Ausgabe 
18.7.1940
 
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weniger als 7 Mill. Tonnen mehr als 1937! Alle Gewaltmittel Churchills, z. B die Annexion der holländischen Insel Cura^ao mit ihren riesigen Raf­finerien, können die Tatsache nicht verbergen, daß England in Bälde auf dem Trockenen sitzen wird. Diese Gefahr ist von englischen Fachleuten sehr wohl erkannt worden. Wenn Lord Curzon behauptete, eine Woge von Oel habe die Alliierten im Welt­kriege zum Siege getragen, so muß England jetzt da­mit rechnen, daß diese Woge und damit der Sieg ausbleibt. England ist nämlich wie am 27. Juli 1939 Lord Ailwyn im Oberhaus sagte, mit 90 o. 5). der Oeleinfuhr von dem guten Mllen des Auslandes abhängig, und Admiral Sir Herbert Richmond hat bereits 1937 zu geb en müssen, es sei sehr gewagt gewesen, die englische Flotte so weitgehend von fremdem Oel abhängig zu machen. Rund 40 v. H. des britischen Oels kamen aus Mittel- und Süd­amerika, 17 v. H. aus den USA., der Rest von 43 v. H. aus Borderasien und dem Mittelmeer. Sämt­liche Tankschiffe der Welt müßten, um den durch den Krieg gesteigerten englischen Derbrauch zu be­friedigen, jährlich drei Reisen über die Ozeane ma­chen. Aber sie können es nicht. Die Luft- und U- Bootwasfe der Achsenmächte versenkt sie, die Ver­sorgung mit vorderasiatischem Erdöl fällt für Eng­land aus,, in England selbst werden die Vorräte von deutschen Stukas in Brand gesetzt, amerikani­sches Erdöl kommt nur in verschwindenden Mengen

in England an. Das blockierte Albion sieht also nicht nur seine Lebensmittelzufuhren, sondern auch das Oel, die Grundlage seiner Weltherrschaft, hoffnungs­los dcchinschwinden. E. S.

Friede in Südosteuropa auf der Grundlage einer gerechten Regelung.

B u d a p e st, 17. Juli. (DNB.) Außenminister Graf Csaky beschäftigte sich vor den außenpo­litischen Ausschüssen des Parlaments mit seiner letz­ten M ü n ch e n e r R e i s e. Er unterstrich das drin­gende Erfordernis, den Frieden und die Ruhe in Süüosteuropa aufrechtzuerhalten. Vorbedingung fei allerdings, daß in absehbarer Zeit die Grundlagen einer gere chten Regelung der noch offenen südosteuropäischen Probleme gefunden werden. Un­sere Freunde, so erklärte Csaky weiter, stimmen in dieser Grundauffassung mit der ungarischen Re­gierung überein. Ungarn habe nicht die Absicht, ir­gendjemanden unheilbare Wunden zu schlagen; es wünsche lediglich auf Grund einer vernünftigen Vereinbarung verläßliche Freunde und nicht Feinde zu Nachbarn zu haben. Ungarn sei entschlossen, seine politischen Zielsetzungen zu verwirklichen m Uebereinstimmung mit jenen Mächten, die der un­garischen Sache bereits so ost um Meilensteine vor- wärtsgeholfen hätten.

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as deutsche Eisenbahnpioniere

in Norwegen leisten.

Oslo, 17. Juli. (Europapreß.) Am 7. Juli hat der deutsche Befehlshaber in Norwegen, General der Infanterie v. F a l k e n h o r st, die Eisenbahn­strecke GrongMosjöen für den öffentlichen Ver­kehr f r e i g e g e b e n. Mtt der Eröffnung dieser Eisenbahnstrecke ist ein Plan, an dem der nor­wegische Staat viele Jahre gearbeitet hat, verwirk­licht worden. Das ist in erster Linie das Verdienst der deutschen Eisenbahnpioniere, die in unermüdlichem Einsatz das Werk vollendeten. Die Strecke bis nach Mossöen sollte nach den nor­wegischen Plänen erst 1941 fertig werden. Es fehlte noch eine Strecke von mehr als 23 Kilometer von der Namsen-Brücke nordwärts, 5 Kilometer Unter­bau, Dammanlagen und Felsensprengungen. Von den vor dem Krieg fertiggestellten Bauten waren zwei große Brücken wieder gesprengt und in fünf Tunnels waren Sprengversuche gemacht worden. Diese Mängel wurden zunächst von deutschen Eisen­bahnpionieren ausgebessert.

