Ausgabe 
18.1.1940
 
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Donnerstag, l8. Januar 1940

190. Jahrgang

Nr. 15 Erstes Matt

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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gegen

Schleichhandel und Spekulation vor.

slawiens.

*

chungen in Venedig. Italien und Ungarn be­fänden sich heute in einer ganz ähnlichen Lage, beide besäßen die gleichen politischen Be­ziehungen, eine enge Freundschaft mit Deutschland und normale diplomatische Beziehungen mit den an­deren europäischen Ländern einschließlich der Krieg­führenden. Beide Länder seien außerhalb der kriege­rischen Aktionen geblieben. Ebenso seien auch ihre Ziele mit Bezug auf den Abschluß von Wirtschafts­abkommen und die Erwerbung von Rohstoffen die gleichen.

Teleki unterstrich, daß, wenn der Krieg in em ernstes Stadium eintrete, sich die Lage Ungarns natürlich verschlechtern werde. Die Einschränkungen würden sich dann möglicherweise nicht nur auf zwei

Prinzregent Paul und Prinzessin Olga machten am Dienstagnachmittag einen Besuch auf dem Landgut Dr. Matscheks in Kupinec, etwa 40 Kilometer südlich von Agram. Vor dem festlich ge­schmückten Gutshof war ein Triumphbogen errichtet. Im Hofe war ein Bataillon des kroatischen Bauern­schutzes angetreten. Um die Mittagsstunde stattete der Prinzregent auch dem Agramer Erzbischof

fismus, vor allem aber auch jede Illusion ab. Der Duce wolle, daß Italien im Zustande einer nicht- kriiegführenden Macht bewaffnet bleibe, aber die Ereignisse könnten Italien zwingen, aus dieser Hal­tung herauszugehen. Wie lange der jetzige Zustand anhalten werde, könne niemand sagen, deshalb müsse Italien bereit bleiben und dürfe nicht ab-

Die Ansprache des Parteisekretärs wird von der oberitalienischen Presse als ein für die gegenwär­tige politische Lage besonders wichtiges Dokument bezeichnet. Die Weisungen des Parteisekretärs, so schreibt derCorriere della Sera", machten allen dummen Spekulationen über eine Kursänderung der faschistischen Politik ein Ende. Der Faschismus fahre auch auf seinem bisher beschrittenen Wege

nicht nur die nächsten Nachbarn seien, son­dern daß sich der w i r t s ch a f t l i ch e A u f b a u der drei Länder ergänze. Der Umstand, daß sowohl Ita­lien als auch Ungarn energisch ihre Positionen als Nichtkriegführende wahrten, einige Kroa­tien noch mehr mit diesen Staaten. Der Weg, den diese beiden Staaten gewählt hätten, wahre gleich« zeitig auch die Neutralität und den Frieden Jugo-

fteischlose Tage in der Woche beschränken. Jedoch würden die Maßnahmen sich nur auf das absolut Notwendige erfttecken. Zum Schluß erklärte der Ministerpräsident:Wir müssen leben und werden leben, und ein Symptom dafür ist die ruhige Fort­setzung unserer parlamentarischen Arbeit."

Oie türkische Regierung fordert außerordentliche Vollmachten.

Italien warnt vor Illusionen.

Parteisekretär Muti betont: Keine außenpolitische Kursänderung.

ein Änlehnen der Politik der Halbinsel im west­lichen und der Halbinsel im östlichen Becken des . Mittelmeers an die Politik der zentralen Halbinsel, Italien, sind also gegeben. Je weiter sich der Krieg entwickelt, desto mehr werden die neutralen Staa­ten im Balkan und auch Spanien das Bedürfnis haben, sich fester an Italien als die stärkste Stütze ihrer Neutralität zu binden, und so kann, wie man lyier meint, Italien in nicht allzu weiter Zeit der Wortführer der drei Halbinseln werden. Das würde aber Italien die Möglichkeit geben, die Politik und Wirtschaft des gesamten Mittelmeers entscheidend zu beeinflussen.

