Ausgabe 
15.1.1940
 
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Sicherheit festgestellt.

Awei kleinere Brände mußte unsere Feuerwache ' mirh nm Pin.m<d n n nnrhmit te n bam. am aeftriaen

Die Zahreszetten.

(Sternenreigen im neuen Jahr

Frauenrechte im Schaltjahr.

Abhandlung

wiesen gelten.

Oie Ausbildung der technischen Lehrerinnen.

stelle, Seltersweg, abzuholen.

Deutsches ^rauentnerf.

finden. Merkur ist ferner noch sichtbar am Morgen- Himmel Mitte August und Ende November, am Abendhimmel Ende Februar. Aber in allen Fällen bewegt sich dieser Schnelläufer unter den Wandel­sternen so nahe an der Sonne, daß er auf dem Hellen Himmelsgrund des Dämmerungsbogens ge­sucht werden muß.

DieGroße Konjuntton".

^^Das Abziehen der Fische ist im allgemeinen sticht yi empfehlen, weil dadurch meistens wertvolle Nähr- ntoffe vernichtet werden. Keinesfalls sollte man die Köpfe der Fische beim Zurichten fortwerfen, denn sie lassen sich noch immer zu einer nähr- und schmackhaften Suppe verwenden.

Dornotizen.

Tageskalender für INonlag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Wir tanzen um die Welt" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Anton Der Letzte". Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.

Sladllhealer Gießen.

Dienstag, 16. Januar: NeuinszenierungDie Fle- dermaus", Operette von Strauß. Musikalische Lei­tung: Harry Grüneke. Chöre: Richard Boeck. Tänze: Thea Maaß. 15. Vorstellung der Dienstag-Miete.

Mittwoch, 17. Januar:Die Fledermaus", Ope­rette von Strauß. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry Grüneke. 16. Vor­stellung der Mittwoch-Miete.

Donnerstag, 18. Januar: Geschlossene Vorstellung für KdF.-Feierabendring (4. Vorstellung)Die lustigen Weiber von Windsor".

Freitag, 19. Januar: ErstaufführungKinder auf Zeit", Lustspiel von Bortfeld. Spielleitung: Karl

Volck. Bühnenbild: Karl Löffler. 16. Vorstellung der Freitag-Miete.

Sonntag, 21. Januar: 6. Morgenveranstaltung: Ungarische Dichtung und Musik". AbendsDie Fledermaus", Operette von Strauß. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry Grüneke. Außer Miete!

nHenieliMaft M Kraft öatflj Steuöe

Achtung! Feierabendring-Mlglieder.

Oie ideelle politische Kraft der Partei im Einsatz.

Oer (Hauleiter im Kreise Büdingen.

Zuerst langsam, dann schneller schraubt sich die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn empor und über­schreitet am 20. März 19.24 Uhr den Himmels­äquator, womit astronomisch der Frühling be­ginnt. Da der auf den ersten Frühlingsvollmond folgende Sonntag bereits der 24. März ist, liegt diesmal Ostern sehr früh; dementsprechend auch Himmelfahrt bereits am 2., Pfingsten am 12. Mai. Wenn die Sonne am 21. Juni 14.37 Uhr im Wendekreis des Krebses den nördlichsten Punkt ihrer Bahn erreicht hat, beginnt der Sommer. Die Mittagshöhe der Sonne beträgt dann in Mittel- deutschland 61 Grad. Dann nimmt mit der Sonnen­höhe auch die Taglänge wieder ab, am schnellsten zur Zeit der Herbst-Tag- und -Nachtgleiche am 23. September, bis die Sonne wieder am 22. De­zember an den Südpunkt ihrer Bahn gelangt. Die Erde befindet sich Anfang Januar in Sonnennähe (Abstand 147 Millionen Kilometer), Anfang Juli in Sonnenferne (152 Mill. Kilometer). Da wir im Winter der Sonne näher sind, wird der Temperatur­unterschied zwischen Winter und Sommer dadurch etwas gemildert; umgekehrt ist es auf der Sud- halbkugel. Das Jahr 1940 bringt nur z w e i S o n. ne ns i n st e misse. Die erste am 7. April ist ringförmig, die zweite am 1. Oktober ist total; beide sind jedoch bei uns nicht sichtbar. Eine Mondfinster­nis findet 1940 nicht statt.