Die deutschen Eisenbahnpioniere ermöglichten schon jetzt die Freigabe sämtlicher Eisenbahnstrecken mit einer Gesamtlänge von 4038 Kilometer für den normalen Betrieb (abgesehen von einer Nebenstrecke von Ski nach Sarpsborg über 81 Kilometer). Dabei wurden sechzig größere Brücken mit einer Ge­samtlänge von 3095 Metern wiederaufgebaut. Die Eifenbahnpioniere begannen Ende Mai mit dem Weiterbau der Norrlandbahn, der Errichtung der Namsenbrücke und der Ausbesserung von gespreng­ten Brücken und Tunnels. Van den norwegischen Staatsbahnen wurden ihnen Hilfskräfte zugeteilt. Außerdem wurde die Truppe von dem Reichs­arbeitsdienst unterstützt. Es waren 1500 Zivil­arbeiter eingesetzt, die von der deutschen Wehr­macht verpflegt und untergebracht wurden.

In Tag- und Nachtarbeit gelang es in der außer­ordentlich kurzen Zeit von 4 Wochen, die Strecke bis Mosjöen fahrbereit zu machen. Außer­dem wurden Seitengeleise, Rampen und Wasser­stationen angelegt. Die Brücken über den Namsen, die die Staatsbahnen in Eisenkonstruktionen geplant

hatten, mußte als Notbrücke gebaut werden, da das notwendige Stahlmaterial im Laufe einer so kur­zen Zeit nicht herbeigeschafft werden konnte. Der Bau dieser Brücke war ein Wetttennen mit der Flut, die den Namsen in einen reißenden Gebirgs­fluß verwandelt hatte. Leider forderte der Brücken­bau auch ein Opfer. Ein Eisenbahnpionier stürzte beim Bau der Brücke in das Wasser und wurde von der Flut mitgerissen. Zur Erinnerung an ihn bekam das große Bauwerk den NamenPionier- Franz-Berger-Brücke".

Der Betrieb der 186 Kilometer langen Strecke Grona Mosjöen/der bisher den deutschen Eisenbahnpionieren unterstellt war, wird nun wie auch auf anderen Strecken von den nor­wegischen Staatsbahnen übernommen. Man nimmt an, daß die Eisenbahn noch in diesem Jahre b i s Elsfjord weitergeführt wird. Die eisen­bahntechnischen Vorarbeiten für den Ausbau b i s nach Bodö werden fortgesetzt.

Sieben norwegische Mischer für Hilfeleistung für die Mannschaft desBlücher- belohnt.

Oslo, 17. Juli. (Europapreß.) In Solsviken bei Drobak am Oslofjord wurden dieser Tage sieben Fischern Ehrengaben als Belohnung überreicht, weil sie an den Rettungsarbeiten beim Untergang des deutschen KreuzersB l ü ch e r" am 9. April bei Drobak teilgenommen hatten. Die sieben waren Fischer Johan Jversen, seine fünf Söhne und ihr Nachbar, Fischer Eugen Kristiansen. Den Ret­tern wurden durch den deutschen Oberleutnant Kühn Uhren überreicht, Johan Jversen bekam außerdem einen Geldbetrag. Ferner haben die Fi­scher 60 Liter Benzin im Monat für ihre Boote zugeteilt bekommen. Oberleutnant Kühn hob hervor, daß er selbst Offizier auf dem stolzen KreuzerBlü­cher" war, als dieser unterging, und es ihm des­wegen eine besondere Freude sei, den Dank der deutschen Kriegsmarine überbringen zu dürfen.

Äser Kamps sichert die Zukunst des Reiches.

Gauleiter Sprenger spricht auf einem Betriebsappell in Höchst.

