Ausgabe 
13.12.1940
 
Einzelbild herunterladen

Llngarisch-jugoslawischerIreundschastsvertrag

in

keinem

Spamsch-iberoamerilamsche Solidarität

eine

Welch ein Augenblick, in der Bekleidungskammer ! stehen, vom Bekleidungsunteroffizier ein letztes-

zu stehen,

lien-Unierstützung sind ebenfalls veröffentlicht.

Weygand eins mit psta n.

Arbeit rsiedlungen in Rumänien.

Bukarest, 13. Dezember. (Europapretz.) Eine Gruppe von jungen Legionär-Architekten arbeitet

Segen die Bodenspekulation in Frankreich.

Vichy, 13. Dez. (Europapretz.) Jur Verhinde­rung von Spekulation mit nationalem Boden und immobilen Werten, die dem französischen Bauern­tum gesichert bleiben sollen, wurde ein neues Gesetz erlassen, das eine Kontrolle des Grundstücksverkchrs vorsieht. So können künftig solche Transaktionen nur mit ministerieller Genehmigung durchgeführt werden. Ferner wurde die Schaffung von zwei Jugendführer-Schulen vorge- seben und neue Bestimmungen für die Volks­schullehrer- Ausbildung erlassen. Durch weitere

mal hinausgejagt worden zu sein, weil in der Kam­mer immer nur einem der Aufenthalt gestattet istdie zivilen Sachen (der Rock ist mir zu eng geworden!) schon auf dem Leibe, und nun alles, alles hinzugeben.

Das Kochgeschirr weißt du noch, wie wir aus dem Deckel im letzten Winter bei dreißig Grad Kälte im Freien die Buletten aßen?; und die Feldflasche, an deren Hals sich ausgedörrte rissige Lippen festgesogen hatten was konnte, selbst in Frankreich, Sekt bedeuten, wenn wir in der Sonnenglut aus dieser Flasche Wasser tranken!; die Feldmütze, getränkt von all dem Schweiß, den die Götter vor die Tugend setzten; die Langschäfter sie glänzten mild und schwarz, wie sie jetzt auf dem langen Tische standen, als hätte ich sie zu meiner eigenen Beerdigung so blank gewienert.

örterun^en. Und wer sich Scheuklappen vorbindet, wird Mit diesen Scheuklappen nicht gerade hellsich­tig. Der Maiestatsbeleidigungsparagraph spielte früheren Zeiten eine große Rolle. Aber in kein

Belgrad, 13. Dez. (DRB.) ZuM Abschluß des Staatsbesuches des ungarischen Außenministers Graf C s a k y in der jugoslawischen Hauptstadt wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben:

Während des Belgrader Aufenthalts des unaari- sehen Außenministers Graf Cfaky wurden zwischen ihm und dem jugoslawischen Außenminister Cincar- Markowitsch am 11. und 12. Dezember in einer freundschaftlichen Atmosphäre Besprechungen über die Beziehungen zwischen Ungarn und Jugoslawien geführt. Sie haben außerdem ihre Gedanken aus­getauscht über die Fragen, die sich auf die inter­nationale Lage in diesem Teile Europas beziehen.

Bei dieser Gelegenheit haben die beiden Ali- nister auch einen Freundschaftsver­trag zwischen Ungarn und Jugo­slawien unterzeichnet. Der Vertrag umfaßt eine Präambel und drei Artikel. In der Präambel werden die gutnachbar­lichen Beziehungen, die aufrichtige Achtung und das gegenseitige ver­trauen, welches glücklicherweise zwischen dem ungarischen und dem jugoslawischen Volke be­steht, hervorgehoben. Gleichzeitig wird der Wunsch unterstrichen, diesen Beziehungen eine solide und dauerhafte Basis zu ge­ben. Die Ueberzeugung wird ausgedrückt, daß die Konsolidierung und Festigung der gegen­seitigen Beziehungen auf politischem, wirtschaft­lichem und kulturellem Gebiet den Interessen der beiden benachbarten Länder ebenso wie

