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18 Gießener Anzeiger
infolge höherer Gewalt
^Ü^chÄ^Eg^ drühlfch« Universitätrdnickerei L. L«ge General-Anzeiger für Gberhefsen
StarkeWirkungderdeutschenVergeltungsangriffe
Schwere Schäden in London. — Truppenlager in Südengland wirkungsvoll getroffen. - U-Boote versenkten rund 42 000 BAT.
Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.
Berlin. 13. Okl. (DftB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Angriffe unserer Luftwaffe auf London und zahlreiche andere Plätze der britischen Insel wurden am Tage und in der Nacht mit starker Wirkung fortgesetzt. In London war das Gebiet nördlich des Themsebogens und der Ostindia-Docks sowie der Raum beiderseits London-Bridge das Hauptziel der Angriffe unserer leichten Kampf- sliegerverbände, auch in, der Gegend ostwärts des Victoria-Parks wurden gute Treffer beobachtet. Der Waterloo-Bahnhof ist von mehreren Bomben so getroffen worden, dah mit starken Störungen im Verkehr zu rechnen ist. Die in der Nacht angreifenden Kampffliegerverbände konnten weithin sichtbare Brände als Folge der Tageseinfähe im Zentrum der britischen Hauptstadt beobachten. In Südengland griffen einzelne Kampfflugzeuge zum Teil im Tiefangriff zwei Truppenlager an. starke Zerstörungen wurden in den Unterkünften angerichtet. Weitere Angriffsziele waren zwei
Kampffliegerbände griffen im Laufe der Nacht verschiedene Rüstungsbetriebe in Mittelengland an. Starke Explosionen und Brände zeigten die Wirkung.
Ein Unterseeboot versenkte fünf bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 25 741 BRT. Ein anderes meldet die Versenkung von 16 300 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes.
Wie gewöhnlich verzichtete der Feind bei Tage auf jede Angriffstätigkeit gegen das Reichsgebiet. Erst bei Nacht drang er an mehreren Stellen in Deutschland ein und erreichte unter anderem mit einigen Flugzeugen Berlin. Die hier abgeworfenen Bomben richteten keinen Sachschaden an. Einige Personen, die sich auherhalb der Schuhräume befanden. wurden verletzt. Angriffe der britischen Luftwaffe auf verschiedene Industrieanlagen in West - und Norddeutschland blieben erfolglos. Größerer Sachschaden entstand lediglich an einigen Wohngebäuden und einer Speicheranlage, hier sind auch Tote und Verletzte zu beklagen. Zahlreiche britische Bomben fielen wieder auf holländische Ortschaften. Militärischer Schaden entstand dabei nicht, jedoch wurde eine Anzahl von Wohngebäuden zum Teil schwer beschädigt. Der Feind
„Times" entfernt liegt der Güterbahnhof Black Friars.
Der Londoner „Pa"° Korrespondent, August Assi a, bemerkt, daß die „Times^ die dritte Zeitung ist, die nunmehr von deutschen Bomben heimgesucht wurde. Ihr vorangegangen sind der „Daily H e - r a l d" und der „E v e n i n g S t a n d a r d". Seit Beginn des Krieges, so berichtete der spanische Korrespondent weiter, haben alle Zeitungen Vorbereitungen getroffen, um notfalls ihre Blätter außerhalb Londons drucken und von dort aus verbreiten zu können. Einzelne Redaktionen begeben sich nachts in die Keller, wo dürftige Avbeitsräume eingerichtet worden find. Andere stellen die Tische der Redakteure zwischen den Maschinen auf, die teilweise im dritten und vierten unterirdischen Stock in Betrieb genommen worden sind. Um das Leben der Redakteure und des technischen Personals zu sichern, sind die Zeitungen schon seit Beginn des Bombardements dazu übergegangen, für alle ihre Arbeitskräfte Schlafräume in den Kellern einzurichten, damit sie des Nachts nach Redaktionsschluß oder nach Druckschluß nicht gezwungen sind, die Straßen zu betreten, die in dieser Zeit ja fast ausnahmslos unter dem Bombenhagel deutscher Flugzeuge liegen. Charakteristisch für die Lage in der britischen Hauptstadt ist die Tatsache, daß die Londoner Zeitungsreporter in regelrechter Kontausrüstung ihren Dienst tun. Sie tragen Stahlhelm und fahren in gepanzerten Kraftwagen. }
England rüst nach amerikanischen Waffen.
