Ausgabe 
15.10.1940
 
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langer Kleinarbeit bemüht, sich wirtschaftlich auf­einander einzustellen. Dies geschieht nicht nur da­durch, dah Deutschland Kohlen und Eisen an Ita­lien und umgekehrt Italien gewisse Lebensmittel wie Reis, Olivenöl, Frühgemüse und Südfrüchte an Deutschland liefert, sondern auch dadurch, daß beide Länder die innere Wirtschaftspolitik planmäßig auf den Einfuhrbedarf des anderen Landes einstellen. Dies geschieht zunächst im landwirtschaft­lichen Sektor. Erst vor wenigen Tagen hat Reichsernährungsminister D a r r 6 zusammen mit seinem italienischen Kolleaen Tassinari land­wirtschaftliche Betriebe in Der Po-Ebene, dem wich­tigsten Reis-Anbaugebiet Italiens, besichtigt. Er hat sich weiter von dem hohen Stand der genossen­schaftlichen Einrichtunaen für die Verpackung und den Versand von Obst und Gemüse überzeugen fönn*<. Wenn auch der Faserpflanzenanbau in Ita­lien zunächst der Befriedigung des eigenen Bedar­fes gilt, so werden die Erfolge doch dem von Deutschland und Italien gemeinsam betreuten Wirt­schaftsraum zugute kommen. Im industriellen Sektor findet seit Jahren zwischen den Indu­striellen der beiden Länder ein fortlaufender Mei­nungsaustausch über das Erzeugungsprogramm und über Maßnahmen statt, die jede übersteigerte Konkurrenz und vor allem jede Unterbietung auf dritten Märkten ausschließen soll.

Der Krieg hat den beiden Achsenmächten eine Fülle zusätzlicher Probleme gebracht, deren Erörte­rung bei der Begegnung Funk-Riccardi gefördert wird. Es handelt sich hierbei weniger um kriegs­wirtschaftliche Fragen: sie sind bereits vor Beginn des Herbstes geregelt worden und haben völlige Uebereinstrmmung 6er beiden Regierungen über die Versorgungsprobleme im zweiten Kriegswinter ge­bracht. Diesmal handelt es sich überwiegend um Fragen, die aktuell werden, wenn der Krieg be­endet sein wird. Durch die deutschen Waffener­folge ist der Kriegszustand im engeren Sinne für den Gesamtbereich des europäischen Festlandes be­endet, wenn auch die durch die britischen Wirt­schaftskriegsmethoden herbeigeführten außenwirt­schaftlichen Bedingungen noch unverändert fort­dauern. Deutschland hat den nordeuropä­ischen Ländern (Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen) bei der Ausgestaltung ihrer Wirtschaftsbeziehungen zu den s ü d o st e u r o« päischen Ländern Derhandlungshilfe geleistet und ihnen durch Bereitstellung feines Verkehrs­apparates und feines Verrechnungssystems ein Höchstmaß an Warenaustausch ermöglicht. In Süd­osteuropa ist Deutschland seit Jahren mit Erfolg bemüht, die Produktion zu entwickeln und auf den Bedarf der mitteleuropäischen Märkte einzustellen. In Nordeuropa haben diese Bemühungen erst im weiteren Verlaufe des Krieges eingesetzt, sind dann aber in beschleunigtem Tempo vor sich gegangen Da beide Länder, Deutschland und Italien, darin übereinstimmen, daß in Zukunft die lebenswichtige Versorgung der korttinentaleuropäischen Länder im eigenen Raum sichergestellt sein muß, bedeutet die Berücksichtigung der im Kriege bestehenden Ab­schließung von der überseeischen Zufuhr geradezu eine Vorbereitung auf den im Frieden anzustreben­den Zustand. Besondere Schwierigkeiten bereitet die Tatsache, daß sich die Völker des europäischen Rau­mes in recht verschiedenen Stadien der wirt­schaftlichen Entwicklung und auch auf verschie­dener Höhe der Lebenshaltung befinden, und daß daher sowohl eine allgemeine Zollunion wie auch eine Währungsgemeinschaft auf absehbare Zeit aus­scheiden. D. S.

