und Kartoffel anbaufläche des Reiches. Obwohl zwei Heere im ersten Kriegsjahr 'durch das Land gezogen sind und sich aus feinen reichen Beständen ernährt haben, find trotzdem viele hunderttausend Zentner Kartoffeln und Roggen in das Reich gebracht worden. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat mit der Ansiedlung eingesetzt, die landwirtschaftliche Produktion wurde vermehrt, bis zum 1. September 1940 wurden 27 Millionen RM. landwirtschaftlicher Kredite bewilligt, und allem in Posen wurde der Hacksruchtanbau auf 25, der Oelfrucht- anbau aus 2,3 und der Zwischenfruchtanbau auf 10 o. H. der Ackerfläche ausgedehnt. Maschinen und Geräte, Dreschsätze, Dämpfkolonnen, Saatgut, Mineraldünger lieferte das Altreich, und so haben wir die sehr begründete Aussicht, das Wartheland zu einer der Kornkammern des Reiches zu machen. Die agrarische Marktordnung ist selbstver- stänolich sofort eingeführt worden. I n d u st r i e und Handel mußten im Warthegau von vorn anfangen, während in Ostoberschlesien und Westpreußen wenigstens die Grundlagen vorhanden gewesen sind. Die Polen hatten eine entsetzliche Luderwirtschaft getrieben, außerdem war die Wirtschaft des Warthegaues durch die Planung des sogenannten Industriedreiecks bei Sandomir in Galizien systematisch von Kapital und Maschinen entblößt worden. Immerhin: die Litzmannstädter Textilindustrie stellt ein Zehntel bis ein Achtel der gesamten großdeutschen Kapazität dar, und auch die Industrie der Steine und Erden ist bedeutend, obwohl auch sie von den Polen systematisch heruntergewirtschaftet war. Mit dem Anschluß an Großdeutschland ist neues Leben auch in der Industrie des Warthelandes* eingezogen.
Das Generalgouvernement umfaßt 110 000 Quadratkilometer mit rund 12 Millionen Polen, 2 Millionen Juden, 400 000 Ukrainern und 60—70 000 Deutschen. Deutsch ist jetzt die Amtssprache. Für die Juden ist ein besonderes Recht nach der Nürnberger Gesetzgebung erlassen und seit dem 27. Oktober 1939 der Arbeitszwang eingeführt worden. Nach einer früheren polnischen Statistik beherrschten die polnischen Juden 90 v. H. der Banken und 80 v. H. aller Industrieunternehmungen, 77 v. H. aller städtischen Grundstücke waren in ihrem Besitz. Zwei Drittel der polnischen Bauern, Handwerker und Beamten waren den Juden, die alle Darlehnskassen in Händen hatten, verschuldet Es war sehr schwer, in diesen Wirrwar einige Ordnung hineinzubringen, aber es ist gelungen. Zunächst wurde das Bauerntum von den polnischen Juden befreit, viele Landmaschinen kamen aus dem Reich, darunter nicht weniger als 1600 Drillmaschinen und 11000 Pflüge. Der Verbrauch an Mineraldünger hob sich in einem Jahr bei Kali um 250 v. H., bei Superphosphat um 100 und bei Stickstoff um 140 v. H. Die Industrie war standortmäßig sehr zersplittert und verfügte über eine unzureichende Rohstoffbasis. Nur Kohle wurde aus Ostoberschlesien in zureichenden Mengen eingeführt. Die Industrie umfaßt hauptsächlich Betriebe der Textil-, Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der Elektrotechnik und der Metallbearbeitung. Immerhin ist es möglich gewesen, wenigstens die notwendigsten Rohstoffe zu besorgen. Damit ist auch die Konsumkraft der Bevölkerung gewachsen. Durch die energische Inangriffnahme des Wegebaues werden die berüchtigten polnischen Straßen verbessert. Die Einführung eines straffen Genossen- schaftswesens unter arischer Führung war die Voraussetzung für Prvduktionssteigerung. Damit werden im Weichselraum jene wirtschaftlichen Grundbedin- gungen geschaffen, die nach der Planung der Reichsregierung auf dem gesamten Festland herrschen werden.
Schneidige Flieger mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Berlin. 16. Oktober. (DRV.Funkspruch.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dem INajor F a l ck. Hauptmann 7N a k r o ck i, Hauptmann Groth und Oberleutnant S t r e i b.
