Mittwoch, 1b. GktoberMo
i4v. Jahrgang Nr. 2^5
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Gietzemr Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Aus dem Gefechtsstand des Chefs der Luftflotte 2
danken geschaffen.
London wieder das Ziel schwerer Bomben
London sehnt sich nach schlechtem Wetter
Die Fülle der politischen und wirtschaftlichen Probleme ließ ihre Trennung und landschaftlich gesonderte Behandlung rötlich erscheinen. Zunächst wurde der Gau Wartheland als jüngster und größter aller deutschen Gaue aus der früheren Provinz Posen und aus früheren kongreßpolnischen Gebieten gebildet. Er umfaßt die Regierungsbezirke Posen, Hohensalza und Litzmannstadt (ftüher Lodz), also drei Regierungsbezirke, 38 Landkreise und 6 kreis- reie Städte. Di-e Umsiedlung der Balten- und anderer Ausländsdeutschen nach diesem Gau macht ihn zu einem Bollwerk des Deuschtums. Der Warthegau ist mit seinen 43 000 Quadratkilometer größer als Holland und agrarpolitisch von besonderer Bedeutung, denn in diesem Raume liegen fast 25 v. H. der Roggen - und 20 v. H. der Zuckerrüben-
Helten griffen ein Iruppenlager in Südengland aus niedrigster Höhe an. Die hier in Baracken und Unterkünften hervorgerufenen Brände waren auf dem Rückflug noch bis zur Mitte des Kanals zu beobachten. Auch Bahnanlagen in Süd- und Mittelengland wurden mit Bomben teilweise schwersten Kalibers belegt.
Der Feind flog, wie üblich, erst bei Dunkelheit nach D e n t f ch l a n d und in die besetzten G e - biete ein. Er begegnete dabei wirkungsvoller Abwehr durch Nachtjäger und Flakartillerie. Die abgeworfenen Bomben richteten geringen Sachschaden lediglich an nichtmililärischen Gebäuden und Anlagen an. Ebenso sind Verluste nur unter der Zivilbevölkerung eingetreten. Das Rudolf-Virchow- Krankenhaus in Berlin wurde in seinen ausgedehnten, durch das rote Kreuz gekennzeichneten Anlagen erneut durch eine Sprengbombe getroffen.
Besonders stark waren die Zerstörungen, die britische Bombenflugzeuge in den letzten Tagen in der französischen Hafenstadt Le Havre und auf holländischem Gebiet anrichteten. Zahlreiche Gebäude wurden durch Brände zerstört, so daß Teile der Zivilbevölkerung obdachlos wurden.
Der Gegner verlor gestern insgesamt 6 Flugzeuge, von denen 3 durch Nachtjäger abgeschossen wurden. Ein kleines Hafenschuhboot schoß an der
Generalfeldmarschall Kesselring (rechts mit Ritterkreuz), links vom Scherenfernrohr der Chef des Generalstabs der Luftflotte 2, Generalleutnant Speidel. — (Scherl-Bilderdienst- sArchw-RLM.-j M.)
Der Wehrmachtberichl vom Dienstag.
Berlin, 15.Oft. (DNV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Ein U-Boot vernichtete aus einem Geleitzug heraus zwei feindliche Tankdampfer von zusammen 20 000 BRT. und beschädigte einen weiteren Dampfer schwer. Ein zweites U-Boot versenkte das bewaffnete Handelsschiff „Devons hire" mit 11 275 BRT., ein drittes einen bewaffnetenhandetsdampfervon 4900 BRT.
Bei einem Vorstoß von Torpedobootsstreitkräften gegen die britische Kanalküste wurden vor einigen Tagen zwei feindliche U-Voot-3äger und zwei kleinere Handelsschiffe vernichtet und 40 Engländer gefangen eingebracht.
London wurde im Laufe des gestrigen Tages
gewisse „Elite" der Türkei zur gegebenen Zeit finden wird, wenn einmal die Geschichte das letzte ent- cheidende Wort gesprochen haben wird.