Der Weg von der Truppe zum Zivil führt übers Ersatz-Bataillon. In der kleinen Garnisonstadt tief im Schwäbischen wurde mir zum erstenmal bewußt, was es bedeutet, den Soldatenrock so hinzugeben. Ich schenkte den Zauber der Weite weg, den Dust von rasch bereiteten Strohlagern, auf denen wir uns manchmal in den Schlaf geschimpft hatten, ich blies den Staub weg, den ich von fernen fremden Straßen in den Nähten trug, ich sagte Gesprächen Lebewohl, die uns am Rande von Abgründen em- vorgehalten hatten, mit dem Rock, fürwahr, schenkte ich eine Welt hin.

RordirlandsMirristerpräsident in London.

Auftakt zur Vergewaltigung Südirlands?

Stockholm, 13. Dez. (DRB.) Der nordameri­kanische Rundfunk legt der Reise des neuen Mi­nisterpräsidenten von Nordirland, G. M. An­drews, nach London besondere Bedeutung bei. Andrews sei von König Georg empfanden worden und habe verschiedene Besprechungen mit Premier­minister Churchill und Innenminister Morrison ge­habt. Der Neuyorker Rundfunk betrachtet es als bedeutsam, daß Andrew zu einem Zeitpunkt nach London kam, als in England, das durch die Folgen der deutschen U-Boote und Luftangriffe mehr und mehr beunruhigt worden ist, immer nachdrücklicher gewisse dirische Stützpunkte gefor­dert werden. Wenn auch de Dalera die bisherigen Vorschläge über di« Abtretung solcher Stützpunkte abgelehnt habe, so weise die englische Presse doch darauf hin, daß England die gewünschten Stütz­punkte erhalten könne, wenn eine Verständi - ßung zwischen Nordirland und Süd- Irland zustande käme. De Valero hat bereits

Staate hat es Regierungen gegeben, die auf die Dauer glaubten, mit diesem allein regieren zu kön­nen. Immer und überall wurde versucht, wenig­stens in etwas den gebieterischen Notwendigkeiten der Zeit zu entsprechen. Es konnte geschehen, daß die Regierung bei solchen Versuchen ungeschickt, schwach oder energielos war, aber versucht wurde es immer. Nur der neugebackene englische Jnnen- und Polizeiminister Morrison, der wackere Arbeiter- pcvteiler, schwört auf das Gefängnis als die all- heilende Regierungssalbe. Dr. Ho.

Vorschriften wird die Einlagerung von Ge-sFrankreich, und General Weygand ist treibe geregelt und die Verfütterung von Brot-'eins mit Marschall P6tain." getreide verboten. Neue Vorschriften über die Fami>

Neuyork, 12. Dez. (Europapretz.) General: an dem Man für eine großzügige Anlage von W e ygand widerlegte in einem Interview, bas 11ÜOOO Siedlungshäusern, vor allem in den Bor­er dem Journalisten Jai Allen in Marakesch für ft ä b t en von Bukarest. Man will einen E i n- New Port Times" gab, die Behauptungen von j h e i t s t y p von auseinandernehmbaren Holzhäusern tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten zwischen , bauen, der 35 000 bis 45 000 Lei (700 bis 900 RM.) ihm und Marschall Petain. Weygand sagte:Ich i kosten und von den Erwerbern in kleinen Raten bin sehr ungehalten über die Tendenz der englischen; bezahlt werden soll. Mit den Bauarbeiten soll noch und amerikanischen Propaganda im Zusammenhang< im Laufe des Winters begonnen werden. Man mit meiner Anwesenheit in Afrika und meinem dor-: Hofft, auf diese Art und Weise Tausende von Bau­tigen Kommando ... Afrika ist eins mit! arbeitern beschäftigen zu können.

dem Frieden und dem Wohlstand des Donau­raumes dienen werde. Der Artikel 1 des Ver­trages besagt: Zwischen dem Königreich Ungarn und dem Königreich Jugoslawien wird stän­diger Friede herrschen und ewige Freundschaft bestehen. Artikel 2 lautet: Die hohen vertragschließenden Parteien sind sich einig, alle Fragen, die ihre gegenseitigen Be­ziehungen betreffen, miteinander zu be­sprechen. Der Artikel 3 sieht vor, daß der vertrag am Tage des Austausches der Rati­fikationsurkunden in Kraft tritt, was so­bald als möglich in Budapest stattfinden soll.

