Ausgabe 
19.1.1940
 
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Freitag, G.ZanuarMV

Gießener Anzeiger (General-Anzeigrr für Oberhessen)

Ur. 16 Zweites Blatt

Aus der Stadt Gießen

Schweigen können.

tigfedt.

Bei Verdunkelung rechts gehen!

Der Schwochkopf.

Zahnbehandlungssanierung für den HL.-Iahrgang 1921

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag.

worden.

Es war erfreulich, zu vernehmen, daß, wenn auch

fere Ernährung gesichert ist. Der Krieg hat uns nicht überrascht wie 1914, wir brauchten im Ernährungssektor keine neuen Maßnahmen zu tref­fen, es ist nur notwendig, die Front der Erzeu­gungsschlacht zu erhalten. Dies bedeutet, daß wir die Erträge weiter zu erzielen haben, die durch die bisher getroffenen Maßnahmen ermöglicht wur­den. Die Zeit ist diesmal für uns, denn die ins Reich zuletzt heimgekehrten Provinzen waren einst Ueberfchußgebiete und werden unter unserer Füh­rung ihre alte Fruchtbarkeit bald wieder erreichen.

Höhere Ernten verlangen aber auch mehr Arbeit. Das Landvolk muß weiter auf Verständnis und Hilfe aller Kreise der Bevölkerung rechnen. Es braucht zu gewissen Zeiten hilfreiche Hände. Uns allen kann alber auch damit geholfen werden, daß mit dem Segen der Ernte sorgsam umgegangen wird. Denn die Parole der Er^eugungsschlacht hieß nicht nur:M ehr erzeugen! , und war an den Bauern gerichtet, sondern auch:Das Erzeugte sparsam verwenden" und diese Mahnung galt und gilt dem Verbraucher.

Prof. Sessous schloß mit dieser Mahnung seine aufschlußreichen Ausführungen, welche so er­freuliche Ausblicke auf unsere Ernährungslage bieten. Der starke Beifall bekundete dem Vortra­genden die Dankbarkeit seiner Hörer, denen hier mancherlei Blickmöglichkeiten auf das Gebiet wich­tiger ernährungswirtschafllicher Angelegenheiten un­seres Volkes erschlossen worden waren.

Am gestrigen Donnerstagabend fand im Großen Hörsaal der Universität der dritte wehrwissenschaft­liche Vortrag statt. Auch diesmal wieder begegnete die Veranstaltung außerordentlich starkem Interesse bei den vielen Hörern aus den Kreisen der Partei und der Wehrmacht, den Angehörigen der Fakul­täten und bei den Volksgenossen aus der Gießener Bevölkerung.

In fesselnder Weise sprach über das interessante Thema der Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzensicherung der Universität Gießen

profeffor Or.

her verbundenen deutschen Waffen, insbesondere aber auch von der Infanterie, sowie dokumenta­rische Bilder von einer ersten Rekrutenvereidigung in der befreiten Stadt Posen.

Heinrich Ludwig Neuner.

Oer Gesang als Heilmittel.

Ernährungssichemng im Kriege von der pflanzenbaulichen Seite betrachtet

Oer dritte wehrwissenfchastliche Vortrag unserer Universität.

Rach Eintritt ber Dunkelheit sind bei der allge­meinen Verdunkelung trotz der benutzten Leuchtzei­chen aller Art vielfach Zusammenstöße von Fuß­gängern auf dem Gehwege zu beobachten, die häufig schwerwiegende Folgen haben. Die Ursache

gen auf Halbmast.