das Wort. Er betonte, daß die Errichtung dieses neuen Kreishauses ein sinnfälliger Ausdruck wahrer Volksgemeinschaft sei. Sie, die von jeher die Grundlage aller vom Nationalsozia­lismus in Angriff genommenen Aufgaben gewesen sei, habe sich in der Anteilnahme der gesamten Be­völkerung des Kreises an diesem der Gemeinschaft dienenden Werk wiederum bewiesen. Diesen Geist, der sich auch an dieser Stelle erfolgreich offenbart habe, gelte es zu bewahren und für die Lösung gegenwärtiger und zukünftiger Aufgaben einzu­setzen. Eine dieser Aufgaben der Partei, führte der Gauleiter dazu weiter aus, sei der vom Führer der NSDAP, überantwortete Auftrag der Volksfüh- rung, der g e ist ig - sozialen Betreuung bet «Ration. Als Mittlerin zwischen Führer und Volk vermittelt sie das Wollen des Führers heute notwendiger als je dem letzten deutschen Volksge­nossen und rüstet ihn dadurch mit der Tapferkeit des Herzens, der Kraft des Glaubens und der festen Zuversicht auf den Sieg. Deshalb, so fuhr der Gau­leiter fort, sei es ihm besondere Freude und Genug­tuung, daß gegenwärtig eine solche Führungsstätte wie dieses Kreishaus in den Dienst dieser notwen­digen Aufgabe gestellt werden könne. Er erinnerte sodann an die unzulänglichen Mittel, die dem Na­tionalsozialismus der Kampfzeit auf dem Gebiete der politischen Führungsarbeit zur Verfügung stan- den, und verglich die nun allenthalben erreichte oraa- nifatorifche und technische Vollendung von heute. Sie helfe der Partei wirkungsvoll an der Erfüllung ihrer Aufgabe, dem Führer im Volke jenen Resonanz­boden zu schaffen, den er für die Erreichung des Endsieges benötige. Es mag kommen, wie es wolle, so schloß der Gauleiter feine Ausführungen, die in der Volksgemeinschaft politisch errun­gen e E i n h e it wird das deutsche Volk in der Zu-

fünft beweisen, solange der Kamps um die Freiheit unseres Daseins auch dauern möge. Wir schassen es, weil wir in diesem Einsatz wiederum zusammen­stehen nach der im Kampf des Führers um Groß- deutschland erstandenen Parole: Ein Volk, ein Reich, ein Führer!

Der Uebergabe des neuen Kreishauses an den Kreisleiter schloß sich eine eingehende Besichtigung der Diensträume an. Sie zeigte überzeugend eine zweckmäßige und praktische Arbeitsstätte, die als Kraftquell des politischen Lebens der Bevölkerung des Kreises Büdingen mit Rat und Tat zur Ver­fügung steht.

Folgende Fahrt des Gauleiters durch den Kreis Büdingen führte ihn zu weiteren Erfolgsstätten des praktischen Nationalsozialismus. In Selters be­sichtigte er die Gauschule, und in L i ß b e r $ nahm er eine Siedlung von kinderreichen Familien in Augenschein, die dank einer von der Partei initiativ veranlaßten Selbsthilfe erstanden ist. 3um Abschluß dieser Besichtigungsfahrt wurde das Gemeinschafts- Haus von Mer kenf ritz besucht. Dieser Ort mit wenigen hundert Einwohnern bewies mit der Her­stellung diests Hauses in einziaartiger Weise seine tätige Dorfgemeinschaft. Ihr Erfolg wurde durch die Anwesenheit des Gauleiters nunmehr besonders be­lohnt. Er sprach der Bevölkerung für dieses Werk seine besondere Anerkennung aus und forderte sie auf, diesem Geist auch in Zukunft treu zu bleiben. Ihre Haltung habe bewiesen, daß es möglich sei, auch in der kleinsten Gemeinschaft Großes für diese Gemeinschaft zu vollenden. Sie sei gleichsam ein Symbol des alles umschließenden Gemeinschafts- empfindens der nationalsozialistischen Weltanschau­ung, das gegenwärtig seine große Bewährung zu bestehen habe. Auf einem anschließenden Dorsge- ineinschastsabend, der von den Liedern und Tänzen der Arbeitsmaiden des Arbeitsdienstlagers Gedern und den Marschklängen einer Werkskapelle ausge­füllt wurde, erfuhr der Gauleiter dann nochmals das hervorragende Zusammengehörigkeitsgefühl der Bevölkerung dieses Ortes. Es bewies noch einmal besonders den Grundeindruck dieser Besichtigungs­fahrt: die führende und helfende Hand der Partei, deren ideelle politische Kraft heute allenthalben im

