Ausgabe 
16.1.1940
 
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Dienstag, lb.Zanuar 1940

PO. Mrgang

Ur. 15 Erstes Matt

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rembem Land weilenden Menschen ein Stück Hei­mat ans den Tisch gezaubert worden. Neben der außerordentlichen Uebermittlung von Paketen befaßt ich eine weitere Abteilung mit der Uebermittlung von Geldern, die ihr für Gefangene, Internierte oder Evakuierte anvertraut werden.

So groß der Apparat des Internationalen Rotem Kreuz-Komitees, das mit den allerbescheidensten Mitteln arbeitet, auch ist, so übersichtlich ist seine Arbeit, die vom menschlichen Standpunkt aus gar nicht hoch genug gewertet werden kann.

Berlin, 15. Jan. (DRV.) Die niederländische Regierung hat beschlossen, vorläufig keine pe­riodischen Urlaube zu gewähren. Auch das belgische Verleidigungsminislerium gab bekannt, daß sämtliche militärischen Urlauber unverzüglich zu ihren Einheiten zurückkehren mühten.

Wie man übereinstimmend aus gut unterrichte­ten Kreisen in Amsterdam und Brüssel hierzu er­fährt, haben die englische und die franzö­sische Regierung in Amsterdam und Brüssel Informationen souffliert, die die hol­ländische und die belgische Regierung zu den von ihnen durchgesührlen Maßnahmen veranlassen soll­ten. Man habe den Eindruck, daß sich auf franzö- sischer Seite infolge des Drucks aus gewissen Krei­sen eine ftärkere Neigung zu einer leb­hafteren Kriegstätigkeit durchgeseht hat. Angesichts der Unmöglichkeli, an der Maginot- l i n i e aktiv zu werden, möchte man deshalb jetzt Deutschland in Belgien und Holland provozieren.

Zwei britische tl-Doote vernichtet.

Berlin, 16. Jan. (DNV.-Aunkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

Die britischen U-BooteStarfish" und21 n - bi ne wurden durch deutsche Abwehrmahnahmen in der deutschen Bucht vernichtet. Ein Teil der Besatzungen wurde gerettet.

am Sonnlagnachmittag in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. im Adolf-Hitler-Haus zu einer Arbeitstagung. Der (Bauleiter gab ihnen hierbei Anweisungen für den notwendigen zukünftigen Einsatz. Alle in den letzten Wochen auf- g^refenen volksführenden Fragen wurden einer eingehenden Überprüfung unterzogen und erfuhren zu ihrer weiteren Bearbeitung die entscheidende Stellungnahme der Partei.

Die Adolf-Hitler-Preise für Motor- und Segelflug.

Berlin, 15.Januar. (DNB.) Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Ge­neraloberst Milch, überreichte im Beisein des Korpsführers des NSFK., General ber Flieger Christiansen, die vom Führer für die besten flugsportlichsn Leistungen gestifteten Adolf-Hitler- Preise für Motor- und Segelflug. Der Preis für Motorflug wurde Oberleutnant Pulkowskl für seinen als Weltrekordflug anerkannten Ohnehall- flug BengasiGaya (6400 km) zugesprochen. Zwei­ter Preisträger ist Oberleutnant I e n n e t t, der Den Rckordflug als Begleiter mitflog. Der Preis für Segelflug wurde dem NSFK.-Oberfturmfuhrer Z i l l e r für feine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Höhenfluges zugesprochen. Ziller stellte u. a. den internationalen Höhenrekord für doppelsitzige Segelflugzeuge mit einer absoluten Höhe von 4976 m und den gleichen Rekord für ein­sitzige Segelflugzeuge mit einer Hohe von 8550 m auf. Zweiter Preisträger ist NSFK.-Hauptsturm- führer B r ä u t i g a m, der besondere Leistungen auf dem Gebiete des Streckenfluges mit Flügen von über 500 km Länge aufzuweisen hat.

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pluiokratie und Labourpartei einig im Bernichtungswitten.

Amsterdam, 15. Jan. (DNB.) ImDaily He- rald" unterstreicht der stellvertretende Leiter der Labour Party, Geenwood, daß die Labour- Opposition keinen politischen Waffenstillstand mit der Regierung geschlossen hat und.daß die Oppo- ition nach wie vor volle Handlungsfreiheit habe. Die Labour Party sei jedoch wie immer entschlos- en, alle notwendigen Maßnahmen zur wirksamen Kriegführung gegen Deutschland zu unterstützen. Sie werde darin nicht wanken, und sie werde m- olgedessen auch nicht zögern, die Regierung angu- cneifen, falls diese nicht die n otw emd ige Ini­tiative und Tatkraft an den Tag lege. Die

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Das-eM geführte Krakau.

