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criftunaen herbeiführen.
Hinsichtlich ihrer schädlichen Wirkung können mir zwei Gruppen unterscheiden, nämlich Pflanzen, di, nach Genuß schwere Vergiftungserscheinungen beim Menschen Hervorrufen, und solche, die ourcy Berührung unangenehme Hautkrankheiten verursachen.
Grüner Knollenblätterpilz, unser ge ahrlichster Giftpilz, in verschiedenen Entwicklungsstadien.
(Ausnahme nach Kallenbach.)
Aus der Stadt Gießen
Urahne.
I
Gefährliche Giftpflanzen unserer Heimat Ihre Kenntnis schützt vor Gefahren.
Von Dozent ©r. Karl Heidt, botanisches Institut, Siesten.
** Vom B D M- Werk, Gruppe 2a/116 lLiteratur und Auslandskunde): Sonn- taa 15 9., um 10 Uhr Antreten an der Gummifabrik moppe & Co. Bei Regen fällt der Dienst aus. ^**Eine Ehrung zum 7 n m h 11 r <
Klingspor anläßlich seines ^0. Geburtstages. Die Gefolgschaftsmitglieder hatten sich versammelt, um dem Jubilar ihre Glückwünsche darzubrin-gen. Eine Arbeitskameradm überreichte ihm mit einer Blumenspende ein Geschenk, zu dem die Gefolgschaftsmitglieder nach ihren Kräften bei- aesteuert hatten. Dabei dankte die Sprecherin dem Betriebssichrer für die stete Fürsorge und für das Verständnis, mit denen er immer seinen Arbeiterinnen entgegengekommen sei. Erfreut über diesen neuen Beweis der Anhänglichkeit und Zugehörigkeit dankte Kommerzienrat Klingspor den Gratulantinnen und sttftete jeder von ihnen ein Geldgeschenk zur Feier seines Geburtstages.
(Strafkammer Gießen.
singt die Titelrolle. Die Vertreter oer uoligr" Hauptrollen sind: Gabriele Possinke, Gertl Vogt, Gustav Braun, Harry Grüneke, Ernst Heck, Heinz Müller, Hans Albert Schewe. BuhnenblL: Karl Löffler. Chöre: Arthur Apelt. Tänze: Irmgard
bis zu 5 Zentimeter Durchmesser, steckt ost tief im Laub und wird daher leicht übersehen. Dom oberen Teil des Stieles spannt sich in der fugend eine weiße bis blaßgelbe Schleierhaut nach dem Hurrand, welche die Blätter schützend verdeckt. Dieser Schleier reißt alsbald derart auf, daß ein häutiger R i n g am oberen Stielabschnitt zurückbleibt. Das Fleisch ist weiß, zart und weich, sein Geruch ist nicht unangenehm und in stischem Zustand kaum auffallend, erst beim Aelterwerden entwickelt sich bisweilen em widerlich süßlicher Duft.
Die häufigen Vergiftungen kommen fast ausschließlich durch Verwechslungen mit eßbaren M- -en zustande. Meist wird er mit dem Champignon verwechselt, mit dem Grünling ober mit grünen Täublingen. Für den Kenner jedoch und nur er sollte sich mit dem Pilz-Sammeln befassen, sind die Unterscheidungsmerkmale deutlich genug so daß Verwechslungen ausgeschlossen sem sollten. -Der Champignon ist leicht an der anfangs rosa, spater dunkel-schokoladebraun werdenden Blattern aus der Unterseite zu erkennen. Weiterhin fehlt ihm die knollige Scheide am Stielgrund: der Geruch der Champignonarten ist angenehm würzig, oftmals anisarttg. Der im Kiefernwald wachsende Grünling (Grünreizker) ist einwandfrei an der gelben Farbe zu erkennen, die wir an allen Teilen finden, knollige Scheide und Ring fehlen ihm gänzlich, wie dies auch bei den Täublingen der Fall ist.