Englischer Tankangriff bei Gidi Barani abgewiesen.

Der italienische Wshrmachtbericht.

Rom, 14. Oft (DRV.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Rlontag hat fotgenden Wortlaut:

In Rordafrika haben feindliche Tanks einen Angriff südöstlich von Sibi Daran! versucht und find vom Feuer unserer Artillerie glatt zurückge­schlagen worden. Unsere Luftverbände haben die englischen Flugplätze von Tu k a und von E t D a b a (Aegypten) mit sichtbaren Ergebnissen angegriffen; besonders den Flugplatz Et Daba, der in voller Rachtflugtätigkeit überrascht wurde. Drei Schiffe haben unsere Positionen im Gebiet von Sldi Varani beschossen, ohrze Verluste oder Schäden zu verursachen. Ein stärkerer feindlicher Luftangriff auf Tobruk ist von intensiver und wirksamer Luftabwehr empfangen worden, die die Zielsicherheit des Feindes entschieden beeinträchtigte. Eine Baracke wurde getroffen und einige Telephon­leitungen unterbrochen; ein Wann wurde gelötet.

3n Ostafrika hat einer unserer Luftverbände die Bombardierung von Lodwar wieder­holt und einen Brand verursacht.

Die Hafenanlagen von p er im Im Roten Meer find von unseren Flugzeugen wiederholt bombar­diert und getroffen worden, wobei starke Brände entstanden.

Die feindliche Luftwaffe hat G i a v e l t o, Maggi, Gura und Toselli bombardiert und leichte Schäden verursacht.

Feindliche Flugzeuge haben den Hafen von porto Largo auf Leros angegriffen und dabei die katholische Kirche und andere zivile Bauten ge­troffen und 34 Tote und 20 Verwundete verursacht. Keinerlei nennenswerter Schaden an militärischen Zielen. Zwei feindliche Flugzeuge sind abgeschossen worden.

Nach dem siegreichen Vormarsch der italienischen Truppen auf Sidi el Barani hatte der Feind feine Stützpunkte verloren und diese um mehr als 100 Kilometer von der alten libysch-ägyptischen Grenze immer mehr nach Osten zurückverlegen müssen. In einer der letzten Nächte Haden italie­nischeSperber" Maaten Bagush angegriffen und kriegswichtige Anlagen sowie ein Militärlager des Feindes in unmittelbarer Nähe der Eisenbahn­strecke zwischen Marsa Matruk und Alexandrien mit Bomben belegt, wodurch bedeutende Schäden an- gerichtet wurden. Ebenfalls waren die italienischen Bomben bei El Quasab außerordentlich wir­kungsvoll, da dort die Bahnlinie besonders schwer beschädigt wurde. Darüber hinaus führt die italienische Luftwaffe, wie Agenzia Stefan! beitont, wirksame Ueberwachungsslüge durch. So Haden zwei italienischeFalken" in der Abenddämmerung in der Gegend von Tobruk drei Blenheim-Bomber gesichtet, die nach der Cyrenaika unterwegs waren. Durch die italieniscken Jäger wurde eine Blenheim obgeschossen, die beiden anderen wiederholt von Maschinengewehrsalven getroffen, fo daß sie höchst­wahrscheinlich nicht mehr zu ihrem Stützpunkt zu­rückgelangen konnten.

USA. im Pazifik.

Don unserem Dr. Hu.-Korrespondenten.

Neuyork, Oktober 1940.

Als Howai 1778 von Portugiesen entdeckt wurde (die dort die Gitarre einfuhrten), mochten die Sandwich-Jnseln, das heutige Hawai, wohl 300 000 Einwohner gehabt haben. Ein Jahrhundert später hatten Krieg und Epidemien die Bevölkerung auf 57 000 zusammenschmelzen lassen. Die Zucker- Gesellschaften hatten jedoch Hochkonjunktur und führten Arbeiter in Massen ein. So kam es, daß beim letzten (bisher veröffentlichten) Zensus von 1930 nicht weniger als 140 OOO Japaner, 63 000 Fili­pinos, 51 000 Hawai-Ureinwohner oder Mischlinge, 45 000 Amerikaner und Europäer, 27 000 Chinesen und 42 000 Sonstige in Hawai gezählt wurden. Das UeLerwiegen des japanischen Elements ist auf­fällig.