NSG. Auf einem Betriebsappel in Höchst konnte Gauleiter Sprenger dem Schachtmeister Paul G o 11 b e r g für sein besonders mutiges Ver­hallen beim Bunkerbau im Feuer des Feindes das ihm verliehene Eiserne Kreuz II. Klasse über­reichen. Sichtbar kam durch diese Ehrung die enge Verbundenheit von Front und Heimat zum Aus­druck. Der Gauleiter kennzeichnete dann den uns aufgezwungenen Kampf als das Ringen eines jungen, praktischen Sozialismus gegen die Geldsack­herrschaft der Plutokraten. Man glaubte bei den Plutokratten, daß die politische Arbeit des Führers wohl ein System gewechselt, grundlegend jedoch nichts geändert habe. Daß der Nattonalsozialismus in Wahrheit eine Revolution des deutschen Menschen in all seinen Lebensbezirken bewirkte, wollten sie nicht glauben. Plötzlich mußten sie nun erfahren, daß ihnen doch ein von Grund auf anderes Deutschland gegenübersteht als einst. Ein Deutschland, in dem mit dem Lebenswillen der Wehrwille geweckt war, ein Volk, das erkannt hatte, daß ein Leben auf der Grundlage des Mitleids Knechtschaft bedeutete, die Freiheit aber allein durch die Kraft und Stärke des Reiches gesichert ist. Die­ses Deutschland, so mußten sie ober nun zu spät erkennen, besaß wahrhaftig eine aus die national- sozialisttsche Idee eingeschworene Bevölkerung, be­saß die besten Waffen und den genialsten Führer aller Zeiten.

Es war nur selbstverständlich, so führte der Gau­

leiter weiter aus, daß eine solche Nation, zum Kampfe herausgefordert, nicht mit einem vermotte­ten, von unseren Feinden als klastisch bezeichneten und erwarteten strategischen Stil auf den Plan trat. Der Stil ihrer Strategie war im Gegenteil so revo­lutionär wie die Volk und Staat tragende Idee. Schon 1933 habe der Führer eine eigentlich bekannte und doch zu wenig beachtete Situation der Welt be­sonders betont nahegebracht, als er anläßlich der Automobil-Ausstellung erklärte:Wir leben im Zeitalter,des Motors". Diese Erkenntnis, aus der der Führer schon im Kampfe um die Macht feinen praktischen Nutzen zog, sei die Grundlage des klassischen strategischen Stils unserer Zeit geworden, mit dem der Führer in operativer Hinsicht den Kampf geschlagen und gewonnen habe.

Noch einmal betonte der Gauleiter dann den to­talen Charakter des Krieges. Bei uns weiß der letzte Volksgenosse, daß sein Arbeitseinsatz nicht der Profitgier einer Herrschaftsclique, sondern der Freiheit unseres Volkes und damit feinem persön­lichen Schicksal dient. Mit diesem Wissen, so schloß der Gauleiter seine mit begeisterter Zustimmung auf­genommene Rede, stehen wir nun vor dem End­kampf gegen England. Der Ausgang dieses Ringens ist niemandem zweifelhaft. An feinem Ende wird die Zukunft des Reiches gesichert fein und damit eine Neuordnung Europas, die den Völkern der Welt ein friedvolles Zusammenleben gewährleistet, Wirklichkeit werden.

Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Berlin, 17. Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vor­schlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Rit­terkreuz zum Eifernen Kreuz verliehen: General der Kavallerie Freiherr von Weichs, Gene­ralleutnant Böhme, Generalleutnant Cranz, Oberleutnant Buchterkirch, Generalleutnant Endres, Generalleutnant Schaal, Oberst Schwalbe, Major Böhmer, Rittmeister Niemack, Hauptmann Freiherr v. Wolff, Oberleutnant Freiherr von Ketelhodt, Oberleutnant (Tt re n er, Leutnant Naue, Ober­feldwebel Gebauer.

