ring hin, dem bekanntlich der Kaufmännische Verein neben Goethebund und NS.-Gemeinschaft ,Zraft durch Freude" angeschlossen ist. Durch diese Vereinigung wird in dem Gießener Vortragswesen eine bedeutende Hebung erfolgen. Am nächsten Montag werden die Darbietungen durch einen Vortrag von Paul Rohrbach über Afrika eröffnet werden.
Der stellvertretende Dereinsführer Ludwig G r a - velius dankte Herrn Erle für seine jahrzehntelangen Verdienste, die er sich als Führer des Kaufmännischen Vereins erworben hat, und schloß mit dem Gruß an den Führer die außerordentliche Mitgliederversammlung.
Freispruch mangels Beweises.
Die Strafkammer Gießen hatte vom 5. bis 12. Dezember 1939 gegen den Robert Otto in Bad- Nauheim wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt und ihn zu 3 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Auf die Revision des Verurteilten an das Reichsgericht hatte dieses die Straf
sache zur erneuten Verhandlung an die Straskam- mer Gießen zurückverwresen. Vom 30. April bis 4. Mai 1940 hatte die Gießener Strafkammer erneut gegen Otto verhandelt und ihn wiederum zu 3 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Gegen dieses zweite Urteil hatte der Angeklagte erneut Revision an das Reichsgericht verfolgt mit dem Ergebnis, daß das Reichsgericht das Urteil aufhob und die Sache zur anüerweiten Verhandlung an das Landgericht, Strafkammer Marburg zurückverwies. Dieses Gericht hat nun die Verhandlung m Bad-Nauheim an Ort und Stelle in der Zeit vom 7. bis 9. Oktober stattfinden lassen und ist, nachdem schon der Staatsanwalt entsprechenden Antrag gestellt hatte, zu dem Ergebnis gekommen, daß der Angeklagte mangels Beweises freizusprechen sei.
Ortszeit für den 16. Oktober.
Sonnenaufgang: 7.53 Uhr, Sonnenuntergang: 18.28 Uhr. — Monduntergang: 7.37 Uhr, Mond- aufgcvng: 18.42 Uhr; Vollmond: 10.15 Uhr.
Aus der engeren Heimat.
Gauobmann Becker in Lich.
3 Lich, 14. Okt. Am Montagmittag fand in dem schönen und mit Grün festlich ausgeschmückten Gefolgschaftsraum der Brauerei Jhring- Melchior ein Betriebsapp ell statt. Nach der Eröffnung durch den stellvertretenden Betriebsführer, Dipl.-Brauerei-Jng. Braumeister Gg. Maid- Hoff, sprach der Gauobmann der DAF., Pg. Becker (Frankfurt a. M.). Er betonte, wenn ein Volk für sein Schicksal reif geworden sei, finde es meist auch den richtigen Führer. Das deutsche Volk habe lange gebraucht, bis es aus der Zersplitterung von Stämmen und Parteien zu dieser großen Volks- gemeinschaift durch die Tat des Führers zusammen- aeschweißt worden sei. Sowohl die große Gemeinschaft des Volkes, wie auch die Betriebsgemeinschaft gründe sich auf das Gefühl der Zusammengehörigkeit, wie es am schönsten und reinsten bisher in der kleinsten Gemeinschaftszelle, der Familie, zutage trete. Dazu gehöre aber die Besinnung jedes einzelnen auf die in diesem Zusammengehörigkeitsgefühl schlummernden Kräfte. Disziplin, Treue und Pflichtgefühl müßten wieder an oberster Stelle stehen, die Haltung jedes einzelnen müsse eine soldatische sein. Dann könne sich das deutsche Volk mit Recht das Herrenvolk der Erde nennen, zu dem es schon rein blutsmäßig berufen sei. Dann fei es auch imstande, die große Aufgabe zu erfüllen, die ihm vom Schicksal übertragen worden sei, nämlich Trä- aer einer neuen geschichtsbildenden Kraft, des deutschen Sozialismus, zu fein. Mit dem Treugelöbnis für die Betriebsgemeinschaft, jederzeit auch in der inneren Front ihren Mann zu stehen, schloß der stelloerttäende Betriebsführer die Feierstunde.
