Hr.92 Zweiter Blatt
Zreitag, 19. April MV
Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeigsr für Oberhessen)
Kurze Ruhe vor neuem Einsatz
Aus der Stadt Gießen
Klarer Abstand.
(Nachdruck verboten!)
8. Fortsetzung
fo eine Art von Massengrab also! Nun,«sagen «erdent
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einem schiffartigen Körper, der wie mit mehreren Segeln besetzt erscheint. Die Farben, in denen die Blüte prangt, sind ein Helles Orangerot und ein kräftiges Violettblau. In ihrer natürlichen Urn-
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Auf dem Flugplatz von Stavanger haben sich deutsche Fliegerverbände eingerichtet und auch bereits britische Angriffsversuche erfolgreich abgewiesen. In einer kurzen Ruhepause während ihres Dienstes haben sich die Flieger neben ihre Flugzeuge und ihr Gerät hingelegt. Der Volksempfänger (hier im Vordergrund rechts), den ihnen die Heimat schenkte, stellt auch hier den engen Kontakt mit der Heimat her. — (PK.-Schaller-Scherl-M.)
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Milsl du K schassen,Lena?
Roman von Martina Eckart-kselm
Außer Formalin wurde noch der Akridin- Farbstoff „Eittozon", der bemerkenswerte bakterizide Eigenschaften mit völliger Ungiftigkeit vereinigt, für die Vereisung von Fischen näher untersucht. Bei einer wässerigen Lösung von 1:150000 bis 1:200000 wurde in dem mit diesen Lösungen hergestellten Eis ebenfalls eine mehrere Tage längere Fisch- Frischhaltung erzielt, als mit gewöhnlichem Eis.
Kleidersorgen.
. Gfs. Scheint die Sonne nun so hell im Frühjahr, dann gefallen uns unsere dunkeln, warmen Wintersachen gar nicht mehr, und wir Fraüen passen uns in unserer Kleidung gern dem Frühjahr an. Aber wie sollen wir das jetzt im Kriege bei der Kleiderkarte machen? Sehen wir uns einmal genau an, was vom letzten Jahr noch im Schrank hängt. Wieviel wäre noch zu verwenden, wenn wir nur besser nähen könnten! Dazu möchte uns der nun bald stattfindende Nähkurs des Mütterdienstes im Deutschen Frauenwerk helfen. Er.möchte allen Frauen und Mädchen das für den Hausgebrauch nötige Können im Nähen vermitteln. Darum kommt und lernt. Meldet euch in der Kreisgeschäftsstelle der Frauenschast, Frankfurter Straße 1.
Wer möchte nicht gesund sein?
Gfs. Gesundheit ist das höchste Gut, hört man so oft und mit Recht. Leider wissen aber so viele Frauen nicht, daß sie als Hausfrauen und Mütter die Gesundheit ihrer Familie mit zu erhalten haben. Es' ist auf so vieles zu achten. Sonnige Zimmer, richtige Kleidung und Ernährung und alle tägliche Fürsorge. Kommt aber doch einmal Krankheit in unsere Familie, so ist es wiederum die Mutter, die wissen sollte, wie man ein Krankes pflegt, wie man Verbände macht, einen Wickel anroenbefr und so fort. All dies lernt man im Kurs über Gefundheits- und häusliche Krankenpflege, der im Mütterdienst des Deutschen Frauenwerkes gehalten wird. Anmeldungen Kreisstelle Wetterau, Frankfurter Straße' 1.
Wunder einer Blüte.
Gegenwärtig blüht im Winterhaus des Botanischen Gartens eine Bananenpflanze in einer geradezu unwirklichen Schönheit. Die Pflanze trägt die Blüte auf einem hohen Stiel. Die Blüte selbst entspringt
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der gute Friedrich-Karl wird sich freuen über deine Gesellschaft, Tantchen!" r., r f ...
Fräulein Schmidtchen erhebt sich beleidigt.
„Bleiben Sie nur da, Teuerste", hält Jutta sie zurück, „Sie werden noch mehr Ungeheuerlichkeiten von mir hören."
„Man sollte die Erhabenheit des Todes — vor allem, wenn es sich um einen so bedeutenden Mann der Geschichte handelt, nicht dermaßen ehrfurchtslos antasten. So etwas rächt sich!'
.Seien Sie ftiedlich, das nimmt mir der gute Friedrich-Karl bestimmt nicht übel!"
