Ausgabe 
16.1.1940
 
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Nr. 13 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeigrr für Oberhessen)

Dienstag. ch.Zanuar 1940

Aus der Stadt Gießen. Das Leistungsbuch der Lugendgruppe

DasSteckenpferd".

im Deutschen Frauenwerk

des Kreises

, hat als erste

können es nicht verstehen, daß ein

Plötzlich hatte er's so

Die Mutter mußte er besten sagen, wie eine so wurde wie sie. die Achsel und rannte

Mann sich mit solchenSpielereien" abgibt. Ist das Sammeln wirklich eine Spielerei? Wenn wir Alt-

Unter Unbilden der Witterung haben im Winter mit am stärksten unsere treuen Vögel zu leiden, die nicht den weiten Flug nach dem warmen Süden antreten. Die heimischen Vögel sind uns aber nicht nur lieb, weil sie uns im Sommer durch ihren Ge­sang und ihr buntes Aussehen erfreuen, sondern sie sind auch überaus nützliche Tiere, deren Hilfe im Kampf gegen die Schädlinge wir uns erhalten müs­sen. So' hat ein bekannter Vogelschutzfachmann ein- inal ausgerechnet, daß ein einziges Meisenpärchen mit seiner Nachkommenschaft im Laufe eines Jahres etwa 120 Millionen Jnsekteneier oder 150 000 Rau­pen vertilgt, die gewichtsmäßig rund l1/» Zentner lebenden Insekten entsprechen.

Schon diese wenigen Zahlen sollten jeden Gärt­ner, Bauer und Forstmann dazu veranlassen, gerade jetzt dem Schutz der Vogelwelt erhöhte Aufmerk­samkeit zu schenken. Die aufgewendete Mühe wird vielfach entlohnt, wenn die in den Wintermonaten durchgeführten Tiere uns im Sommer die Schäd­linge weo^ressen. Neben der Aufstellung von Nist­höhlen ist die Fütterung her Vögel in den Winter­monaten von großer Bedeutung. Um jedoch einen wirklichen Nutzen zu erzielen, genügt nicht allein der gute Wille, sondern nur das Anbringen einer sachgemäßen Futteranlage. Die Hausfrau, die ge­legentlich ein paar erübrigte Brosamen auf die Straße schüttet, zeigt zwar damit ihr wohlmeinen­des Herz, aber für die Tier bedeutet das kaum mehr als eine einmalige Mahlzeit. Die lose verstreuten Krumen werden oft schnell wieder weggeweht oder vom Schnee zugedeckt.

Beim Einrichten zweckentsprechender Fütterungs- Gelegenheiten sind zwei Hauptforderungen einzu­halten: 1. Das Futter muß den Vögeln jederzeit in bester Beschaffenheit und besonders bei schroffem

hinter dem Kuchlfenster paßte, bis in das Halszapfl herauf das Herz pumperte.

Schnell machte das Dirndl die Gartentür auf und warf dabei einen ganz kleinen Blick gegen das Haus herüber, daß der Peter bald ausgerutscht wäre, so rasch bückte er sich. Aber flink war sein Kopf wieder am Fenster es hing ja ein Vorhang davor, und er mußte doch schauen, wie die Dirndl das Hindernis nahmen, das er ihnen nach dem Rat der Mutter'in'den Weg gelegt hatte.

Jetzt jetzt sah sie den Rechen, den er ein paar Minuten vorher querüber den schmalen Pfad ge­worfen hatte. Sie stutzte, aber dann ging ein klei­nes, schelmisches Lächeln über ihr Gesicht sie lupfte mit der Hand ein wenig den Rock auf, daß er einen Augenblick die festen und strammen Waden sah, und hüpfte mit einem kleinen, leichten Sprung darüber. Flink verschwand sie in der Haustür.

zu diesem Zweck von Kindern gesammelt werden können. Auch Aepfel- und Birnenkerne, sowie für Weichfresser angefaultes Obst und Mohrrüben kön­nen verfüttert werden, doch verwende man weder Brot noch Kartoffeln, da diese leicht sauer werden und dann gesundheitlich schädlich sind. Die Aus- tellung einer Dogeltränke im Winter ist überflüssig, die Vögel finden genügend Gelegenheit, ihren Durst zu stillen.

