Ausgabe 
13.8.1940
 
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Nr. 190 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Dienstag, August MO

Musikschule für Lugend und Volk

Aus -er engeren Heimat

Uebergrößen für Kinderkleidung.

Kreis Büdingen.

RM, (155).

ELASTOCORN,

Am morgigen Mittwochnachmittag wird Ober­bürgermeister Ritter in einer schlichten Feier im Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, einer Anzahl Gefolgschaftsmitglieder der Stadt Gießen eine wohlverdiente Ehrung erweisen, indem er ihnen das vom Führer für treue Dienste verliehene Treu­dienst-Ehrenzeichen überreichen und dabei das Wir­ken der pflichtttreuen Männer in verdienter Weise würdigen wird. Die vom Führer verliehene Aus­zeichnung wird den nachstehend genannten Männern überreicht werden:

Das Goldene Treudienst-Ehrenzeichen für vierzig­jährige treue Dienstzeit dem Bauoberinspektor Hein­rich Höhn und dem Bauinspektor.Heinrich Ma­theis vom Stadtbauamt, ferner dem Hausmeister Joseph H e i ß l e r von der Oberschule für Mädchen.

Das Silberne Treudienst-Ehrenzeichen für fünf­undzwanzigjährige treue Dienstzeit erhalten: Hilfs­bote Georg Brusius, Dollstreckungssekretär Ri­chard Förster, Verwaltungsinspektor Ernst K l u t t i g und Verwaltungsinspektar Arthur Mei­rich von der Stadtkasse, Hausmeister Franz Adam von der Schiller-Schule und Hausmeister Karl 3 u * lauf von der Alten Pestalozzi-Schule: Straßen­aufseher Wilhelm Am end, Feuerwehrmann Otto Arnold, Taglöhner Heinrich Leib, Michael Sammet vom Stadtbauamt: Rohrleger Albert Abel, Installateur und Kassenbote Bruno Eberhardt, Elektromonteur Friedrich Größer, Techniker Karl Keßler, Straßenbahnwagenführer Georg Pfeiffer, Straßenbahnwagenführer und Schlosser Wilhelm Schneider, Obermonteur Otto Steil) und Straßenbahnwagenführer und Heizer

Heinrich Wilhelm,: Die Namen der Gemarkung Gießen. Gießen 1940 (im Kommissionsverl. von UL G. Elwert, Marburg). 82 S.< 1 Karte, 8°a Preis 3,

Der Beschuldigte hatte sich jetzt vor dem Sander- gericht zu verantworten, das sich erstmals mit einem derart gelagerten Fall zu befassen hatte. Das Ge­richt verurteilte den Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung zu 9 Monaten Gefängnis. Das Gericht war der Auffassung, daß die Aeußerung des Angeklagten objektiv geeignet war, die Mannes­zucht zu untergraben. 3n Anbetracht der Jugend dos Angeklagten und des persönlichen Eindrucks, den er machte er hat sich freiwillig zum Heeresdienst gemeldet nahm das Gericht an, daß er sich nicht klar über die Aeußerung war und daß seine Dor- Haltungen nicht die Manneszucht untergraben woll­ten. Damit schied die Bestrafung wegen Verbrechens gegen das Krieassonderftrafrecht aus. Die Art des Vorgehens des Angeklagten fei aber außerordentlich häßlich gewesen, und die Beleidigung, die die Folge haben konnte, daß die Disziplin litt, sei öffentlich

Andreas Wagner.

Oie Namen der Gemarkung Gießen*).