Rudolf redet inzwischen tröstend und beruhigend auf die alte Dame ein. <
Rudolf beruhigt Taute Ottilie. Er meint, man werde schon einen Weg finben, das Tempelchen und die Grabstätte zu erhalten, schlimmstenfalls tonne man ja das Tempelchen irgendwo anders aufbauen und den Feldherrn umbetten.
Aber sprechen wir doch lieber von etwas anderem! Von etwas Erfreulicherem!" Juttas b itzende Augen tauschen mit Rudolf emen Blick „Also kurz und aut: wir zwei haben das Junggesellen eben satt, wir haben vereinbart, in sechs Wochen zu heiraten!
Wie was — vereinbart — Junggesellenleben?" Fräulein von Plessen sieht mit runden, erschrockenen Augen auf Jutta. „Liebes Kind!' fugt sie ta-
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dich nicht an meiner Ausdrucksweise, Tante Ottilie, ich kann es dir natürlich auch schwungvoller faaen mit Worten, die vielleicht vor allem Hermme Schmidtchen gefielen - also, wir haben uns tn die ^Jftinöer — in sechs Wochen? So schnell, so übereilt, so ohne einen Menschen zu fragen?
,Wozu denn lange Herumfragen? Dolf hat die Sache daheim erst recht satt und ebenso das Alleinsein in Bautzen, und ich brauche hier auf dem Gut Entlastung. Chef fein ist auf die Dauer fur eme Frau recht anstrengend. Ich setze mich zur Ruhe. Ater ist der neue Chef!" .
Aber Tante Ottilie ist ganz und gar nicht einverstanden. Heiraten? Ohne offizielle Verlobung? In sechs Wochen? So im Eilzugtempo? Sie errötet ordentlich bet diesem unmöglichen Gedanken. „Mem Gott, Kinder! Ich weiß nicht, was dazu die Leute
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I die darin verpackten Fische 5 bis 6 Tage länger frisch zu halten, als dies mit gewöhnlichem Eis möglich ist.
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Selbstbewußte Haltung ist unsere Abwehr gegen die Gefahr der Unterwanderung, die der Einsatz der polnischen Arbeitskräfte unserem Volkstum bringt. Damit ist nicht gesagt, daß die Polen schlecht oder menschenunwürdig behandelt werden sollen. So etwas liegt uns Deutschen nicht, das soll auch nicht sein, dazu sind wir innerlich viel zu stolz. Aber . jeder Bauer, jede Landfrau, jeder deutsche Landarbeiter und jede deutsche Magd, die im Stall oder auf dem Acker ihre nationale Pflicht gegen die Aushungerung erfüllen, sollen wissen, daß ihr Blut dem deutschen Volke viel wertvoller ist als das polnische. Mehr denn je soll angesichts der durch den Einsatz der Polen gestellten rassischen Aufgabe jeder Mann und jede Frau des deutschen Landvolks an das Wort des Reichsbauernführers Darrs denken, das er im Februar 1934 auf einer Tagung den deutschen Landfrauen sagte: „Sittlich ist, was der Arterhaltung des deutschen Volkes förderlich ist; unsittlich ist, was dem entgegensteht".
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Ludwigs-Universität, Gießen: 20.15 Uhr Vortrag, Professor Schauder über „Bau und Feinbau der von Tieren stammenden Nahrungsmittel" im Veterinär- Anatomischen Institut, Frankfurter Straße 94. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Primanerin", Lustspiel von Sigmund Graff; 28. Vorstellung der Freitag-Miete. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Feuertaufe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frau im Strom". — Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung Walter Kröll, Gießen, von 17 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brand.
Sitler-Zugend Bonn 116.
^-Ausbildung in Gießen.
Sonntag, 21. April, Antreten sämtlicher 16- bis 18jährigen Hitlerjungen pünktlich um 8 Uhr an der Volkshalle zur K-Ausbildung.
Formalin-Eis.
versuche im Gießener Schlachthof.
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seefischereigebieten in Gegenden im nördlichen Polarkreis auszuführen. Es. ist daher seit längerem das Bestreben der praktisch und wissenschaftlich am Fischfang interessierten Kreise, ein E i s mit bakteriziden Eigenschaften (Eigenschaften, die gegen Bakterien aerichtet sind) herzustellen, das gleichzeitig auch den Anforderungen des Lebensmittelgesetzes entspricht, die Eiszellen, in denen dieses Eis hergestellt wird, nicht angreift, und nicht schneller schmilzt, als gewöhnliches Eis. Im Schlachthof Gießen wurden in dieser Richtung verschiedene Untersuchungen angestellt. Wie aus diesen Versuchen hervorgeht, vermag Eis, mit einem geringen Zusatz von 0,2 bis 0,3 v. H. Formalin,
Hermine Schmidtchen legt das grjine Heft beiseite. Ihr Schwarm für Altäre und Sessel der Freundschaft dürfte jetzt keinen Widerhall finden, denn feste Schritte kommen bald darauf durchs Zimmer. Jutta und Rudolf Gräfe, beide mit verwehtem Haar, so wie sie eben aus dem Wagen gestiegen sind, begrüßen die beiden Damen.