Von Ministerialrat Dagobert Dürr.

Krakau, im Januar 1940.

Ja, so ist das mit Krakau. Als wir Anfang Sep­tember noch mit den frischen Eindrücken von den Zuständen im Reich dorthin kamen, da glaubten wir schon, jede Zivilisation hinter uns gelassen zu haben, und vor allem beim Anblick des schmutz­starrenden Ghettos konnten wir uns einen weiteren Abfall des kulturellen Niveaus nur schwer vor­stellen. Als wir dann später von einem Besuch an­derer polnischer Städte nach Krakau zurückkehr­ten, atmeten wir aus: endlich wieder Kultur! So stark also ist Krakau, die urdeutsche Stadtgrundung, polemisiert und judaisiert worden, so stark aber wirkt sich doch immer noch das deutsche Element und der Einfluß der österreichischen Zeit aus.

Fährt man von B i e l i tz einem Städtchen, so deutsch, daß es genau so gut irgendwo um Berlm

Oie Schweiz dementiert Nachrichten über deutsche Truppenkonzentrationen.

Bern, 15. Jan, (DNB.) Die neuen Alarmmel- düngen über einemilitärischeBedrohu n g" d e r S ch w e i z durch Deutschland, die hier zum Teil von derSuisse" aus demNews Chronicle" über­nommen worden waren, sind von amtlicher Schweizer Seite bemerkenswert prompt dementiert wor­den. Die Erklärung des Armee st abes, daß die in ausländischen Radio- und Pressemeldungen veröffentlichten Nachrichten über deutsche Truppen­konzentrationen an der Schweizer Grenze jeder (SrunMage entbehren, wurde bereits in den Mittagsstunden im Nachrichtendienst des Rundfunks verbreitet. Die rasche Veröffentlichung dieses De­mentis läßt erkennen, daß bei den schweizerischen Behörden die völlige Haltlosigkeit der westlichen Stimmungsmache klar zutage lag und sie Wert darauf legten, dieser Beunruhigung der Oeffent- lichkeit sofort entgegenzutreten.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/zUhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen

von 22 mm Breite 7 Rpf.

für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B

Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr.

Ermäßigte Grundpreise

Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.

Oie preffe als Waffe des Führers im Freiheitskampf.

Gauleiter Sprenger über den Einsatz -erpresse für die seelische Geschlossenheit und Widerstandskraft des deutschen Volkes.

iu mach? alt. 3,e ' Büro nf

und de- Es

London und Paris wollen Oeusschland provozieren.

Verstärkter Druck auf Holland und Belgien. - Heeresurlauber zurückberufen.

Gens, Januar 1940.

Es ist ein eigenartiges Gefühl in Genf, an ber Stelle, an der jahrelang Politiker aus allen Him- rnelsrichtungen sich in den Versammlungen der Genfer Liga ereiferten, wo die Jupiterlampen zu 1 Großaufnahmen der ersten Garnitur der inter- i nationalen Politiker aufleuchteten, wo Beschlüsse und ein Machialvellismus ohnegleichen Triumphe feierten, heute die Fahne des Roten Kreu­zes zu sehen.

Wo ehemals die Tribüne der Völkerbundsredner -im alten BLttrnent (Eiectoral von Genf stand, leuchtet heute ein rotes Kreuz aus weißem Tuch, die Rote-Kreuz-Fahne, die jahrelang während des -spanischen Bürgerkrieges in Malaga roeilte und heute, nach Genf zurückgekehrt, über die Arbeiten des Internationalen Roten-Kreuz-Komitees wacht. Das große Gebäude, das der Kanton Genf dem Internationalen Roten-Kreuz-Komitee zur Der- fügung gestellt hat, liegt gegenüber der Universität, nur wenige Schritte vom Musee Rath, wo im letz­ten großen Kriege die Auskunfts-Zentrale für Kriegsgefangene war. Nicht viel weiter befindet sich das Genfer Reformations-Denkmal und die alte Kathedrale St.-Pierre, wo Calvin zur Welt sprach, und die Eite, wo so vieles an I. I. Rousseau er­innert. Ausgelöscht scheint auf diesemForum von Genf" die Erinnerung an die Genfer Liga: Ihre Vollversammlung hatte oft im Battment Electoral getagt; seit einiger Zeit tagt sie in ihrem Riesen­prunkgebäude weit außerhalb ber Stadt.