Zu Ehren des ungarischen Außenministers gab der jugoslawische Außenminister Cincar-Marko- witsch Donnerstagabend im Gardekasino e i n Galadiner, dem Mitglieder der jugoslawischen Regierung, der ungarische Gesandte und die Be­gleitung des Grafen Cfaky sowie zahlreiche hohe jugoslawische Würdenträger beiwohnten. Graf Cfaky hat in der Nacht zum Freitag nach zweitägigem Staatsbesuch die jugoslawische Hauptstadt wieder verlassen. Er begibt sich im Sonderzug in das königliche Jagdrevier in den Steiner (Kamniker) Alpen (Oberhain), wo er zwei Tage in Begleitung des ungarischen Belgrader Gesandten und zweier höherer Beamter des Außenministeriums a u f Gemsjagd gehen wird. Zur Verabschiedung auf dem Bahnhof hatten sich Außenminister Cinoar- Markowitsch mit den Staatssekretären des Außen­ministeriums und den Abteilungsleitern eingefun­den.

Auf dem Wehrmeldeamt, der letzte befohlene Gang, trete ich zum letztenmal, nun schon ein Fremdling, in die feldgraue Gemeinschaft. Ich warte auf dem Korridor. Ein Leutnant geht an mir vorüber; ich schlage die Absätze meiner oraunen Halbschuhe zusammen. Es war ein verniedlichter Soldatenaruß, ein Hermaphroditengruß: das eine nicht mehr, das andere noch nicht. Der Leutnant hat den Gruß erwidert, er hat dabei gelächelt. Er hat den roten Blutstoß nicht mehr gesehen, der mein Gesicht verfärbte.

Der Gefreite Im Meldeamt, der mir den Schein ausstellt, ist freundlich. Lider er nennt mich ,4)err\ unb er sagtSie" zu mir, dem Ranggleichen. Mir fallt das Wortabfertigen" ein. Es stimmt: er hat mich abgefertigt Zwischen uns ist die Schranke eines Tisches. Ich vermeide jedes Anreden. Dann fragt er mich, wo ich zuletzt gewesen sei. In Frank­reich. Soooo, sagt er, und: er beneide mich darum. Und dennoch, gebe ich zurück: dafür sei er noch dabei" Aber nicht sorichtig", sagt er, wobei er an der Kartothek entlang lächelt

Was ist nun richtig?, frage ich mich beim Hin- ausgehen. Ich schreite tüchtig aus: richtig oder falsch, versuchen wir das Neue, das Altgewohnte, nein, das völlig Neue: bis auf weiteres ...Bis auf weiteres" ist nämlich der Uk.-Antrag genehmigt

Llk. gestellt

Von Herbert Duckstein.

Ich kam aus dem Urlaub zurück. 29 Stunden war ich in der Bahn gefahren. Nachts um eins hallten die Schritte meiner benagelten Stiefel durch die Gassen und Straßen der kleinen französischen Stadt Nun noch einmal um die Ecke, und bann sah ich in der mondhellen Nacht das französische Bürgerhaus vor mir liegen. In jedem Stockwerk, in jedem irgend geeigneten Zimmer lagen wir seit langen Wochen einquartiert. Die Wohnungsinhaber, eines Nachts vom Befehl ihrer Landsleute wegge­rufen, waren, als ich ab fuhr, noch nicht wieder heimgekehrt Auf den Klingelknopi neben dem Schild mit dem Namen Coulaux mutzte ich drücken. Ich stieg die paar Steinstufen zur Haustür hinauf. Und nun geklingelt, daß die Kameraden sich die Augen reiben müßten! Ich bin wieder da! hieß das. Siewürden fluchen und sich doch freuen, ich wußte es, denn mir erging es ebenso. Ich drückte den runden Klingelknopf tief in die Metallfassung und wartete. Ich klingelte noch einmal, nun länger. Ich wußte, die Kameraden verstanden sich auf Klin­gelgraphologie.