Natürlich hat es in der Türkei behördliche Schikanen gegen deutsche Einrichtungen gegeben, — das Haus verdeutschen Kolonie in Istanbul, die „Teutonia", wird gehörig bespitzelt, als Sitz der sagenhaften „5. Kolonne", wie es die phantasievolle Schreibweise der anglophllen türkischen Presse darstellt. Ein paar hundert deutsche Fachleute und Ausbilder haben ihre langjährige und bis dahin hochgeschätzte Tätigkeit aufgeben und das Land verlassen müssen. Zolizeibesuche in deutschen Clubs und Zeitungen, eine Reihe Verhaftungen unter Reichsdeutschen fanden statt, — häufig auf Grund von verleumderischen Anzeigen aus jüdischen Emigrantenkreisen.
Oer Krieg im türkischen Alltag
Von unserem WEB.-Äerichterstatier.
hatten.
In dieser Beziehung zeigt sich der türkische Alltag empfindlich vom Krieg beeinflußt, was hauptsächlich die kleinen Gehaltsempfänger, die Handwerker und Bauern zu spüren haben. Diesen Leuten ist es aber in den letzten Jahrzehnten ohnehin nicht glänzend gegangen, auf ihren Schultern ruhte die Last der friedlichen Aufbauarbeit, die nun unterbrochen ist. Es handelt sich für diese breiteste Schicht der Bevölkerung also „nur" darum, den Gürtel noch enger zu schnallen^und weitere Ab- striche bei den wenigen üblichen Daseinsfreuden zu vollziehen, die ihnen in ihrer bekannten Genügsamkeit vergönnt waren. Wer Geld hat oder Geld verdient, dem stehen noch immer gefüllte Lebensmittelauslagen, Kleidergeschäfte und auch Vergnü- gungslokale ohne Einschränkung zur Verfügung.
Auch der Luftschutz — sonst allenthalben im neutralen Europa eine zeitgemäße Erscheinung — macht in der Türkei wenig von sich reden. Mit vieler Mühe ist es gelungen, die Hausbesitzer der großen Städte zu zwingen, Kellerräume herzurichten oder in Gärten Schutzgräben auszuheben — der Sinn für die Zweckmäßigkeit solcher Vorkehrungen ist nur in geringem Maße Allgemeingut der Bevölkerung geworden. Man hat Luftschutztrupps ausgebildet, Sirenen aufgestellt — aber längst nicht so, wie es in anderen großen Städten Europas der Brauch ist. „
Den stärksten Spiegel der Kriegszeit Europas bietet in der Türkei die Presse. Sie war von Anfang an auf Krieg eingestellt, — auch heute halt sie in der Mehrzahl dem englischen Verbündeten die Stange und bemüht sich, das türkische Volk von der „Unbesiegbarkeit" Englands zu „überzeugen". Dabei ist gerade die Presse Hauptleidtragender des Krieges, denn der Mangel an Zei- tuffgspapier, das aus dem Ausland eingeführt wurde, ist immer schärfer geworden. Oft genug auch hat sich der türkische Rundfunk, der heute über 50 000 Hörer zählt, in den Dienst der Sache der „Alliierten" gestellt. Dieses kriegslusüge Gebaren der immerhin von Staat und Partei abhängigen Organe der öffentlichen Meinung stößt allerdings nicht immer aus rückhaltlose Zustimmung der Bevölkerung. Das türkische Volk ist trotz aller Verhetzung keineswegs auf Krieg gestimmt, sondern will Ruhe und Frieden haben. Cine Ausnahme macht dabei die sogenannte „Oberschicht der großen Städte, in denen, aus verschiedenen Gründen, die Deutschlandhetze am tiefiten Fuß gefaßt hat. Die westlich orientierte „gute Gesellschaft" und das verjudete Levantinertum bilden einen Kreis für sich, der allerdings mit dem großen Teil des türkischen Volkes nichts gemein hat. Fast ausschließlich aus diesem Kreis, ob er nun in Ankara oder in Istanbul zu Hause.ist, stammen Aeußerungen und Handlungen der Deutschfeindlichkeit, sei es nun in persönlicher oder auch in amtlicher Beziehung. Man soll allerdings diese Dinge in ihrer Bedeutung nicht überschätzen. Allenfalls erhebt sich die Frage, welchen Ausweg aus einer verfahrenen Situatton eine
