Ausgabe 
17.10.1940
 
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ger, Kälte und Verzweiflung die Frage nach der Schuld am Kriege vergessen möge? Erwarten sie, daß chnen im Chaos der Vernichtung leichter fein wird, den Abjprung in ein bequemes Ausland zu finden, als es nach einem Eingeständnis der Nie­derlage gegenüber einem Volke mit klarer Besin­nung möglich gewesen wäre? Fürchteten sie den Richterspruch ihrer Nation und zögerten sie des­halb die Niederlage dem völligen Untergang vor­zuziehen, der heute in einer unausweichlichen Ent­wicklung sich vollzieht?

Mögen sich diele sadistischen Hoffnungen erfüllen, oder die Kriegsverbrecher auch persönlich das Schick­sal ereUen, das sie verdienen die Gewalten, die sie riefen, sind entfesselt, und sie werden in den kommenden Monaten einen weiteren Bundesgenos­sen finden, der den deutschen Fliegern hilft, aus der englischen Niederlage die Katastrophe zu machen, die Churchill und seine jüdischen Hinter­männer ihrem Volk zu bereiten sich entschlossen haben. Wenn wir daran denken, daß in die furcht­baren Wunden, die dem öffentlichen Leben Eng­lands heute nach wenigen Wochen der Luftan­griffe bereits geschlagen sind, noch die Kälte und der Nebel des Winters einbringen werden, daß die pausenlosen wohlgezielten Angriffe unserer Flugzeuge alles in Trümmer legen, was an öffentlichen Einrichtungen, fei es die Wasser-, Licht- und Kraftversorgung, sei es Transport- und Verkehrswesen, für die Aufrechterhaltung des staat­lichen Lebens unerläßlich ist. Wir wissen schon seit dem Fall von Warschau, welche furchtbaren Wir­kungen auf das Leben einer Millionenstadt allein schon die Zertrümmerung von Fensterscheiben aus­zuüben vermag, die aus Wohnungen kalte Höhlen macht oder was das Fehlen nur von Wasser bedeu­tet, das für den Menschen wichtiger ist als Brot. Unsere Phantasie reicht nicht aus, wenn sie an London, die Stadt mit fünffacher Größe denkt und den bevorstehenden Winter in Rechnung zieht.

Die Engländer, die gewohnt waren, im Faktor 3eit" einen Bundesgenossen zu' betrachten, er­leben schon heute unter dem Eindruck ihrer zer­störten Dorratslager, der zu Trümmern gewordenen Fabriken, der katastrophalen Schiffsverluste, des von Bränden geröteten Horizonts und der ersten kühlen Herbstnächte, daß auch in der Frage des Nutzens von Zeitgewinn der Krieg von 1939 die Umkehrung des Weltkrieges mit sich gebracht hat. Diesmal sind es die Deutschen, die in aller Ruhe warten können, und die Engländer, denen jeder Tag neue Schläge, neue Trostlosigkeit, neue Stunden Des Hungerns, des Frierens und der Angst beschert. Das Schicksal ist dabei, auf der Insel, die solange herrschte ohne zu kämpfen, eine härtere Sprache zu führen, als je anderswo zuvor. Eine Sprache, für die wir neue Worte und Begriffe ge­brauchen werden, um die Bilder des Grauens zu beschreiben und die Saat der Vernichtung zu be­zeichnen, die in den kommenden Monaten zu einer furchtbaren Ernte zu werden verspricht.

Wir sind gewiß, daß Herr Churchill auch dann noch das Lächeln zeigen wird, das feine Züge ver­klärte, als die Reste feiner Armee geschlagen aus Dünkirchen zurückkehrten, und das er heute zur Schau trägt, wenn er über die Trümmer klettert, die er auf dem Gewissen hat. Aber es wird die Heiter­keit eines Nero sein, der den Brand besingt, den er gelegt, die Katastrophe preist, die er gewollt hat.

Tagbomber lösen Nachtbomber ab.

Die Luftangriffe auch am Mittwoch unvermindert fortgesetzt.

