Donnerstag, 18. Juli 1940
Gießener Anzeiger tGenerai-Anzeigrr für Gberheffen)
Nr. 168 Zweites Blatt
HI. zum Ernteeinsatz in Bereitschaft
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wer»
Grund das be-
Keine persönlichen Besuche und Anfragen an das Deutsche Note Kreuz Die Namen der Lazarettkranken im Rundfunk abhören!
„Sicherung und Steigerung der pflanzlichen Erzeugung."
Eine Reichstagung unter der Leitung von Professor Dr. Sessous.
Oer Waffenfegen.
Don Willi Jehse.
An einem Aprilmorgen des Jahres 1813 ist eine Abteilung der Lützowschen Freischar in M..., elfter mitteldeutschen Stadt, zu einem ungewöhnlichen Waffensegen gekommen.
Die schwarzen Jäger hatten hier nämlich für eine Nacht in Quartier gelegen. Sie befanden sich aus ihrem- ersten Marsch und sollten für einen Handstreich auf Leipzig eingesetzt werden. Noch vor einigen Wochen besuchten die meisten von ihnen dort die Hochschule.
Nun fügte es sich an jenem Morgen, daß zur selben Zeit, als sich die Jünglinge vor einem Gasthof zum Aufbruch rüsteten, eine Extrapost vorge- fahren kam. Gleich daraus trat ein älterer Herr von vornehmem und gemessenem Wesen aus dem Wirtshaus. Ein Diener folgte ihm mit verschiedenen Gepäckstücken.
Der Fremde ließ den Blick nur flüchtig über bie Soldaten hinweggleiten und bestrebte sich, den Wagen zu besteigen. Sein Gebaren war das eines Mannes, der möglichst nicht gesehen zu werden wünscht. Verwunderlicherweise trug er Zu seiner Kleidung, die die eines Bürgers der höheren Stande war, eine Militärmütze und einen Offiziersmantel, hinter dessen hochgeschlagenen roten Kragen er sein Gesicht zu verbergen trachtete. Trotzdem wurde er durch einen Freischärler, der aus Weimar stammte, sogleich erkannt. Der Fremde war niemand anders als Goethe.
Freudig teilte der Jäger diese Entdeckung seinen Kameraden mit. Die Jünglinge gerieten in Begeisterung. Sie beschlossen, den Zufall zu nutzen, der ihnen auf ihrem ersten Kriegszug den Mann zu sehen vergönnte, dessen Name ihren Herzen vor
So muß m a n’s machen:
Allmählich an die Sonne gewöhnen und langsam raunen. Mit Nivea-Cremel
Wer aber unbedingt länger in der Sonne blpioen und schneller braun werden will, braucht Niveo-Ulfra-Ol mit dem verstärkten Lichtschutz.
Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Donauschiffer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Verwandte sind auch Menschen"; in beiden Häusern neueste Tonwoche „Die Heimkehr des Führers".
Notizen für den 18. Juli
Sonnenaufgang 4.57 Uhr, Sonnenuntergang 21.14 Uhr. — Monduntergang 4.14 Uhr, Mondaufgang 20.06 Uhr. _ . a
Notizen für den 19. 3utt
Sonnenaufgang: 5.26 Uhr, Sonnenuntergang: 21.36 Uhr; Monduntergang: 5.32 Uhr, Mondaufgang: 21.12 Uhr.
NS.-Irauenschast Oießen-Ost.
Heute abend, Donnerstag, 18. Juli, Schulung der Zellen- und Block-Frauenschaftsleiterinnen der Zellen 4, 5, 6 und 1 im Gasthaus „Germania , Kaiser- allee 141. Beginn: 20 Uhr.
Die Metallspende des deutschen Volkes zum Geburtstag des Führers im Kriegsjahr 1940, die ein außerordentlich günstiges Ergebnis brachte wird nunmehr endgültig zum 31. Juli 1940 abgeschlossen. Sofern also noch der Wunsch besteht, Ablieferungen vorzunehmen, wird gebeten, diese bis zu dem vor» erwähnten Zeitpunkt durchzuführen.
