ftänbigfeitspofitif, die befriedigte Annahme der deutschen Garantieerklärung und die intensivste politische und militärische Zusammenarbeit mit England und Frankreich gegen Deutschland miteinander vereinbaren konnten.
Die deutschen Dokumente erweisen unwiderleglich, daß die Zusammenarbeit Belgiens und Hollands mit den kriegsschuldigen Mächten über das Militärische und Politische hinaus sogar so weit ging, daß diese beiden Staaten geradezu als die am weitesten gegen Deutschland vorgeschobene Basis des englischen Geheimdienstes zur Ermordung des Führers und der Reichsregierung dienen sollten; das Münchener Attentat, das zur Verhaftung der beiden Hauvt- agenten S t i e v e n s und Best führte, war dafür lediglich ein Auftakt. Für alle Zeiten werden die maßgeblichen Kreise Belgiens und Hollands mit dem furchtbaren Makel behaftet bleiben, daß sie nicht nur im schroffsten Gegensatz zu dem offiziellen Verhältnis zu Deutschland den englisch-französischen Hauptangriff vorbereitet hatten, sondern sogar fördernde Mitwisser jener widerlichen Mordpläne ma ren.
Das deutsche Volk, das mit staunender Bewunderung und einmütiger Begeisterung schon die Durchführung der Operationen in Polen und in Norwegen verfolgt hat, weiß, daß Großdeutschland nun im Westen einem in jeber Beziehung viel schwereren Entscherdungskarnpf entgegengeht. Jeder einzelne von uns steht nun vor der großen Bewährungsprobe innerhalb der Volksgemeinschaft. Aber er weiß auch, daß dieser Entscheidungskampf geführt wird unter Adolf Hitler durch die deutsche Wehrmacht. „W ir haben nicht g e ° schlafen", dieses Wort des Führers aus dem Anfang des Krieges hat sich auch bei der frühzeitigen Aufdeckung der englisch-französischen Kriegspläne und ihrer Zusammenarbeit mit Belgien und Holland als richtig erwiesen. Deutschland kennt keine Ueberraschungen. Das gilt auch für den bevorstehenden schweren Entscheidungskampf, auf den Großdeutschland militärisch, politisch, wirtschaftlich, geistig und seelisch in jeder Beziehung vorbereitet ist.
Französische Zivilisten durch eigene Flakgranaten getötet.
Churchills Kabinett der
Berlin, 13. Mai. (DNB.) In London wurde eine amtliche Ergänzung zur neuen Ministerliste bekanntgegeben. Duff E o ö p e r hat das „Infor- mationsministerium" übernommen. Der Labour-Abgeordnete und Oberbürgermeister von London, Morrison, wurde Versorgungsminister. Der bisherige Lordsiegelbewahrer und ehemalige Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood wurde Schatzkanzler. Sir John Simon Lordkanzler, Lord Lloyd Kolonialminister, während Sir William Anderson das Innenministerium und Sir Andrew Duncan das Handelsministerium behielten. M a c d o n a l d, der vorher das Kolonialministerium verwaltete, wurde Gesundheitsminister. Zum Staatssekretär für Indien und Burma wurde der alte konservative Deutschenhasser Amery ernannt. Das Arbeitsministerium hat Ernest B e v i n und das Ernährungsministerium Lord W o o l t o n übernommen.
*
Besonders bezeichnend ist das Wiederauftauchen Duff Coopers, der seiner Zeit seinen Posten als Marineminister niederlegte, weil sein Wunsch, Deutschland zu überfallen, den anderen verfrüht erschien. In der Zwischenzeit hat er sich monate-
Kriegsmacher komplett.
lang als Wander-Hetzredner übelster Sorte in USA. herumgetrieben.
