurora für die^Gesolei- Ausstellung, weiterhin mehrere Ehrenmäler. 1927 bis 1933 arbeitete er in Paris^ Aus dieser Zeil stammen neben kleineren figürlichen Arbeiten Bil^ Nisse, die überall hohe Anerkennung fanden. Nach der Beteiligung an dem Wettbewerb für die pla­stische Ausgestaltung des Reichssportfeldes errett er ben Auftrag für denZehnkämpfer und die Sie^rin" in der Pfeilechalle des Hauses des deutschen Sportes. Für das Reichsrnrnisterium für Dolksaufklärung und Propaganda schuf er den Prometheus", für den Ehrenhof der Neuen Reichs- kanzlei in Berlin die symbolischen Figuren der Partei" und derWehrmacht", für das.Reichs­parteitagsgelände in Nürnberg die ,,Verettschaft und denKünder". In letzter Zelt, sind' seine Relief- entwurfeAuszug zum Kamps für die Soldaten­halle in Berlin imd dieKameraden und ^Wach­

ter", zwei Einzelstücke aus einer Reihe von 80 Re­liefs vor einem geplanten Monumentalbau an der Nord-Süd-Achse in Berlin bekannt geworden. Neben diesen monumentalen Arbeiten schuf er eine Reihe von Bildnissen, darunter einiger führender Persön­lichkeiten des Staates und der Partei.

Der monumentale Charakter aller Werke Arno Brekers beruht auf der Wahl der Motive, die eine intuitive, der jeweiligen Arbeit umrittene symbo­lische Ausdeutung zulassen, beruht auf dem Körper­typ der Werke, der dem gesunden, kraft- und energie- vollen, schönen beseelten Menschenideal unserer Zeit entspricht. Mit seinen monumentalen figürlichen Ar­beiten hat Breker gezeigt, daß es auch in unserer Zeit möglich ist, allgemein bewegende Ideen in der Plastik zu gestalten. Er hat damit dazu beigetta- gen, daß die deutsche Bildhauerkunst aus der Iso­lierung einer kleinen Jnteressenschicht herausgeführt und mit dem allgemeinen nationalen Geschehen ver­bunden wurde. Er erhielt die Olympische Medaille, der Führer verlieh ihm den Professorentitel, und auf der letzten Biennale in Venedig zeichnete ihn Italien mit dem Duce-Preis aus.

(Galoppierende Schlangen.

Eine der gefährlichsten und furchtbarsten Schlan- aen die es gibt, ist die Schwarze Mamba, die sich in Südafrika findet. Diese Schlangen bewegen sich mit außerordentlicher Schnelligkeit fort, sowohl auf ebener Erde wie auch auf hügeligem Terrain und durch das Dickicht, und die Geschwindigkeit ihrer Sprünge wird von den Eingeborenen mit dem Galoppieren eines Pferdes verglichen. Jedenfalls können sie es an Schnelligkeit mit einem in voller Karriere befindlichen Pferd aufnehmen. Eine selt­same Eigenschaft dieser Schlange ist die Treue über den Tod hinaus, die sich das männliche und das weibliche Tier bewahren. Wer lange genug m Süd­afrika gelebt hat, weiß, daß er, wenn er eine Mambaschlange getötet hat, suchen muß, auch ihren Gefährten zu erlegen, denn die Tiere haben em aus­gesprochenes Rachegefühl und verfolgen den Mörder ihres Lebensgenossen. Die Eingeborenen benutzen diese Eigenfchaft der Mamba, um sich an ihren Feinden zu rächen. Sie legen eine tote Schlange vor das Bett ihres Feindes und sind dann sicher, daß die überlebende Schlange den ahnungslosen Schläfer töten wird. Die beste Art, die Schlange zu erlegen, ist die, daß man ihr mit einem starken Schlag des Dschambok, der dicken ReiAttsche der südaftikanischen Farmer, den Rücken bncht, U

M.-Führerinnen. Ich bitte die Mädelführerinnen um Pünktlichkeit. Zu den gleichen Zeiten können auch die Hebungen für das Leistungsabzeichen abgenom­men werden.

Kv?.-Vorirag vor Soldaten.

Einen interessanten Vortrag hielt vor Soldaten des Standortes der Reiseschriftsteller Fred von Bohlen. Der Redner verstand es, in sehr leben­diger Schilderung und mit Unterstützung von Film­aufnahmen über Land und Leute des Balkans zu plaudern. Fred von Bohlen hatte eine Reise über Öen Balkan nach dem Orient bis nach Asien unter­nommen, die er in einem Film und einem Buche unter dem TitelSchleier, Fez und Turban" schil­derte und von der er jetzt -einen Ausschnitt brachte. Er vermittelte zunächst seine Eindrücke und Erleb­nisse von einem Besuche in Serajewo, schilderte die Fahrt nach Uesküb über Monastir, führte Filmauf­nahmen der letzten heulenden und tanzenden Sekte der Derwische vor, die er bei einer Zeremonie in einer Moschee machen durfte. Die Bilder verrieten den eigenartigen Brauch der Derwische, die sich durch anhaltenden monotonen Gesang in Ekstase versetzen, so daß sie schließlich herumhupfen, sich schütteln und wiegen, bis sie in Tränen ausbrechen und sich dann einen Dolch durch die Wangen stoßen, ohne daß sie dabei Blut verlieren. Im mitten Teile führte der Redner gleichfalls seltene Bilder von den Bettelmönchen in Kalaba-k in Griechenland vor, die auf steilen Felsenklippen ein sonderbares Eigenleben führen. Dieser von der NSG.Kraft durch Freude" vermittette Vortrag fand eine dankbare Zuhörergemeinde.