Bis Anfang Juli waren von dem gesamten Ergebnis der Metallspende etwa 80 v. H. der Menge bereits auf den Hütten eingetroffen. Es ist anzunehmen, daß bis Ende Juli sämtliche Mengen aus der Metallspende abgerufen und verladen sein werden. Sollte dies in dem einen oder anderen Falle noch nicht geschehen sein, so werden sämtliche Stellen, bei denen noch Material liegt, also beispielsweise die Ortsgruppen oder die Gemeinden, gebeten, eine entsprechende Meldung an die nächsthöhere Dienststelle, die Kreisleitung oder das zuständige Wirtschaftsamt abzugeben, die sodann ihrerseits die Meldung an die Neichsstelle für Metalle in Berlin mit größter Beschleunigung weiter- leiten. Die verbleibenden Restmengen werden so-
bC15ßas is mit der Stasi" fragte ich fo leichch'N.
"öoppsdodero!" Zart deutete der Wascht damit auf kommende Mutterfreuden. Und erläuterte, einmal ^^No^wißmas net, wer eppa wird Kindsvota fein. Kimmbs in Juli, felm is der malische Sagler vun Tiasenbvch, der vor a drei Wochn hullgang (verschwunden) is, kimmbs in August, o vun Hulz- moafter Franz; kimmbs aber gar erst im September, selm kunnts wühl gar vun Rocherl selber sein. >San mir eh schun alle neugien - wws halt nochar is __" Damit schied er. Schritt nachdenklich, gefolgt von seinem treuen Wastl, die lange Reih hinaus, dem Mooswaldschlag zu. Und ließ mich allem den erlenüberschatteten tiefen Hohlweg hinunterpreschen.
Das Amt nahm mich auf. Von des braven Wascht und des ganzen Dorfleins diskreter Prognose habe ich weiter nichts erfahren. Wias halt nochar is —. X
9 „Der is scha do", klang's in tiefem Baß aus dem hintersten Winkel der rauchigen Stube. Es war der Abdeckergehilfe, der vom Markt heraufgekommen war, ein Jungrind, das an Rauschbrand gefallen mar, zu verscharren. Man nahm s als lande^blichen Scherz gelassen auf und paffte roeiter. Das ®tfpr<J$ stockte. Da kam ein neuer Gast zur ^ur herein, d Bachbauer von der (Brunau, der nach fernem Biel) gesehen hatte. Und wandte sich, lang mit uns oer- traut, gleich über den Tisch an Freund ®uftl.
„Herr Dokter, ob sie's glauben oder net, aber ^heut hab i auf der Olm an Marrn gsechn So^ der hat fi bei an Boschn am Bauch fliegt, tata ®rim berl graben und 'n Rauch vun faner Pfe'fn eim h^Das Hang^orerft wirklich etwas rätselhaft. Aber es sollte sich bald lösen. Denn herein kam ein. guter Bekannter aus der Stadt, der Privatdozent für In sektenkunde, Fritz Hilpert, im Wetter kragen und kurzer Wichs, und berichtete fre^estrahlend.
„Meine Herren, wir wissen schon lange, daßi am Wurzelstock einer alpinen Zwergazalee em Nein Rüsselkäfer lebt, der recht selten ist, aber gerade auf
der Sattelalm vorkommen sollte. Und heute hab ich ihn entdeckt! Und wissen Sie, wie? Ich habe auf giü Glück am Stamme nachgegraben und habe Rauch von meiner Pfeife hineingeblasen. Das hat den Burschen hervorgelockt. Da ist er!" Und wies uns glückselig einen unscheinbaren Käfer aus seinem Schachterl. Wir sahen ihn der Reche nach aufmerk- am an. Bis auf den Buchbauer.