Der Labour-Abgeordnete Morrison hat noch vor 5 Tagen unter der Ueberschrift „Schert Euch weg!" in einem Artikel erklärt, Chamberlain müsse abtreten, da er „für die gewaltigen Aufgaben, vor denen die britische Nation steht, geistig ungeeignet" sei. Mit diesem „geistig ungeeigneten" Chamberlain erscheint er jetzt Arm in Arm auf der Ministerbank. Zusammen mit Attlee, Greenwood und allen an« deren, die sich „Vertreter der Arbeiterschaft" nennen, hat er sich von den Kapitalisten kaufen lassen. Ein weiterer Beweis für die Charakterlosigkeit und innere Verlogenheit des ganzen britischen Systems, aber auch ein Beweis für den abgrundtiefen Haß, der die britischen Parlamentarier gegen das deutsche Volk erfüllt. Nun sind sie alle wieder vereint, die alten Kriegsbrandstifter: Churchill, Chamberlain, Halifax, Eden, Duff Cooper, Attlee, Greenwood und Genossen, genau wie es der Führer seinerzeit in der Saarbrückener Rede vorausgesagt hat. Aber weil er das kommen sah, deshalb hat er vorgesorgt und darum kann und wird das deutsche Volk dieser elenden Clique die richtige Antwort erteilen.
Feindliche Greuelpropaganda durch Meldungen der Lyoner presse widerlegt.
Genf, 13. Mai. (DNB.) Immer wieder ist in letzter Zeit von der feindlichen Greuelpropaganda die niederträchtige Lüge verbreitet worden, daß deutsche Flieger bei ihren Luftangriffen angeblich auf Zivilisten geschossen oder Bomben abgeworfen hätten. Jetzt müssen Lyoner Zeitungen offen zugeben, daß bei dem erfolgreichen deutschen Angriff auf den Flughafen Bron bei Lnon zwar Zivilisten ums Leben gekommen sind, jeooch, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, nicht durch deutsche Bomben, sondern durch die eigenen französischen Flakgranaten.
So berichtet der „Progres" am 11. Mai, daß die deutschen Flugzeuge ihre Angriffe a u s s ch l i e h - lich auf den Flughafen Bron und seine Anlagen gerichtet hätten. Trotzdem ist die Totenliste unter der Zivilbevölkerung sehr groß gewesen, wobei es sich aber ausschließlich um Opfer französischer Flakgranaten handelt.. In Bron ist eine ganze Familie, bestehend aus Vater, Mutter, zwei Söhnen und einem Pflege
kind getötet worden, aber nicht etwa durch eine Fliegerbombe, sondern durch eine Flakgranate, die das Dach des Hauses durchschlug und mitten in der Wohnung explodierte.
Auch die Lyoner Leitung „Republicain" stellt ausdrücklich fest, daß die französische Flakartillerie sogleich beim Erscheinen der deutschen Flieger ein wildes Feuer eröffnet habe. Trotz der wiederholt gegebenen Warnungen hätten sich zahlreiche Neugierige damit vergnügt, den Himmel zu betrachten, während an verschiedenen Stellen der Stadt Flakgranaten herabgefallen seien. Die Folge sei gewesen, daß es unter der Zivilbevölkerung zahlreicheOpfer gegeben habe. Die Schilderungen der Lyoner Blätter bestätigen somit eindeutig, daß die unter der Zivilbevölkerung entstandenen Verluste ausschließlich dem planlosen Feuer der französischen Flakartillerie sowie der Neugier und dem Leichtsinn der Betroffenen zuzuschreiben sind.
Lügen Reynauds über die deutschen Fallschirmjäger.
Deutsche Repressalien bei völkerrechtswidriger Behandlung der deutschen Fallschirmtruppen angekündigt.
Berlin. 13. Mai. (DJIB.) Da- Auswärtige A m t hat heule durch Vermittlung der Schuhmächte an die Regierungen in London, Brüssel, Paris und Den Haag eine Roke überreicht, in der unter Darlegung der militärischen Stellung der deutschen Fallschirmjäger mitgeteilt wird, daß bei völkerrechtswidriger Behandlung der deutschen Fallschirmtruppen schärfste Repres- falten bei gefangenen Gegnern in Anwendung kommen.
•
Der französische Ministerpräsident, Herr Rey- naud, hat am Sonntagabend öffentlich folgendes bekanntgegeben: Die deutsche Wehrmacht habe in Belgien und Holland Fallschirmjäger eingesetzt, die belgische oder holländische Uniformen bzw. Zivil getragen hätten. Er hat erklärt, es seien Befehle an die französischen Truppen ergangen, daß solche deutschen Fallschirmjäger, die in Frankreich in Gefangenschaft gerieten, sofort standrechtlich erschossen würden.