Im Zusammenhang damit wird in Belgrader politischen Kreisen daran erinnert, daß auch die Weltmacht des alten römischen Reichs sich am Mit­telmeer in ähnlichen Etappen entwickelt hatte. Rom sicherte sich zuerst die apenninische Halbinsel, dann die pyrenäische und schließlich die Balkan-Halb­insel, um auf diese Weise seine Macht an allen Ufern des Mittelmeers zu festigen. Obwohl diese Analogie heute übertrieben erscheint, liegt in ihr doch eine gewisse Deutung für das Verständnis der heuttgen Politik Italiens.

Selbstverständlich stellt sich die Frage, tme die Reaktion der Balkanstaaten auf diese politischen und wirtschaftlichen Absichten Italiens ist. Italien ist heute der Beschützer und Verbündete der Balkan- staaten in ihrem Bestreben, ihre Neutralität zu er­halten. Deshalb werden italienische Ratschläge und italienische Unterstützung in allen Balkanstaaten willig und mit Freude angenommen. Die Balkan­staaten wollen den Frieden erhalten und sich eine lange Periode des Friedens sichern. Sie haben Jahrhunderte nachzuholen, die sie in Kriegen und Kämpfen verbrachten und während derer sie nicht am europäischen Fortschritt teilhaben konnten. Des­halb ist der Lebensstandard der Bevölkerung des Balkans weit hinter dem Lebensstandard der ärm­sten Bevölkerungsschichten im europäischen Westen zurück. Deshalb ernährt sich derreiche" Bauer des Balkans schlechter als der arme Industrie­arbeiter der europäischen Industriestaaten. Wenn unter dem Schutz von Italien dem Balkan und seinen Völkern diese ersehnte Periode des Friedens und der kulturellen und wirtschaftlichen Entwick­lung gesichert werden kann, werden die Bestrebun­gen Italiens sicherlich auf dem Balkan mit Sym­pathie aufgenommen werden.

Ungarn nach der Konferenz von Venedig.

Budapest, 17. Januar. (DNB.) Auf der ersten Sitzung der ungarischen Regierungspartei gab Mini­sterpräsident Teleki an Stelle des erkrankten Außenministers einen Ueberblick über die Bejpre°

Bukarest, 17. Januar. (Europapreß.) Wie aus Istanbul berichtet wird, hat die türkische Regierung dem Parlament einen Gesetzentwurf zum Schutz der türkischen Wtttschaft vorgelegt, durch den der Regierung besondere Vollmachten für den Fall des Krieges oder besondere Gefahren gewährt werden sollen. Die Regierung soll das Recht erhalten, alle Jnlmstrien in eigene Regie zu übernehmen. Außer­dem sieht der Gesetzentwurf Maßnahmen

Der Ausbau des neuen Kroatiens

Eine Unterredung mit Or. Matschek.

rüsten.

Tschechische Stimmen gegen die Umtriebe der Habsburger.

Prag, 17. Jan. (DNB.) Gegen die Umtriebe der Habsburger in London und Paris und das Lieb­äugeln der Westmächte mit einer Restauration dieses Geschlechtes in den Donauländern nimmt die tsche­chische Presse immer wieder Stellung:Lidova No-1 viny" schreibt:Die ganze Habsburger Frage ist nichts anderes als der Versuch zu einer künstlichen Vergreisung Mitteleuropas, mag sie auch ein junger Doktor der Philosophie nach den Weisungen einer ehrgeizigen Matrone durchfuhren. Ehemalige Ver­hältnisse kann man nicht lebendigen Organismen von neuem aufzwingen. Dazu ist schon viel zu viel Blut für neue Gedanken verflos­sen, als daß die Interessen einer einzigen Familie und einiger englifcher Bankhäuser, die bereit wären, etwas Kapital in das monarchistische Unternehmen zu investieren, verwirklicht werden könnten."