Das 18. Heft des im Auftrag derHessischen Ver­einigung für Volkskunde" von Prof. Dr. A. Götze herausgegebenenHessischen Flurnamen­buchs" bringt die Flur- und Straßennamen der Gießener Gemarkung und ist Oberbürgermeister Ritter alsdem hochherzigen Förderer dieser Ar­beit" gewidmet. Aufbauend auf den Forschungen und Sammlungen von Direktor Dr. Karl Ebel werden in alphabetischer Reihenfolge die in alten Urkunden, den Gießener Zinsregistern von 1495 und 1553, Kopialbüchern, Ratsprotokollen, Mutations­registern, Flurkarten usw. vorkommenden Namen von Fluren, Gewannen, Bächen und Wegen der Gießener Feldmark, sowie die heutigen Straßen­namen der Stadt aufgezählt und geschichtlich und sprachlich erklärt. Wo es möglich ist, ist bei den Namen die Flur angegeben, so daß man die Lage leicht auf der beigegebenen großen Karte, die Stadt­baudirektor Grave rt verdankt wird, feststellen kann. Leider sind die Namen der Waldgemarkung nicht mitaufgenommen: der Verfasser gedenkt sie aber in einer späteren Arbeit nachzuliefern, vielleicht wird er dann auf das reiche Material, das er zu- fammengetragen hot, zu einer Geschichte der Ent­stehung und Entwicklung der Gießener Gemarkung, wie sie Ebel als Ziel vorschwebte und wofür dieser

Wohnungswesens. Zwei angefangene S i e d < lungsbauten werden ihrer Dringlichkeit wegen noch fertiggestellt. Das Siedlungsgelände am Äu- weg wird weiter aufgeterlt und für Siedlungen zur Verfügung gestellt. Mit dem Verkauf der von der Stadt erbauten Postkraftwagenhalle an die Reichspost ist der Gemeinderat einverstanden. Der Verkauf der st ä d t i s ch e n Herberge, der im Zusammenhang mit der Frage der Hauptstra- ßenerweiterung steht, wird zurückgestellt. Die Pläne eines größeren Anbaues am städtischen Krankenhaus wurden durchgesprochen, mit dem Bau kann aber erst begonnen werden, wenn die allgemeine Baugenehmigung wieder erteilt roirb, Ein hiesiger angehender Architekt hatte als Prü­fungsarbeit den Entwurf zu einem H I. - H e i m in Schotten angefertigt. Von den Plänen wurde mit Interesse Kenntnis genommen. Der älteste Einwohner der Stadt, Messerschmied Heinrich Merz, ist im 90. Lebensjahr verstorben. Der alt­bekannte Schotten er Sommermarkt wird auch in diesem Jahre mit einem Rindvich-, Foh­len- und Pferdemarkt am Montag, 12., mit einem Schweinemarkt am Dienstag, 13. 8., und dem Krämermarkt am 14. 8. durchgeführt werden. Die Sammlung für das Rote Kreuz erbrachte wieder nahezu 1600 RM. Die hiesige HI. wird in Schotten, als der Rennstadt, als Motor-HI. ausgebildet. Neben der allgemeinen vormilitärischen Ausbildung im Gelände, im Schießen u. dgl. er­halten die HI.-Angehörigen durch Fachleute ein­gehenden Unterricht auf dem Gebiet bes Kraft­fahrzeugwesens. x

Schwere Bestrafung wegen öffentlicher Beleidigung.

Lpb. Frankfurt a. M., 12. Aug. Ein Felbwebel beaufsichtigte -am 13. April bas Nachexerzieren ber in einem Orte in Quartier liegenden Mannschaften. Unter den Zuschauern befand sich ein 20jähriger Bursche, der in einer Aeußerung den Versuch machte, gegen hie Fortsetzung des Exerzierens Ein­spruch zu erheben. Als ihm der Felbwebel erklärte, das gehe ihn nichts an, machte er eine Aeußerung, die geeignet war, die Manneszucht zu untergraben. Nach dem geltenden Kriegssonderstrafrecht ist eine solche Handlungsweise mit schwersten Strafen sogar der Todesstrafe bedroht. Als gegen den jungen Mann von dem Truppenteil, dem der Feld­webel angehörte, Strafantrag gestellt worden war, erfolgte seine Verhaftung, und es wurde Anklage gegen ihn auf Grund des Kriegssonderstrafrechts erhoben.

Kartoffeln gut behandeln.

