Ausgabe 
18.10.1940
 
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§reltaz.18. ©«ober (940

(90. Jahrgang Kr.247

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Giehener Anzeiger

mJKSaw General-Anzeiger sür Oberhessen Sdiulftrafee 7-9

-*1 Xi:

Oie deutsche Militärmission in Bukarest

Ham»

Llu. zahlreichen Stellen vor der britischen Küste legten Flugzeuge Minen.

Am Destausgang des Kanals wurden wiederum einige feindliche Kriegsfahrzeuge, die sich der Küste zu nähern versuchten, durch das Feuer unserer THarineartiUetie zum Abdrehen ge­zwungen.

Lin U-Boot versenkte aus einem Geleitzug drei bewaffnete Dampfer von zusammen 21 000 BKI-, darunter einen Tanker von 10 000 BRT.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 17. Oktober im Reichsgebiet Bomben, ohne militä­rischen Schaden anzurichten. Dagegen wurden erneut in verschiedenen Städten Wohnviertel getroffen, wo­bei u.a. in Kiel eine Anzahl Häuser beschädigt wurde.

fein britisches Flugzeug wurde In der letzten Nacht schon vor Erreichen der Reichsgrenze durch die Ab­wehr zum Absturz gebracht, ein weiteres Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. Marineartillerie schoß

Unser Bild berichtet von der Kranzniederlegung der Mission am Grabmal des Unbekannten Soldaten in der rumänischen Hauptstadt am Tage der Ankunst der Mission. Links sieht man den Kommandanten der deutschen Militärmission, General der Kavallerie Hansen, rechts Generalleutnant Spetdel von der deutschen Luftwaffe. (Allantic-M.)

Madrid, 18. Oft (Europapreß.) Der Lon­donerABC"-Korrespondent Louis Calvo berich­tet seinem Blatt noch interessante Einzelheiten über das Londoner Bombardement in der Nacht zum Mittwoch. Nach seiner Ansicht kann dieser Angriff als der fürchterlich sie des bisherigen deut­schen Lustkampfes gegen England angesehen wer­den. Nicht weniger als 39 aufeinanderfol- aende Angriffe ließen die Stadt in chren Grundfesten erbeben. Ein berühmter Platz der britischen Hauptstadt, den der Korrespondent offen­bar wegen der britischen Zensur nicht nennen darf, ist in einen einzigen Trümmerhaufen verwandelt worden.Die deutschen Apparate", so fabelt der Korrespondent,f 11 e g en immer niedrig e r, um <o todsicherer ihre Bombenlast abwerfen zu können. Cs gibt ganze GejchwL-

Der Wehrmachlberichl vom Donnerslag.

Berlin. 17.OtL (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe setzte trotz ungünstiger Wetterlage ihre Angriffe auf Loudon und andere kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südeng - land fort Besonderen Erfolg hatte der Bomben­wurf auf einen Flugplatz südlich Liverpool. 3n einem Rüstungswerk Mittelenglands gelang es, mehrere hallen und Werkstätten durch schwere Bom­ben in Brand zu sehen.

Mit einbrechender Dunkelheit nahmen die B&r- geltungsangriffe auf die englische Haupt­stadt wieder größeren Umfang an. Bomben aller Kaliber wurden bis zum Tagesanbruch auf

Zehn furchtbare Stunden."

Was spanische Korrespondenten während eines Tlacht-Bombardements erlebten

der, die geradezu mit klassischer Geometrie ihre Objekte erreichen . So könne man feststellen, daß in einer verkehrsreichen Straße im Zentrum Lon­dons die Bomben wie mit einem Lineal g e z og e n im bestimmten Abstand systematisch ge­nau einschlugen.Es regnet in der Nacht wahr­haft Bomben. Der Lärm der Bomben und das Abwehrfeuer der britischen Artillerie, das Pfeifen der Granaten und die Explosionen sind so fürchter­lich, daß die Nerven der Londoner zu bersten drohen. In einem Untergrundbohnschacht, der als Luftschutzraum verwendet wurde, hat es in der Nacht zum Mittwoch eine Überschwemmung gegeben, bei der verschiedene Personen ertranken. Die Telephonverbindungen der Stadt funktionieren nur noch an einzelnen Stellen. Das Leben in Lon­don ist so unmöglich und unbequem geworden, daß

Deutsch-tschechisches Zusammenleben

Von unserem G. v. S.-Äerichierstaiier.