' erfolgreichen Einsatz steht.

...glischen Geleitzug dar. Interessant rst auch die Abhandlung über Wasserbomben als Abwchrwasfe gegen U-Boote. Mehrere Zeichnungen würdigen die aufopferungsvolle Arbeit der Schwester Die far­bige BeilageMorgenlicht über der Kilrilchen Nah­rung", feitet über zu dem unterhaltende« Xfläl der Nummer. Hier finden Mir eine Würdigung des Bildhau-ers Hermann Wachsmuth, eine Interefante Reportage über das Schaffen des bekannten ^Büh­nenbildners Ludwig Sievert. B'ild^ aus dem Thea- terieben, ein Beitrag über den Sohn «oöches M

- 150. Geburtstag, sowie em volkskundlich«

NSG. In einer kurzen Feierstunde übergab der Gauleiter am Samstagvormittag dem Kreis Büdingen der NSDAP, sein neues Kreishaus. Nach kurzen einleitenden Begrühungsworten des Kreisleiters G o r n e r, der im besonderen der Be­völkerung des Kreises für ihren Opfersinn dankte, welche sie dem erstandenen Bau mit ihrer finan­ziellen Beteiligung zuteil werden ließ, nahm

(Hauleiter Sprenger

brauch gemacht und den heiligen Patrick jum Ge­mahl erkoren haben; da er aoer das Gelübde der Ehelosigkeit abgelegt hatte, so mußte sie sich Wit dem Geschenk eines jeidenen Kleides begnügen. Hiev- auf wird die Sitte zurückgeftihrt, nach der ein Mann, der im Schaltjahr die Werbung einer FrcM ablehnt, ihr ein Seidenkleid schenken muß. In Schottland findet sich tatsächlich ein Gesetz aus dem Jahre 1288, in dem nicht nur den Frauen im Schalksahr erlaubt wurde, den Männern die Ehe anzutraaen, sondern sogar der Mann, der einen olchen Antrag ablehnte, eine erhebliche Summe als Strafe zahlen mußte, wenn er nicht Nachweisen konnte, daß er bereits anderweitig versehen fei. In Frankreich bestanden ähnliche Gesetze, sie finden sich noch im 17. Jahrhundert als Gewohnheitsrecht. Im Jahre 1606 wurde in London ein Buch veröffent­licht, das von diesem Frauenrecht handelt. Heber die praktischen Wirkungen dieser Sitte sind wir nicht genau unterrichtet. Die Amerikanerinnen haben verschiedentlich mit dem Brauch ernst gemacht. So wurde in Esoanaba, einer kleinen Stadt in Michi­gan bestimmt, daß jedes junge Mädchen, das auf Grund des Frauenrechtes im Schaltjahr sich ver­heiratet, freie Trauung, freie Wohnung, freies Hoch­zeit smahl im vornehmsten Restaurant der Stadt, zwei Logenplätze im Theater, eine Tonne Kolston und bei eventueller Scheidung den Rechtsanwalt unentgeltlich erhält. In Pittsburg wurde einHei­rat s verein" von Junggesellen gegründet, der die Aufgabe hat, die Mädchen während des Schalt­jahres zur Werbung um die Männer zu ermutigen und den auf solche Weise zustande gekommenen Ehen mit einem Zuschuß zu Helfern C. K.

