190. Jahrgang Nr. 244
Dienstag, 15. Oktober 1940
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Gtetzener Anzeiger
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vrühlsche Untversitätrdnrckerei L. Lange General-Anzeiger für Oberhessen ^^Kietzen^5ch,lstroche 7-9
Trümmer in allen Stadtteilen Londons
in zwei Truppen lagern die Unterkünfte zerstört. 3n der Themsemündung führte die Besatzung eines Kampfflugzeuges einen besonders kühnen Tiefangriff auf einen flarkgeficherten Geleilzug von 18 bewaffneten Handelsschiffen durch. Da das Flugzeug keine Bomben mehr an Bord hatte, griff es mit Blafchinengewehrfeuer an und fetzte dadurch ein Schiff am Heck in Brand.
Obwohl der Gegner mehrfach der Gefechtsberührung mit unseren Jagdfliegern auswich, kam es zu verschiedenen für uns sehr erfolgreichen Luftkämpfen.
3m Seegebiet westlich La diz zerstörte ein deutscher Fernbomber ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff von 3000 bis 4000 BRT. durch zwei Bombentreffer.
Bei Tatze griff der Gegner das Reichsgebiet und die besetzten Gebiete nicht an. Zwei einzelne Aufklärungsflugzeuge wurden schon an der französischen Küste durch Flakartillerie vertrieben. 3n der Rächt flog der Feind nach Rord - und West - d e u t s ch l a n d ein. Planlos geworfene Bomben richteten nur geringen Häuserschaden an, trafen jedoch keine militärischen oder wehrwirtschafllichen Ziele.
Der Gegner verlor gestern insgesamt 13 Flugzeuge, davon 12 in Luftkämpfen, eins durch Flakartillerie. Lin deutsches Flugzeug ist nicht zurückgekehrt.
von 15—20 Jahren, 12 000 Männer und 26 000 Frauen im Alter von 20—25 Jahren und 10 000 Männer und 9000 Frauen im Alter von 25—30 Jahren. Da diese Entwicklung weiter andauert, ergibt sich einerseits ein Frauenüberschuß in den Städten und ein Frauenmangel auf dem Lande, weiterhin naturgemäß, da ein Ausgleich nicht erfolgt, ein Geburtenrückgang auf dem Lande sowohl als auch in den Städten. Dies ist nur eins der Probleme, über deren Bedeutung man sich allmählich immer klarer wird, und die den Einsichtigen im Lande zeigen, daß nicht nur, wie man immer gern in den Vordergrund schieben möchte, Gefahren von außen drohen, sondern daß man auch noch recht viel zu tun hat, um fein Haus im Innern in Ordnung zu bringen.
Die kürzlichen Wahlen zur zweiten Kammer des Reichstages haben endlich eine Entwicklung zum Abschluß gebracht, die seit Jahren im Gange war: die endgültige Stabilisierung der par-
Der Wehrmachtbericht vom Montag.
Berlin, 14. Ott. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Leichte und schwere Kampffliegerverbände setzten am Tage und in der Rächt ihre Vergeltungsangriffe auf London und ihre Angriffe auf andere kriegswichtige Ziele in Süd- und Blit, telengland mit großer Wirkung fort. 3n rollendem Einsatz flogen Staffeln, bei Tage durch Jagdverbände geschützt, in dichter Folge, so daß zwischen den einzelnen Angriffen nur kurze Pausen eintraten.
In London entstanden vor allem nördlich der Themse in höhe der Viktoria - und In d l a - Docks durch Bombentreffer mittleren und schweren Kalibers Großbrände, die während der Rächt bereits von der Themsemündung und der britischen Küste aus zu sehen waren. Rach dem Angriff auf ein Kraftwerk konnten große Stichflammen und starke Rauchentwicklung beobachtet werden.
Ein zweiter stärkerer Angriff galt den Hafenanlagen und Rüstungsbetrieben von Liverpool. Der Bombenwurf rief auch hier schwere Explosionen mit nachfolgenden Bränden hervor. Beim Angriff auf verschiedene kriegswichtige Ziele in Wittel- und Südengland wurden u.a.
Tag und Nacht in rollendem Einsatz gegen England.
Niesenbrän de in den Londoner Oockanlagen. - Schwere Explosionen in Liverpool. Feindliches Handelsschiff bei Cadiz von deutschem Fernbomber zerstört.
Wie stehfs in Schweden?