Expreß" schreibt:Wenn man dem tschechischen Volk wiederum einreden will, daß das Habsburger Zepter sein Glück bedeute, dann muß man. aus historischer Rückschau antworten, daß diese Frage im tschechischen Volk durch historische Tatsachen und Er­fahrungen endgülttg entschieden ist. Die Habsburger haben sich durch' ihr geschichtliches Werk a l s Stiefväter des tschechischen Volkes er­wiesen, denen es nicht um die Mehrung des natio­nalen Besitzes der Tschechen ging. Solche geschicht­lichen Erfahrungen werden nicht vergessen. Sie wer­den oft zu starken Unterlagen des politischen Den­kens des Volkes und bestimmen sein Verhältnis zu denen, die sich an seiner nationalen Individualität

versündigt haben, mögen sie sich auch als aposto­lische Majestät ausgeben."

Das Kell des Bären "

Genf, 17. Jan. (Europapreß.) Unter der Ueber- fchriftDas Fell des Bären" bringt die Basler Nationalzeitung" ein Telegramm ihres Londoner Vertreters über dieer ft en K r i e g s z i e l e", wie sie der Vizepräsident der Liberalen Partei, Ramsay M u i r, sieht, SJtuir behandelt die Be­dingungen, die die Westmächte zu stellen hätten, wenn Deutschland um Frieden bäte. Er schreibt: Das Reich müßte alle Streitkräfte, also Truppen, Polizei, ff und SA. aus allen besetzten Gebieten, vor allem aus Oesterreich, der Tschecho-Slowakei und Polen zurückziehen, ferner alle Deutschen heim­holen, die in diesen Ländern Grundeigentum oder anderen Besitz erworben hätten. Das Reich müsse zugleich alle Öesterreicher, Tschechen und Polen, die aus ihrer Heimat entfernt wurden, zurückbringen, im eigenen Lande die Gestapo, SA. und ff auf­lösen und alle politischen und nicht kriminellen Häftlinge aus den Konzentrationslagern und Ge­fängnissen freilassen.^- Muir verlangt weiter die Uebergabe eines großen Teiles der deutschen Luft­waffe an den Völkerbund. Es wird Herrn Muir gewiß die Zeit bis zur Erreichung dieser Kriegs­ziele reichlich lang werden.

Der Kall Höre Belisha.

Diebesonderen Dualitäten" des Kriegsministers veranlagen seinen Sturz.

In der Sitzung des englischen Unter­hauses am Dienstag kam es u. a. zu einer kurzen Aussprache über den Rücktritt des früheren eng- lischen Kriegsministers, des Juden Höre Ve­lis h a. Da man sich offenbar eine Sensation von dieser Sitzung versprochen hatte, soll das Unterhaus üb erfüllt gewesen sein. Höre Belisha selbst sprach einige belanglose Sätze, die ebenso wenig die wahren Gründe seines Rücktritts als Kriegsminister erklärten wie die wahren Gründe für seine Ableh­nung des ihm angeblich angetragenen Postens als Handelsminister. Ministerpräsident Chamber­lain machte ebenfalls einige Bemerkungen zu dem Rücktritt seines früheren Kriegsministers und be­tonte hierbei u. a. wörtlich:Ich hatte festgestellt, daß sich aus den sehr großen Qualitäten Höre Be- lishas Schwierigkeiten ergaben, die nach meiner Ansicht eine Aenderung wünschens­wert machten. Das ist in der Weltgeschichte gewiß ein einzig dastehender Fall, daß ein Minister seiner besonderen Qualitäten wegen auf seinen Posten verzichten mußte, wie Chamberlain es dem Unterhaus im Fall Höre Belisha weismachen will. Im allgemeinen pflegt es ja gerade umgekehrt zu fein. Oder sollten diesehr großen Qualitäten" des Herrn Höre Belisha, die seinen Kollegen im Kabinett so auf die Nerven gefallen zu sein scheinen, aus den besonderen Eigentümlichkeiten seiner Rasse bet« rühren?. v

etwa zwanzig Serben. biete letzt seine Krone dem Vertreter des faules

Hinsichtlich der Beziehungen des autonomen Kroa- Karageorgewitsch an, zusammen mit seiner Liebe, tiens zu Italien und Ungarn hob Matschek Treue und Ergebenheit.

hervor, es fei zu beachten, daß Italien und Ungarn --------

tisch liquidiert seien.