Zeitschriften.

Nach altem Sternglauben waren Begegnungen der beiden größten und am langsamsten fortschrei­tenden Planeten Jupiter und Saturn von besonderer Bedeutung, denn sie sind sehr eindrucks­voll und selten. Das Zusammentreten von Jupiter und Saturn hieß im astrologischen Sprachgebrauch dieGroße Konjunktion', und man erwar­tete, daß sie große Ereignisse ankündigte. Zwar ge­langt Jupiter alle zwanzig Jahre mit Sa­turn in Konjunktion, aber die Begegnung der bei­den Planeten vollzieht sich oft unsichtbar hinter der Sonne. In der zweiten Jahreshälfte 1940 läuft das wunderbare Himmelsschauspiel dagegen so günstig ab, wie es gar nicht besser sein kann und wie es nur in Abständen von mehreren Jahrhunderten vor­kommt. Wenn im Juli die beiden Planeten im Osten stehen, sind sie einander schon recht nahege­ruckt. Am 15. August wandert Jupiter rechtlaufig, das heißt in östlicher Richtung, an Saturn vorüber. Einige Wochen später kommt erst Saturn, dann Jupiter zum Stillstand, worauf beide rückläufig werden. Am 11. Oktober zieht Jupiter zum zweiten­mal, nun aber rückwärts, am Saturn vorbei. Bald darauf treten beide Planeten in den Gegenschein zur Sonne; ihre Helligkeit steigert sich aufs höchste. Um die Jahreswende 1940/41 werden sie wieder rechtläufig, und am 20. Februar 1941 findet eine dritte «Begegnung statt. Wir sehen also Jupiter und Saturn zur Zeit ihrer größten Helligkeit monate­lang dicht beisammen wandeln. Das Merkwürdigste aber ist, daß dieGroße Konjunktion", ein drei­faches Begegnen von Jupiter und Saturn, 1940/41 sich in ganz ähnlicher Weise wiederholt wie im Jahre 7 vor Ehr., und noch dazu in der Nahe des Sternbildes der Fische, also fast an dem gleichen Ort des Fixsternhimmels. Die berühmte große Konjunktion des Jahres 7 v. Chr^ bei der Jupiter und Saturn sich am 29. Mai, 3. Oktober und 5. De­zember begegneten, ist uns überliefert in der Erzäh­lung vom Stern der Weisen aus dem Morgenlande. Dies darf nach den neusten Forschungen als er-

In den Geschäftsräumen der Konditorei von Lud- wig Döll, Marktstraße 32, ereignete sich am Samstag kurz nach 19.30 Uhr eine Explosion, die für das ganze Haus zum Verhängnis wurde. «Wenige Augenblicke nad) dem lauten Knall der Explosion standen nidjt nur das Caf6 und der Ladenraum, sondern aud) die und) hinten angrenzenden Zim­mer sowie das Treppenhaus zu den beiden Ober­geschossen in Flammen. Der Brand griff von dort auf die «Wohnungen in den Obergeschossen über, so daß das Haus trotz aller Anstrengungen der Feuer­wehr vollkommen ausbrannte.

Die Feuerwache war nad) dem Alarmruf in denk­bar kürzester Zeit mit der großen Motorspritze zur Stelle und nahm die Bekämpfung des Brandes mit vier Schlauchleitungen u in fassend vor. Immerhin wurde es «Mitternacht, bis die Gefahr für die Nach- barhäuser als beseitigt und der «Braiid als vollkom­men lokalisiert angesehen werden konnte. Dennod) hatte die Feuerwehr unter mancherlei Erschwe- rungen, die auf die Witterungseinflüsse zurückzu- ühren waren, uod) bis gegen 1.30 Uhr Sonntag rüh zu tun, ehe sie nach Ziirücklassung einer Brand- mad}e mit der Motorspritze in das Depot zurück­kehren konnte. Die Brandwache mußte aud) wäh­rend der restlicheii Nadststunden und bis zum gestri­gen Sonntagnachmittag wiederholt gegen wieder­aufflackernde Flammen ankämpfen, jedoch gelang es stets mit Handlöschmitteln aud) die letzten «Brand­herde zu beseitigen. Daneben nahmen die «Ausräu- mungsarbeiten die Kräfte der «Brandwad;e nod) bis zum Sonntagnachmittag in Anspruch.