Honolulu, Hafen und Hauptstadt, erstreckt sich ungefähr zehn Meilen längs der Südküste der Oahu- Jnsel. Es hat 150 000 Einwohner (die ganze Insel zählt 220 000), modernes Geschäfts- und Verwal- tungsviertel, eine Universität mit 3000 Studenten, japanische Teeräume, wo Geishas für drei Dollars die Stunde fingen, tanzen und Wein reichen, die größte Konservenfabrik der Welt (Ananas) und ein Elendsviertel, genanntZur halben Hölle".

Hawais Hauptprodukt ist Z u ck e r r o h r, das in den Niederungen wächst und auf dem amerikanischen Festland raffiniert wird. An zweiter Stelle steht die Ananas, die im Hochland wächst und deren größter Teil auf den Inseln selber in neun Fabriken konserviert wird. Frische Ananas verderben leicht, weshalb z. B. die nach den Vereinigten Staaten ge­langenden frischen von Kuba oder Puerto Rico kommen. Im Jahre 1903 verschiffte die Ananas-Jn- buftrie erst 1893 Kisten, dreißig Jahre später neun Millionen Kisten oder 225 Millionen Dosen. Die Hawai-Ananas soll so gut sein, weil sieflüssigen Sonnenschein" genießt; ein schwerer Nebel, der sich im Sonnenschein gelegentlich über die Inseln lagert

An dritter Stelle, wirtschaftlich gesehen, steht der

Fremdenverkehr. Er hat sich des Krieges wegen sehr ausgedehnt und bringt heute rund 20 Millionen Dollar jährlich ins Land. Die Land­schaft ist tropisch, vulkanisch, sehr obwechslungsvoll üppig blühend. Ferner lockt den Amerikaner manch alte Sitte, menigfiens gilt sie heute als alt Die blu­mengeflochtene Halskette, genannt Leis, wird aller­dings von Japanern gemacht, doch von Hawai-Leu- ten verkauft. Die weltberühmte meilenweite Küste von Waikiki, nur 15 Minuten von Honolulu entfernt, wenn man den Autobus benutzt, ist das ganze Jahr über in warme Sonne gehültt. Die Hula-Mädchen mit ihren Grasröcken tanzen mit wiegenden Hüften; kräftige junge Burschen reiten auf flachen Booten durch die Brandung, so daß Fremde jedweden Geschlechts auf ihre Rechnung kommen.

In Pearl Harbour, Honolulu, liegt das größte Kontingent der nord amerikanischen Flotte mit elf Schlachtschiffen, 20 Kreuzern, 70 Zerstörern, mehreren Flugzeugträgern. In den Schofield-Bar- racks und anderen Plätzen sind rund 24 000 Mann Landtruppen ftationiert, rund ein Zehntel des nordamerikanischen Heeres. Hawai ist Schlüs­selposition der Nordamerikaner im Pazifik. Darum soll es 49. Staat der Union werden. Gegner führen die erwähnte Rassenmischuna ins Feld, doch sagt ein Kongreß­bericht, triefe Gruppen lebten friedlich beieinander; Leben und Eigentum seien so sicher wie auf dem Festland. Im November soll eine Volksabstim- m u n g über die Eingliederung Hawais als 49. Staat abgehalten werden. Eingeweihte Kreise rech­nen mit glatter Annahme. 1898 wurden die Inseln (insgesamt 20, davon acht bewohnt) auf eigenen Wunsch von den Nordamerikanern annektiert und 1900 als Territorium Hawai bezeichnet. Ein Abgeordneter, der zweijährig gewählt wird, ver­tritt die Jttsel im amerikanischen Kongreß zu Wa­shington.

Churchill vorm Torpedorohr.

Eine Erinnerung aus dem Weltkrieg.