Das Leben des Verstorbenen, den auch derOie- feen er Anzeiger" zu seinen Mitarbeitern zahlen Durfte, war ungemein reich an Arbeit, Erfolg und vielseitiger Ausstrahlung. Professor Gloel wurde in Cörbelitz bei Magdeburg geboren, er besuchte das humanistische Gymnasium, studierte deutsche und klassische Philologie in Halle und in Berlin, war zu Berlin und dann in Wesel im Schuldienst und kam am 1. April des Jahres 1900 als Ober­lehrer und Professor an das Gymnasium in Wetz­lar. Die Stadt wurde ihm zu einer zweiten Heimat, der er all seine Liebe und alle seine geistige Kraft widmete. Er wuchs bald über feine Tätigkeit als Schulmann hinaus und wurde ein Verkünder und Verfechter alles Edlen und Schönen. Mit all der ihm möglichen reichen Hingabe wandte er sich dem Studium der Zeit zu, in der Goethe einige Monate in Wetzlar weilte. Er forschte dem Geistesheroen nach und faßte seine Ergebnisse in Schriften zu« jammen, die eine wertvolle Bereicherung der Goetheliteratur darstellen. Er legte dar, was der Aufenthalt Goethes in Wetzlar für den großen Dichter bedeutete und hielt es in umfangreichen Werken (Goethes Wetzlarer Zeit" undGoethe und Lotte") fest. Außerdem erschien durch ihn ein Silhouettenbuch" als reizvolle Ergänzung zu die­sen Werken. Mit unendlicher Liebe betreute er die Gorthestätten. Darüber hinaus widmete er sich der Heimatforschung. Er belebte den Wetzlarer Ge­schichtsverein, er ordnete und bereicherte das Wetz­larer Heimatmuseum, dem er viel Arbeitskraft wid­mete. Die Stadt Wetzlar betraute ihn bald mit der Leitung des Museums. Durch seine Initiative kam eine Sammlung zustande, in der fast alle Werther- Ausgaben vereinigt sind, die je in den Kulturspra­chen unserer Erde erschienen sind. Bei der geistigen Lebendigkeit, die Professor Gloel Zeit seines Lebens auszeichnete, war es nicht verwunderlich, daß er auch durch den Wetzlarer Dom lebhaft herausge- fordert wurde. Er wandte ihm viel Studien arbeit : zu und faßte seine Ergebnisse in einem Werk zu-

Das Beiprogramm ist dem Hauptfilm würdig. 3n einem Kulturfilm von besonderer Schönheit wird man mit dem geheimsten Leben m einem unter Naturschutz stehenden Tümpel vertraut gemacht. Man sieht die reine Pracht der Seerchen und man­cher seltenen Pflanze mit schonen Muten, erfahrt von dem Klein-Lebewesen in ausgezeichneten mikroskopischen Bildern und wrcd nicht zuletzt auch durch das geschickt gesprochene Wort auf den Reich­tum der Natur hingewlesen, der allem schon m einem kleinen Tümpel offener wird. In der Wochenschau sicht man schone Bilder vom Mnter- sport, viele interessante Aufnahmen vom Einsatz

in der weitverbreitetenAngst vor dem Zahnarzt , in der Unkenntnis der den Zahnerkrankungen fol­genden Schädigungen des Magens, der Nerven, des Herzens ufw. zu suchen ist oder auch in der Gleich­gültigkeit vieler Eltern, die sich damit eine soziale Hilfe entgehen lassen, wie sie ihnen schwerlich noch einmal angeboten werden kann.

Es werden daher noch einmal die männlichen Jugendlichen zunächst des Jahrganges 19 21 mit Nachdruck aufgefordert, sich unverzüglich in Zahnbehandlung zu begeben. Behan­delt werden soll nicht nur der eine oder andere kranke Zahn, sondern das ganze Gebiß soll saniert werden, d. h. alle Zähne müssen gesund oder wenig­stens gefüllt und behandelt sein. Nicht nur die HJ.- Zahnärzte, sondern alle Zahnärzte und Denttsten in Hessen und Hessen-Nassau haben von ihren Be­rufsverbänden Richtlinien und Antragsformulare erhalten, erteilen Auskunft und sind berechtigt, die Untersuchung und Behandlung aufzunchmen.

Eltern sorgt dafür, daß die Zähne eurer Söhne behandelt werden! Kameraden ,bes Jahrganges 1921! Meldet euch zur Zähnuntersuchung und even­tuellen Behandlung, damit ihr gesund und wehr­fähig seid, wenn der Führer euch zum Heeresdienst

fammen.