Von unserem Og.'Äerichterstatter.
dem Feuer zum Opfer gefallen .
In diesem Zusammenhang ist ein Interview von besonderem Interesse, das Sir John Reith, der Leiter der Wiederaufbauarbeiten, einer Reihe ausländischer Journalisten gewährte. Er erklärte: „Sie wissen, daß nach jedem neuen Luftangriff immer mehr Wohnungen für die Bevölkerung geschaffen werden müssen. Es reicht nicht aus, Wohnungen zu beschlagnahmen, die zufällig leerstehen, weil ihre Eigentümer zwangsevakuiert sind oder London freiwillig verlassen haben. Der Winter steht vor der Tür, und wir müssen daher das Wohnungsproblem vorher lösen. Ich bin gerade nut einem Plan befaßt, der die unterirdische Bebauung in größtem Maßstab zum Gegenstand hat. Wir werden bombensichere unterirdische Wohnungen für Masseneinquartierung einrichten. Jedoch müssen wir zunächst einmal die Ruinen der zusammengestürzten Häuser an den Stellen wegräumen, wo alsdann diese unterirdischen Wohnun
gen gebaut werden sollen." Diese Arbeit, so fügte Sir John Reith hinzu, soll „in den nächsten Tagen" ausgenommen werden. Er fand damit zu der alten I Jllusionstaktik zurück, mit der die amtlichen Lon-
stellt.
Ein anschauliches Bild von dem jetzigen Zustand der britischen Hauptstadt gibt ein Bericht der französischen Zeitung „F i g a r o" vom 11. 10., in ihm heißt es: Im Eastend und im Hafenviertel sind die Häuser zu Dutzenden aufgerissen. Wenn man die Ludgate Hill und die Fleet Street bis zum Strand hinuntergeht, so findet man Einschläge^inmitten der Straße. Auf dem Strande ist das Somerset- house zum Teil zerstört. Mehrere Häuser und ein Brückenpfeiler sind getroffen. Bomben sind in die Downing Street in der Nähe des Oberhauses gefallen. Das Gittertor des Buckingham-Palastes, der königlichen Residenz, ist zerstört. In May- fair, dem Quartier des Lurushandels, das zwischen der Regent Street, Oxford Street, Park Lane und Piccadilly Street liegt, sind die Schäden bedeutend. Man geht auf Glasscherben. . ---------------------. .
Alle Läden haben an Stelle ihrer zerbrochenen > Jllusionstaktik zuruck, mit der die amtlichen Low
lamentarischen Macht der schwedischen Sozialdemokratie. Diese Partei, die schon seit langem die bürgerlichen Gruppen immer mehr an die Wand gedrückt hatte, erreicht jetzt die absolute par- lamentarfiche Mehrheit. Entscheidend für diesen Erfolg war sicherlich nicht zuletzt der Einfluß der sozialdemokratischen Gewerkschaften; eine Macht, wie sie die Gewerkschaften in Deutschland niemals während ihrer besten Zeit gehabt haben hinzu kam die völlige Ziellosigkeit im Lager der bürgerlichen Parteien, aber auch die Art und Weise, in der Ministerpräsident hansson Schweden durch die Krisen des letzten Jahres hindurchgesteuert hatte. So war es [einer Zeit nicht ohne Eindruck geblieben, daß er sich nicht scheute, seinen Parteikollegen Sandler aus dem Kabinett hinauszusetzen, als dessen Politik das Land anläßlich des finnisch-russischen Krieges in den Konflikt hineinzuziehen gedroht hatte. Wie weit es Sandler und Genossen, die ja schließlich nach wie vor ihren Einfluß in der sozialdemokratischen Partei und auch sonst besitzen, noch einmal gelingen wird, iljre Gesichtspunkte zur Geltung zu bringen, muß man abwarten. Vorläufig jedenfalls scheint sich auch durch das Wahlergebnis an der künftigen Linie der schwedischen Politik nichts zu ändern.