ter, die in unzähligen Sprossen zum bunten Phan­tasiehimmel führt, sie sind die Flügel, die den Men­schen hinaustragen aus dem Alltag, hinein in ihre geliebte Sonntagsstimmung. Was wäre das Leben ohne diese Steckenpferde? Die Liebhabereien erheben uns nach den Geschäftsstunden, nach der Arbeit am Schreibtisch in lichtere Höhen. Sie führen uns über die Werkstatt, die Fabrik hinaus in das Reich der Phantasie.

Wir kennen Briefmarkensammler, die neben ihrer großen Sammlung ein kleines vergriffenes Schul­heft hoch in Ehren halten. Damit haben sie einst am gefangen als Sextaner. Sie zeichneten selbst die Fel­der für die Marken ein. Von Tag zu Tag ver­größerte sich die Sammlung. Aus dem Spiel wurde Ernst. Und heute? Hast du schon einmal einem eifri­gen Briefmarkensammler zugeschaut, wenn er sein Album hervorholt und seine Schätze zeigt? Wie er sie sorgfältig und gewissenhaft Blatt für Blatt be­handelt? Er, der im Leben manchmal wenig Rück­sicht auf seine Mitmenschen nimmt, hier bei den Marken ist er der liebevollste und zartfühlendste Mensch.

Eine Schattenseite hat freilich jede Liebhaberei. Wenn sie nämlich das Leben ganz ausfüllt, wenn sie zum Lebensziel wird, wenn jemand vor lauter Sammelwut alles andere vergißt! Das Sammeln aus Liebhaberei soll so ein kleines Nebenziel im menschlichen Getriebe sein, etwa so, wie ein lauschi­ger Waldweg, der seillich vom lebhaften Treiben der Straße hineinführt in das grüne Laubdach und in einem stillen Winkel endet, in einen Winkel, in den man sich flüchtet, wenn einem das Leben zu bunt wird.

Jeder Mensch hat eineschwache" Seite. Aber die Liebhäberei, die Sammelwut, das Steckenpferd, das alles ist ja meistens gar feine schwache, sondern eine starke Seite: denn erst durch die eifrige Sammel­tätigkeit und das Sichversenken in irgendeinen Zweig des menschlichen Interesses, sei es nun ein Teil der Technik, der Kunst oder der Natur, das ist ja schließlich Nebensache, wird der Steckenpferdreiter so sicher und stark in seinemFach".

Der Tag der Briefmarke hat wieder einmal daran erinnert, daß es unzählige Menschen gibt, die sich

meister Goethe, der selber sehr viel zusammentrug, hören, dann stimmt das nicht ganz, denn er sagt: Sammler sind glückliche Menschen."

Und es ist wirklich so. Schauen wir doch solchen Sammlern einmal in ihren Mußestunden zu! Da sitzen sie und betrachten ihre Schätze, ordnen, än­dern die Reihenfolge, ihre besonderen Lieblinge aber nehmen sie in die Hand und freuen sich daran. Der Alltag ist ihnen verschwunden und die Klein­arbeit, die mit der Sammlung verbunden ist, er­möglich es, vollständig auszuspannen und sich zu erholen. Es kommt dabei gar nicht darauf an, wel­cher Art der Sammlung sich ein Mensch hingibt. Eigentlich wird alles gesammelt, was nicht niet- und nagelfest ist, und es gäbe eine lange ßifte, wenn wir alles aufzählen wollten.

Es sind doch komische Käuze, die Sammler, meint unser Nachbar. Was haben sie eigentlich von den 'kleinen Bildchen, den Briefmarken? Ja, wenn es Münzen sind, das ist schon eher etwas. Aber da sam­meln einige Autogramme, andere alte Bücher, wie­der andere alte Pfeifen usw. Das kann ich nicht verstehen. Das ist Spielerei und hält die Leute von ernster Arbeit ab.

