Ausgabe 
18.6.1940
 
Einzelbild herunterladen

[en von ter Front, em Er-

Jnhalt dieses Heftes.

Feierstunde: Musik aus großer Zeit

Aus der engeren Heimat

(Nachdruck verboten!)

19. Fortfetzung.

wird am Bestehen schiedene

Milchgetränke, Speisen und Gebäcke erhalten Sie kostenlos zugesandt von DR.AUGUST OETKEfe, BIELEFELD

Vr denkt an das bewährt«

zu tun?"

Nun, vorerst muß diese Bescheinigung nachge-

Seine Spur von Hauck

Roman von Lharlotie Kaufmann.

wahr."

Weshalb nicht?" Mjölln hob seine Stimme. Durch die rasenden Autos kommen täglich Menschen ums Leben. Was ist daran verwunderlich?"

Na ja ... Ich gebe zu, es gibt viel Verkehrs­unfälle. Es ist nur unverständlich, daß die Frau des Verschwundenen den Mann nicht ausfindig machen konnte, während er in Flensburg lebte. Flensburg ist doch bei Gott nicht weit von Stein entfernt."

Nun, das ist doch zu erklären. Er wird wohl nicht polizeilich angemeldet gewesen sein. Und meistens ist es ja überhaupt so, daß man Verschwundene viel zu weit weg sucht, nur nicht in der nächsten Nähe."

Joachim nickte.Der Maler Stefan Gode dürfte wohl über Verschiedenes Auskunft geben können. Haben Sie haben Sie schon Gelegenheit gehabt, Frau Hauck zu fragen, ob fif den Maler Gode kennt?"

Nein, ich habe noch niemand hinausgeschickt. Dieses Stein ist ja so abgelegen. Außerdem ... ich dachte, es ist vielleicht besser, zu der Frau erst dann etwas über meine Entdeckung zu sagen, wenn wir die verschiedenen Bestätigungen vorliegen haben".

Joachim nickte wiederum.Wenn dies alles so stimmt, wenn dieses Schriftstück, das hier liegt, auf Wahrheit beruht, dann kann die Frau wieder hei­raten, nicht wahr?"

Mjölln bejahte erstaunt, und Joachim kam zum Bewußtsein, daß er mit seiner Entdeckung, ob Sibylle wieder heiraten dürfe, eine sehr dumme Frage gestellt hatte.Ich bin ein bißchen durchein­ander", stellte er fest.Das ist ja eine Selbstver­ständlichkeit, daß sie. dann wieder heiraten kann.

prüft werden."

Ach, das haben Sie noch nicht getan?

Nein. Das heißt, ich habe bereits nach Flens­burg geschrieben und um Bestätigung durch die Po^ lizeidirektion gebeten. Die Antwort steht noch aus.

So." Joachim blickte in das grünverhangene Licht der Schreibtischlampe. Er dachte an Sibylle, an ihr kleines Haus, an ihre Bernsteinaugen und an das Purliputzelchen.Woher haben Sie diese merkwür­dige Bescheinigung?" fragte er nach einer Weile und sah Mjölln an.

Der Rechtsanwalt berichtete kurz.

Das nennt man Glück." Joachim nickte. Dieser Mjölln war ein prächtiger Anwalt. Die Leute fielen ihm ein, die ihn immer gelobt hatten.Haben Sie immer soviel Glück? Man muß sich jetzt nur noch fragen, was für ein Mann dieser Stefan Gode gewesen ist, und wie er dazu kam, ein solches Schriftstück ohne Begleitbrief in ein Kuvert zu stecken und an die Frau des Verstorbenen zu schicken."

3a, dies ist der wunde Punkt an der Sache, wenn man von einer solchen wunden Stelle sprechen will." Mjölln wechselte seinen Ausdruck. Das Selbst­gefällige verschwand und machte kleinen, sorgenden Falten Platz. Als ich mich näher erkundigte, be­richtete man mir, daß der Maler Stefan Gode kurz vor seiner endgültigen Abreise aus Rapoll auf drei Tage nach Flensburg gefahren sei. Er wollte dort angeblich jemand besuchen und etwa acht Tage blei­ben. Er kam dann aber früher zurück."