,Is do a Narr —" raunte er ungerührt dem Wascht ins Ohr, und der nickte unauffällig
Die Unterhaltung war damit in Fluß geraten. Wir kamen auf allerlei und sprachen von kleinen Beobachtungen in der freien Natur, die sich dem Jäger auf dem Ansitz argloser erschließt als dem stolpernden Almbummler. So war s ein gemütliches Stündlein bei Tabaksqualm und vorsichtigem Ja-
Die Bedenken, welche einer Abhaltung einer solchen Tagung während des Krieges ursprünglich ent» legenstanden, sind durch den äußerst zahlreichen Besuch und die lebhafte Teilnahme an den Aus- sprachen glänzend widerlegt worden. Den Teilnehmern war außerdem noch Gelegenheit gegeben wor- den, ausgezeichnet eingerichtete Versuchsgüter der Institute für Pflanzenbau und Pflanzenzuchtung sowie Grünlandforschung und Dierzüchtung zu besichtigen. _________
Abschluß der Metallspende am 31. Juli.
Bei diesen Worten scbwand der Unmut aus Goethes Antlitz. Ein Lächeln, dem gleichwohl ein ernster Zug beige feilt blieb, milderte Die Strenge feines Blicks. Er spürte wohl, daß diese Jünglinae nicht von der frechen Neugierde zu ihm getrieben wurden, der er auf seinen Reisen ausgesetzt war und die ihn zu allerlei Vermummungen nötigte. Darum schlug er nun den Kragen seines Mantels herunter, rückte die Mütze aus der Stirn und trat aus dem Wagen. Mit heiteren Worten undunter militärischem Anstand dankte er dann den Jagern für die Ehrung, die sie ihm bereiteten.
Die Jünglinge erbebten vor Stolz. Im Rausch ihrer Herzen schwenkten sie die Tschakos und brachen in Hochrufe auf den Dichter aus, in dessen Werken der Genius ihres Volkes sprach und das Vaterland blühte ... ,, ,
Als die Divatrufe und Hörnerklänge verstummt waren, trat der Jäger aus Weimar, den sich die Abteilung zum Sprecher erwählt hatte, noch einmal an
allen anderen teuer war. . .
Während die Abteilung unter Homersignal Ausstellung nahm und die Gewehre präsentierte, trat der Jäger aus Weimar an den Reisewagen heran.
Euer Exzellenz hüten Ihr Inkognito vergebens", sagte er und richtete den Blick fest auf Goethe. „Die schwarzen Jäger haben scharfe Augen .. - Unbeirrt durch die abweisende Miene, mit dernhn der Dichter zunächst empfing, hob er dann die Hand an den Schirm seines Tschakos, straffte sich und rief: „Ich melde hiermit eine Abteilung preußischer Jäger, die dem Dichter aller Dichter die Honneurs zu machen begehrt!"
schiedenen Arbeitsgebiete den zahlreichen nach Breslau geeilten Vertretern aus Praxis und Wissenschaft oorgetragen. Der erste Tag galt Vorträgen aus dem Gebiet des Ackerbaues, fo den Themen „Boden uni) Baffer", „Untergrund, bearbeitung" und ^umuscmrelcherung im Boden . Großes Interesse finden auch Ausführungen über die Erfolge der Kultivierungsversuche in Nordwest- deutschland sowie die Frage der zusätzlichen Futter- erzeugung im Zwischenfruchtbau. Da die Landwirt- ichaft und die für sie tätige Wissenschaft aud) regen Anteil nehmen an den Anforderungen, welche die Industrie an die Zellstoffgewinnung aus deutschem Ackerland stellt, kam auch ein Vertreter eines gro- hen Zellulosewerkes zu Worte.
Der zweite Tag war pflan^enzuchten- schen Fragen gewidmet. Die Versammlung erfuhr von einem Vertreter bulgarischer Landwirt- schaftswissenschaft aus dessen interessanten Schilde-
den Wagen heran.
„Exzellenz", sagte er mit bewegter Stimme und einer Gebärde, die den ungeheuren Abstand zwischen chm und dem Dichter betone« sollte, „Sie haben unfern Gruß wie in stiller Waffenbrüderschaft angenommen und erwidert. Die schwarzen Jager sind stolz darauf und bitten Sie nun noch um Ihren Waffe nsegen!"
