Ausgabe 
18.10.1940
 
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Ser kommende Handballkonniag

4. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

heraus!

der Mann.

Abschied.'

Anita sagte etwas von beschränkter Zeit.

,^d) weiß und will nichts wissen. Ein gewisser

mach mir keine Dummheiten!"

Was verstehst du unter Dummheiten?" .Verlieb dich nicht!"

Wäre das eine Dummheit?"

Das stellt sich immer erst hinterher Tjüs, Anni."

Tjüs, Peter, guten Appetit!"

befinden, wider. Selten vorläufige Entscheidung es einen Zwischenspurt,

ein Schatten. Anni entschuldigte sich und lief chm nach.

Du, das ist ein stinkfeiner Kasten, in den dich dein alter Bekannter verschleppt hat. Ich gehe in eine kleine Quetsche am Strand und packe meine Stullen aus, sonst ist unsere Reisekasse pleite. Wir treffen uns jetzt ist es neun Uhr sagen wir in zwei Stunden?"

Ach, Peter, warum wollen wir uns so fest ver­abreden? Ich bin vor Abgang der Fähre am Zoll."

Peters Gesicht zog sich in die Länge:Du, Anni,

Was heißt Appetit! Wolfshunger ist ein Dimi- nutivchen dafür. Amüsiere dich gut!" Peter schwirrte mit seinem Proviant ab.

Jetzt weiß ich wenigstens, wie meine alte Be­kannte heißt", sagte Erik Schmitterlöf lächelnd, als Anni zurückkam.Uebrigens schön, daß Sie Urlaub bekommen haben. Ihr junger Begleiter, der wie ein Wirbelwind heraufgebrckust kam, hat mir in einem Satz mehr erzählt, als Sie in der langen Zeit unserer alten Bekanntschaft. Die Seeiungfrau wird zu einem Mädchen aus Fleisch und Blut mit einem üblichen Schicksal. Schade."

Was ist schade?"

Daß Sie noch diese Nacht mit dem jungen Mann nach Schweden fahren. Ich sagte Ihnen schon vorhin, heute findet ein großes Fest zu Ehren meiner Landsleute statt. In allen Hotels wird ge­tanzt. Sehen Sie, schon werden die Lampions an­gezündet. Und da wollen Sie fort?"

Anni schwieg. Sie wollte ja gar nicht fort; sie wäre gern in Saßnitz geblieben. Aber es war un­möglich. Erstens, wie sollte sie das Peter Renz bei­bringen, ohne ihn zu kränken; zweitens, wie würde das Schmitterlöf gegenüber aussehen, wenn sie seinetwegen ihre Reise nach Schweden aufgab? Sie fühlte, daß sie mehr für ihn empfand als einfache Sympathie. Wenn sie ehrlich war, so mußte sie sich zugeben, daß es ihr sehr schwerfallen würde, jetzt so wegzugehen, als ob nichts gewesen wäre.

Bulgariens Fußball-Mannschaft für den Länderkampf mit Deutschland am kommenden Sonntag in München wird erst an Ort und Stelle ausgestellt. Folgende 14 Spieler werden die Reise antreten: Tor: Ananoff, Aldeff; Verteidiger: So- grafoff, Kitanoff, Radeff; Läufer: Petroff, Nedel- keff, Stambolieff; Stürmer: Milefi, Belopakoff, Nikoloff, Angeloff, Nikolieff und Eftimoff.

kommen sollen. Meer, Dämmerung dieser Mann im Strandkorb.

,^Ich habe noch eine Bitte", sagte Und die wäre?"

Trinken wir ein Glas Sekt zum

der sich die Mannschaften hat man so lange auf eine warten müssen. Stets gab der stets eine gewisse Klä- Diesmal aber fehlt beides.

Schwimmsportpionier Hans Luber ist im Alter von nur 4'8 Jahren in Berlin verschie- den. Er war einer unserer erfolgreichsten Wasser­springer vor dem Weltkrieg und belegte bei den Olympischen Spielen 1912 hinter Günther (Deutsch­land) den zweiten Platz im Kunstspringen.