Mehr und mehr verschwinden' die alten Kartof­feln vom Markt und die neuen stellen sich ein. Die Hausfrau freut sich dieser Verbesserung ihrer Küche. Dabei soll sie aber auch daran denken, daß I die Erdfrucht ihrerseits gut behandelt sein will, um I sich an Geschmack und Nährwert voll entfalten zu : können. Die Kartoffel ist die Trägerin unserer Er- 1 nährung. Sie ist reich an Kohlehydraten und Ml- , neralstoffen, wie auch an Eiweiß gemessen an ! der Menge des Verbrauchs. Sie enthält reiche Men- 1 gen an Vitamin C. Die Vitaminforschung hat fest- ' gestellt, daß der Gehalt an diesem Schutzstoff durch Anwendung von Hitze verringert wird. Der Vita- min-E-^Gehalt der Kartoffel ist also weitgehend von der Art der Zubereitung abhängig. Am wenigsten wird er geschädigt, wenn die Kartoffel in der Schale gekocht wird: mehr schon bei der Zuberei­tung in'geschältem Zustand (Salzkartoffel) und am meisten bei der Zubereitung als Kartoffelbrei. Durch das Zerquetschen erfolgt eine weitgehende Berüh­rung und Vermischung mit Luft, wodurch ebenfalls eine starke Schädigung des Vitamin G stattfindet.

Beim Rohschälen der Kartoffeln ergeben sich große Verluste, einmal an wertvollen Nahrungsstoffen, zum andern auch mengenmäßig. Das. muß vermie­den werden. Ebenso eine Auslaugung, wie sie statt­findet, wenn roh geschälte Kartoffeln längere Zeit im kalten Wasser liegen. Aber auch bei der vielfach üblichen Zubereitungsart, die Kartoffeln ganz oder zerschnitten im Wasser zu kochen, gehen die wert­vollsten Stoffe in das Wasser über und was zur Ernährung übrig bleibt, ist entwertet. Den vollen Nähr- und Geschmackswert der Kartoffeln erhalten wir, wenn wir sie in der Schale dämpfen, statt sie zu kochen. Man braucht dazu durchaus nicht einen teuren Dampftopf. Es genügt vollkommen, wenn die Kartoffeln auf ein Sieb gelegt werden, das man in einen größeren Topf einhängt, so daß das Wasser nicht ganz an das Sieb reicht; ber Topf muß mit einem gut schließenden Deckel abge­dichtet werden. Durch den Dampf des kochenden Wassers werden die Kartoffeln weich und behalten ihren vollen Wohlgeschmack und Nährwert.

Man will nicht immer Pellkartoffeln, sondern auch einmal Salzkartoffeln? Auch für sie werden die Früchte in der Schale gedämpft, dann heraus­genommen, rasch abgepellt und die geschälten, zer­teilten Stücke noch einmal kurze Zeit auf dem Siebeinsatz durchgedämpft. Sie erhalten so das mit Recht so beliebte mehlig-lockere Aussehen der Salz­kartoffeln. Eine Beigabe von Salz ist nicht nötig, da durch dieses Kochoerfahren die natürlichen Mi­neralsalze dem Kochgut verbleiben. Auch zur Zu­bereitung von Kartoffelbrei soll die Kartoffel in der Schale gedämpft werden. Man treibt sie, noch ' heiß abgepellt, durch den Queffcher und erhält au diese Weise den vollmundigen Geschmack und die Nahrungsstoffe.

Wer einmal Kartoffelpuffer haben möchte, ver­suche es, die sauber gebürsteten Knollen mit der Schale zu reiben. Gerade die noch dünnhäutigen neuen Kartoffeln eignen sich dazu. Dadurch bleibt ber ganze Nährwert erhalten. Man reibe auch nicht um des weißen Aussehens der Masse willen unter Wasser, da dadurch alle wichtigen Stoffe ausge­laugt werden. Lieber ein dunkleres Aussehen, um den vollen Gehalt und Geschmack zu besitzen.

Tageskalender für Dienstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Safari". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Mädchenjahre einer Königin".

Ehrung für freue Dienste.

Am 15. August wird wie wir gestern schon kurz berichteten in der Neuen Aula der Universi­tät mit einer schlichten Feier die Musikschule für Jugend und Volk eröffnet werden. Dabei sprechen hervorragende Männer der Partei und der Musik­erziehung zu den Eltern und Freunden der Schule. Diese ist ein Gemeinschoftswerk der NS.-Gemein­schaftKraft durch Freude" und der Hitler-Jugend. Aehnliche Schulen bestehen schon seit einiger Zeit u. a. in Wiesbaden, Darmstadt, Worms. Ihre Er­richtung ist auch von der Reichsmusikkammer ge­wünscht, weil man sich davon eine stärkere Erfassung der musikalischen Teile unseres Volkes, besonders der Juaend, verspricht. Und in der Tat haben die vielen Anmeldungen in Gießen gezeigt, daß dem o ist.