„Don Herzen gern", versetzte Goethe. Strahlend, als wollte er die Herzen der jungen Soldaten mit seinem Feuer durchglühen, alitt der Blick feiner großen braunen Augen über die Jünglinge, die sich der Freiheit ihres Landes weihen wollten und die — Egmonts Ruf mochte ihm einfallen — „nicht das hohle Wort eines Herrfchers trieb", sondern „chr Gemüt". Er legte die Linke feierlich auf die Buchse und die Rechte auf den blitzenden Stahl, der vielleicht schon morgen auf den Feind gezückt wurde.
„Zieht mit Gott", sprach er dabei, „und alles Gute, alles Gute fei eurem frischen deutschen Mute vergönnt!" .
Nach diesen Worten grüßte er noch einmal und flieg in feinen Wagen. In fein Gesicht trat langsam die Frentdheit zurück, die stolz hinter sich abschloß, was eben noch nah und vertraut erschien Der Die- ner schwang sich zu dem Kutscher hinauf, und unter erneuten Hochrufen fuhr der Dichter davon. Die Jäger jubelten ihm nach, bis das Gefährt hinter den Bäumen der Landstraße verschwunden war. Dann verweilten auch sie nicht länger und brachen auf zum Kampf und „zum fröhlichen Jagen" wie sie fangen; denn „es war schon an der Zeit .
rungen etwas über die aussichtsreichen Arbeiten un- erer bulgarischen Freunde. Ferner wurden Die pflanzenzüchterisch interessierten Zuhörer mit den neuesten Ergebnissen der Vererbungsforschung und den Aufgaben, welche die Wirtschaft der Züchtung teilt, bekannt gemacht. Auch die Probleme der Kartoffelzüchtung, der Resiftenzzüchtung gegen Der- chiedene Getreidekrankheiten und vor allen Dingen die zweckmäßigsten Abwehrmaßnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge der Hauptöllieferanten Raps und Rübsen waren Gegenstand fesselnder Dorttäge. Am letzten Tage konnten noch Berichte über Abwassereinwirkung aus unsere Kulturpflanzen, eine sehr wichtige Frage, der Einfluß von Düngung und Nutzung aus die Leistung der Dauerwiesen, über Feldgemüsebau und seine Bedeutung im Kriege sowie betriebswirtschaftliche Fragen aus Den neuen Gebieten des Ostens entgegengenommen wer-
Willens. ...
Dieser Tage fand nun eine Besprechung Zwischen Kreisleiter Backhaus, Vertretern Der Bauern- - schäft, des Arbeitsamtes, sowie Der Hitler-Jugend . und Des BDM. statt, in Der Die technischen Einzel- < heiten des eventuell notwendig werdenden Einsatzes ■ der Hitler-Jugend festgelegt wurden.
Don einem Einsatz der reiferen Sch u 11 u g e n D, wie er im vorigen Jahre durchgeführt wurde, ist in diesem Jahre, wenigstens für Die Zeit der gegenwärtigen Ferien, abgesehen worden. Vielmehr sollen während der Ferien lediglich die E i ritz e i t e n Der Hitler-Jugend bzw. Des Jungvolks unD Des BDM. eingesetzt werden. Die notwendigen Anordnungen sind an die Gefolgschaftsführer, die Fähnleinführer und Dte Führerinnen des BDM. bereits ergangen.
Die Ernte-Einsatzbereitschaft der Hitler-Jugend gewinnt Dabei innerhalb des Banngebiets in erster Linie von Den StüDten Gießen, DaD- Nauheim, Butzbach und Friedberg her Bedeutung, Da ja die Jugendlichen in Den ländlichen Gemeinden an sich schon im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb ober bei Anverwandten im Dienst der Erntehilfe stehen. Selbstverständlich werden auch diejenigen Hitlerjungen in Den genannten Städten vorn Dienst in Der Erntehilfegruppe befreit, wenn sie zu eigenen Verwandten auf das
Auf Der Gaitelalm
Lon Sans Kloepfer.