Der gefährlichste Giftstoff des Knollenblätterpilzes ist das Amanitatoxin, dessen chemische Natur noch nicht sicher bekannt ist. Das Tückische bei den Knollenblätterpilz-Vergiftungen ist das spate Aus- treten der Vergiftungserscheinungen, wodurch die Heilungsaussichten sehr verringert werden. Die Giftwirkung äußert sich erst nach 6—40 Stunden mit Uebelkeit, .Magenfchmerzen, Erbrechen und cho-
Stechapfel mit trichterförmiger Blute und unreifen Kapseln. — (Aufnahme: Dr. Heidt.)
ist, daß man im Hoch- und Spätsommer Blüten unreife und reife Früchte zu gleicher Zeit an der Pflanze findet (s. Abb. 2). ~
Alle Teile der Pflanze sind giftig und enthüllen etwa 0,5 v. H. Alkaloide, in der Wurzel bis zu 1,7 v. H., und zwar überwiegend Hyoscyamm, daneben sehr wenig Atropin sowie Spuren von Scopola- min. Als D-rgistungsenfch-inungen Figm sich ne» ben anderen Unruh- bis zu den schwebte nAuf- r-llungszuständ-n, Delirien, Raserei <„T°ll -Kirsche) und Sinnestäuschungen der verschiedensten.Art Schwindel, u-belsein, auch Erbrechen, Erweiterung und Starre der Pupillen und Sehstorungen.
Mondamin gibt es aus die mUei£ X bezeichneten Abschnitte de^'-M.) brottarte für Aiudepchis
Trömel.
Frohe Stunden durch KdF.
Am nächsten Donnerstag bereitet die NSG. „Kraft durck Freude" wiederum eine besondere Entspannung vom Alltag. Unter dem Motto »Frohe Stunden bei Film und Funk" bringt sie eine Vorstellung, in der Hilde Meißner, Rotraud Richter, Harry G o n d i und andere Künstler mitwirken werden. Man darf wieder auf ein schönes Erleben rechnen, das den Besuche^ frohe Stunden bereiten wird.
pflichtung her, die Warenabgabe abzulehnen, wenn für ihn erkennbar ein Unbefugter unzulässigerweise auf eine fremde Kleiderkarte oder einen fremden Bezugschein einkaufen will.
Gießener Wochenmarktpreise.
• ®ie6en,14. Sept Aus dem heutigen W°ch-n- markt kosteten: Markenbutter, kg 1,80 RM., Matte 30 M, Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 11)4, Kartoffeln, % kg 4,8, 5 ^8 48, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 16, .^omlschkohl 10, (arün) 15 bis 18, (gelb) 20, Unterkohlrabi 7, ffrbfen 22 Tomaten 16, Zwiebeln 12, Rhabarber 10, lütbto Ä«t (■/--) 10, kg 15b.s 30 Galläpfel 4 bis 6, Birnen 20 bis 30, Zwetfchen 15 bis 16, Blumenkohl, das Stück 20 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Emmachgurken 1% bis 4, Endivien 5 bis 10, Dberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund lOJRpf-
Blühender Zweig des Bilsenkrautes. (Aufnahme: Dr. Heidt.)
leraähnlichen Erscheinungen. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung — und das gilt wr alle Vergiftungserscheinungen nach Genuß oder Berührung von Giftpflanzen — ist für sofortige ärztliche Hilfe zu sorgen.
Unter den Samenpflanzen finden sich einige Giftpflanzen-Famllien mit sehr giftigen Arten. Hier wäre in erster Linie die Famitie der Nachstchatten- , gewächse mtt Tollkirsche (Atropa Belladonna), Bilsenkraut (Hyoscyamus mger) und Stechapfel (Datura Stramonium) zu nennen.