Und was denken Sie darüber?"

Nun, es ist gut möglich, daß der Maler Gode ein Bekannter von Hauck war, vielleicht seinen , Aufenthalt in Flensburg wußte, ihn besuchen wollte und ... möglicherweise dazu kam, wie er verun- i glückt ist."

iDas klingt einfach und kännteffo gewesen sein. :Er hat bann die Bescheinigung in b$n Umschlag

Das Wirken großer Männer beeinflußt nicht nur das Geschehen ihrer Tage, sondern druckt auch der ganzen Zeit, in der sie leben, ihren Stempel aus. Und je umfassender der Genius eines solchen Man­nes ist, um so größer wird dieser Einfluß auf den verschiedensten Gebieten in Erscheinung treten. Wenn dann die strengabwägende Geschichte diesem Wirken die seltene Bezeichnunggroß" gibt, so ist es auch die Zeit, in der es geschieht. Die Geschichte Preußens, ja man kann sagen: die Deutschlarws, ist eng verbunden mit Friedrich dem Großen. Der 'ampf um die Lebensrechte und den Bestand sei­nes Landes zeigt viele Parallelen zu dem Geschehen unserer Tage, und so erleben wir in unserer gro­ßen, kampfbewegten Zeit auch den Kampf jenes vergangenen Jahrhunderts im Geiste noch einmal

Am Freitag, 21. Juni, kann der M a n n e r - G e - fangverein21 r i o n" Gießen-Klein- Linden auf ein 50jähriges Bestehen zuruckblicken. In einen Reihen befinden sich noch sechs Gründer und einige verdiente langjährige aktive Sanger, die am Gründungstage auf eine 40» bzw. 50jährige Sangestätigkeit zurückblicken können. Trotz zahl­reicher Einberufungen hält der Verein feine regel­mäßigen Gesangsstunden aufrecht. Neben den ver­schiedenen allgemeinen Veranstaltungen, beidenen der Chor des Vereins mitwirkt, haben sich die Sänger gerne auch zur Verfügung gestellt, wenn es galt, den Kranken in den Kliniken oder den Verwundeten in den Lazaretten eine Freude zu bereiten. Das deutsche Lied wird mit allem Elser und aller Liebe zur Sache gepflegt. Der Verein 26. Juni in schlichter Form das 5O)ahnge im Vereinslokal feiern und dabei Der» Mitglieder für ihre Treue auszeichnen.

Ein komischer Kauz, dieser Mjölln. Verschwand einfach für ein paar Tage, und dann sagte er: ,Lch fjabe eine wichtige Mitteilung für Sie."

Die Fähre kam zurück, legte quietschend und um­ständlich an. Die Menschen flüchteten unter Deck.

Joachim blieb draußen stehen. Er hatte seine Aktentasche unter den Arm geklemmt und die Hände in den Manteltaschen versenkt.

Die Dampfpfeife eines Schleppers tutete. Er wollte noch vor der Fähre vorbei. Wie eine min« zige Schale lag er auf dem Wasser mit einem stark qualmenden Schornstein.

Als Joachim am Wall ankam, waren seine Schul­tern naß, und auf der Krempe seines Hutes hatte sich eine kristallene Schneeschicht gebildet. Er schleu­derte sie ab, ehe er das Haus betrat.

Fromme! öffnete ihm.Doktor Mjölln wartet

bearbeitete er später und widmete es dem großen König, alsMusikalisches Opfer".