Hierzu gibt das O K W. bekannt: Die Behauptung des Herrn Reynaud, daß deutsche Fallschirmjäger fremde Uniformen oder Zivil getragen hätten, ist eine Lüge. Herr Reynaud ist kein Soldat, daher scheint er nicht zu wissen, daß die Fallschirmbataillone reguläre Formationen der deutschen Wehrmacht sind, die im Frieden aufgestellt und für ihre besondere Aufgabe ausgebildet wurden. Ihre U n i f o r m ist allgemein bekannt und der besonderen Einsatzweise der Fallschirmjäger angepaßt. Sie ist weder mit Zivilkleidung noch mit irgendwelcher Uniform fremder Heere zu verwechseln.
Sollte trotzdem Herr Reynaud einen Vorwand suchen, um seine Hahgefühle an den tapferen Fallschirmjägern auszulassen, so werden von der deutschen Wehrmacht gegen diesen beispiellosen Völkerrechtsbruch sofortige Repressalien ergriffen werden. Für jeden erschossenen deutschen Fallschirmjäger werden in Zukunft zehn sich ergebende französische Soldaten erschossen.
Wettere brittsche Truppen auf Lurakao gelandet.
N e u y o r k, 14. Mai. (DNB.) Wie aus Willemstad auf Curaxao gemeldet wird, hat der am Sonntag dort eingetroffene britische Zerstörer „Fraser" ein britisches Truppenkontingent getan- d e t. Der Geschäftsträger Venezuelas in Washington teilte Unterstaatssekretär Welles mit, daß die nationale Wirtschaft Venezuelas durch irgendeine Störung der Oelraffinerie-An- lagen in Holländisch-Westindien ernstlich b e - rührt werden würde.
Große Teile der Ausbeute der Bohrungen auf den venezolanischen Petroleumfeldern werden nämlich in den umfangreichen Raffinerie-Anlagen auf der etwa 60 Kilometer von der venezolanischen Küste entfernt liegenden holländischen Insel Cura^ao verarbeit e t und für Uebersee-Export in Tankern versandfertig gemacht.
'die Landung von sich aus billigte, habe die USA.» Regierung d ie übrigen amerikanischen Länder von allen gegenseitigen Verpflichtungen entbunden, auch von den auf der Panama- Konferenz eingegangenen. Brasilien wolle in Frieden leben, wie Präsident Vargas erst in seiner letzten Rede wieder betont. Es müsse aber trotzdem die Schamlosigkeit verurteilen, mit welcher zugelassen werde, daß die Westmächte die Monroedoktrin verletzten. Dieser Vorgang zeige Brasilien deutlich, wie die Lage sei. Er bestärke es darin, abseits zu bleiben auch bei weiteren Verletzungen der Monroedoktrin, woher auch immer sie kommen, solange nicht feine eigene Souveränität auf dem Spiel stehe.
Das Echo in Japan.
Wo bleibt die Verteidigung der JNonroe-Doktrin?
Brasilien über die duldsame Haltung der USA. erstaunt.