Der autoritäre und totalitäre Stil des Faschismus wird sowohl dem Wesen wie der Form nach in bezug auf die Grundpfeiler des Imperiums, der Rasse und der Autarkie stärker betont werden." Wenn da und dort individuelle Tendenzen auf­treten sollten, um sich in der bevorzugten Position freizumachen, die die ausschließlich der Verteidigung der nationalen Interessen dienende Politik des Duce Italien und den Italienern gesichert habe, müsse rechtzeittg und energisch gegen derartige Tendenzen angekämpft werden.

Man dürfe sich nicht der Illusion hingeben, daß die derzeitige Haltung Italiens gegenüber dem Kon­flikt ewig dauern werde.Das faschistische Italien kann in jedem Augenblick in die Lage kommen, aus Notwendigkeit oder aus Pflicht zu den Waffen zu greifen. Es muß also materiell und vor allem geisttg bereit sein. Hinzu­gefügt muß noch werden, daß es absurd und ge­fährlich ist, Genugtuung über kürzlich erfolgte inter­nattonale Sympathiekundgebungen zu empfinden, die weder gerechtferttgt noch begründet sind und auch nicht den wahren Gefühlen des italienischen Volkes entsprechen, das gelernt hat, die Geschichte, die es in letzter Zeit dramatisch miterlebte, nicht zu vergessen."

Minister Mutt forderte die Gauleiter und Orts­gruppenleiter auf, ihre politische Feinfühligkeit immer mehr zu entwickeln und die Tragweite ge­troffener Maßnahmen dem Volk zu erklären, damit kein Mißverständnis und noch weniger unnötige Be­sorgnisse entstehen. Weiter hat er sie aufgefordert, über die Stimmung der öffentlichen Meinung m ihren Provinzen bezüglich der Rückwirkung sowohl der internationalen als auch der nationalen Ereig­nisse zu berichten. Für diese Berichte stellte der Par­teisekretär sechs Punkte auf, die vor allem die Ent­wicklung und die Leistungen auf dem Gebiete der Autarkie der sozialen Fürsorge, der Preisgestaltung des Kartensystems und der Verteilung von Waren und Lebensmitteln, ferner die saisonmäßig bedingte Arbeitslosigkeit, die Industrie-, die Handels- und die

Die drei Mittelmeer-Halbinseln

Von unserem v.M.-Korrespondenien.

Belgrad, im Januar.

Immer mehr bildet sich die Erkenntnis in den neutralen Staaten von Europa heraus, daß Neu­tralität nicht nur den guten Willen bedeutet, nut allen kriegführenden Mächten korrekte Beziehungen zu unterhalten, sondern auch eine eiserne Entschlos­senheit, die eigene Stellung mit allen Mitteln zu verteidigen. Deshalb ist auch die Neutralität heute eine kostspielige Sache, und deshalb bringt die Po­litik der Neutralität ganz neue und völlig unerwar­tete politische Wendungen und Kombinattonen.

Eine solche bisher nie erwähnte Kombination ist die Politik der Zusammenarbeit der drei Halbinseln. Es handelt sich um die drei Halbinseln am Mittel­meer: die pyrenäische, apenninische und balkanische Halbinsel, ober praktisch gesprochen um Spanien, Italien und die Staaten des Balkans. Dieser Gedanke wurde bisher in der Oeffentlichkeit dieser Länder nur ganz schüchtern aufgeworfen, doch schei­nen die intereffierten Kabinette einen eingehenden Gedankenaustausch in diesem Sinne zu führen. Der treibende Geist ist Italien. In allen Aktionen im Südosten oder am Mittelmeer, die darauf abzielen, die Neutralität dieser Gebiete zu sichern und zu festigen, spielt heute Italien eine führende Rolle.