Wir hatten Gelegenheit, einen Teil dieses Werkes, die Fuga canonica für Violine und Orgel, in guter Ausführung am gestrigen Montagabend zu Horen, der fast ausnahmslos unter dem musikalischen Zei­chenJohann Sebastian Bach" stand. Der Ausbau ter Folge war sehr geschickt und voll innerer Ge- chlossenheit. Gleich die einleitende Toccata mit Fuge n d-moll, ein Lieblingsstück aller Organisten, er­zeugte die rechte Stimmung, die verstärkt und unter­strichen wurde durch den einstimmigen Mannerchor mit Orgel:Wer ist ein Mann?" Die Sinfonie für Streicher und Orgel zeigt den großen Friedrich als beachtlichen Tonfetzer, der erste Satz in ferner Be­schwingtheit zeigt schon auf die Sttlwende zu den Wiener Klassikern hin, während der langsame Mittel­satz und zum Teil auch der Schlußsatz nut seinen Echowirkungen mehr zeitgebunden sind. Gut waren auch die Tenorlieder gewählt, da man auf Lelchtver- ständlichkeit und eine gewisse Volkstümlichkeit Rück­sicht genommen hatte. Die Choralfantasie mit ab­schließendem Männerchor überNun danket alle Gott", der Choral von Leuthen, wurde zur inneren und äußeren Krönung der Feierstunde, da die zahl­reichen Zuhören sich stehend am Gesang beteiligten, ein Dank aus vollem Herzen dem Schicksal, das uns gerade an diesem denkwürdigen Tage so unaussprech­lich Herrliches erleben lieh. . .

Die Ausführenden, Angehörige eines Jnfantene- Erfatz-Bataillöns, konnten es schon wagen, diese zum Teil recht anspruchsvollen Werke zur Ausführung zu bringen, denn es wird nicht oft Vorkommen, daß sich bei der Truppe ein so sauber spielendes Streichquar­tett ein guter Organist und ein mit klangvoller Stimme begabter Tenorist zusammenfinden. An den frischen Stimmen des Chores konnte man feine Freude haben. Sehr zur Hebung und Vertiefung der Stimmung trugen die auf die Folge fein abgestimm­ten Gedichte und Stücke von Vesper, Broger, Lersch u. a. bei. Es war erfreulich, daß der Besuch fo gut war, da ja der Ertrag zum Besten des Kriegshilfs- , wertes für das Deutsche Rote Kreuz bestimmt ist. , Heinrich Blaß.

schon."

Er half Joachim aus dem Mantel.

,Hch bin ordentlich neugierig, was Sie entdeckt haben, Herr Fromme!." ,

,Oh, ich habe nichts entdeckt." Fromme! trat be­scheiden zurück.Alles nur die Fähigkeit von Dok- tor Mjölln. Seine Fähigkeit und sein Glück." Er öffnete die Tür des Privatbüros.

Ich habe den Kunstmaler gefunden." Das war gleich das erste, was Mjölln sagte, als Joachim saß.

So", sagte Joachim, und seine Fingerspitzen be- rührten sich. Sein Gesicht war aufmerksam.Er lebt noch."

Mjölln lag zurückgelehnt in seinem Stuhl, hatte die Beine übereinandergeschlagen und sah sehr selbstzufrieden aus.

Nein, er lebt nicht mehr."

Er ist tot?"

3a, er ist tot"

Hm. Diese Mitteilung ... ich muß gestehen, sie kommt sehr überraschend."

Ja. Ich habe Glück gehabt." Mjölln zog die amtliche Bescheinigung, die er in Rapoll einem nicht ihm gehörigen Brief entnommen hatte, aus der

Es zeugt deshalb von tiefem Verständnis, daß man zu der musikalischen Feierstunde in ber Sohan- neskirche Werke von und um den großen Friedrich aufführte. Der König, selbst ein leidenschaftlicher Förderer und Ausüber der schönen Musik, ver- ammelte um sich bedeutende Musiker seiner Zelt, den Flötenspieler Quantz, der auch -ugleich sein Lehrer war, den berühmten Violinisten und Kom­ponisten Benda, den zu seiner Zeit weltberühmten Opernkomponisten Graun und als Klavierspieler den Sohn des großen Joh. Seb. Bach, Philipp Emanuel Bach. Mit ihnen und einer Reihe klei­nerer Geister veranstaltete er in seinen Mußestunden in Sanssouci die berühmten Flötenkonzerte, bei denen er fast ständig als Solist mitwirkte. Und es ist ein Beweis für den Scharf- und Weitblick des großen Königs in musikalischen Dingen, daß er die Kunst eines anderen Großen seiner Zelt voll wür­digen konnte, die des Joh. Seb. Bach in Leipzig. Der galt wohl als der beste Orgelspieler in Deutsch­land, aber seine eigenen Schöpfungen gingen über das Begreifen der Zeit hinaus. Aber Friedrich verstand und liebte die kunstvollen Werke des be­scheidenen Leipziger Thomaskantors, und er ruhte nicht, bis er ihn in Potsdam zu Besuch bei sich hatte. Bach zeigte sich des ehrenvollen Empfanges würdig, und ein von dem König gegebenes Thema