Anfang Oktober 1914 wurde unserU 28" vor die flandrische Küste und in den Ostausgang des Englischen Kanals entsandt. Der Fall von Antwer­pen stand in den nächsten Tagen zu erwarten. Wir sollten die vermutlich sich auf dem Wasserweg zu­rückziehende belgische Besatzungsarmee durch An­griffe schädigen.

Es durften unter Wasser nur Transportschiffe an­gegriffen werden, auf denen mit Sicherheit feind­liche Truppen erkannt waren. Das war nicht ganz einfach. Immer wieder mußten Angrifte auf siche­rem Schußabstand aufgegeben werden, da die be­fohlenen Merkmale für Truppentransporter nicht festgestellt werden konnten.

Endlich kam am 13. Oktober, einige Tage nach dem Fall von Antwerpen, in der Einfahrt von Calais ein auf wenige hundert Meter aus dem Nebel auftauchender großer Dampfer mit Westkurs in Sicht. Dicht ane in and erged rängt standen zahl­reiche Menschen an Deck. Das mußten Truppen fein, das Schiff kam aus Richtung Schelde. Wenn das Schift durchhielt, mußte es unseren schußklaren Bugtorpedos zum Opfer fallen. Kurz vor dem Schuß drehte der Dampfer aber hart auf die Tauch- stelle zu. Nur schnelles Abdrehen konnte uns vor einem Rammstoß bewahren. Die Heckrohre wurden leider nicht mehr rechtzeitig schußklar. In Richtung Calais kam das Schiff bald aus Sicht. Es hatte die jetzt auch von mir erkannte Ansteuerungstonne gerundet.

Wir waren natürlich über die verpaßte Gelegen­heit wütend, vor allem, da wir beim Passieren englische Marine an Bord erkannt hatten. Unser Aerger wurde noch großer, als wir später erfuhren, daß uns kein anderer als Mr. Winston Churchill mit seiner Marine-Brigade auf seinem erstenglor­reichen Rückzug" aus Antwerpne entgangen war.

Im März 1916 nahmen wir südlich von Irland ein englisches Prisenkommando von der norwegi­

schen BarkPestalozzi" gefangen. Ein Obermaat erzählte uns, daß er zu Churchills Mar ine-Brigade gehört hatte. Der Angriff unseres Bootes war auf dem Schiff bemerkt worden. Noch immer schimpfte er aus vollstem Herzen über Winston Churchills überstürztes Einsetzen der Brigade auf dem Fest­land. Ihre Ausrüstung sei mehr als notdürftig ge­wesen. Wegen fehlenden Lederzeuges hätten sich er und viele seiner Kameraden die Seitengewehre an Bindfäden um den Bauch binden müssen. Am mei­sten schimpfte er über das dauernde sinnlose Mar­schierenround about the coast (rund um die Küste herum") unter Churchills Oberleitung. Dieses Marschieren war ganz und gar nichts für diesen ollen ehrlichen Seemann. Jnfanteriemärsche gefie­len ihm ebensowenig wie Frankfurter Würstchen, die er mit den Worten verweigerte:I dont like Zeppelins, (,Hch liebe keine Zeppeline"). Wir freu­ten uns über seine Erklärung, daß in England Würstchen unbeliebt geworden wären, weil sie die Form von Zeppelinen hätten.

Ich habe noch oft die verpaßte Abschußgelegen­heit desKirchenübels" Churchill (englisch: church = Kirche, ill = übel) bedauert. Jetzt aber glaube ich, daß wir unferm Vaterlande unbewußt einen größeren Dienst erwiesen haben, daß wir damals dasKirchenübel" leben ließen, als es uns vor dem Torpedorohr lag.

Nun kam die Kunde, daß das Flaggschiff der von Amerika eingehandeltenAlteisen-Zerstörer" stolz den NamenChurchill" tragen soll. Wann wird die britische Admiralität mit Bedauern bekannt geben müssen, daßSeiner Brittschen Majestät Churchill" torpediert wurde?

Jedenfalls paßt es ausgezeichnet, daß Churchills Name ausgerechnet für einen alten Zerstörer ge­wählt wurde, denn alsZerstörer von England" wird sein Name in die Geschichte eingehen.