Der Mann hat unrecht. Liebhabereien sind weder Spiel, noch Ernst. Sie beginnen wohl im Spiel, münden aber im Ernst. Sie sind wie eine hohe Lei-

sich an den Kopf, daß ihm nicht früher eingefallen war: fragen. Die konnte ihm am ausschauen mußte, die dann

Er nahm die Füße über

im Gau alle Bedingungen zum Erwerb des Lei- stungsbuches erfüllt. Dies veranlaßt uns, einmal

auf. , ,,

Nur gut, daß die Mutter auch an eine solche Möglichkeit dachte und den Kaffeetisch hinten in der Stubenecke gedeckt hatte. So konnte er schnell aus dem Fenster schlüpfen und die Falle wieder Her­richten. v . . ,.

Gerade kauerte er schweratmend wieder hinter dem Vorhang, als die dritte in Sicht kam, die Liesl. Aber die gefiel ihm schon gar nicht sie hotte sich nur einen sauberen Schurz über das schlichte Werk­tagskleid gebunden, so als ob sie grab auf em Sprüngl Zeit hätte. Und im Arm trug sie das Ar- beitskö'rbl, das er ihr einmal geschenkt hatte, weil Jie so gern strickte und häkelte. Sicher hat sie auch ! heute wieder einen dicken Strickstrumpf mitgenom­men. Sie schaute gar nicht auf an der Gartentür. Klinkte sie nur sorgsam wieder hinter sich zu und schritt mit gesenktem Blick den Weg daher. Der

er an einer Sache herumsvintisieren, ein paar i Jahre, wenn's sein muhte, aoer sobald es bei ihm einmal eingeschlagen hatte na, dann hat es eben eingeschlagen!

Was er mit der Mutter beredete und was sie ihm für einen Rat gab, das sollte nicht lang Ge­heimnis bleiben. Denn jchon am nächsten Sonntag trippelten drei Dirndl gegen den Stieglerhof hinaus.

Die drei wußten freilich nichts voneinander, und Peter war selber am gespanntesten, welche als erste kam, oder ob sie sich am Ende gar auf dem Weg trafen. Zu einer Schale Kaffee bei feiner Mutter hatte er sie mit dem unschuldigsten Gesicht eingela­den, aber die Dirndl hatten alle drei ein kleines Zwinkern in den Augen bekommen. Daß dies ein verstehendes Lachen war, braucht wohl nicht eigens erwähnt zu werden.

Als erste kam die Burgl. Sie hatte sich das seidene Rosentüchl umgebunden, das ihr der Peter beim letzten Kirchgang geschenkt hatte, und war so fein beisammen in chrer Tracht, daß dem Peter, der

zürnenden mußte.

Grüß di Gott, Burgl!"

Es soll nicht verschwiegen werden, daß auch der Peter noch eine herzhafte Probe zu bestehen hatte. Die Mutter, die zuerst auch zum Fenster hinaus- geschaut hatte, wollte es nämlich ganz genau wissen, warum er grab die wählte, die über die Arbeit weg­gesprungen war.

O mei", lachte er ein wenig verlegen,i hab mir halt denkt, wenn's oane so eilig hat, zu an Buabn zu femmen, nachdem kann bös für ihn nit ganz die Unrechte sein!"

Und es war auch nicht die Unrechte. Sie hat ihn richtig gern gehabt, den Peter, und hat darum auch tüchtig geschafft und gesorgt für ihn.

Sogar der Mutter ist es mit der Zeit lächelnd aufgegangen, daß die Burgl die Dirndlprobe am besten bestanden hatte.

Ja, ja", nickte sie,zum Heiratn ghört vor allem die Liad dazua. Der da obn hat schon gwußt, warum er uns a Herz mitgebn hat auf die Wett!"

Der Bries.

Von Ludwig Zinckh.

Es gibt nicht mehr viele Menschen, die noch einen klaren, schönen Brief von Hand schreiben können. Man schreibt heute zu klein und unleserlich. Auch ich habe jahrelang gesündigt, weil meine ursprünglich gute Handschrift auf der hohen Schule durch Schnell- fchreiben verdorben wurde. Ich nahm meine Zu­flucht zur Schreibmaschine, die immer geduldig und gleichmütig roiebergibt, auch wenn der Schreiber in Zorn, Schmerz und Ueberschwang draufhaut.