Durch die «Wucht des Luftdrucks bei der Explosion oder burd) die gewaltige Hitze des lichterloh bren­nenden Hauses zersprangen die auf der anderen Seite der engen Marktftraße benachbarten Schau­fensterscheiben mehrerer Geschäfte, aus einem Sd)au. fenfter brach sogar ein großes Stück Glas glatt heraus. Bei der Enge der Straße mackste sich sofort nach dem Ausbruch des Brandes auch die Still­legung des Straßenbahnbetriebs und die Abschal­tung der Hochspannungsleitung erforderlich. Der Straßenbahnverkehr der roten Linie wurde noch am gestrigen Sonntagabend über den Seltersweg um­geleitet, da die Verkehrsmöglichkeit vor dem aus- i gebrannten Hause bis gestern abend für die > Straßenbahn noch nicht gegeben war.

Bei dem Bra nd Unglück kamen zwei Hausbewoh­ner ums Leben, die sich bei der überaus schnellen Ausdehnung der Flammen nicht rechtzeitig hatten in Sicherheit bringen können und auch von der Feuerwehr nicht bemerkt worden waren; offensicht­lich sind die beiden Einwohner durch die starke und rasche Rauchentwicklung bereits in den ersten Mi n id» teil des Brandes in der «Wohnung betäubt worden und ohnmächtig zujammcnge'funten, sodaß sie weder rufen, noch von draußen bemerkt werden konnten. Die Toten wurden am Sonntagnacdmi'ttag bei beit Aufräumungsarbeiten der Feuerwehr in der aus* gebrannten Wohnung aufgefunden.

Der «Brandschaden ist natürlich sehr groß. Dfe Ursache der Explosion ist bis jetzt noch nicht nut

Abteilung INülterdienst.

Am Mittwoch, 17. Januar, von 15 bis 17.30 Uhr, und von 20 bis 22 Uhr beginnt ein Krankenpfleger- kurfus im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schon- zenstraße 18, 1. Stock. Anmeldungen werden bei der Kriegsgeschäftsstelle des Deutschen Frauenwerks, Frankfurter Straße 1, noch entgegengenommen.

Wir bitten, die Karten für die Veranstaltung am 18. Januar bis zum 17. b. 21L in unserer Verkaufs- - - * 223D

Venusjahr.

Schon im Dezember 1939 konnten wir den ; Abend st ern nach Sonnenunter gang am südwest­lichen Horizont leuchten sehen. Ende Januar währt feine Sichtbarkeitsdauer bereits über drei Stunden. Mit steigendem Glanze beherrscht nun Venus bis in den Juni den Abendhimmel. Dann verschwindet sie für einige Wochen in den Strahlen der Sonne, wandert vor der Sonne vorüber (Untere Kon­junktion"), um im Juli wieder als Morgen­stern zu erscheinen. Einen wundervollen Anblick gewährt das unmittelbare Uebereinanber von Abendstern und Mondsichel, das wir in der ersten .Jahreshälfte sechsmal beobachten können, meist um Iben 11. ober 12. jeden Monats. Weitere sechs Male bietet sich dasselbe schöne Schauspiel am Morgen- himmel in der zweiten Jahreshälfte, so am 31. Juli, .30. August, 28. September, 28. Oktober, 27. Novem­ber, 26./27. Dezember.