Major F a l ck ist als Kommodore eines Nachtjagdgeschwaders durch unbändige Einsatzfreudigkeit und ungestüme kämpferische Haltung seinen Besatzungen ' ein Vorbild, dem sie freudig nacheifern. Das Geschwader hat in der Dunkelheit trotz der Kürze feines Bestehens bereits 16 Luftsiege errungen. Diese Erfolge sind das Verdienst der starken, geschickten und entschlußfreudigen Führung durch den jungen Geschwaderkommodore, der selbst bereits achtmal Sieger im Luftkampf war.— Hauptmann M a k r o ck i hat mit seiner Zerstörergruppe in tapferem Draufgängertum 115 Luftsiege erringen können, zwei Sperrballone abgeschossen und 33 Flugzeuge am Boden zerstört. Der Gruppenkommandeur ist selbst neunmal Sieger im Lust- kampf gewesen, hat einen Sperrballon abgeschossen und neun Flugzeuge am Boden vernichtet. Im Tiefangriff gelang es der Gruppe, einen französischen Materialtransport in Brand zu schießen und eine motorisierte Kolonne aufzureiben. Mit aufopferndem Einsatz hat die Gruppe Bealeitschutz- aufträge für Kampf- und Stukaverbände sicher und zuverlässig durchgeführt. — Hauptmann Groth hat als Kommandeur einer Zerstörergruppe 12 Luftsiege errungen, er ist ein hervorragender Jagdflieger und hat sich als vorbildlicher Gruppenkom- manbeur bewährt. — Oberleutnant S t r e i b hat als Staffelkapitän 8 Luftsiege errungen, davon 7 in der Nacht, ein Beweis feines fliegerischen Könnens und feiner Einsatzfreudigkeit.
Phantasiesiege der RAF. an Churchills Kartentisch.
Berlin, 15. Oft (DNB.) Churchill macht es sich nicht leicht, die Verbrechen feiner Flieger an Krankenhäusern und reinen Wohnvierteln in Angriffe auf militärische Objekte umzulügen. Um zu beweisen, wie „präzis und minutiös" die RAF. ihre Ziele aufsucht, läßt er heute durch den Londoner Nachrichtendienst über den Ueberfall auf die Reichshauptftadt in der Nacht zum Dienstag folgenden Bericht Herausgebern „Die mächtige Gasanstalt in der Danziger Straße, vier oder fünf Kilometer vom Mittelpunkt der Stadt entfernt, wurde sehr schnell ausgemacht, Bombenabwurf rief mehrere Brände hervor, die sehr bald ausgedehnten Charakter annahmen. Einige Minuten später wurde der Güterbahnhof von Tempelhof in der Nähe des Berliner Hauptflughafens erkannt und von einem zweiten Flugzeug bombardiert, dessen Besatzung berichtet, daß sie nach dem Angriff eine riesige Feuersbrunst beobachtete, die fünf oder sechs Kilometer (!) weiter nördlich etwa In der
Abschied von Admiral von Troiha.
Feierlicher Staatsakt in Anwesenheit des Führers.
Berlin, 16. Oft. (DNB.) In Anwesenheit des Führers fand vor dem Ehrenmal Unter den Linden das Staatsbegräbnis für Admiral von Trotha statt. Zwischen dem Zeughaus und der Universität waren im offenen Viereck ein Ehrenbataillon der Kriegsmarine, gestellt vom Flottenflaggschiff „Gnei- fenau", ein Ehrenbataillon des Heeres, gestellt vom Wachregiment und der Heeresunteroffi^ierschule Potsdam, sowie zwei Batterien bespannter Artillerie angetreten. Eine Abordnung der Marine-Hiller- Iugend, deren Ehrenführer Admiral von Trotha mar, nahm die Rückseite des Platzes ein. Dor dem Ehrenmal, das von zwei mit dem Eisernen Kreuz geschmückten Pylonen flankiert war, hatten sechs Mahnen der alten Armee und sechs Fahnen der Kriegsmarine Aufstellung genommen. Der braune Eichensarg ist bedeckt mit der Reichskriegsflagge, auf der die Mütze des toten Admirals liegt. Seeoffiziere mit gezogenem Degen übernehmen die Ehrenwache. Zwei Offiziere mit den Ordenskissen treten an die Seite.
Die Truppe präsentiert. Der Führer ist gekommen. In seiner Begleitung Großadmiral Roeder, Generalfeldmarschall Keitel, Generalfeldmarschall Milch, Generaloberst Fromm, Reichsstatthalter Reichsleiter v. S ch i r a ch und Reichsjugendführer A x m a n n. Während das Musikkorvs den Trauermarsch von Beethoven spielt, tritt der Führer vor den Sarg. Großadmiral R a e d e r begibt sich dann an das Rednerpult, um dem Toten die letzten Grüße und den Dank der Kriegsmarine darzu- b ringen.