Dennoch ist mir ein klarer, handgeschriebener Brief lieb und wert, ich kenne nur zwei Manner, die noch so schreiben. Solch ein Brief ist wie ein schönes Bild, und eine Freude. Natürlich muß er deutsch sein. Latein erregt auf den ersten Blick Un- lustgefühl, ist auch schwerer zu lesen für kurzsichtige Augen.

Frauen schreiben häufig lateinisch, Hausfrauen pflegen noch am Rande des Briefs und der Post­karte im Viereck, womöglich herumzuschreiben. Denn es fiel ihnen grade noch etwas ein, und noch etwas. Das sieht schlecht aus, ist auch eine Rücksichtslosig­keit gegen den Empfänger, der nun mühsam zusam­mensuchen muß, wo es weiter geht, oben, unten, rechts und links. Rücksichtslos ist jede schlechte Hand- fchrift, sie schädigt die Augen des Lesers.

Die Briefkultur unserer Altoorbern ist uns ab­handen gekommen. Man sage nicht, man habe keine Zeit mehr dazu. Eben jene zwei Männer, die noch so saubere Briefe schreiben, sind unmäßig über- lastet. .

Ein guter Brief muß kurz und wesentlich sein, ohne alles Beiwerk, er muß auf allen Seiten einen weißen Rand haben und wie ein Bild wirken, Spiegelbild des Briefschreibers. Und er muß in deutschen Buchstaben gehalten fein, selbst in der Unterschrift. Latein galt bis vor einigen Jahren alsgebildet": dann kam in den Schulen die Sut- terlinschrift auf, zwar ein Fortschritt, deutsch, aber zu steil und zwangsmähig, gekünstelt. Heute wird die deutsche Rudolf-Koch-Schrift geübt, auch bei der Hitler-Juaend, und deutsch zu schreiben ist das Vor­recht der'Gebildeten. Denn wir sind Deutsche nach Blut und Geist.

Es braucht freilich seine Zett, bis es sich herum- gesprochen hat im Reich. Dor kurzem war td) auf dem Berg Witthoh im Hegau, und weil im Gast­haus Windegg viele Freunde waren, so gab es viel zu unterschreiben. Ein dreizehnjähriges Mädchen bringt mir seine Postkarte.Ja Kind , sage ich, woher bist du denn? du schreibst ja lateinisch! Ich kann bloß deutsch schreiben."

Da sieht mich das Mädel verzeihend an und spricht ' die tröstenden Worte:D das macht nix!"

durch die Wiesen heimzu. Plötzlich hatte er's so eilig, ein Dimbl zu kriegen, daß er schier ins Schwitzen kam. So hatte er's immer erst konnte

mit dem Sammeln von Briefmarken beschäftigen. Gfs. Die Juaendgruppenführerin Eg ist ihr Steckenpferd, und viele Volksgenossen Wetterau, Frl. Ria R 0 sensch 0 n , vernünftiger ' rriht fUt das

Ja, Himmelbirnbaum noch einmal er schlug ...... diese einfache Lösung

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Wehrwissenschaftliche Vorträge der Ludwigs-Uni­versität: 20 Uhr im Großen Hörsaal der Universität, Professor Dr. W i l l e k e überHauptprobleme der Kriegswirtschaft". Stadttheater: 20 bis 23 Uhr Die Fledermaus". Gloria-Palast, Seltersweg: ',Wir tanzen um die Wett". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Anton der Letzte". Oberheisi- scher Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung ittt Foyer des Stadtthectters.

Sladtthcater Gießen.

Heute abend kommt die klassische OperetteDio Fledermaus" von Johann Strauß in der Neuein­studierung von Harry Grüneke zur ersten Auffüh­rung. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Ehöre: Richard Boeck, Tänze: Thea Maaß. Es wir­ken mit: Irene Duill, Eva Eckert, Friedel Fornallaz, Anneliese Garbe, Fritz Böhlig, Lustao Brunn Hein­rich Durst, Harry Grüneke, Ottmar Mayr, Christoph Rouland, Gerhard Reuter, Hans Albert Schewe. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 15. Vorstel­lung der Dienstag-Miete statt.