stadt war so groß, daß die zur Verfügung stehenden Feuerwehrmannschaften nicht ausreichten, um die Brände schnell genug zu löschen. Selbst die Luftschutzwarte mußten, wie „Dagens Nyheter" mitteilt, die Posten von Feuerwehrleuten übernehmen und von Brand zu Brand ziehen, damit die Feuer schnell genug gelöscht werden konnten. Die Sprengwirkung der abgeworfenen Bomben war furchtbar. In einigen Straßen der Hauptstadt mußte die Heimwehr eingesetzt werden, um die Plünderung in Mitleidenschaft gezogener Geschäftshäuser zu verhüten. Die Anzahl dieser au solche Weise vernichteter Geschäfte soll beträchtlich jein. Die Angriffe gegen die Provinzzentren waren nicht weniger heftig. Eine Stadt i m Südosten Englands, deren Namen nicht genannt wird, erlitt besonders umfangreiche Schäden durch den Abwurf großer Sprengbomben. Die Zahl der Toten in London und den mittelenglischen Grafschaften ist höher als in den übrigen Gebieten. Genaue Ziffern liegen jedoch noch nicht
vor, da es bis zum Dienstagmorgen noch nicht möa- lich war, alle Trümmer zu beseitigen. Die Angriffe dauerten die ganze Nacht hindurch an und waren durch klares nächtliches Herbstwetter begünstigt. Wie der Berichterstatter von „Associated Preß" meldet, wurde das Gebiet von London a m Dienstag bis zum frühen Nachmittag fünfmal von deutschen Flugzeugwellen angegriffen. Das Londoner Luftsahrtministerimn gibt bekannt, daß am Dienstag bis 5 Uhr nachmittags 10 britische Jäger als vermißt gemeldet würden. Die Zahl der ab- geschossenen deutschen Flugzeuge glaubt das Luft- fahrtministerium mit 9 angeben zu können.
Auf Grund zahlreicher Erlebnisse telegraphierte die Londoner Vertreterin von „Allehanda" in den Morgenstunden des Dienstag noch aus einem Luftschutzkeller ihrem Blatt einen Bericht, der die Behauptungen der amtlichen britischen Stellen, daß die deutschen Angriffe in der Nacht zum Dienstag geringeren Umfang gehabt hätten, in vollem Maße widerlegt. „Ich schreibe diese Zeilen, während noch im Morgengrauen des Dienstag das anhaltendste Dröhnen von Bombenmaschinen, das ich je gehört habe, sich über London vernehmen läßt. Heulend schlagen immer noch hier und dort Bomben ein, und der Erdboden bebt von Kanonenfeuer. Londons schwer st e Bombennacht neigt sich zu Ende, ebenso wie der klare Mondenschein, in den die Stadt die Nacht hindurch gebadet lag, leise verbleicht. London sehnt sich wieder einmal nach schlechtem Wetter. Man hat noch niemals einen so herrlichen Herbst erlebt." Dor Mitternacht war es nach dem „2lllehanda"-Bericht nur wenige Minuten so ruhig, daß man sich auf die Straße wagen durfte. 500 Meter Weg zurückzulegen bedeutete anderthalb Stunden kriechen und springen von Schutzstellung zu Schutzstellung. Kaum war Luftalarm gegeben, da schlugen auch schon die ersten Bomben in Zentral- London ein. Das Tempo des Bombenabwurfes und vor allem die Dichte der Abwürfe hielt die ganze Nacht hindurch an. „Brände und wiederum Brände erhöhten nur noch die Wirkung des Mondenscheins. Ambulanzen und Feuerwehrautos sausten die ganze Nacht durch die Straßen. Selbst die mutigsten Taxichauffeure waren in die Luftschutzräume geflüchtet."
31 feindliche Flugzeuge abaeschossen.
Bombenangriffe in unverminderter Stärke fortgesetzt.
Berlin, 15.Oft (DNV.) Am Dienstag setzte die deutsche Luftwaffe ihre Bombenangriffe auf die britische Hauptstadt in unverminderter Starke fort Sie erzielte an mehreren Stellen starke Brand- und Gebäudeschäden. Den Angriffen stellten sich an verschiedenen Orten im Südosten Englands wie über London selbst 3 agdf Neger verbände der englischen Luftwaffe entgegen. Es kam zu heftigen Luftkampfen zwischen diesen und unseren Jagern, die den Weg unserer Kampfflieger nach London freikämpften. 3m Verlauf dieser Kampfhandlungen schossen unsere 3agdverbande 31 feindliche Flugzeuge ab, während sie selber nur fünf Maschinen verloren.
