Ausgabe 
18.1.1940
 
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Anhaltende Preistreiberei in England

UN'

Wolhynien-

Die japanischen Truppen haben am

dahin, daß die englische Verfügung r e haltbar ist.

Seltsame Llnglücksfälle in der britischen Schiffahrt

Geheimnisvolle Brände und Zusammenstöße.

Lager Waldhorst, wo er von einer Bauernkapelle begrüßt wurde.

Der Reichsführer ff Himmler besichtigte die Sammellagerder volksdeutschen Mit­te l st e l l e für die Volksdeutschen aus Wolhynien und Galizien'. Er besuchte die Aufnahmestelle für die gesamten Antransporte in Pabianice und das

bahn PekingHankau und Suchst«n in der Pro- trinfl Hupei eröffnet.

In Damaskus wurde der Sitz des fran­zösischen Oberkommissariats in Syrien ein Raub der Flammen. Das Gebäude brannte vollkommen nieder uni) mit ihm alle Akten uni) Dokumente.

reduziert werden sotten. Ein wirklich frommer Wunsch! Jedenfalls werden die Engländer im näch­sten Haushaltsjahr vergebens auf Steuer- und Preisermäßigungen warten. Nicht nur John «imon, sondern auch die deutschen Gegenmaßnahmen im Handelskriege werden dafür sorgen, daß tri« Briten an den Preisen für die Lebensmittel den Krieg spu­ren, den sie angezettelt haben. Die Zeit sei gekommen, so schreibt dieYorkshire Post", um zur ganzen britischen Nation offen über die Anstrengungen zu sprechen, die England in diesem Kriege wird machen müssen. Wenige Engländer wüßten wahrscheinlich, wie weitgehend und wie drückend die Opfer sem würden, die chnen auf wirtschastlichem^Geblet be- oorstehen. In den Anfangsstadien des Krieges hat­ten sich die meisten Engländer, die in wirtschaft­lichen Dingen nicht bewandert sind, nicht genügend die tiefe und zerstörende Wirkung dieses Krieges auf alle Hilfsquellen der Nation vergegenwärtigt. Jedes Mitglied der britischen Gemeinschaft müsse es voll und ganz einsehen, daß in Kriegszeiten der Lebensstandard herabgesetzt wird.

Wie der^elegraaf" aus London meldet, berei­ten sich 50 Londoner Wollfirmen darauf vor, ihren Betrieb zu schließen, da sie uv folge des Wollkontrollplanes nichts mehr zu tun haben werden. Die Wollbörse hat ihre Tore bereits geschlossen und verschiedene Firmen haben schon jetzt keine Umsätze mehr getätigt. Andere Fir­men warten noch auf diesympathische Prüfung , die von den Wollsachverständigen des Munitions- ministeriums zugesagt worden ist. Seit Ausbruch des Krieges ist in der City an neuer Wolle fast kein Umsatz mehr gewesen, wahrend früher die Wollumsätze jährlich etwa zehn Millionen Pfund ausmachten.

In Valencia wurden mehrere spanische Textil- I Händler, die unter Nichtbeachtung des Verbotes der Preissteigerung sich unrechtmäßig bereicherten, mit Geldstrafen von insgesamt einer Million Peseten bestraft.

am Montag die die chinesischen

Amsterdam, 17. Jan. (DNB.) Holländischen Blättermeldungen zufolge ist der englisch« Fracht- dampferStan la k a (1800 Brgt.) an der eng­lischen Küste nördlich von Roter Piergestran- d e t". Der englische DampferTynehome" (628 Brgt.), der den Verkehr zwischen Rotterdam und Sunderland aufrecht erhielt, ist nach einem angeb­lichenZ u s a m m e n st o ß" untergegangen.