Die deutsche Luftwaffe fetzte auch in der Nacht zum Mittwoch ihre Angriffe auf Lon­don und andere Teile Englands fort. Der englische Nachrichtendienst teilte in den frühen Morgenstun­den des Mittwoch mit, daß es Formationen deut­scher Bomben- und Jagdmaschinen gelungen ist, den Verteidigungsgürtel Londons zu durchbrechen und Bomben "auf die englische Hauptstadt abzuwer­fen. Auch östlich von London waren in der Nacht zum Mittwoch Bombenangriffe zu verzeichnen. Aus den Darstellungen des englischen Nachrichtendienstes über den Umfang der deutschen Operationen ist der Schluß zu ziehen, daß die deutsche Luftwaffe m i n- bestens 400 bis 500 Maschinen gegen das südenglische Dreieck mit seiner nördlichen Spitze London einsetzte, und daß darüber hinaus noch mehr Sprengbomben abgeworfen wurden als in der Nacht zum Dienstag, in der bereits ein Rekord in dieser Hinsicht aufgestellt worden war. Der bri­tische Nachrichtendienst teilt mit, daß die Angriffe der letzten Nacht sehr heftig waren. Don ihnen wurden viele Teile Londons betroffen. Zum ersten Male seit Ausbruch des Krieges könne man von einem deutschen Massenangriff auf London sprechen. Neben London wurden auch die Midlands, Schottland und Wales Luftangriffen unterzogen. In den Morgenstunden des Mittwochs wur­den die Nachtbomber von an de r en deutschen Maschinen abgelöst, die weitere An­griffe gegen die englische Hauptstadt richteten, die seit nahezu 24 Stunden nicht mehr aus den Luft­schutzkellern herausgekommen ist. Das Londoner Jnformationsministerium hat am Mittwochvormit­tag eine vorübergehende Sperre für Pressetele- gramme üb er den letzten deutschen Luft­angriff erlassen. Infolgedessen findet man am Mittwochabend in der schwedischen Presse keinen einzigen Prioatbericht über die Angriffe in der Nacht zum Mittwoch.Allehanda" veröffent­licht einen Stimmungsbericht der amerikanischen Agentur United Preß, in dem es heißt:l)er deutsche Luftangriff in der vergangenen Nacht war bedeutend intensiver als die Angriffe der letzten Nächte. Große Formationen deutscher Bom­ber führten sowohl gegen das Zentrum Londons wie auch gegen die Umgebung der Stadt ihre An­griffe durch."

Wieder eine Milliarde Pfund.

Churchills Krieg

ruiniert die Finanzen Englands.

Stockholm, 16. Ott. Don den 615 Unterhaus­abgeordneten waren, wie Reuter meldet, in der Sitzung am Mittwoch nicht einmal 50 Ab­geordnete erschienen. Entweder haben sich die Volksvertreter bei dem Bombenhagel, der auch am Mittwoch unaufhörlich über die britische Haupt­stadt niederging, nicht aus den Luftschutzkellern ge­wagt oder sie haben sich gescheut, die Verantwor­tung für eine Milliarde Pfund, die der Schatzkanzler als neuen Kredit forderte, zu überneh­men. Sir Kingsley Wood, der den Antrag begrün­dete, teilte mit, daß England in den letzten vier Wochen im Durchschnitt jede Woche etwa 64 Millionen Pfund Ausgaben habe. Das feien ungefähr neun Millionen Pfund pro Tag und eineinhalb Millionen pro Tag mehr als

im Juli dieses Jahres. lxk Millionen Pfund Ster­ling dieser Summe würden täglich für Rüstungs­ausgaben verwendet im Vergleich zu 3'/r Millionen im Juli dieses Jahres. Sir Kingsley Wood gab dann der Hoffnung Ausdruck, daß die Neubewilli­gung bis zum März ausreichen werde. Er meinte, die Verdoppelung der Ausgabe zeige am besten, wie sich der Kriegseinsatz in England in der letzten Zeit vergrößert habe. Zum Schluß wies er darauf hin, daß England feine Rüstungsausgaben nur erfüllen könne, wenn noch g.rößere Opfer gebracht würden.