Wir saßen nach der Rehpirsch im Alten Almhaus, Freund Gustl, der Rechtsanwalt, ein waidgerechter Munn, ich, Der Arzt, und Der Kaplan von St. Ku- nigunD, ein munteres, helles Kirchenlichtlein, gegen Das man schon einen Blase? wagen konnte. Dazu noch Der Jäger Sebastian Rauchenegger, oder weniger umständlich gemeiniglich „der Wascht genannt, mit seinem Dieräugl Laxl, Der eigentlich auch Phnlax hieß, aber auf keinen Namen horte, well er ftockterifch war unD nur feinen Herrn nicht aus den Augen ließ. ... .
Wir rauchten und schwiegen, etwas müde und ganz hingegeben' Der weiten, niederen Stube und ihrer schlichten Stille gegen Den lauten Alltag un- * feres Berufes. Der Almwirt ging gemächlich ab unD zu, zufrieden mit Dem Besuch so ansehnlicher Gaste.
,^)euschreck, gibst mir halt no a Stamperl meinte Der Wascht und reichte ihm das Glaslein über Die Achsel. Eigentlich hieß der Mann Eschench, aber die gleichmütige Volksethymologie hatte sich den Namen handlich umgemodelt, wie sie mich ia auch vertraulich „Den Knöpft" heißen. Nun blieb er gutgelaunt hinter uns stehen:
„Hiaz, wann oans grob fterbn wullt, hwz gang fammob, wacrrn alle beinanb, — bis aufn Totn-
Jn der Zeit vom 19. bis 22. Juni fand in Breslau Die erste pflanzenbauliche Reichstagung Der Reichsarbeitsgemeinschaft Pflanzenbau Des Forschungsdienstes (Reichsar- beitsgemeinschaften Der Lan bbauwi sse ns chaft) unter Leitung ihres Obmannes, Professor Dr. Ses- sous (Gießen) statt. Zweck der Tagung war, die vordringlich bearbeiteten Fragen Der Sicherung und- Steigerung pflanzlicher Crzeuguna zu erörtern, das Erreichte aufzuzeigen und es durch Ausstellung neuer Ziele zu vervollkommnen. Stand auch die Tagung unter dem Leitwort „Sicherung und Steigerung der pflanzlichen Erzeugung^, fo bedeutete Dies nicht etwa eine Umstellung mit dem Einsetzen Der Kriegshandlungen unserer Feinde. Diese Parole war von Anbeginn des Zusammenschlusses der Landwirtschaftswissenschaften das Panier, unter Dem sie angetreten sind. Der Forschungsdienst hatte keine Umstellung notwendig, hier zeigte sich Das, was der Nationalsozialismus unter Der deutschen Wissenschaft verstanden wissen will: Wissen und Können von Lchre und Forschung in den Dienst des Daterlandes stellen! Den Einwendungen unserer Gegner, „Ausrichtung Der Wissenschaft bedeute ihre Knebelung, bedeute, bah sie nur bem Tagesbedarf Frondienste zu leisten habe und Damit Das Ende freier Forschung m Deutschland gekommen sei", ist folgendes entgegenzuhalten: Zahl und Umfang Der Aufgaben,, die Dem For- schungsbienst im Interesse Der Ernährungssicherung gestellt würben und Die sich seine Mitarbeiter selber stellen, Die mannigfaltigen, keineswegs vorge schrie- ' 1 r 46ft gewählten Wege, auf Denen
Aus her ©fahl Gießen.
Zarfußlaufen ist gesund!