Oie Betreuung der Opfer des Welt­krieges und der jungen Wehrmacht.

Sm Mifenpaar vertilgt 150000 Raupen

Schützt unsere Böget im Winter!

Die P f l i ch t e n , die für das Leistungsbuch erfüllt werden müssen, sind folgende: . -- -----, ~

Der Besuch aller Kurse des Mütterdienstes, die auf Grund der erfüllten Pflichtleistungen und des

Ableistung einer sanitären Kurzausbildung beim | Erwerbs des Reichssportabzeichens.

Witterungswechsel, wie Wirbelschnee, Rauhreif, Re­gen und Glatteis zugänglich bleiben. 2. Das Futter darf nicht verlorengehen ober verderben, fonbem muß bis zum letzten Rest ausschließlich den Vögeln zugute kommen. Aus biefen Sätzen ergibt sich eigent­lich alles Nähere. Das Futter muß durch ein Dach geschützt werden, das an allen Seiten bis zur Höhe des Futtertisches herabreicht. In landwirtschaftlichen Betrieben, Siedlungen usw. wird sich ein derartiger Futterplatz leicht unter einem Scheunen- oder Schuppendach, in einer Unterfahrt oder dergleichen schaffen lassen. In Kleingärten kommt vielfach eine Laube, in einer Stadtwohnung ein Balkon oder eine Veranda in Frage.

Wo solche natürlichen Futterstellen nicht vorhan­den sind, müssen wir entsprechende Futtergeräte zur Aufstellung oder zum Aushang bringen. Die meisten dieser Winterfutterapparate kann man sich leicht selbst bauen, wozu jeder Tierschutzverein gerne Aus­kunft und Anleitung gibt. Sehr einfach und beliebt sind die Meisenfutterglöckchen, die Fetttinge sowie die Futterkrippen, die an jeder Wand oder auch vor dem Fenster aufgehängt werden können. Einen größeren Futtervorrat, der regelmäßiges Nachfüllen erspart, können die automatischen Futterkästen auf­nehmen, und zum Aufstellen im Freien gibt es bann bie verschiedenen Futterhäuser, wobei man bie Spatzen durch entsprechende Bekämpfungsmaßnah­men vertreiben muß.

Als Futter kommen Hanf, Sonnenblumen-, Gur­ken- und Kürbiskerne, Mohn und Leinsamen in Frage. Wo einzelne dieser Sämereien nicht zu haben sind, finden sich genug Ersatzfuttermittel, um alle Vögel hinreichend zu füttern. Gern gefressen werden Beeren von Eberesche, Holunder, Weißdorn, ferner Königskerzen-, Wegerich- und Distelsamen, die

Rechen! Sie blieb stehen, bückte sich und hob ihn auf. Dann trug sie ihn zur Wand und lehnte ihn neben die Haustür, wohin er gehörte.

Die ist's, sagte sich der Peter drin in der Kuchl. Die sieht bie Arbeit und bückt sich brum. Ja, die Liesl ist die richtige, sagte er sich noch einmal, wäh­rend er sich langsam umdrehte, um in die Stube zu gehen. Bloß sein Gesicht, das blieb seltsam sauer und wollte gar nicht lachen.

An der Stubentür blieb er nochmals stehen. Aber bann schnaufte er entschlossen auf und trat über die Schwelle.

Da saßen nun die drei Dirndln mit seiner Mut­ter um den Tisch herum. Sie wußten alle drei nicht, was sie eigentlich denken oder tun sollten. Die Liesl hatte richtig ihr Strickzeug in den Händen und wendete keinen Blick davon ab. Die Annemarie kaute heftig an dem Guglhupf, man sah es ihr nur zu gut an, was für eine Wut sie hatte am liebsten äße sie wohl den ganzen Guglhupf in sich hinein. Nur die Burgl schaute ihm entgegen mit ihren kirschdunklen Augen. Zorn blitzte bann, doch zugleich auch eine leise schimmernde Traurigkeit.

