Ausgabe 
18.3.1940
 
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Montag, 18. Mürz (940

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19V. Jahrgang Ur. 66

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger siir Oberhessen .....

Führer und Duce ' treffen sich auf dem Brenner.

Berlin, 17. März. (DBB.) Anläßlich des Be­suches des Reichsauhenminiflers von Ribben­trop in Rom wurde die seit längerer Zeil vor­gesehene Begegnung zwischen dem Füh­rer und dem Duce vereinbart. Adolf Hitler und Mussolini treffen sich Montag vormittag auf dem Brenner.

Der Duce nach dem Brenner abgereist.

R 0 m, 18. März. (DBB.) Der D u c e ist Sonntag, 13.30 Uhr, in Begleitung von Außenminister Graf Liano nach dem Brenner abgereift. In dem Zug des Duce reifen der Chef der privatkanzlei, S e b a st i a n 1, der Kabinettschef und weitere hohe Beamte des Außenministeriums. Am Bahnhof halten sich der Minister für Volksbildung, Pav 011 n 1, und der deutsche Botschafter von Mackenfen ein­gefunden.

Das Zusammireffen auf dem Brenner.

sich der italienische Militärattache in Berlin, Gene­ralmajor M a r r a s. Der Abschnittskommandant in Freiburg begleitete sie auf der Fahrt entlang des Rheins. Beim Besuch einer Reihe von Bunkern gingen die Gäste wiederholt in die Festungswerke hinein. Besonderes Interesse fanden die Gräben und Beobachtungsstellen. Der Ausbau aller Ver­teidigungswerke rief bei den Gästen uneingeschränkte Bewunderung hervor.

Rumänien

sichert seine Neutralität

Wachsende innere Entspannung.

B u k a r e st, 18. März. (Europapreß.) Minister­präsident Tatarescu richtete am Sonntag­abend übei; den Rtindfunk eine Ansprache an die rumänische Bevölkerung, in der er ausführte:Das rumänische Volk will den Frieden, aber einen

Frieden unter Achtung der Rechte Rumä­niens. Dank unserer Wachsamkeit können wir uns heute weniger unruhig fühlen als gestern, und ein großer Teil der Schwierigkeiten, die sich vor uns befinden, sind heute hinter uns. Es ist aber notwendig, die Ausrüstung des Heeres fortzusetzen, für die kürzlich über 30 Milliar­den ' Lei vom Parlament bewilligt worden sind. Rur der Ertrag der nationalen Arbeit kann die bedeutenden Ausgaben für die Rüstungen tragen. Und deswegen müssen alle zu Hause ge­bliebenen Bauern den landwirtschaftlichen F e l d z u g gewinnen helfen. Auch die übrigen Zweige der nationalen Wirtschaft müssen an der Verstärkung der Erzeugung mithelfen, besonders in den Bergwerken und den Petroleumgebieten. Aber die Mehrerzeugung ist für die Bezahlung der Waffenkäufe bestimmt und muß deshalb in Aus­fuhrgüter und nicht in innere Verbrauchsgüter um- gewandelt werden."

Der Ministerpräsident hob schließlich auch die von seiner Regierung verfolgte Politik der inneren Befriedung hervor, die ihre Früchte zu tra­gen beginne, indem sie den Frieden zwischen allen Söhnen, des Landes herbeiführe. Im Zuge der von ihm angestrebten inneren Entspannung fanden Ver­handlungen mit den Führern der ehemaligen

Eisernen Garde statt, nach deren Abschluß eine Abordnung führender Persönlichkeiten der ehe­maligen Eisernen Garde, Tatarescu eine Erklärung überreichten, in der sie sich hinter den König und die Regierung stellen und ihre Zustimmung zuv neuen politischen Ordnung in Rumänien geben« Darauf wurden 114 Gardisten aus den Konzem trationslagern entlassen.

Äesamtamerikanischer Protest in London.

Washington. 17. März. (Europapreß.) De« Präsident der Republik von Panama üb ermittelte dem britischen König eine einhellige Protestnote der 21 amerikanischen Republiken wegen der 23er<* letzung der panamerikanischen Neutralitätszone durch ein britisches Kriegsschiff, das am 12. FebruaÄ den deutschen FrachtdampferW a k a m a" zu ta­pern versuchte. Der Vorgang, der sich nur dreizehn! Seemeilen vor der brasilianischen Küste abspielte und als eindeutige Verletzung der in Pa­nama festgelegten Neutralitätsbestimmungen ge* brandmarkt wird, endete seinerzeit mit der Selbst« Versenkung des deutschen Frachtdampfers, wobei das Kriegsschiff noch die Rettungsboote mit den! deutschen Besatzungsmitglliedern beschoß.