Landkreis Gießen.
* Lollar, 14. Okt. Kameraden der Krieger- kameradschaften Lollar und Daubrin- g e n trafen sich an den beiden letzten Sonntagen wieder, um in bester Kameradschaft mit Kleinkaliber ein Vergleichsschießen durchzuführen. Ihre Leistungen des letzten Sommers sollten durch Herausschießen zweier Plaketten gemessen werden. Ihre Schießleiftungen stehen auf gleicher Höhe. Die eine Plakette mürbe durch Kameraden der Krie- aerkamerad schäft Daubringen geschossen. Bester Schütze war Kamerad Karl Klöß. Er schoß mit 10 Schuß liegend freihändig auf 50 m Entfernung 103 Ringe. Die andere Plakette ging in den Besitz von Kameraden der Kriegerkameradschaft Lollar über. Ihr bester Schütze war Kamerad Willi B o r s ch e l; dieser erreichte unter den gleichen Bedingungen 107 Ringe. Zum Abschluß wurden noch 5 Ehrenscheiben herausgeschossen. Zwei hiervon wurden von Kamerad Fritz Si e rau (Daubringen), und je eine von den Kameraden Ludwig Reinhard (Daubringen), Willi B o r s ch e l und Marttn T a ub e r t (Lollar) geschossen.
# Staufenberg, 14. Oktober. Der Hauptfeldwebel Ludwig D i e r a u von hier, der bei einem Jagdgeschwader im Felde steht, wurde durch die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern ausgezeichnet.
# Mainzlar, 14.Okt. Der Flieger Wilhelm Günther von hier, zur Zeit auf einer Flugzeug
führerschule, wurde zum Gefreiten befördert. — Riesenkürbisse konnten hiesige Einwohner als willkommene Ernte heimbringen. Einer der Kürbisse wog 32,5 kg, der andere 28 kg. Ein Gartenbesitzer erntete eine gelbe Möhre im ansehnlichen Gewicht von 800 Gramm.
* Daubringen, 14. Okt. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde der Obergefreite Heinrich Siebert von hier, Hauptstraße 4, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Siebert befindet sich gegenwärtig noch in Lazarettbehandlung, um von einer vor Paris erlittenen Verwundung geheilt zu werden.
* Allend orf (Lahn), 14. Okt. Der Gefreite Helmuth V i e h m a n n von hier, Obergasse 18, der bei einer Fliegertruppe im Felde steht, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Klasse.
= Steinbach, 14. Okt. Am Sonntagabend gab ein Musikkorps der Wehrmacht hier ein Konzert zum Besten des Kriegs-WHW. Ein Angehöriger 'des Musikkorps stammt aus Steinbach, und ihm ist es zu verdanken, daß unsere Bevölkerung die Freude dieses Konzertes erlebte. Der Saal der Gastwirtschaft von Görlach war bis zum letzten Platz besetzt. Die vortrefflichen musikalischen Darbietungen wurden mit dankbarem Beifall ausgenommen. Dem Kriegs-WHW. dürfte auch dieses Konzert ein namhafter Beitrag zugeflossen sein.
s. Lang-Göns, 15. Okt. Unser ältester männlicher Einwohner, Konrad Johannes Veite, Obergasse, kann am 17. Oktober in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 8 7. Geburtstag begehen. Wir wünschen dem alten Herrn noch einen sonnigen Lebensabend.
(D L i ch ,14. Okt. Dem Gefreiten Otto Meyer, Unterstadt 14, wurde das Jnfanterie-Sturmabzeichen verliehen.
Schwememarkt in Alsfeld.
* Alsfeld, 14. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 215 Ferkel zum Verkauf ausgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 20 bis-25 RM. pro Stück. Nach schleppendem Handel verblieb geringer Ueb erstand.
Die Mariin-Luther-Universität gratuliert einem Hundertjährigen.