Da ging das Fenster auf, das zumeinem" Zim­mer. Eine Frauenstimme:Qui est ce qui sonne ? (Wer schellt da?)

Schöne Uederraschung in dieser Stunde.Civils rentr^s,Zurückgekehrte Zivilbevölkerung", das war ein immer häufiger werdendes Schild an den Haus­türen. Ich entschuldigte mich und klingelte im Erd­geschoß, wobei mir das Herz klopfte. Aber es wech­selte den Rhythmus, als ich Soldatenschritte hörte. Ein Händedruck mit den Kameraden: schon gut, auf feiner Couch sei Platz für zwei. Nach einer Dause Hinsetzen und Atemholen:Weißt du schon?^

Nichts wußte ich.

Mensch, du bist uk.-gestellt!"

fjaben Sie noch acht Tage Zeit?" fragte mich am anderen Morgen der Adjutant. Ich hätte noch acht Tage Zeit, natürlich, die brauchte ich sogar. Denn sonst versauen Sie dem H. den Urlaub."

Ich wollte keinem Kameraden den Urlaub und die Freude darauf verderben, und acht Tage würden vielleicht gerade reichen, mich langsam, ohne Gewalt­anwendung, aus der Gemeinschaft zu lösen.

Kaserne. Die paar Sachen scheppern in der braunen Lederhülle. Ich grüße noch einmal den Posten, der die Hacken zusammenreiht, und blinzele, im lang­samen Gehen verweilend, in die hohe Sonne. An das Grüßen von Vorgesetzten hatte ich mich damals im Anfang fo schwer gewöhnt. Nun begegne ich, wieder Zivilist, dem ersten Offizier. Ich habe den Koffer in die linke Hand genommen. Ich sehe ihn an, er wendet feinen Blick zur Seite. Ich will die Hand zum Gruß erheben; es ist zu spät, er, dem der Gruß gegolten hätte, ist vorbei. Also gehe ich sachte weiter. In der kleinen Garnisonstadt grüße ich keinen mehr, und unterwegs im Zuge, und wenn ich aussteige und einen Gang durch eine fremde Stadt mache, auch nicht. Erst zu Hause wie­der, da grüße ich: die wenigen, die mich kennen, die einzelnen, die ich kenne, aber nicht mehr die vielen aus dem Kreise der Millionen, die den Rock noch tragen, wie ich ihn trug, die dachten, wie ich dachte, die auch nur taten, was ich tat, die lebten, wie ich lebte die Millionen, die ein festes Band umschlingt, Zucht und Freiheit des Soldatenlebens.

Madrid, 12. Dez. (DNB.) Am Mittwoch über­reichte der neue argentinische Botschafter (£ s c o bar dem spanischen Staatschef General Franco fein Beglaubigungsschreiben. Der Botschafter be­tonte, es sei der Wunsch des argentinischen Präsi­denten, die Beziehungen der beiden Staaten immer enger zu gestalten. Diesem Wunsch entsprächen auch die Gefühle des argentinischen Volkes, das in steigendem Maße seine Blicke auf das Mutterland richte. Argentinien sei zur integralen Verteidigung seines Bodens entschlossen, liebe seine Unabhängig­keit und wache eifersüchtig über seine Rechte als souveräner Staat.Meine Regierung hofft", so sagte Escobar, daß durch die warmen Gefühle, die unsere Nationen füreinander hegen, auch die kul­turellen, intellektuellen, künstlerischen und wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen unseren Staaten immer enger werden." Dabei seien alle Voraus­setzungen für eine intensive Steigerung des Güteraustausches zwischen Argentinien und Spanien gegeben.