Für allen Einsatz um Heimatforschung, um die Geschichte der Heimat, um Literatur und Kunst blieben für Prof. Gloel auch die äußeren Ehrungen nicht aus. Die Stadt Wetzlar ernannte ihn am 100. Todestage des großen Dichters, am 22. März 1932, zum Ehrenbürger. Eine besondere Auszeichnung wurde dem hochbetagten Gelehrten zuteil, als ihm, durch den Führer im Jahre 1936 die Goethemedaille verliehen wurde. Diese Ehre verschönte die letzten Jahre seines Alters und durfte ihn mit tiefer Be­friedigung erfüllen.

Der hochherzige Mann, der bis in seine letzten Tage am Geschick seines Vaterlandes lebhaften An­teil nahm, schloß die Augen in ernster Zeit. Ihm wird nicht nur in Wetzlar, sondern weit darüber hinaus ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben.

wort.

Das alte Volkssprichwort:Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", hat immer noch seine Gül- * H.

Manche Erwachsenen machen es wie die Kinder: cjne Ueberlegung, ohne irgend einen Gedanken an he Folgen schwätzen sie darauf los, und sie meinen runder, wie unterhaltsam sie wären. Daß Kinder Dicht schweigen können, wissen wir, und deshalb rerden ihre Erzählungen entsprechend eingeschätzt, kanz anders bei Erwachsenen. Es ist merkwürdig, rieviele Menschen Freude daran haben, etwas V6\es von andern zu sagen. Das Schlimme dabei it, daß sie meist nur halbe Wahrheiten verbreiten. $ie wissen oder fühlen das auch selbst, denn in ien meisten Fällen enden ihre Berichte mit dem öatz:Ich will nichts gesagt haben!" Sie haben cmas läuten hören, wissen aber nicht, wo die flocken hängen.

Das sind meist dieselben Menschen, die bei Un- ilücksfällen Händeringend dabeistehen und sich nicht tu helfen wissen. Nur ihr Mundwerk geht ununter- »rochen weiter. Daß man aber zupacken, daß man iwlfe leisten kann, ohne viel zu reden, das wissen je nicht. Für sie gilt in erster Linie das Wort: .Lerne schweigen!" Wir möchten hinzufügen:und sandle!"

Auch anderen sagt das Wort sehr viel. Wenn Ilch Sorgen drücken und du kommst in eine frohe Aesellschaft, sollst du dann reden oder schweigen? )a sitzen gute Bekannte und vertraute Freunde, ein ([einer Kreis voll Harmonie. Und du kommst und irMlst nur von deinem Leid. Da wird der Glanz, [er über dem kleinen Kreise liegt, schnell verschwin­den. Warum aber sollst du die Fröhlichen betrüben? Sir sollen, wenn wir an der Geselligkeit teilnehmen, [en gut Gelaunten spielen, uns genau so verhalten □ie die anderen, den Kummer für uns behalten :nb mit den Fröhlichen fröhlich sein.

Der Handlung lag ein Roman von Erich Eber­hard zugrunde. Der Verfasser arbeitete am Drehbuch mit. Die Regie (Hans Schwei kart) baute den Film in szenischer Hinsicht mit lobenswerter Klar­heit auf. In gleichem Geiste geschah die Ausstat- tuna, in der es kein Zuviel gab. Eine besondere Freude ist es, in diesem Film Teile der Fünften Svmphonie von Beethoven in ausgezeichneter Interpretation des Hamburger Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Dr. Hans Schmitt- Isserstedt zu hören. Die Photographie dient auf außerordentlichem Niveau dem Werk. Besonders eindringlich sind die Landschaftsaufnahmen ä.u Be­ginn, schön die Bilder aus Italien, eindringlich die Großaufnahmen von der Hauptdarstellerin.

Mit'gutem Recht darf gesagt werden, daß dieser Bavaria-Film mit zu den erfreulichsten Erscheinun­gen der letzten Monate zahlt.

Auf genügend breiten Gehwegen geht man inner­halb dieser rechts, auf Straßen mit schmalen Gehwegen benutzt man nur den in der Gehrichtung rechts gelegenen Gehweg.