Lpd. Darmstadt, 14. Okt. Der in Darmstadt wohnende Rektor i. R. Heinrich Busse feierte am 12. Oktober seinen 1,00. Geburtstag. Er hat vom 22. April 1861 bis 29. November 1867 an der Mar- tin-Luther-Unioersität in Halle Philologie studiert. Das Studium hat er nur durch seine Dienstzeit beim früheren Füsilier-Regiment 36 und feine Teilnahme am Krieg von 1864 unterbrochen. Der Jubilar gedenkt mit großer Treue seiner ehemaligen Lehrer uni) Studienkameraden und erinnert sich gern feiner Studienzeit an der Alma mater Halensis. Die Philosophische Fakultät der Universität Halle hat den Jubilar durch ein besonderes Glückwunschschreiben zu sein epi hundertsten Geburtstag geehrt.
ÖJl.-'fpOTt
Der Handballsonntag
Mit ihrem erneuten Sieg hat die Mannschaft des Tv. Hörnsheim die Tabellenführung in der Bereichsklasse übernommen. Allerdings folgen die übrigen Mannschaften nur mit kurzem Abstand. Bemerkenswert ist, daß bis heute keine Einheit mehr ohne Punktverlust ist Die Ergebnisse:
Tv. Hochelheim — Tv. Garbenheim 13:3 (8:1)
Tv. Hörnsheim — Tv. Katzenfurt 11:8 (3:3)
Mtv. Gießen — Tv. Dornholzhausen 5:7 (2:3). Tv. Kirch-Göns — Tv. Lützellinden 11:9 (6:5). Für die größte Ueberraschung des Tages sorgte der Tv. Garbenheim. Er ließ sich in Hochelheim buchstäblich überfahren. Woran das lag, ist nicht erklärlich. Es mag sein, daß die Gastgeber über sich elbft hinauswuchsen und ein ausgezeichnetes Spiel beten. Immerhin hätte man darauf sehen müssen, daß der Ueberrumpelungsversuch der Hochelheimer vermieden worden wäre.
Der Kampf in Hörnsheim konnte nur in der zweiten Halbzeit befriedigen, und zwar zu dem Zeitpunkt, als die Einheimischen das Kommando übernahmen. Vorher war — bei beiderseitig mäßigen Leistungen — Katzenfurt die bessere Mannschaft und hätte den Vorsprung unbedingt weiter ausbauen müssen.
Dornholzhausen konnte auch diesmal wiöder gefallen. Die Mannschaft hat einen ausgezeichneten Sturm, diesmal aber einen noch besseren Torwart, dem einzig und allein der Sieg zu danken ist. Gießen zeigte sich von der besten Seite und lieferte trotz der Mederlage ein ansprechendes Spiel.
Auch Lützellinden fiel durch seine anständige Spielweise in Kirch^Göns angenehm auf. Das Spiel war ausgeglichen, beide Mannschaften zeigten sich von ihrer besten Seite, das knappe Ergebnis entspricht vollkommen dem Spielverlauf.
To. Krofdorf — Tuspo W. Niedergirmes 11:9 (3:6) To. Lang-Göns — Tv. Garbenheim II 11:4 (5:3) Tv. Ätzbach — Tv. Großen-Linden 17:4 (6:1) Tv. Lich — Tv. Klein-Linden, Kl.-L. nicht angetr. Tv. Beuern — Tv. Garbenteich 3:6 abgebr.
Trotzdem Niedergirmes in Krofdorf bei Halbzeit klar in Führung lag, mußte sich die Mannschaft zum Schluß — nach beiderseitig hervorragenden Leistungen — knapp geschlagen bekennen.
Garbenheim war dem Können der Gastgeber nicht gewachsen. Es unterlag deshalb verdient.
Großen-Linden entwickelte in Atzbach außerordentliches Schußpech und kam so nicht, ganz mit. Im übrigen hat die Mannschaft auch diesmal wieder gut geftcklen können.
Beim dritten Fall — den sich Klein-Linden leistet — wird der Verein mit sämtlichen Mannschaften gesperrt.
lieber den Spielabbruch in Beuern liegen Einzelheiten noch nicht vor.
3ugetibfpide: Bann 116.
W.-Steinberg — Tv. Wieseck 19:2 (6:1)
To. Lich —। Tv. Hausen 7:3 (2:2)
Tv. Heuchelheim — Spogg. 1900 Gießen 6:12 (4:8)
To. Grüningen — Tv. Holzheim 6:6 (3:2)
Tv. Lang^Göns — Mtv. Gießen II G. n. angetr.