Die britische Handelsschiffahrt ist von einem selt- amen Mißgeschick verfolgt. Nachdem in letzter Zeit auffallend viele Dampfer auf geheimnisvolle Riffe liefen oder mit anderen Schiffen zusammen- t i e ß e n, sind jetzt nicht minder geheimnisvolle Brände die großeChurchill-Sage" geworden. So berichtet das Reuterbüro, daß an der englischen Süd- Westküste auf einem Tankdampfer, dessen Name übrigens nicht genannt wird, Feuerausgebro- chen sei. Der Dampfer sei in zwei Teile zerbrochen. Diese Behauptung erscheint in einem seltsamen Licht, wenn man berücksichtigt, daß gerade in diesen Tagen die britische Admiralität mit allem Nachdruck die maßlos übertriebenen deutschen Behauptungen über die Versenkung britischen Tankschifsr-aumes demen­tiert hat, so daß man nach einigem Nachdenken sich offenbar in London entschlossen hat, den erneuten schweren Verlust aufFeuer" zurückzufüh- r e n.

Ferner ist, wie ebenfalls von London gemeldet

Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch

Berlin. 17. Januar. (DNB.) Das Oberfom- mando der Wehrmacht gibt bekannt:

keine besonderen Ereignisse.

Französische Artillerie schießt auf lvxemburaisches Gebiet.

Brüssel, 17. Ian. Der luxemburgische Grenzort Schengen, der' bereits am Sonntag von drei Granaten getroffen wurde, mußte am Mon­tag einen wahren Splitterregen über sich ergehen lassen. Wieder begann die französische Artillerie mörderisch zu feuern, wobei nach Mel­dungen aus Luxemburg eine go.^e Reihe von Ge­schossen auf luxemburgisches Gebiet fiel. Mehrere Häuser von Schengen seien hierbei von Granatsplittern übersät worden, so daß die Ein­wohner flüchten mußten.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsminister des Innern gibt bekannt: Die am Reichsgründungstag (18. Januar) üb­liche allgemeine Beflaggung unterbleibt in diesem Jahre.

Der Reichspressechef Dr. Dietrich hat den deut­schen Zeitschriften ein Schreiben zugehen las­sen, in dem er auf die politische Bedeutung der Zeitschriftenpresse besonders hinweist, für die ge­leistete Arbeit dankt, seine persönliche Anteilnahme am Wirken der deutschen Zeitschriften zum Aus­druck bringt und ihre Aufgaben für die kommende Zeit umreiht.

wird, einer der neuesten britischen Handelsdampfer, der 5265 23ruttore£i ftertonnen großeP r i n c e", aus bisher ungeklärten Gründen" manövrier­unfähig geworden, so daß er von einem an­deren britischen Dampfer in einen südamerikani­schen Hafen abgeschleppt werden mußte. Reu­ter berichtet:Gin Küftenwachschiff hat gesehen, wie der Tankdampser plötzlich in Wammen ausging. Drei Rettungsboote wurden sofort zu Wasser ge­lassen. Auch andere Schiffe, die sich in der Nähe befanden, vor allem ein Patrouillenboot und drei Dampfer, eilten dem brennenden Schiff zu Mfe. Augenzeugen haben von der Küste her gesehen, daß das Schiff plötzlich in zwei Teile barst und daß einer der beiden Teil« zur Küste hintrieb. Gleich darauf ist das Wrack gesunken. Dex Tankdampfer konnte nicht identifiziert werden, aber er hatte an­scheinend 10 000 Bruttoregistertonner: Wasserver­drängung."

Wie aus Darwin (Australien) gemeldet wird, ist der britische Passagierbampfer,M e r c u r" (5952 Bruttoregistertonnen), der sich aus der Fahrt von Mngapur nach Melbourne befand, an der nord­australischen Küste auf ein Korallenriff aufgelaufen. Es befanden sich 90 Fahrgäste an Bord. Andere Dampfer eilten zur Hilfeleistung herbei.

Natürlich weiß die ganze Welt, daß mit Para­graphen und Protesten gegen die Gewalt nichts aus- zurichten ist. Aber sie soll auch wissen, daß Deutsch­land diesen Krieg ganz bewußt führt und führen muß, um dies« Gewalt zu brechen, die Europa im­mer wieder an seine Abhängigkeit erinnert, wie zur Zeit der holländischen, spanischen und französi­schen Kriege. Es ist Deutschlands Absicht, das aner­kannte und allen gleichmäßig nützende Recht an die Stelle dieser Gewalt zu setzen, die sich in unver­schämter Anmaßung lange genug alspax Britan» mca ausgeben konnte.