In der jugoslawischen Presse wird die Kombina­tion der drei Halbinseln etwa folgendermaßen er­klärt: Italien ist in erster Linie eine Mittelmeer­macht. In der letzten Zeit wurde viel von den In­teressen und Aufgaben Italiens in Südosteuropa geschrieben, in Italien und im Ausland. Doch die führenden Faktoren in Italien haben darüber kei­nesfalls die Hauptaufgabe der italienischen Politik vergessen, die Sicherung der Freiheit des Handels und der Schiffahrt auf dem M i 11 e l m e e r sowie die Festigung des italieni­schen Einflusses auf die poltiische und wirtschaftliche Entwicklung der Länder an den Ufern dieses Mee­res. Weil Italien eine solche Politik als Hauptauf­gabe feiner diplomatischen und wirtschaftlichen Tätigkeit betrachtete, ist es in den letzten Jahren in Äonflfite mit England und Frankreich geraten. Durch den Ausbruch des Krieges ist die Gegner­schaft der Westmächte gegen Italien scheinbar ab» geschwächt worden, und Italien will nun die gün­stige Gelegenheit benutzen, während England und Frankreich durch Deutschland völlig abgelenkt sind, um seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluß und womöglich auch seine Oberhand im Mittelmeer endgültig zu festigen. Das sei gegenwärtig das große Ziel der italienischen Politik.

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht Italien feste Stützpunkte, und die festesten Stütz­punkte sind die drei in dos Mittelmeer ragenden Halbinseln. Durch die Unterstützung Francos hat Italien große Sympathien in Spanien erworben und durch seine Haltung seit Beginn dieses Krieges in allen Staaten des Balkans. Die Grundlagen für

Semcht gegen Seegewalt.

Von Konteradmiral z. V. Gadow.

In seinen (Erinnerungen hat Edward Grey, der! Außenminister des ersten deutsch-englischen Krieges, mit ungewohnter Offenherzigkeit geschrieben:«Das Völkerrecht war immer eine elastische Materie, und England hat es bald so, bald so aebraucht ..." Daran kann ja nun auch kein Zweifel bestehen nach allem, was täglich geschieht. Schon im spanischen Bürgerkriege bekam man einen Vorgeschmack von dieser Praxis, als England Nationalspanien Charas ter und Recht einesKriegführenden" verweigerte, z. B. das Recht zur Blockade, während es im ame­rikanischen Sezessionskrieg 1861/65 die Südstaaten durchaus als Kriegführende anerkannte und unter» tützte. Aber so zahlreich weitere Bespiele aus der Zeschichte beizubringen wären, die Gegenwart ist noch viel lehrreicher. Zunächst erinnere man sich, daß die Berechtigung von Kriegsschiffen, im Kriege alle Handelsschiffe auf See auf Feindbestimmung der Ware zu untersuchen, gerade mit Englands Mit­wirkung ein unangefochtener Grundsatz des Völker­rechts geworden ist. Man kann darin einen starken Gegensatz zum Landkriegsrecht sehen, das bekannt­lich privates Eigentum für unverletzlich erklärt, aber die See hat ihre eigenen Gesetze. Räumt man nun das Rechtzur U n t e r s u ch u n g den feind­lichen Kriegsschiffen ein, so wird dieses Recht da­durch vernichtet, daß man d i e eigenen Han­delsschiffe bewaffnet und anweist, selber zu kämpfen. Die Antwort kann nur sein, daß die mit Handelskrieg beauftragten Kriegsschiffe von ihren Waffen Gebrauch machen, wenn sie ein Handelsschiff vor sich haben, das Kanonen besitzt und Miene macht, sie zu gebrauchen. Die Folge des Rechtsbruchs ist dann oft die Versenkung des Handelsschiffes, ohne daß die Pflicht erfüllt werden kann, für die Ueberlebenben zu sorgen. Eins folgt aus dem anderen.