Lugendfußball der Sp.-Bg. 1900.
Spogg. 1900 1. 3gd. — Heuchelheim 1.3gb. 2:3 (0:1).
Die 1. Jugendmannschaft der Spieloereinigung 1900 bestritt am Sonntag ihr erstes Spiel um die Bannmeisterschaft 1940/41 gegen die Jugendmann- fchast des Tv. Heuchelheim. Die Blau-Weißen, die auf eine körperlich überlegene Mannschaft trafen, mußten eine knappe Mederlage hinnehmen, obwohl sie dem Gegner zeitweife überlegen waren.
Die Blau-Weißen begannen das Spiel mit schnellen Angriffen, die an der Verteidigung der Blau- weißen scheiterten. Dann kamen die 1900er mehr auf und konnten, mit dem Wind zum Bundesgenossen, bis zur Halbzeit das Spiel überlegen gestalten. Bei einem Gegenangriff kamen die Heuchelheimer zum Führungstreffer, an dem sich bis zur Halbzeit nichts mehr änderte.
Nach dem Wechsel sah man zunächst verteiltes Feldspiel. Bei einem Durchstoß der Blau-Weißen verursachte der linke Verteidiger Heuchelheims einen Handelfmeter, der sicher verwandelt wurde. Bei wiederholten Angriffen konnte 1900 durch feinen Rechtsaußen den längst verdienten Ausgleich erzielen. Kurz vor Schluß kam Heuchelheim zum Siegestor. So endete das jederzeit ritterlich durchgeführte Spiel 3:2 für Heuchelheim.
Die Blau-Weißen, die mit drei Mann Ersatz antraten, konnten jederzeit gefallen. Während der Tormann, die Verteidigung und auch die Läuferreihe stets auf dem Posten waren, vergaß der Sturm teilweise das Schießen.
Fußball der Lugend im BfB -N
Spgb. Großen-Buseck 3gb. — BfB.-B. 3gb. 3:3 (2:1).
Die Jungens des VfB.-R. traten am Sonntag zu ihrem ersten Bannmeisterschaftsspiel in Großen- Buseck an. Obwohl sie nur mit 10 Mann das Spiel bestritten, konnten sie in den ersten zehn Minuten schon 1:0 in Führung gehen. Aber bald darauf holten die körperlich überlegenen Gegner auf. Bis zur Halbzeit gelang es den Großen-Dufeckern, sogar in Führung zu gehen. Nach Wiederanpfiff brachten die VfB.-R. schöne Angriffe vor das gegnerische Tor und konnten dadurch den Ausgleich erzwingen. Kurz darauf errangen sie wieder ein Tor. Die Großen- Busecker hatten das Glück, noch in den letzten zwei Minuten den Ausgleich zu erzwingen.
Z.-Sp.-Ä. 1926 Steinbach.
Steinbach I — Daubringen I 5:4 (1:4).
Am Sonntag empfing die 1. Mannschaft von Steinbach die gleiche Mannschaft von Daubringen zu einem Gesellschaftsspiel. Daubringen ist eine eifrige und schnelle Mannschaft; dies beweist der Halbzeitstand von 1:4 für Daubringen. Nach der Halbzeit wendete sich das Spiel vollkommen, denn außer vier bis fünf Durchbrüchen der Gäste spielte jetzt der Gastgeber weit überlegen nur in des Gegners Hälfte. Kurz nach der Halbzett machte ein Spieler der Gäste im (Strafraum Hand, der verhängte Elfmeter wurde von Mittelstürmer Deuker sicher verwandelt. Bald darauf war es der Halbrechte Kemmler, der das Resultat auf 3:4 verbesserte. Die Gäste versuchten noch einmal, sich durchzusetzen, aber die Hintermannschaft von Steinbach machte die Angriffe des Gastes zunichte. Kurz vor Schluß zog der Gastgeber noch einmal auf das Gästetor los, und hier war es der Rechtsaußen Schreiner, der das fiegbringenbe Tor durch Kopfball einköpfte.
Hessische Schi-Termine.