Der letzte Gruß der Kriegsmarine
Glaube und Treue, so sagte der Großadmiral, das waren die Symbole, die über dem ganzen Leben des Verblichenen als Richtschnur für fein Handeln und Denken gestanden haben. Sie haben die Herzen der Untergebenen und Vorgesetzten mit einem felsenfesten Vertrauen zu ihm erfüllt. Von frühester Kindheit an ist ihm derGlaubeanseinen Gottund sein Vaterland ins Herz gepflanzt worden. Den Glauben an Deutschland hat er auch nicht verloren, als mit dem Zusammenbruch tiefste Not und Verzweiflung über unser Volk hereinbrach. Diesem festen Glauben entspricht die Treue, mit der Admiral von Trotha die als richtig erkannten großen Ziele verfolgte. Am stärksten wohl ist die Treue zum Ausdruck gekommen gegenüber dem grundlegenden Gedanken und dem auf diese Gedanken gegründeten Werk des Großadmirals von T i r p i tz , ebenso wie gegenüber dessen großer Persönlichkeit. So machte er im Weltkriege mit größter Zähigkeit seinen Einfluß geltend, um die von Tirpitz geschmiedete Waffe, die Hochseeflotte, zum aktiven Einsatz gegen die überlegene Seemacht Englands zu bringen. Das gleiche gilt von dem Wirken des Admirals im Sinne des vollen Einsatzes der U-Boot-Waffe in den Jahren 1916/18. Getreu feinem Glauben an den von ihm nie bezweifelten Willen Deutschlands zum Wiederaufstieg, übernahm er 1919 in fast hoffnungsloser Lage das dornenvolle Amt des Chefs der Admiralität. Seinem Ruf zur Mitarbeit folgte eine große Zahl wertvoller Offiziere, fo daß er der Gründer des Offizierskorps der Reichsmarine und damit der heutigen Kriegsmarine wurde. Die gleiche Treue veranlaßte den Admiral dazu, in einer Zeit, in der nach dem Willen des Führers eine starke deutsche Seemacht neu erstehen sollte, die Führung des Reichsbundes deutscher Seegeltung zu übernehmen.
Der Glaube an Deutschland und feine Jugend war es, der den Admiral nach dem Kapp-Putsch dazu führte, sich der deutschen Jugend und ihrer
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Unser Bild zeigt den Augenblick, in dem der Sarg nach dem Staatsakt auf einer motorisierten Sa* fette den Platz vor dem Ehrenmal verläßt, um zur Beisetzung nach Berlin-Glienicke übergeführt zu werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
großen Not anzunehmen. Er erkannte den verhängnisvollen Sinn des Versailler Vertrages, der mit dem Verbot der allgemeinen Wehrpflicht zerstörend auf die deutsche Jugend wirken sollte. Aus dieser Erkenntnis heraus wollte Admiral von Trotha die Jugendarbeit neu formen und der Jugend die Schulung verschaffen, die der damalige" Staat chr nicht geben konnte; sie sollte gehorchen lernen, um später führen zu können. Wenn die revolutionäre nationalsozialistische Bewegung auch über die Form des Großdeutschen Iuaendbundes rücksichtslos hinweggehen mußte, so bedeutet es den Gipfelpunkt der Treue, wenn der Admiral nach der Gründung der geeinten nationalsozialistischen Hitler-Jugend sich in größter Uneigennützigkeit bereitfanb, das ihm angetragene Amt des Ehrenführers der Marine- Hitler-Jugend zu übernehmen, um in dieser fein Erziehungswerk fortzusetzen zum Besten des deutschen Volkes und feiner Jugend.
So liegt das Leden dieses Mannes vor uns, getragen von hohen Idealen und gekennzeichnet durch eine große Linie, die wir auf feiner ganzen Lebensbahn verfolgen könne: Glaube, Treue und Vertrauen. Wir alle, insbesondere aber die deutsche Kriegsmarine, sind ihm zu tiefftem Danke verpflichtet. Möge die deutsche Jugend, der er als
Vorgesetzter und Erzieher, als Mahner und üäter* lieber Freund sein Herz zugewandt hatte, möge das deutsche Volk, dem er seine Lebenskraft gewidmet und an dessen Größe und nie versagende Festigkeit er immer geglaubt, in ihm ein leuchtendes Vorbild sehen für selbstlose und treueste Pflichterfüllung im Dienst für Führer, Volk und Vaterland.