Welchen Zweck verfolgt dieses neue Gemeinschafts­werk? Jedenfalls keineswegs den, die Privatmusik­lehrer brotlos zu machen. Im Gegenteil, die Reichs­musikkammer erwartet durch die größere Mobil­machung der Jugend auch einen Gewinn für den privaten Musiklehrer. Ueberdies wird der Unterricht an der Schule fast ausschließlich von diesen erteilt werden.

Wie ,cho; gesagt, ist der Hauptzweck der, die musikalische Jugend möglichst restlos zu erfassen, vor allem will man auch den Minderbemittelten Ge­legenheit geben, für ein geringes Entgelt guten Musikunterricht zu erhalten. Wenn dann, wie es in der Gießener Schule der Fall ist, eine große Anzahl der Anmeldunaen sich auf die höheren In­strumente, wie z. B. Violine, Klavier usw. bezieht, o ist das besonders erfreulich, denn es zeugt von dem hohen und gesunden musikalischen Sinn un­seres Volkes. Der allgemeinen Musizierfreudigkeit

Beisetzung von Altbürgermeister Leun.

Großen-Linden, 12.August. Am gestrigen Sonntag wurde unter sehr starker Beteiligung die sterbliche Hülle des Altbürgermeisters Johannes Leun hier zur letzten Ruhe gebracht. Unter Voran­tritt einer Militärkapelle, der Kriegerkameradschaft, des Gesangvereins usw., gaben die Großen-Lindener ihrem verehrten ehemaligen Bürgermeister das letzte Geleite. Aus der Gtabrede, die ber Ortsgeistliche Pfarrer Germer hielt, klangen noch einmal bie großen Verbienste hervor, die sich ber Verstorbene in seinem langen Leben erworben hatte. Die Gesang­vereine trugen Trauerchöre vor, der Kriegerverein schoß den Ehrensalut, bie Kapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Den Kranz von der Gemeinde Großen-Linden legte der stellvertretende Bürger­meister, Beigeordneter Karl Volk, nieder.

Landkreis Gießen.

(D 23 e u e r n , 12. Aug. Der hiesige NS D.- Kin­tz e r g a rt e n hielt am Sonntag in seinem neuen Heim ein Sommerfest für die Kleinen ab, das einen sehr schönen Verlauf nahm. Die Leiterin des Kinder­gartens, Fräulein D ö h n (Schwester Märtel), machte mit ihrer kleinen Gesellschaft zuerst einen Umzug und begrüßte dann im Hofe die erschienenen Eltern und Großeltern. Mit einer kurzen Ansprache an Eltern und Kinder eröffnete die Leiterin des Kindergartens die kleine Festlichkeit und wies in einigen Worten auf den Sinn und die Bedeutung des Kindergartens hin. Sodann zeigten die Kinder, die alle mit farben­prächtigen Kleidchen auftraten, unterhaltsame Spiele, die helle Freude bei den Besuchern auslösten. Ferner wurden schöne Lieder gemeinsam gesungen und Ge­dichte aufgesagt. Auch die Aufführung des Kasperle­theaters machte viel Spaß. Zum Schluß erhielt jedes Kind ein Geschenk; außerdem gab es einen Pudding, ber allen ausgezeichnet munbete.