G. G. Frhr. v. Forstner.

Churchill sucht Schuldige in Gibraltar.

Madrid, 14. Okt. (Eurovapreß.) Dor einigen Tagen hat sich der brittsche Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, im Auftrag des Premier­ministers Churchill nach Gibraltar begeben, um dort eine Untersuchung gegen die britischen Behör­den einzuleiten, denen der Regierungschef zum Vor­wurf macht, daß sie die Durchfahrt franzö­sischer Marineeinheiten durch die Meer­enge von Gibraltar nach Französisch - Westafrika nicht verhindert und es darüber hinaus nicht für notwendig erachtet htztten, gegen die französischen Häfen in Marokko eine absolute Blockade durchzu­führen.

Es sind Verfahren gegen den Gouverneur der Gibraltarfestung Clyde Liddle, gegen den Kom­mandeur der westlichen Mittelmeerflotte Konterad­miral Summerville und den Kommandeur der Desatzungstruppen General Mason M a d f a r l a n zu erwarten. Ob auch der Kommandeur der gesam­ten britischen Mittelmeerflotte Admiral Dudley in die Affäre hineingezogen wird, ist noch nicht bekannt, doch rechnet man durchaus mit dieser Mög­lichkeit. Man hat den Eindruck, daß Churchill ange­sichts des Ernstes der britischen Mittelmeerposition zu letzten Maßnahmen entschlossen ist, die sich vor allem aus der Ueberlegung ergeben, daß der augen­blickliche strategische Wert Gibraltars reichlich pro­blematisch und Englands strategische Situation im Mittelmeer überaus bedenklich ist.

Cin Churchill-Bluff.

Wieder einfehlgeschlagener deutscher Jnvasionsversnch" erfunden.

Berlin, 14. Okt. (DNB.) Heute interessiert die britische Oeftentlichkeit nichts lebhafter als dieIn­vasion". Um die Befürchtungen im englischen Volk zu bannen, erfanden amtliche Stellen in Lon­don deutsche Jnoasionsverfuche. Praktisch haben solche zwar niemals stattgefunden. Sie mußten aber zur Beruhigung der Massen erfun­den werden, um versichern zu können, daß alle Versuchejämmerlich gescheitert seien". Gestern wurde nun der bekannteMarinesachverständige" Fairndy wiederum auf die englische Presse los- gelaffen. Er beruhigt die Leser dahingehend, daß

der deutsche Jnvasionsplan, der eigentlich schon vor zehn Wochen zur Ausführung kommen sollte, nun­mehr völlig in Unordnung geraten" sei. Man habeeben nicht mit dem Wider sta nd der britischen Luftwaffe gerechnet, die alle deuftchen Prahlereien null und nichtig ge­macht" habe. Bei diesem Jnvasionsversuch habe Deutschland 6000 Mann ein gebüßt und insgesamt 2600 Flugzeuge verloren". In Deuftchland sei nichts davon bekannt, die enormen Verluste würden geheimgehalten, aber die ganze Welt kenne sie. Es ist nicht das erstemal, daß Großbritannien Nach­richten frei erfindet, lediglich zu dem Zweck, sie dann zu bementieren ober baraus eine englische Erfolgsmeldung machen zu können.

Times-Lügen."

Die Verschickung erholungsbedürftiger Kinder der Reichshauptstadt.

Berlin, 14. Okt. (DNB.) Wie fast alle Maß­nahmen, bie unsere Zivilbevölkerung angehen, durch den selbstlosen Einsatz von Parteiorganisationen Unterstützt werden, so sollen die Einrichtungen der Partei auch für eine freiwillige Verschickung erholungsbedürftiger Kinder der Reichshaupt st adt zur Verfügung gestellt wer­den. Daraus sucht die englische Propaganda ver­geblich, Kapital zu schlagen. Unter b^r Schlagzeile Nazi-Anhang zuerst" spricht dieTimes" davon, daß die Frauen und Kinder von Partei­genossen bei der Kinderverschickung aus Berlin b e ° d o r 3 u g t behandelt würden.

