Ausgabe 
15.1.1940
 
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Nr.l2 Erste? Blaff

190. Jahrgang

Montag, iS.Ianuar 19<0

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EnglandsBristol-Blenheim"-Bomber. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Pluiokratische Kriegsgewinnler.

Der Londoner Korruptionsausschuß nimmt seine Arbeiten auf

Leningrad sind am 13. Januar in den Gebieten von Uchta und Repola einige Gruppen in Tätigkeit ge­treten. Im Sektor von Petrozavodsk sei es zu In- fanteriescharmützeln und an der Karelischen Land­enge zu kleineren Plänkeleien gekommen, während das Artilleriefeuer in gewissen Abschnitten dieses Gebietes ein wenig heftiger geworden fei. Die fow- jetrufsifchen Luftstreitkräfte hätten zahlreiche Eisen­bahnknotenpunkte und militärische Ziele bombar­diert.

Lemgo, 13.Jan. (DNB.) Zum Gedenken an den großen Landtagswahlkampf im Lipper Land am 15. Januar 1933, der damals den Auftakt bildete zur Machtergreifung Adolf Hitlers fanden sich i n Lemgo wieder die Alten Kämpfer des Führers aus allen Teilen des Lipper Landes und den an­grenzenden Gauen sowie eine Reihe von Güsten aus dem Reiche zum Erinnerungstreffen ein. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand eine Rede von Reichsminister Dr. F r i cf.

Vor sieben Jahren haben wir, so führte der Mi­nister aus, in diesem Lande Lippe die Durchbruchs­schlacht zur innenpolitischen Entscheidung und zur Machtergreifung durch unseren Führer geschlagen. Das war eine innenpolitische Entscheidung von der größten Tragweite. Heute stehen wir wieder vor einer letzten und schweren Entschei­dung außenpolitischer Art, vor der Durch­bruchsschlacht, die uns endlich den Sieg bringen und damit einen dauerhaften und gerechten Frieden sichern soll. Diese Schlacht, zu der wir jetzt angetreten sind, werden wir mit dem alten Kampfgeist durchkämpfen bis zum Endsieg, genau so wie wir es vor sieben Jahren im innenpolitischen Kampf getan haben. Nationalsozialist sein heißt Kämpfer sein. Wir sind kampfgewohnt, und dieser Kampfgeist ist uns der Bürge auch für den Sieg in dem uns nun bevorstehenden Kampf.

Der Führer wollte nichts anderes als unsere deutschen Volksgenossen innerhalb des Reiches ver­einigen und ihnen den notwendigen Lebensraum verschaffen. Wir haben niemals gegen Frankreich und England aggressive Absichten gehabt, aber diese Mächte' haben unseren Konflikt mit Polen zum

Vorwand genommen, um uns den Krieg zu er­klären. Für uns ist es ein Lebensintereffe daß unsere Volksgenossen im Osten nicht unter­gehen, sondern nun im Mutterland ihren Schutz gefunden haben. England und Frankreich wollten eben den Krieg und stießen die Friedenshand des Führers mit der Drohung zurück, den Führer und Deutschland zu vernichten. Nun sollen sie aber auchdenKriegbiszumAeußersten haben, den sie haben wollten. England setzte seine Hoffnung darauf, deutsche Frauen und Kinder dem Hunger­tods auszuliefern. Das ist echte englische Kampfes- art. Aber England hat sich verrechnet; wir haben heute freien Zugang nach Norden, Osten und Sü­den, und die Tür nach dem Westen werden wir auch noch aufschlagen.

England fühlt sich als das auserwählte Volk und als der Polizist der Welt. Das ist nichts anderes als nackte Plutokratie, eine Herrschaft des Geld- facks und der den Geldfack beherrschenden Juden. Wir Deutsche haben einen neuen Sozialis­mus heraufbeschworen. Das sehe auch die herr­schende Clique in den Westmächten, die gern ver­hindern wollen, daß dieser wahre Sozialismus auch in ihren eigenen Völkern Wurzeln schlagen wird. Wir haben in Deutschland einen Geburtenüberschuß, der um 300 000 Geburten höher ist als die Zahl der Geburten Englands und Frankreichs zu­sammengenommen. Nach der Volkskraft, die in die­ser Zahl zum Ausdruck kommt, können wir ver­langen, daß eine gerechte Verteilung der Reichtümer der Welt eintritt und daß man uns unsere Kolonien wieder gibt. Diesen Anspruch halten wir weiterhin aufrecht und werden chn zetzt auch durchsetzen