Da 13 Venusumläufe um die Sonne fast gleich 8 Erdumläufen sind, wiederholen sich diese günstt- gen Sichtbarkeitsbedi ngungen alle acht Jahre. Das letzte Denusjahr war 1932, das nächste nad) 1940 wird 1948 fein. Von allen Planetenbahnen ist die der Venus am kreisähnlichsten. Daher kommt es, daß die Erscheinungen des Morgen- und Abendsterns wie ein Uhrwerk ablaufen. Den Priesterastronomen der alten Kulturvölker galt Venus als der zuver­lässigste Stern zur Zeitmessung, den sie auf dieselbe Rangstufe wie Sonne und Mond erhoben. Die Drei­heit Sonne, Mond und Venus wurde zum Inbe­griff der heiligen Weltordnung, und hierin müssen wir nach Henfeling die eigentliche Ursache für die Heiligkeit der Dreizahl und die Entstehung des Be­griffs der Dreieinigkeit erblicken.

Wettlauf der Planeten.

Beim Jahresbeginn sehen wir die großen Plane­ten Jupiter und Saturn mit Mars in einer Linie hoch am Südhimmel. Der Abstand zwischen Mars und Jupiter verringert sich zusehends, und nachdem Mars nördlich an Jupiter vorbeigelaufen ist, über­holt er am 13. Februar auch den Saturn. Noch rascher als Mars ist Venus, die am 29. Februar Ju­piter, am 8. März Saturn und am 11. April Mars überholt. Im Juni sehen wir dann Venus, Mars und Merkur tief im Nordnordwesten. An den Abenden vom 10. bis 15. Juni können wir die helle Venus als Leitstern benutzen, um den schwie­rig zu beobachtenden Merkur rechts von chr zu

Das Jahr 1940 ist ein Schaltjahr, und in einem solchen räumt ein alter Dotksbrauch den Frauen ein besonderes Recht ein, auf das sich vielleicht manche Vertreterin des schonen Geschlechts gern be- sinnen mochte. Im Schaltjahr sollen nämlich die Frauen das Reckst haben, um die «Manner anzu- hatten, während in der übrigen Zeit sie ja beschei­den warten sollen, bis sie erwählt werden. Dieses verführerische Privileg ist bei uns allerdings bis- her kaum ausgeübt worden. Häufiger ist es bei den angelsächsischen Volkern, urtb es gibt auch eine Legende, auf die man dieses Vorrecht zurück,uhrt. Die heilige «Brigitte soll sich nämlich einmal an den heiligen Patrick gewandt haben, -um ihm tränen­den Auges vorzustellen, es fei doch eine schreiende Ungerechtigkeit, daß die Männer sich die Frauen auswählten und nickst umgekehrt. Um sie zu beruhi­gen, schlug ihr der heilige Patrick vor, man solle einführen, daß in jedem siebenten Jahr die Frauen um die Männer anhalten dürfen. Dies schien der

taiS'

Igitte soll sogar selbst von dem neuen Vorrecht ge- i Bericht vom Ueven oer "

Die Ausbildung der sog. technischen Lehrerinnen für weibliche Handarbeit und Hauswirtschaft er­folgte seither in staatlichen Seminaren. Diese wer­den nach einem Erlaß des Reichserziehungsministers an Ostern 1940 geschlossen. Die Heranbildung der zukünftigen technischen Lehrerinnen, die nach den neuen «Bestimmungen auch eine volle Ausrichtung auf dem Gebiet der Leibeserziehung erhalten, erfolgt nunmehr gemeinsam mit den zukünftigen Volks- fchullehrerinnen an den Hochschulen für Lehrerbil­dung. In Hessen besteht eine solche in Darmstadt. Studiengelder werden von den Studierenden nicht erhoben. Zur Bestreitung der bei dem Studium ent­stehenden Nebenkosten können staatliche Beihilfen ge­währt werden. Die Ausbildungsdauer für die tech­nische Lehrerin ist jetzt, wie die der Studierenden an der Hochschule für Lehrerbildung überhaupt, au drei Semester verkürzt worden.