Prag, im Oktober 1940.

Unter dieser Ueberschrift besaßt sich das Prager tschechische TagesblattPoledni List" ausführlich mit der Geschichte der jahrhundertealten deutsch­tschechischen Beziehungen. Obgleich die Aufzählung längst bekannter historischer Tatsachen an und für sich nichts überraschendes bringen kann, so ist es Doch zweifellos auch für den Deutschen Leser sehr nützlich, sich alle jene Daten in Erinnerung zu rufen, die erst recht die heutige Eingliederung der böhmischen Länder in das Großdeutsche Reich als die Folge einer naturgemäßen historischen Entwicklung erscheinen lassen. Die Sprache der Geschichte ist in diesem Falle so eindeutig, daß sie alle Propagandakunststücke des Herrn Benesch und seiner Genossen wie ein Besen den Mist zur Seite schiebt. Diese Leute huldigten meiner Theorie, die in der tausendjährigen Geschichte des tschechischen Volkes keinen Anhaltspunkt findet und dem wirklichen Interesse dieses Volkes zuwiderläuft. Wie oft find in der letzten Zeit diese natürlichen Tatsachen an­geführt worden, die nur ein blinder haß ablehnen kann, der gegen fein besseres Wissen Vernichtung und Unglück verbreiten möchte.

Die Geschichte der tausendjährigen deutsck-tscke- chischen Beziehungen ist aber auch deshalb be­lehrend, well ihre wahre Darstellung alle Fehler und Irrtümer der Vergangenheit enthüllt, welche die natürliche europäische Entwicklung durch Jahrhun­derte hindurch verzögert haben. Sie erweist mehr als alle anderen Debatten die Mission des deutschen Volkes, die von allem Anfang an in der Bekämp­fung des unglückseligen europäischen Partikularis- mus lag. Einmal war es die Religion, ein ander­mal die Sprache, die Mitteleuropa nicht zur Ruhe kommen ließ. Glorreiche Dynastien wetteiferten Jahrhunderte hindurch im Wettbewerb, wer von ihnen dem deutschen oder dem tschechischen Bauern am besten das Fell über die Ohren oder vielmehr die haut vom Leibe ziehen könnte. Alle diese Krea­turen wurden von der Geschichte beiseite gefthoben, und was da noch übrig blieb, wird ehestens folgen.

Gemeint sind z. B. jene erleuchteten Köpfe der Wirtschaft, die auswirtschaftlichen" Gründen gegen die Schaffung eines Großraumes sind, den das Reich getreu feiner historischen Mission errich­ten will. Diese Mission wird aber diesmal ihre Erfüllung finden, da Europa leben will und leben muß. Alle Wirtschaftsstrategen, die sich dieser Ent­wicklung widersetzen, werden hinweggefegt. Ihr Traum war es, Europa in einem Zustand zu er­halten, der im Fortbestand möglichst vieler Zoll­grenzen der Weisheit Krönung fand. Bald war es so bald war es anders, aber immer so, daß die Zölle an dem Wohlstand der Völker nagten und ganze Staaten in die unterwürfigste Abhängigkeit von Leuten brachten, die tausende Meilen weit ent­fernt, diese Völker gar nicht zu Gesicht bekamen. Das alles nannte man Freiheit des Handels, Frei­heit der Siedlung und zum SchlußDemokratte". Das Sinnbild dieser Demokratie waren nebst an­deren auch dieNationalbanken" der Zwergstaaten, die auf die Art der mittelalterlichen Städte das Recht zur Ausgabe von Geldscheinen besaßen. Die Unterlage dieser Scheine war natürlich seit ihrem Bestand das Gold, das der liebe Herrgott wunder­barerweise nur dort wachsen ließ, wo die angel­sächsische Rasse sich niederzulassen pflegte.