Das Wetzlarer Lokaltreffen ist vollkommen offen, und auch über den Ausgang des Krofdorfer Spieles läßt sich keine Voraussage treffen. Hier ist nurx fest­zustellen, daß sehr wahrscheinlich der zukünftige Tabellenführer der 1. Klasse ermittelt wird, weil beide Einheiten ganz zweifellos die stärksten Kräfte auf sich vereinigen.

Lang-Göns ist im Augenblick zu stark, als daß ihm Großen-Linden gefährlich werden könnte.

Lich muß sich daranhalten, wenn es die im Vor- spiel erlittene Niederlage wettmachen will.

Well Klein-Linden im Vorspiel nicht antrat, muß es nunmehr auch den Rückkampf in Garbenteich bestreiten. Hoffentlich tritt die Mannschaft diesmal an!

hohe Ehrung der Mannschaft des Tv. Hochelheim.

Auf Grund des hervorragenden Einsatzes bei den letzten Meisterschaftsspielen der Bereichsklasse hat die Reichsführung des NSRL. 14 Spielern des Tv. Hochelheim das Leistungsabzeichen1940" in Bronze verliehen. Im Auftrage der Bereichsfuh- rung wird Bezirksfachwart Luh in einer besonde­ren Feierstunde den Spielern die hohe Auszeich­nung überreichen. Wir freuen uns, daß es auch wieder einmal einem Verein aus unserem Bezirk gelang, zu den Auserwählten zu gehören. Die Hochelheimer Handballer haben, darüber herr'cht wohl kein Zweifel, die außergewöhnliche Ehrung verdient, weil sie sich in einer Weise für unser Spiel eingesetzt haben, die als vorbildlich bezeichnet wer­den muß.

Ortszeit für dxn 19. Oktober.

Sonnenaufgang 7,.58 Uhr, Sonnenuntergang 18.21 Uhr. Monduntergang 8.43 Uhr, Mondaufgang 20.13 Uhr.

Frankfurter Schtachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 17. Okt. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41 bis 42,5, c) 36,5 bis 37,5, Bullen a) 43,5 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, Kühe a) 43,5 bis 44,5, b) 39,5 bis 40,5, c) 33 bis 34,5, d) 22 bis 25, Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 41 bis 41,5, Kcllber (Sonderklasse) 65,bis 70, andere Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 45 bis 50, d) 35 bis 40, Hämmel b2) 48 bis 51, c) 36 bis 44, d) 16 bis 30, Schafe a) 41 bis 44, b) 33 bis 40, c) 22 bis 32, Schweine a) 58, bl) 58, b2) 57, c) 55, d) 52, e) 50, gl) 58. Marktverlauf: alles zugetellt.

** Kriegsauszeichnung. Der Leutnant in einem Infanterie-Regiment Albert B ö tz aus Gie­ßen, Landgrafenstraße 4, der vor Amiens schwer verwundet wurde und sich gegenwärtig in einem Lazarett in der Heimat befindet, wurde für Tapfer­keit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Leutnant B ö tz war vor dem Kriege lange Zeit Unterbannführer und Gefolgschaftsführer 4/116 der Hitler-Jugend und Mitarbeiter der Kreis­leitung Wetterau in Gießen. Für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse aus­gezeichnet und zum Unteroffizier befördert wurde der Heinrich Hahn von hier, der als Scharführer dem SA.-Sturm 15/116 angehört.

** Biologische Lehrwanderung. Die Arbeitsgemeinschaften Biologie und Ernährung aus dem Walde des NSLB. veranstalten am kommen­den Sonntag, 20. Oktober, eine biologische Lehrwan­derung in die Wälder längs der Licher Straße unter der Führung von Professor Dr. F u n f. Gäste sind willkommen. Treffpunkt Bahnübergang an der Licher Straße (Kugelberg) um 9 Uhr.

