Ausgabe 
19.2.1940
 
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M.42

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190. Jahrgang

Montag, 19. Zebruar 1940

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Norwegischer Protest in London

britischen

hat in

<5eiute vormittag hat der Staatsminister, der äugen- der Neutra l l t a t s v e r letz u n g aver i|t per blirflidi den Außenminister vertritt, dem hiesigen derA l t m a r k gewesen. Wir haben energisch brttischen^Gesandten gegenüber sein st ä r k st e s aegen diese schwere Neutral.tatsverlehung prote- Mißfallen und seine Entrüstung aus-s stiert.

Mißf

englischen Soldaten enterten auf

der ----------------y , , ......

Schiffe (nämlich zwei kleine Torpedoboote) tonn­ten abgesehen von einem energischen Protest nichts gegen die überwältigende britische Heber-

Bestürzung bei den Aeniralen

Belgien durchschaut die Hintergründe

2111 m a r V, besetzten gewaltsam die Kom­mandobrücke, nahmen das Schiff in Besitz und eröffneten ein wildes Feuer auf die wehrlose, völlig unbewaffnete deutsche Mann- schäft.

Sobald ich bemerkt hatte, daß es sich bei dem unbekannten Schiff um einen Engländer Han- delle, halte ich die Mannschaft auf Deck an- treten und die Boote klar zum Hieven machen lassen, da an Bord keinerlei Waffen zur Gegen­wehr vorhanden waren. Bei dem Feuerüberfall der Engländer versuchten meine Leute, teilweise über das Lis an Land zu kommen oder schwim­mend die Küste zu erreichen. Als die Engländer die deutschen Matrosen auf dem Lis bzw. im Wasser bemerkt hatten, richteten sie ihr wildes Feuer auf die hilflosen. Die genaue Anzahl der loten und Verwundeten konnte ich noch nicht feststellen. Alle Toten und verwundeten an Bord derAltmark" hatten Bauchschüsse, da die Engländer aus nächster Nähe auf die wehrlose deutsche Mannschaft gefeuert hatten. Das Schiff lief mit dem Heck auf Felsen.

Der heimtückische Lteberfall auf dieAltmark"

Ein beispielloser Bruch des Völkerrechts auf Befehl der britischen Admiralität.

t ä t 3 u zwingen, den finnischen Krieg

Ser Frevel im Ming-Fjord.

Die Geschichte Englands ist mit Blut geschrieben, mit dem Blute Unschuldiger, die brutal und Zynisch geopfert wurden, wenn es den Engländern darum zu tun mar, durch irgendeine neue krasse Gewalttat ihrem zusammengeraubten Reich ein neues Land, einen neuen Stützpunkt einzufügen. Die Welt weiß, daß der Weg Englands zur Weltmacht gepflastert ist mit unzähligen blutigen Verbrechen. Aber selbst in der englischen Geschichte ist es ohne Beispiel, was mir jetzt über die Vorgänge im norwegischen Jössing- Fjord hören mußten. Selbst der Baralong-Fall ist durch diese Bluttat britischer Seeräuber weit in den Schatten gestellt, denn hier knallte ein englischer Schiffskapitän aus eigenem Antrieb und auf eigene Verantwortung hilflos im Wasser treibende deutsche Matrosen kaltblütig ab. Aber der Ueberfall auf den unbewaffneten deutschen DampferAltmark" inner­halb norwegischer Hoheitsgewässer trotz Anwesenheit norwegischer Torpedoboote ist keineswegs der Hand­streich irgendeines wahnsinnig gewordenen britischen Seeoffiziers, sondern geschah auf außbrütf* lichen Befehl der britischen Abrnirali - t ä t und mit voller Billigung d e r bri­tischen Regierung. Herr Churchill besitzt dis Frechheit, mit eiserner Stirn diesen Sachverhalt be- kanntzugeben und ist dreist genug, den britischen Kommandanten zu seinem feigen Piratenstück zu be­glückwünschen.