Wortlos stand er jetzt, der Peter, und in seinem Leib drehte sich das Herz herum. Ja, man hat's gar nicht leicht, auch wenn der Verstand schon ent­schieden hat.

Die Mutter nickte gegen die strumpfsttickenbe Liesl hin also ihr gefiel die am besten. Er machte einen kurzen Schritt auf den Tisch zu. Welcher er nun zuerst die Hand gab, die sollte sie sein Lebtag haben, so war es ausgemacht.

Aber im allerletzten Moment, als er schon den Mund auftun wollte zum Gruß, gab es ihm inner­lich einen so heftigen Ruck, daß er sich der Burgl

Wir sehen, die Anforderungen sind keine geringen, aber zu gleicher Zeit ist festzustellen/ welch unge­heure Ertüchtigung des jungen Menschen durch Er­füllung der geforderten Leistungen geschehen ist.

Leider sind durch die Zeitumstände viele Anläufe zum Leistungsbuch in den Anfängen ober in. der Mitte steckengeblieben. Es wäre sehr bedauerlich, wenn die schon geleistete Arbeit umsonst fein sollte. Die jungen Mädchen der Jugend gruppen sollten sich durch das Zeitgeschehen nicht abhatten lassen, den angefaugenen Weg zu Ende zu gehen. Leistungen bei der NSV., Bahnhofsbienst, Nachbarschaftshilfe ufw. können fchon auf das Leistunysbuch ange­rechnet werden. Der Ansporn zur Ertüchtigung soll gerade in jetziger Zeit ganz groß sein, beim Deuts ch- lanbs Zukunft ruht ja ganz auf den Schultern der Heranwachsenden Jugend.

Das Leistungsbuch von Fräulein R 0 s e n s ch 0 n , | das die Reichs-Nummer 103 trägt, ist ausgestellt

Die ist's nicht, stellte Peter hinter seinem Kuchl­fenster schweratmend fest. Wenn ein Dimbl so leicht­fertig über die Arbeit wegspringt, das kann nie eine richtige Bäuerin geben so hatte ihm die Mutter zur Anleitung gesagt. Aber gspaßig, sein Herz pumperte trotzdem weiter.

Es dauerte nicht lange, da kam die zweite, die Annemarie, daher. Doch die gefiel dem Peter lang nicht so gut. Sie war zwar auch festtäglich gekleidet und hatte den blauen Schurz umgebunben, den er ihr vor einem Jahr geschenkt hatte, aber wie sie bie Gartentür aufschlug und ohne alle Umschweife auf das Haus losschritt, darin war etwas, was ihm gar nicht paßte. Achtung der Rechen! Sie zögerte keinen Augenblick, sondern gab ihm einen Tritt, daß er im Bogen zur Seite flog. Oi weh, dachte Peter und langte im Geist nach seinem Hosenboden.

Nein, die mars auch nicht. Wenn eine der Ar- | beit einen Tritt gibt das kann ja nie und nimmer eine gute Bäuerin fein! Als er zu diesem Schluß gekommen war, schnaufte Peter aus Herzensgrund

NSG. Es erweist sich als notwendig, bie Bevöl­kerung erneut darauf hinzuweisen, daß bie Be­treuung der Opfer des Weltkrieges sowohl, als auch der jungen Wehrmacht laut einer gemeinsamen Ver­fügung des Stellvertreters des Führers und des Oberkommandos der Wehrmacht von der National- sozialistischen Kriegsopserversorgung (NSKOD.) und dem Reichstreubund ausgeübt wird.

Die NSKOD. betreut nach wie vor sämtliche Opfer des Weltkrieges, also bie Kriegsbeschädigten, Kriegerwitwen, -waisen und -eitern und weiter­hin die Opfer des gegenwärtigen Einsatzes, soweit es sich nicht um Berufssoldaten oder bereu An­gehörige handelt. Für letztere ist der Reichstreubund allein zuständig. __ .