lieber die trostlose Finanzlage desreichen" Eng­land hat bereits Anfang August Kingsley Wood den Schleier gelüftet, indem er zugab, daß das De- izit des Staatshaushalles, den man ohnedies in London alsEntbehrungsbudget" bezeichnet hat.

damals schon bereits 2,2 Milliarden betragen habe. Vorbeugend gibt Reuter bekannt, es sei unwahr­scheinlich, daß die heute bewilligte Summe von einer Milliarde Pfund für den Rest des Finanz­jahres a u s r e i d) e. Man werde vielmehr das Par­lament um einen neuen Kredit ersuchen müssen. Aber, fi/1 fügt Reuter hinzu,schon der heute be­willigte Kredit sei die einzige Möglichkeit, eine Inflation zu vermeiden". Mit Churchills bequemem Sieg" sieht es also auch in dieser Hin­sicht sehr trübe aus. Die Geldsäcke werden schon ihr Schäfchen ins Trockene bringen. Was aber das britische Volk angeht, so scheint es auch für das englische Wirtschaftsleben Churchills Vorsatz zu sein: lieber Schutt und Asche als die Kriegsverbre­chen aufgeben!

Wir starten zum Nachiflug...

Links: lieber England wurden die Bomben eben ins Ziel gefetzt. Der PUot steuert wieder dem Ein- fatzhafen zu. R e ch t s : Fertigmachen zum Start. Schwimmwesten und Fallschirme werden angelegt (Aufnahmen: PK.-Pankhardt. Scherl-M.)

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Die militärische Lage in Aegypten.

Vorbereitungen zur Fortführung der Offensive.

Rom, 17. Okt (Europapreß.) Man softe nicht glauben, schreibt Gayda imGiornale d'Jtalia", daß die Offensive des Marschalls Graziani an der nordafrikanischen Front zum Stillstand ge­kommen sei. Im Gegenteil: Still und methodisch werde sie f o r t g e f ü h r t Gegenwärtig würde die Grundlage für die neuen Offensiv- Operationen vorbereitet und das weite ägyptische Gebiet im Rücken und an den Flanken der italienischen Linien gesäubert. Ein europäischer Krieg müsse in einem Wüsten-Gebiet geführt wer­den, das ganz andersartig sei als das europäische Gelände. Die von den Engländern in verschiedenen Linien bis zum Nil-Delta angelegten Befestigungen seien moderne Werke von europäischem fest­ländischem Stil. Auch die motorisierten Kräfte und die automatischen Waffen, die England gegen die Italiener eingesetzt habe, feien europäischen Ur­sprungs, wenn sie auch zum Teil von amerikani­schen Fabriken geliefert worden seien. Der italie­nische Vormarsch hingegen müsse in einem 600 Kilo mt er tiefen Raum erfolgen, in dem es nur sehr wenige Brunnen und nur eine einzige Küstenstraße gebe, die von großen Truppenforma­tionen benützt werden könne. Deshalb müßten für die vorstoßenden Truppen S tz p u n k t e geschaf­fen werden. Es müßten in gesicherten Depots Wasser re serven für eine gewaltige Trup­penmasse und die motorisierten Verbände angelegt werden. Diese Vorbereitungen seien seit dem Ab­schluß des ersten Abschnitts der Operationen des Marschalls Graziani in. Nordafrika im Gange.

Nicht minder wichtig fei die zu bereinigende zweite Aufgabe in der gegenwärtigen Vorberei­tungsphase. Das ist die Säuberung des ägyptischen Gebiets von verstreuten moto­risierten englischen Gruppen. In besonders bemer­kenswerter Stärke befänden sich berartige Grup­pen in der Oase Sima, die der libyschen von Dscharabub gegenüberliege; ferner in der Oase von