Nietzsche über Engländer und Nüssen. Zu diesem Thema stellt Richard Oehler der ZeitschriftWille und Macht" eine klein« Un­tersuchung an, der wir folgendes entnehmen: Etwa 1885 schon hat Nietzsche in weltpolitischen Ausblicken gesagt:Niemand glaubt mehr daran, daß Eng­land selber stark genug ist, seine alte Rolle nur noch fünfzig Jahre fortzuspielen; es geht an der Unmöglichkeit, die homines novi von der Regierung auszuschliehen, zugrunde, und man muß keinen solchen Wechsel der Parteien haben, um solche lang­wierigen Dinge vorzubereiten; man muß heute vor­erst Soldat sein, um als Kaufmann nicht seinen Kre­dit zu verlieren. Für die Aufgaben der nächsten Jahrhunderte sind die Arten ,Oeffentlichkeif und Parlamentarismus die unzweckmäßigsten Organi­sationen." Die Prophezeiung, die eben jetzt nach etwa 50 Jahren in Erfüllung zu gehen scheint, mag bei Nietzsche mit einem tiefen Widerstand gegen alles Englische Zusammenhängen. Wie bei dem Kulturphilosophen natürlich, ist er zunächst gegrün­det auf der Ablehnung des Philosophierens der Engländer überhaupt, ihres Utilitarismus, ihrer moralischen und psychologischen Oberflächlichkeit.

Weltpolitisch betrachtet, spricht Nietzsche den Eng­ländern die innere Berechtigung zur Erdbeherrschung, Erdregierung ab. Im Zusammenhang mit dem gro­ßen Kreis seiner Zukunftsfragestellungen: wer wird der Erde Herr sein, wer darf und soll ihr Herr sein natülich eine kulturpolitische Frage, richtet er seine Augen nach einer ganz anderen Richtung. Trotz aller Kritik, die er am Deutschtum seiner Zeit übt, jetzt er darauf seine höchsten Hoffnungen.Die Deutschen sollten eine herrschende Kaste züchten. Aber mit ihnen soll sich zu den großen kulturellen Absichten über die Erde hinweg das slawische Ele­ment verbinden. Deshalb ist der Blick ganz stark nach Osten gerichtet, auf Rußland.Mir scheint das erfinderische Vermögen und die Anhäufung von Willenskraft am größten und unverbrauchtesten bei den Slawen zu fein; und ein deutsch-slawisches Erd­regiment gehört nicht zu dem Unwahrscheinlichsten. (1885.)

Ausdrücklich ist dieses Zusammengehen immer in Gegensatz z u England gestellt.Eng­lands Kleingeisterei ist die groß« Gefahr jetzt auf der Erde. Ich sehe mehr Hang zur Größe in den Gefühlen der russischen Nihilisten, als in denen der englischen Utilitarier. Ein Jneinanderwachsen der deutschen und slawischen Rasse ..., um die Herr­schaft auf der Erde zu haben ..., wir brauchen ein unbedingtes Zusammengehen mit Rußland, und mit einem neuen gemeinsamen Programm, welches in Rußland keine englischen Schemata zur Herrschaft kommen läßt." Diese Ansichten sind übrigens nieder­geschrieben einige Jahre bevor Bismarck feinen Rück- Versicherungsvertrag mit Rußland 1888 durchsetzte und im Reichstag den Ausspruch tat:Unsere na­türlichste Anlehnung bleibt die russische."

Gckarfer Mckgang des englischen Durchfuhrhandels

Genf, 17. Januar. (Europapreß.) Trotz des auf- geblasenen Rüstungsapparates und trotz der Be­hauptung, daß Englands Handel unter der Blockade nicht zu leiden habe, geht der Durchfuhrhandel Großbritanniens seit Kriegsausbruch katastrophal zurück. Er hat, nach einem Bericht derNeuen Zürcher Zeitung", seit Kriegsausbruch u m 5 0 v. H. abgenommen. Nachdem ftn August der Wieder- aussuhrwert des Durchfuhrhandels noch 4,49 Mil­lionen Pfund Sterling betrug, ist er im Oktober auf 2 Millionen gefallen, hat also um mehr als 50 v. H. abgenommen.