„Nun, Jutta, was hast du in Weißenberg erfahren? Ich bin so neugierig!"
„Gar nichts habe ich erfahren, Tante Ottitte! Ich sagte dir ja gleich, daß es keinen Zweck hat W überzufahren!" .. ... .. w .
„Hast du denn gebeten, man möge für die Autobahn einen anderen Weg finden als durch den Wiener Park?" .. .,
„Nein, das habe ich nicht getan, weil ich weiß, dgH es hier nur ein Entweder-Oder gibt, rneroe meinen Schwiegervater doch nicht in Nachteil brm- gen? Das mag alles gehen, wie es will! Ich habe mich erkundigt, ob es überhaupt stimmt daß die Bahn an Roda entlang ihren Weg nimmt.
„Nun? Und was sagte man?"
„Natürlich stimmt es! Es wird zwar noch eine Zeitlang dauern, ehe es losgeht, well sie doch erst das Stück bis zum Hutberg haben müssen
„Ein Greuel, diese Neuerungen!" entsetzte sich Hermine Schmidtchen. «h.hnff
„Warum denn, Fräulein Schmidtchen? Rudolf flucht innerlich über die rückständige alte Dame, „lleberiegen Sie sich doch mal, wie wichtig diese Bahnen sind. Für einen schnellen Verkehr von Stadt zu Stadt zum Beispiel!" . , ..
Hermine Schmidtchen zuckt mit einem hoheits vollen Gesicht die Achseln und seufzt:
„Ich sehe alles kommen — man wird die Grafe, wiesen schonen - aber dann kann man zuden Gebeinen des Feldherrn auch gleich meine eigenen auf den Rodaer Friedhof legen — —
'Jutta lacht laut auf, was Hermme sehr unpasseno
Unsere deutschen Fischdampfer haben oftmals ichen lange Reisen nach dem Barend- Bäreninsel und nach anderen Hoch-
Zeder Kork zurück in die Kellerei.
Zu den Rohstoffen, über die wir in Deutschland nicht verfügen, gehört bekanntlich auch der Kork, der aus dem Auslande eingeführt werden muh. In der gegenwärtigem Kriegszeit ist es daher notwendig, auch der Sammlung von Altkorken und Korkabfällen entsprechendes Interesse zu widmen, um sie der Wiederverwendung zuführen zu können. Auf Veranlassung des Reichskommissars für Altmaterialverwertung sind daher die zuständigen Fachschaften und Fachgruppen angewiesen worden, alkoholhaltige und alkoholfreie Getränke flaschenweise nur noch dann abzugeben, wenn der betreffende Kunde bei der Bestellung gleichzeitig eine entsprechende Menge Altkorken abliefert. Diese Neuregelung tritt in Kraft bei Verkäufen an das Gaststättengewerbe ab 1. Mai 1940, bei Verkäufen an den Einzelhandel und Privatleute ab 16. Mai 1940. Damit keine Schwierigkeiten auftreten, sind die in Frage kommenden Betriebe von ihrer zuständigen Organisation aufgefordert worden, schon in der Zwischenzeit gebrauchte Korkstopfen zu sammeln. Für die Haushaltungen ist ebenfalls genügend Zeit vorhanden, sich auf diese Neuregelung einzustellen.
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** Dienstjubiläum. Am heutigen Frettag, 19. April, kann der Kassierer der hiesigen Filiale der Dresdner Bank, Hellmuth Müller, Gießen, Moltkestraße 2, auf eine 25jährige Tätigkeit bei seinem Institut zurückblicken. Aus diesem Anlaß versammelten sich heute vor Arbeitsbeginn Betriebsführer und Gefolgschaft an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier, bei welcher ihm für seine Treue und seine stete restlose Pflichterfüllung gedankt wurde.
** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Freitag, 19. April, kann der Arbeiter Heinrich Le ib von hier, Löwengasse 9 wohnhaft, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Stadt Gießen im Betriebe des Stadtbauamtes zurückblicken. Der Jubilar, ein tüchtiger Arbeiter, erfreut sich wegen seines auftechten und geraden Wesens bei seinen Äorgesetzten und Arbeitskameraden aller Wertschätzung. An seinem heutigen Ehrentage wurden ihm wohlverdiente Ehrungen dargebracht, u. a. erhielt er ein Glück- selber in Empfang zu nehmen. Könnten nicht dringliche Aufträge für die Brauerei dabei sein? Angebote von Lieferanten — man wartet so sehr auf Prospekte für einen neuen Hopfensieder >..
Es dauert dann eine ganze Weile, ehe er die Adressen aufmerksam gelesen und die Briefe verteilt hat. Was sollen immerfort diese Karten an Erni! Schon die Handschrift, die wohl eine Männerhandschrift sein soll und es nicht ist, ärgert den Hermann. Im Grunde aber richtet sich sein Unmut gar nicht gegen diese Karten, sondern nur gegen die Briefe aus Ostpreußen. Das ist freilich eine andere Schrift! Groß, fest und energisch? Zieht diese Schrift nicht einen Zaun um Lena Oetteking?
Hermann Gräfes Augenbrauen werden zu einem Strich, während er Lena wieder solch einen Brief übergibt. Eine Karte ist diesmal auch dabei, voll- gekritzelt mit einer zittrigen Altfrauenhandschrift. In Breslau ist fie abgestempelt. „Komm so bald wie möglich", hat Hermann schnell überflogen. „Wir wollen viel von Gottfried sprechen —"
Gottfried? Wer ist Gottfried? Dieser Name rumort fortan in Herrnarm und läßt ihm keine Ruhe. Immer wieder ertappt er sich dabei, daß er untätig dasitzt und grübelt. Und dabei hat der Gerstenschnitt begonnen. Alle Hände werden mehr denn je gebraucht. Für Träumereien ist keine Zeit.
Jupp weiß, wozu er Schulferien hat. Seine langen Glieder sind abends wie zerschlagen. Auch Christoph Gräfe kommt in Schweiß. Die Wut über die Autobahn gerät fast ins Hintertreffen. Ernte ist Trumpf. Ernte heißt Anspannung aller Kräfte.
Hanischlob, der Knecht, und Hefenfranz, der Brau- ' meister, alle sind in diesen heißen lägen um Ernte und Wetter besorgt.
Und eines Tages geschieht nun folgendes:
Jupp und Erni sitzen in der Klematislaube. Der 1 Abend ist sehr schwül. Man würde trotz der Müdigkeit nicht schlafen können. Die Fenster in den Stuben sind klein, das Dach ist tief und heiß.
' Jupp hat die langen Beine weit von sich gestreckt. „Wo ist die Lena?" fragt er Erni. Er mag nicht ' Xante zu ihr sagen. Tante kann man unmöglich zu , einem Menschen wie Lena sagen.
„Sitzt in ihrem Zimmer und schreibt Briefe."
t (Fortsetzung folgt)
gebung, so wie sie im Warmhaus des Botanischen Gartens gegeben ist, inmitten von anderen Palmen und exotischen Pflanzen, wirkt die Blüte wie ein Wunder im Urwald. Unser Bild zeigt die exotische Blüte. — (Aufnahme: Neunev, Gießener Anzeiger.) .
* Gietzen-Klein-Linden.
An den beiden letzten Sonntagen führte der S ch ü tz e n k l u b „R o l a n d" ein Saalpreisschießen in der Wirtschaft „Zur Burg" durch. Die Beteiligung war verhältnismäßig gut. Es wurde mit Luftgewehr auf die Zwölferring,Rolandscheibe geschossen. Die Ergebnisse waren recht gut. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis mit 36 Ringen Erwin Kopp, 2. mit 36 R. Walter Meier, 3. Fritz Klein, 4. Karl Weber, 5. Wilhelm Erle, 6. Soldat Huch, 7. Rudolf Jung II., 8. Fritz Stein, alle mit je 35 Ringen, 9. Heinrich Kendel, 10. Lenz, 11. Robert Weller, 12. Stumpf, 13. Konrad Keudel mit je 34 Ringen.
Auf Grund der Amnestie eingestelltes Verfahren.
