Ausgabe 
18.6.1940
 
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aen Belfort- (obere Mosel) EpinalTrouöe de CharmesToulNancn.

Dieses gewaltige Festungswerk, das Frankreichs Ostgrenze stützen sollte, ist durch die umfassende, nach dem Durcybruch der Saarfront gegen den Rhein Marne-Kanal vorstoßende deutsche Operation gleich- zeitig mit dem weit ausgreifenden Vorstoß schmetter deutscher Verbünde über die Burgundische Pforte hinwkg an die Schweizer Grenze vollia aus den Angeln gehoben. Aber auch in sich selbst lost sich dies raffiniert aufgebaute Derteidigungssystem zusehends auf. Das deutet schon die Uebergabe der Festung Metz an, die an der Mosel eines der wichtigsten Bollwerke der Maginot-Linie mit einer außerordentlich starken Garnison war.

Metz ist uralte deutsche Stadt, eines der ältesten Bistümer des alten Deutschen Reiches, das 1352 wider alles Recht von König Heinrich II. von Frank­reich besetzt und mit Toul und Verdun vom Reiche losgerissen wurde. Run wurde Metz von dem gro­ßen französischen Festunaebauer Vauban au einem der stärksten Bollwerke im französischen Festung-- system gegen Deutschland angelegt. Trotzdem konnte es sich 1870 nicht halten, nachdem die Armee Ba- zaine von der deutschen 1. und 2. Armee in den Schlackten bei Colombey Rouilly, Vionville und Gravelotte geschlagen und in Metz eingeschlossen war. Mit Elsaß-Lothringen war Metz wieder zum Reich zurückgekehrt, aber durch das Diktat von Versailles erneut unter sranzösische Herrschaft ge« kommen. Run wehen wiederum deutsche Fahnen über Metz.

MdemMerkreuzausgezeichnel

B e r l i n, 17. Juni. (DRB.) Das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz erhielten Hauptmann Balthasar und Oberleutnant Harras. Hauptmann Wil­helm Balthasar hat wie schon der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht bekanntgav, im Luftkampf 20 Gegner zum Absturz ge­bracht und 11 feindliche Flugzeuge am Boden durch Angriffe aus der Luft vernichtet. Ihm wurde die hohe Auszeichnung verliehen für seine persön­liche Tapferkeit, in Anerkennung des kühnen An­griffsgeistes, den er als Jagdflieger bewiesen hat. Oberleutnant Horst Harras hat am 24. Mat mit einem Geschütz seiner schweren Flakbatterie die Mauer der Zitadelle von Boulogne st u r m r e t f ge s ch o s s e n. Unter schwerstem Ab­wehrfeuer brachte er das Geschütz 20 bis 30 Meter vor der Mauer in Stellung. Nachdem er in die Mauer Breschen geschossen hatte, drang er mit seinem Erkunoungsosftzier und einem Unterwacht­meister zur Erkundung der Angriffsmöglichkeiten in die Zitadelle ein und war so oer erste deutsche Soldat, der die Zitadelle von Boulogne betrat. Er stürmte mit einer Schützenkompanie sodann den Wehrganq der Zitadelle und entwaffnete dort trotz /heftigen Feuers, das den Angreifern aus der mitt­leren Burg entgegenschlug, die Besatzung in Stärke von 2500 Mann. Er zwang dadurch den Komman. bauten zur Aufgabe des Widerstandes und machte den Rest der Besatzung in Stärke von 6000 Mann zu Gefangenen. Durch hervorragende Tapferkeit, Mut und in besonderer Einsatzbereitschaft eroberte so Oberleutnant Harras die Zitadelle von Boulogne im Handstreich.

Der Führer und Oberste Befehlshaber hat ferner das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz dem Oberst­leutnant de Boer, Kommandeur eines Artillerie- Regiments, verliehen. Oberstleutnant de Boer stand am 10. Mai an der Spitze der Kampfgruppe de Boer, deren Zusammenstellung seiner persön­lichen, echt soldatischen Initiative zu verdanken war. Trotz schwerster Lage während der Stra- henkämpse in Dordrecht führte Oberstleut­nant de Boer einen Angriff gegen den weit über- leaenen Feind unter widrigsten Verhältnissen erfolg­reich durch. Das energische Zupacken seines Ver­bandes und das andauernde persönliche Eingreifen de» Oberstleutnants bewirkten die Sicherstellung der für das Gelingen des ganzen Unternehmens sehr wichtigen Brücke von Dordrecht. Oberst­leutnant de Boer wurde 1897 in Altona geboren. Am 15. 9.1914 trat er als Kriegsfreiwilliger in das Feldartillerie-Regiment 45 ein. Am 22.10.17 wurde er Leutnant. Er blieb nach Kriegsende zunächst im Reichsheer, trat bann aber 1920 zur Polizei über. 1985 wurde er vom neuen Heer übernommen und 1989 Kommandeur eines Artillerie-Regiments.

