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14.3.1940
 
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Donnerstag, K März (9^0

Gietzener Anzeiger

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190. Jahrgang Ur. 65

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Der Moskauer Friede.

Der nach wenigen Tagen direkter und, wie be^ sonders betont wird, gleichberechtigter Derhandlun-. gen in Moskau zustande gekommene Friedens­schluß zwischen Finnland und der Sowjetunion, dessen Einzelheiten wir bereits gestern berichtet haben, beendet nicht nur einen Konflikt zwischen diesen beiden Staaten, den alle,. die es mit Finn­land gut meinten, im Herbst vorigen Jahres, als es über die sich aus den Bedürfnissen der Groß­machtstellung der Sowjetunion im veränderten Weltbild sich ergebenden russischen Forderungen zu keiner Einigung gekommen war, gerne vermieden gesehen hätten, sondern räumt auch einen höchst gefährlichen Brandherd im europäischen Norden aus, von dem sich die westlichen Plutokratien eine wesentliche Förderung ihrer Kriegsausweitungsab- sichten versprochen hatten. Wie schon im Herbst vorigen Jahres während der finnisch-russischen Ver­handlungen die britische und französische Diploma­tie, unterstützt von Presse und Rundfunk, in Hel­sinki alles daran gesetzt hatte, eine Einigung zu sabotieren, weil man damals schon hier die Mög­lichkeit witterte, eine neue Front gegen Deutsch­land aufzubauen, von der her ein Flankenangriff auf das Reich gestartet werden könne, so setzte schon auf die ersten Gerüchte von finnisch-russischen Frie­densfühlern von Paris und London ein erneutes, heftiges Störungsmanöver ein, um das Friedens­werk noch in letzter Minute zu hintertteiben. Es ist ja kein Zweifel, daß es überhaupt nicht zum Kriege gekommen wäre, wenn nicht die Westmächte in Helsinki weitgehende Hilfsversprechen gemacht hätten, die sie dann freilich ebensowenig gehalten haben, wie im Falle Polen. So sind die Finnen das Opfer einer blinden und angesichts des pol­nischen Zusammenbruchs maßlos törichten Ver­trauensseligkeit geworden.

Die Westmächte steiften ihnen zwar genau so wie einst den Polen durch vage Versprechungen den Rücken und hetzten sie zum Widerstand gegen die, die Freiheit und Unabhängigkeit Finnlands in keinem Punkt berührenden Forderungen der Russen, ließen sie dann aber genau so wie die Polen schäm- los im Stich, als es hart auf hart ging. Von einer Hand voll Freiwilliger, die zudem sich allermeist aus polnischen und tschechischen Emigranten rekru- Herten, und ein paar Waggons veralteten Kriegs­materials abgesehen, rührten die westlichen Pluto­kratien keinen Finger, um ihr Hilfsversprechen für Finnland wahr zu machen. Um so lauter freilich gebärdeten sich Presse und Rundfunk, und auch die Herren Chamberlain und Daladier ließen es bis zur letzten Minute an schönen Worten nicht feh­len, um den Finnen in ihrem Kampf gegen die Sowjetunion die Sympathie der PlutokraHen zu versichern, aber dabei blieb es auch trotz der hoch­trabenden Entschlüsse der Genfer Liga, die zu die­sem Zwecke wieder einmal aus tiefem Schlafe ge­weckt werden mußte. Die Finnen blieben allein, denn in Schweden und Norwegen siegte die Ver­nunft über jede Gefühlsduselei und die klare Er­kenntnis, daß jedes Abirren vom Wege strikter Neu­tralität im finnisch-russischen Konflikt den ganzen Norden zum Kriegsschauplatz der Großmächte

Oie neue finnisch

Moskau, 13. März. (DNB.) DiePrawda" veröffentlicht die dem Friedensvertrag beigefügte Karte, auf der die neuen Staatsgrenzen einge­zeichnet sind. Die neue Staatsgrenze fetzt am Fin­nischen Meerbusen ungefähr 50 Kilometer westlich von W i b o r g an und verläuft dann so ziemlich gerade in nordöstlicher Richtung, ungefähr 25 Kilo­meter nördlich von Wiborg und 25 Kilometer nörd­lich von Sordavala (Sardobal) vorbei, so daß d i e Eisenbahnlinie Wiborg Sordavala auf sowjetrussischem Gebiet verbleibt,