Rio de Janeiro, 14. Mai. (DNB.) „W o bleibt die Neutralitäts-Kommission?", tragt die brasilianische Zeitung „Meiodia". Wenn deutsche Truppen in Kanada, auf den Malvinen oöer den holländischen Antillen gelandet mären, mürben die Presse, die Regierung und Parlamente der Westmächte ungeheures Geschrei an« stimmen über „Verletzung der Monroe- Doktrin und deutsche Invasion auf dem amerikanischen Kontinent", und dann würden die USA. die Unversehrtheit des amerikanischen Kontinents zu perteibigen wissen. Jetzt aber werde amtlich m London bekanntgegeben, daß die USA.-Regierung durch die Westregierungen von den Vorgängen unterrichtet worden fei. Wenn aber die USA.- Reglerung von dem Schritt der Westmächte unter- richtet aewesen sei und ihn geduldet habe, könne sie künftig gegen keine Landung deutscher Truppen mehr protestieren, falls Deutschland nach Besiegung Hollands die Antillen wiedernehmen wolle, da die USA. die Verletzung der Monroedokttin durch die Westmachte erlaube. Der Fall habe größte Be- beutuna für die Neutralitätskommission, deren Auf- gäbe die Ueberwachung und Einhaltung der Monroedoktrin sei. Mindestens hätte die USA.-Re- gierung die Landung nichthinnehmen dürfen, ohne vorher die Kommission einzuberufen. Da sie
T o k i o, 13. Mai. (DNB.) „Tokio Asahi Schim- bun" schreibt, die Besetzung Curaraos und Arubas durch englisch-französische Truppen bedeutet einen Vertrauensbruch. Die niederländische Regierung habe in Tokio amtliche Erklärungen abge- geben, wonach in den holländischen Kolonien der Statu8 quo unter allen Umständen aufrechterhalten bleibe. Nachdem sich Holland aber in Westindien habe breitschlagen lassen, fürchte man in Japan, daß man den Erklärungen der niederländischen Regierung nidjt mejjr trauen dürfe. „Kokumin Schimbun" erklärt, die Entwicklung zeige deutlich, wie sehr der Status quo Niederländisch- Ostindiens bedroht sei, an dem Japan ein lebenswichtiges Interesse habe. Die Bemühungen Japans, irgend eine Veränderung des Status quo ber niederländischen Besitzungen zu verhindern, stün- den nicht im Gegensatz zur Polittk der Nichtein- Mischung in den europäischen Krieg. Vielmehr solle die japanische Haltung gegenüber Niederländisch-Ost- indien gerade dazu dienen, eine Einmischung in den europäischen Konflikt zu verhindern. „Tokio Nltschl Nitschi" erklärt, es gebe keinerlei Garantie dafür, daß England und Frankreich nicht auch irgend welche Aktionen in Niederländisch-Ostindien unter dem Vorwand ihrer Bündnisverpflichtungen unternähmen. — In politisch interessierten Kreisen Tokios betont man, Japan sei vor eine neue Sage gestellt. Hinzu komme die Erklärung Hollands, daß die R o h st o f f e Niederländisch-Ostindiens den Westmächten zur Verfügung gestellt würden. Dadurch sei bereits der Status quo wirtschaft- lich gefährdet.
Churchill kann im Unterhaus den Crnst der Lage nicht verheimlichen.
Stockholm, 14. Mai. (Europapreß.) Der neue englische Ministerpräsident Winston Churchill erklärte am Montag im Unterhaus, Las Kriegskabinett habe im Hinblick auf den Ernst der Lage sofort zusammengestellt werden müssen, auch die wichtigsten anderen Posten seien bereits besetzt worden. Churchill forderte die Abgeordneten auf, der Regierung das Vertrauen auszusprechen. „Wir befinden uns", so fuhr der Ministerpräsident wörtlich fort, „im einleitenden Stadium der größtenKämpfederGeschichte. Mit Ausnahme der Westftont sind wir in Kämpfe an vielen anderen Punkten verwickelt, so in, Norwegen, in Holland und in Belgien. Wir müssen uns auch für das Mittelmeer bereithalten. Die Luftkämpfe werden fortgesetzt und viele Vorbereitungen müssen bei uns zu Hause getroffen werden. Ich sagte meinen Ministern bei ihrem Eintritt in meine Regierung, daß ich nichts anderes vorhabe, als zu arbeiten und zu schwitzen, und zwar Tränen und Blut. Wir werden durch ein Fegefeuer furcht bar st er Art gehen müssen. Wir haben viele Monate vor uns, Die mit Kämpfen angefüllt fein werden. Und wenn Sie mich fragen, wie unsere Politik ist, so kann ich antworten: Krieg zu führen; Krieg auf dem Lande, zur See und in der Luft, mit all unseren Kräften und Gott mit uns! Wenn Sie fragen, was unser Ziel ist, so kann ich dieses mit einem Wort beantworten: Stegen! Unser Ziel ist ein Sieg um jeden Preis, ein Sieg trotz allem Terror, ein lang- und harterfochtener Sieg; denn ohne den Sieg müssen wir die Hoffnung auf geb en, unsere Existenz fortsetzen zu können, die Existenz des britischen Weltreiches und dessen, was es repräsentiert."