In das staatliche Seminar für technische Lehrerin­nen in Darmstadt, dessen zweiter Jahrgang für, .....-------- -

weibliche Handarbeiten zu Ostern 1941 auslauft,' auch am Samstagnachmlttag bzw. am gestrigen

können zu Ostern 1940 einmalig solche Bewerberin- neu ausgenommen werden, die sich in einem Johr zurHandarbeitslehrerin mit einfacher Ausbildung heranbilden lassen wollen, sofern sie die Prüfung als ländliche Hauswirtschaftsgehilfin abgelegt haben. Ihre Uebernahme in das Beamtenverhaltnis ist bei Bewährung im Amt gesichert. Sie müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben und außer einer guten Schulbildung aud) eine ausreichende technische Vorbildung und Begabung nachweisen können. Die onstigen Aufnahmebedingungen sind die gleichen wie either für die technijchen Lehrerinnen. In Einzel- ällen entscheidet «Abteilung VII der Hessischen Lan­desregierung, an die Anmeldungen bzw. «Anfragen alsbald zu richten sind.

Schweres Arandunczlück.

Die Jllnstrirte Zeitung eröffnet den Jahrgang 1940 mit einer Zeichnung von Karl Storch, Deutsche Flieger beim Angriff auf englische Vor- postenschiffe". An Hand eindrucksvoller graphijcher Darstellungen rvird die Bilanz des bisherigen See- kriegs gezeigt. Eine Zeichnung von Zeeden stellt den Angriff eines deutschen U-Bootes auf einen englischen Geleitzug dar. Interessant ist auch dw

Aus der Stadt Gießen.

Hausfrau und Fische.

In den letzten Jahren hat sich das grätenlose Fischfilet immer stärker durchgesetzt. Ueberall tonn- ?n die Hausfrauen das grätenlose Fischfleisch kau- en. Die Hausfrauen hatten mit dem Zurechtmachen her Fische fast Nichts mehr zu tun, denn so wie sie hen Fisch aus dem Laden erhielten, war er meistens Breits koch- und bratfertig zuyerichtet. Heute ist >as anders geworden. Statt der großen Fische wer­ben größtenteils kleinere Fijchsorten angelandet, stnzu kommen die verschiedenen Süßwasserfische, die ,-ibcr fast alle von den Hausfrauen selbst erst zu- red)tgemad)t werden müssen, ehe sie brat- oder ksch­artig sind. Da hat es bei Vielen noch feine Schwie- -igkeiten mit dem Aufschneiden, Ausweiden und 'Ibschuppen der Fisd)e. Dieses Fertigmachen der Arsche ist in Wirklidsteit gar Nicht so schwierig und eber kommt ohne viel Hebung leicht damit zurecht, Denn er es nur richtig anfängt.

«Beim Aufschneiden und Ausweiden eines Fisches ängt man niemals beim Kopf an und schneidet ten Bauch nach dem Schwanz auf, sondern umge- ehrt, die Bauchdecke wird vom Aster nach den Riemen hin aufgeschnitten. Die Eingeweide werden ebenfalls in der «Weise ausgenommen, daß man bas Messer von unten herauf führt und mit einem eichten Griff alles zugleich herausnimmt. Der Hogen wird für sich abgesondert, ebenso die Fisch­leber. Ein kleines scharfes Küchenmesser eignet sich ür das Zurichten kleinerer Fi'sche am besten. Manche Süßwasserfische werden oft nur deshalb mgem gekauft, weil sie sich so sd)wer abschuppen 'lo sen. Wer täglich mit Fischen umgeht, weiß, daß ts nur halb so schlimm ist. Einen elektrischen Fisch- chupper wird man im Haushalt meistens nicht jaben, vielleicht auch keinen Handschupper. Es ge- nügt jedock) auch ein gutes und festes Küche nm e sie r, wie es in den HauShciltsküchen zum Putzen von Ge- -nüfe benutzt wird. Man fängt am Schwanzende an zu schuppen und setzt das Messer so stach wie möglich sest an. Noch besser geht es, wenn man 5en Fisch auf ein Küchenbrett legt. Man sticht ihm nun eine Gabel durch die Schwanzwurzel, und wah­rend man nun mit der rechten Hand schuppen kann, häll man den Fisch mittels der Gabel mit der linken Hand auf dem Brett fest. Bei einiger Hebung nyirb man jedenfalls feststellen, daß das Ab schup­pen und Zurichten der Fische schnell von der Hand