Die von dem katastrophalen Rückgang der Ge­schäft« betroffenen Handelskreise bestürmen die Be­hörden mit den dringendsten Vorstelluungen. Diese haben zwar Erleichterungen in der Genehmigung von Einfuhrlizenzen für die Wiederausfuhr ange­kündigt, in Wirklichkeit aber weist der britische Durchfuhrhandel nach wie vor eine fallende Ten­denz auf. Wie dieNeue Zürcher Zeitung" schreibt, muh dahingestellt bleiben, inwieweit dem Durch­fuhrhandel Großbritanniens wieder auf die Deine geholfen werden kann, da di« Erschwerung des Handelsexports überhaupt infolge des beschränkten Schiffsraums und der Tvansportverzögerung durch das Konvoisystem natürlich mit keinen behördlichen Lizenzerleichterungen beseitigt werden kann".

England und die panamerikanischeSicherhettszone

Eine arrogante Antwort aus die Note der amerikanischen Regierungen.

Washington, 17. Jan. (DNB.) England hat jetzt auf die Note der amerikanischen Regierungen geantwortet, die sich mit Kriegshandlungen inner­halb d«r sogenannten panamerikanischen Sicherheitszone befaßte. Mt offenem Zynis­mus wird englischerseits darauf hingewiesen, daß die Anerkennung der Erklärung von Panama die Preisgabe der natürlichen Rechte eines kriegführenden Staates bedeu­ten würde. Die britische Regierung sei jedoch nicht bereit, ohne weiteres auf diese Rechte $u ver­zichten. Mit gut geheuchelter Entrüstung weisen die britischen Machthaber di«Unterstellung" zurück, daß britische Kriegsschiffe etwa in einer Art und Weis« gehandelt haben und handeln werden, die die Ergreifung von Strafmaßnahmen gegen sie gerecht- fertigt erscheinen ließen. Mt einer nicht mehr zu überbietenden verlogenen Arroganz fügt die eng­lische Regierung hinzu, ,^ die rechtmäßige Tätig­keit" ihrer Kriegsschiffe in der panamerikanischen Scherheitszone lediglich zur Sicherheit des ameri­kanischen Kontinents beitrage. In der Antwortnote versteift sich die britische Regierung dann dazu, fol­gende Beoingungen aufzustellen, unter denen siegroßmütig" gewillt wäre, di« panamerikanische Sicherheitszon« zu respektieren: 1. Di« deutsche

Berlin, 17. Januar. (DNB.) Die jüngst« Rede des Schatzkanzlers Sir John Simon hat die Sor­gen der englischen Oeffentlichkeit über eine bevor­stehende Inflation keineswegs behoben. In einer Zuschrift an dieTimes" wird darauf hinge- wiesen, daß während des Weltkrieges die Preise m England bis zum Ende des Jahres 1917 jährlich nur um 27 v. H. gestiegen seien. In den vier Mo­naten dieses Krieges feien sie jedoch bereits u m 2 4,5 v.H. gestiegen. DieTimes" kritisiert die Behauptung Simons, daß die Regierungalles nur Mögliche" getan fjabe, um Preissteigerungen zu verhindern. Das Gegenteil sei der Fall. Di« Kontrollbehörden haben sogar in einzelnen Fal­len ihre Vollmacht zur Beschlagnahm« dazu aus- genützt, Rohstoffe zu einem sehr viel höheren Preis wieder zu verkaufen. Es gebe Leute, die den Vor­wand, daß di« Kosten irgendeines Bedarssgutes um einen Penny gestiegen sind, dazu benutzen, einen Extraschilling zu gewinnen. Kriegsgewinnler schei­nen also im besten Zuge zu sein!