Die Tollkirsch eist neben dem giftigen Fin- ftÄ SS1» besiedelt und hier oft massenhaft auftiltt. Der Grieche nannte sie der Giftwirkung wegen Attosw — nach der den Lebensfaden abschneidenden uner- bittlichen Parze Atropve, Die 2t°li°n°r.n schmmtte fick früher mtt dem rosenroten Saft der Tollkirfche und wurde so zur „bella donna1. Zur Entstehung dieses Namens mag auch noch die pharmakologische Reaktion des Wirkstosses Atropin beigetragen haben, die neben anderem in einer als schon
Weiterung der Pupillen besteht Die Pflanze stellt einen stattlichen 1,50 bis 2 Meter hohen Strauch dar mit höchstens handgroßen San3r°™‘‘ gen, eiförmig zugespitzten, an den Aesten paarweise nebeneinander stehenden, dunkelgrünen Blat> fern. Die Blüte, hängen gestielt einzeln aus den Blattwinkeln herab und zeigen einen grünen fünf, zipfeligen, bleibenden Kelch und ein« braunmol-tte Mumenkrone, Di- Frucht M °me melsam.ge B-er- oom grünen Kelch gestützt nut erft Jjrnner b« der Reife schwarz glänzender Haut. Vergiftungen tre ten häufig bei Kindern auf, die sie der Form und Farbe wegen für Kirschen halten. Charakteristisch
Aus Hamlet kennen wir die tödliche Wirkung vom „Saft verfluchten Bilsenkrauts^ Wie mehrere andere seiner Familiengenossen ist das Vilsen- kraut (Hyoscyamus mger), eine an Wegrändern, Dorfstraßen, an Hecken und Zäunen auf Schutt am besten gedeihende Giftpflanze, die im Mittelalter im Garten als Heilpflanze gezogen mürbe. Es ist ein ein- oder zweijähriges Unkraut mit rubem förmiger Wurzel und bis % Meter hohem einfachem oder verästeltem Stengel. Die Blätter sind eiförmig bis länglich spitz, grobbuchtig gezahnt und behaart. Die eiKitswendig stehenden Blüten zeigen einen becherförmigen, bleibenden grünen Kelch uni) et ne trichterförmige fünflappige, gelb gerbtef unb !blafe- violett geaderte Blumenkrone. Am Kelch sitzt die Frucht eine Deckelkapsel mit 200 bis 500 kleinen nierenförmigen hellbraunen Samen Die ganze Pflanze fühlt sich klebrig an und hat einen unangenehmen widerlichen Geruch. Früher ist die Pflanze auf dem Lande als Giftmordmittel oft durch Zigeuner vermittelt worden, weshalb sie auch Zigeune^ pflanze genannt wird und die Samen, wie auch Le des Stechapfels, als Zigeunerfamen bezeichnet werden. In allen Teilen der Pflanze finden sich als giftige Wirkstoffe Hyoscyamin und Scopolanim, vielleicht auch Atropin. Sie Deraiftungserschemun. gen sind ähnlich wie bei der Tollkirschenvergiftung, doch sind die zentralen Erregungserscheinungen geringer und können sogar fehlen.
Güterwagen
nur für den dringendsten Bedarf.
Jeder Güterwagen wird jetzt für Zwecke der Landesverteidigung, der Rüstungsindustrie und> der V - sorauna der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern dringend gebraucht. Der bevorstehende Herbft- verkebr bringt noch erhöhte Anforderungen. Jeder Verfrachter muß es sich 3"r Pflicht machen, Guterwagen nur für den tatsächlichen Bedarf zu bestellen. Wenn ein Verfrachter mehr Wagen anfordert als er bei bester Ausnutzung des Laderaumes benötigt, um bann bei Zuteilung eines Teils dieser Wagen doch noch ausreichend versorgt zu f?in, Jo fcpabigt er durch seinen Eigennutz die gemeinwirtschaftliche Verkehrsbedienung. Um wlche Ueberforberungen zu vermeiden, werben die Wagenbestellungen von der Reichsbahn ständig nachgepruft. Die Verfrachter erleichtern der Deutschen Reichsbahn die bestmögliche Verteilung auf alle Verkehrtreibenden wenn sie von vornherein Wagen nur für den dringendsten Bedarf anforbert.
Sott bet Kleiderkarie
Der PH. N. in Hanau unb die M. F. in Alsfeld, beibe zur Zeit in Untersuchungshaft, waren des Meineids bzw. der Anstiftung zum Meineid beschuldigt, und zwar N. unter der Anklage, im Februar 1940 eine andere Person zur Begehung des Meineids angestiftet und am 25. April 1940 m einem Ehescheidungsprozeß vor dem Landgericht Gießen wissentlich einen Meineid aeleistet zu haben, die F. ebenfalls unter der Anklage, am 13. Fe-
Für die zweite Reichskleiderkarte für Männer ist hie für die alte Karte gültig gewesene und noch gültige Einschränkung fortgefallen dnß Meterware
*«. s-ä* * au nennenden Handwerker geliefert werden durfte. Meterware darf auf die zweite Reichskleiderkar e für Männer unbeschränkt abgegeben werden, wie dies auch bei den'anderen.. Kleider karten der Fall ist Es darf sich aber natürlich bei ber Jänner- karte nur um Meterware für den mannln - harf handeln. Es ist keineswegs Zulässig, Kiewer ftoff gegen Abschnitte der Metten Reichskleiderkarte ^Di7°F7chg?up7/B«°Lng, TettU und Leder hierzu m einer klärenden Verlautbarung fest, sei^erschiedentlich die Auffassung vertreten w°r.
nur xur Deckung des Bsdarfs de- Karten, oder B-zugsberechtigung ^fur fI<^cr g(r^rEar'te ?i)cr des zelhandel leitet die Fachgruppe uavuu
Die in der Presse in letzter Zeit sich häufenden Mitteilungen über Dergiftungserscheinungen nach Genuß ober Berührung giftiger Pflanzen oder Pflanzenteile lassen hn Sinne der Schadenverhutung nd Gesunberhaltung unseres Volkes einen Hinweis auf die Kenntnis unserer einheimischen Giftpflanzen ür bringenb geboten erscheinen.