Die großen Schi-Veranstaltungen des Bereichs Hessen sind terminlich bereits festgelegt. Die Be- reichsmeisterschasten in den nordischen Wettbewerben werden zum ersten Male im Habichtswald bei Kassel durchgeführt, ein Beschluß, der in Anbetracht der oerkehrstechnisch günstigen Lage Kassels großen Anklang finden dürfte. Die alpinen Meisterschaften finden wieder in der Rhön statt, während die Dauerlauf-Meistgrschaft im Upland entschieden wird. Von besonderer Bedeutung wird der „Tag des Schilaufs" fein, der als großzügige Werbeveranstaltung an allen Plätzen, die Schisportmöglichkeiten bieten, vorgesehen ist. Der Terminkalender:
2 2. Dezember: Werbeläufe her Vereine oder Kreise in Verbindung mit der HI.; 2 9. Dezember: Werbeläufe der Bezirke in Verbindung mit der HI.; 4./5. Januar: Meisterschaften der Bezirke im Lang- und Sprunglauf; 11./12. Januar: Bereichsmeisterschaften im Lang- und Sprunglauf sowie in der 40-Mlometer-Staffel in Kassel; 2 6. Januar: „Tag des Schilaufs" an allen Wintersportplätzen des Bereichs; 2. Februar: Bereichsmeisterschaften im Tor- und Abfahrtslauf in Gersfeld (Rhön); 16. Februar: Bereichsmeisterschaft im 30-Kilometer°Dauerlauf in Willingen (Upland); 2 3. Februar: Bezirks- Meisterschaften im Abfahrts- und Torlauf.
Guter Schützen-Nachwuchs.
Bei einem viertägigen Lehrgang der Reichs- leistungsgruppe KK.-Schießen, den die Reichsjugend- füyrung in Zella-Mehlis veranstaltete, wartete der Nachwuchs mit ausgezeichneten Leistungen auf. Der Berliner Hitler junge H ä n tz s ch e l konnte bei einer Serie von 60 Schuß die Bestleistung von Gehmann (Württemberg), die dieser bei der Jugendmeisterschaft in Breslau mit 664 Ringen aufstellte, um sieben Mnge übertreffen. Bei fünfmal je 20 Schuß in den drei Anschlagsarten wurde folgendes Ergebnis erzielt: 1. Hcintzfchel (Berlin) 3342 Ringe, 2. Treiber (Sachsen) 3214 R., 3. Seitz (Schwaben) 3186 R., 4. Voigt (Thüringen) 3184 R., 5. Röhlig (Kurhessen) 3183 R. Mit 30 Schuß stehend fteihän- dig war Koch (Sachsen) mit 310 von 360 Ringen der Beste.
3000Kilometer Liebe
Roman von Olly Boeheim
1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Na, na, beruhige dich doch, Anni", begütigte Peter. „Na, was denn, laß den ganzen Quatsch sausen. Klar, draußen blühen die ersten Veilchen, da soll man fick überhaupt nicht ärgern. Was? Der Direktor will das ägyptische Bild mit deinem Tanz streichen, weil ihm die Cheopspyramide zu teuer ist?" Peter machte plötzlich einen Luftsprung. „Du, Anni, ich hab's, eine pfundige Idee, fulminanten Einfall, erkläre ich dir in einer halben Stunde bei Kranzler am Kurfürstendamm. Gemacht!"
Peter hängte den Hörer ein, machte ein paar tänzerische Verrenkungen mit seinen langen Beinen und sagte sttahlend: „Fräulein, tippen Sie den Text zur Reklamezeichnung B: ,Der neue Baustoff ist solide, hält wie die Cheopspyramide'." — Dann holte er feinen Hut vom Haken und sagte im Hinausgehen: „Bestellen Sie meinem verehrten Herrn Chef — Papa, ich wäre in einer halben Stunde wieder zurück."
Als Peter, vergnüglich einen Schlager p fei feilt), das Cafö betrat, saß Anni blaß und verstört an einem Tisch.
„Die Gärten sind herausgestellt
und täglich schöner wird die Welt" schmetterte Peter Renz mit Stentorstimme.
„Wenn du die verflixte Reimerei nicht läßt, gehe ich sofort wieder", sagte Anni, und ihre Augen füllten sich mit Tränen; „ich erwarte Rat und Hilfe von dir, und du beginnst mit deiner albernen Dichterei."