Unsere einer in der MoskauerPrawda" ver­öffentlichten Karte zum Friedensvertrag angelehnte Darstellung zeigt gestrichelt ungefähr den Teil Finnlands in Karelien, der an Rußland fällt. Da­zu kommen die Fischer-Halbinsel an der Bucht von Petsamo sowie ein schmaler Streifen Finnisch- Kareliens an der Ostgrenze Finnlands gegenüber der Bucht von Kandalakscha mit dem Hauptort Nuolojärvi. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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um dann westlich der sowjetrussischen Stadt P oro­sa s e r e die alte Grenze zu erreichen. Weiter wird ein schmaler Streifen Finnisch-Karelien- s a n der Ostgrenze Finnlands (gegenüber der Bucht yon Kandalakscha mit dem Hauptort Kuolo- järvi) mit der Sowjetunion vereint, sowie die Fischer - und Srednij-Halbinsel an der Bucht von Petsamo. Der neue Grenzverlauf er­innert mit geringen Abweichungen zu Gunsten Finnlands, an die mit Abschluß des nordischen Krieges im Jahre 1721 geschaffene Grenze, die fast ein Jahrhundert lang in Geltung blieb. Zur Verpachtung der Halbinsel Hangö wird noch bekannt, daß auch die Inseln bei Hangö, an die Sowjetunion auf 30 Jahre verpachtet werden. Rußland erhält das Recht, in diesem Gebiet eine Marinebasis zu errichten, sowie Landtruppen und Luftstreitkräfte zu unterhalten. Finnland soll feine Truppen im Laufe von 10 Tagen nach der Inkraftsetzung des Vertrages von der Halbinsel Hangö zurückziehen. Artikel 15, der bestimmt, daß Finnland an seiner Küste im Nördlichen Eismeer nur kleine bewaffnete Schiffe unterhalten darf, legt den Finnen ferner die Verpflichtung auf, dort keine Kriegshäfen und keine größeren militärischen Reparaturwerkstätten anzulegen.

Die Bestürzung in London.

Amsterdam, 13. März. (Europapreß.) Noch immer versuchen in England Rundfunk und Presse Zweifel daran wachzuhalten, ob tatsächlich in Mos­kau ein Friedensschluß zustandegekommen ist. Man will offenbar etwas Zeit gewinnen, um die eng­lische Oeffentlichkeit die auf Grund von Chamber­lains Angebot an Finnland vom letzten Montag und der bisherigen Berichterstattung der Presse der Westmächte an eine Fortdauer des finnischen Widerstandes geglaubt hatte, an die für England und Frankreich so enttäuschende Wendung der Dinge zu gewöhnen. Daß es sich um eine schwere politische und mittelbar auch militärische Niederlage für, die Westmächte handelt, gibt der englische Rundfunk indirekt zu dadurch, daß er Stimmen aus den Vereinigten Staaten zitiert, die von einer Niederlage für die Demokratie" spre­chen und feststellen, daß Deutschland mit gutem Grund damit zufrieden fein könne, daß die Drohung mit dem Zweifrontenkrieg wieder einmal abgewen­det worden sei. Mehrere Blätter, wie beispielsweise derDaily Telegraph", haben Leitartikel, die offen­sichtlich noch vor der Nachricht über den Friedens­schluß verfaßt wurden.Daily Mail" erwägt die Möglichkeit, daß Deutschland über Rußland die für seine Rüstungsindustrie wichtigen Zufuhren aus Finnland wird bekommen können.

Daily Mail" betont, daß die Friedensbedlngun- gen für Finnland im Unterhaus bei allen Parteien als ein schwerer Schock empfunden worden feien. Chamberlain suchte sich aus der Affäre zu ziehen, indem er im Unterhaus als Ersatz für die ausgebliebene Hilfe an Finnland etwas von Sympathie und Bewunderung" schwafelte. Gleich­zeitig machte er allerdings den Finnen bitterste Vorwürfe, daß sie verabsäumt hätten, an England einen Appell zu richten, der den demokratischen KriegsbrandstifterN dis Möglichkeit zu einer ^Hilfe-

leiftung" in dem von ihnen so heiß ersehnten Sinne gegeben hätte. Daneben fehlte auch nicht ein selbst­gefälliger Hinweis auf diegroßen Mengen von Kriegsmaterialien und Unterstützungen aller Art", die die britische Regierung im Verein mit der fran­zösischen Regierung den Finnen geliefert habe. Da­bei vergaß Chamberlain allerdings zu erwähnen, daß es sich bei diesen Kriegsmateriallieferungen um unbedeutende Bestände alter Ladenhüter han­delte, die nach finnischem Urteil nicht einmal in Friedenszeiten den Bedürfnissen eines modernen Heeres genügt haben würden. Hore-Belifha, der frühere Kriegsminister, ritt hierauf eine heftige Attacke gegen Chamberlain und erklärte, Chamber-

Von den Weltmächten im Stich gelassen.