** Verkehrssünder. Die Polizei schrill in der Zeit vom 4. bis 10. Oktober im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschl. des Polizeiamtes Bad-Nauheim-Friedberg, gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen, 3 gebührenpflichtigen und 7 ge­bührenfreien Verwarnungen, gegen sonstige Fahr­zeugführer mit 2 gebührenpflichtigen und 6 gebüh­renfreien Verwarnungen, gegen Radfahrer mit 4 . Anzeigen, 13 gebührenpflichtigen und 5 gebüh­renfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 4 gebührenpflichtigen und 8 gebührenfreien Verwar­nungen ein.

Erfolgreiche Heilkräutersammlung.

ch Hungen, 17. Okt. Die von Lehrer Zocke! verwaltete Bezirkssammelstelle Hungen der Reichsarbellsgemeinschaft für Hellpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung (RfH.) konnte bis jetzt 18 3,15 Kilo getrockneter Heil- und T e e k r ä u t e r an die Hauptsammelstelle des Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt a. M.-Höchst zum Versand bringen. Im einzelnen wurden abge­liefert: Kamille 39,6; Himbeerblätter 31; Schaf­garbe 28,05; Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) 22,3; Brombeerblätter 22,1; Johanniskraut 12,9; Brenn­nesselblätter 5,25; Odermennigkraut 5,25; Erdbeer­blätter 4; Huflattigblätter 2,5; Spitzwegerichblätter 2,3; Feldthymian 2,3; Birkenblätter 1,75; Pfeffer­minze 1,5; Lindenblüten 1,25 Maiblumenblätter 0,9; Taubnesselblüten 0,2 Kilo. Von den Schulen des Bezirks, die dieses vorläufige Gesamtergebnis auf­gebracht haben, steht obenan die einklassige Schule Nonnenroth mit 42,75 Kilo Trockengut. Es folgen: Volksschule Hungen 40,60; Volksschule Obbornhofen 25,20; Volksschule Utphe 21,50; Volksschule Steinheim 20,60; Volksschule Rod­heim 16; Volksschule Trais-Horloff 12,50; Volksschule Langd 4 Kilo.

Landkreis Gießen

= Lich, 18. Okt. Die Medaille für Volkspflege wurde verliehen dem Ortsgruppenamtsleiter der NSV., Hermann Walz, ferner Lehrer Karl Nickel und Karl Ludwig Eise.

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 19.30 bis 22 UhrAennchen von Tharau". Gloria-Palast, Seltersweg:Links der Isar, rechts der Spree". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Zwischen Leben und Tod".

Sladttheater Gießen.

Am heutigen Freitag wird die erfolgreiche Ope­retteAennchen von Tharau" wiederholt. Musika­lische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung: Harry Grüneke. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Chöre: Nadine Galla. 5. Freitag- Miete.

M We K WM

Um bie Kriegserinnerungsplakette.

Klein-Linden Hungen.

Die Spiele um die Kriegs-Erinnerungsplakette gehen ihrem Ende entgegen. Die aussichtsreiche Elf von Heuchelheim hat durch Nichtantreten in Hungen vorzeitig aufgegeben, so daß nur noch Steinbach oder Hungen als Endsieger in Frage kommen. Ge­lingt es Hungen, in Klein-Linden einen Sieg her- auszuholen, dann dürfte diese Mannschaft die größ­ten Aussichten haben, da Steinbach noch in Hungen anzutreten hat. Die Platzherren sind durch Abgang mehrerer Spieler geschwächt. Wenn auch der eigene Platz eine gewisse Rolle spielt, so glauben wir doch nicht, daß es ihnen gelingen wird, den Gästen den Sieg streittg zu machen.

Fußball in Oaubringen.