Der Caudillo gab feiner Genugtuung Ausdruck, datz Argentinien eifersüchtig über feine nationale Unabhängigkeit wache. Das, sagte Franco, war auch eine der Haupttriebkräfte unserer heldischen So­lange: unsere Souveränität zu wahren und den nationalen Kern durchzusetzen gegen die niederträch­tigen Verdächtigungen derjenigen, die Spaniens Wesensart verleugneten. Spanien und die national- syndikalistische Revolution hätten keinen anderen Wunsch, als das geistige Rückgrat der hispanischen Welt zu fein.

Die ZeitungABC" schreibt: Die Vorstellung Es- cobars beim Staatschef sei geradezu ein Fest der Hispanität gewesen. Glaube, Rasse und Sprache seien wirkungsvoll als die große Einheit der hispanischen Völker herausgestellt worden. Spa­nien betrachte sich als die geistige Achse der hispa- nischen Welt. Die Freundschaft Argentiniens habe auch darin ihren Ausdruck gefunden, daß die argen­tinische Vertretung in Madrid bei Revolutionsaus- bruch zahlreichen spanischen Patrioten das Leben gerettet habe.

Die La-Plata-Skühpunkie.

Montevideo, 12. Dez. (Europapretz.) Uru­guays Außenminister Guani ist Mittwoch abend nach dem uruguayischen Grenzort Colonia ab­gereist, wo er sich mit dem argentinischen Außen­minister R o c a treffen wird. Thema der Bespre­chungen sind Stützpunktfragen. In Buenos Aires empfing vor seiner Abreise zu dem Treffen mit dem uruguayischen Außenminister der argentinische Außenminister Roca in seiner Prioatwohnung Kriegsminister T o n a z z i und Marineminister Sincati zur Besprechung der argentinischen Hal­tung in der Stützpunktfrage.

HV-Millionen-Dottar-Kredit derUSA. für Argentinien.

Buenos Aires, 12. Dez. (Europapreß.) Eine amtliche Mitteilung des argentinischen Finanzmini­steriums bestätigt, daß die Vereinigten Staaten Ar-

so wär' her Dauer ein Millionär." In England gibt es sehr viele gut gestellte Leute, die Flüchtlingen kein Obdach geben. Schon vor der englischen Kriegs­erklärung am 3. September 1939 konnte jedermann in englischen Zeitungen erbitterte Auseinander­setzungen darüber lesen, ob der Besitzer eines Land- gutes verpflichtet fei, Kindern aus der Großstadt eine Bleibe zu geben oder nicht. Hier könnte Mor­rison der treffliche Arbeiterpartei!^ feine Zivilcourage unter Beweis stellen. Er denkt aber gar nicht daran. Er redet lieber große Töne über das Thema, was er getan hätte, wenn er deutscher oder bayerischer Innenminister anno 1923 gewesen wäre.

Aber auch diese großen Töne sind klägliche Töne. Nur ein enges und beschränktes Gehirn kann vom Gefängnis erhoffen, daß es große geschichtliche An- triebe, Ideen, Bewegungen unterdrückt. So leicht ist der Zeitgeist nicht an die Kandare genommen! Die ganze Geschichte der Menschheit spricht dagegen. Und ein Dolkssührer mag mit tausend Engelszungen begabt sein er wird niemals zur Bedienung des großen Welthebels auffteigen, wenn aus ihm nicht der Zeitgeist spricht. Wer aber wollte leugnen, daß sich in Adolf Hitler der Geist unserer Tage ver­körpert? Das ist so. Darüber gibt es gar keine Er-

Mit vollen Händen und einem beladenen Rücken war ich in die Kammer gekommen, und mit leeren verließ ich sie nun. Nach 13 Monaten, prall gefüllt mit den Erlebnissen und reich beschenkt mit den Gewinnen eines ganz neuen Lebens, ist die Rück­kehr in den alten Beruf ein neues Beginnen. Wer draußen Unerschrockenheit lernte, der erschrickt nun vor der eigenen Schüchternheit. So lernen kleinste Kinder das Laufen, die Beine wollen noch nicht sicher tragen, uyd das Gehen ist ein rechtes Tau­meln. Lernte man das Leben draußen überwin­den, so erkennt man nun die Züge des Unerbitt­lichen, die es, gerade fern vom Tode, tragen kann. Ich komme aus einer wärmenden Gemeinschaft, und der Weg in die Vereinzelung macht eine Gänsehaut. Werde ich mich finden? Der Blick sucht Hilfe.