Der Vorstoß der deutschen Lustwaffe auf (Zkapa Flow.

Vier britische Kriegsschiffe schwerbeschädigt. - Flugplätze und Flakstelluugeu bombardiert. - Trotz starker Abwehr keine deutschen Verluste.

Mit He 111 gegen England

Das

Daß Churchill getreu feinem bewährten Grundsatz Nur halbe Wahrheiten bekanntzugeben", die Beschädigung nureine s" Kriegsschiffes zugibt, kann nicht weiter wundernehmen. Es ist immerhin als ein Fortschritt zu verzeichnen, daß Churchill sich wenigstens zu dem Geständnis aufrafft, daß es den deutschen Flugzeugen gelungen ist, die englische Flak­abwehr zu durchbrechen, undLandstützpunkte" an­gegriffen worden sind, früher waren es nurHunde" undKaninchen", die nach Churchills Berichten deut­schen Luftangriffen zum Opfer fielen, heute gibt der gleiche Lügenlord immerhin den Verlust von Men­schen und Häusern zu.

Berlin, 17. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südwestlich Zwei­brücken wurde am 15. März ein feindlicher Spähtrupp in Augstärke abgewiesen. Ein eigener Stoßtrupp sprengte am 16. März an der Saar­front einen französischen Beobachtungsstand ohne eigene Verluste. Die Luftwaffe klärte über der Bordsee und Ostfrankreich auf. Deutsche Jäger schossen einen französischen Fesselballon westlich Breisach brennend ab.

Auf Grund der Aufklärungsergebnisse der letzten Tage unternahmen stärkere deutsche Kampf­fliegerverbände in den Abendstunden des 16. März einen Vorstoß nach Bordwesten und grif­fen in Scapa Flow liegende Teile der briti­schen Flotte an. hierbei wurden drei Schlacht­schiffe und ein Kreuzer durch Bomben ge­troffen und schwer beschädigt. Die Beschädi­gung von zwei weiteren Kriegsschiffen ist wahr­scheinlich. Außerdem wurden die Flugplätze Stromnes, Earth-house und Kirkwall sowie eine

Aufträge erfolgreich durch und kehrten ohne lüfte zurück.

Churchill gibt wenigstens die halbe Wahrheit,u.

Amsterdam, 17. März. (DNB.) Die britische Admiralität kann nicht umhin, die neuen Erfolge

Wer des MdMs vor der Berliner preffe.

Berlin. 17. März. (DNB.) Zur gleichen Stunde da man in London noch verzweifelte An- ftrengungen macht, das ganze Ausmaß der lungsten stolzen Waffentat deutscher Flieger zu verf feiern und die Erfolge des kühnen Angriffes der deutschen Luftwaffe auf Scapa Flow nur zogend eingesteht, fchiDerten bereits drei Offiziere der deutschen Lust-

Flakstellung angegriffen und mit Bomben belegt. Trotz starker Jagd- und Flakabwehr des Feindes führten die deutschen Kampfflugzeuge ihre ....... " Ver-

Kampfflugzeug cheinkel He 111 hat die Aufgabe, feindliche militärifche Ziele anzugreifen und durch

V 1 Bombenabwurf zu zerstören. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Deutsche Flieger berichten.

schließen, e .

3. die von Eden erfundenen Sanktionen, die den italienischen Handel aus Großbritannien und den Dominions verdrängten,

4. den Kriegszustand und das strenge Re­gime des englischen Wirtschaftskrieges, das alle Rohstoffe in Großbritannien und den Dominions für die englischen Kriegsindustrien mit Beschlag be­lege und durch eine Unzahl von Einfuhrverboten den englischen Markt allen jenen ausländischen Er­zeugnissen, die nicht unmittelbar für die Kriegfüh­rung notwendig sind, wie dies besonders für italie­nische Produkte der Fall sei, verschließe.