Daubringen L Steinbach L

Am kommenden Sonntag empfängt die I. Mann­schaft von Daubringen die gleiche des Sportvereins Steinbach. Beide Mannschaften lieferten sich am Sonntag zuvor in Steinbach einen spannenden Kampf, der knapp von den Steinbachern gewonnen wurde. Am nächsten Sonntag wird die junge Elf von Daubringen versuchen, die im Vorspiel erlittene Niederlage auszugleichen. Man erwartet ein schönes Spiel, dessen Ausgang völlig offen ist. Steinbach ist der derzeitige Tabellenführer der 2. Klasse.

Iugendfußball der Ep.-Dg. 1900.

Am kommenden Sonntag herrscht auf dem Platze der Spielvereinigung 1900 Hochbetrieb. Alle Jugend­mannschaften treten auf den Plan. Die 1. Jugend-

mannschaft empfängt die 1. Iugendmannschast des T. ll SV. Gladenbach. Da über die Spielstarke Des Gegners nichts bekannt ist, ist eine Vorhersage schlecht zu treffen. Die 2. Jugendmannschaft empfängt die gleiche des Tv. Heuchelheim und sollte einen knappen Sieg erringen können. Die jüng­sten empfangen die 1. Schüler des VfB.-Reichsbahn. Sie werden bestrebt sein, den im Vorspiel mll 2.0 Toren errungenen Sieg zu wiederholen.

Rurse Sportnotizen.

Iungbann-Mei st erschaffen im Fuß­ball, Handball, Hockey und Geräteturnen wurden von der Reichsjugendführung für das Winterhalb­jahr im Deutschen Jungvolk ausgeschrieben, um dem Leistungswillen der Pimpfe gerecht zu werden.

3000Kilometer £ie8e

Roman von Olly Boeheim

Der Kamps geht weiter! Das ist auch diesmal wieder die Parole der Handballer des Bezirks Gie­ßen, die nunmehr schon seit Monaten erbitterte Kämpfe um die Führung in den einzelnen Staffeln der Meisterschaftsrunde austragen. Weil sich bis jetzt keine Überlegenheit einer Mannschaft heraus­schälen konnte, bleibt das Interesse unvermindert bestehen. Man kann im Gegenteil sagen, daß es durch die Ungewißheit noch gesteigert wird. Nicht zuletzt aber spiegeln sich in dieser Feststellung die gleichmäßige Verteilung der Kräfte und^die hervor­ragende Verfassung, in

Vielleicht würde ich mich ganz gern mal fangen lassen? dachte Anita. Vielleicht hat das heute so und plötzlich

Jemand wartet auf Sie, einer, der das Glück hatte, Sie früher kennengelernt zu haben."

Ach nein", meinte sie leichthin, das ist nur ein guter Kamerad."

Aber er wartet"

Ja, er wartet."

Eine leise Musik klang aus der Halle. Anita legte den Kopf zurück und schloß die Augen.

Schön, was?"

Antta nickte:Wunderschön!"-

Plötzlich knatterte und krachte etwas die Sttaße entlang. Antta sprang auf.

Mir scheint, das Feuerwerk geht los", rief Erik Schmitterlöf.Sie müssen wissen, daß hier heute abend ein großes Fest stattfindet."

Ach ein", sagte Anni lächelnd.Das ist kein Feuerwerk, das rft mein Freund Peter Renz mit Onkel Franz."

Ach, bitten Sie die Herren doch herauf."

Antta neigte sich über die Brüstung:Peter, komm rauf, ich" sie stockteich habe einen alten Bekannten getroffen."

Peter Renz schob Onkel Franz unter eine Laterne, um Licht zu sparen und kam in drei Sätzen herauf­gerast.Anni, du bist ein Gemütsmensch", rief er lachend,ich wollte gerade eine Rettungsexpedition ausrüsten und dich aus den Wellen fischen lassen ach, Verzeihung mein Name ist Peter Renz Reklamemaler im Begriff, die skandi­navische Halbinsel mit modernen, geschmackvollen, unaufdringlichen und doch haftenden Reklamebildern zu versehen."

Erik Schmitterlöf. Sehr erfreut, bitte nehmen Sie Platz; aber wollen Sie Ihren Herrn Onkel nicht auch heraufbitten?"