Helsinki, 13. März. (DNB.) Der finnische Außenminister Tanner sprach im Rundfunk über den Friedensschluß, wobei- er heroochob, daß die neuen Grenzen ungefähr mit denen von 17 21 überein ft immten. Nachdem er die Operationen geschildert hatte, in deren Verlaus der Mangel an Menschen immer fühlbarer geworden sei, ließ er keinen Zweifel daran, daß die so großsprecherisch angetünbigte Hilfeder West- möchte völlig versagt hätte und die Ent- fenbung von Freiwilligen durchaus ungenügend gewesen sei. Schweden und Norwegen hätten unter Hinweis aus die Notwendigkeit einer strikten Neu­tralität einen Durchmarsch fremder Truppen durch ihre Länder nicht gestatten können. Finnland habe sich danach entschlossen, den ihm nahegelegten Rus um Beistand an England und Frankreich nicht zu richten. Das Interesse Finnlands habe vielmehr die Annahme der so wjetrussi scheu Vorschläge gefordert. Der Vertrag ließe die Freiheit, Souveränität und Unabhängigkeit Finnlands unberührt. Finnland müsse nun arbeiten, um sein Wirtschaftsleben im konstruktiven Sinne zu entwickeln.

*

Wie aus Stockholm gemeldet wird, sind der fin­nische Verteidigungsminister Niukkanen und Unterrichtsminister Hannu la zurückgetre- t e n.

Mr eine Karte im Spiel der Plutokraten.

Oslo, 13. März. (Europapreß.) Zum russisck- sinnischen Friedensvertrag schreibtArbeiderbladet . Die Lage, in der sich Finnland heute befindet, ist auf d i e Taktik der West möchte zurück­zuführen. Erst in dem Augenblick, wo der Ge­danke kam, den Norden zu einem Flankenangriff auf Deutschland auszunützen, wollten sie Finnland mit Truppen helfen. Ihre Pläne sind zuschanden geworden. Das ist der Grund dafür, daß die Presse und die Staatsmänner der Westmächte jetzt mit großen Worten um sich werfen, während die Fin­nen es vorgezogen haben, Frieden zu schließen und

Deutschland deckt It

Lieferungen auf

Rom, 13. TNärz. (DRV.) 3n Verfolg der Be­sprechungen zwischen dem Reichsminister des Aus­wärtigen v. Ribbentrop und dem Duce haben der deutsche und der italienische Regierungs- a u s s ch u h für die Regelung der deutsch-italieni- schen Wirtschaftsbeziehungen die Maßnahmen ver­einbart, um die erforderlichen Kohlenliefe­rungen nach Italien vollständig auf dem Landwege durchzuführen und auf diese Weise fast den gesamten italienischen Linfuhrbedarf an Kohlen zu decken. Am Dienstag haben der Vorsitzende des deutschen Regierungsausschusses, Gesandter L l o d i u s, und der Vorsitzende des italienischen Regierungsaus­schusses, Senator Giannini, das entsprechende Protokoll unterzeichnet.

Der Versuch Englands, Italien von der Kohlen­seite her anzupacken, ist völlig mißlungen. Italien muß für feine Industrie, feinen Verkehr und in Norditalien auch für den Hausbrand Kohlen ein­führen, weil es selbst nur über geringe Lager- und Produktionsstätten verfügt. Die Kohlenlieferanten waren bisher Deutschland und England, vorwiegend sogar England, das alle für Italien bestimmte Kohlen auf dem Seewege an den Bestimmungsort brachte. Auch die deutsche Kohle wurde über die Rheinhäfen nach Italien verfrachtet, ging aber auch auf dem Landwege über den Brenner und über den Gotthard nach Italien. Nachdem Oberschlesien wieder nach Deutschland zurückgegliedert ist, ist Deutschland das Hauptkohlenland Europas. Deutsch­land fördert jedenfalls heute schon erheblich mehr Stein- und Braunkohle als England, wozu noch kommt, daß Deutschland ohne viel Schwierigkeiten einen großen Teil seiner Kohlenförderung in das Ausland verfrachten kann. Das soll nun auch gegenüber Italien geschehen, denn es ist ohne weiteres verständlich, daß Italien nach den Erfahrungen mit den Kohlenschiffen aus Rotter­dam keine Neigung mehr verspürt, sich von der englischen Gangsterregierung weiter schikanieren zu lassen. Englands Absicht war es, mit Hilfe der Kohlenlieferungen für Italien als Gegenleistung ErzeugrrMtz dsr Mglioifti en Schwer-