Die Engländer sind fromme Christen, die das ar­beitende Europa in der weiten Well vertraten. Mit welch großem Erfolg, soll nicht bestritten werden. Es gab wohl noch nie einen Vertreter ober eine Vertretung, die soviel verdient hätte, wie England an der Vertretung der FirmaEuropa" verdient hat. Begünsttgt wurde diese Entwicklung durch die ewigen Zwistigkellen, die zwischen den Mitgliedern der europäischen Famllie herrschten, und die der gewissenloseVertreter" immer von neuem zu schüren verstand. Damit wird es aber nun Schluß! Die europäische Famllie kündigt die angelsächsische Vertretung im Ausland und wird ihre Geschäfte in eigene Regie übernehmen. Zu diesem Zweck müs­sen aber einige Voraussetzungen erfüllt werden, so

oder so! .

Die erste besteht in der Vernichtung des Partikularismus, der zugunsten einiger Parasiten errichtet wurde und verewigt werden sollte Das deutsche Volk erfüllt seine Mission mit offenem Visier und starker Hand. Die Zett liegt nicht zu fern, da ihm einst das geeinte Europa dafür Dank wissen wird. Aus der altertümlichen Truhe ziehen wir aber die Daten heraus, welche die Mei­lensteine auf dem Wege dieser Entwicklung waren: Die erste Eingliederung der böhmischen Lander ins Deutsche Reich vollzog sich im Jahre 845. S^voll- zog sich freiwillig, als sich die bohnnschen Fürsten Spithnev und Wrattslav unter den Schutz des ost- stänkischen Reiches stellten. Den Heiligen Wenzel verband Freundschaft mit Heinrich dem Vogler, und er war so der Begründer der Tradition, diein Der engsten Anlehnung an das Deutsche Reich bestaick. Der Versuch des Fürsten Boleslav, das tschechische Volk andere Wege zu führen, fdjriterte, so daß be­reits im Jahre 955 tschechische Soldaten Schulter an Schulter mit deutschen Soldaten gegen Die Un­garn kämpften, 1085 erhält Fürst Wrattslav III vom Kaiser Heinrich IV. die Königswurde In den vielen Streitfällen der Premysliden - wirkten Die deutschen Kaiser als gerechte Schiedsrichter^Sobies- lav I. ist der erste böhmische Fürst, der auch formal in den deutschen Bund eintritt und mttberechttqt bei der Wahl des Kaisers wird. Premysl Otakar I. erhält die erste erbliche böhmische Königswurde vom Kaiser. Es folgen Wenzel HL, Johann Luxemburg und Karl IV., die alle das Verhältnis der böhmi­schen Länder zum Reiche posttio auffaßten und ver- '"s°we» der ..Poledni List". Leider fehlt die Fort- setzung: wenn auch die Hussitenkriege eine längere Unterbrechung der guten deutsch-tschechischen Be­ziehungen brachten, so machten doch die böhmischen Länder die protestantische Bewegung von allem

Anfang an mit Den religiösen Kämpfen ist frellich zuzuschreiben, daß der Gegensatz zum Deutschtum im tschechischen Volke Fuß fassen konnte. In dieser Hinsicht war die Polittk der Dynastie Habsburg nicht nur für die böhmischen Teile Des Deutschen Reiches unheilvoll. Wie stark der Widerwlllen des tschechi­schen Volkes gegen die Habsburger waren, beweist noch die neueste Zeit. Der Antagonismus gegen das Deutschtum ist zum großen Telle durch die religiösen Verfolgungen in Böhmen ausgelöst wor­den, da Die katholischen Verfolger im Dienste Habs­burgs ebenso wie die lutheranischen Freunde meist Deutsche waren! In der Fortsetzung tonnte eine Be­friedigung nicht erreicht werden, da die Habsburger- Dynastie einer Lösung eines Problems solcher Trag­weite nicht gewachsen war und außerdem nur selbst­süchtige Ziele verfolgte. Seit der Bildung des Deut­schen Reiches im Jahre 1871 griff eine Entwicklung Platz, die unter dem Einfluß der Ideen der fran­zösischen Revolution stand, die vom Reich eines Metternich und seiner Nachfolger nur mit armseligen Polizeimethoden bekämpft werden konnte, Oester­reich nahm an der modernen Entwicklung nur in geringem Maße teil und ließ den allen Metternich­geist noch dann in Geltung, als es beretts offenbar

wurde, daß dieser zum Zusammenbruch der ganzen Monarchie führen müsse. Auf der Gegenseite aber stand das nationale Ideal eines kleinen Volkes, das von den Habsburgern einfach nicht zur Kenntnis genommen werden wollte. Historische Reminiszen­zen trugen dazu bei, daß der Gegensatz immer stär­ker wurde. Gewissenlose und halbgebildete Men­schen betrieben eine Agitation, die habsburgerfeind­lich und deutschfeindlich zu gleicher Zeit war. Das war der große tschechische Irrtum, dem sich am Ende des 19. Jahrhunderts fast das ganze Volk hin­gab. Es ist der Arbeit einiger tschechischer Geschichts­schreiber zu danken, daß es zu dieser Einstellung überhaupt kommen konnte.