Stockholm, 15. Okt. (Europapreß.) Die deutschen Luftangriffe gegen England haben in der Nacht zum Dienstag den Umfana angenommen, rote ihn die englische Hauptstadt schon seit Sonntag abend erlebte. Aus Groß-London, aus den um London gelegenen Grafschaften, aus den mittelenglischen Grafschaften, aus dem Süden, dem Südosten und dem Südwesten des Landes sowie schließlich aus Wales treffen nach einer Darstellung des englischen Nachrichtendienstes Mitteilungen über umfangreiche Bombenabwürfe ein. Ueberoll wurden Brände entfacht. Industrieanlagen und Geschäftsgebäude wurden in Trümmer gelegt. Die Verkehrszentren, die Eisenbahnstrecken und Landsttaßen wurden besonders heftig angegriffen. Die Folgen müssen verheerend gewesen sein, denn die ausländischen Korrespondenten, soweit sie an europäische Blätter berichten, haben nicht die Möglichkeit gehabt, darüber Meldungen weitevzu- gcben. Die Zahl der entfachten Brände in Lon- don-Zenttal und in den Außenbezirken der Haupt-
Wirtschaftliche Neugestaltung im Osten.
Die wirtschaftliche Planung, die in Deutschland so gewaltige Erfolge zeittgte, hat auch die neuen Gebiete ergriffen. Wie dort gearbeitet wird, wird die Welt erst nach Friedensschluß voll erkennen. Vor allem der Osten wird aus der Verkommenheit und Sttaßenlosigkeit, aus dem Durcheinander von jüdisch-ausbeuterischem Kapitalismus, proletarischem Nihilismus und schmarotzender Paschawirtschaft Zug um Zug befreit, eine neue Ordnung, eine europäische Wirtschaftsform wird herbeige- ührt. Diese Umwandlung, diese Hinaufentwicklung )at zunächst die alten liebel radikal beseitigen müs- en, hat aber auch die Erziehung des östlichen Meuchen zu einem bewußten Träger der Produktion begonnen, und das ist bei der Lässigkeit und dem unvorstellbar geringen Kulturniveau der Polen eine Aufgabe, die zu den schwersten gehört, die einer modernen Wirtschaftsform gestellt ist. Denn erst müssen diesen grauen Massen Bedürfnisse anerzogen werden, ehe die Produktton in diesen Gebieten Urnen nachkommen und sich entfalten kann. Der polnische Bauer, der in seiner Erdhütte ohne Fußboden mit dem Vieh zusammenlebt, in Schmutz mb Verkommenheit dahinvegetiert und seinen Ver- tand durch Kartoffelfusel mordet, ist auch heute noch n seinem menschenunwürdigen Dasein befangen, und es ist nicht leicht, ihn daraus zu befreien. Allerdings, die Juden, die das Wirtschaftsleben im Generalgouvernement beherrschten und nur schacherten, sind jetzt durch die deutsche Obrigkeit zu körperlicher Aroeit gezwungen und aus ihren bisher herrschenden Stellungen geworfen worden. Damit ist eine Vorbedingung für den Durchbruch der neuen Ge-
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Istanbul, im Oktober 1940.