AuchDaily Telegraph" spricht von Symptomen, di« ein inslationshaftes Steigen der Preise erken­nen lassen. Wenn es der Regierung nicht gelinge, die Ausgaben für Derbrauchsgüter drastisch zu ver­ringern, dann würden die Preise sehr s ch ni e 11 (teigen müssen, so daß sich England unversehens in einer Inflation befinden werde. Wenn aber die Inflation erst einmal ernste Ausmaß« angenom­men hat und die gesamte öffentliche und private Wirtschaft aus dem Gleise geworfen ist, wird der Kriegserfolg stark in Frage gestellt sein. DerDaily Herald" erklärt, am Beispiel der Verteuerung von Zucker um 50 v. H. könne man nachweisen, daß die hohe steuerliche Belastung hierfür aus­schlaggebend sei. Das Blatt verlangt, daß im neuen Haushaltsjahr alle Steuern auf Lebensrnittel

Die Nord-Ost-pasiaae.

Vom zuständigen Moskauer Volkskommissariat wird mitgeteilt, daß in dem Sommer 1939 104 Han­delsschiffe durch die Nord-Oft-Passage, also durch das Eismeer längst der weiten Nordküste Asiens nach der Behring-Straße (zwischen Sibirien und Alaska) und von dort wieder südwärts nach Wladi­wostok ufw. gelangt feien. Damit ist ohne Zweifel ein Rekord aufgestellt und die Russen heben auch hervor, daß die in ihrem dritten Fünf-Jahres-Plan vorgesehenen entsprecl-enden Leistungen mehr als er­füllt seien. Für die sachliche Bewertung der Er­schließung der Nord-Ost-Passage für die Handels- schiffahrt sind noch ergänzende Einzelmitteilungen abzuwarten, vor allem deshalb, weil die E i s Ver­hältnisse nicht in jedem Sommer die gleichen sind. Es gibt auch hiergute" undschlechte" Jahre. Ferner bleibt zu erinnern, daß die Nord-Ost-Pastage selbstverständlich nur im Sommer von Handels- bampfern, und zwar nur innerhalb einer zeitlich kurzen Frist benützt werden kann.

Etwas ganz anderes ist die Bewertung dieses Er­folges vom Standpunkt der Geschichte der Ent­deckungsfahrt. Der Seeweg nach China hat feit sechs Jahrhunderten die europäische Menschheit aufs intensivste beschäftigt. Columbus suchte ja nicht Amerika, sondern den Weg nach den Gewürzinseln und dem Seidenland China! Bis zu seinem Lebens­ende wußte er nicht, daß er einen selbständigen Kontinent entdeckt hatte, sondern glaubte eben, er sei auf dem Wege nach dem vielberühmten Seiden­land gewesen, und es bleibe nur noch die Lage der Inseln festzustellen, wo man Seide und Gewürz abholen könne. Den Stillen Ozean zwischen Amerika und dem Fernen Osten kannte Columbus überhaupt nicht. Er wurde erst etwa zehn Jahre nach dem Tode von Columbus durch Balboa mehr geahnt als entdeckt und um dieselbe Zeit von Mag al- h a e s in seiner ganzen Ausdehnung endgültig fest- gestellt.

Als di« europäischen Seefahrer von diesen un­endlichen Meeresweiten erfuhren, kam der Gedanke auf, einen näheren Seeweg nach China und Japan zu finden, indem man das europäisch« Nordkap umschiffte und dann längs der Nord­küste Asiens den Weg nach dem Fernen Osten suchte. Daher auch der Nam«Nord- Ost - P a s s a g e". Die Entdeckungsversuche haben durch vier Jahrhunderte viel Menschenleben gefor­dert, bis es endlich im Jahre 1879 dem berühmten schwedischen Polarfahrer Nordenskiöld gelang, mit seinem Forschungsschiff derVega" um Asien herum zunächst nach Japan zu kommen und dann durch den 1869 eröffneten Suez-Kanal in seine Heimat zurückzukehren. Aber dieses Schiff war be­sonders für Nordfahrten gebaut, konnte also auch in dem schweren Wintereis treiben und tatsächlich braucht« Nordskiöld einen Winter und zwei Som­mer, um diese Reise zu vollenden.