Die von der Partei geführte NSKOD. hat ihre Beratungsstellen bis in die kleinsten Orte des Groß° deutschen Reiches verzweigt und erteilt jedem Volks­genossen bereitwillig Rat und Hilfe. Man wird sich demnach in allen Fällen, soweit es sich nicht um Angelegenheiten von Berufssoldaten handelt, an den jeweiligen Amtswalter des Amtes für Kriegs­opfer wenden, der mit der Leitung der Kamerad­schaft bzw. Abteilung der NSKOD. beauftragt tft. Andere Stellen zur Beratung und Betreuung gibt es nicht. , M

Auskunft über Unterhaltsfragen erteilen die dafür eingerichteten Stellen der Komnmnalverwaltung.

Für Feststellung von Vermißten, Verbleib vost Gefangenen und Briefwechsel mit letzteren tft das Rote Kreuz zuständig.

Wieder zwei Brände.

Nach den drei Bränden am Wochenende, über die wir gestern berichteten, mußte unsere Feuerwache am Anfang dieser Woche schon wieder zur Be­kämpfung zweier Brände ausrürfen.

Am gestrigen Montag, gegen Abend, um 17.41 Uhr, ging ein Alarmruf auf der Feuerwache ein, burd) ben die Feuerwehr zum Hotel Schütz in der Bahnhofstraße gerufen mürbe, wo im Bügelraum infolge eines nicht genügend gesicherten brennenden Bügeleisens ein Teil der Bügelwäsche in Brand

Nie Nirndlprobe.

Von Max Kammerlander.

Wie das wohl bei allen Junggesellen mindestens einmal im Leben so ist, dachte auch der Stiegler- Peter heftig ans Heiraten. Er hatte einen sauberen Hof ein kleines Stück! vor dem Dorf, sechs Kühe und zwei Schweindln im Stall und hätte also schon auch noch eine Bäurin brauchen können.

Aber die Sache hatte einen Haken. Nein, drei Haken hatte sie. Der eine hieß Liesl, der zweite Burgl, der dritte Annemarie. Bei welchem Haken sollte er jetzt anbeißen? Die ganze Heiraterei kam dem Peter manchmal wie ein Fischfang vor. Nur daß in diesem Fall er der Fisch war, der anbeißen sollte.

Wenn man schon anbeißen und einen Haken schlucken soll, dann muß man vorher doppelt, nein dreifach vorsichtig fein. Nett waren sie alle drei, die Liesl war blond, die Burgl braun und die Anne­marie schwarz aber leider konnte er nicht in sie hineinschauen, wie sie inwendig waren. Er hätte halt soviel gern gehabt, daß sie seiner Mutter glichen, die eine Bäuerin war, herzensgut und den ganzen Tag bei der Arbeit.

Deutschen Roten Kreuz, praktische Hilfsarbeit im Dienst an der deutschen Mutter und ihren Kindern und damit die Entlastung der überbeanspruchten Kräfte auf den Gebieten der Wohlfahrtspflege und Gesundheitsführung.

Nebenbei sollen aber noch freiwillige Lei­stungen erfüllt werben. Diese sind: Regelmäßige sportliche Ertüchtigung und Durchbildung des Kör­pers, Ausbildung zur Schwesternhelferin im Roten Kreuz, Besuch der Ausbaukurse der Abteilung Volks­wirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk, Ausbildung im Luftschutz.

näher auf das Buch einzugehen.

Auf der ersten Seite des Buches stehen Die Worte von Frau Scholtz-Klink:

Unser Bekenntnis.

Klar in allen Lebensäußerungen zu unserer uns durch Gott gegebenen Volksart zu stehen, das Beste aus uns herauszuholen und uns den Kampf mit uns selbst weder leicht zu machen noch billige Siege zu erringen,

dazu wollen wir einander helfen wie gute Geschwister, die einer Mutter Kind sind und die wissen, daß sie nur eine gemeinsame Ehre haben.

Das Leistungsbuch muß auch vor Aushändigung von Frau Scholtz-Klink unterzeichnet sein. Die Er­werbung des Leistungsbuches soll für alle Mit­glieder der Jugend grupp en ein Ansporn sein, auf der Grundlage nationalsozialistischer Weltanschau­ung alle Kräfte, vor allem die mütterlichen, in sich wecken zu lassen, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, um sich mit ben erworbenen Kenntnissen in den un­mittelbaren Dienst des Volkes zu stellen.