Rußland dementiert Lügenmeldungen über den Kampf in Finnland.

wohl der Name dieses englischen Flugzeugtyps? Bristol ist eine süd­englische Stadt von etwa 400 000 Einwohnern, in der diese Flugzeuge hergestellt werden. Aber was ist mit Blenheim? Nun, Blenheim ist nichts ande­res als der englisch verstümmelte Name des baye­rischen Dorfes B l i n d h e i m , das mit seinen etwa 800 Einwohnern in allem Frieden am Südrand der Schwäbischen Alb liegt. Nun wird die Angelegen­heit ein ganz klein wenig kompliziert. Was in aller Welt haben die modernsten englischen Bomber mit dem gemächlichen bayrischen Dorf Blindheim zu tun? Ja, wie kommen überhaupt die braven Eng­länder dazu, den Namen von Blindheim in Blen-

beschlagnahme russischer Bankguthaben in Paris.

Russischer Anspruch zurückgewiesen und Handelsabkommen nicht verlängert

heim zu verstümmeln?

Am 13. August 1704 gewannen die vereinigten Truppen des Prinzen Eugen und d-es H er - zogs von Marlborough die wichtige Schlacht von Höchstädt gegen die Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Der tatsächliche Sieger war Prinz Eugen, der dem in schwere Not geratenen Herzog John Churchill Marlborough ge­nau so den Ruhm des Sieges aus politischen Grün­den überließ, wie hundert Jahre später Blücher dem Herzog von Wellington den Ruhm der Schlacht von Waterloo. Im Vorbeigehen sei bemerkt, daß Winston S. Churchill ein später Enkel dieses durch die Siege des Prinzen Eugen berühmt gewor­denen Herzogs von Marlborough ist.

Nun ist es ein eigenartiges Zusammentreffen, daß neulich die Vickers-Wellington und jetzt

Brüssel, 14. Januar. (Europapreß.) Das Ge­richt des Seine-Departements hat am Freitag einen Einspruch der sowjetrussischen Handelsvertretung in Paris aegen die Beschlagnahme von deren französischem Bankguthaben in Höhe von 75 Millionen Franken zu Gunsten der französischen Petroleumgesellschaft Mala Pols'ka zurückgewiesen. Diese Gesellschaft besitzt in dem jetzt von Rußland besetzten Teil des ehemaligen Polens Petroleum­quellen im Werte von 800 Millionen Franken. Das Gericht hat den Standpunkt des Anwalts der russi­schen Handelsvertretung, wonach es sich bei der Be- sitzergreiftmg der Petroleumfelder durch Rußland um einen durch den Heb er gang der Souveränität auf Rußland gerechtfertigten staatlichen Vor­gang handele, nicht anerkannt. Dagegen hatte der Anwalt der Gesellschaft geltend gemacht, daß die Freigabe des russischen Guthabens einer stillschwei­genden Anerkennung der russischenBesetzung von Ostpolen gleichkomme, die indessen von Frankreich und England nicht zur Kenntnis genommen worden sei. Das Gericht entschied, wie schon erwähnt, im Sinne der französischen Privatkläger. Der Versuch aber, mit einem Zivilprozeß gegen die Weltgeschichte anzugehen, ist ein typisches Produkt des französi­schen Notariats-Geistes, der am formellen Buch­staben klebt. Während des spanischen Konfliktes

die Bristol-Blenheim über der Deutschen Bucht vernichtende Schlappen davonttugen. Beide Flugzeuge sind nach englischen Feldherrn genannt, die ihren Ruhm in Kriegen erwarben, die sie ge­meinsam mit deutschen Feldherren führten, und beide Feldherren gewannen ihre Schlachten nicht aus eigener Kraft, sondern dank der überlegenen strategischen Geschicklichkeit des Prinzen Eugen und der Blücher-Gneisenau. In den Armeen beider Feld­herren kämpften überdies zahlreiche deutsche Kon­tingente unter unmittelbar englischem Oberbefehl. So sehr sitzt die Erinnerung an diese Siege im eng­lischen Volksbewußtsein, daß die beiden Rüstungs­werke nichts besseres zu tun wußten, als ihre Flug­zeuge nach dem Namen vonenglischen" Siegen zu nennen, die tatsächlich deutsche Siege gewesen sind.