Ein Vergleich drängt sich zwingend auf: So groß ber Aufwand und so klein der Erfolg bei der Liga ist, gerade umgekehrt ist es bei der Arbeit des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes. Be­scheiden hat es das Bätiment Electoral bezogen; aber feine Arbeit erstreckt sich über den größten Teil Europas und dient nicht der Zwietracht, sondern der Liebe unter den Menschen.

Es ist fast ergreifend, einen Besuch in den Rau­men des Internationalen Roten-Kreuz-Komitees zu machen. Genfer Liebenswürdigkeit und schweizeri­scher Ordnungssinn haben aus der Auskunfts-Zen­trale für Kriegsgefangene eine übersichtliche Insti­tution geschaffen, wie es ihresgleichen wenige gibt

Liebenswürdig und über alles entgegenkommend Aufschluß gebend, empfängt die Vertreter ber Presse ein früherer Journalist. Die Wahl hätte für die Presse niicht glücklicher sein können. Sozusagen vom Bau, weiß dieser Mann genau den Journalisten das 'zu geben, was sie brauchen. Er selbst, einer der Leiter des großen Hilfswerks, fitzt bezeichnen­derweise in einem Raum, in dem Schreibmaschinen klappern, Telephone schrillen und über Holzböcke gelegte Bretter Schreibtische ersetzen.

So einfach wie dieser sind auch alle anderen. Es sind eigentlich nur durch Holzwände abgesteckte Teile ber großen Halle des Battment Electoral. In der Mitte stehen riesige Tische, auf denen die Po st geordnet wird. Schon heute gehen täg­lich 3 bis 6000 Briefsendungen ein. Genfer Pfad­finder nehmen das erste Oeffnen und Ordnen der Briefe vor und lösen die Marken sorgsam ab, die später wieder zu Gunsten der Organisation und damit der Kriegsgefangenen und Internierten an Sammler verkauft werden.

Das Internationale Rote-Kreuz-Komitee, das m Genf ein ständiges Büro unterhält, war bei Aus­bruch des Krieges nicht unvorbereitet. Der Spa­nienkrieg, in dem es allein sechs Millionen Sen­dungen bewältigt hat, war für die neue Aufgabe eine ausgezeichnete Praxis. Dazu hatte das Jnter- nationale-Rote-Kreuz-Komitee schon in den letzten Wochen vor dem Krieg alles vorbereitet, um bei etwaigen Kriegsausbruch seine humanitären Arbei­ten aufzunehmen. Daß der Schweizerische Bund, der Kanton und die Stadt Gens als erste dem Jn- temationaien Roten-Kreuz-Komitee zu Hilfe kamen, ist umso verständlicher, cäs das Rote Kreuz über­haupt die Schöpfung von Schweizern ist. Die er­sten Mitarbeiter des Jnternattonalen Roten-Kreuz- Komitees sind gleichfalls nur Schweizer, um den Kriegführenden gegenüber den Geist ber Unpar­teilichkeit und der rechten Neutralität zu wahren. Auch das Personal, bas die vertraulichen Arbeiten zu machen hat, besteht aus Schweizern; vor allem aus vielen Frauen aus Genf. Das ist eine alte

Labour-Bewegung behalte ihre Unabhängigkeit weiter bei, weil sie es für äußerst wichtig halte, das Volk für bie wichtigen Fragen zu erziehen, die Krieg und Friedensschluß auslösten. Die Labour Party beabsichttge zwar nicht, sich auf einen bitte­ren innerpolitischen Kampf einzulassen, aber Die Opposition werde mit allem Nachdruck weiter ihre Meinung äußern.

Sabotageakte in England

Genf, 16.Jan. (Europapreß.) Große Sabotage­akte, Attentate und Explosionen bedrohen nach wie vor lebenswichttge Einrichtungen in England. Wie Preß Association mitteilt, hat sich in Northwich in Chester auf einer großen Werft eine Serie von Riesenexplosionen ereignet Diese Explosionen zweifellos Sabotageakte haben auf ber Par- wood-Werft enormen Schaden angerichtet. Die Löscharbeiten konnten nur unter größter Lebens­gefahr durchgeführt werden. Während man nämlich noch mit dem Löschen der infolge der ersten Explo-' sionen entstandenen großen Brände beschäftigt war, erfolgten weitere' Explosionen. Der Luft­druck drückte auf Kilometer Entfernung bie Fenster­scheiben ber Häuser ein.