pausenlos und heftiger denn je
Ueber
das Seegefecht berichtet Agenzia Stefani:
fere schwer getroffen.
südenglische Hafenstädte. In h a st i n g s wurden Bahnanlagen zerstört, ein Gasbehälter In Brand gesetzt und mehrere Gebäude vernichtet. Stärkere
trafen unsere motorisierten Kilometer östlich von S id i waren, auf kleine Einheiten
ben auf fen. Es Schaden
Lo n° Queen Korre-
lst nicht zurückgekehrt.
In Nordafrika Kolonnen, die bis 30
Gura, Naghelli, Asmara, El Vak geroor- find keine Opfer und nur sehr geringer zu verzeichnen.
verlor gestern in mehreren Luftkämpfen 21 Jagdflugzeuge, 7 deutsche Flugzeuge kehrten vom Feindflug nicht zurück.
liche, auf Lastkraftwagen herangeschaffte Abteilungen zurückgewiefen, die im Anmarsch auf Eritrea waren. Unsere Luftwaffe hat feindliche Befestigungs- werke bei Lodwar (westlich des Rudolf-Sees), ferner die Anlagen des Flughafens von Wajir sowie einen feindlichen 10 000-Tonnen-Kreuzer, der einen Konvoi geleitete, bombardiert. Alle unsere Flugzeugs sind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Bom-
Rom, 13. Okt. (DNB.) Der italienische Wehr- machtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut:
Beträchtliche englische Seestreitkräfte wurden von unseren im Kanal von Sizilien auf Patrouille befindlichen Torpedobooten während der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober in der Nähe von Malta energisch angegriffen. Lin feindlicher Kreuzer — wahrscheinlich vom Neptun- typ — ist versenkt worden. Weitere schwere Schäden sind feindlichen Einheiten zugefügt worden, die sich anschließend entfernten. Wir haben zwei Torpedoboote von je 600 Tonnen und einen Torpedobootszerstörer von 1400 Tonnen verloren. Lin großer Teil der Besatzung ist gerettet worden.
In den frühen Morgenstunden haben unsere L u f t st r e i t kr ä f t e auf der Suche nach den feindlichen Einheiten diese auf der Fahrt nach Osten erreicht und intensiv bombardiert. Trotz der überaus heftigen Reaktion der Schiffsartillerie sowie der von dem zu den feindlichen Schiffsverbänden gehörenden Flugzeugträger aufgefHegenen Flugzeuge und trotz der ungüstigen atmosphärischen Bedingungen konnte unsere Luftwaffe b e t r ä ch t - liche Ergebnisse erzielen. Der Flugzeugträger ist am Bug von einet Bombe schweren Kalibers getroffen worden, während ein schwerer Kreuzer an der Backbordseite beschädigt wurde. Zwei feindliche Jagdflugzeuge sind abgeschossen worden. Lines unserer Flugzeuge
feindliche Formation angegriffen und ein Flugzeug vom Blenheim-Typ abgeschossen sowie zwei wei-
Am Morgen des 11. Oktober habe eine Patrouille von mehreren Torpedobooten das englische Geschwader im Kanal von Sizilien entdeckt. Das Füh- rerbot der Patrouille, ein kaum 600 Tonnen großes Tropedoboot, sei sofort mit äußerster Kraft bis auf 700 Meter Entfernung gegen einen englischen Kreuzer vorgestürmt und habe auf ihn drei Torpedos abgeschossen, während es gleichzeitig aus allen Rohren gegen den Gegner feuerte. Die Torpedos wie auch das Geschützfeuer hätten das feindliche Schiff sofort schwer getroffen, so daß es schnell zu sinken begann. Das kleine Torpedoboot habe im schweren Geschützfeuer des Gegners bis zum letzten Augenblick gekämpft, der Kommandant habe, ehe das kleine ruhmreiche Schiff unterging, noch mit Kaltblütigkeit die notwendigen Kommandos gegeben, um feine gesamte Mannschaft in den Rettungsbooten unterzubringen und den Erfolg der Versenkung des feindlichen Kreuzers zu melden. Die Schiffbrüchigen wurden kurze Zeit darauf von einem anderen italienischen Torpedoboot ausgenommen.