Diese Einfuhrverbote hätten sich m der Tat vom 1. September 1939 bis zum 31. Januar 1940 durch eine Schrumpfung der italienischen Importe nach England um ungefähr zwei MiHionen ausgewirkt. Dies seien die wesentlichsten Ursachen der e r n ft e n Krise, die sich in den Handelsbe­ziehungen zwischen Italien und Großbritannien be­merkbar mache. Sie bestätigten entgegen allen eng­lischen, französischen und amerikanischen Redens­arten, die man gerade in diesen Wochen zu Horen bekomme, die elementare Notwendigkeit der wirt­schaftlichen Autarkie und der von Italien erhobenen Forderungen nach einem Sprech t e r e n System der Verteilung der Rohstoffe Italien könne heute die tiefgehenden Eingriffe fest- stellen, die die Hegemoniesysteme gewisser Groß- möchte auf die Freiheit des Welthandels zur Folge hätten, und es könne sich heute nicht mehr Illusionen hingeben, seine Wirtschaft unter einem Regime des internationalen Freihandels aufrechterhalten zu kön­nen, ebenso wenig wie es an den berühmten eng­lischen Vorschlag eines freien Austausches der Roh­stoffe, den England selbst ßügen ftrafe, glauben könne. Nachdem diese Dinge mit der notwendigen Klarheit gesagt worden seien, warte Italien die wei­tere Entwicklung der italienisch-engllschen Handels­beziehungen ruhig ab.

Italienischer Besuch am Oberrhein.

..., 17. März. (P. K.) Auf einer Reise durch das Generalgouvernement und an die <

Generalleutnant der Faschistischen Miliz " e chiori auf Einladung des Führers unternom­men hat, erreichte der Gast am Donnerstagabend Freiburg i. Br. zum Besuch des Frontabschnit­tes am Oberrhein. In feiner Begleitung befand

der deutschen Luftwaffe bei Scapa Flow weniastens zum Teil zuzugeben. Sie tut es allerdings auf ihre Weife, wenn sie mitteilt:Am Samstag um 19.50 Uhr wurde ein deutscher Flugangriff auf den Flottenankerplatz Scapa Flow durch 14 deutsche Flugzeuge ausgeführt, denen es gelang, durchzubrechen. Ein britisches Kriegsschiff ist beschädigt worden. Ferner haben die deutschen Flug­zeuge Bomben auf Landstützpunkte ab» geworfen, aber keinen Schaden verursacht. Dabei wurden eine Zivilperson getötet und sieben, darunter eine Frau, verletzt. In einem Dorf sind fünf Häuser getroffen worden. Die Flotte hat sieben Mann ver­loren. Die Küsten- und Schiffsbatterien haben starkes Feuer gegen die deutschen Flugzeuge eröffnet. Ein deutsches Flugzeug wurde abgeschossen, andere dürs­ten beschädigt sein."

Besprechung im Salonwagen des Duce.

Am Brenner, 18. Würz. (DBB. Funkspruch.) heule vormittag um 10.10 Uhr traf der Füh - rer in Begleitung des Reichsministers des Aus­wärtigen von Ribbentrop am Brenner auf italienischem Boden ein. Der Duce, der von dem italienischen Außenminister Graf Liano beglei­tet ist, erwartete den Führer und begrüßte ihn aufs herzlichste. Bach der Begrüßung und dem Abschreiten der Ehrenkompanie begaben sich die beiden Führer ihrer Bationen in den Salon­wagen des Duce zu Besprechungen.

Italiens Wirtschastsautarkie eine Notwendigkeit.

Der italienisch-englische Warenaustausch auf dem Nullpunkt.

Rom, 17. März. (DNB.) Zu dem Stand der italienisch - englischen Handelsbeziehungen erklärt Giomale d'Jtalia" unter der UeberschnftNot­wendige Klärung", daß der Warenaustausch zwi­schen Italien und England schon feit einigen Jah­ren eine Schrumpfung durchmache und feit Beginn des europäischen Krieges dem Nullpunkt zu - (teuere. Die Verantwortung an dieser Krise trage einzig und allein England. Sie ginge auf fol­gende Ursachen zurück:

1. Die Entwertung des Sterlings, die den normalen Wirtschaftsaustausch zwischen den beiden Ländern tief erschüttert habe,

2. die Schaffung der mit dem System von Ottawa verbundenen Schutzzölle, die das eng­lische Imperium für viele italienische Waren ver-

waffe, die an dem Angriff teil genommen haben, den erfolgreichen Einsatz gegen das Gros der eng­lischen Home-Fleet vor Vertretern der deutschen und der ausländischen Presse.