DerParis Soir" melbet aus London, daß zur gleichen Zeit auf ein Unterseekabel, das Ul­ster (Nordirland) mit Schottland verbindet, ein Sabotageakt verübt worden ist. Vier Männer haben versucht, das Kabel in ber Nähe von Donaghadee zu burchschneiben. Eine Wache bemerkte im letzten Augenblick die Saboteure bei ber Arbeit und gab Feuer. Darauf ergriffen die Saboteure die Flucht und konnten in der Dunkelheit entkommen.

Veim internationalen Rote-Krenz Komitee

Von unserem A.-Korrespondenien >

herum in der Mark liegen könnte oftmärts über Krakau, Bochnia, Tarnow nach Rzeszow, so erlebt man eindrucksvoll den rapiden und stetigen Kultur ab stürz, der Mr diese Gegend so cha­rakteristisch ist, und der sich weiter noch Osten hm noch unvermindert fortsetzt. Treffen wir bei Bielitz auch auf dem Lande noch schmucke Häuschen mit gepflegten Gärten, so werden schon in ber Um­gebung von Krakau jene baufälligen, vermorschten Holzkaten mit dem einzigen kleinen, nicht zu öff­nenden Fensterchen immer zahlreicher, die weiter nach Tarnow hin bie Regel sind und schließlich völlig dominieren. Auch die gepflegten Gärten Horen bald auf, und bie Feldbebauung wird immer primi­tiver, so daß der fette galizische Ackerboden bei weitem nicht den Ertrag bringt, den wir Deutschen etwa aus dem Dürren Sandboden der Mark heraus- holen. .

Nur südwärts von Krakau finden mir eine Aus­nahme, wenn wir über die, an bie schönsten Ge­genden des Schwarzwaldes erinnernden Bes­kiden hinweg zur Hohen Tatra fahren. Hier finden wir kunft- und stilvoll errichtete, saubere Holzhäuser, deren spitze Giebel ausnahmslos das altgermanische Symbol ber aufgehenden Sonne tragen. Wir wissen dann, auch ohne daß wir die Bewohner in ihrer eigenartigen, schmucken Tracht sehen, daß wir in das Gebiet der ©oralen, der Gebirgler, gelangt sind, deren Abstammung die Forscher auf die in diesen Gegenden seßhaft ge­bliebene Ostgermanen zurückführen. Wenn auch eine spätere slawische Unterwanderung unverkennbar ist, so zeugen doch die blauäugigen und blonden Hünen­gestalten, denen man dort kaum seltener begegnet als in Friesland ober Dithmarschen, ebenso wie ber zurückhaltende Stolz und die alle Umwohner haus­hoch überragende kulturelle Höhe dieses harten Ge­birgsvolkes für feine germanische Abkunft. Die ©oralen, von den Polen stets ausgebeutet und unterdrückt, haben denn auch bie deutsche Besetzung und Verwaltung fteudig begrüßt.

Die Stadt Krakau selbst hat ein völlig un­einheitliches Gesicht. Die Innenstadt, zum Teil noch von den alten Stadtmauern umgeben, trägt völlig

der seelischen Stärke unseres Volkes. Die Presse sei zur Aufrechterhaltung dieser Kraft eines der wich­tigsten Führungsmittel des Nationalsozialismus.

Der Gauleiter stellte sodann fest, daß sich 81 Schriftleiter aus dem Gau Hessen-Nassau be- retts in ber Front ber Wehrmacht befin­den. Für bie vorerst zurückbleibenden ergebe sich daraus die Forderung des erhöhten Arbeitseinsatzes. Jetzt erst, so folgerte er daraus, zeige sich dve Können jedes einzelnen der auf dem ArbeitsgebMt 'ber Presse Beschäftigten. Denn wenn bie Gestaltung einer Zeitung in normalen Zeiten nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit sei, so muß sich jetzt zeigen, wie weit hinter dem fachmännischen Kön­nen bes Schriftleiters und Verlegers die Berufung zu der politischen Aufgabe stehe.