Eine Ausstellung der Kaninchenzüchter

Der Kaninchenzuchtverein Gießen hielt im "®u.r9s Hof" eine Ausstellung von Kaninchen der Wirt­schaftsrassen ab, die als Vorschau für die weitere Zucht bestimmt war. Ausgestellt wurden Tiere der

Aus -er Stadt Gießen.

Gefährliches Feuerwerk.

Mr Menschen lieben das Licht, besonders wenn es verschwenderisch und prunkvoll festlichen Räumen Glanz und Wärme verleiht Wir steigen auf die Berge, um das flammende Farbenspiel eines Son­nenuntergangs zu erleben, wir reifen ans Meer, um den Feuerball der Abendsonne und sein Ver­sinken in den aufgehenden Fluten bewundern zu können. Und gehört nicht dem funkelnden und glitzernden Sternenhimmel unser ganzes Entzücken? Hier hat das Licht, weil es aus der schwärzesten Finsternis erblüht, ja seinen besonderen Zauber.

Aehnlich empfinden kleine Kinder das erste Auf­flammen eines Zündholzes als ein Wunder, das sie mit großen Augen bestaunen und das sie gar leicht verlockt, sich heimlich das Schauspiel zu wie­derholen, was schon oft verhängnisvolle Folgen hatte, wie das gute, alteStruwelpeterbuch" an Poulinchen" in Bild und Wort warnend vorführt. Für die Jugend, wie für die Erwachsenen ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Sil­vesternacht ein fröhliches Vergnügen, dem sie um fo verschwenderischer huldigen, je tiefer sie in den Geld­beutel greifen können.

Kein größeres Volksfest kann sich darum einen schöneren und zugkräftigeren Abschluß bereiten als mit einem Brillantfeuerwerk unter nächtlichem Him- mel. Wenn die auf zischenden Raketenschlangen mit Knall und Geknatter platzen, um leuchtende Stern- regen niedersprühen zu lassen, macht sich die Freude immer wieder in begeisterten Bewunderungsrufen laut. , ., _

Und es gibt Menschen, die das ungleich wildere und gefährlichere Feuerwerk eines nächtlichen Ge­witters sich vom Fenster aus ansehen müssen. Mit Spannung und heimlicher Erregung verfolgen sie das gewaltige und grelle Aufflammen der nieder- zuckenden Blitze, während sich ängstlichere Gemüter furchsam unter die Bettdecke verkriechen. Beides Verhalten ist töricht, jenes dazu noch frevelhaft, weil man sich nicht leichtfertig der Gefahr aussetzen

In großzügiger Weise und vvrbehalÜvs hat Kreis­leiter Backhaus der Hitler-Jugend unseres Ban­nes und Jungbannes 116 die Gauführerschule im Bergwerkswald zur Verfügung gesteift. Das statt­liche und guteingerichtete Gebäude, das bisher die Amtsträger der Partei zu Schulungszwecken in einen Räumen beherbergte, ist jetzt erfüllt von jenem frisch-fröhlichen Leven, das die Jugend, ins­besondere aber eben die Pimpfe, mit sich bringen. Mit Eifer und Begeisterung haben sie Besitz er­griffen und sind rasch heimisch geworden. Die Füh­rung der Hitler-Jugend hat die Absicht, das Heim ür die Dauer von sieben Wochen zu einer inten- iven Führemachwuchsschulung zu nützen. In meh­reren Kursen wird diese Schulungsarbeit durchge­führt, und sie soll den Jungen das Rüstzeug dafür geben, daß sie bald vor der Front ihrer jungen Kameraden stehen können, um ihnen Vorbild zu sein. Je 35 Pimpfe, Horden- oder Jungenschafts- ührer werden dabei jeweils für den Zeitraum von acht Tagen in der Lagergemeinschaft vereinigt.

Es war nicht schwer, bei einem Besuch im Lager Bergwerkswald den denkbar besten Eindruck zu ge­winnen. Alle Pimpfe, frische lustige Jungen von 10 bis 14 Jahren, waren, als wir uns bei ihnen umsahen, auf der Wiese hinter dem Hause ange­treten und trieben unter fachmännischer Anleitung eine Stunde Sport und Spiel, mühten sich energisch mit dem Medizinball ab, machten allerlei luftige und gesunde Bodenübungen, spielten gar ein Rugby­spiel, das sie alle in lebhafte Bewegung braute.

Der Sportdienst ist aber nur ein kleiner Bruch­teil des Dienstes im Schulungslager. Die Ausbil­dung ist universell. Es wird Geländedienst getan, und zwar nach allen Regeln der Kunst. Der Berg­werkswald, also die unmittelbare Umgebung des Lagers, ist geradezu das ideale Gelände für die Schulung und Ausbildung in dieser wichtigen Disziplin. Neben der praktischen Arbeit im Gelände' geht aber immer auch die Theorie einher, denn es wird von jedem Pimpfenfuhrer und von jedem Führer der Hitler-Jugend verlangt, daß er mit Karte, Planzeiger und Kompaß umzugehen versteht