DieAltmark" befand sich auf dem Rückwege von Südamerika und hatte britische Matrosen an Bord non den Besatzungen der britischen Handelsschiffe, die das deutsche PanzerschiffGraf Spee" vor Weihnachten im Südatlantik versenkt hatte. Im krassen Gegensatz zu der lächerlichen Schilderung des Herrn Churchill haben diese britischen Matrosen dem Kapitän derAltmark" kurz vor ihrer gewalt­samen 'Befreiung ausdrücklich versichert, daß sie an Bord derAltmark" die denkbar anstän­digste und r i t t e r l i ch st e Behandlung er­fahren hätten, und sie haben ihm dafür ihren Dank ausgesprochen. Was Herr Churchill darüber zurecht phantasiert, um dem von ihm veranlaßten völlig

Oslo, 17. Februar. (DNB.) Das norwegische Außenministerium veröffentlicht folgende Verlaut­barung: Am 16. Februar nachmittags befand sich der deutsche DampferA l t m a r k" unter Eskorte eines norwegischen Torpedobootes auf norwegischen Territorialgewässern. Gegen 16.30 Uhr versuchten zwei englische Jäger durch einen War- rmngsschuß in der Nähe von Foksteinene ihn anzu­halten. Das norwegische Torpedoboot legte Protest gegen das Auftreten der Jäger ein. DieAltmark" ging in den Jössing-Fjord und die Jäger folgten nach und legten sich in den Fjord. Nach einem er­neuten Protest des norwegischen Torpedobootes zogen sich die englischen Einheiten, die Inzwischen auf einen Kreuzer und fünf Jäger angewachsen waren, außerhalb der Drei-Meilen-Grenze zurück. Einige Zeit später ging ein Jäger gleichwohl i n das Hoheitsgewässer unter Land und benutzte einen Scheinwerfer. Gegen 23 Uhr ging der englische Kreuzer in den Fjord hinein und die Altmark" wurde geentert. Einige britische Un­tertanen auf derAltmark" wurden an Bord des schen Schiffes genommen, worauf dieses wie- auslief. Das norwegische Wachtschiff bzw. die rr . / - "2___(I X « ... , Amnhnkrtrtlo i

nordischen Länder in den Krieg h i n c i n 3 u ziehen. Wenn Norwegen und Schweden auf der Seite der Westmächte in den Krieg eintreten, würde England die Blockade Deutschlands wesent­lich erfolgreicher gestalten können und vor allem Deutschland von dem schwedischen Erz abriegeln können. Unter diesem Gesichtswinkel muß man den groben Bruch der norwegischen Neutralität ansehen, der durch den Ueberfall der zwei englischen Zerstörer auf dieAltmark" ge­geben war. Man muß bis zuletzt hoffen, daß dieses nicht ein Ausdruck der englischen Politik, sondern das eigenmächtige Auftreten englischer Seeoffiziere ist. 2lber cs handelt sich um eine so grobe Ver­letzung der norwegischen Neutralität, daß sie schon als eine Provokation charakterisiert werden muß. Das, was geschehen ist, ist ein deutliches Beispiel dafür, was für Gefahren unserer Neutrall- tät von Seiten der Westmächte drohen.

SchärssteVerurteilummMien.

Mailand, 18. Februar. (DNB.) Der uner­hörte Dölkerrechtsbruch des britischen Angriffs auf das deutsche HandelsschiffAltmark" wird von der Ualienischen Presse aufs schärfste verurteilt. Der

macht tun. v. r

Die norwegische Regierung hat heute die Gesandt­schaft in London angewiesen, das Vorstehende der britischen Regierung mitzuteilen und einen ern­sten Protest wegen dieser groben Ver­letzung der norwegischen Territorial- gemässer einzulegen, die starke Verärgerung hervorgerufen hat, weil sich die Geschehnisse weit innerhalb eines norwegischen Fjordes ereignet und somit irgendein Irrtum über die Territorialgrenze nicht vorliegen konnte. Die Gesandtschaft ist beauftragt, M verlangen, daß die britische Marine angewiesen wird, künftig die nor- wegische Souveränität zu respektieren. Die Gesandt­schaft ist gleichfalls angewiesen, hinzuzufügen, daß die norwegische Regierung von der britischen Re- gierung erwartet, daß sie die Gefangenen der norwegischen Regierung auslie­fert und daß ein Schadenersatz erfolgt.

Popolo d'Jtalia" erklärt, die Lage sei ernst. Dee schwerwiegende Zwischenfall an der norwegischen Küste sei eine scharfe Mahnung an die Neutralen, mit allen Mitteln ihre Neutralität zu verteidigen und zu zeigen, daß sie nicht gewillt seien, schwei­gend die von England begangenen Rechtsverletzun­gen hinzunehmen. DieGazzetta del Popolo schreibt, während man in den neutralen Staaten von einem Akt der unerhörtesten (Seeräuberei spreche, der einer Marine, die sich immer als die Beschützerin" der kleinen Nationen und die pein­lich genaue Verteidigerin der Regeln des See­krieges hinzustellen bemühte, unwürdig fei, spreche man in England von einerprächtigen Aktion", die der englischen Flotte würdig sei. Es sei über­flüssig zu betonen, daß das britische Vorgehen bei den Neutralen größte Bestürzuna hervorgerufen habe, die darin ein Zeichen der Mißachtung jeder Grundsätze erkennen, für die zu kämpfen Groß­britannien bisher immer vorgegeben habe. In neu­tralen Kreisen halte man den Racheakt gegen bas deutsche Schiff eher als ein Zeichen der Schwäche als der Stärke.

zu ermöglichen.