Die heutige Ordnung ift von der vergangenen grundverschieden. Die böhmischen Länder bilden ein Ganzes, das Protektorat genannt wird. Dieses besitzt eine autonome Stellung im-Rahmen des Großdeutschen Reiches, demnach eine Selbstän­digkeit, wie eine solche dem tschechischen Volk von den Habsburgern nie eingeräumt wurde. Die Zwan­zigjährige Episode der Tschecho-Slowakischen Repu­blik steht vereinzelt und ohne natürlichen Zusam­menhang in der Geschickte des tschechischen Volkes da. Sie war kein natürliches Gebilde, sondern nur ein Mittel zum Zweck, der von den ant Anfang die­ses Artikels genannten Herren in Ueberfee bestimmt wurde. Deshalb sagte auch einst der bekannte rus­sische General Sacharow:Tschecho-Slowakei? Was ist das? Das ist keine Nation Das ist ein Beruf!"

Meder Dergeiiungsangriffe größeren Mangs

kriegswichtige Ziele zu beiden Seiten der Themse geworfen. Die entstehenden Brände ließen die über London liegende Wolkendecke auf weite Ent­fernung hell aufleuchten. Weitere An- .. -

tttiffe richteten sich gegen Städte in Mittel- unb ein drittes feindliches Flugzeug ab. Zwei eigene Südenglund. wie Liverpool und L i rm i n g - Flugzeuge werden vermißt.

Die Gchweiz und das Reich.

Don Karl Baumgarlner, Berlin.

Die gegenwärtig radikalen Erscheinungsformen der Reichsfremdheit der Schweiz, besser gesagt ihrer Reichsfeindschaft, können leicht in Ver- uchung führen, diese als Gegenwartsprodukt an­zusprechen. Die Feindschaft gegen den National- ozialismus hat wohl die Reichsfeindschaft der Eid­genossen in bisher nicht erlebtem Grab und Umfang n Erscheinung treten lassen; die Wurzeln der Ent- rembung aber liegen tiefer.

Der Bunb der Eidgenossen verdankt seine Entstehung dem im Verlauf der deutschen Geschichte o verwüstend und sprengend wirkenden Trieb nach Vereinzelung und Sonderung vom Ganzen.Der partikularistische Eigenwille ist die Quelle der Schweizersreiheit." Die Anfänge der Eidgenossenschaft beruhen auf dem die Reichsgewalt auflösenden Gedanken der Reichsunmittel-- b a r f e i t Die bei den Eidgenossen stark ausge­prägte Sucht der Vereinzelung erhiell einen mäch­tigen Verbündeten in der peripheren Lage der Schweiz zum übrigen Reich unb in ber Schwäche ber Zentralgewalt bes Reiches, deren Arm für die Eidgenossen wenig spürbar war. Die Ohnmacht des Reiches und die besondere Lage gaben hier die Reichsfreiheit, die nicht in allen Fällen auf geradem Wege erreicht wurde (z. B. Unterwalden), den Charakter der Unabhängigkeit von jeder übergeordneten Gewalt. Diese Unab­hängigkeit und Selbstherrlichkeit der kleinen an der Grenze des Reiches liegenden Kommunen wurde durch die Absicht Habsburgs, durch Aufrun­dung feines Besitzes in seinen Stammlanden ein ttafforganisiertes ßanbesfürftentum zu er­richten, in Frage gestellt. In 200jährigemStreite, in dessen Verlauf beide Kräfte nicht allein die Habsburger über die Grundlagen ihres Rechtes oft hinausgegangen sind, wurde das Haus Habs­burg aus seinen Stammlanben völlig vertrieben. Die Zugehörigkeit zum Reiche war während bieser Auseinandersetzung, in deren Verlauf die Eidgenos­sen die Rivalirät der im Reiche jeweils herrschenden Häuser zu ihrem Vorteil auszunutzen verstanden, an sich nicht in Frage gestellt. Jedoch als Aus­wirk u n g der Erfolge entstand in den Eidgenos­sen ein trotziges Gefühl der Selbstherrlichkeit, ein alle Einflüsse ber früheren Obrigkeit zurückweisenbes Selbstbewußtsein. Deutlich schält sich bie Reichs­