A f i s längs den beiden Straßen, die Marsa Ma- truh mit der Oase von Siwa verbinden und von einer ununterbrochenen Reihe von Befestigungs­anlagen geschützt werden. Diese motorisierten Grup­pen operieren gegen den von Italien besetzten K ü st e n ft r e i s e n. Sie werden von leichten schnel­len italienischen Kolonnen angegriffen, zerstreut, vernichtet oder gefangen. Schon gegenwärtig könne man annehmen, daß diese zu Angriffen im Rücken und in der Flanke der italienischen Truppen be­stimmten englischen motorisierten Gruppen zu be­achtenswerten Teilen vernichtet seien. In der Oase Siwa liege aber noch immer etwa eine Divi­sion. Bei Marsa Matruh seien zumindest drei Divi­sionen, unter ihnen die englische Panzerwagen-Di­vision, zusammengezogen. Die italienischen Truppen liegen gegenwärtig 30 Kilometer östlich von Sidi Barani, in Bir Alan Talut, von wo aus von der italienischen Flugwaffe die nach Marsa Matruh führende Straße und ihre Befestigungs­anlagen von Bir Rakabat, Sketta und Dir el Astas täglich angegriffen werden.

Äe Kämpfe in Aegypten, so schließt Gayda, zie­len gegen das Herz des englischen Im­periums. Dies erkläre die großen Vorsorgen Englands zur Verteidigung des ägyptischen Ge­bietes. Auch gegenwärtig noch befänden sich 10 000 Mann englischer Truppen von Singapur und 12 000 Mann englischer Kolonialtruppen von England nach Aegypten auf der Reife.

Kriegsminister Eden in Aegypten.

Stockholm, 17. Oktober. (Europapreß.) Kriegs­minister Eden hält sich, wie der britische Nachrich­tendienst meldet, zur Zett in Aegypten auf. Zweck feines Besuches sollen Verhandlungen mit dem Oberkommandierenden der britischen Streit­kräfte im Mittleren Osten, General Sir Archibald Wavell, fein.

Englisches ll-Vovi durch das italienische Ll-VootToti" versenkt.

Rom, 16.Oft (DRV.) Der ttattenische Wehr- machlbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:

3n der vergangenen Rächt hat unser U - V o o t lofi bei einer Mission im zentralen Mittelmeer ein englisches U-Boot derPerseus"-Klasse gesichtet und sofort entschlossen mit seinem Ge­schütz angegriffen. Bei dem folgenden hef­tigen Gefecht, das auf kürzeste Entfernung geführt wurde, traf unser U-Boot den Feind mit Geschüh- und MG.-Feuer und torpedierte, nachdem es sich mit einem raschen Manöver in eine günstige Position gebracht hatte, das englischeU-Boot. voll getroffen sank die feindliche Einheit mit dem Bug nach oben senkrecht in die Tiefe. Unser U-Boot erlitt keinerlei Verluste und trug lediglich an den leichten Aufbauten völlig belang­lose Schäden davon. Die feindlichen U-Boote der Perfeus"-Klasse vom Ozean-Typ haben eine Was­serverdrängung von 1500 über Wasser und 2000 Tonnen im getauchten Zustand. Sie sind mit acht Torpedorohren, einem Geschütz von 10,2 Zentimeter Kaliber und zwei MG. bestückt.

3n Rordasrika hat unsere Luftwaffe trotz ungünstiger Wetterlage die feindlichen Flugplätze von Bir Kenays, El Daba, Assaba, Maaten Bagush, Fuka und Vir Abu Smeif sowie feindliche Baracken­lager bei Marsa Matruk bombardiert und alle Ziele

trotz lebhafter Flakabwehr voll getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Der Feind hat seine Angriffe auf Barbia, Sollum, Derna und Bir So- fofi (südwestlich von Sidi Barani) wiederholt, die insgesamt einen Toten und fünf Verwundete zur Folge hatten. Ein weiterer, in mehreren Dellen durchgeführter nächtlicher Luftangriff auf Benghasi Hot keine Opfer gefordert, dagegen an Wohnhäusern beträchtlichen Schaden angerichtet. Lin Motorboot wurde im Hafen versenkt.

3n der Zone von Gyarabut hat eines unserer 3agdflugzeuge ein feindliches Flugzeug vom Ly- sander-Typ abgeschossen.