Die italienischen Flugzeuge hätten nicht nur starke Witterungsstörungen, sondern auch ein außerordentlich hefttaes Abwehrfeuer zu überwinden gehabt, um ihre Bomben treffsicher anzubringen. Tonne auf Tonne Bomben schweren und schwersten Kalibers seien ab geworfen worden. Der englische Flugzeugträger fei von einer Serie von Bomben getroffen worden, wodurch die Bugbrücke in die Luft geflogen sei und die unter der Landebrücke befindlichen Materiallager und Unterstellräume für Flugzeuge schwerste Schäden erlitten hätten. Ein Schwerer Kreuzer sei von zwei Bomben schweren Kalibers getroffen worden, so daß er seine Fahrt nur langsam in Begleitung eines Torpedobootszerstörers habe sortletzen können. Das Unternehmen der italienischen Luftwaffe sei den ganzen Nachmittag fortgesetzt worden, fe daß
spondenten des schwedischen Blattes, die sich im Gebäude der „Times" befinden, sind vollkommen zerstört worden. Interessant ist die Feststellung des schwedischen Journalisten, daß sich das Bombardement nicht etwa in den letzten 48 Stunden, sondern bereits vor einer Woche ereignet hat. Eine schwere Bombe schlug um 2 Uhr nachts in das Haus ein, als die Redaktion mit der Herausgabe des Blattes voll beschäftigt war. Der Teil des Gebäudes, der nach der Queen Victoria Street liegt wurde vollkommen zerstört. Auch die angrenzenden Gebäude mußten geräumt werden. Dagegen wurden die am Printtnghouse Sguare gelegenen Gebäude, wo sich die Rotattonsmaschinen, die Setzerei, die Korrektur sowie die Vertrieb sabieilung befinden, nur leichter beschädigt. Das „Times"- Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe der Black Friars Bridge, einer Themsebrücke, die sowohl für den Eisenbahn- als auch für den Straßenverkehr bestimmt ist. Wenige Meter von dem Gebäude der
Washington, 13. Okt. (Europapreß.) Wie stark der Verschleiß und der Verlust der englischen Waffen, insbesondere der Flugzeuge, unter den rollenden deutschen Vernichtungsschlägen sind, geht deullich aus einem Hilfeschrei hervor, den der Chef der britischen Einkaufskommission in den USA., Purvis, ausstößt. Purvis erklärte, die Waffenlieferungen der USA. für England mühten b e - schleunigt und vermehrt werden. Er begründet diesen Wunsch zwar nicht mit den ungeheuren Verlusten, die England in den letzten Wochen durch die Aktivität der deutschen Luftwaffe hinneh- men mußte, sondern damit, daß die Kampfmethoden während der Luftschlachten über England ständig wechselten.
Die englifchen Hoffnungen auf amerikanische Lieferungen entkräftet das italienische Blatt „Mes- faggero" mit der Feststellung, daß selbst nach Darstellung amerikanischer Fachleute die USA. höch stens 500 Flugzeuge monatlich bauen könnten, wovon sie im Hinblick auf ihren erhöhten Eigenbedarf höchstens 3 0 0 im Monat abgeben könnten. Wie wenig das sei, ergebe sich aus der großen Zahl von englischen Flugzeugen, die täglich abgeschossen würden. Dabei fei es noch fraglich, vb die amerikanischen Lieferungen auch b i s nach England gelangten. Von den drei Hauptfaktoren der Flugzeugproduktion Geld, Arbeit und Zeit sei vielleicht die Zeit der wichtigste. „General Zeit" steht aber heute nicht mehr auf der Seite der Engländer.