Dank vorsorglicher Maßnahme von Parteistellen gehen ganze Schulklassen in die Berge. Daß im übrigen die Auswahl der Kinder unabhängig von der Parteizugehörigkeit ihrer Eltern erfolgt, bedarf keines Hinweises. Dem Engländer, dem die Bevorzugung wohlhabender Kreise selbstverständlich erscheint, ist eine unter­schiedslose Behandlung aller Bevölkerungsschichten unvorstellbar. Auf der anderen Seite gibt ihm die obige Bemerkung bie Möglichkeit, sich für bie wieder­holten Hinweise der deuftchen Presse zu rächen, die das schamlose Verhalten britischer Behörden anpran­gerte, daß es infolge der hohen Kosten praktisch nur wohlhabenden Engländern erlaubt ist, ihre Kinder nach Uebersee in Sicherheit zu bringen, während sich auch heute noch Fein Mensch im reichen England um das Schicksal der Arbeiterkinder kümmert. Im

Raffe gegen Dollar.

Don umerer berliner Schnstleiiung.

Santiago de Chile. 14.Oft (DRV.) Derlag der Raffe" wurde hier gestern in gewohnter Weise begangen. Die W i e d e r- aufnahme der Beziehungen zwi­schen Spanien und Chile wird ein­hellig begrüßt. Das Außenministerium gab hierzu ein Kommunique heraus, das durch die chilenischen Auslandsmissionen den frem­den Regierungen mitgeteill wurde.

Die linksgerichtete Regierung von Chile hat ihren Frieden mit dem nationalen Spanien des Caudillo geschlossen; damit ist die über alle partei­politischen Meinungsverschiedenheiten hinwegrei­chende Verbundenheit des Geistes unb der Kultur, die Spanien und die 18 Republiken auf seinem ehe­maligen südamerikanischen Kolonialboden noch heute umschließt, wieder deutlich geworden. Der spanisch- iberischeTag der Rass e", der 12. Oktober, an dem im Jahre 1492 Cristoforo Colombo mit seiner Landung in Guanahani den amerikanischen Erdteil erschloß, ist ein Ausdruck jener Verbundenheit Jbe- ro-Amerikas mit dem Mutterland, die zukunftwei- fenb ist. Immer haben bie Sübamerikaner sich als Sohne ber spanischen Kultur gefühlt. Ihre wunder­vollen Kathedralen standen bereits, als Neuyork noch ein elendes Fischerdorf war, ihre geistige und seelische Einstellung war und ist grundverschieden von der Nordamerikas. Sogar noch in der Bot­schaft des nordamerikanifchen Präsidenten James Monroe wird von den .amerikanischen Festlän­dern" gesprochen, also die Unterschiedlichkeit ber nördlichen und der südlichen Hälfte des Doppelkon- tinents betont.

Die Monroe-Doktrin von 1823 hatte nicht nur bie Abwehr europäischer Eingriffe in die Macht- unb Besitzverhältnisse Amerikas als eigentliche Ur­sache, sonder wurde auch ein Deckmantel der Aus- breitungsbebürfniffe Nordamerikas, bas mit ber Er­werbung Floridas sich anschickte, seinen Dollarimpe­rialismus den iberischen Ländern aufzuzwingen. Bereits damals stand der Schrei nach Kuba im Vordergrund ber Politik der USA., und im Mon­roe-Jahr 1823 sagte Jefferson offen, nicht nur Kuba, sonderndie Beherrschung des Golfes von Mexiko, ber angrenzenden Länder und ber ßanb- enge würde das Maß unseres Wohlbefindens voll machen". Der Drang ber Vankees nach Mexiko wurde burch bie erzwungene Abtretung Kalifor­niens, Texas' usw. befriedigt. Die Erweiterung ber nordamerikanischen Union vollzog sich auf Kosten Süd- und Mittelamerikas.