Joachim las und legte das Schriftstück zuruck. Sehr interessant. Dann wäre ja eiaentlich alles er­ledigt", sprach er und schlug wieder die Fingerspitzen gegeneinander.

Ja, auf den ersten Blick sieht das ganz so aus.

Der Kunstmaler ist tot. Was ist dann sonst noch

* Die Urkunden von der Metall- spende. In unserer Stadt hatte die Beteiligung an der Metallspende des deutschen Volkes einen so erfreulich großen Umfang, daß es^der Stadtverwal­tung unter den gegenwärtigen Verhältnissen mast möglich ist, jedem Spender die zugesagte Spende- urtunte in die Wohnung zu schicken. Die Urkunden können aber von heute ab täglich im Stadtbauamt, Asterweg, während dex üblichen Dienststunden m Empfang genommen werden.

** 5Beftrafte und verwarnte Ver­kehrssünder. In ter Zeit vom 1. bis zum 6. Juni schritt die Polizei wiederum gegen eine stattliche Anzahl Verkehrssünder ein. 1 Kraftfahr­zeugführer, 4 sonstige Fahrzeugführer und 1 Rad­fahrer mußten zur Anzeige gebracht werden. Ge­bührenpflichtig verwarnt wurden 2 Kraftfahrer, 4 sonstige Fahrzeugführer und 5 Radfa^er. Mit gebührenfreien Verwarnungen tarnen 3 Kraftfahr­zeuglenker, 4 Radfahrer und 2 Fußgänger davon.

** Die neueSirene" bringt den Wortlaut ter Verordnung des Ministerrats für die Reichs- verteidiounq über den Reichsluftschutzbund vom 14. Mai 1940, derzufolge ter RLB. die Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erhalten hat, die seiner Stellung im Rahmen der Luftver­teidigung und seinen hoheitlichen Aufgaben ent­spricht- der ausführliche Kommentar erläutert diese wichtige Verordnung. Der Inspektor des zivilen Lufffchutzes im Reichsluftfahrtministerium, Ministe­rialdirigent Dr. e.h. Knipfer, hat hierzu em« kettende Worte zur Verfügung gestellt, und der

Gemeindeverwaltung die Lücken in beiden Wehren aber durch die Heranziehung älterer Einwohner, wie auch durch den Einsatz von Kameraden der Hitler-Jugend geschlossen werden konnten. Kreis, feuerwehrführer Bouffier ermahnte die Karne, raten, sich in gleichem Geiste wie die Kameraden an der Front für die Heimat einzusetzen. Sodann überreichte er im Auftrage des Landrats des Krei» f-es Gießen dem Brandmeister Heinrich Harbach, dem Oberfeuerwehrmann Karl Muller und dem Oberfeuerwehrmann Wilhelm Mattern das vom Führer gestiftete Feuerwehrdienst - Ehrenzeichen II Stufe für 25jährige treue Pflichterfüllung tm Dienste der Feuerwehr. Gleichzeitig rourte den Feuerwehrmännern das entsprechende Diplom über» reicht. Im Anschluß daran fand ein Gerateexerzieren der einzelnen Löschzüge statt, das sehr exakt aus- geführt wurde und die Anerkennung des Kreisfeuer.