Nun noch ein paar Worte über die Aus - rüftung derBristol-Blenheim". Es sind ganz moderne Modelle, die erst in den Jahren 1937/39 entwickelt und seit einiger Zeit auch in Massenher­stellung fabriziert wurden. Genau genommen un­terscheidet man zwei Typen vonBristol-Blenheim", wobei der Hauptunterschied die Motorenstärke ist. Beide Typen aber haben den besonderen Bristol- MG.-Turm an der Rumpf-Oberseite und das Bom­bengehänge im mittleren Rumpf-Unterteil. Sie ent­wickeln eine Höchstgeschwindigkeit von 354 bzw. 457 Kilometer in der Stunde und haben eine drei- oder vierköpfige Besatzung. Dr. Ho.

Bristol-Blenheim"

Moskau, 14. Jan. (DNB.) Der Stob des Leningrader Militärbezirks wendet sich gegen die Lügennachrichten einer gewissen ausländischen Presse über die Kampfhandlungen in Finnland. Meldungen über Erfolge der finnischen Truppen seien u n - richtig. Diese finnischen Truppen hätten a n keiner Stelle bie sowjetischen Gren­zen überschritten. Vielmehr sei es den sow­jetischen Truppen in den ersten drei Wochen gelun­gen, sich an allen Fronten auf feindlichem Territo­rium festzusetzen. Auch beruhten die Behauptungen gewisser Agenturen, insbesondere der Agentur Ha- vas, über schwere Verluste der 44. sowjettussischen Division auf reiner Erfindung. Die Verluste seien mit einer Höhe angegeben worden, die die tatsäch­liche Stärke dieser Division selbst übertreffe. Auch die Behauptungen, wonach die Bahnlinie nach Murmansk von finnischer Seite unterbrochen worden sei, seien erfunden. In der Verlaut­barung werden ferner die Behauptungen der aus­ländischen Presse, wonach Sowjetrußland deut­sche Militärberater für die Kampfhandlun­gen in Finnland zu Hilfe gerufen habe, als reine Erfindungen gebrandmarkt. Sie können nur durch die Furcht vor der Möglichkeit eines deutsch- sowjetischen Militärblocks erklärt werden, die in ge­wissen ausländischen Kreisen bestehe.

Die deuchte vom finnischen Kriegsschauplatz.

Moskau, 14. Jan. (DNB.) Nach dem amt­lichen Bericht des Generalstabes des Militärbezirks

Mer gegen neun war die Kräfte­verteilung bei dem Zusammenstoß von vier deutschen Flugzeugen neuester Bauart" mit neun briti­schen Bombern des MustersBri­stol-Blenheim" am 10. Januar. Das Ergebnis des Kampfes erübrigt jede Erläuterung: dreiBristol- Blenheim" wurden ab-, einer schwer angeschossen, die deutschen Flieger kehrten unversehrt zurück. Aber mit dem NamenBristol-Blenheim" ver­knüpft sich eine überaus bezeichnende anekdotische Tatsache. Woher kommt

Aber heute nützen Worte nichts mehr, es müssen die Waffen entscheiden. Wir werden unsere ganze Kraft daransetzen, diesen Kampf so schnell wie möglich zu beenden. Aber wir wollen uns auch darüber klar sein, daß uns niemand an Ausdauer und Zähigkeit in diesem Kampfe übertreffen wird. Des Führers Ziel ist es, den Krieg mit möglichst geringen Verlusten durchzuführen. Das große Ver­trauen zu unserer Wehrmacht und die größte Siegesgewißheit dürfen wir haben, daß wir auch bei dem bevorstehenden schweren Kampf siegreich bleiben werden. Der deutsche Arbeiter steht un­ermüdlich in der Fabrik und in der Werkstatt und sorgt für die Verteidigungskraft des deutschen Vol­kes, und der deutsche Bauer wird die deutsche Ernährung sicherstellen. Alle tun ihr Bestes, und ich möchte besonders dankbar und in voller Aner­kennung unserer Beamten gedenken, die auf­opferungsvoll und treu mit allen deutschen Volks­genossen heute ihre Pflicht tun.