Der Gegensatz zwischen den Pankees und beit Amerikanern spanischen, ober, wie in Brasilien, por­tugiesischen Geblüts ist so schroff, baß alle pan­amerikanischen Konferenzen ihn nicht zu überbrücken vermochten. Auch die Propaganda Washingtons in Südamerika durch Rundfunk, Presse und die Vor­kämpfer des materialftttichen nordamerikanischen Händlergefttes, durch das Judentum, hat ihn nicht überbrücken können. Der nordamerikanische Dollar- impevialismus versuchte auch während dieser Kriegszeit, Jbero-Amerika mit dem Phrasengeklin- get ber Roosevslttaner zu durchdringen, aber die Hemmungen sind doch stark genug, um den süd- amerikanischen Republiken ihr MtureHes und raffe* hastes Eigenleben zu bewahren, ganz abgesehen da­

nationalsozialistischen Deutschland ist das eben anders.

SerzlicherEmpfang verdeutschen Mttärmistwn in Bukarest.

Bukarest, 14. Oktober. (Europapreß.) Die Mit­glieder ber deuftchen Militärmission sind mit einem Sondenzug auf dem Bahnhof Mogoscaia bei Bukarest eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich auf dem mit deutschen und rumänischen Fahnen ge­schmückten Bahnhof der stellvertretende Minister­präsident und Führer der Eisernen Garde, Horia Sima, Außenminister S t u r d z a, ber Staats­sekretär für Heerwesen, General Pantazi, Gene» ralstabschef Joantziu, der deutsche Gesandte Dr. Fabricius, mit dem Militärattache Oberst Just, eingefunden. Außerdem bemerkte man den italienischen Gesandten C h i g i mit feinen Attaches sowie bie Geschäftsträger Spaniens und I a pans.

Der Leiter der deutschen MMärmission, General Hansen, schritt die Front der Ehrenkompanie ab. Im Empfangssaal des Bahnhofes richtete General Joantziu im Auftrage des Staatsführers Gene­ral Antonescu herzliche Worte der Begrüßung au den Leiter der deutschen Militärmission, deren Ent­sendung nach Rumänien er als Zeichen des Zusam­mengehens beider Länder würdigte.

General Hansen' erwiderte, die Reichsregierung sei bereitwilligst dem Ansuchen des rumänischen Staatsführers nachgekommen, um ihre Erfahrungen dem rumänischen Heer zuteil werden zu lassen. Er und seine Mission würden sich rückhaltlos in den Dienst dieser Aufgaben stellen. Anschließend stattete General Hansen mit dem deuftchen Gesandten und den deutschen Waffenattachös dem Staatsführer Antonescu seinen Besuch ab.

Den Engländern wird der Boden zu heiß.

Bukarest, 14. Okt. (DNB.) Heute verläßt eine größere Zahl von Engländern, darunter mchrere Mitglieder ber englischen Gesandtschaft, an ihrer Spitze ber Militärattache Mac Nadd, Bukarest, Er ist vor allem durch die Aussagen der verhafteten englischen Pettoleumingenieure belastet worden. Mit ihm reist auch sein Vertreter in der Leitung des Secret Service, Kapitänleutnant fernher, der als Presseattache getarnt war. Auch den übrigen abreisenden Engländern wird der rumänische Bo­den zu heiß, weil sie eine Aufdeckung ihrer Schand­taten befürchten müssen.

England kaust weiter alte Schiffe von USA.

Washington, 14. Okt. (DNB.) Die bundes­staatliche Schiffahrtsbehörde hat aus Regierungsbe- sitz 19 alte und fett Jahren aufliegende Fracht­dampfer an brittsche Schiffahrtsgesellschaften ver­kauft. Das englische Angebot von 4 640 000 Dollar lag weit über dem Gebot einiger amerikanischer Firmen. Es kommen noch die Kosten für bie Re­paraturen hinzu, bie sich je Schiff auf etwa 165 000 Dollar belaufen. Amerikanische Schiffahrtskreise schließen aus biesem brittschen Kauf um jeden Preis, daß infolge ber eingetretenen hohen Verluste und der weiten Strecken zu den noch verbliebenen Märkten Englands Schiffsraum außerordentlich knapp geworden ist.