* E11ingshausen, 12. August. Der hiesigen Hebamme i. R. Frau Elise Görnert würbe eine verdiente Ehrung zuteil, indem ihr das vom Führer verliehene goldene Treubien st ehrenzei- ch e n für 40jährige treue Dienste überreicht wurde, nachdem sie im vorigen Jahre bereits das bronzene Mutterehrenkreuz erhalten hatte. Frau Görnert begann ihre Tätigkeit als Hebamme im Jahre 1888, so daß sie schon 1938 ihr 50jähriges Dienstjubiläum feiern konnte. In > ihrem arbeitsreichen und von schweren Sorgen nicht freien Leben hat sie fast 700 Menschenkindern zum Eintritt in die Welt ver­halfen und damit ebensovielen Müttern in ihrer schwersten Stunde Beistand und Hilfe geleistet. Der großen Verantwortung ihres Berufes war sie sich stets vollauf bewußt. Mit der größten- Gewissen­haftigkeit und Sauberkeit, die sie vereinte mit einem nimmermüden Fleiß, ging sie stets an die Erfüllung ihrer schweren Aufgabe. Wie oft wohl hat sie ihre Nachtruhe opfern müssen! Und wenn sie auch heute noch als Dreiundsiebzigjährige jeder Mutter, die Sorgen hat, mit Rat und Tat zur Seite steht, so zeigt sie damit nur, daß ihr das Helfen in ihrem Leben zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Wenn alle, die sie kennen, und alle, die ihre reichen Erfah­rungen irgendwie in Anspruch nahmen, durch diese Zeilen angeregt werden, einmal nachzudenken über ein Leben, das nur «der Pflicht geweiht und nichts war als ein einziger Dienst am höchsten Gut unseres Volkes, so möge jeden ein Gefühl der Dankbarkeit erfüllen für die Jubilarin, der wir einen gesegneten Lebensabend wünschen.

in feinen auch jetzt noch lesenswerten Arbeiten be­reits den Grund gelegt hatte, dabei manche in ber oorliegenben Schrift noch vorhandenen Lücken er­gänzen und Versehen verbessern können. Schon jetzt wird der, der sich die Mühe macht, das Büchlein aufmerksam durchzulesen, aus seinen Angaben viel ür die Gießener Heimat-, Siedlunas- und Kultur­geschichte gewinnen können. Als bequemes Nach- chlagebuch wird es dem Heimatforscher, dem Lehrer dzr Heimatkunde und jedem Heimatfreund gute Dienste leisten. H.

Keine Verlängerung der Schulferien in Gießen.

In der Stadt wird gerüchtweise verbreitet, die Schulferien in ber Stadt Gießen seien verlängert worden. Demgegenüber hören wir vom Stadtschul­amt Gießen, daß dieses Gerücht völlig unzutreffend ist, die Ferien also nicht verlängert sind, sondern der Unterricht, wie planmäßig vorgesehen, in allen Schulen am nächsten Montag wieder aufgenommen wird.

Monatsappell der ehemaligen 116er.

Die Kameradschaft ehemaliger 116er hielt am Samstag bei guter Beteiligung der Kameraden unter Leitung von Kameradf chaftsführer Bill ihren Monatsappell imPfälzer Hof" ab. Der Kamerad­schaftsführer brachte zunächst eine Reihe organisa­torischer Fragen zur Sprache und gab Anordnun­gen bekannt. Mit großem Interesse wurden wieder die eingegangenen Grüße und Mitteilungen ber Kameraben aus dem Felde verlesen und zur Kennt­nis genommen. Mit besonderer Freude wurde die Mitteilung aufgenommen, daß der Fahnenjunker Schnell, der Enkel von General Mohr, für Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde. Im weiteren Ver­laufe des Appells wurde über bas Fechtwesen ge­sprochen, das von den Kriegerkameradschaften zu dem Zweck unterhalten wird, den Waisen gefallener ober verstorbener Kameraben helfen zu können. Für die weitere Arbeit im Fechtwesen wurden Richt­linien bekanntgegeben. Auch über die Sterbegeld­versicherung wurde gesprochen und verschiedene Zweifelsfragen aus dem Kreis ber Kameraden- ge­klärt.

August-Wanderung des DH6.

10, Birnen 20 bis 25, Brombeeren 40, Mirabellett 35, Renekloden 25, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmach, gurken 1% bis 4, Endivien 10 bis 15, Lauch 15, Sellerie 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf.

* * Ehrung kinderreicher 2R ü 11 er, Zwecks Verleihung des Chrenkreuzes der deutschen Mutter müssen von den Frauen, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, Antragsvordrucke ausgefüllt werden, die in Gießen beim Standesamt, in den Stadtteilen Klein-Linden und Wieseck bei den Verwaltungsstellen zu haben find.