Im besonderen vermittelte die Rede bann den Hauptschriftleitern und Verlegern die Stellung­nahme der Partei zu wichtigen gegenwärtigen Ar- beitsfragen. Sie schloß mit dem Hinweis auf bie große Verantwortung, die die Presse für das er­folgreiche und fieghafte Bestehen unseres Lebens­kampfes in der Gegenwart und Zukunft habe. Die gesamte Pressearbeit, so führte ber Gauleiter hierbei aus, werde heute mehr als je mit dem Maßstab bemessen, inwieweit sie ber Mobilisierung und Auf­rechterhaltung der seelischen Kraft unseres Volkes nutzt, inwieweit sie damit mithelfe, die Äolksgemein- schäft stets wirksam zu erhalten. Erfülle sie diese Aufgabe, so darf sie versichert sein, daß sie in spä­teren geschichtlichen Ueberblicken auf diesen Schick­salskampf unseres Volkes ehrenvoll bestehen wird als eine Waffe des Führers, die ihm entscheidend half, die Freiheit bes beutschen Volkes zu erringen.

Eirisahanweisunaen für die Partei.

NSG. Die Gauamlsleiler und kreis­le i t e r bes Gaues Hessen-Rassau verfammellen sich

NS©- Auf einer am Montagnachmittag vom ©aupreffeamt und Prefsereferat des Reichspropa­gandaamtes veranstalteten ©aupreffekonfe- r e n z ergriff ber Gauleiter vor den Hauptschrist- leitern, Verlegern, den Leitern ber Nachrichtenstellen und den Presseoffizieren der Wehrmacht bas Wort zu einer richtunggebenden Rede für den P resse - einsatz des Jahres 1940. Als Vertreter der Wehr­macht nahm der Stadtkommandant der Gauhaupt- ftadt Frankfurt a. M., General Petter, an der Veranstaltung teil.

Im Rückblick auf bie geleistete Arbeit bes letzten Vierteljahres sprach der Gauleiter den Männern der Presse seinen Dank aus für die Erfüllung ber gestellten Aufgaben, um bann im Ausblick auf das Kampfjahr 1940 diese Aufgaben nochmals besonbers zu kennzeichnen. Er verwies hierbei darauf, daß die Pressearbeit an den Auftrag der Partei auf das engste gebunden sei. Die NSDAP., als die vom Führer eingesetzte verantwortliche Instanz für die seelische Geschlossenheit und Widerstandskraft des deutschen Volkes wird zur Lösung dieses Auftrages die Presse als vornehm st es Hilfs­mittel einsetzen. Die bisher hervorragend be­währte enge Bindung der Presse an d i e Partei wird sich damit besonders erfolgreich aus-, wirken können. Sie allein mache es tatsächlich möglich, die politischen Gedankengänge und For­derungen der Führung unseres Volkes an den letz­ten deutschen Volksgenossen heranzubringen

Die seelische Geschlossenheit allein befähigt bas Volk, der schwer ringenden Wehrmacht immer neue seelische Kräfte zuzuführen, für die Wehrmacht zu arbeiten und in dem Ungemach des Krieges und unter den feindlichen Kriegshandlungen felbft sieg- und widerstandsfähig zu fein", mit diesem Aus­spruch Ludendorffs in feinem Werk2)er totale Krieg" verwies ber Gauleiter auf ben Wert

Genfer Tradition.

Die Auskunftszentrale des Jnternattonalen Roten- Kreuz-Komitees für Kriegsgefangene in Genf hat, obwohl ber Krieg erst einige Monate bauert, schon großen Umfang angenommen. Es besteht eine deutsche, eine britische, eine französische, eine pol­nische, eine finnische unb eine russische Abteilung. Jede Woche treffen rund tausend Seiten von Listen ein, bie sich auf Gefangene, Gefallene ober Inter­nierte der verschiedenen Kriegsschauplätze beziehen. Da die Zensurbehörden die direkte Sendung von einem kriegführenden Land zum andern nicht ge­statten, und nur Mitteilungen über ben Gesund­heitszustand erlauben, die durch Vermittlung des Internationalen Roten-Kreuz-Komitees erfolgen, er­fordern die bie Zivilisten betreffenben Fälle ganz besonderen Zeitaufwand. Sind bisher doch nicht weniger als 20 000 solche Zivilfenbungen abge­gangen.

In großzügiger Weise hat das internationale Komitee des Roten Kreuzes gerade um die Weih­nachtszeit und bie Jahreswende seinen Dienst an der Idee der Liebe unter allen Menschen zur Ver­fügung gesteltt. Große Sendungen von Liebes- gabenpateten sind über Genf ober von Genf aus in bie verschiedensten Gefangenen- und Jnternier- ienlager gegangen, und so ist bank dem Internatio­nalen Roten-Kreuz-Komttee in Genf unfreiwillig in

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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