General der Kavallerie Maximilian F r h. von W e i ch s hat sich schon im Polenfeldzug ausgezeich­net. Während der Schlacht in Frankreich war es sein persönlicher Verdienst, daß es der von ihm be­fehligten Armee gelang, den an der Aisne zur Ver­teidigung eingerichteten Feind in zweitägiger Schlacht zu werfen, die gegnerischen Stellungen zu durch­brech^ und die feindlichen Streitkräfte in anschlie- ß'Uder rastloser Verfolgung völlig zu zerschlagen, =

Generalleutnant Böhme hat durch persönlichen, vorbildlichen Einsatz und durch tapfere und energische Führung seiner Division entscheidend den Uebergana über die Maas beiderseits Gioet und den Durchbruch durch die Maginotlinie westlich Chimay beeinflußt. Er Hot ferner, vorübergehend mit der Führung eines Armeekorps beauftragt, die Erkundungen seiner Di­visionen für den Marneübergang beiderseits Dor» mans unter feindlichem Feuer derart durchgeführt, daß der entscheidende Durchbruch stärkerer Kräfte über den Flußabschnitt gelang. Generalleutnant Kran* hat an der Einnahme Dünkirchens ent­scheidenden Ateil genommen. Generalleutnant Cranz setzte sich beim Angriff on die Spitze eines Jnfante- riebataiUons. Sein persönlicher Einsatz in Verbin­dung mit klarer, zweckmäßiger Führung hat zu dem entscheidenden Sieg bei Dünkirchen über einen weit überlegenen und sich zäh verteidigenden Gegner ge­führt und allein im Bereich der Division neben un­übersehbarer Beute etwa 50 000 Gefangene erbracht. Oberleutnant Buchterkirch hat durch sein tapferes, schneidiges Verhalten allein mit seinem Kampfwagen, der spater durch Volltreffer aus» itenntfc jechs jeindlichtz Panzer süßer.Gefecht ge-

Oie ersten Saarländer wieder daheim.

Ankunft im unversehrten Merzig. Geschmückte Straßen und aufgeräumte Wohnungen.

Merzig, 16. Juli. (PK. DNB.) Merzig, das ieben Kilometer von der bisherigen deutsch-franzö- ischen Grenze gelegene Städtchen des Saarlandes, ist mehrfach im OKW.-Bericht als der Ausgangspunkt erfolgreicher Späh- und Stohtruppunternehmungen erwähnt worden. Es lag bis zum allgemeinen Vor­marsch auf der Rhein- und Saarfront mitten im Operationsgebiet. Von hier aus hat was man heute mitteilen darf am Heiligen Abend General­oberst von Brauchitfch feine die Siegeszuver­sicht stärkende Ansprache an die Frontsoldaten des Heeres gehalten, hier hat er Weihnachten im Kreise einer Maschinengewehrkompanie verlebt. Auch R u - dolfHeß ist, als er im Mqi die kämpfende Truppe besuchte, in Merzig gewesen.

Zehn lange, bange Monate von den ersten Sep­tembertagen bis zum Ende im Westen hat diese Stadt, wie auch Saarbrücken und viele andere Städte und Dörfer des Saargaues, kein Kinderlachen und keine Frauenstimme mehr gehört. Sie war zur Kaserne, oder wenn man es so sagen will, 3 um Schützengraben geworden. In die Häu­ser und Wohnungen waren Soldaten eingezogen, erst nur zum Schutz der Grenze, dann immer mehr zur Bereitstellung für den entscheidenden Angriff auf den drohenden Feind. Nur die Angehörigen der Kreisleitung und der Stadtverwaltung haben unter den Soldaten, Arbeitsmännern und Frontarbeitern ausgehartt, um für alle sorgenden Anfragen der Einwohner, die vor allem in Mitteldeutschland und im Harzgebiet untergebracht waren, immer da zu fein und um schließlich die Rückkehr vorzubereiten.

Die ersten Transporte der Heimkehrer aus Merzig und den umliegenden Dörfern sind wieder nach Haufe gekommen, in eine unversehrte und ge­pflegte Stadt, in festliche, zum Willkommen ge­schmückte Sttaßen, in aufgeräumte Wohnungen in buchstäblichem Sinne, in gemachte Bet- t e n. Für alles hat die Partei, die NSV. und Frauenschaft gesorgt. Und während auf dem Bahn- Hof ein in frischem Grün geschmückter Zug nach dem anderen einläuft, die Militärmusik spielt, Po­litische Leiter und NSV.-Schwestern die Heimgekom­menen in ihre Wohnungen oder zur Verpflegungs­stelle in einen wunderschönen Park geleiten, denken wir an das namenlose Leid der französischen Flüchtlinge und endlose Kolonnen müder und ab­gehärmter, schwer bepackter Menschen auf den Land­straßen.