Blihstbnelle Serfolquna.

Berlin, 17.Jun!. (DJIB.) In schärfster Der- folgung stoßen unsere Truppen dem zurückflulenden Felnde nach. Immer wieder gelingt es durch blitz- schnelles Aupacken für den weiteren Fortgang der Operationen wichtige Geländepunkte zu besehen. So nahm der bereits einmal im OKW.-Vericht ge­nannte Kommandeur eines Schühenreglments, Oberstleutnant V a l ck, seiner Division weit vor­aus, im kühnen Handstreich Flugplatz und Stadt St. Dizler, vernichtete dort mehrere Flugzeuge und machte weitere große Deute. Ein Panzerregi­ment unter Führung seines Kommandeurs, Oberst­leutnant E b e r b a ch, besetzte im letzten Augen­blick vor der Sprengung durch den Feind eine äußerst wichtige Seine-Drücke.

Die Fahnen Großdeulschlands über Frankreichs Havpisiadt

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Rach dem Einzug der deutschen Truppen hißten deutsche Soldaten auf dem Dach des Arc de Triomphe die Hakenkreuzfahne. Unser Bild zeigt deutsche Soldaten mit französischen Beymten aus dem Dach des Arc de Triomphe, zu dessen Füßen das Grab des unbekannten Soldaten liegt. (PK.-Schmidt-Scherl-M.)

Da staunten die pariser!

Bilder vom Sinzug unserer Truppen in die französische Hauptstadt.

Von Kriegsberichter Karoly Kampmann.

PK. Wir stehen auf dem Place de la Eon- corde, inmitten einer großen Menschenmenge. Der Kommandeur einer deutschen Division läßt seine Soldaten an sich vorbeimarschieren. Zwar zieht un­sere Wehrmacht schon seit dem Morgen durch Pa­ris, aber in den letzten zwei Stunden sah man noch wenig Bevölkerung. Dann aber füllen sich die Stra­ßen, und nun erleben die Pariser ein militärisches Schauspiel, das auch sie immer von neuem in seinen Bann zieht. Man muß es sich einmal vorstellen, daß noch am Tage zuvor um Paris herum gekämpft wurde, daß noch vor wenigen Stunden die fran­zösischen Soldaten in der Stadt waren und daß nun die Truppen hier einzoaen, von denen die französische Staatsführung der Bevölkerung von je ein völlig anderes 'Bild gegeben hatte, als sie es nun bestaunen kann. Und wir können immer nur wieder feststellen und müssen es einfach schreiben: Paris staunte!

Als erste zogen Panzerjäger und Fine mo­torisierte Feldgendarmerlekompanie ein, die den Einmarsch und den Durchbrpch für untere Truppen sicherten, und dann zogen ununterbrochen die heut­igen Soldaten mit allem, was zu ihrer Bewaff­nung gehört, in die französische Hauptstadt ein. Dir haben am Tag zuvor auf der Fahrt nach Compiögn« den vielgepriesenen französischen TankMada­gaskar^ gesehen. Im Feuer deutscher Abwehr war er liegengeblieben. Er war berühmt geworden, weil er einst bei einer MMärparade in Pari» am Schluß der Panzer fuhr und dort infolge ftiner Größe und Ausrüstung Aufsehen erregte und leiden­schaftliche Begeisterung fand. DieserMadagasoar" war als eine Art technisches Wunder gepriesen worden. An diesen Panzer mußten wir denken, al» wir die Gesichter der Pariser beim Einzug der deut­schen Soldaten sahen. Offen gestanden, wir haben auch immer wieder von neuem gestaunt, obwohl wir bisher reichlich Gelegenheit hatten, die Aus­rüstung der deutschen Wehrmacht in praktischer Nutzanwendung kennenzulernen. Wer aber un eren Einmarsch am 14. Juni 1940 in die sranzö ische Hauptstadt erlebte, die seit 70 Jahren keine beut chen Truppen mehr in ihren Mauern sah, muhte über­wältigt sein von dem grandiosen Bild, das sich immer von neuem bot. Da zogen unaufhörlich die feldgrauen Kolonnen entlang1*, das Bild schlichten Soldatentums in dieser Stadt prunkvoller Bauten und prächtiger Straßen. Da zogen unsere Män­ner ein, harte, aber gute Gesichter, von Schweiß überkrustet, ernst von den Kämpfen, die ihre Züge prägten, aber dennoch spricht aus ihnen die Freude, bei diesem Einmarsch dabei zu sein.