Wir sind alle zusammengeschlossen auf Gedeih und Verderb zu einer Lebens- und Schick­salsgemeinschaft. Das ist das große Ver­dienst des Führers, daß er dieses zerrissene Volk wieder zu einer bewußten Gemeinschaft zusammen­geführt hat. Wir müssen alle Zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen, dann werden wir auch alle Widerstände überwinden und den Kampf sieg­reich bestehen. Die Gewißheit unseres Sieges gibt uns die unverbrüchliche Gemeinschaft, die durch nichts auseinandergerissen werden kann, die völlige Einigkeit zwischen Führung und Volk. So lautet die Parole für das Jahr 1940: Führer befiehl, mir folgen!"

Wie aus Helsinki berichtet wird, sollen am Sonntagnachrnittaa schwere Bombenan­griffe der russischen Luftwaffe auf Südfinnland stattgefunden haben. Bei Borgo seien innerhalb einer halben Stunde 100 Maschinen mit nörd­lichem Kurs gesichtet worden. Hauptangriffsziele sollen Hangö und Ekenäs gewesen sein. Eke- näs, das an der nördlichen Spitze der Hangö-Halb- infel liegt, sei von 20 Flugzeugen fünfmal angegrif­fen worden. Sämtliche Verbindungen zu beiden Städten sollen abgefchnitten fein. Auch sollen zahl­reiche Feuer wüten. Weitere Ziele seien Lappwik, Lohja und Rühimäki gewesen. In Helsinki sei am Sonntag zweimal Flieg e rala rm gegeben worden. Die russischen Bomber seien erstmalig von Jägern begleitet gewesen. Die Finnen mel­den "über Helsinki vier Abschüsse. Wie der fin­nische Heeresbericht vom 14. Januar be­richtet, seien auf der Karelischen Landenge am 13. Januar keine besonderen Ereignisse zu verzeich­nen. Ein feindlicher Angriff im Osten in Richtung Jlomantsi sei abgeschlagen worden. Die Finnen hät­ten sieben russische Tanks zerstört.

Beamtenstreik in London gegen Evakuierungsmaßnahmen.

A m ft e r t> a m, 14. Jan. (DNB.) In England ist eine ganz neue Form von Streik aufgekommen: der Beamtenstreik. Die Beamten lehnen es aus den verschiedensten Gründen ab, s i ch nach gewissen Badeorten evakuieren zu lassen, wohin die Regierung einzelne Behörden verlegen will, die nach Ansicht der Beamten ruhig weiter in Lon­don bleiben können. So haben mehrere hundert Beamte des Gesundheitsministeriums gegen die Verlegung der Behörde von London nach Blackpool protestiert und beschlossen, in London zu bleiben. Die Beamten befinden sich jetzt noch in den Lon­doner Büroräumen des Ministeriums, während die Räumlichkeiten, die in Blackpool bereits beschafft wurden, leer stehen.

haben ähnliche oft sehr lächerliche Prozesse die fran­zösischen Gerichte beschäftigt.

Die Brüsseler Agentur Belga erfährt aus Paris, man erkläre dort, daß das französisch-russi­sche Handelsabkommen am 31. Dezember 1939 ab gelaufen sei und seine Verlängerung von keiner Seite der vertragschließenden Mächte ge­fordert wurde. Es fei demnach ungültig geworden, und hieraus ergebe sich auch, daß die sowjetrussische Handelsabordnung in Frankreich ihren Re- gierungscharakter und die diplomatischen Vorteile verloren habe, die man ihr bisher zuerkannte. Das Handelsabkommen fei seinerzeit Rußland aus politischen Gründen zugestanden worden, es habe sich ausschließlich zugunsten Rußlands aus- gewirkt. Damit wird wieder einmal bewiesen, daß Frankreich lediglich aus rein egoistischen politischen Gründen die Sowjetunion auch auf wirtschaftlichem Gebiet zu umgarnen suchte. Nun jedoch, da man in Paris nach dem Abschluß des deutsch-sowjetrussischen Vertrages alle seine Hoffnungen auf die Hilfe aus dem Osten schmählich zunichte werden sah, hat man dort plötzlich an den Handelsbeziehungen mit der Sowjetunion angeblichkein Interesse" mehr. Scheinheilig nimmt man aber Anstoß daran, wenn die deutsch-sowjetrussischen Wirtschaftsbeziehungen in immer schnelleren Fluß kommen.