la ins Entschuldigung für die englische Untätigkeit sei eine reine Förmlichkeit. Schließlich wollte sich Chamberlain weiteren Kummer ersparen und lehnte die aus dem Unterhaus beantragte eingehende Aus­sprache über den finnisch-russischen Friedensschluß rundweg ab. Schatzkanzler Sir John Simon stellte dann den Antrag auf Bewilligung eines neuen Kriegskredites in Höhe von 700 Millionen Pfund. Die drei Wehrmachtszweige und das Be­schaffungsministerium kosteten zusammen beinahe 4 Millionen Pfund täglich, Luftschutz, Lebensmittel­versorgung und andere Nebengebiete rund eine Million Pfund je Tag und die übrigen Staatsaus­gaben täglich etwa eineinhalb Millionen Pfund. Das feien zusammen ungefähr 6,5 Millionen Pfund täglich. Don dem ersten Kriegskredit in Höhe von 500 Millionen Pfund seien bisher 300 Millionen Pfund verbraucht worden.

ihre Lage zu retten."Dagbladet" schreibt:Dala­dier s Rede, wonach England und Frankreich bereit« ständen, ein Heer nach Finnland zu entsenden, hatte natürlich den deutlichen Zweck, den Friedensschluß zu verhindern und den ganzen Norden in einen Kriegsschauplatz zu verwandeln. Hätte Finnland den Westmächten am Herzen gelegen, so hätten sie schon geholfen, als die Finnen an allen Fronten noch standhielten. Jetzt liegt es klar zutage, daß damit nur eine Karte im großen politischen Spiel der West möchte ausgespielt werden sollte. Daladiers Rede war reine Kriegspropaganda, sonst nichts. Die nordischen Länder werden es als ihre Pflicht betrachten, Finnland im'Frieden zu helfen. Gerade der friedliche Einsatz, der die Wunden des Krieges heilen kann, soll unsere Auf­gabe fein."

Ein Geschenk für ganz Skandinavien."

Kopenhagen, 13. März. (Europapreß.) Die Einstellung der Feindseligkeiten zwischen der Sow­jetunion und Finnland wurde in Dänemark als ein Geschenk nicht nur für Finnland, sondern für ganz Skandinavien" bezeichnet. Die dänische Presse ver- tritt die Ansicht, daß England und Frankreich mit dieser Lösung eine schwere Niederlage erlitten hät­ten.Politiken" sagt, daß der Friede in dem Augen­blick gekommen sei, in dem England und Frank­reich auf dem Sprunge waren, die schwedische und norwegische Neutralität gewaltsam zu brechen, was die Zukunft Skandinaviens auf die härteste Probe hätte stellen müssen. Das Blatt fährt fort:Der 12. März war als Schicks als tag für den Norden ausgesehen. Glücklich wird sich der Norden fühlen, daß die Botschaft des Friedens diese Spannung gelöst hat. Finnlands Aufgabe wird es sein, seine Souveränität und damit seine Zukunft zu sichern."

Seit Ausbruch des Krieges war das nächtliche Straßenbild Kopenhagens noch niemals so von den außenpolittschen Ereignissen beherrscht, wie in der Nacht zum Mittwoch, in der noch Hunderte von Menschen vor den Anschlagtafeln der großen Ver­lagsgebäude auf die letzten Neuigkeiten warteten und sich befreit fühlten von einem Druck, der seit Ende des vergangenen Jahres auf allen skandina­vischen Staaten gelastet hatte.

dem Landwege.

industrie zu erhalten, die Italien sehr notwen­dig für sich selbst gebraucht. Italien sollte daran gehindert werden, seine Wehrmittel auszubauen, um dafür Kohle zu erhalten, die es teuer hätte bezahlen müssen. Die Regelung, die nun zwischen Deutsch­land und Italien auf Grund von Verhandlungen getroffen worden ist, sichert Italien die Kohlen­menge zu, die es für sich gebraucht. Irgendein Rück­griff auf die Kohlenlieferung aus anderen Kohlen­ländern ist überhaupt nicht mehr nötig. Es ist auch nicht so, daß der Landweg, der einstweilen für die Kohlenlieferungen nach Italien vorgezogen werden wird, besonders umständlich und deshalb teuer ist. Die deutschen Kohlenstätten, aus denen die Liefe­rungen für Italien vor sich gehen können, sind ver­kehrsgeographisch so gelagert, daß der Transport nach Italien keinerlei Schwierigkeiten verursacht. Es sind hierfür Eisenbahn- und Kraft­wagenstraßen vorhanden, es fehlt auch nicht an rollendem Material, um den Transport zu bewäl­tigen. Für Deutschland selbst bedeutet die Lieferung für Italien keinerlei Einschränkung, denn die Kohlenknappheit während des strengen Winters war lediglich auf Transportschwierigkeiten wie das Zu­frieren der Flüsse und Kanäle zurückzuführen. Wie­der zeigt sich an diesem Kohlenoertrag, daß die Achsenmächte in jeder Hinsicht wirtschaftlich und politisch miteinander verbunden sind oder sich er­gänzen.