Solch niederschmetternde Erlebnisse find der deut­schen Grenzbevölkerung erspart geblieben, ünd die Saarländer wissen es dem Führer zu danken. Wie wohl kaum ein zweiter Dolkssbamm hängen diese Bauern und Arbeiter, von denen fast jeder sein eigenes Häuschen hat, mit zäher Liebe an der Hei­

mat. Es ist ihnen schwer gefallen, sich in der Fremde einzuleben. Um so glücklicher sind sie nun lieber daheim zu sein. Wo ihnen Schäden und Nachteile entstanden sind, werden sie nach dem Befehl des Führers ausgeglichen. Gewiß, zehn Monate muita- rischer Einquartierung sind an den Wohnungen auch bei der größten Rücksichtnahme der Soldaten nicht immer spurlos vorübergegangen. Aber auf ihrem Tisch finden die Heimkehrenden neben Blumenstrauß und der Begrüßung des Kreisleiters und Landrates einen Fragebogen, in dem sie fofort aufzeichnen sollen, was an Schäden vorhanden ist.

So wie die Rückgeführten während der vergange- nen zehn Monate in den Bergungsgebieten keine hilf- und rastlosen Flüchtlinge waren wie die Eva- tuierten aus Elsaß-Lothringen und Frankreich, |o werden sie auch jetzt, da die Heimat sich ihnen wieder öffnet, wirklich geführt und betreut. Schon zehn Minuten nach Ankunft des Zuges haben die kleinen Kinder ihre Flasche, die grö­ßeren ihre Buttersemmel und Milchtasse und die Erwachsenen ihr reichliches Frühstück. Die Männer wissen schon heute, wo sie wieder ihre Arbeit finden.

Nun sehen sich alle die Freunde und Bekannte, die inzwischen über weite Gebiete verstreut waren, wieder. Aus insgesamt 21 verschiedenen Gauen sind sie zurückgekommen. Was gibt es da alles zu erzählen! Wiedersehen sfr eude und Dank­barkeit, aber auch mancher glücklich überstandene Kummer werden laut. Vieles hat sich in den Fami­lien geändert. Dieser oder jener ist in der Fremde gestorben; aber glücklicherweise ist es viel häu­figer, daß ein junges Ehepaar mit dem ersten Kindchen wiedergekommen ist, oder zu sechs Kin­dern ist noch das siebente gekommen. Der Zehn­jährige ist inzwischen Pimpf geworden und trägt auf dem Aermel seiner Bluse das Abzeichen Nieder- suchens. Aufgeregt sucht er unter der Menge nach seinen alten Schulkameraden.

Inzwischen erwacht die Stadt zu neuem Leben. Ein Geschäft nach dem anderen wird von fleißigen Händen sauber gemacht und öffnet wieder. In den Gasthäusern gibt es schon wieder zu essen, und, wie konnte es in diesen Stunden der Freude in einer Weingegend auch anders fein, auch etwas Gutes zu ttinken. Nun ist alles über ft a üben, nun find wir wieder daheim. Diese frohe Stimmung be­herrscht alle. Sie findet ihren Ausdruck in der Zu­stimmung, die Gauleiter Bürckel zugerufen wird, als er die ersten Heimkehrer bearüßt, ihnen den Dank des Führers ausspricht und ihren Dank an den sieg­reichen Feldherrn und Schützer der Heimat Adolf Hitler in begeisterten Worten zusammenfaßt.

Henkel.

setzt und mit seinem Zuge insgesamt 18 feindliche Kampfwagen vernichtet.