** Nochmals: Keine Einreisegeneh­migung ins Elsaß. Nach wie vor laufen beim Ehef der Zivilverwaltung im Elsaß ungezählte Ge­suche um Einreisegenehmigung ins Elsaß ein. Es wird deshalb noch einmal bekanntgegeben, daß nur denjenigen Volksgenossen die Einreise, gestattet wer­den kann, die als Angehörige von Dienststellen des Staates und der Partei, ober als deren Beauftragte beruflich im Elsaß zu tun haben. Alle anderen Ge­suche sind zwecklos und können künftig auch nicht mehr beantwortet werden.

. yuuen luniuc, uup vit -'n'.....

Schotten, 9.August. In seiner gestrigen erfolgt; deshalb habe auf eine erhebliche Gesäng- .Sitzung befprad) dex Gemeinderat Fragen des 1 nisftrafe erkannt werdeg mussey.

ordnung bestimmte Zeit getrunken, heilsame Wir­kungen auszuüben. Auch die ihr nachgerühmte Wirksamkeit bei Zuckerkrankheit entbehrt nicht der Grundlage. Doch sei ausdrücklich gewarnt, mit der­artigen Mitteln selbst zu kurieren unter Verzicht auf bie ärztliche Behandlung, die ja gerade bei der Zuckerkrankheit unerläßlich' ist. Sammelvorschrift: Die Blätter werden durch Abstreifen von den Zwei­gen geerntet. Nicht drücken, da gequetschte Blätter beim Trocknen mißfarbig werden. Trocknung: iit dünner Schicht auf luftigem, schattigem Dachbo­den. Aufbewahrung und Versand: in Säcken, Ab-, lieferung bis spätestens Ende September.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 13. Aug. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: -Markenbutter, % kg 1,80 RM.§ Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, kg 6,5 Rpf., 5 kg 65 Rpf., Wirsing, kg 6 Rpf., Weißkraut 4, Rotkraut 10, gelbe Rüben 7, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 16 bis 18, Erbsen 21, Mischgemüse 15, Tomaten 22, Zwiebeln 15, Rha­barber 10, Pilze 50, Frühäpfel 20 bis 30, Falläpfel

Er mochte nicht einmal ins Kino gehen,

so schmerzten seine Hühneraugen. Aber bald wird er sie los sein, denn er hat heute Elc^tocorn aufgelegt mit dem Filzring. Jetzt hat er schon keine Schmerzen mehr beim Gehen»

mehr beim Bezug von Uebergrößen die Kartenab­schnitte nicht nur durch die für die Antragsteller zu­ständigen, sondern durch beliebige Wirtschaftsämter bzw. Kartenstellen in Bezugscheine umgewandelt werden dürfen.

Heidelbeerbläiter.

Die bekannte Heidelbeere, auch Blaubeere, Schwarzbeere ober Bickbeere genannt, die ^r Fa­milie der Heidekrautgewächse gehört, liefert auch in Form ihrer getrockneten Blätter eine Droge, bie sowohl arzneilich von anerkannter Bedeutung ist, wie auch gelegentlich in Mischung mit unseren Hausteekräutern Verwendung findet als Teeersatz­mittel. Regelmäßiger Genuß von Heidelbeerblätter- tee als Haustee erscheint nicht unbedenklich, da auf Grund des Arbutingehaltes der Heidelbeeren der Tee bei dauerndem Gebrauch sich gelegentlich schä­digend bemerkbar machen kann. Dagegen vermag bie Pflanze bei Blasenkatharren, auf ärztliche Ver-

wirb baburch weitgehend Rechnung getragen, daß den beliebten Dolksinstrumenten Ziehharmonika, Akkordeon, Blockflöte ein breiter Raum gewährt wird. Es steht zu erwarten, daß mancher Lern­beflissene, wenn die musikalischen Schwingen wachsen, sich später auch einem der erstgenannten Instrumente zuwenden wirb, was im Hinblick auf unsere große beutsche Musikkultur nur zu begrü­ßen wäre. Der vollkommenen Erfassung des musi­kalischen Menschen dienen bann noch bie Kurse für Rhythmik, Gehörerziehung, Musikgeschichte usf. Der Unterricht erfolgt in kleineren und größeren Ge­meinschaften. Aus den einzelnen Gruppen werden sich bann bie besonbers Befähigten herausschälen, bie später roieber ,ju befonberen Gruppen zusammen- genommen werden. Von hier aus steht dann der Weg zum Einzelunterricht und Privatmusiklehrer vollkommen offen.