75 Jahre Spar- und Vorschußverem Allendorf a. d. Lda.

<£ Allendorf a.d. Ld a., 17. Juni. In der geschmückten Stadthalle gedachte der Spar- und Vorschußverein Allendorf a.d. Lumda in Anwesenheit von Gästen des 75jährigen Be­stehens des Vereins. 45 Einwohner von Allendorf hatten am 9. Januar 1865 den Beschluß gefaßt, eine Genossenschaftskasse zu gründen. Der erste Zahltag wurde auf den 16. Januar 1865 festgesetzt. An die­sem ersten Zahltag gingen 1345 Gulden Sparein­lagen ein. Damit war der Grundstock zur Wetter­führung des Unternehmens gelegt. Erschütterungen im Bankwesen hat der Verein stets gut überstanden: Die Bilanz vom 31. Dezember 1939 weist in Ak­tiva und Passiva einen Stand von 473 010 RM. auf. Der Gesamtumsatz im Jahre 1939 betrug 4 632 333 RM. An Spareinlagen, die sich inzwischen noch erhöht haben, waren 367 351 RM. vorhanden. Die laufende Rechnung weist in Darlehen 103 783 RM. und an Guthaben der Kunden 76 285 RM. auf Das Guthaben der Kunden hat sich inzwischen auf über 100 000 RM. erhöht. Der Bestand an Bankguthaben und Wertpapieren ist um 57 234 RM. auf über eine Viertel Million angejtiegen. Der Rein­gewinn betrug nach vorgenommenen höheren Ab­schreibungen 1268 RM. Den Mitgliedern wurden 4 v. H. Dividende gewährt.

Bei der Jubiläumsfeier war der Verband der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften Rhein-Main-Neckar durch Derbandsdirektor Schaff­ner, die Landesbauernkasse durch Direktor Eid- mann, die Dolksbank Gießen durch Direktor Hartmann vertteten. In den Ansprachen der genannten Gäste kam der gute Stand der Genos-

Notizen für den 19. 3unl

Sonnenaufgang 5.02 Uhr, Sonnenuntergang 21.50 Uhr; Monduntergang 4.48 Uhr, Mondaufganx 21.05 Uhr; Mond in Südwende.

Ich danke Ihnen jedenfalls'einstweilen, Herr Dok' tor. Sie werden mich auf dem laufenden halten. Er stand auf.

Haben Sie es so eilig?"

3a. Wir haben Gäste heute abend. Man mtiriti auf mich. Haben Sie sich gut erholt in Rapoll? 34 vergaß ganz, zu fragen."

,Zch habe gearbeitet, was denken Sie.

3mmer arbeiten. So. So. Dieses Rapoll kenur ich gar nicht." .

Da müssen Sie Weihnachten über hinfahreiil. Ruhiger Ort. Kein Mensch da, der stört." u

Ich will Weihnachten in die Berge fahren.

Natürlich in die Berge. Die jungen Menschei lieben die Ruhe nicht." Mjölln lächelte. Er «ar jetzt wieder stolz über das, was er erreicht hatte. Nun erst interessierte ihn dieser Fall Hauck. W würde er sich selbst dahintermachen, um alles zu klären. Es schien ja auch nur noch eine Kleinigkeu zu sein. In seinem Kopf lag wenigstens bereit alles klar, und er mußte es rasch noch erzählen.

Sehen Sie, Herr Kett, es ist alles ganz einfach', rief er.Zuerst denkt man sich immer alles viel ZU kompliziert. Verbrechen, denkt man. Flucht ins Aus' land, meint man. Dunkle Geschichte ... alles hotzi kompliziert. Und dann ist immer alles ganz einfach Dem Mann hat eben feine Ehe nicht mehr A paßt. Bei solchen Künstlern ist das vielleicht mchcr Besonderes. Ich weiß das nicht. 3edenfalls w er an jenem schönen Sommertag auf und davor Er hat vorher einen Anzug gekauft bei einem ®el entfernt wohnenden Schneider, ohne seiner vrcU davon zu erzählen, er hat ihn heimlich angezoger während sie im Sand lag, ist dann nach Teek mit dem nächsten Dampfer in die Stadt gefahren. Wer achtet schon groß auf einen Mann, der m Di Stadt fährt. Nun, und dann hat er sich irgenow in Flensburg niedergelassen, hat sich nicht angem««' bet, und wahrscheinlich wußte lediglich dieser Stesco Gode etwas über seinen Aufenthalt. Das hakte lange so zugehen können, wenn er dann nicht pW lich verunglückt wäre. Dem Maler Gode ist es vi« leicht gegen den Strich gegangen, daß die Frau Hause wartet, und so hat er die Bescheinigung u- den Tod des Freundes an sie geschickt. Daß er tuq mehr dazu schrieb, ist eigentlich auch zu verstehe Sicher hat er sich als Mitwisser ein wenig nmfaW gefühlt und deshalb schrieb er nicht. Wie Sie Wien.