Stockholm, 14. DEL (Europapreß.) Nach amtlichen englischen Mitteilungen sind die deutschen Nachtangriffe von Sonntag auf Montag weitaus heftiger und verheerender gewesen als an den Vortagen. Das Luftfahrtministerium ver- öffenllicht über die nächtliche Aktion der deutschen Luftwaffe am Montagmittag eine Erklärung, in der es heißt, der Umfang der Angriffe sei in „etwas größerem Umfang" erfolgt Das Londoner Gebiet fei neuerlich das Hauptziel gewesen, jedoch hätten auch die Angriffe gegen das Mersey-Gebiet bei Liverpool und Nordwestengland stattgefunden. Außerdem wurden Städte im Nordosten des Landes von deutschen Maschinen bombardiert. Die Vernichtung von Geschäftshäusern und Industrieanlagen in London und Umgebung wird bestätigt. Gebiete in London, in denen zahlreiche militärisch wichtige Punkte, wie Jagdflugzeugplätze und dergleichen, gelegen sind, wurden besonders heftig angegriffen. Im Mersey-Tal wurden zahlreiche Schäden angerichtet. Die Zahl der Toten und Verletzten wurde noch nicht bekanntgegeben. Das gleiche trifft für zwei Städte des Nordostens zu, die mehrere Male in der vergangenen Nacht angeflogen wurden. 5000 Mann Pioniertruppen sind nunmehr Tag und Nacht damit beschäftigt, mit hacke und Schaufel die Londoner Trümmerfelder zu beseitigen. Es soll versucht werden, im Interesse der Aufrechterhaltung der Moral die Spuren der deutschen Luftangriffe so schnell wie möglich wegzuräumen. Nur an einer Stelle wurden in London die Trümmer unter amtlichen Schutz ge-
Scheiben Bretterverschläge. Berkeley Square ist von Häusern mit zerbrochenen Scheiben umgeben. Im Westend ist ein großes Geschäftshaus mit vier Etagen getroffen. Savile Row, die Straße der männlichen Eleganz, ist zerstört und ausgebrannt. In der B o n d S t r e e t ist das große Warenhaus John Lewis ausgebrannt, ein anderes zerstört. In der ganzen Straße ist keine Scheibe mehr heil. Regent Street ist durch Seile abgesperrt; die Häuser drohen eingustürzen. Im hyde Park hat eine Bombe einen ungeheuren Trichter verursacht. Die City ist sehr mitgenommen. Fast alle Büros und alle Geschäfte sind getroffen. In den Docks, die sich 15 Kilometer an der Themse entlang ziehen, sind die Mehrzahl der Lagerhäuser mindestens einmal getroffen worden. Der Berichterstatter glaubt, daß die Stadt nur durch die übermenschlichen Anstrengungen der Feuerwehr und des Luftschutzes bis jetzt noch vor der völligen Vernichtung bewahrt werden konnte. Zwar wurden in der letzten Zett sämtliche Feuerwehrleute auf dringendes Verlangen des Ministeriums für innere Sicherheit von der Wehrmacht freigestellt und in London eingesetzt. Aber ihre Zahl reicht nicht mehr aus, um die Brände auch nur einigermaßen auf ihren Herd zu beschränken. Ganze Straßenzüge sind
Stockholm, Oktober 1940.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Angesichts der gesamten wettpolitischen Lage baute Schweden feine Verteidigungskraft in hier bisher nicht gekanntem Tempo aus. Es „rollte faf) zusammen rote ein Igel", um das viel Zitierte Bild des schwedischen Unterrichtsministers Bagge zu gebrauchen, „bereit nach allen Seiten hin zu stechen". Nun, Schweden ist verschont geblieben, Schauplatz des gegenwärtigen Krieges zu werden. Sicher nicht zuletzt infolge des blitzschnellen deutschen handelns gegenüber den britischen Plänen auf den Norden, insbefonbere auf das nordschwedische Erzgebiet. Wenn man hier auch weiterhin aufmerksam die Kriegsergebnisse und die Bewegungen der internationalen Politik verfolgt, so wächst doch die Ueberzeugung, daß die unmittelbare Gefahr für Schweden als beseitigt gellen kann. Gleichzeitig erheben sich schon vereinzelt Stimmen, die eine positive Stellungnahme 3hr neuen Lage Europas fordern. Schließlich, so meint man, könne auch der Igel nicht immer zusammengerollt bleiben, besonders, wenn er nicht angegriffen werde. Er müsse sich ja beispielsweise um feine Nahrung kümmern, wenn er nicht in feinem zusammengerollten Zustand verhungern wolle!
Einer ähnlichen Auffassung hat vor kurzem auch der Außenminister Günther in einer viel beachteten Rede vor dem Reichstag Ausdruck gegeben. Er hat in diesem Zusammenhang auch auf die Beziehungen zum Deutschen Reich verwiesen, wenn er vielleicht auch in erster Linie an das Verhältnis Schwedens zu den übrigen Ländern des Nordens gedacht hat. Gerade aber das Verhältnis zur neuen Lage Europas, zu der im Werden begriffenen neuen europäischen kontinentalen Gemeinschaft bedarf, das empfinden manche Kreise Schwedens sehr deutlich, dringend einer Klärung im positiven Sinne.