Wie sieht der türkische Alltag nach 13 Kriegsmonaten aus? Um gerecht zu sein, muß man zu- , geben, daß im äußeren Bild der Städte sich wenig geändert hat. Seit einigen Wochen treten allerdings Die Uniformen stärker in Erscheinung, als Zeichen, daß die Türkei allmählich gegen 700 000 Männer zum zeitweiligen Heeresdienst unter d i e Waffen gerufen hat. Es wurden Kraftwagen und Pferdefuhrwerke requiriert, aber noch verkehren die öffentlichen Verkehrsmittel in unbeschränktem Maße, wenn auch gewisse Einfchränckungen in der Zuteilung von flüjjigen Treibstoffen geplant sind. Schlimmer macht sich der Mangel an Ersatzteilen bei Kraftwagen und Traktoren, wie überhaupt in der ganzen Industrie, bemerkbar, als Folge der wirtschaftlichen Isolierung der Türkei vom deutschen Geschäft. Der Mangel an Fertigwaren und besttmmten ausländischen Rohstoffen tft groß. Medikamente, Zeitungspapier, Werkzeuge, elektrische Arttkel können nur noch mit großen Schwierigkeiten und tropfenweise beschafft werden, ebenso Eisen und Stahl und alle Arten Baumaterial. Aus England und Frankreich ko m m t kein Schiff mehr, die Amerikaner und die Skandinavier befahren auch nicht mehr das Mittel- meer. Offen ist nur noch der Weg über die Balkanbahn und über die Donau, also nach und von Groß- beutschland und der Weg über die UdSSR. Die Wirtschaft der Türkei weiß die überragende Bedeutung dieser Verkehrswege richttg einzuschätzen, die Außenpolitik versucht noch, sie zu übersehen.
Solcher Warenmangel begünstigt Wucher, Schleichhandel, Preistreiberei. Spät erst hat die Regierung burchgegriffen unb ihre Organe haben nun alle Hände voll zu tun. Zwei Jahre Verbannung nach einem entlegenen Ort Anatoliens sind meist die Quittung für allzu tüchtige Warenschieber, unter denen natürlich die Juden die führende Rolle spie- len. Kein Mangel herrscht an Lebensmitteln — bie Türkei ist eines der wenigen ßänber Europas, in benen weder fleischlose Tage eingeführt, noch Karten für bestimmte Lebensmittel ausgegeben wurden. Fleisch, Getreide, Zucker, Gemüse, Hüb senfrüchte, Milchprodukte, Eier werden wohl auch weiterhin in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Ausschlaggebend dabei ist allerdings, daß bie Ausfuhr dieser Agrarprodukte einen starken Rückgang aufweist, denn die Türkei ist von ihren Abnehmern des Westens abgeschnitten oder sie hat sich, wie es im Fall Großdeutschlands geschah, selbst davon ausgeschlossen. Trotz dieser Häufung der Agrargüter infolge mangelnder Ausfuhr sind d i e P r e i s e um rund 25 v. H. geftiegen, während auf der anderen Seite die gewaltigen Ausgaben für Landesverteidigung, Befestigungsarbeiten, Mobilmachungsmaßnahmen und Rüstungskäufe Steu^rerhöhungen von rund 25 v. H. im Gefolge
Inzwischen erfolgten einige Freisprüche, weil die türkischen Richter selbst einsahen, daß hier Ueber- greifer und Verleumdung gemeinsam am Werk waren.
Die Deutschen Istanbuls halten allen Anfeindungen zum Trotz zusammen, sie halten, oft unter großen wirtschaftlichen Opfern ihre Positionen, im Vertrauen auf die unausbleibliche Wandlung der Dinge zum Besseren. Fast jede Woche finden sie sich zusammen, um im geschlossenen Kreis im Film das gewaltige Geschehen unserer Zeit zu erleben. Deutsche Wochenschauen sind ja in türkischen Lichtspiel- Häusern nicht zugelassen, deutsche Spielfilme begegnen großen Schwierigkeiten. Gegenüber von Istanbul am Ufer des Marmara-Meers in Moda hat sich die Kolonie in eigener Arbeit einen Sportplatz geschaffen, wo man sich unter Landsleuten trifft. Es erscheint noch die deutsche Zeitung „Türkische Post", die, wenn sie auch unter dem starken Druck der türkischen Vorschriften steht, doch täglich in deutscher Sprache die neuesten Nachrichten bringt
mit Bomben schweren Kalibers belegt Die Wirkung der Tagesangriffe wurde durch Nachtangriffe weiter verstärkt 3m Raum zwischen hyde park und 3ndia-Docks entstanden nach schweren Explosionen und Stichflammen beiderseits der Themse große Feuersbrün sie, die rasch um sich griffen und durch ihre Rauchentwicklung die sonst gute Erdsicht erheblich erschwerten. Nördlich! Kavalküste ein feindliches Flugzeug ab Ein deut London zerstörten Volltreffer hallen und Unter- sches Flugzeug ging verloren, fünfte eines Flugplatzes. Andere Kampfflieger-Lin-! --------