Auf Landstraßen ohne Gehwege empfiehtt es sich dagegen l i n k s zu gehen. Auf der linken Stra­ßenseite kann man entgegenkommenden Fahrz^igen leicht und sicher ausweichen, während sich der Fahr­zeugverkehr gleicher Richtung rechts auf der rechten Straßenseitie abwickelt.

Fußgänger, befolgt diese Regel insbesondere bei Verdunkelung! Ihr bewahrt euch selbst und andere vor Schaden.

Professor Or. Gloel, Wetzlar t-

In unserer Nachbarstadt Wetzlar ist ein Mann aus dem Leben abberufen worden, der weit über die Mauern der ehemals freien Reichsstadt hinaus bekannt und hochgeachtet war. Der Heimatforscher und Heimatfreund Professor Dr. Heinrich Gloel ist im Alter von nahezu 85 Jahren gestorben. Er war Ehrenbürger der Stadt Wetzlar. Dom Wetz­larer Rathaus wehten aus diesem Grunde die Flag-

Zunächst gab er einen kurzen Rückblick über die Erzeugungslage nach dem Kriege, die trotz der Lehren, die aus der Blockade noch hätten in frischer Erinnerung bei den die Geschicke Deutschlands lei­tenden Mannern sein müssen, sehr stark auf aus­ländischen Einfuhren beruhte. Mit der Machtüber­nahme setzte schlagartig die nationalsozialistische Agrarpolitik ein, es erfolgte die Umstellung auf stärkste heimische Erzeugung. Sie kam zum Aus­druck in i)er Erzeugungsschlacht, die die Bauern zu höchster Leistung oufrief.

Der Redner zeigte an Hand zahlreicher, überzeu­gender Lichtbilder, wie auf allen Gebieten des Acker- und Pflanzenbaues eine kaum für möglich gehaltene Steigerung der Erträge erzielt werden konnte. Die Zuhörer wurden mit Den vielseitigen Möglichkeiten, welche zu einer dauernden Erhöhung der Ernte füh­ren und nicht zuletzt wissenschaftlicher Arbeit ihren Einsatz verdanken, bekannt gemacht. Eine sehr wich­tige Rolle bei der Sicherung unserer Ernährung spielt die Futtererzeugung aus deutschem Boden, um im Falle einer Unterbindung der Einfuhr vom Aus­land unabhängig zu sein. Gerade auf diesem Ge­biete sind ganz außerordentliche Erfolge erzielt

Schleimzug erst stockt, dann wieder das Versäum­nis durch übermäßige Absonderung nachgeholt wird, entsteht einerseits ein Gefühl der Trockenheit und passiert andererseits eine auffallend. große Menge den Kehlkopf, ein Vorgang, den jedermann bei Katarrhen der Luftwege erlebt.

Diese Wirkung der Stimme hat man erst durch den kranken Zustand erkannt, besonders das weit­verbreitete Asthma leiden entsteht in den meisten Fällen durch den Mangel genügender Stimmtätig- keit und artet zur Unerträglichkeit aus, weil die Schleimabsonderung hinter dem Bedürfnis nach An­feuchtung zurückbleibt. Eine Reihe von Krantheits- geschichten sowohl von Kindern wie von Erwach- jenen, die angeführt werden, zeigt, daß Stimm» Übungen auch in schweren Fällen von Asthma eine sofortige und dauernde Besserung bringen. Die Er­fahrung lehrt auch, daß Menschen, die nicht mit Rücksicht auf ein bestehendes Leiden planmäßig die Stimme zu üben beginnen, sondern nur zu dem Zwecke, sie zu verbessern, sich dann wohler fühlen als zuvor, sie sehen sich mitunter von kleineren Hebeln wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, akuten Katarrhen und anderen Störungen befreit. Man kann danach schließen, daß der Voltskörper durch das fast allgemeine Verstummen gesundheitlich ge­schädigt und gefährdet worden ist; das Volk fang früher viel mehr als heute, und es ist sehr zu be­grüßen, daß man entschlossen ist, hier verändernd einju'greifen und durch die Schule und durch Jugendorganisationen der planmäßigen Gesangs­übung und Stimmerziehung einen ihrer Bedeutung entsprechenden Rang einzuräumen. C. K.