Oie deutsche Ledens- und Schicksalsgemeinschast gibt uns die Gewißheit des Sieges.

Reichsinnenminister Or. Krick sprach aus dem Erinnerungstreffen in Lippe.

Amsterdam, 13. Januar. (DNB.) Der par- lamentarische Untersuchungsausschuß zur Kon­trolle der Kriegsausgaben, imDaily Herald"Korruptionsausschuß", in der übrigen englischen PresseBeschneidungsausschuß" genannt, besteht aus 18 Mitgliedern der Regierungspartei, 8 Labour-Parteilern und 2 Oppositionslieberalen.

Das von der Opposition in der ersten Sitzung gewünschte Kreuzverhör Chamberlains wurde auf einen späteren Termin vertagt. Auf­fallend viele Mitglieder seiner Familie sollen ein­trägliche Kriegsposten erhalten haben, wie denn überhaupt der gesamten hohen Beamtenschaft der Vorwurf gemacht wird, vielen Verwandten, voran den eigenen Frauen und Töchtern, Sekre- tärinnenpoften verschafft zu haben. Zur Dienstaus- übung soll nicht einmal das Erscheinen der Be­teiligten erforderlich fein. (!)

Dem Großbankdirektor Sir John Wardlaw-Milne, dem Präsidenten des Korrupllonsausschusses, gelang es aber, gegenüber der Opposition in dieser ersten äußerst stürmisch verlaufenen Sitzung eine Be­schränkung des Aufgabenbereiches vorerst auf folgende Punkte zu erreichen: 1. lieber^ kosten für den Aufbau der Truppenübungsplätze, 2. überschrittene Höchstpreise für Granaten, Flug­zeuge und Munition im allgemeinen, 3. unnötige Hotelbeschlagnahme, 4. Klärung der Frage: Wieviel tausend beschlagnahmte Motorfahrzeuge stehen nutz­los umher? 5. Korruption bei den zivilen Verteidi­gungsstäben. Die Opposition erreichte ihrerseits eine Bereitschafterklärung des Ausschusses, die Korrup­tionsuntersuchungen auf die Flotte, die Kriegsschift­fahrt und die Flugplätze auszudehnen und sichviel­leicht" auch nach Frankreich zu begeben.

DemDaily Herald" erscheinen die Ziele des Ausschussesunerhört mager". Seine Ausgaben seien viel zu eng gefaßt. Auf diesem Wege könne man der Riesenflut von Beschwer­den mit genauesten Tatsachen angab en, die an die Unterhausmitglieder gegangen seien und denen der AussäMh sein Dasein verdanke, nicht gerecht wer­den. Außerdem gebe die Zusammensetzung des Aus­schusses Anlaß zu bedauerlichen Befürchtungen. Der Bankdirektor, der ihn leite, habe doch geradezu per­sönliches Interesse an der Verschleie­rung des in unterrichteten Kreisen viel besproche­nen Wuchers der Großbanken gegen die Regierung. Ihre Zinsraten für die Schatz­scheine (Treasury Bills) hätten dahin geführt, daß feit Ende August bis Ende Oktober wöchentlich 300 000 Pfund und seitdem bis heute 100 000 Pfund wöchentliche Zinsen von der Regierung mehr be­zahlt werden müßten, als ein Privatunternehmen oder ein Privatmann bei der Begebung der gleichen Sicherheiten für die entsprechenden Kredite hätte entrichten müssen. DerDaily Herald" befürchtet, daß der Untersuchungsausschuß wie so viele seiner Vorgänger seinen Mitgliedern nur erhöhte Spesen und gute Tage, dem Lande aber gar nichts einbringen werde. Das glauben wir aller­dings auch. Denn in d en Pluto krallen pflegen die Kriegsgewinnler doch grundsätzlich auch noch an den Untersuchungen ihrer eigenen Schiebungen zu ver­dienen. Sollte das der sozialistischeDaily Herald" vergessen habend