Einzelheiten über einen Volltreffer auf das do ner „T i m e s" - G e b ä u d e in zber Victoria Street. Die Redaktionsräume des
V a r a ni vorgestoßen feindlicher Panzerwagen und Tanks, die vertrieben wurden. Unsere Luftwaffe hat während der Nacht den Flugplatz von Maaten Vaaus sowie die Anlagen von Daba (östlich von Marsa Matruk) mit offensichtlichen Ergebnissen bombardiert. Trotz der heftigen Abwehr sind alle unsere Flugzeuge zurückgekehrt. Feindliche Luftangriffe auf Barbia und die fjäfen von Derna und Tobruk haben leichte Schäden, aber keine Opfer zur Folge gehabt. Unsere über Tobruk Sperre fliegenden Jäger haben eine
Britische Seefireitkräste bei Malta erfolgreich angegriffen.
Stockholm, 14. Oktober. (Europapreß.) Den 2 0 0. Luftal'arm erlebte die englische Hauptstadt am Samstag, als eine große Anzahl von deutschen Bombenmaschinen erneut den Sperrgürtel von London durchbrach und die Stadt mit Bomben bete-gte. Nach Mitteilungen neutraler Beobachter sollen nicht weniger als zweihundert deutsche Bombenmaschinen an den Angriffen teilgenommen haben. Auch der brittsche Nachrichtendienst gibt zu, daß London am Samstag einen der schwersten Angriffe erlebte und daß deutsche Bombenmaschinen, begleitet von einer Unzahl von 3a$bmafcf)inen, ständig den Kanal überquerten und ihrs Angriffe auf London, die Südostküste, die Industriell ezirke der Midlands, sowie Südwest-, Ost- und Südengland richteten. s
„Stockholms Tidningen" meldet aus London, daß teilweise von den Deutschen Sturzbomber eingesetzt worden seien, die die Stadt mit Bomben belegt hätten. Nicht einen Augenblick, so heißt es in dem schwedischen Blatt, sei das Surren der Flugzeuge aus den Ohren verschwunden, und unaufhörlich seien die Angriffe fortgesetzt worden, sagens Nyheter" nennt den Angriff einen der gewaltigsten der letzten Zeit und gibt die Zahl der deutschen Maschinen mit 180 an.
Der brittsche Nachrichtendienst stellte erst am Sonntagvormittag fest, daß am Samstag drei Hauptangriffe zu verzeichnen waren, der erste um 9 Uhr, der zweite gegen die Mittagszeit und der dritte um 16 Uhr. Zwischendurch hätte aber in London immer wieder Luftalarm gegeben werden müssen, da auch Jagdmaschinen über der Stadl kreisten. Ueber den angerichteten Schaden in London und anderen Teilen Englands liegen nur sehr dürftige Mitteilungen von amtlicher englischer Sette vor. Am Sonntag wird mitgeteilt, daß in London eine Untergrundbahn st ation durch einen Volltrefffer schwer beschädigt wurde. In den Midlands seien auch Geschäftshäuser in größerer Zahl zerstört worden. Die geringe Aktivität der britischen Jägerverbände in den letzten 24 Stunden wird auf den Nebel zurückgeführt. Der Nebel bringe gewisse Schwierigkeiten und Behinderungen in der Verteidigung mit sich, stellt der brittsche Nachrichtendienst fest. ' r „ ,
Der Londoner „ABC"-Korrespondent Calvo berichtet seinem Blätt: Man hatte in London geglaubt, in der Nacht zum Samstag den dicken Nebel als Schutz genießen zu können. Aber das war wieder eine Täuschung. Die Alarmsirenen heulten auf, die Kanonade setzte ein und die deutschen Flugzeuge warfen zielsicher Die Brandbomben fielen wie em wahrer Gewitterregen vom Himmel. Don links, von rechts, von überall stürzten die Todesladungen herab. Zerschmetterte Schaufensterscherben Pfeiler, Ziegelsteine, Holzbalken, Eisenträger, alles hegt in wüsten Haufen durcheinander. Es scheint, daß