Lieber nicht, Herr Schmitterlöf, ich habe ihn vorläufig unter die Laterne gestellt, wissen Sie, Steigungen fallen ihm an sich schon schwer, und die Treppe würde er bei seinem Asthma bestimmt nicht schaffen. Alten Herren geht leicht die Puste aus. Uebrigens muß ich Sie bitten, mich einen Augenblick zu entschuldigen, ich habe nämlich in der Seitentasche von Onkel Franz etwas vergessen."

Ach, Ihr Wagen heißt Onkel Franz", lachte Schmitterlöf.

Erraten", schrie Peter Renz und war fort wie

sxeude strahlte, Lachen und Frohsinn. Neulich war es eine Volksgruppe, dann BDM., Schulkinder, Werkkapellen, Gesangvereine, heute eine KdF- Gruppe. Man bringt uns allwöchentlich Blumen, etwas zu lesen, Kuchen und andere leckere Sachen. Dankbar werden Unterhaltung und Gaben ent­gegengenommen.

Und von noch etwas anderem will ich kurz er» iählen: Dor einiger Zett konnte von einem Wett- piel unserer jungen Aerzte gegen die Santtäts- oldaten und der großartig gelungenen Unterhal­tung der Zuschauer berichtet werden. Hier kam es weniger auf das Können, als vielmehr auf den Willen, uns frohe Stunden zu bereiten, an. Daß dies richtig verstanden wurde, zeigte die anschlie­ßende Sammlung für das WHW. und deren nam­hafter Betrag von dankbaren Spendern, den Ver­wundeten.

So sehen wir in diesem Kriege, wie sich mehr als je die Menschen näherkommen, gegenseitiger Ein­satz, Volksgemeinschaft.

Und wir werden glücklich sein, wenn wir, gesund entlassen, uns wieder für unser Volk einsetzen und in die Front der Kameraden einreihen können. K. S.

Mir scheint", sagte er dann mit komischem Ernst, Sie brauchen sich nicht mehr sonderlich anzustren- gen. Ich bin schon völlig in Ihrem Bann."

Macyt Sie das so traurig?" fragte Anita spöt­tisch. Der Leutnant bemühte sich, verzweifelt aus­zusehen.Sie sind gewiß nicht das erstemal in die­ser Lage, Herr Leutnant, nicht wahr?" Anita machte ein wissendes Gesicht. ,Hhre vieljährigen Er­fahrungen auf diesem Gebiet werden es Ihnen leicht machen, jeden Bann zu lösen."

Sie sprechen weise wie Neptun persönlich", er­widerte Erik Schmitterlöf,aber das ist es ja eben: einer Meerjungfrau wie Ihnen bin ich nämlich noch nicht begegnet" Seine Augen blitzten sie an, und Anita wußte einen Augenblick lang nicht, ob er Scherz oder Ernst machte.Es gibt nur Mittel, Ihren Zauber unschädlich zu machen, kleine Nixe", sagte Schmitterlöf listtg und sah Anita tief in die Augen.

Das Mädchen zwang sich, den Blick auszuhalten und meinte harmlos:Da bin ich aber gespannt!"

Ganz einfach, Sie müssen sich in mich verlie­ben." Seine Stimme hatte einen beschwörenden Ton.Dann find Sie für immer an mich gefesselt und dürfen nicht mehr in Ihr Element zurück."

Anita war ein ganz klein wenig rot geworden. Der Leutnant konnte es im Dunkeln bestimmt nicht sehen. Außerdem war ihre «Stimme ganz fest, als sie lachend sagte:Den Gefallen werde ich Ihnen aber nicht tun, Herr Leutnant. So leicht fängt man Nixen nicht."

rung im Gefolge hatte.