Die Sowjetrussen, di« noch mehr vom offenen Ozean abgesperrt waren als di« russischen Zaren, haben die Durchfahrt vom Atlantischen zum Stillen Ozean wieder aufgenommen und durch mehr als 50 Wetter- und Eisbeobachtungs-Stattonen, die zum Teil mit Flugzeugen ausgerüstet sind, technisch soweit erschlossen, daß sie jetzt, im Hochsommer 1939, das bemerkenswerte Kunststück vollbracht haben, 104 Handelsdampfer zwischen dem 70. und 80. Grad nördlicher Breite um Asien herumgon- deln zu lassen. Dadurch wird eine Entlastung der Transsibirischen Bahn von Gütern erreicht, die sich (z. B. durch ihre Sperrigkeit) be­sonders für den Schiffstransport eignen. Die Be­schränkung dieser Handelsschiffahrt aus wenige Som­mermonate und auf die Voraussetzung günstiger Eisverhältnisse bleibt natürlich ein sehr gewichtiges Hindernis. Dabei bleib« unerörtert, ob vielleicht die Winter in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt milder und damit die Eisverhältitiss« im Nordmeer bester werden. Dr. Ha

jung, den Handel dieser Neutralen in deren eigenem Lande durch einen Schwarm von Agenten zu überwachen, schwarz^ Listen über die Firmen zu führen, die mit dem Feind handeln, die Poft zu berauben, Personen feindlicher Volkszuge­hörigkeit von den neutralen Schiffen herunterzu­holen usw. Hier aber geht die Unbilligkeit schon wie­der in reinen Rechtsbruch über, denn nach der grundlegenden Pariser Seerechtserklärung von 1856 können aus aufgebrachten Fahrzeugen nur feind­liche Soldaten, ferner Personen, die sich als Waf­fenträger stellen wollen, oder feindliche Agenten festgehalten werden. In keinem Falle ist der Nach­weis des Vorhandenseins dieser Eigenschaft versucht worden.

Daß die neutrale Ware auf neutralen und sogar feindlichen Schiffen frei ist, sofern sie nicht Banngut ist, bleibt ein weiterer Fundamentalsatz jener Rechtsordnung. England hat ihn seinerzeit angenommen in der sicheren Voraussicht, daß es immer nach Belieben die Banngutliste handhaben werde. Den Anfang dam machte es im Unabhängig­keitskrieg Amerikas, als es nicht nur Waffen, Mu­nition und Kriegsgeräte, sondern auch Holz, Hanf und Teer usw. für den Schiffbau für Konterbande erklärte. Im Weltkrieg tat es dann den Schritt zur völligen Ausschließung aller erdenklichen Stoffe und Güter von der feindlichen Versorgung. Dasselbe wiederholte sich jedesmal, und Deutschland sah sich genötigt, sein« eigene sehr schonende Banngutliste vom 1.9.39 auf die gleichen Artikel zu erweitern. Der Gipfel der Rechtlosigkeit wird jedoch erreicht mit der gegenwärtigen Anweisung an die englischen Kriegsschiff«, auch alleAusfuhrwaredeut- scher Herkunft oder deutschen Eigen- tums (von 25 v. H. Anteil an) zu beschlagnahmen, burd) den Prisenhof verwahren oder verkaufen zu lassen und den Erlös für den Friedensschluß auf­zuheben". Don der Beschlagnahm« von Ausfuhr­ware weiß das Völkerrecht überhaupt nichts, nur von kriegserleichternder Einfuhr; ganz gewiß aber nichts von einer Beschlagnahme auf neutralen Schiffen, also von Ware, die auf Rechnung und Risiko Neuttaler geht. England hat diese Maß­nahme alsRepressalie" gegen den angeblichen M i n e n (r i e g" erklärt, Den Deutschland an seiner Küste entfesselt haben soll, dem täglich drei bis vier Schiffe zum Opfer fallen, und der ebenso angeblich ein Rechtsbruch sein soll. Man hat zu er« mibern: erstens ist der Nachweis nicht erbracht, daß es sich um deutsche Minen handelt, treiben doch nach einwandfreien Feststellungen neutraler Regie­rungen englische scharfe Minen losgerissen in Mas­sen in der Nordsee. Zweitens ist der warnungslose Minengebrauch in Gewässern, welche englischerseits zum Kriegsaebiet gemacht wurden, keineswegs rechtswiorig, sondern nur auf Straßen der allgemeinen Schiffahrt. Und drittens hat England sich Verluste selbst zuzuschreiben, wenn es Durch- gangspunfte und -straßen der Schiffahrt zur Be­nutzung vorschreibt, welche durch die dauernde An­wesenheit englischer Seestreitkräfte zum Kriegs­gebiet gestempelt sind. Jedenfalls geht das Urteil international anerkannter Völkerrechtler geschlossen