sich die betroffenen Gebiete Londons allmählich i n einen Haufen von Schutt und Asche verwandeln. Täglich erlebt man neue Bombenwirkungen. Gewaltige Krater, unterbrochene Telephonverbindungen, zu spät ankommende oder überhaupt nicht eintreffende Züge, Menschen, die nicht mehr arbeiten können, total zerstörte Straßen und ver- zweifelte Gesichter, das ist das London von heute. Nicht weniger als 5000 Arbeitslose müssen m London zusätzlich eingesetzt werden, um b re Trum-- m e r der bei den deutschen Luftangriffen w e g - rasierten Häuser wegzuraumen In ben fommenben Wochen sollen °>-'tere Arbellslosern trupps organisiert werben, ine zusammen mtt ben Ausräumungskolonnen bafur sorgen fottffl, bofi ine Straßen geräumt werden, um einen notdürftigen Verkehr aufrecht zu erhalten. Der Ausdmck „wegrasierte Häuser" wurde von der englischen amt lichen Reuter-Agentur gebraucht.
Bombentreffer auf das „Times"-Gebäude.
^■■'in'oftafnta h°b-n unjere Mr°mll-n feinb-
Rumäniens Bitte.
Von unserer berliner Schnffleffung.
Die rumänische Bitte um Entsendung einer deutschen Militärmission zusammen mit Lehr-Formationen und Fliegerstreitkräften sowie ihre Erfüllung durch Deutschland kann niemanden überraschen, der die Entwicklung dieses Krieges im allgemeinen und die Entwicklung in Rumänien im besonderen aufmerksam verfolgt hat. Am 30. August gewährten Deutschland und Italien anläßlich der Wiener Zusammenkunft mit dem rumänischen Außenminister Manoilescu eine Garantie, durch die die Integrität und Unverletzlichkeit des rumänischen Staatsgebietes sichergeftellt wurde. Diese Garantie unterschied sich von derjenigen, die den Rumänen einst von England auf geb rängt wurde, grundsätzlich in zweifacher Beziehung; erstens werden dadurch die Verhältnisse im Südosten im Sinne des Friedens gesichert, anstatt daß Rumänien mit allen Mitteln in den Krieg getriäen wird; zweitens ift für die Durchführung und praktische Wirksamkeit der von den Achsenmächten gewährten Garantie jede nur er« deutliche Sicherheit gegeben, wie das ja der vrak- tische Verlauf dieses Krieges gezeigt hat, während England zu einer wirklichen Sicherung Rumäniens genau so wenig imstande war, wie gegenüber den anderen von itym verratenen Ländern.
Die Tättgkeit der deutschen Militärmission und der ihr zugeteillen Formattonen ist, wie amtlich ausdrücklich festgestellt worden ist, zeitlich begrenzt. Bei ihren Aufgaben handelt es sich wiederum um zweierlei verschiedene Dinge. Einmal ist zu beachten, daß Rumänien sich in einer so tiefgreifenden Umwälzung befindet, daß sie mit einer Umstellung ober Reform nicht verglichen werden kann. Die Erneuerung Rumäniens kommt geradezu der Neuschaffung eines Staatswesens gleich. Das Land und feine Behörden selbst sind nach der tief erschütternden Krise aufs äußerste damit beansprucht, die Trümmer eines unvorstellbar korrupten Systems zu beseitigen. Das ist in Wochen und Monaten nicht möglich, zumal dabei gewisse Gegenströmungen der Nutznießer des alten Systems radikal auszumerzen sind. Es ist begreiflich und spricht für die Einsicht des neuen rumänischen Regimes, daß es sich in dieser Lage auf feine wahren Freunde besinnt und die Hilfsmöglichkeiten benutzt, die ihm damals in Wien zur Verfügung gestellt wurden. Unter dem Schutz Deutschlands vermag das neue Rumänien feine innere Umgestaltung durchzuführen, ohne Störungen von außen befürchten zu rnüffen.