„Beleidige mein Gewerbe nicht, Anuschka. Ich bin zu allem bereit. Soll ich deinen Direktor zum Boxkampf fordern, wie früher die Schuljungens, wenn sie dich geärgert hatten?"
„Ach, mit dem Direktor habe ich nichts mehr zu tun, Peter. Ich habe ihm den ganzen Krempel vor die Füße geworfen."
„Richtig, Anni!"
„Du meinst wirklich?"
„Klar, meine ich! Nur sich nicht drücken lassen. Er hat dich als Solotänzerin verpflichtet; du warft leider billig, Anni."
„Aber Peter, ich bin doch noch Anfängerin."
„Aber eine begabte, mein Mädchen, eine verteufelt begabte. Ich habe dir immer gesagt: Auftrumpfe n, auftrumpfen!"
„Na, das habe ich jetzt getan, und dafür sitze ich auf der Straße."
„Auf einer sonnenbeschienenen Straße, die nach Frühling duftet, neben einem jungen Mann, der dir seit zwanzig Jahren fein Herz zu Füßen legt."
Anita mußte wider Willen lachen.
„Willst du damit sagen, Peter, daß du mir die erste Liebeserklärung gemacht hast, als du fünf Jahre alt warft?"
„Hab ich, Anuschka! Ich stopfte dir meine Geburtstagsschokolade in den Mund, daß du beinah daran erstickt wärst. Wenn das nicht Liebe ist!"
Anita rührte in ihrem Kaffee: „Sei mal ernsthaft, Peter, wenn es dir auch schwer fällt.
Peter Renz sah seine Jugendgespielin an und erklärte: „Ich kann nicht, Anni! Das Wetter ist zu schön, um ernsthaft zu fein."
Anni wurde langsam wütend.
„Willst du mir vielleicht sagen, was ich in den nächsten Wochen anfangen soll?"
Peter Renz nahm eine Zigarette, steckte sie Anni in den Muird, gab ihr Feuer und erklärte nach kurzem Nachdenken: „Du fährst mit mir nach Schweden!"
Anita war allerhand von Peter gewohnt, aber diesmal ging ihr die Zigarette aus.
„Was tu ich?" flüsterte sie atemlos.
Du fährst mit mir nach Stockholm. Dort sitzt ein gewisser Herr Ohlsen, mit dem mein Dater schriftlich nicht einig werden kann. Folglich schickt er diesem unangenehmen Zeitgenossen seinen geschäfts- tüchtigen Filius auf den Specknacken, und deshalb reife ich in den nächsten Tagen nach Stockholm."
Er gab Anni erneut Feuer und weidete sich an ihrer Ueberraschung.
„Das ist doch wieder eine deiner verrückten Wol- kenkratzerideen", sagte Anni. „Warum soll ich denn mit?"
„Erstens um mir die Reise durch deine Gegenwart zu verschönern."
„Mach doch keinen Quatsch —"
„Ich bin ganz ernsthaft, Anni, deine Erklärung, daß du mich nur brüderlich liebst und niemals mehr für mich empfinden kannst als freundschaftliche Zu
neigung, hält mich nicht ab, mich in deiner Näye glücklich zu fühlen, Anuschka."
Eine Pause trat ein, in der die beiden angelegentlich in ihrem Kaffee rührten.
„Aber Peter, ich habe dock) nicht soviel Geld, um das teure Billett und den Aufenthalt zu bezahlen."
Peter ließ eine weitere eindrucksvolle Pause ver- stteichen, um dann sein überwälttgendes Neuigkeitsgeschoß abzufeuern.
„Wir reisen natürlich int Auto", sagte er und zwang sich, möglichst gleichgülttg dabei auszusehen. Anni ließ den Löffel klirrend' auf die Untertasse fallen.
„Seit wann hast du denn ein Auto?" stotterte sie fassungslos.
„Seit einigen Tagen. Kleiner rassiger Wagen, Zweisitzer, mit Klappe, allerdings nicht mehr ganz neu, sparsam, frißt kaum Benzin, läuft wie ein Vogel. Sache, Anni, Sache! In die Klappe kommt ein Zelt, du hast doch einen Spirituskocher? Na also? Proviant nehme ich von zu Hause mit, schlafen tun wir im Zelt, kochen im Freien, was kann da schon viel passieren?"