Der Großadmiral hat geendet. Die Trauerparade präsentiert, und unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legt der Führer einen herrlichen Kranz mit frischen Blumen am Sarge nieder. Einige Augenblicke verharrt er im stillen Gedenken. Unablässig donnern indessen die Schüsse des Trauersalutes. Die Musik geht über zum Yorckschen Marsch, unter dessen Klängen weitere Kranzniederlegungen vorgenommen werden durch den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, ferner für Reichsmarschall Göring* für den Oberbefehlshaber des Heeres, für den Stellvertreter des Führers und für die deutsche Jugend. Dann begibt sich der Führer zu den Angehörigen des Toten, um ihnen fein Beileid auszusprechen. Nachdem der Führer die Trauergemeinde verlassen hat, wird der Sarg auf die Lafette getragen und hinausgefahren nach Glienicke, wo Adolf von Trotha für immer ruhen soll.
Nähe der Gasanstalt in der Danziger Straße wütete. Andere Abteilungen der Angreifer richteten ihren Angriff auf militärische Ziele im Zentrum der Stadt. Auch über diesen Zielen wurden Bomben abgeworfen. Während einer Phase des Angriffes sah man gleichzeitig Feuersbrünste und Explosionen in den meisten Teilen des Zielraumes. Eine schwere Bombe traf unmittelbar einen Schienenweg am Lehrter Bahnhof, etwa 2 Kilometer (!) vom Brandenburger Tor entfernt."_
Der Berliner wird vergeblich nach den Zerstörungen am Gaswerk in der Danziger Straße suchen, ebensowenig wie sie am Güterbahnhof in Tempel- Hos ober auf dem Schienenwege am Lehrter Bahnhof festzustellen sind. Objekte, die irgendwie als militärisch anzusprechen sind, wurden von den britischen Einbrechern überhaupt nicht getroffen. Ziel ihrer Mordgier war bas Virchow-Krankenhaus und ausgesprochene Wohnviertel. Churchill glaubt burch genaue Ortsangaben bluffen zu können. Man staunt, baß die britischen Piloten, deren schlechtes Orientierungsvermögen ihnen bereits manche Blamage eingebracht hat, auf einmal ihre Bombenabwürfe sogar nach knappen Kilometerentfernungen abschätzltn. Selbst dem Einfältigsten wird dabei klar, daß die „Erfolge" der RAF., an Churchills grünem Tisch ausgeknobelt und genau nach der Karte abgezirkelt worden sind. Aber die Tatsachen reden eine härtere Sprache als die abgezirkeltsten Kartenlügen.
Churchills Kriegsziel.
„England kämpft, um diesen Krieg zu überleben."
Stockholm, 15. DFL (DNB.) Churchill hat vor dem Unterhaus am Dienstag einige Anfragen beantwortet. lieber Englands Kriegsziele eine amtliche Erklärung abzugeben, sei der Augenblick noch nicht gekommen, meinte er. Dann präzisierte er auf eine Ergänzungsfrage: ,Hch glaube nicht, daß hier irgend jemand der Meinung ist, wir führten diesen Krieg lediglich, um den Status quo beizubehalten. Aber wir kämpfen in diesem Kriege u. a. auch, um ihn zu überleben. Wenn die Welt erkannt hat, daß wir dazu imstande sind und wenn die Ueberzeugung, die wir in dieser Hinsicht hegen, Allgemeingut ge- worden ist, werden wir vesier in der Lage fein, eine Haltung einzunehmen, die zeigt, was wir anfangen, wenn der Sieg errungen ist. Diese Zurückhaltung des Ministerpräsidenten wurde, wie Reuter eraäm zend mitteilt, erneut mit Beifall begrüßt. Jedoch wurde Churchill noch ein drittel Mal interpelliert, was ihn zu der Schlußbemerkung veranlaßte: „Ich glaube, daß wir uns in große Gefahr begeben, wenn wir über diesen Punkt Erklärungen abgeben, die nicht mehr allgemeinen Charakters sind. So z. B. können wir keine Erklärung darüber abgeben, welche Haltung wir dem Feinde gegenüber einnehmen, sobald er geschlafen sein wird. Wir würden doch nur finden, daß über diesen Punkt die
verschiedenartigsten Auffassungen bestehen."
Wir Deutschen sind der Auffassung, daß für England der Augenblick tatsächlich wenig geeignet ist, über Kriegsziele zu debattieren. Andere Themen liegen doch wahrlich näher! Zum Beispiel was Churchill ganz richtig zugibt: Wie kann England überhaupt diesen Krieg überleben? Das ist d i e Lebensfrage für England, und es erübrigt sich völlig, die Haltung gegenüber dem „geschlagenen" Feind zu erörtern. Das sind Zukunftsillusionen, mit denen Herr Churchill angesichts der täglichen deutschen Vergeltungsschläge selbst in England keinen Hund mehr vor die Tür lockt!