Wohl spricht man viel von „Anpassung" an die neue Lage Eine solche Anpassung ist ja in wirtschaftspolitischer Hinsicht zum Teil auch schon erfolgt. Man denke nur an die neuen deutsch- schwedischen h a n d e l s a b m a ch u n g e n , durch die weitgehende neue Lieferungs- und Abnahmemöglichkeiten auf beiden Seiten erschlossen wurden, und ah die Bemühungen um neue Handelsvereinbarungen mit Sowjetrußland und anderen Staaten des europäischen Kontinents, durch die man den Ausfall des überseeischen Handels einigermaßen auszugleichen sucht. Daß dies aber nur einen Teil dessen darstellt, was man unter „Anpassung an die neuen europäischen Gegebenheiten" verstehen muß, ist vielen Menschen hier in Schweden schon durchaus klar geworden. Auf her anderen Seite aber laufen gewisse liberal- demokratische Kreise gegen jeden Versuch einer solchen Anpassung Sturm, indem sie mit Begriffen wie „Selbständigkeit des nordischen Denkens" gegenüber den revolutionären Erscheinungen des Kontinent, mit der „geistigen Freiheit des Nordens" gegenüber der angeblichen Unfreiheit im übrigen Europa und ähnlichen Dingen operieren, hinter denen sich offensichtlich nur die Angst um den Fortbestand des eigenen Einflusses und der eigenen Macht verbirgt.
Andere, zahlenmäßig allerdings noch sehr wenig umfaßende Kreise erkennen, daß es auch mit einer weitergehenden „Anpassung" nicht einmal getan fein wurde, sondern daß die Lage einen aktiven Einsatz Schwedens verlange. Sie wünschen eine aktive Außenpolitik, also die Abkehr von dem bisherigen System, das sich im wesentlichen immer noch an die Formulierung eines Ministers der Zett vor dem Weltkriege hielt, die Außenpolitik Schwedens bestehe darin, keine Außenpolitik zu haben. Aber auch diese aktiver eingestellten Kreise sehen vielfach noch nicht die zukünftigen Aufgaben ihres Landes rm europäischen Zusammenhang, sondern träumen von einem geschichtlichen Fuh - rungsanfprud) Schwedens im Nord- raum, eine Auffassung, die kürzlich sogar in dem Vorschlag gipfelte, Schweden solle doch, um alle weiteren Komplikationen im Dftfeeraum zu verhindern, einfach „Finnland besetzen"!
Die Presse bemüht sich, eine objektive Haltung gegenüber den Wettereigniffen zur Schau zu tragen, wobei sie aber nicht vermeiden kann, daß mehr als gelegentlich die wahren Sympathien und die offenbar noch immer nicht ganz erstorbenen Illusionen über die Lebensfähigkeit der westländifchen Demokratie in allzudeutlicher Weise durchschimmem. Im übrigen fehlt es aber auch nicht an Erkenntnissen über die Mängel im eigenen Land und die Gefahren, die beispielsweise auf volkspoliti- f d) em Gebiet bestehen, hierzu gehört das Echo, das in Schweden die Worte Petams über die biologisch-bevölkerungspolitischen Gründe der französischen Niederlage gefunden haben Man verweist barairf, daß die bevölkerungspolitische Entwicklung in Schweden im großen Ganzen mit derjenigen Frankreichs parallel verlaufen sei. Gerade in letzter Zeit hat sich, nachdem im vergangenen Jahr eine etwas günstigere Geburtenentwicklung verzeichnet worden war,' die Geburtenziffer wieder gesenkt, was man allerdings auf die besonderen Knegsve^ hältnisse zurückführi. Während beispielsweise noch im ersten Vierteljahr dieses Jahres tn Stockholm durchschnittlich 180 Kinder in der Woche geboren wurden, betrug diese Zahl in der letzten Mai-Woche nur 156 und Mitte Juni nur noch 138 und sie ist seitdem stündig weiter gesunken.