, alles höchst einfach," (Fortsetzung folgt.-

wehrführers fand. Im weiteren Verlaufe ter Be- ichtigung wurde ein Brandangriff durchgef^rt, der nach dem Plan von Hauptbrandmeister Wilhelm Harbach III. an vier verschiedenen Stellen des Ortes Brände vorsah. Die Srani)angriffe wurden ehr sachgemäß durchgeführt und ließen erkennen, daß ter Ausbildungsstand der Wehr den Anforde­rungen gerecht zu werden vermag. In der abschlie. ßenden Besprechung gab Kreisfeuerwehrfuhrer Bouffier seiner allgemeinen Befriedigung Aus­druck und hob dabei besonders den wertvollen Em- atz des motorisierten Löschzuges heiwor, der für >en Ernstfall einen wirksamen Schutz bedeute. Nach- >em der Kreisfeuerwehrführer der Gemeinte für die sorgfältige Instandhaltung der Gerate und der Führung und den Kameraden der beiden Wehren ür ihre Einsatzbereitschaft herzlichen Dank gesagt hatte, fand die Besichtigung und die Uebung ihren Abschluß. Im GafthausZum Busecker Tal fant man sich anschließend zu einem kamevadschasMchen Beisammensein ein.

Fünf Jahre Zuchthaus für nächtliche Einbrüche.

Lpd. Frankfurt a. M., 17. Juni. In einem Ort der Rheinpfalz stahl der 46jährige Franz T y bi aus Saarbrücken, der 15mal vorbestraft ist, in einem Wirtschaftsraum- und Rauchwaren. Als er mit der Beute zu Arbeitskameraden kam, wurde sie ihm aus Scherz versteckt. Man machte ihm den Vorwurf, gestohlen zu haben, und daraufhin fühlte er sich bewogen, einen Teil der Beute zuruckzu» senden. Mitte Februar weilte T. in Frankfurt. In der Nacht zum 16. Februar verübte er einem Wirtshauseinbruch, der ihm Bargeld und Lebens­mittel, aber auch sofortige Verhaftung eintrug. Nachdem er die Wirtschaft ausgeräubert hatte, be- trat er das Kolleg. Dort hatte ein Soldat seinen Tornister untergestellt. T. schämte sich nicht, dein Soldaten Fleisch und Wurst aus dem Tornister zu entwenden. Bei der Festnahme des T. fanden sich bei ihm Diebeswerkzeuge vor, die er in Frankfuri gekauft hatte. Da der Täter unter Ausnutzung Der Verdunkelung gehandelt hatte, mußte er sich vor dem Sondergericht Frankfurt verantworten, das ihn zu fünf 3ahren Zuchthaus und fünf Jah­ren Ehrverlust verurteilte.

fenfchaft zum Ausdruck. Die Mttglieter der Genof- enfchaft wurden gebeten, dem Verein auch weiter­hin die Treue zu halten. Direktor Becker aab einen Rückblick auf die Entwicklung des Genoffen- chastswefen, Rechner Doll berichtete über die Entwicklung der Kasse in der Zett von 1865 bis 1939. Während des Bestehens ter Genossenschaft waren 13 Mitglieder als Direktoren tätig. Im Rechneramt gab es nur dreimal einen Wechsel. Außerdem waren im Verlaufe der 75 Jahre sechs Kontrolleure tätig, deren einer sein Amt über 39 Jahre versah. Mitglied Melchior L o tz I. wurde für 50jährige Treue in der Genossenschaft mit einem Geschenk geehrt. Durch den Vertreter des Verbandes Landwirtschaftlicher Genossenschaften wurde Rech­ner Doll, der dieses Amt seit 35 Jahren versieht, mit einem Diplom ausgezeichnet.