Am Sonntag stehen sich gegenüber:

deutsche Gleichwellennetz auf Welle 1330 Kiloherz = 225,6 Meter, das schlesische Gleichwellennetz auf Welle 1231 Kiloherz = 243,7 Meter und die Welle des Reichssenders Graz auf 886 Kiloherz -- 338,6 Meter hören können. Die Hörer im Westen und Süden des Reiches werden besonders darauf hin­gewiesen, daß infolge der neu getroffenen Anord­nung diese bisher im Westen und Süden nicht hör­bar gewesenen Sender in den meisten Teilen des Reiches gut empfangen werden können.

Annahme Untersuchungen für die Waffen-^ und Schutzpolizei. Am kommenden Sonntag, 20. Oktober, um 8 Uhr, finden in Gießen, 83. ^-Standarte, und am Montag, 21. Oktober, um 14 Uhr, in Alsfeld, ^-Dienststelle, Lutherftraße, Annahme-Untersuchun­gen statt. Angenommen werden Freiwillige für: 1. ^-Verfüaungstruppen (einschließlich ßeibftanbarte ffAdolf Hitler". Mindestgröße 170 cm. 2. ff-lotentopf ft anbarten: a) mit Dienstzettverpflichtung (12 Jahre, Lebensberuf: Polizei ober Wehrbauer), Minbestgröße: 168 cm mit 17 Jahren; b) ohne Dienstzeitverpflichtung (bevorzugt SA.-Männer unb Parteigenossen); 3. Schutzpolizei: Ungebiente Männer. Geeignete Bewerber können sich bei ber Annahme-Unter­suchung als Freiwillige melben.

Vereichsklasse:

Garbenheim Mto. Gießen Dornholzhausen Hörnsheim Lützellinden Katzensnrt Hochelheim Kirch-Göns. z Garbenheim hat es nicht leicht, gegen die Gäste aus Gießen zu bestehen. Die Mannschaft hat sich recht gut eingeführt und trotz ihrer beiden Nieder­lagen bis jetzt recht ansprechende Leistungen gezeigt. Kommt es in Dornholzhausen zu dem erwarteten Großkampf oder wird eine der beiden Mannschaften schon vorher kapitulieren? Das ist die Frage, die im Vordergrund des Interesses steht. Vielleicht kann sich Hörnsheim behaupten, vielleicht aber muß es seine erste Niederlage hinnehmen.

Eine Voraussage des Spieles in Lützellinden ist schwer. Beide Gegner haben Chancen, beide können darum auch den Sieger stellen. Die bessere Einheit wird Sieger bleiben.

Spielt Hochelheim auch diesmal wieder in der Form des Vorsonntags, dann ist die heikle Ange­legenheit geklärt. Denn es ist kaum anzunehmen, daß Kirch-Göns dann an das Können der Platz­besitzer heranreichen wird. Läßt die Mannschaft aber nach oder nimmt sie das Treffen zu leicht, wird die Ueberraschung keineswegs ausbleiben.

1. unb 2. Klasse:

Wetzlar Niedergirmes Krofdorf (Brüningen Garbenheim Nauborn Großen-Linden Lang-Göns Lich Beuern Garbenteich Klein-Linden.

Bilanzbuchhallerprüfung im Herbst 1940.

Im Monat November wirb in Frankfurt a. M eine Bilanzbuchhalterprüfung durchgeführt. Arbeits­kameraden, die die notwendigen Vorkenntnisse auf- weisen, können sich bei der Deutschen Arbeitsfront Kreiswaltung Wetterau, Abtc lang für Berufs­erziehung und Betriebsführung Gießen, nähere Aus­kunft holen. 4686D

Schaffende sammeln - Schaffende geben!

Die Deutsche Arbeitsfront sammelt am 19. und 20. Oktober für das 2. KriegswinterhUfswerk des deutschen Volkes. Jeder schaffende Deutsche wird es als seine Pflicht ansehen, an diesen Tagen nach besten Kräften sein Opfer zu geben. Das Opfer der Heimat hilft der feldgrauen Front zum Sieg, der die Freiheit unseres Volkes und seine sozialistische Lebensgestaltung sicherstellt.

Wer will Offizier werden?