alle diejenigen, bie es sich irgendwie leisten können, auf bas Land hinausgehen, ober sich bort Räume mieten, um möglichst weit von ber Stätte bes Grauens entfernt zu sein."

Auch ber ßonboner Korresponbent besPa", Augusto Assia, schilbert höchst anschaulich, wie in der Nähe seines Hotels drei Bomben krepierten, während eine das Haus traf. Fensterscheiben bar­sten, Türen flogen aus den Angeln, Koffer wir­belten durch die Luft und krachten auf bie Stra­ßen. Es war ein wüstes, hoffnungsloses Durcheinanber. Die Damen unb Herren des Hotels, bie sich in ber Bar ober bereits auf bem Wege in ben Luftschutzkeller befanben, jagten bie Treppen hinunter ober warfen sich einfach zu Bo­den. Die Verwundeten würben in ber Halle bes Hotels oerbunben. Der Korresponbent schilbert bann, daß allein in ber Nähe feines Hotels in biefer Nacht etwa vierzig Bomben krepierten, unb baß er laufende und Abertausende von Explosionen während ber zehn furchtbaren Stunben gehört hat. Die Bombe, bie sein Hotel traf, hat im Umkreis von 200 Meter sämlliche Schaufenster unb Kristalle zerstört unb gegenüber bem Hotel zwei Häuser total in Schutt unb Asche gelegt Im Hotel, so schließt der Korrespondent seinen Bericht, gibt es weder Wasser noch Strom oder Gas. Die bange Frage ber Menschen ist immer biefelbe:Was. wirb uns nächste Nacht blühen?"

(Sfufa vernichtet feindliches Ll-Boot.

Berlin, 17.Oft (DNB.) Ein deutscher Rah. aufklärer, der in geringer Höhe die kaual- küsle zu sichern hatte, sichtete ein feindliches U-Boot und meldete dies an feinen Geschwaderstao. Darauf­hin startete eine Kette deutscher Sturz­kampfflugzeuge zum Angriff. Lin Flugzeug traf das Boot, das dicht unter wasser fuhr, un­mittelbar. Ls erfolgte eine große Explosion unter Wasser, durch die Wrackteile hoch über Wasser geschleudert wurden. Danach war von dem Boot nichts mehr zu sehen. Ls bildete sich jedoch ein großer Oetfleck auf der Oberfläche.

Seiger Lieberfall britischer Zerstörer.

Berlin, 17. Okt. (DNB.) Vor der norwegischen Küste haben englische Zerstörer ein kleines Hilfsfahrzeug der Kriegsmarine mit überlegenen Kräften angegriffen. Das deutsche Schiff ist nach tapferer Gegenwehr mit wehen», der Fahne untergegangen. Die englischen Zerstörer haben mit Artillerie unb mit Maschinen­gewehren auf bie im Wasser schwimmenbe Besatzung weiter geschossen. Sie haben damit einen neuen Beweis für ihre verbrecherische Kriegführung gegen Schiffbrüchige geliefert. Daß die eingetretenen Verluste nur gering waren, ist lediglich darauf zurückzuführen, daß bie britischen Zerstörer sich nach ihrer Heldentat schleunigst zu­rückzogen. Die Ueberlebenben konnten von den deut­schen Fahrzeugen gerettet werden.

Englischer Kurzwellensender von deutscher Fliegerbombe zerstört.

Berlin, 17. Oktober. (DNB.) Noch Stockhol- mer Meldungen aus London ist in ber Nacht zum Donnerstag ein englischer Kurzwellensenber, ber bisher für den Dienst nach Fernost eingesetzt war, von einer deutschen Fliegerbombe getroffen unb zerstört worben. Die Hörer bieser Senbungen wurden aufgefordert, sich auf einen anderen briti­schen Sender einzuschalten.