Der 44 Jahre alte Fr. Th. K. in Gießen wurde am 31. Oktober v. I. vom Landgericht Gießen wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. Mit seiner Revision vor dem Reichsgericht griff der Angeklagte das Urteil an und rügte Verkennung des Fortsetzungszusammenhangs und die Annahme eines Vorsatzes durch das Vordergericht. Der erkennende 1. Strafsenat des Reichsgerichts hat jetzt das angefochtene Urteil aufgehoben und das Verfahren gegen den inzwischen zum Heeresdienst einberufenen Angeklagten eingestellt. Der Angeklagte war feit dem Jahre 1936 der Vormund eines Kriegsbeschädigten. Er hatte für diesen auch ein als Mündelgeld gesperrtes Sparkassenbuch zu verwalten. Im Juli 1937 hob er von diesem Sparbuch einen Betrag von 120 RM. ab und verbrauchte das Geld für persönliche Zwecke. Das Gericht bezeichnete das Verhalten des Angeklagten als groben Vertrauensbruch und kam zu der eingangs genannten Strafe, die lediglich durch das erlassene Straffreiheitsgesetz für Wehrmachtsangehörige nunmehr in Wegfall kommt.
Wirklich, puterrot ist das alte Fräulein geworden. Hermine Schmidtchen ist aufgestanden, räusperte sich mehrfach und zupft an den Balkonkästen herum. Sie benehmen, sich beide sehr sonderbar.
Jutta steht mit eingestemmten Armen da. „Verstehst du das, Dolf?"
Rudolf lacht sehr vergnügt.
„O ja, das verstehe ich schon!"
„Donnerwetter!" Jutta fährt sich plötzlich durchs Haar. „Das ist ja die Höhe! Daran habe ich wahrhaftig nicht gedacht!" Ein bißchen verlegen ist sie nun auch, aber nur einen Augenblick lang. „Ach, Unsinn, Quatsch!" Sie schüttelt ihre blonde Mahne „Die paar alten Klatschweiber, die sich den „Mund zerreißen, die können dann ja nachrechnen", sagt sie sehr herzhaft. „Unser Junge wird schon zur normalen Zeit eintrudeln?"
Xante Ottilie schlägt die Hände zusammen. Dieses Mädel' Und so etwas sagt die Jutta noch dazu vor ihrem Bräutigam. „Ich sehe es von Tag zu Tag deutlicher, daß ich nicht mehr in diese Zett passe!
Es vergeht eine Weile, bis sie sich so weit gefaßt hat, daß sie weitersprechen kann.
Und was sagt man im Grafehaus zu der übereilten Hochzeit? Ist man dort ruhiger geworden? Heikt dein Vater euren Bund nun endlich gut? ' .Menn wir warten wollten, bis mein Vater Einsehen hat, dann könnten wir uralt werden! Und wenn dann gar die Autobahn wirklich über die Gräfewiesen führen sollte--"
„Du willst also ohne das Gutheißen deines Vaters heiraten, Dolf?" r,., .r.
„Wir heiraten — und damit basta! Schließlich ist das unsere Anaelegenheit!"
„Ohne den Segen des Vaters? Man sollte das nicht .flu leicht nehmen — er bauet den Kindern Häuser!"
Jutta und Rudolf verbeugen sich gleichzeitig vor Hermine, die mit dem Heimatschutzheft unter dem Arm die Veranda verläßt.*
Lena hat in den acht Tagen, die sie auf dem Gräfehof verbracht hat, dreimal einen dicken Brief bekommen. Dreimal einen Brief, dessen Stempel aus : einem unbekannten Ort in Ostpreußen stammt.
Hermann ist in der Stunde, in der der Postbote ! auf den Gräfehof kommt, immer sehr geschäftig. Hält es für unbedingt notwendig, die Briefschaften
Ein Work zum Einsatz polnischer Arbeitskräfte. NSG. Tausende volnischer Arbeitskräfte getan.
5 Krieges als Hilfskräfte in der Landwirtschaft zum Einsatz. Es gibt z. Z. keine an- dere Möglichkeit, dem Mangel an Arbeitskräften auf öem lianbe zu begegnen. Wie diese Polen aber blutmaßig zu bewerten sind, das haben uns die Blutnacht in Bromberg und die von Polen ermordeten 58 000 Volksdeutschen gezeigt. Zwischen polnischem Blut und deutschem Blut darf es keine Verschmelzung geben. Zwischen deutschem und polnischem Blut muß eine klare Trennung bestehen. Der Tod der 58 000 ermordeten Volksdeutschen muß hier eine ständige Mahnung sein. Kein deutscher Mann und keine deutsche Frau darf beim Umgang mit diesen polnischen Hilfskräften vergessen, daß die Vermischung von deutschem Blut und polnischem Blut zum Schaden des deutschen Blutes und mit dem Stolz auf das deutsche Volkstum unvereinbar ist. Klarer Abstand zwischen deutsch und polnisch muß beim Einsatz der polnischen Hilfskräfte im täglichen Leben die Richtschnur sein.
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