Anni hörte mit offenem Mund zu.
„Du hast den ganzen Winter gearbeitet. Es ist höchste Zeit, daß du mal frischen Wind um deine blasse Nase bekommst, wenn sie auch jetzt vom Heulen etwas gerötet ist."
Anni holte hastig ihre Puderdose hervor.
„Um Gottes willen, ich muß ja ins Büro zurück. Du weißt, mein alter Herr ist ein gestrenger Chef. Ober, zahlen! Moment mal — tonnst du Samstag früh startbereit sein?"
Anita nickte. Sie war noch vollständig verblüftt.
„Gemacht, mein Kind, Samstag früh hol ich dich von deiner Wohnung ab. Die Zeit sage ich noch durch. Tjüs! Tjüs!"
2. Kapitel.
Anni stand auf ihrem kleinen Balkon. Frühling! Weiß Gott, Peter Renz war doch ein verteufelt netter Kerl. Man konnte sich auf ihn verlassen, obwohl er noch die unmöglichsten Jungenstreiche im Kopf hatte, wie fein Vater behauptete. Anni zupfte gedankenvoll an den ersten kleinen Blättchen des wilden Weins, der sich schüchtern am Balkonkasten emporrankte. Sie gedachte Der Geißblattlaube, in der sie als Kinder zusammen gespielt hatten; damals wohnten ste noch in einem Vorort von Berlin. Als
Anni nach dem Vater auch ihre Mutter verloren hatte, wurde das Nachbarhaus ihr zur Heimat. „Meine kleine Tochter" hatte der Fabrikant Renz Anni genannt, und Peter, sein einziger Sohn, warf sich in die schmale Jungenbrust und erklärte: „Anni wird mal meine Frau, was, Paps?"
Dann hatte Anni ihr kleines Erbteil im Tanz „verstudiert", wie die Tante, die das junge Mädchen nach dem Tod feiner Eltern betreute, etwas geringschätzig behauptete. Peter war in das Geschäft feines Vaters eingetreten; ihre Wege gingen auseinander, aber die alte Kinderfreundschaft blieb bestehen, und auch Peters ftiller Wunsch, fein Knabenversprechen in Wirklichkeit umzusetzen, war im Laufe der Jahre nicht verblaßt.
Anni dachte nicht ans Heiraten. Ähre Kunst, die sie sehr ernst nahm, machte sie glücklich, füllte sie ganz aus.
„Ich glaube an dich, weil du vom Tanzen besessen bi ft", pflegte Peter Renz zu sagen: „Du wirst es schon schaffen! Einmal im Leben bekommt jeder das große Sprungbrett vom lieben Gott unter die Füße geschoben, dann heißt es los und kopfüber hinein in den brausenden Strom."
Bis jetzt allerdings hatte Anni noch keine Gelegenheit gehabt, abzuspringen. Nach Beendigung ihrer Ausbildungszeit fand sie ein paar kleinere Engagements, und da sie es ablehnte, in Kabaretts und Nachtlokalen zu tanzen, war der Kampf um ihre Existenz nicht einfach.
Anni sah auf die Uhr. Peter Renz war sonst die Pünktlichkeit selbst. Sie wollte sich auf alle Fälle fertig machen. Als sie ihren Mantel anzog, klingelte es. Peter, sttahlend wie der lachende Frühlingstag, stand mit einem Veilchensträußchen vor der Tür. Anni fiel ihm um den Hals: „Peter, du bist ein Mordskerl; ein wahrer Jammer, daß ich mich nicht in dich verlieben kann."
„Vielleicht versuchst du es noch einmal, Anni?" Anni schüttelte lachend^ den Kopf.
„Also los! Hast du den Kocher, die Thermosflasche, Schlafdecke? Alles, was zur Expedition erforderlich ist? ,Onkel Franz' steht unten r
„Um Gottes willen — fährt der alte Herr auch mit?"
„Nein", lachte Peter, „ich habe meinen Wagen nach ihm getauft, weil er ihn mir so halb und halb geschenkt hat." (Fortsetzung folgt)