Vie Opfer der britischen Mordtat.

Oslo, 18. Febr. (DNB.) Bei dem völkd-recht« widrigen Ueberfall der Engländer auf die Altmark im Iossina-Fjord in der Nackt vom 16. zum 17. Fe­bruar sind solgende Mannschaften des wehrlosen deutschen Handelsdampfers ermordet worden: Otto Stender, Fritz Bremer, Ralph Stef­fen, Waldemar Path, Walter Roten, Fvltz S ch i e r m a n n. Tödlich verwundet und inzwischen während der Nacht im Krankenhaus in Christian* sund gestorben ist der Steward Ernst Meyer. Christian Clausen und Walter A u g u st i n lie­gen noch schwer verwundet in dem Krankenhaus« Hans B e r n b f e n wird vermißt und ist wahr­scheinlich im Wasser schwimmend von den Enalän» dern abgeschossen worden. Heinrich Schüler, Hugo H o r st und Wilhelm Richert liegen schwer­verwundet rm Pensionat von Haug« Dalane bzw« an Bord derAltmark".

Brüssel, 18. Febr. (DNB.) Die brutale Ver­letzung der norwegischen Neutralität durch England Belgien größtes Aufsehen hervorgerufen. Sa Pays Nöel", man müsse sich fragen, was

schreibtPays Nöel", man müsse sich fragen, was die Engländer dazu getrieben habe, eine Tat zu be­gehen, die ganz deutlich ein Vergehen gegen bis Oberhoheit eines dritten Staates barfteile. Die Ver­antwortung für ben Zwischenfall falle ausschließ­lich auf den Chef der britischen Marine, Chur­chill, dessen Unüberlegtheit und Rücksichtslosigkeit den 91 eutraten schon schwere Sorgen bereitet habe. Möglicherweise handele es sich um den ersten eng­lischen Druckversuch, um die nordischen Länder zu beeinflussen. Aus jeden Fall stehe fest, daß bie Ak­tion gegen bieAltmark" der englischen Flagge keine Ehre mache. Der flämisch» Standaard" schreibt, daß es sich um eine klar« Schändung der norwegischen Neutralität handele. Die ZeitungVingtiörne Siöcle" meint, baß blo Verletzung der norwegischen Hoheitsgewässer durch England wahrscheinlich aus den Wunsch Englands zurückzuführen sei, die skandinavischen Staaten zur Aufgabe der Neutralität zu zm i n---

um ein aktives Eingreifen in i

gang des Jössing-Fjords drängte sich aber einer der Zerstörer dicht an dieAlt­mark" heran, wobei an Bord des Zerstörers die enterbereite Mannschaft deutlich zu er­kennen war. Darauf drehte ich scharf bei und lief in den Jössing-Fjord ein. Dem Zer-störer schien es zunächst nicht möglich, derAltmark" in den Fjord zu folgen.

Ich lief dann weiter in den Jössing-Fjord ein. Ein englisches Torpedoboot versuchte, mir nachzukom­men, aber die beiden norwegischen Torpedoboote legten sich am Eingang des Fjords zwischen mein Schiff und ben Engländer und hinderten so ben Zerstörer an der Einfahrt in ben Fjorb.

Als es dunkel geworden war, beobachleten wir, daß zwischen den beiden norwe­gischen Torpedobooten ein 65p i f f in den Fjord einfuhr, das wir zunächst für ein norwegisches Fahrzeug hielten, wir rie­fen das Schiff zu wiederholten waten an. Als Antwort erhielten wir das SignalWenn ihr nicht beidreht, eröffne ich das Feuer". Da waren wir uns klar, daß ein englischer 3er- störer die Sperre der norwegischen Torpedo­boote durchbrochen hatte. Der Engländer kam jetzt schnell achtern, steuerbord-längsseits. Die

nach sich ziehen kann."

Der Bericht des Kapitäns.