Wir fahren an ihnen entlang, bann und wann halten mir, der Bildberichter entdeckt immer wieder ein neues Bild, das er aufnehmen muß. Es ist in Worten nicht so wiederzugeben, wie dieser Tag In unserem Herzen das gewaltige Erlebnis formt. Die Manner der deutschen Infanterie und Pioniere marschieren durch Paris. Dort folgt ihnen Artillerie, da motorisierte Truppen, alle Waffengattungen sind vertreten. Ueber uns ziehen ruhig die Geschwader der deutschen Luftwaffe. Es ist die Heerschau, di« in ihrer Einzigartigkeit tiefsten Eindruck macht. Als die Pariser diese deutschen Soldaten und die tech­nische Ausrüstung sahen, da wird es ihnen nicht schwer gefallen sein, zu begreifen, daß auf unse­rer Seite der Sieg liegen wird. Die Menge auf

dem Place de la Concorde hat natürlich unaufhör­lich Fragen an uns zu stellen. Wir können gar nicht so viel antworten, wie wir gefragt werden. Aus allen Fragen klingt immer wieder die große Hoff­nung auf, daß der Krieg für Frankreich bald be­endet sein möge. Und zwischen allen Fragen wird das Interesse immer wieder auf die deutschen Sol­daten gelenkt, denen die Bevölkerung ehrliche Be­wunderung zollt. Jetzt ist der Vorbeimarsch der einen Division beendet, bald wird die nächste Divi­sion vor ihrem Kommandeur vorbeiziehen.

Da kommen langsam von der Oeputiertenkammer her zwei Fieseler-Störche auf den Platz geschwebt. Die Maschinen landen. So etwas haben

Blick vom Dach des Triumvdbogens, im Hintergrund der Eiffelturm.

(PK.-von Hausen-Presse-Bild-Zentrale-M.)

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die Pariser noch nicht gesehen und auch nicht ver­mutet. Flugzeuge, die mitten In der Stadt auf einem an sich großen, aber durch die Monu­mente und Anlagen nicht zum Flughafen geeigneten Platz landen und dazu noch so ruhig, das war für die Bevölkerung unfaßbar. Ein Franzose, dem mir lachend in sein oerrounbertes Gesicht sahen und der aus dem Staunen überhaupt nicht hevauskam, meinte, sie hätten bisher so vieles über die Deut­schen gehört, was sich nun doch anders herausstellte. Aber wenn ihnen durch die Regierung ober die Presse die Tatsache der eben erlebten Flugzeug­landung verkündet worden märe, dann hätten sie diese Nachricht als Lüge bezeichnet. Und dabei märe das einmal etwas Wahres gewesen.

Der Vorbeimarsch deutscher Soldaten vor ihren Kommandeuren unb die Landung der Flugzeuge auf dem Place de la Concorde haben sich schnell herumgesprochen. Immer mehr Menschen sammeln sich auf dem Platz, um Zeuge dieser Ereignisse zu sein. Auch aus der amerikanischen Botschaft sehen

die Mitglieder dieser diplomatischen Vertretung intereffiert dem militärischen Schauspiel zu.

Wir schlängeln uns durch die Menschenmenge und fahren nun d ie Champs Elysees hin­auf. Auf dem Place de Elömenceau steht das Denkmal diese» größten und blindwütigen Deut­schenhasser». Was Haß vermochte, haben wir, bevor wir nach Paris kamen, im Wald von Com. p i ö g n e erlebt. Dort war di« Schande des 11. No­vember 1918 in Stein und in Worten unversöhn­lichen Hasses von den Franzosen zu einer Statte ihres angeblichen Ruhmes gemacht worden. Kaum mehr als zwanzig Jahre, und der Führer aller Deutschen hatte als Gesandter der deutschen Ge­schichte die Vergangenheit auch hier an Ort und Stelle quittiert. Deutsche Wehrmacht hatte Wachs bezogen, die Hakenkreuzfahne nahm dem Denkmal das Zeichen ewigen Hasses und wurde hier als Künderin unserer Stärke auch das Symbol für einen gerechten Frieden. Und nun stoßen wir beim Denkmal LlLmenceaus in Paris wieder auf Haß. Was haben doch die Demokraten in der Seinestadt in den letzten Jahren von ihrer Bereitwilligkeit zur Wahrung des Friedens gefaselt. Aber wie oft muh man allein in Paris auf Stätten des Hasses stoßen, die immer wieder von neuem künstlich da» züchten wollten, was gerade der Zerstörung dieses Stie­bens diente. Wie oft hat der Führer die Hand zum wahren Frieden geboten. Im Lande selbst aller­dings wurde uns klar, warum dieser Friede nicht möglich war. Frankreich, du hättest es anders und besser haben können! Das empfinden die Franzosen heute selbst.