Diese Störungen, die bisher für Rumänien in sehr unheilvoller Weise wirksam waren, find nun ein für alle Mal ausgeschaltet. Wie erinnerlich, hat England dasselbe Rumänien, das es als Bundesgenossen betrachtete und dem es eine „Garantie" aufgeschwatzt hatte, ständig durch die Agenten des Geheimdienstes aufs schwerste terrorisiert. Dor allem gingen die verbrecherischen Sabotage- a k t e in Gestalt von Sprengungen in Rumäniens kostbarstem Besitz, den Erdölgebieten, in die Dutzende, der Schaden in unzählige Millionen. Es
schließlich der feindliche Verband gezwungen war, von seiner Route abzuweichen und Kurs auf Griechenland zu nehmen, was durch spätere Erkundungen bestätigt wurde. Die englischen Seestreitkräfte hätten erkennen müssen, daß ihre eigenen Bewegungen im Mittelmeer unter ständiger Kontrolle der italienischen Luftwaffe stünden.
USA. staveli Kriegsmaterial
für Tfchiamrkaisckek.
Tokio, 12. Okt. (Europapreß.) Nordamerikanische Rüstungsfirmen, die aus dem japanisch-chinesischen Konflikt ein Geschäft machen, sammeln, wie „Nichi Nichi" berichtet, in Manila und Singapore große Mengen Kriegsmaterial für die Tschungking- Regierung an. Dieses Material soll sofort nach der W i e Ö e r ö f f n u n $ der Burma- Straße am 17. Oktober nach Tschungkttng geliefert werden. — „Nichi Nichi" weist darauf hin, daß die Haltung Englands und der Vereinigten Staaten zu Japan immer bedrohlicher werde. Das in Manila angefammeHe Material umfasse Tanks, Lastkraftwagen, Flak, Bombenflugzeuge und eine größere Anzahl non Geschützen. Einem Vertreter der Tschungking-Regierung wurde gestattet, in Manila eine Waffenfabrik und ein Munitionslager einzurichten. In Singapore sind vor allem Maschinengewehre und Munition angesammelt worden. Weitere Transporte von Kriegsmaterial aus ben Vereinigten Staaten werden an bei« den Plätzen erwartet.
Der japanische Außenminister M a t s u o k a erklärte, durch die Wiederöffnung der Burmastraße werde Tschicmgkaffchek ermutigt, nichts zur Wiederherstellung des Friedens m Ostasien beizutragen. Der Dreimächtepakt werde denen zu denken geben, die die Menschheit in eine Katastrophe stürzen wollten. „Pomiuri SchiMbun" schildert die amerikani- sche Politik seit dem Ausbruch des chinesischen Konflikts als von „einem falschen Prinzip "geleitet und sagt, der Evakuierungsbefehl für die amerikanischen Staatsangehörigen im Fernen Osten, sowohl wie die Andeutungen, daß die amerikanischen Streitkräfte aus China weggezogen werden sollten, schienen darauf hinzudeuten, daß Washington noch immer glaubt, Japan durch seine Einschüchterungspolitik zum Nachgeben bewegen zu können. Das sei ein großer Irrtum. Es gebe eine Grenze, und man solle sich darüber klar fein, wenn diese Grenze überschritten wird.
Zapanische Luftangriffe auf Mnnan.
Tokio, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Einhetten der japanischen Luftwaffe, so wirb aus Hanoi berichtet, griffen bereits zweimal von Fra nzö- sisch-Jnbochina aus Kunming (Mnnawfu), die Hauptstadt der Provinz Pünnan in Südwestchina, an. Am Sonntag wurde mehrmals da^Ar« senal getroffen. Auch andere militärische Einrichtungen wurden beschädigt.