Dann trete ich, das Köfferchen In der Hand, vor die

wiederholt eine Verständigung mit Nordirland unter den von England gewünschten Bedingungen a b gelehnt. Wenn England nun trotzdem unter dem Deckmantel derVerständigung" seine Ziele zu er­reichen versucht, so kann man sich anhand zahl­reicher Beispiele aus der Geschichte schon jetzt vor- stellen, mit welchen scheinheiligen Motiven Vergewaltigung Südirlands vorbereitet wird.

Englische Ladenhüter.

Von unierer berliner Häniftlettung.

Mister Morrison, Englands Innenminister, der eben erst so erstaunliche Offenbarungen seiner Meinung über das deutsche Staatsoberhaupt den Aetherwellen preisgab, hat noch weitere Offen­barungen von sich gegeben. Sie wären in keiner Weise bemerkenswert, wenn hier nicht ein Mann als Entdecker vermeintlich völlig neuer politischer Ideen auf treten würde, der zu den zahlreichen politischen Langschläfern Englands gehört und noch immer nicht gemerkt hat, was sich alles in Europa geändert hat, seitdem sich England auf dem Der- failler Polster zur Ruhe setzte.

Also sprach Herr Morrison: Nach dem Siege müsse ein kooperatives Sy st em eingefichrt werden. Eine internationale Polizeiluft' waffe müsse dann Europa in Ordnung halten. Er wird es uns nicht verübeln, wenn wir bei diesen Tönen auf das lebhafteste der typisch englischen Er­findung desVölkerbundes" erinnern, einer Ädee, Deren sich Präsident Wilson bemächtigte und die bann jenes famosekooperative System" in Europa, mit dem Sitz in Genf, einführte, das dann seine skurrile Blüte in dem noch schöneren Pan­europaplan des Herrn Briand erlebte. Wenn Mr. Morrison nach diesem Kriege ein sogenanntes kooperatives System in Europa einführen will, warum hat England dann geschlagene zwanzig Jahre verstreichen lassen, ohne dieses jetzt plötzlich so notwendige System in Europa einzuführen uich statt dessen den verstärkten britischen Terror zu er­richten?

Und was die internationale Polizeiluftmacht be­trifft, so hat ja dieser hübsche Einfall gerade in den Verhandlungen des Völkerbundes jahrelang die stärkste Rolle gespielt- mit gutem Grunde; denn der Gedanke, dessen Vater wiederum England und dessen hauptsächlichstes Sprachrohr nach damaliger

gentinien 110 Millionen Dollar Kredit bewilligten. Von diesem Betrag sind 50 Millionen Dollar zur Stützung des Pesos bestimmt, der durch die infolge des europäischen Krieges eingetretene Ver­minderung der argentinischen Aus- fuhr geschwächt wurde. Die übrigen 60 Millionen Dollar stellte die Export- und Import-Bank der USA. zum Jahreszins von 3,6 v. H. zur Verfügung, wobei in den ersten 18 Monaten keinerlei Zinsen- dienst erfolgt, während danach 5-v. H.-Halbjahres- amortifationen gezahlt werden sollen.

Oottarmittionen auch für Uruguay.

Montevideo, 13. Dez. (Europapretz.) Die Gewährung einer USA.- Anleihe in Hohe von 7,5 Millionen Dollar auch an Uruguay wird in Montevideo um so stärker beachtet, als ihre Be­kanntgabe mit dem Beginn der Konferenz zwischen dem argentinischen und uruguayischen Außenminister zusammenfällt. Sie gilt, wie man weiß, der Frage der USA.-Stützpunkte in Uruguay. In Erkenntnis dieser Zusammenhänge drückt die ZeitungTribuna Popolar" ihren Unwillen aus über Denge­fährlichen W e g", den Uruguay durch die Auf­nahme einer solchen Anleihe beschreitet und meint, bas Abenteuer der Anleihen hat begonnen".