Auf einer Abendgesellschaft, zu der auch der Dichter Victor Hugo erschienen war, waren die Gäste längst versammelt, die Übliche Essenszeit war überschritten, und noch immer ging man nicht zu Tisch. Ein naher Freund des Hauses, Vizepräsident des Senats, wagte es schließlich, die Hausfrau flüsternd nach dem Grund der Verzögerung zu fra­gen. Diese klagte ihm ihr Leid:Sehen Sie, wir waren vierzehn zu Tisch, aber im letzten Moment hat Herr T abgesagt. Ich habe nun nach einem vierzehnten geschickt, denn unter den Gästen ist jemand, der sich nie als Dreizehnter an den Tisch setzen würde ..." Einige Minuten später vertraute der Vizepräsident Victor Hugo an:Wissen Sie, warum wir nicht zu Tisch gehen? Weil irgendein Schwachkopf unter uns ist, der Angst hat, sich zu Tisch zu setzen, wenn wir dreizehn sind." Da richtete 1 ---- ' i voller Würde auf und sagte sster-

mchkopf ,# bin üW*

Diese Magd und werdende Künstlerin ist Bri- gitte Horney, die in jeder Szene nachweist, daß sie das Wesen der Magd aus ureigenster mensm- licher Tiefe gestaltet. Sie verleiht der Magd die Züge der herben Verschlossenheit, gibt ihr den Aus­druck des Schmerzes, der Trauer, der Derzweislimg, der Schaffensfreude, des Glückes, der künstlerischen Erfüllung und der tieferen inneren Befriedigung. Durch ihre unbestrittene darstellerische Kunstlerfchast zwingt sie die Menschen, die diesen Film sehen, m ihren Bann und fordert zum Miterleben auf. Un­nachahmlich wild und temperamentvoll erscheint sie in der Szene, da sie der Berliner Kunstgewerblerin das Geld aus der Hand schlägt, ungestüm äußert sich ihr Temperament in der rassigen Polka, die sie mit dem jungen Gutsherrn, den sie heimlich Ueol, in der Dorfschenke tanzt; erschütternd spiegelt ihr Gesicht das Erlebnis eines Symphoniekonzerts, das sie in Tränen ausbrechen läßt, ehrlich ist ihr C - staunen vor den Werken eines wahrhaften uno reifen Künstlers, und eindringlich vermag sie Die Ehrfurcht auszudrücken, die sie den Bildhauern des klassischen Altertums entgegenbringt, deren Werre sie auf einer glückhaften Äali-enrerje in Rom ken-

NSG. Da Schul- wie Reihenuntersuchungen der Hitler-Jugend, sowie die Musterungsergebnisse im­mer wieder ernste Mängel des GebißzustaNdes un­serer Jugendlichen aufdecken und auf den Schaden Hinweisen, der unserer Volkskraft durch die durch Gebißschäden hervorgerufenen allgemeinen körper­lichen Schädigungen erwächst, hat es das Gesund­heitsamt der Hitler-Jugend als Pflicht übernom­men, sich gerade auf diesem Gebiet nicht nur auf» klärend, sondern auch sozial helfend einzusetzen. So rief die hessen-nassauische Hitler-Jugend im No­vember vorigen Jahres alle männlichen Angehöri­gen des Jahrganges 1921 auf, sich zur Zahnunter­suchung bzw. zur Zahnbehandlung zu stellen. Die Finanzierung dieser Aktion ermöglichte ein Teil der Führergeburtstagsspende, im Vorjahr von den Lan- desoersicherungsanstalten und dem Reichsversiche­rungsamt zur Verfügung gestellt.