Auch der Fuß will in Licht, Luft und Sonne ‘ baden. Fußleiden sind viel mehr verbreitet, als man es gemeinhin glaubt. Oft machen sie sich so unan- genehm bemerkbar, daß sie Den Beruf ju einer Oua! roerDen lassen. FußleiDen haben auch häufig schon zu Arbeitsunfähigkeit unD frühzeitiger Invalidität geführt. Die Reichsgesundheitsführung widmet sich deshalb diesem Problem mit großem Nachdruck unD hat Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Leiden ergriffen. — Die Umstellung der Lebensgewohnheiten, die ein Krieg für Die Mehrzahl Der Volksgenossen mit sich bringt, läßt Die herabgesetzte Leistungsfähigkeit Der Füße Deutlicher unD zahlenmäßig stärker in Erscheinung treten. Dies soll eine Mahnung an alle Deutschen Mütter sein. Die Mehrzahl bei;. 3ufeIeiDen ist auf eine Schwäche Der Muskulatur zuruckzufuh- ren. Eine der wichtigsten Ursachen Der ungenügenden Hebung der Muskelkraft ist Die Bekleidung Des kindlichen Fußes mit Strumpf und Schuh. Der Strumpf, vor allem Der spitz gewebte unD zu kurze Strumpf, unD Der Schuh mit feiner Derben Sohle, ganz besonders aber Der zu kurze oder zu spitze Schuh mit hohem Absatz, engen die Bewegungsmog- lichkeit in den Fußwurzeln und Zehengelenken stark ein. Dieselbe Wirkung hat Der Schnürstiefel auf das Fußgelenk. Geschieht Dies nun schon beim Kleinkind, so hat Der Fuß von vornherein keine Möglichkeit, sich zur vollen Leistungsfähigkeit zu entwickeln Die erste Forderung im Kampf gegen Die Fußfehter lautet Daher: Der Säugling braucht keine Schuhe und Strümpfe, Das KleinkinDundS ch u l- kind soll soviel als möglich barfuß laufen* — Auf Dem LanDe braucht Das Kleinkind unD SchulkinD bei trockenem, warmem Wetter überhaupt keine FußbekleiD«ng; in Der Großstadt sollen sich Die Kinder auf Spiel- und Sportplätzen und in Gärten barfuß tummeln. Wenn Die Jugend wandert, fo sind bei einer Rast Schuhe und Strümpfe auszuziehen. Der Fuß will sich nicht nur ungehemmt von Kleidungsstücken bewegen können, er will auch in Licht, Luft und Sonne baden
Eltern, haltet eure Kinder zum Barfußlaufen an und ihr bewahrt sie vor einem frühzeitigen Versagen der Leistungsfähigkeit der Füße!
Aber ich muhte heim. Der Wuscht begleitet- m)ch noch ein gutes Stück. Mr schritten gemächlich zu Tu? Lungsum versank der Rund der Almen; schon stieg der Wald entgegen. Knapp b-antwortüe der Wascht hie und da eine Frage nach Jagd un«5ilo, über bie Menschen und Schicksale seiner engeren Umwelt. Wir kamen am ßinbenroirt ^rbei einem kalkigen Wirtshäusel, und so weit aufs steile La vorgeschoben, daß knapp noch em Wurzflartleln und eine Kegelbahn daneben Platz hatten. Am Brunn- troq pritschelte ein junges Weib mit blanken Augen und nickte uns lachend zu. Ich wußte, die.PW Ehehälfte des Lindenwirts Rochus Zottl mit bem sittsamen Namen Anastasia galt ein wenig als Dorfmessalina neben ihrem speren Mannberl Das am liebsten in seiner Holzhütten bastelte unD ho-
einer gemeinsamen Aufgabe noch bazu auf freiwilliger Mitarbeit vorgeht, legen wohl red teste Zeugnis ab für die Freiheit, in ber deutsche Forschung betrieben wird.
Die bisher im Forschungsdienst erzielten Erfolge sind vor allem durch die Inangriffnahme von Aus- gaben in einzelnen, besonders und jeweils gebildeten Arbeitskreisen zustand ege kommen. Es liegt m der Natur Der Untersuchungen auf Dem Gebiet Der Landwirtschaft, baß ihre Ergebnisse von äußeren Umftänben, vornehmlich Boden und Klima, insbesondere dem jeweiligen Witterungsverlaus des -Ber3 suchsjabres beeinflußt, nur langfam heranrelfen. Dies gilt besonders -für züchterische Arbeiten, die stets auf lange Sicht begonnen werden und erst nach jahrelanger, stiller, beharrlicher Klei narbe it. zu Erfolgen gelangen lassen. Sollen.die Ergebrnsse nicht nur theoretisches Interesse haben, sondern auch für Die Praxis Bedeutung gewinnen, so müssen mehrjährige Nachprüfungen, es müssen Wiederholungen erfolgen, um aus ihnen die Sicherheit allgemeiner Anwendbarkeit in der Praxis schöpfen zu können. Einen Weg, um schneller zum Ziele zu kommen, bildet die Gemeinschaftsarbeit. Die gleiche Aufgabe an verschiedenen Instituten, welche ja über Das Reich fo verteilt liegen und unter Den verschiedensten Klima- und Badenbedingungen arbeiten, gleichzeitig in Angriff genommen, bietet daher Die Möglichkeit, rascher zum Ziele zu gelangen.