Generalleutnant Endres hat mit einem hohen Maß von Angriffsgeist und Entschlußfreudigkeit und mit größtem Berantwortungsbewußtsein in teilweise selbst geführten Vorstößen entscheidend zu der Waffenniederlegung eines Teiles der französi­schen Armee beigetragen. Generalleutnant Scha al hat in den schweren und krisenreichen Ab­wehrkämpfen am 15. Mai südlich Sedan, als seine Division von vier frischen feindlichen Elftedivisionen und starken Panzerkräften angegriffen wurde, durch geschickte Führung und persönlichen Einsatz ent­scheidend zu dem Abwehrerfolg beigetragen. Oberst Schw albe hat durch seinen unerschrockenen persönlichen Einsatz sowie durch seine entschlossene und hervorragende Führung entscheidenden Anteil am Durchbruch durch die Maginotlinie am 14. Juni. Major B ohrne r stürmte an der Spitze seines Bataillons in einzigartigem Schwung ttotz stärkster feindlicher Gegenwirkung die wichtige, das Gelände südlich des RheinMarne-Kanals beherrschende Höhe nörblid) Bittimont und verursachte so den Zu­sammenbruch des feindlichen Widerstandes am Südufer des Kanals. Rittmeister Niemack hat seine Aufklärungsabteilung hervorragend, tapfer, kühn und geschickt geführt. Entscheidend ryar fein am Mittag des 11. Juni gefaßter Entschluß, auf die Marne bei Damen? in den Rücken des Feindes vorzuftoßen, als ein Vorkommen an der Front unmöglich war. Diese mit äußerstem Schneid durch­geführte Umfaffung zermürbte den Feind und er­möglichte es der Führung, durch rasch vorgewor- fcne Kräfte wesentliche Teile des Gegners abzu- schneiden und schnell die Marne zu gewinnen. Hauptmann Freiherr von Wolff hat bei jedem Einsatz seines Bataillons höchsten persönlichen Mut bewiesen. Stets in vorderster Linie mit der Waffe in der Hand vorstürmend, riß er feine Män­ner immer wieder zu Erfolgen fort. Insonderheit im Kampf um Chaumont am 14. 6. hat er in dem auf einer beherrschenden Höhe liegenden stark ver­schanzen Bergdorf im Häuserkampf Heldenhaftes geleistet. Oberleutnant Freiherr von K e - telhodt stürmte am 14. Juni unter schwierigsten Umständen und im heftigsten feindlichen Artillerie­feuer die Fortantage Knop und schuf so die entschei­dende Voraussetzung für das Gelingen des Durch­bruches seiner Division durch die Maginotlinie. Oberleutnant Cirener erzwang am 19. Juni morgens in kühnem Vorstoß unter höchstem per­sönlichen Einsatz den Cher-Uebergang bei Selles» sur-Cher und brachte die Brücke unversehrt-in eigene Hand. Durch seine Entschlossenheit und seine drauf­gängerische Tapferkeit hat er mit entscheidenden Anteil an dem raschen und verlustlosen Uebergang der nachfolgenden Truppen über den Cher. Leutnant Naue nahm am 15. Juni mit hervor­ragender Tapferkeit im Handstreich das nordwestlich von Verdun gelegene Fort Vacherauville. Er führte seinen Stoßtrupp ebenso unerschrocken wie umsich­tig. Die Erstürmung des Werkes bedeutete die Er­füllung des der Division gestellten Kampfauftrages Wegnahme der Nordwestfront von Verdun". Oberfeldwebel Gebauer erzwang am. 14. Juni in stärkstem feindlichem MG - und Artilleriefeuer aus Front und Flanke den Uebergang über den breiten und tiefen PanzerwagengrabenNied" zwischen Nonenvald und Werkgruppe 92. Erst nach dem Ge­lingen dieser verwegenen, trotz erheblicher Verluste unbeirrbar durchgeführten Tat konnte der Angriff der nachfolgenden Kräfte gegen die starken Be­festigungsanlagen der Maginotlinie in diesem Ab­schnitt Raum gewinnen.

3« englischer Gefangenschaft ausge­plündert und mit dem Tode bedroht.

Berlin, 17. Juli. (DNB.) Wie rücksichtslos die Engländer in Gefangenschaft geratene deutsche Flieger behandeln, aeigt folgender Vorfall: Die bei Wmy am 22» bei Mer Notlandung unwp

Oer Molotow-Cocktail.

Don unserer Berliner Schristleiiung.