Neben reinen Rechtsverletzungen wie diese stehen die Unbilligkeiten gegen Nichtbeteiligte, was wiederum den Leitgedanken des Völkerrechts ver­letzt, die Wirkungen des Krieges möglichst von den Neutralen fernzuhalten. Was England davon halt, haben die Neutralen schon oft und jetzt wieder er­fahren. Dahin gehört die Zumutung, b e ft i m m t e Häfen zu r Untersuchung anzulaufen, anstatt den Vorgang auf die See zu verlegen, was natürlich mehr Mühe und Kräfteaufwand erfordert, ihnen dazu bestimmte Kurse vorzuschreiben, sie wochenlang auszuhalten, so daß Ware verdirbt oder große Mehrkosten entstehen. Es ist schon mehr als Unbilligkeit, nämlich offene Hoheitsverlet-

Landwirtschastsprobleme der einzelnen Provinzen sowie die materielle und moralische Versorgung der Truppen wissen will.

R o m, 16. Jan. (Europapreß.) Dem Vertreter des Giornale d'Jtalia" hat der Führer der Kroatischen Bauernpartei und stellvertretende Ministerpräsident Dr. Matschek erklärt, nach dem nun erzielten Uebereintommen beabsichtige ör die Organisation der Kroaten auf föderalistischer Grundlage, damit das Uebereinfommen einen endgültigen Charakter er­halte, sowohl hinsichtlich der Abgrenzung der Auf­gaben der Kroaten und der Serben, als auch vom Gesichtspunkt der Ausübung der öffentlichen Gewalt in Kroatien. Die Ordnung dieser Fragen werde in der Skupfchtina durchgeführt werden. Die Bauern würden die Grundpfeiler der kroatischen Nation bleiben. Ein Ausgleich der Interessen der anderen sozialen Schichten in Kroatien werde durchgefuhrt werden. Alle Einzelinteressen müßten dem Gesamt­interesse der Nation untergeordnet werden. Deshalb solle die Funktion jeder sozialen Klasse in Kroatien ------_ '

abgegrenzt werden. Die Verhältnisse in Kroatien St. Stepmec einen Besuch ab. Das Prmz- lägen viel einfacher als anderwärts. Denn in Kroa- regentenpaar kehrt am Mittwochvormtttag im Son- tien fei die Bauernklasse die Beherrscherin der Na- Verzug nach Belgrad zuruck. In der kroatischen Presse tion Die Interessen der anderen sozialen Klassen wird immer wieder die große Bedeutung des Be= seien sehr begrenzt und müßten sich deshalb jenen . suche? hervorgehoben. Besonders ein Trinkspruch der Bauernklasse beiordnen. Der Labor (Landtag) j des Banus von Kroatien an den Prmzregenten fin- werde etwa hundert Abgeordnete zählen, darunter bet Beachtung, in dem er sagte, bas kroatische Volk ~ ' biete jetzt seine Krone dem Vertreter des Hauses

Rom, 17.Jan. (DNB.-Funkspruch.) Parteisekre­tär Minister Muti hat auf einem Gauleiterappell einige Richtlinien für die Parteiarbeit gegeben. Die Partei halte an der antidemokratischen und anti- bürgerlichen Aktion unverändert fest. Die noch über­lebenden Tendenzen zum geruhsamen und bequemen Leben, zum leeren Geschwätz und zum Pazifismus müßten mit allen Mitteln bekämpft werden. Die Ablösung der Wache" dürfe keinesfalls als ein Kurswechsel ausgelegt werden. Eine solche Aus­legung könne nur den Wunschträumen jener entspre­chen, die aus geistiger Einstellung oder aus schiech- , * , --

tem Glauben heraus den Trümmern überalterter . fort, ohne sich irgendwie aufhalten zu lassen. In Systeme angeboren, die längst geschichtlich wie prak- der Außenpolitik lehne der Faschismus leden Pazi-