«Schüler höherer oder dieser gleichzuachtenden Lehranstalten, die den Offiziersberuf anstreben und sich zur Zett in ber 7. Klasse befinben, können sich in ber Zeit vom 1. November 1940 bis 1. Juli 1941 bei dem für ihren Wohnsitz zuständigen Wehr­bezirkskommando zur vorläufigen 'Annahme als Bewerber für die Offizierslaufbahn melden. Hierbei können Wünsche für eine bestimmte Waffengattung oder einen bestimmten Truppenteil vorgebracht wer­den. Ueber die endgültige Annahme und Zuweisung entscheidet das Heerespersonalamt auf Grund der Gesamtoffiziersersatzlage des Heeres im Laufe des September 1941. Voraussetzung für die Einstellung voraussichtlich Oktober 1941 ist der Besitz des Reifezeugnisses und die Vollendung des 17. Lebens­jahres sowie die Verpflichtung zum Dienst in der Wehrmacht auf unbegrenzte Dienstzeit. Alle weite­ren Einzelheiten enthalten Merkblätter, die bei den Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und Ar­beitsämtern erhältlich sind.

Runfrfunffrörer Achtung'

Bei Beginn ber Dunkelheit ist ein Teil her deut­schen Sender infolge der besonderen technischen Be­dingungen, unter denen zur Zeit gesendet werden muß, schwer oder gar nicht in Deutschland zu empfanaen. Mit Sicherheit aber werden die deutschen Hörer bei Dunkelheit die Wette des Reichssenders Breslau 950 Kiloherz = 315,8 Meter, das nord-

Aber das konnte sie ihm doch nicht zeigen. Wußte sie denn, ob er sie liebte? Der Kellner brachte den Champagner.

Kommen Sie, Fräulein Anni, wir wollen Sekt trinken; dann werden Sie wieder zur Nixe, die einen armen «Seemann verzaubert hat. Ich will nicht wissen, wohin Sie fahren, mit wem und maruftt Aber diese Nacht wollen wir tanzen!"

Ja, diese Nacht!"

Die Hotelterrasse war noch leer. Leicht und schmeichlerisch klang die Musik herauf. Schmitter­löf faßte Anni um. Der Mond stand riesengroß über dem blassen Meer, ein gewaltiger Lampion, der sich sichtlich anftrengte, die menschliche Konkur­renz zu schlagen. Unten wurde es lebendig. Weiße Gestalten tauchten auf; die jungen Matrosen zogen in einem Fackelzug durch die Straßen.

Allein auf einer einsamen Insel tanzen wir beide", sagte Erik Schmitterlöf.

Aus einem einsamen «Stern", lächelte Anni.

Hoch über dem Meer"

Und dicht unter dem Himmel"

Sie tanzen wie ein Traum"

Mir ist auch, als ob ich träume*

Mir auch, einen wunderschönen Traum! Wenn man träumt, darf man alles sagen, alles tun, nicht wahr?"

Ich weiß nicht!"

Doch, kleine Nixe. Es ist ja alles unwirklich. Du brauchst es nicht zu glauben, wenn ich sage, ich liebe dich"

Wenn ich's aber glauben möchte?"

Das Cello fang mit dunkler Stimme eine ver­haltene Melodie. Der Mann blieb stehen unb neigte sich über den roten Mäbchenmunb, ber ihm wie eine blaffe Blume aus bem Halbdunkel entgegen- blühte. Sie gab sich dem Kusse hin. Bald roirbe alles vorbei fein, wenn der Mond, dieser alte Ma­gier, sein gelbes Gesicht ins Meer tauchte. -Tetzt wollten sie sich feinen dunklen Verzauberungen hin­geben. «Sie stießen an. Gelb perlte der Sekt in bem fahlen Monblicht.

Auf biefe Nacht!" «Sie tranken die Gläser leer. Erik «Schmitterlöf füllte sie von neuem.

Dann sagte er plötzlich:

Wollen wir hinuntergehen an den Strand?"

Ja." ,W

(Fortsetzung folgt.)