Regierung dürfe keine weiteren Kriegs­schiff« in dies« Zone entsenden.

2. Di« in amerikanischen Häfen befindlichen deutschen Schiff« müßten für di« Kriegs­dauer fest geh alten werden.

Bis zur Erfüllung dieser Bedingungen müßte sich di« britische Regierung alle Rechte vorbehalten.

Die englisch« Antwort auf den panamerikanischen Protest wird in Washington offensichtlich als durchaus nicht befriedigend betrachtet. Außenminister Hüll deutete an, daß di« Angele- aenhett wahrscheinlich bei der interamerikanischen Konferenz m Rio de Janeiro mit den übrigen pan­amerikanischen Staaten beraten werden dürft«. In Kreisen des Staatsdepartements besteht jedoch kei­nerlei Neigung, auf die englische Forderung der Internierung friedlicher deutscher Handelsschiffe ein- zugehen. Man hofft, daß in Rio d« Janeiro die Proklamation von Panama in ihren Auswirkungen genauer definiert werden wird.

Roosevelts Präsidentschaftskandidat«^

Ne uy o r k, 17. Jan. (DNB.) WieNew York Herald Tribüne" berichtet, erklärte Postminister Fa r l e y , der Vorsitzende des Demokratischen Par- teiausschufses und Leiter der Wahlfeldzüge Roose­velts 1932 und 1936, vor den Studenten der Co- (umbia-UniDerfität, Roosevelt werd« nicht aus freien Stücken für eine dritte Amtszeit kan­didieren. Er werde sich aber im Falle einer nationalen Notlage als Kandidat von der Demokratischen Parteiversammlung aufstellen lassen.

Botschafter Attol'to 60 3^h> alt.

Berlin, 17. Jan. (DNB.) Der Botschafter an der Kgl. Italienischen Botschaft in Berlin, Dr. Bernardo 2111 o l i c o , beging am Mittwoch seinen 60. Oburtstag. Botschafter Attolico wurde in Can- ncto bei Bari geboren. Nach seinem Studium wurde er Professor der Nationalökonomie und Finanzwis­senschaft. 1907 wurde er Inspekteur für das Aus­wanderungswesen in Italien. 1914 war Attolico Sekretär der italienischen Kommission für Handels­verträge. Nach dem Weltkrieg wurde er italienischer Bevollmächtigter für wirtschaftliche und finanzielle Fragen in den Vereinigten Staaten. 1910 erhielt er Den Rang eines Gesandten und war dann Direk­tor der Transitabteilung im Volkerbundssekretariat und kurze Zeit Völkerbundskommissar in Danzig. 1922 wurde Attolico Untergeneralsekretär der Gen­fer Liga. 1924 zum Gesandten 1 Klasse befördert, vertrat er 1927 Italien als Botschafter in Rio de , Janeiro und 1930 als Botschafter in Moskau. Im , Sommer 1935 trat Attolico an di« Spitze der Kgl. Italienischen Botschaft in Berlin. Der Führer ; übermittelte dem Botschafter Attolico sein« herzlich- sten Glückwünsche zum 60. Geburtstage in einem Handschreiben und mit einem Blumengruß, die der i Chef der Präsidialkanllei. Staats Minister Dr. Meiß- > ner, dem Botschafter überreichte.

allgemein« Offensiv« gegen

Truppen im Gebiet von Hllly zwischen Singyang im südlichen Teil der Provinz Honan an der Eisen-