Unbefriedigendes dänisch-englisches Abkommen.

Kopenhagen, 13. März. (Europapreß.) Die dänische Negierung hat sich bereiterklärt, ein dänisch-englisches Abkommen zur Regelung grund­sätzlicher Wirtschaftsfragen zu paraphieren. Die dänische Presse erklärt, das Uebereinkommen lege weder die Höhe der dänischen Ausfuhrkontingente fest, noch sehe es die Verbesserung der niedrigen englischen Maximalpreise vor.Politiken" behauptet sogar, das Abkommen ändere Überhauptnichts an der bisher von Dänemark stets als unbefriedigend hinge­stellten Ordnung, abgesehen davon, daß einige Para­graphen noch ungünstiger feien als bisher. In unterrichteten Kreisen will man wissen, daß der D e - pijenmangel London veranlaßt habe, ein be°

sonderes Zahlungsverfahren im Handelsverkehr mit Dänemark einzuführen. Es wird jedoch dementiert, daß es sich um die Einrichtung eines Clearings oder des Spezialpfundes nach dem Vorbild der schwedischen oder norwegischen Abkommen mit Eng­land handle.

Trotz Krieg Steigerung des Viehbestandes

Berlin, 13. März. (DNB.) Nach den Ermitt­lungen des Statistischen Reichsamtes hat die Vieh­zählung vom 4. Dezember 1939 ein sehr günstiges Ergebnis gehabt. Es wurde im Grohdeutschen Reich folgender Viehbestand festgestellt (in Millionen Stück): Rindvieh 23,9, davon: Milchkühe 11,9, Schweine 29,1, Schafe 5,2, Ziegen 3,0, Federvieh 111,7, davon: Hühner 103,3, Bienenstöcke 3,6. Der Schweinebestand ist mit 29,1 Millionen Stück um fast 500 0 0 0 Stück größer als bei der vor­läufigen, bereits veröffentlichten Ermittlung, die 28,6 Millionen Stück ergab.

Da für Großdeutschland noch keine Vergleichs- zahlen vorliegen, werden nachstehend die Zahlen über den Viehbestand im alten Reichsgebiet (einschließlich Saarland) am 4. Dezember 1939 den entsprechenden Zahlen am 3. Dezember 1938 gegen­über gestellt (in Millionen Stück): Rindvieh 4.12. 1939 19,9, 3.12. 1938 19,9, davon: Milchkühe 10,0 (+ 10,0), Schweine 25,2 (+ 23,6), Schafe 4,9 ( + 4,8), Ziegen 2,3 (+ 2,5), Federvieh 97,4 (+ 97,9), davon Hühner 89,5 (+ 88,6), Bienenstöcke 2,8 (+ 2,6).

Beim Rindvieh sind danach die im vergange­nen Jahr durch die Maul- und Klauenseuche verur­sachten V e r l u st e durch verstärkte Nachzucht be­reits wieder ausgeglichen worden. Unser Rind- viehbestand, die wichtigste Quelle unserer Fettver­sorgung, ist also voll leistungsfähig. Der Milch­kuh b est a n d allein ist um über eine Million Stück, der Gesanttrindviehbestand um fast 1,5 Mil­lionen Stück größer als vor dem Weltkrieg. Aus das günsttge Ergebnis der Schweinezählung wurde bereits bei Veröffentlichlung des vorläufigen Ergebnisses hingewiesen. Eine Steigerung des Be­standes ist weiterhin trotz der sich im Krieg für die Viehhaltung ergebenden Schwierigkeiten eingetreten bei den Schafen, Hühnern und Bienen- ft ö cf e n. Der Schafbestand liegt nunmehr um 1,5 Millionen Stück höher als vor der Machtübernahme im Jahre 1932. Die Zahl der Hühner ist seit 1932 sogar um 5,5 Millionen Stück gestiegen, davon allein im letzten Jahre um fast eine Million Stück. Die Grundlage unserer Versorgung mit viehwirtschaft­lichen Erzeugnissen, unser Viehbestand, ist also durch den Krieg inkeinerWeisebeeinträchtig^ Indern im Gegenteil Weiter gestärkt worden