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Die Londoner „Evening News" wirft der englischen Regierung Mangel'an Initiative vor: „Dem englischen Volk sind nun die Augen a u f g e g a n« gen, es hat erkannt, daß die Regierung gar
nicht in der Lage ist, die notwendige Anpassung an die Kriegszustände durchzuführen. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung entschließt sie sich, nur das Notwendigste zu tun, mit dem Erfolg, daß unter dem leidenden Volk eine dauernde Quelle der Unruhe und Unzufriedenheit künstlich erhalten wird. Die Londoner haben gezeigt, daß sie viel auszuhalten vermögen. Jedoch ist es vollkommen verkehrt, die Gefayren des kommenden Winters durch wortreiche Erklärungen mindern zu wollen. Die Menschen, die in den Luftschutzkellern schlafen müssen, sind immer müder und abgespannter und immer wieder müssen sie Horen, was von der Regierung alles n i ch t getan wurde." Churchill und die Plutokratenclique werden auch diese Klage des leidenden englischen Volkes überhören.
Erneuter Bombenangriff im Mittelmeer.
Englischer Kreuzer torpediert.
Italienischer Wehrmachtbericht.
Rom, 15. Oft (DRV.) Der italienische wehr- machtberlcht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
Die in den letzten See* und Luftgefechten bereits schwer getroffenen feindlichen Kriegsschiffe wurden im östlichen Tiliffelmeer erneut von unseren Fliegern angegriffen, die trotz der heftigen Flakabwehr und der von dem Flugzeugträger ausgestiegenen Jagdflieger beträchtliche Erfolge erzielten. Eines unserer Flugzeuge torpedierte einen feindlichen Kreuze r unter dem vordersten Geschühlurm. Aus einem Transportschiff wurde mit einer Bombe mittleren Kalibers ein Volltreffer erzielt. Weitere schwere auf den Schiffen entstandene Schäden werden zur Zeit durch die photographische Kontrolle sestgestellt
In Rordafrika belegten unsere Flugzeugstaffeln die englischen Lager von El Daba, Fuka, Waaten-Vagush und Seit Abu Smeit mit deutlichem Erfolg mit Bomben. Ein Flugzeug wurde am Boden zerstört Feindliche Patrouillen wurden südlich von Sibi Barani zurückgeschlagen.
Die feindliche Luftwaffe bombardierte von neuem Benghasi, wobei die Wohnviertel beim Hafen und im Zentrum der Stadt getroffen wurden. Unsere Jagdstaffeln und die prompt einsehende Boden- abwehr störten die feindliche Aktion. Kein Schaden an militärischen Zielen, dagegen beträchtlicher Schaden an acht Privathäusern: zwei Verwundete. Weitere Luftangriffe auf Vardia und Sollum
haben einen Verwundeten, aber keinen nennenswerten Schaden zur Folge gehabt
In O st a f r i k a bombardierten unsere Flleger im Tiefangriff die feindlichen Stellungen von IHonfe Rejan, von Otrnp und südlich von Euvra. Eines unserer Erkundungsflugzeuge, das über Aden von feindlichen Jägern angegriffen wurde, schoß ein Flugzeug vom Gloucester-Typ im Kampfe ab.
Englische Flugzeuge belegten Decamere mit Bomben; leichter Schaden und drei Verwundete. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Weitere feindliche Luftangriffe auf Burgavo, Saganeita, Senafe, El Uak, Gemma und Gura hatten weder Opfer, noch Schaden zur Folge.
Schwerbeschädigte englische Schiffe in Gibraltar eingelaufen.
Rom, 16. Ott (DNB. Funkspruch.) Die römische Presie meldet aus Algeciras, daß am Dienstag außer einem englischen Schlachtschiff und vier beschädigten Zerstörern im Hafen von Gibraltar auch ein Kreuzer mit starker Schlagseite eingelaufen sei. Die Zerstörer seien schwer beschädigt. Während des Ausschiffens der Toten und Verwundeten habe die Polizei die Hafenzone abgesperrt gehalten. Man glaubt, daß diese Einheiten dem englischen Flottenverband angehörten, der am Kampf mit den italienischen Seestreitkräften in den Gewässern von Malta teilgenommen habe. Unter den Toten befindet sich auch der Kommandant einer der Einheiten. Im Hafen von Gibraltar seien außerdem zwei Schlachtschiffe, zwei Kreu-