Nach der Rede Churchills brachten Vertreter der Labour-Party, der Liberalen und der Unabhängigen Arbeiterpartei ihre Zufriedenheit zum Ausdruck. Lloyd George lobte die persönlichen Eigenschaften Churchills, während ein konservativer
Abgeordneter beklagte, daß das Werk Chamberlains in der ersten Unterhaussitzung nach seinem Rücktritt nicht genügend gewürdigt worden sei.
Churchills Jungfernrede als brittfcher Ministerpräsident entspricht in ihrem Tenor durchaus dem Bild, das wir uns in den mehr als dreißig Jahren der politischen Tätigkeit dieses zwar mit Energie geladenen, aber von seiner Phantasie immer wieder irregeleiteten strategischen Scharlatans gemacht haben. Durch alle rhetorische Schaumschlägerei, die dem Unterhaus Mut und Vertrauen zu den neuen Männern einflöhen soll, klingt die überaus gedrückte Stimmung hindurch, in der, man sich in England angesichts der unleugbaren Tatsache befindet, daß das nationalsozialistische Deutschland den westlichen Demokratien wieder einmal zuvorgekommen ist und daß die Schnelligkeit seiner politischen Entschlüsse sich in für die englische Öffentlichkeit geradezu nie» oerschmetternden strategischenn Anfangserfolgen der deutschen Wehrmacht umgesetzt hat. lieber den Emst der Lage und die Gefahren für das britische Weltreich hat ja auch Churchill keinerlei Zweifel lassen können, wenn er öon einem „Fegfeuer furchtbarster Art" sprach, durch das England hindurch müsse. Wir empfinden die größte Genugtuung, daß es gerade Churchill und Die ganze Kumpanei verbrecherischer Kriegsmacher sind, die nun aus den Kulissen heraustreten müssen und auf offener Bühne England in dies Fegefeuer voranschreiten müssen. Ihrem Willen zum Krieg, mit dem sich Churchill vor dem durch Chamberlains schlappe Kriegsführung so bitter enttäuschten Parlament gebrüstet hat, wird Deutschland die geballte Kraft seiner Entschlossenheit und unversiegbaren Angriffsgeistes eines Volkes ent. gegenroerfen, das bis zum letzten Mann weiß, daß es im härtesten Entscheidungskampf um feine nationale und soziale Freiheit und seine natürlichsten Lebensrechte steht. £.
Italiens Entrüstung über die Geekontrolle der Westmächte. Massenkundgebungen von Studenten und Bevölkerung.
Rom, 14. Mai. (Europapreß.) Auch am Montag waren wieder die Häuserfronten in den Straßen Roms mit neuen vielfarbigen Maueranschlägen: „England, das den Autobus versäumt, über- ät. Von den Mittelschülern und den Universitätstudenten sind am Montagoormittag stundenlange Massenkundgebungen in den Straßen der Hauptstadt veranstaltet worden gegen die seeräuberische Art der Durchführung der Schiffskontrolle durch die Westmächte zum Schaden Italiens, über deren Umfang und beispiellos brutale Handhabung die Bevölkerung erst durch den in der Sonntagspresse veröffentlichten Bericht des Gesandten Pietromarchi unterrichtet worden ist. „Popolo di Roma" bemerkt, daß die studentische Jugend von Rom in klar verständlicher Weise den Gefühlen der Bevölkerung der Hauptstadt den West- machten gegenüber Ausdruck verliehen habe. Gleichartige Straßenkundgebungen der Studenten haben ich in allen Universitätsstädten abge« pielt. In Neapel haben nach einem vom Gauleiter abgehaltenen Rapport die Faschisten und Studenten unter großer Beteiligung der Bevölkerung Kundgebungen gegen die Westmächte in den Straßen der Stadt veranstaltet. Durch weiteren Zulauf aus allen Schichten der Bevölkerung wuchsen diese Kundgebungen zu einer Dolksdemonstration an. Vor dem Gebäude des Korpskommandanten und dem der Hafen-Admiralität wurden Hochrufe auf das Heer und die Marine ausgebracht. Nach einer in der Universität den Helden Italiens gewidmeten Feier haben auch in Bari die Studenten Kundgebungen in den Straßen veranstaltet, die Studenten von Florenz haben ebenfalls yrem Abscheu gegenüber der unduldsamen englisch- ranzösischen Schädigung des italienischen Seeverkehrs Ausdruck verliehen. Gleichartige Kundgebungen der Studenten haben auch in Bologna, in Forli — der Heimat des Duce —, und Salerno tattgefunben.