Heber den unerhörten Piratenakt englischer See­streitkräfte gibt der Kapitän des deutschen Damp­fers folgenden Bericht:

Di«Altmark" fuhr am 18.2. zwischen Sta­vanger und Christian,und in «nm ® stände von IVz Seemeilen an der norweg'ischen ttupe entlang. Sie wurde schon im Laufe des Tages wie­derholt von drei englische nF! u SS e uae n des Typs Blenheim überflogen, die verschiedentlich bis über dem Schiff und über der norwegischen Küste kreisten. Die Flugzeuge standen offensichtlich in Funkverbindung mit englis ck e n S«-st reit kraft« N. Nach kurzer h-nt -rlchnen ein englischer Kreuzer derAurora -Klasse mit fünf Zerstörern, die sich immer naher an die ,Mt mark" h ranschoben. Die beiden norwegstchen> T°r- pedaboot«, welche dieAtmark" begleiteten mie n di« Engländer verschiedentlich ab und traten auch mit den englischen Kriegsschiffen zu wiederholten Malen offensichtlich mit der Aufforderung, von der Atmark" abzulassen, in Verbindung

Ich versuchte, in die Nahe des Jos,'n« Fjords zu gelangen und mich zwischen d u ) Äd und Zi.e vorgelagerten M »u schieben und meine Fahrt sortzusetzen, weil ich mchtan die Mog^ lichkeit glaubte, daß die Engländer sich irt den1 m> wegischen hoheitsgewastern eines offenen Neutra Mtsbruches schuldig machen wurbem Hart am Em-

Empörtes Echo in Schweden.

Stockholm, 18. Febr. (DNB.) Die schwedische Presse gibt offen ihrer Entrüstung Ausdruck.<5tod- holms Tidningen" erklärt, baß durch den Vorfall eine bedrohliche Lage entstanden ist und verzeichnet die tiefe Empörung der Norweger.Svenska Dag- bladet" betont, der Vorfall sei ein Beispiel für den Druck auf die Neutralen durch ben rücksichtslos geführten englischen Handelskrieg. Es handele sich hier um vorsätzliche Verletzung von Norwegens Neu­tralität.Nya Dagligt Allehanda" 1^, unter aUen Umständen sei es offenbar, daß bie englische Regie» nma absichtlich und überlegt bie nor- we gische Neutralität verletzt, habeAfcknbladet be- leidmet die Motivierungen Churchills für bie Hand- lungsweise der Engländer als eine offenbare Aus- rebe. Die Engländer hätten in dem norwegischen Gebiet nichts zu suchen.

Norwegen kennt die Gefahr.

Oslo, 18. Februar. (DNB.) , Arbeiberblabet" schreibt: Man kann nicht davon absehen daß die Westmächte ein großes Interesse daran haben, die

Berlin, 17. Febr. (DNB.) Wie bereits bekannt- gegeben, haben sich englische Seestreitkräfte einer - unerhörten Verletzung der norwegi­schen Neutralität schuldig gemacht. Englische Seestreitkräfte versuchten, längsseits des völlig un­bewaffneten deutschen Hanbelsdampfers2111 - mark" im norwegischen Hoheitsgewässer 200 Meter oom Lande entfernt zu gehen, um bas Schiff zu entern. Um 23.07 Uhr legte ber Kapitän derAlt­mark" in einem Funkspruch an die deutsche Gesandt- schäft in Oslo schärfsten Protest gegen bas im höch­sten Maße völkerrechtswidrige Verholten ber eng­lischen Seestreitkräfte ein, vor deren gewaltsamen Vorgehen gegen bas unbewaffnete deutsche Handels­schiff innerhalb norwegischer Hoheitsgewässer ber Kapitän sein Schiff der Bedrängung des britischen Kriegsschiffes trotz Gegenwart zweier norwegischer Torpedoboot 200 Meter von ber norwegischen Küste entfernt nur durch Einlaufen in ben Jössing-Fjord entziehen konnte. Der Kapitän forderte zugleich ein ausreichendes Geleit für eine gesicherte Weiterfahrt. Dem deutschen Ge­sandten in Oslo wurde von dem Staatssekretär im norwegischen Außenministerium Bull erklärt, daß bie Admiralität beruhigende Zusicherungen gegeben habe. Auch die norwegische Admiralität gab die bindende Versicherung ab, daß für ausreichenden Schutz berAltmark" gesorgt sei.