Die Schule hat, wie das ja selbstverständlich ist, das Bestreben, jedem ihrer Schüler die möglichste musikalische Förderung angedeihen zu lassen. Zu wünschen wäre es freilich, wenn sich eine noch grö­ßere Anzahl als bisher auch dem Studium der Blasinstrumente (Klarinette, Flöte, Trompete) wib- men wollte, benn bie späteren Möglichkeiten finb ge- rabe hier besonbers groß. Die Zusammenarbeit mit ber HI. unb den Jungmädels, die sich in schön­ster und erfreulichster Weise vollzieht, wird für die musikalische Erziehung gewiß von größtem Segen sein.

So sind alle Voraussetzungen gegeben, daß die Gießener Musikschule das wird, als was sie ge­dacht ist: eine musikalische Erziehungsstätte des ge­samten Volkes.

Dor einiger Zeit ist für Kinder, für, deren Bezug von Bekleidungsgegenständen die Reichskleiderkarte für Knaben ober Mäbchen gilt, bie aber infolge ihrer Körpergröße mit benKinbergrößen" ber Be­kleidungsgegenstände nicht mehr ausreichen, eine be­sondere Regelung getroffen worden. Unter persön­licher Anwesenheit des Kindes wird beim Wirt­schaftsamt ober ber zustänbigen Kartenstelle von ber für bas Kind zuständigen Kleiderkarte bie Anzahl von Teilabschnitten abgetrennt, bie für ben be­treffenden Bekleidungsgegenstand vorgesehen sind unb hierfür ein Bezugsschein für bie ausreichende Größe ausgestellt. Häufig erkennen die Kunden aber erst beim Einkauf, daß eine Uebergröße nötig ist. Um nun übermäßige Wege zu verhindern, ist eine Erleichterung injofers gejchaffeü Norden, als nun»

Dom denkbar besten Wanderwetter begünstigt unternahm am Sonntag der DHE. Gießen in Stärke von nahezu 50 Teilnehmern seine August-Wantze- rung. Der Marsch führte durch dieGänswiese" hin­über nach unserem Vorort Wieseck, wo am Aus­gang des Ortes die Dreschmaschine mit Hilfe fleißi­ger Hände rastlos tätig war, die eingebrachten rmann uno Kornhausten von ihrer wertvollen Frucht zu be- Vflasterer l-freien. Bald war der Hangelstein erreicht, der jedoch ' mit Umgehung seiner höchsten Erhebung bis zum

Daubringer Paß durchschritten wurde. Hier bot sich bei klarer Luft ein wundervolles Panorama. Zu Füßen der Wanderer zog sich das von einigen Dör­fern belebte Lumdatal mU dem Totenberg unb dem von ber Sonne bestrahlten Staufenberg hin. An- fchließend sah man bas anmutige Salzbödetal mit dem Altenberg unb bem hochliegenden Oberwalgern. Weiterhin erhoben sich die Berge ber Glabenbacher Eegenb, ber Hemmerich, Treisberg unb Koppe, bie ferner liegenden Alberge unb ber Rimberg, wäh­rend von Süden her der Taunus mit Feldberg und Altköniq herübergrüßte. Nach einer im nahen Alten- Buseck eingelegten Kaffeestation ging es weiter auf einsamen Wegen durch prächtige Waldungen, in denen Lichtungen immerzu entzückende Ausblicke boten Besonders reizvoll war der Blick in der Nahe des Aspenkippeis auf das hochgelegene Climbach mit seinem Wasserturm und auf Allertshausen. Der roten Punktmarkierung folgend führte der Weitermarsch durch Wald und Flur, später um den Hoheberg herum nach Großen-Buseck, von wo nach einer Schluhrast die Heimfahrt erfolgte.