Feindliche Luftangriffe in Ostafrika auf Ras Gasar (Massaua), Diredaua und hargheisa haben weder Opfer noch Schäden verursacht.

lieber die Tat des italienischen U-BootesToti", das ein englisches U-Boat derPerfeus"-Klaste ver­senkte, gibt Agenzia Stefani folgende Darstellung:

DieToti" befand sich im mittleren Mittelmeer in aufgetauchter Fahrt, als sie kurz nach Mitter­nacht das feindliche U-Boot in einem Abstand von wenig mehr als einer Meile sichtete. Das feindliche U-Boot hatte seinerseits auch dieToti" in einer günstigen Position zum Torpedoschuß entdeckt. Aber das ttattenische U-Boot machte eine schleunige Back­bordwendung, durch die es mit dem Bug zum Geg-

Zerflatierie Illusionen.

Lon unterer Berliner Schrifflettung.

Militärisch und politisch hat England das Spiel, das es so ruchlos entfesselte, bereits verloren. Der Daily Expreß bringt in einem wirklichen Leitartikel die verzweifelte Stimmung sehr kraß zum Ausdruck. Wir stehen allein", ruft diese Stimme der Not. Wo wird sich das zurückgedämmte Feuer des Krie­ges nächstens entladen?" Ja, wo? Das entscheidet, meint das Blatt, nicht das Geschrei derer, die von neuen britischen Fronten träumten, denn dierealen Faktoren" sähen ganz anders aus. Die Luftmacht der Deutschen überträfe bet weitem die Englands, die deutsche militärische Stärke sei der englischen im Verhältnis von 6:1 überlegen. Adolf Hitler ist, so wird festgestellt,derjenige, der entscheiden wird". Damit werden die Jllusionsredereien Chur­chills, England habe die Jnttiattve gewonnen, ein­fach als sinnloses Geschwätz gekennzeichnet. Es ist so, daß jeder Brite fühlt, wie das Schwert des Damokles über feinem Haupte hängt, ganz einer­lei, ob er Londoner oder Empirebrite ift Man mag sich verteidigen wollen, man mag die Zähigkeit des passiven Erduldens so weit trei­ben wie im zerstörten London. Was die mensch­liche Kreatur erdulden kann, haben wir im Welt­krieg bewiesen, wenn tagelang das Trommelfeuer über unseren Gräben lag, so daß wir uns wunder­ten, wie überhaupt noch deutsche Soldaten aus die­ser Holle der Vernichtung heraus mit dem Leben davongekommen waren und dem Feinde ein Pa­roli bieten konnten. Aber das waren abgehärtete Soldaten, die wußten, um was es ging. In Lon­don dagegen herrschen die Zivllisten, die mir hof­fen, daß es nicht schlimmer werden möge, und das ist ganz etwas anderes. Frauen und Kinder wer­den von den Kriegstreibern zum Ausharren er­mutigt, und sie hallen vorläufig noch aus, aber mit leidenden Zivilpersonen ist noch niemals ein Krieg gewonnen, geschweige denn ein Angriff eingeleitet worden, und wenn Churchill jetzt auf eine Unter- Hausfrage über die Kriegsziele tagte, man führe den Krieg, um ihn zu überleben, bann ist diese Be­scheidenheit des sonst so Großmäuligen doch das Eingeständnis eines Mannes, der am Ende feines Lateins ift

Wir stehen allein", schrieb der Londoner Datty Expreß", während derDaily Telegraph", aus angstgepreßter Brust den Seufzer hervorstößtr

ner stand. Die beiden Einheiten fuhren nun gegen­einander los und begegneten sich in einer ganz kurzen (Entfernung von nur etwa 30 Meter. In diesem Augenblick eröffnete das ita­lienische U-Boot das Geschütz feuer, das von den Engländern erwidert wurde. Dem Feuer der ttalienischen Maschinengewehre folgten die Schreie verletzter englischer Matrosen, die sich auf Deck be­fanden.