Zu dem Vorstoß auf Scapa Flow, der am 16. Wärz in der Zeit zwischen 19 und 21 Uhr erfolgte, waren, wie einleitend Hauptmann Schumann erläuternd mitteilte, deutsche Kampfflugzeuge vom Muster hein- teA 111 ei »gesetzt kvsrdeo. LZ smrden 3p.II-

treffer schwersten Bombenkalibers auf drei Schlachtschiffen und auf einem schweren Krduzer erzielt. Die Beschädigung zweier weite­rer Schlachtschiffe müsse als wahrscheinlich an­genommen werden. Außer den in der Bucht von Scapa Flow versammelten schwersten eng­lischen Schlachtschiffen, unter denen sich die h ood", dieRenoron und dieRe- pulse" befunden haben, wurden die Flug­häfen angegriffen, die zum Schuhe dieses Flottenverbandes mit Jagdfliegern belegt waren. Dort wurden starke Brandherde er­zeugt. Ls wurden Beschädigungen an hallen und Rollfeldern feffgeftellt Die umliegenden Küstenbatterien wurden, so weit es sich um Flakartillerie handelte, eben­falls mit Bomben belegt Unter anderem erhielt eine Flakbatterie auf der Insel Fara einen Volltreffer, der sie sofort zum Schweigen brachte. Alle Flugzeuge sind unversehrt mit voller Besatzung zurückgekom- m e n. Es sind lediglich kleine Splitterschäden feftgeftellt worden, die die Flugfähigkeit und die Abwehrmöglichkeilen in keiner Weife beeinträch­tigt haben.

Der Führer des Verbandes. Major D o e n ch^ erzählte dann:Es war uns seit Tagen durch Auft klörer bekannt, daß die Engländer so unvorsichtig waren, ihre Home-Fleet nach Scapa Flow zu legen. Seit Tagen erwarteten wir eine Wetterlage, dis für den Angriff die günstigsten Möglichkeiten bot« Noch einmal wurden Dann die Besatzungen zusami mengenommen, und dann stiegen wir ein. In wem-, gen Minuten waren sämtliche Flugzeuge am Hirn, mel: Kurs nach Scapa Flow! Ein paaiZ Regenschauer und Schneegestöber, die wir unter­wegs trafen, waren Kleinigkeiten, die uns nicht stören konnten. Als wir aus Richtung Osten auf die Bucht von Scapa Flow zuflogen, sahen roiti zu unserer Ueberraschung wir konnten es gay nicht fassen, daß wirklich so viele Schifte dort lagen eine Anzahl der größten brittschen Schlachte schiffe. Es fiel uns tatsächlich schwer, auszusuchen« welchen von den ,Pötten* man sich vornehmen sollte.

Ls ist uns geglückt, die vier größten Schiffe zu treffen, und zwar gut! Teils wurden Schiffe direkt getroffen, teils lagen die Bomben so unmittelbar neben ihnen, daß man vom Flugzeug aus beobachten konnte, wie die Schiffe leicht ,angelupft wurden, wie es in der Fliegersprache heißt Das Flakfeuer war bei den ersten angreifenden Flugzeugen nicht so heftig, wurde aber nachher ganz munter. Trotz eines erheblichen Wunitionsaufwandes der Eng­länder wurde jedoch nichts erreicht. Auf einem großen Schiffe haben wir noch eine halbe Stunde später, als wir auf nördlichem Kurse zurückflogen, eine Riefenfeuersäule und Brände beobachten können, die auch noch von Flug­zeugen gesehen wurden, die später die Flug­plätze angegriffen haben."

Einer der Flugzeugführer, Oberleutnant Mag­nus s e n , schilderte dann in humorvoller Weiss den Anflug nach Scapa Flow, der übri­gens sein 13. Frontflug gegen England gewesen istt Mein Bordfunker hatte seine Mundharmonika und spielte die schönsten Lieder, die durch das Funk­sprechgerät zu den anderen Besatzungsmitgliedertt gingen. Die Stimmung war bestens." Den An­griff selbst konnte Oberleutnant Magnus seil besonders gut beobachten, da seine Maschine als letzte flog.Der Befehl kam durch: Angriff bei g Tn n t! So wie wir es friedensmäßia unzählige Male geübt hatten und auch gegen den Feind schott mehrfach durchgeführt hatten, ging es auch dies­mal. Der Bordschütze lag vorn in seiner Kanzel über das Visier geneigt und gab mir als Flugzeug­führer leise Verbesserungen etwas mehr rechts, mehr links recht so! Jetzt noch einige Sekundett der Bordwart meldet: Steuerbord etwas FlaL Loch darum tonn man M beim Anflug nicht tun»