Im Spätsommer und Herbst ist mit dem Empor- schießen der Pilze und der Fruchtbildung der Giftpflanzen die Zeit gekommen, zu der die aus Un
kenntnis der Merkmale beruhenden verhängnisvollen Verwechslungen zu schweren Erkrankunaen mit oft tödlichem Ausgang führen. Die Zahl der gefährlichen Giftpflanzen, die wir in unseren Waldern, auf Wiesen und am Wegrand oder im Garten finden, ist zum Glück sehr gering. Von ihnen sollen bei unserer Schilderung nur dieienigen berücksichtigt werden, die erfahrungsgemäß am hauftgsten -oer-
hrnnrr xum 70 Geburtstag bruar 1940 in einem Ehescheidungsprozeß vor dem Donnerstag die^G-folgschaftsmitAe- Landgericht Gießen w.fsentüch -men. Meinest
Weitaus an erster Stelle ist unter den bei uns vertretenen Giftpflanzen der Grüne Knollen- bl ä 11 e r p i l z (Amanita phalloides) zu nennen. Man findet ihn im Sommer und Herbst in Laubwäldern, Parkanlagen und dergl., besonders unter Eichen. Er ist der gefährlichste aller Glftpllze, auf den die meisten tödlich ausgehenden Pilzvergistum gen zurückzuführen sind. Im Jugendzustand (noch innerhalb der Erde) ist dieser Blätterpilz m eine dünne Hülle eingeschlossen, die durcy Streckung,tzes Stieles am Scheitel gesprengt wird und an der knollig verdickten Stielbasis als lappig oder urnenförmig zerrissene weiße Scheide Zuruckbleibt. Der Hut ist anfangs kegelig-glockig, spater breitet er sich mehr oder weniger flach aus; seine Färbung zeigt alle Abtönungen von gelbgrün, olivgrün, grau ober bräunlich bis blaßgelb oder auch rem weiß. Die Haut des Hutes, der 7 bis 12 Zentimeter Durchmesser mißt, ist leicht abziehbar, selten ist er von weißen, fleckenförmigen Resten der Hullhaut bedeckt wie wir es vom Fliegenpilz kennen Die Blatter (Lamellen) auf der Hutimtersette fmd weißlich bis blaßgelb, zuweilen aegen den Hutrand etwas zitronengelblich überhaucht. Der bis zu 16 Zentimeter lange Stiel ist schlank, zur Spitze hm etwas verschmälert Und zum Grunde hm plötzlich in Den Stielknollen erweitert. Der Knollen erreicht
Die Vvrstellung der Operette „Paganmtt von Franz Lehar am Sonntag, 15. September, wird als Festaufführung zum 70. Geburtstage ihres Schöpfers ein besonderes Gepräge durch eine kurze Lehar-Feier erhalten. Die musikalische Leitung der Neuinszenierung hat Otto Solln er Die Spiel-
' ia Harry Grüneke. Christoph Reuland die Titelrolle. Die Vertreter der übrigen
zum Meineid schuldig gemacht zu haben, im übrigen waren beide Angeklagte geständig. Der Anklagevertreter beantragte gegen N. eine Gesamtzuchthaus- ftrafe von zwei Jahren, gegen die F. eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Die Angeklagten wurden
Zweig der Tollkirsche mit Blüte unb reifen Früchten. (Aufnahme: Dr. Heibt.)
Sornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Wiener Geschichten".
Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe, dumme
Mama". _
Tageskalenber für Sonntag.
Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr „PagamnA - Gloria-Palast, Seltersweg: „Wiener Eeschichten . 11 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe, dumme Mama — Verein ehemaliger 116er: 17 Uhr ^Stadt Lich Ka- meradschaftsappell. — Obst- und Gartenbauverein. 15.30 Uhr „Burghof" Versammlung.
„paganini" als Jeff Aufführung zum 70. Geburtstage Franz Lehars.