Mm 0.55 Uhr meldete der Kapitän des deutschen Handelsdampfers der deutschen Gesandtschaft in Oslo, daß um 22 Mhr der englische Zerstörer Loffak" dieAltmark" im inner st en Fjord gekapert, geentert und die Besatzung des Schiffes überwältigt habe. Lin Teil der Bejahung fei, nachdem die Eng­länder rücksichtslos von der Schußwaffe Ge­brauch gemacht hatten, gefangengenom­men worden. Bei dem Gewaltakt hätte es auf Seiten der deutschen handelsschiffsbesahung Tote und Verwundete gegeben. Das deutsche Schiff sei auf Strand gesetzt worden. Mm 3.05 Mhr funkte der deutsche Kapitän, daß der Zerstörer auf die auf dem Lis befindlichen und Deckung suchenden sowie die im Wasser schwimmenden deutschen Matrosen ein wil­des Gewehr- und Maschinengewehr­feuer eröffnete. Die Zahl der auf diese Weise meuchlings ermordeten unbewaffneten deutschen Matrosen stehe noch nicht fest. An Bord selbst lägen vier Tote und fünf Schwer- verwundete.

Der deutsche Gesandte in Oslo hat daraufhin beim norwegischen Außenministerium schärfsten Pro­te st eingelegt. Die Protestnote hat folgenden Wort­laut:

Ich protestiere allerschärsstens gegen die Ver­gewaltigung des deutschen DampfersAltmark durch den englischen ZerstörerCossak" im innersten Jössing-Fjord, also innerhalb norwegischen Hoheitsgebietes, wobei deutsche Tote und Verwundete zu beklagen sind. Ich lege allerschärfste Verwahrung ein gegen bie unerhörte Verletzung des Völkerrechts in norwegischen Küstengewässern und dagegen, daß die norwegische Regierung unse­rem SchiffAltmark" keinen genügenden Schutz gewährt hat. Die Völkerrechtsverletzung findet nur noch in der Beschießung von Kopenhagen im Jahre 1807 eine Parallele. Sie ist in der Welt­geschichte einzig dastehend, und ich muß, unter Vor­behalt weiterer Forberungen meiner Regierung, darauf bestehen, daß ber frühere Zustand auf dem DampferAltmark", soweit dies nach den eingetre­tenen Verlusten möglich ist, sofort wiederhergestellt, der entstandene Schaden wieder gut gemacht wiro und gegen den Täter alle verfügbaren Kräfte ein­gesetzt werden. Ich muß darauf aufmerksam machen, daß es sich um die a 11 e r e r n st e st e S i t u a 11 o n handelt, die die schärfsten Konsequenzen

gedrückt, die bie norwegische Regierung über biefe grobe Neutralitätsverletzung c-mpfinbet.

plumper Cnilastungsversuch

Halifax protestiert bei Norwegen.

Amsterdam, 19. Yebr. (DNB.) Um das durch den unmenschlichen völkerrechtswidrigen Anschlag auf dieAltmark" schwer belastete internationale Ansehen Großbritanniens zu retten, wird jetzt plötz­lich eine Attacke gegen Norwegen in ge­niert. Die Londoner Sonntagspresse suä>t mit einzig dastehender Frechheit den völkerrechtswidrigen An­griff auf bieAltmark" wenigstens nach außen hin bamit zu rechtfertigen, daß Norwegen der Dorwur gemacht wird, seinenDerpflichtungenals neutraler Staat nicht nachgekommen zu sein. , , , .

Der Außenminister Lord Halifax hat sogar bei der norwegischen Regierung einen formellen Pro- t e ft erhoben, der fast wie die Androhung britischer Repressivmaßnahmen klingt.

Die Dölkerrechtsbrecher, bie den gemeinsten Mord auf dem Gewissen hoben, entblöbeii sich also nicht, jetzt auch noch papierne Proteste loszulassen. Damit wollen sie ihr blutbeflecktes Gewissen entlasten! Ab^r eine so plumpe Methode, durch verlogene Dor­würfe und unverschämte Drohungen sich nachträg­lich reinwaschen zu wollen, kann nirgends ver­fangen. England hat sich, wie die Stimmen aus aller Welt beweisen, durch den feigen Ueberfall au dieAltmark" blohgestellt und dürfte bald überall als der brutale Feind der kleineren Staaten er­kannt sein.

Schlimmster Sali der Neutralitälsverlehung.

Oslo, 18. Febr. (DNB.) Außenminister Koh t sprach am Samstagabend in Trondheim über bie gegenwärtige Lage und erklärte, daß sie für Nor­wegen vielleicht gefährlicher als die im Weltkriege sei.Wir sind , so sagte er,zwar in den meisten Kriegszwischenfällen nicht in der Lage gewesen, entscheidende Beweise für bie Verantwort- lichkeiten zu erbringen. Der schlimmste Fall ber Neutralit ätsverletzung aber ist ber

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