So ist die hessen-nassauische Hitler-Jugend in der finge, auf Antrag über den, Kostenanteil der Kran­kenkassen, Eltern usw. hinausgehenden Kosten der Zahnbehandlung für Angehörige des Jahrganges

Wenn heute Sport und Gymnastik aller Art be­günstigt werden, um dem Schaden entgegenzuwir­ken, das große Teile unseres Volkes fast nur eine sitzende Lebensweise führen, weil ihnen die Maschine den Einsatz der eigen en Kräfte ab ge nommen hat, so ist eine Tätigkeit, die den allergrößten Einftuh auf Wachstum, Kraft und Gesundheit des Körpers ausübt, bisher noch kaum herangezogen worden, die Stimme, deren wichtigste, fräftigfte und wirksamste Betätigung der Gesang ist. Aus diese Bedeutung der Stimme für die Gesundheit weift Dr. A. Thau- sing in der Wochenschrift für neue deutsche Heil­kunde .Mppokrates" nachdrücklich hin. An die San­ger legt man gewöhnlich nur einen geistigen, fünft- 'herrschen Maßstab an und achtet nicht auf ihre körperlichen hervorragenden Eigenschaften. Die be­deutendsten Sänger haben ausnahmslos einen hoch­gestellten Brustkorb, bei dem das Brustbein wäh­rend der Atmung stillsteht, und Bereinigen eine be­sonders zweckmäßige und weiträumige Atembewe­gung mit einer athletischen Haltung des Schulter­gürtels und feiner Muskulatur, des Fundaments der Armkraft. Diese Gestalt des Rumpfes haben als Säuglinge alle besessen, und die Sänger haben sie beibehalten, während die anderen sie verloren haben, sodaß bei ihnen die Stimme sich nicht zu Kraft und Schönheit entwickelt und der Brustkorb dadurch seinen inneren Halt verliert, einsiNkt und die flache Form annimmt, die man beim Erwach­senen als normal beurteilt.

Die Weiträumigkeit des Brustkorbs hat nicht nur große Bedeutung für das Wachstum der inneren Organe, die Lunge, das Herz und die großen Blut­gefäße, wie die mühelose große Atembewegung auch die körperliche Ausdauer ermöglicht, die Stimm- arbeit ist auch für die Gesundheit des Atmungs­organs, vor allem seiner weit ausgedehnten Schleim­haut wichtig. Der Schutz des Atmungsorgans be­steht in der Bedeckung der Luftwege mit Schleim, auf dem sich die staubförmigen Beimengungen der Luft niederschlagen, und in der Fortbewegung des Schleimes nach außen hin, und dabei wirkt die Stimme wesentlich mit; die Tätigkeit des Kehl­kopfes und die Vibration der Stimmlippen regt die , .

Absonderung der Schleimhaut an und beschleunigt I der Dichter sich in i die Bewegung der Schleimdecke. Nur wenn derl lic^Dieser Schwachkopf

nenlernt. Das alles ohne große Geste, ohne mi­mische Uebertreibung!

Neben einer Hauptdarstellerin von solcher Straft und Hingegebenheit an die Sache hat es Olga Tschechowa schwer, als geschäftstüchtige Ber­liner Kunstgewerblerin Kerstin ihrer menschlich so undankbaren Rolle zu einigem Ansehen zu verhel­fen. Earl R a d d a tz , als Gutsbesitzerssohn Joachim von Erken, bewegt sich sicheren Gefühls neben bei­den Frauen und weiß insbesondere in den Szenen mit seinem Freunde nicht nur einige Augenblicke stürmischer Heiterkeit auszulösen, sondern auch nach­denklichen Ernst zu vermitteln. Dem Freund Joachims und Förderer Dürthens^ dem Bildhauer Professor Wolfram, gibt Ewald Balser m kraft tiger Charakterzeichnung liebenswerte Zuge. Auch Paul Dahlke als Großknecht Thomsen, der m der Enge des dörflichen Daseins neben Durthen steht, vermittelt einen Menschen, der nicht übersehen wer­den kann. Die übrigen Rollen sind so besetzt, daß die künstlerische Geschlossenheit gewahrt bleibt.