Die seit dem Zusammenschluß im Forschungsdienst
I gebnisse wurden von den ersten Verttetern^ber^ver-^Deiu^^^^^^^^^^^^^^^^^E^^^^^,
Wenn es gilt, auch in Diesem Jahre Die Ernte einzubringen unD wenn uns auch aus der Ernte des Jahres 1940 ein Teil ber Kraft zuwachsen soll, beren das Deutsche Volk in seinem Entscheidungskampf bedarf, so werden sich viele Hände bereit- finden, wenn es gilt, dem Bauern, Dem Der Knecht fehlt, zu helfen, oder aber Der Bäuerin beizuspringen, Deren Mann im FelDe steht. Unter Den freiwilligen Helfern, Die sich Dazu finDen werden, stehen auch Die Scharen Der Hitler-Jugend, des Jungvolks und Des BDM. in einer Bereitschaft des guten
Land zur Erntehilfe fahren unD Damit gleichzeitig ihre Ferien auf Dem Lande verbrinaen.
Der Einsatz ber Hitler-Jugend geschieht tn Gruppen von je einem Führer, dessen Stellvertrete und 20 Mann. Die Zeit des Einsatzes jeher Gruppe wird sich voraussichtlich auf den Zellraum von 14 Tagen erstrecken. Der Einsatz selbst erfolgt jedoch nur nach besonderer Anforderung Des Ortsbauernführers, Die Dem Arbeitsamt melden, wann und wieviel jugendliche Lrnte= Helfer erwünscht wären. Entsprechend dieser Aufforderung werden dann eine ober mehrere Lrnte- hilfegruppen auf bas Land beordert. Zwischen per Anforderung und ber Meldung Der Gruppe im Dorfe werben — hauptsächlich bann, wenn es gut, günstiges Wetter für bie Erntearbeit auszunutzen — oft nur wenige StunDen vergehen.
Dom Jungvolk stehen naturgemäß nur Die alteren Jahrgänge, von Der Hitler-Jugend die 14- 15- unD 16jährigen zum Ernteeinsatz bereit, wahrend Die älteren Hitlerjungen, soweit sie in Dormilitari- rischer 2lusbilbung stehen, im Standort verbleiben.
Die Hitler-Jugend und in gleicher Weise auch die Kameradinnen im BDM. stehen also bereit unD warten auf Den Abruf mit Ungeduld, um auch auf bem Lanbe roieber zeigen zu können, bah sie etwas zu leisten vermögen. Die Hitler-Jugend wirb sich, in Ekenntnis ber Forberungen der Gegenwart, mit oller Hingabe Der Aufgabe widmen, Der nicht nur | eine hohe nationale unD allgemeine Bedeutung zu- kommt, sondern für die Jugend auch eine willkommene und interessante Unterbrechung in Der vertrauten städtischen Lebensform bedeutet und sie vor eine Pflicht stellt, deren Erfüllung eine tiefe Befriedigung bedeutet. Die Jugend wird also, soweit Die körperlichen Kräfte hinreichen, unter dem Einsatz des besten Willens ihre Pflicht auch in dieser Etappe Des deutschen Freiheitskampfes erfüllen.
Es wird gebeten, von persönlichen Besuchen und Anfragen beim Deutschen Roten Kreuz nach deutschen Kriegsgefangenen in südfranzöfischen Lazaretten abzusehen, da Die Namen Der Lazarettkranken UAV ......... —- __ - v v-
loÄich um 22 Uhr im Anschluß an Den Nachrichten- benen, sondern selbst gewählten Wege, nuf denen
MuXnt MaXgeben w-rd-n. I Der einzeln- Fächer im Avb°.t„r^ zvr L°!^g