Die englisch-französische Seekontrolle findet in der italienischen Presse schärfste Verurteilung. Der „(Sortiere della Sera" schreibt, diese Kontrolle zeige weiten Kreisen, einem wie gehässigen Re- gl me der Gewalttätigkeit und der Willkür die Schrffahrt und die Handelswelt ausgesetzt seien. Der Verkehr sei lahmgelegt worden und Unbeteiligten wurde gewaltiger Schaden zugefügt sowie die Souveränität nichtkriegführender Staaten verletzt. Nan verletze das Prestige dieser Staaten und mische ich in gröblichster Weise in ihre Wirtschaftsbezie- Hungen em. Mussolinis „Popolo d'Jtalia" schreibt, man müsse sich fragen, ob Europa als eine britisch e Kolonie behandelt werde. Es handle sich licht nur um eine verwaltungstechnische Frage, onbern umeinProblemderFreiheit Die letzte Drangsalierung habe große Aehnlichkeit mit den Sanktionen.
„Oiomale d'Jtalia" schreibt, der Zweck dieser Ver
gewaltigungen sei, die nichtkriegführenden Staaten — wenigstens zum Teil — zu Kriegführenden im Gefolge Frankreichs und Englands zu machen, noch dazu ohne deren Interessen zu wahren und ohne jede Freiheit, ihre Sou- veränitätsrechte ausüben zu können. Typisch sei, soweit Italien in Betracht komme, der Versuch der Ausübung eines Zwanges durch Verhinderung der deutschen Kohlentransporte zur See nach Italien gewesen. Durch Desorganisierung und Blutleermachen der wirtschaftlichen Betätigung sollten die Neutralen in das Lager der West Mächte gezwungen werden. Man versuche, die wirtschaftliche Freiheit Italiens unterbinden, die Freiheit seines Handels und feiner Rohstoffzufuhren. Auf diese Weise werde die gegen Deutschland geehrte Wirtschaftsblockade auf Italien ausgedehnt. Seit acht Monaten führten somit Frankreich und England, die immerfort die Freundschaft Italiens fordern möchten, gegen Italien einen geheimen und heimtückischen Krieg. Die Italiener wüßten nun, wenn sie unter Schwierigkeiten ihrer Betätigung zu leiden hätten, wen die Schuld treffe. Aber auch die gegnerische polittsche und militätische Ab- sicht der beiden Demokratien gegen Italien würde bestätigt durch die systematische Verletzung der italienischen Post, wobei kein Unterschied zwischen privater und staatlicher Korrespondenz gemacht werde. Das beweise, daß dieses System der politischen und militärischen Spionage diene. Die Beleuchtung dieser Politik der großen europäi- M)en Demokratien komme zur rechten Zeit in dieser PHK des europäischen Krieges. Das englisch-französische Blockadesystem diene dazu, die wirtschaftliche, politische und militärische Versklavung vorzu- beretten, die allen anderen europäischen Nattvnen aufgezwungen werden solle.
Verstärkung
der amerikanischen Marinelustwaffe.
Ne uy ork, 13. Mai. (DNB.) Der Vorsitzende des Marlneausschusses des Abgeordnetenhauses, der Demokrat Vinson, erklärte, der Ausschuß werde am Donnerstag mit der Besprechung eines Rü« stungsvorschlaaes beainnen, der die amerikanische M a ri n e l u f t wasfe „gewaltig" verstärken werde. Zur Zeit besitze die USA.^Dlarine etwa 3000 Flugzeuge, weitere 1500 seien bewilligt. Marine- sowie Armeekreise forderten eine des chleunigte und vermehrte Aufrüstung, wofür im Bundeskongreß 400 Millionen Dollar beantragt werden sollen. Präsident Roosevelt ersuchte ferner den Kongreß, sofort 2,9 Millionen Dollar verfügbar zu machen für d e n Bau von Küstenvertei- digungsanlagen in Portorico, der in amerikanischem Besiß befindlichen Insel der Großen Antillen im Karibischen Meer, die zum Verteidi- sungssystem des Panama-Kanals schott.