Auf Schutt und Brachland gedeiht der Stechapfel (Datura Stramonium), der in manchen Gegenden ebenfalls als Zig-un-rpflanze be° zeichnet wird und von dem fahrenden Volk am Ende des 17. Jahrhunderts aus Südosteuropa emge- schleppt worden sein soll. Er ist eine krautige, 15 cm bis 1 m hohe Pflanze mit W wurzel und gabelästig verzweigtem Stengel Seme Blätter sind gestielt, kahl, eiförmig, zugespitzt und ungleich grobbuchtig gezähnt Die langen weißen trompetenförmigen Blüten stehen einzeln m den Astaabeln, mit langröhrigem, fünfspaltigem, grünem Kelch, der beim Verblühen derart zerbricht, daß ein stehkragenartiger Rest übrigbleibt. Die Frucht ist eine große, eiförmige, stachelige grüne, im Reifestadium braun werdende nut vier Klappen aufspringende Kapsel mit vielen kleinen schwarzen
Gehalt derselben Giftstoffe, di- wir bereits bei Tollkirsche und Bilsenkraut kennengelernt haben, ist die Pflanze ebenfalls in allen Teilen giftig. Da im Stechapfel Hyoscyamin vorherrscht, kommt es zu ähnlichen starken zentralen Erregungserschemun- qen wie bei der Tollkirschenvergiftung. Gegen- Asthma werden die Blätter in Gestalt von Zigarren und Zigaretten (bzw. aus Tabak, der mit Stechapfelblättern gemischt ober mit einer Tinktur getränkt worben ist) geraucht. Vergiftungen smb auch durch übermäßiges Rauchen der Stechapfelzigaretten beobachtet worben.
Als stolze Braut im farbenreichen Schmuck ihrer baulichen Tracht ist sie einst mit ihrem Hochzeiter zum Traualtar geschritten, voran die Musik und hinterher der festtiche Zug der Hochzeitsgäste aus zwei Bauerndörfern, während eine Glocke vom trauten Kirchlein die feierliche Kunde über die Ge- , markung trägt. Aus allen Häusern unb Gassen stehen sie in ihren Arbeitskleidern — nach Bauern- 1 brauch ist es ein Donnerstag — am Weg, der mit Blumen bestreut ist, und wollen die Braut sehen, die nun im „Unnerdörfer Hof" einzieht.
Das ist nun schon lange her. Inzwischen haben die Enkel chre „Mamme" und die Urenkel ihre „Mutti", aber sie selbst ist zeitlebens die „Muotter" geblieben. Als starke Arbeitskraft lernte sie alle Wege ins Feld, alle Wiesen und Aecker und die dazu notwendigen Arbeitszeiten bei der Bestellung und der Ernte kennen. Und jetzt sitzt sie schon manchmal im Lehnstuhl unb lebt von ihren Erinnerungen, und die anderen leben mit davon. Unter ihrer sicheren, ruhigen Hand lassen sich andrängende Arbeiten in Haus, Hof und Feld leicht „ausenannerkraure und bis auf die Tagesaufgaben herab wieder „praktisch eanrichte", je nach Jahreszeit, Arbetts- träften und — dem Wetter. Ja, der Himmel: „Bei gout Wearrer kann e aalt Fraa mih Haa mache wäi bei schläächtem a gaanz Gemaa'n!" Und alle wissen, daß auch der Tisch zu seiner Zeit gedeckt ist, und daß es an heißen Tagen eine saftige Obstsuppe mit gebackenen Schnitten gibt. Und seit sie vor Jahren aus einem Frühstückskorb, der mtt Butter, Käse, Blut und Leberwurst für die Mannsleute draußen reichlich geschmückt war, ein verirrtes Stück Zervelatwurst kurzerhand wieder herausholte: „Doas eas kaa'n Wuorscht fir die Lehmekautl", war Diefer Schiedsspruch zwischen Alltag und festlicher Tazel rum geflügelten Wort in der Gemeinde geworden.
Ihr Platz — an sonnig-warmen Tagen im Schatten des Hofes, am Herd oder Ofen, wenn's kalt wird — ist für jung und alt, groß und klein bis herab zum jüngsten Urenkel gleichsam zum „Hauptquarckler geworden. „Die Aalt hoat immer noach s Regiment!" hort man gelegentlich von spitzen Zungen. Aber als sie ihre Achtzig vollendete, ihre Heimat- zeitung in Bild und Wort ihrer aedachte, meinte ihre Enkelschwiegertochter: „Wann se noar noach e paar Joahr häi bleibt, ean wann se noar eam Seassel seatzt!" R B;