Schwememarkt in Butzbach.

Butzbach, 18. Juni. Aus dem heutigen Schweinemarkt waren 250 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis sechs Wochen alte Tiere bis 25 RM,, sechs bis acht Wochen alte Ferkel 25 bis 30 RM., acht bis zehn Wochen alte Tiere 30 bis 38 RM. Nach flottem Handel wurde der Markt geräumt.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Bufeck, 17. Juni. Auf dem hiesigen Sportplatz fand eine Besichtigung der Freiwilligen Feuerwehr und der Pflicht­feuerwehr unseres Ortes durch Kreisfeuerwehr­führer Bouffier statt. Beide Wehren waren vollzählig angetteten. lieber diese Tatsache gab der Kreisfeuerwehrführer seiner besonderen Freude Ausdruck, um so mehr, als der größere Teil der aktiven Feuerwehrmänner beim Heer steht, durch das gute Einvernehmen zwischen Feuerwehr und

nen insbesondere bei vordringlich zu behandelnden Schäden am Platze sein, z. B. bei Schaden an Haus- rat, die durch Fliegerangriffe entstanden sind. Der Minister ist damit einverstanden, daß bei solchen Schäden an Hausrat, einschließlich Kleidung und sonstiger Gegenstände des täglichen Bedarfs, über die Gewährung eines Vorschusses bis zu 300 RM. ohne weiteres die untere Verwaltungsbehörde (Landrat bzw. Oberbürgermeister) und bis zu 3000 RM. die höhere Verwaltungsbehörde (Regierungs­präsident, Reichskommissar für die SaarpscH) ent­scheidet, soweit die Gewähr dafür besteht, daß ote Dorschußbeträge alsbald zur Ersatzbeschaffung für die zerstörten Sachen tatsächlich verwandt werden und daß die Ersatzbeschaffung unter den heutigen Verhältnissen möglich und volkswirtschaftlich oertret» bar ist.

Giehen-Klein-Lmden.

Gießener Badeanstalten W gut besucht.

In den Stünden der Freizeit finden jetzt viele Volksgenossen Zeit und Muße, sich in den Bade­anstalten an der Lahn einzuflnden und einige Stunden in frischer Luft, in Lickt und Sonne und abwechslungsweise auch im Wasser zu verbringen nicht zum Schaden, sondern zum Nutzen der Ge­sundheit, wenn das Sonnen- und das Wasserbad mit Maß und Vernunft genossen wird. Die Bade­anstalten bietey sich jetzt wieder in der Form dar, in der wir sie zu sehen gewohnt sind. Busche und Bäume sind höher geworden, stehen herrlich im Laub, der Rasen ist frisch und grün, und so bildet die natürliche Umgebung den rechten Rahmen für einige Stunden der Erholung. An schönen «Sonn­tagen war es deshalb nicht ungewöhnlich, wenn bis zu tausend Menschen sich in den Badeanstalten einfanden und die Gelegenheit benutzten, in Ruhe oder im bewegten Spiel einige Stunden zu ver­bringen. Auf den Laufstegen lassen sich viele brau­nen und beobachten dabei den regen Badebetneb, der sich an schönen Tagen entwickelt.

konnte den Brief nicht zustellen."

.Warum hat er dann aber nichts Näheres dazu­geschrieben? Ein paar Worte des Beileids, des Mit­gefühls? Irgend etwas?"

Darüber muß man ihn fragen."

Ihn fragen?" wiederholte Joachim. -

Selbstverständlich. Das ist sehr wichtig. Ich habe bereits nach Berlin geschrieben. Der Aufenthalt des Dialers Gode dürfte wohl zu ermitteln fein, falls er sich nicht auch vor jemand verstecken will."

Joachim beugte sich vor und griff noch einmal nach dem Stück Papier.Tot, verunglückt, Auto- Unfall. Das klingt ich muß sagen, das klingt nicht

MSMUHZUMSMs- der Weg des RLB. seit seinem Bestehen geschildert. Inhalt dieses Heftes.________

Ein Bildbericht über einen LS.-Lehrgang tn der