Paris nach der Besetzung.

Frankreichs Hauptstadt kehrt bereits zu normalen Verhältnissen zurück.

P a r t», 17. Juni. (DNB.) Die französische Hauot- ftaot macht einen toten Eindruck. Etwa 2 Mil­lionen Einwohner sind vor dem Einmarsch der deut­schen Truppen geflüchtet bzw. durch die französisch, Negierung evakuiert worden. In erster Linie haben, alle Bewohner, die Fahrzeuge haben, die franzL»

Gallenleiden

Ich feile Ihnen mit, daß sich mein OaS lensteinleiden seitdem regelmäßigen Gebrauch des Wassers ganz beson­der» gebessert hat; seit Wochen sind keine Schmerzen mehr aufgetreten,

Frau M. Kemp, Bad Godesberg, Bahnhofstr.16.23.1.35,

10 grolle Flaidien HM 11.60, 50 grobe flaschen UM 2S.-. Fracht hin und turOdc trigt der Brunnen. Heilquelle KarlssprudeI, Blsklrdien *

ische Hauptstadt verlassen. Deshalb sind natürlich hc guten Wohnviertel verödet, während die Dor« tädte belebter sind. Die Greuelmärchen der franzö- isch-engttschen Propaganda haben leider eine der­artige Wirkung gehabt, daß die zurückgebliebene Bevölkerung sehr verschüchtert ist und zum Teil noch in den Kellern sitzt. Die auf der Straße angetroffenen Bewohner beantworten sehr willig Fragen und laufen teilweise neben den deutschen Truppen und Fahrzeugen her. Allmählich kommen mehr und mehr Neugierige auf die Straßen, durch die die Deutschen in doppelten Kolonnen ziehen. Die Hotels sind ebenso wie die Restaurants unb Läden geschlossen. Nur das HotelRitz" ist geöff­net. Die U-Bahnen fahren noch nicht, ebenso nicht die Omnibusse, denn sämtliche Fuhrwerke sind außer­halb von Paris. Die Wasserversorgung ist gesichert. Auch das elektrische Licht ist In Ordnung. Größere Sabotageakte sind von der Bevölkerung nicht ver­übt worden. Besondere Kommandos der Franzosen haben lediglich die Oeltanks in Brand gesetzt, lieber- all sieht man jetzt die französische Polizei, die sich xur Verfügung gestellt hat und den Verkehr regelt. Auch die berittene Polizei tut ihren Dienst Der allgemeine Eindruck ist, daß in kürzester Zeit wieder völlige Ordnung eintreten wird.

Was schwedische Vesacher berichten.

Stockholm, 17. Juni. (Europapreß.) Lagebe­richt über die Einnahme von Paris und das Leben in der französischen Hauptstadt nach der Besetzung durch deutsche Truppen liegen der schwedischen Presse am Montag vor und zwar von neutralen Augenzeugen, die sich in Paris befinden.Dagens Nyheter" betont, daß die deutschen Soldaten in Paris sehr korrekt aufträten. Ein Zei­chen hierfür sei, daß die vielen Franzosen, die das Grab des Unbekannten Soldaten un­ter dem Triumphbogen aufsuchten, nicht in ihrer Andacht gestört werden. Die deutschen Soldaten schritten unter Ehrenbezeigungen an dem Monu- ment vorüber. In Paris selost hielten sich viels Franzosen auf den Straßen auf, wenngleich ihrs Gesichter auch ein verstimmtes Gepräge aufwiesen. Eine Erleichterung dringe ihnen aber die Tatsache, daß ihre Stadt vor der Zerstörung be­wahrt werden konnte.

AuchSvenska Dagbladet" hat einen Korrespon­denten nach Paris entsandt, um sich von der dorti« gen Lage berichten zu lassen. Der Berichterstatter schreibt, alle Vorstellungen, die er von einem mo» bemen Kriege gehabt habe, seien durch seine Front«

Am Freitagmittag nahm der Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe im Schatten des Arc de Triomphe auf Deutsche Truppen in den Straßen von Paris auf dem Marsche zum Triumphbogen am Place del' der Place de l'Etolls den Vorbeimarsch der siegreichen deutschen Truppen ab. (PK.-v. Hausen-Scherl-M^ wo der Vorbeimarsch der deutschen Formationen ftattfanfc tPK-'Web»r-Sch«üÄ^

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