Besonders bedenklich stimmt aber die Entvölkerung des Landgebietes, auf Die eine dieser Tage erschienene politische Schrift die Oef- fentlichkeit aufmerksam macht. Dieser Wanderunqs- verlust betrifft vor allem den weiblichen ^eil der Bevölkerung. So betrug er wahrend der Jahre 1931—35 8000 Männer und 18 000 Frauen tm Alter
Deutsch-italienischer Wirtschafisausgleich.
Zu Beginn der zweiten Oktoberdekade haben in Berlin Besprechungen zwischen Reichswirtschaftsminister Funk und dem italienischen Außenhan- delsminister Riccardi begonnen Als Ergebnis dieser Aussprache ist fein fertiger Vertrag, sondern die Abstimmung der großen wirtschaftspolitischen Richtlinien der beiden Achsenmächte aufeinander zu erwarten. Von ausländischen Kritikern wird die Lage gern so dargestellt, daß sich die beiden Achsenmächte den kontinentaleuropäischen Wirtschaftsraum, in dem sie den ausschlaggebenden Einfluß haben, untereinander teilen wollen, daß also das feftlän- dische Europa westlich der Weichsel künftig in eine deutsche und eine italienische Einflußsphäre zerfallen. würde. Der Ausdruck „Einflußsphäre" entspringt liberaliftisch-kapttalistischem Denken und hat in der Wirtschaftsdiskussion der beiden Achsenmächte nie eine Rolle gespielt. Man wird doch wohl die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit der beiden verbündeten Länder näher untersuchen müssen, wenn man ein Urteil darüber abaeben soll, welcher Art die große gemeinsame Erschließung des fest- ländifchen Raumes sein soll.
Wenig über 2x/i Jahre waren seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus vergangen, als Deutschland im Herbst 1935 dem italienischen Volk in der Auseinandersetzung mit der Genfer Liga seine Unterstützung lieh. Nachdem Deutschland die Möglichkeit, über die „Gesellschaft der Nationen" zu einem Gleichgewicht in der Rüstungsfrage zu gelangen, bis an die Grenze der Selbstverleugnung erschöpft hatte, und nachdem sich der Führer hatte entschließen müssen, aus der Genfer Liga auszuscheiden, bildete es einen wesentlichen Punkt der deutschen Politik, allen denjenigen Völkern, die sich durch den Bund in ihren Lebensinter, essen bedroht oder verraten fühlten, einen starken Rückhalt zu geben. Deutschland hat es erreicht, daß die Organisation von Genf in ihrer Ohnmacht bloßgestellt und um den entscheidenden Teil ihres internationalen Kredits gebracht worden ist. Wesentlicher war aber die Tatsache, daß Großbritannien sich als nicht stark genug erwies, einen europäischen Großstaat an der tatkräftigen Verfolgung feiner lebenswichtigen Pläne zu hindern. Nicht einmal das Aufgebot europäischer und überseeischer Trabanten hat ausgereicht, um Italien den britischen Wünschen gefügig zu machen. Die Wirtschaftshilfe, die Deutschland dem befreundeten Italien gewährte, verschaffte der italienischen Politik in Ostafrika einen so starken Rückhalt, daß England klein beigeben und den Verantwortlichen für diese Politik, Herrn Anthony Eden, in die Wüste schicken mußte.
Die beiden Völker, die bald darauf ein formelles Bündnis miteinander schloffen, haben sich in fahre
doner Stellen trotz der sich immer mehr vergrößernden Schwierigkeiten nach wie vor das englische Volk einzunebeln versuchen.
Wieder britische Bomben auf ein Berliner Krankenhaus.
Drei feindliche Flugzeuge von Nachtjägern abgejchossen.
Berlin, 15.Oft (DRB. Funkspruch.) Von den in der Rocht zum 15.10. nach Rorddeutschland einfliegenden britischen Flugzeugen erreichten einige die Reichshaupt st adt. Sie warfen Bomben, die einige Wohnhäuser beschädigten. Dabei wurde auch das Virchow-Krankenhaus getroffen, ohne daß hierbei Personenschaden entstand. Die übrigen Angreifer wurden durch die Abwehrtätigkeit der Flakartillerie vertrieben. Drei feindliche Flugzeuge wurden beim Anflug auf Berlin von Rachtjägern brennend a b g e s ch o s s en.
Englische Eperrballone stürzen in die Tiefe.
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Verschiedene ihnen wichtig scheinende Punkte haben die Engländer rntt Ballonsperren versehen. Wer auch diese sind ein beliebtes Ziel unserer Angriffe, insbesondere der Jäger. — (Scherl-Bilderdienst-M.)