Als sich das englische U-Boot etwa in einer Ent­fernung von nun wieder 200 Meter befand, ver­suchte es ein schnelles Tauchmanöoer. In die­sem Augenblick traf das englische U-Boot jedoch das Geschoß des ttalienischen U-Bootes, dem kurze Zett daraus ein wohlgezielter Torpedo folgte. Im gleichen Augenblick sank das englische U-Boot rapide ab. Man sah noch den Bug des englischen U-Bootes senkrecht etwa 30 Meter aus dem Master emporragen und dann in wenigen Augenblicken unter der Wasseroberfläche verschwin­den. DieToti" kreuzte noch kurze Zeit über der Stelle, an der das englische U-Boot gesunken war, setzte dann aber feine Fahrt fort, da eine Hilfe für irgendeines der englischen Besatzungsmitglieder nicht mehr möglich war.

Oie Lufttorpedierung eines britischen Kreuzers im Mittelmeer.

Rom, 16. Okt. (DNB.) Zu der im italienischen Wehrmachtsbericht vom Dienstag gemeldeten Tor­pedierung eines englischen Kreuzers durch ein italienisches Flugzeug meldet ein Kriegsberichterstatter desPopolo di Roma": Durch den Mondschein begünstigt konnte das italie­nische Flugzeug im Tiefflug und auf tür- zeste Entfernung feinen Torpedo gegen den Kreuzer abschießen. Das Schiff wurde auf der rechten Flanke in der Hohe des vordersten Geschütz, turmes getroffen. Kurz nach der Explosion des Tor­pedos folgte eine noch viel heftigere Explosion des Schiffes., Es soll sich um eine Einheit derSouth­ampton"- oder derLeander"-Klasse handeln. Die Schiffe derLeande?'-Klasse sind 1931 bis 1934 vom Stapel gelaufen und kürzlich modernisiert worden. Sie verdrängen 7270 Tonnen, haben 20 Geschütze, 12 Maschinengewehre, acht Torpedorohre, zwei Flugzeuge und 550 Mann Besatzung im Frie­den. Die Schiffe derSouthampton"-Klasse ver­drängen etwa 9100 Tonnen, sind mit 28 Geschützen bestückt, haben sechs Torpedorohre, drei Flugzeuge und im Frieden ungefähr 700 Mann Besatzung.

Italienische Frontkämpfer als dauern in vorderster Linie.

Reiche Crnte

in den urbar gemachten Gebieten.

Ro m, 16. Oft. (Europapreß.) Der Duce hat am Dienstag die Landverbesterungsarbeiten auf dem Gebiet des Monte Soratte besichtigt. Von der Bevölkerung von Sant'Oreste (Prov. Rom) wurde er begeistert begrüßt. Aus einem dem Duce von Nationalrat Crollalanza erstatteten Bericht geht hervor, daß in den trocken gelegten P o n t i n i schen Sümpfen 165 000 Doppelzentner Ge­treide und 10 000 Doppelzentner Baumwolle, im gleichen Gebiet zusammen mit den bebauten Strecken auf derJsola Sacra" bei Ostia 67 000 Doppelzentner Zuckerrohr sowie 262 837 Dop­pelzentner Zuckerrüben geerntet worden sind. Der Viehbestand hat 43000 Rinder, 10849 Schafe und 1000 Pferde erreicht. Insgesamt sind vom Siedlungswerk der ehemaligen Frontkämpfer der Wirtschaft Erzeugniste im Werte von 100 Mil­lionen Lire zugeführt worden.

In Kriegszeiten, so schreibtMestaggero" zu bie­dern Bericht, sind derartige Leistungen militärischen Erfolgen gleichzufetzen. Heute kämpft nicht nur die Wehrmacht, sondern das ganze Volk. Mit voller Berechtigung können die Landwirte die Infante­risten der inneren Front genannt werden. In der vordersten Linie dieser Front stehen in Italien wie­der die ehemaligen Frontkämpfer. In dem Bericht des Nationalrats Crollalanza lei nur auf die Lei­stungen des Siedlungswerks der ehemaligen Front­kämpfer in Italien Bezug genommen. Nicht minder erfolgreich fei aber ihr Wirken auch in Alba­nien unb in Jtalienifch-Oftafrika. In Italien allein waren am 1. Oktober 5162 ehemalige Frontkämpfer mit Neu-Urbarmachungsarbetten be­schäftigt.