Es ist immer wieder erheiternd, zu sehen, wie die brittsche Jnselbevolkerung, die sich ja größtenteils durch eine völlige Ahnungslosigkeit in militärischen Dingen a'uszeichnet, den von der Regierung befohle­nen Heckenschützenkrieg organisieren will. Der Herr Pfarrer, der mit der Mistforke au Bett geht, und die Miß, die den bösen Feind durch heimtückische Stiche mit der Nähnadel erledigen will, sind ja bekannte Erscheinungen. Aber es gibt auchkriegs­erfahrene" Leute in Britannien, die meinen, daß solches Tun allein nicht genüge. Mit Recht schreibt beispielsweise ein kluger Mann imDailg Expreß", daß Churchills Aufruf zur straßenweisen Verteidi­gung Londons und zum Kampf von Haus zu Haus wenig nütze, ,/wenn man nichts habe, wo­mit man kämpfen konne". Es müsse deshalb erwartet werden, daß die Regierung bald geeignete Waffen an die Zivilbevölkerung austeile, nämlich Handgranaten und Molotow-Cock­tails, die man auf die Feinde werfen könne. Ins­besondere vom Molotow-Cocktail erhofft sich der Ratgeber sehr viel. Das sei eine Flasche, die nsit Teer und Benzin gefüllt wird. Das Rezept stamme aus dem finnischen Krieg und werde jetztin den besten Familien beim Fünf-Uhr-Tee in aller Ruhe diskutiert". Man habe bei dieser Gelegenheit fest­gestellt, daß die Molotow-Cocktails am besten mit derselben Handbewegung zu werfen seien w i e e i n C r i ck e t - B a l l.

Wir unsererseits wissen nicht, was wir mehr be­wundern sollen: den unsagbaren Heroismus dec englischen Salonkrieger, die man denke nur in aller Ruhe während des Teetrinkens ein so ge­fährliches Thema erörtern, oder die grenzenlose Borniertheit des englischen Volkes, das sich solche verbrecherischen Spiegelfechtereien noch gefallen läßt. Aber in En gl ad ist offenbar niemand fähig zu erkennen, was es heißt, eine Millionenstadt wie London zum Schlachtfeld zu machen. So mögen denn die Londoner, während deutsche Stukabomben zu Tausenden herabregnen, ihre Molotow-Cocktails gleich Cricketbällen gen Himmel werfen und damit das Werk der Vernichtung vollenden. Sie gehorchen damit nur dem Willen Churchills, der dann ein moderner Nero mit dem glücklichen Lachen des Wahnsinnigen den Untergang seiner Stadt betrachten wird, um anschließend denerfolgreichen Rückzug" nach dem Fernen Westen anzutreten.

letzt gebliebenen Besatzungsmitglieder eines deut­schen Flugzeuges wurden daran gehindert, ihren verwundeten Kameraden zu helfen. Sie mußten zu­sehen, wie die Verletzten ohne Hilfe und ärztliche Unterstützung liegenblieben. Im Gefangenenlager von Dimy wurden di« deutschen Flieger vollkommen ausgeplündert. Sie mußten mit erhobenen Armen, das Gesicht zur Wand gekehrt, stehenbleiben, während ihnen ihr ganzes Eigentum a b - genommen wurde. Die Abzeichen wurden von den Fliegerblusen gerissen, dann die ganze Flieger­kombination vom Körper gezerrt. Nach einer fürch­terlichen Nacht wurden zwei Flieger einen ganzen Tag lang in einen engen, schmutzigen Stall g e sperrt und immer wieder bedrängt, Aussagen zu machen, andernfalls sie erschossen würden. Als der Flugzeugführer am nächsten Tage um seine Geld­börse bat, ließ sich der Vernehmungsoffizier diese bringen, nahm bas restliche Geld heraus, verteilte es unter die anwesenden Soldaten und warf mit einer zynischen Bemerkung die Geldbörse in eine Ecke. Schließlich wurden die deutschen Flieger unter Bewachung durch farbige französische Truppen in strenge Haft genommen. Erst die vorrückenden deut­schen Truppen formten sie aus ihrer Notlage be­freien.