Chilenische Kritik am Panamerikanismus.

Santiago b e Chile, 12. Dez. (DNB.) Die chilenische ZeitungMercurio" meint, der Paname­rikanismus fei der Theorie zur Genüge weit ge­diehen, aber in gleichem Maße, wie die wirtschaft­lichen Schwierigkeiten wüchsen, würden prak- tische Lösungen hinausgeschoben. Die Illusion, Ersatz für die europäischen Märkte in d e n U S A. zu finden, sei bald verflogen. Das gelte für bas gesamte Jbero-Amerika. Auch in Bezug auf das Kreditwesen sehe man jetzt, daß norbame- rikcmische Kredite leichter an China gege­ben würden als an amerikanische Länder, trotz Nachbarschaft und Hemisphärenpolitik. Das (Ergeb­nis fei, daß der Panamerikanismus schwächer statt stärker werde, denn Südamerika wolle arbeiten und fortschreiten, was aber durch di e Haltung der USA. verhindert werde. Zwangsläufig komme man zu dem Schluß, daß Friede unter den Großmächten am meisten im Interesse der Zu­kunft der amerikanischen Länder liege.

Insel im All.

Dies war die schönste und friedvollste Stunde des Tages: wenn alle Pflichten für Haushalt und Amt erfüllt waren, saßen Rainer und Hilde beisammen in ihrem großen schönen Zimmer. Er sah die am Tage geschriebenen Bogen durch und korrigierte mit feinen Strichen und Buchstaben, oder er las und machte sich Notizen. Zuweilen geschah es, daß Rai­ner von seinen Blättern aufsah und zu sprechen begann, dann beschäftigte ihn der Gegenstand so stark, daß er sich mitteilen mußte. Einmal war es ein Stück Epik, was er ihr vorlas, ein andermal eine Betrachtung über Kunstwerke, die sie gemein­sam angesehen hatten ober eine Aeußerung zu gei­stigen Fragen der Zeit. Und er freute sich, wenn sie durch Gegenrede ober Fragen ihren Anteil zeigte.

Seine Stimme war ruhig und tief; er las fo an­schaulich, daß man stets gleich im Kern der Sache war und wenn er auf einen Einwurf antwortete, manchmal sich überstüzend und heiß, bann wieder nach Worten suchenb, wenn er die Frau aus sei­nem Denken heraus beschwörend ansah, bann war es ihr, als schwebe ihr Zimmer gleich einer strah­lenden Insel im All, umgeben von Nacht, umtanzt von Sternen. Das Gesicht ihr gegenüber und auch die geliebte Stimme verwandelten sich auf seltsame Weise. Durch das sterbliche Antlitz sah sie einen lichteren Umriß schimmern, Abglanz jener Sehn­sucht, die nie müde wird, zu suchen. Die Stimme gewann einen anderen Ausdruck als am Tage, sie klang voller und stärker in der Schau innerer Gesichte.

Die Frau erzitterte in einem dunklen Glück, wenn sie sich vergegenwärtigte, daß diese Stunde ihnen geschenkt fei heute und morgen, noch so viele Male, wie das Schicksal es zulletz, vielleicht bis sie und der Mann graue Haare trugen und der Weisheit des Alters näher gekommen waren. Ihr Beisam­mensein war der Beginn der Ewigkeit, ja, schwebten schon in ihrem Licht. Denn was btt Mann in so starkem Streben suchte, den einzigen ihm gemäße Ausdruck für die Wahrheit, das war ein Ringen mit dem Geiste, der feit den Schöp­fungstagen über den Wassern schwebte. Sein Hauch umgab sie beide; die Wände des Zimmers schienen ihr durchsichtig wie Kristall und draußen blaute bie unendliche Nacht, durch welche die Ströme der Kräfte zuckten gleich Blitzen, und in der Gott atmete. Hedwig Forstreuter.