Und wenn du wieder einsam bist und deinen Sorgen gogenüberstehst, dann fühlst du, daß die rohen Stunden nicht nur den andern genützt haben, unbern auch dir. Denn du hast Kräfte gesammelt, dir helfen. Deshalb schweigen, Waffenstillstand^ mit sich selbst abschließen. Urlaub nehmen von den Alltagssorgen, und dann wieder neu gefräftigt in ten Kampf. Das Reden bringt keinen Gewinn, son­dern das Schweigen.

So ist es in vielen Lebenslagen, auch wenn die rinspielungen knüppeldick kommen, dann hilft nur ; ine richtige Antwort: Das Schweigen! Und wenn ,icht gleich ein treffendes Wort einfallen will, der (,alte lieber still. Keine Antwort ist auch eine Ant-

Befreite Hände."

Dem neuen Film, der feit gestern im Gloria- -Palast gezeigt wird, liegt, ferne von allem Klischee, ein ungewöhnlicher Geoanke zugrunde: die Magd Dürthen, die auf einem großen Gute die Schafe hütet hat begnadete Hände, die schlicht und natür­lich zu gestalten vermögen! Die stille, verschlossene MaÄ» schnitzt, ungeschult, wie sie ist, aus Holz ein­fache Tierfiguren und schenkt sie den Kindern als Spielzeug. Im Dorfe lacht man über sie. ziber aUe Kinder haben sie lieb. Nur dunkel ist ste sich_lhrer Künstlerschaft bewußt. Erst als eine Berliner Kunst­gewerblerin in die Einsamkeit ihres dörflichen Le­bens einbricht (die dabei annimmt, das natürliche Geschick der Magd für ihre kunstgewerbliche Fabri­kation einzuspannen), glaubt Dürthen eine Mög­lichkeit zum Wandel ihres Geschicks zu erkennen. Sie läßt das Dorf hinter sich, fährt nach Berlin, erlebt ein halbes Jahr herber Enttäuschung, bis sie durch Zufall in den Bannkreis eines bedeutenden Bildhauers gerät, der der Künstlerschaft in il^ zur Entfaltung verhilft, und auch, über manche Klippp hinweg, ihr künstlerisches Gewissen bleibt. Aus der Hirtenmagd Dürthen wird eine reife und schöpfe­rische Persönlichkeit. Um ihrer künstlerischen Mission willen schlägt sie Liebe und mögliches Eheglück aus.

Stadttheater: 20 bis 22 Uhr ,Kinder auf Zeit". ' Gloria-Palast, Seltersweg:Befreite Hände". Lichtspielhaus, Bahnhofitraße:Der Opernball' Dderhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstel­lung im Foyer des Stadttheaters.

Sladttheater Gießen.

Heute abend findet die Erstaufführung des Lust- ivielsKinder auf Zeit" von Kurt Bortfeldt statt. ! Spielleitung Kari Volck. Es wirken mit: Elisabeth Leiprecht, Rose Stirl; Walter Erier, Viktor von Ischrneidler. Die Aufführung findet gleichzeittg als 16. Vorstellung der Freitag-Miete statt.

Ehrung verdienter Schulmänner.

Der Führer hat das goldene Treudienst-Ehren- Zeichen für 40jährige treue Dienste den an der Justus-von-LiebicsiSchule in Gießen wirkenden Stu- iiienräten Professor Dr. W. Heymann und Pro- ssessor W. Heymann, ferner das silberne Treu- Dienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste den «ebenfalls an der Justus-von-Liebig-Schule m Gie- stzen tätigen Studienräten Johannes Reinhardt und Erich Kurz verliehen.

noch h7-7u^ d° Lino Lücken klaffen, in die Breite zu diesen Zu,ammenstöhen kiegt nur darin daß die aesehen nicht zuletzt durch ausreichende Vorräte, Fußgäuger sich in den Städten Nicht an die Mst- welche die letzten Ernten anzulegen erlaubten, UN- verständliche Regel d^^Re^^s^eh^ns^halten^

1921 zu übernehmen.

Leider haben sich trotz dieser großzügigen Maß­nahmen immer noch Angehörige des Jahraanges , , 1921 zurückgehalten, fei es, daß der Grund hierfür braucht!