Ausgabe 
13.8.1940
 
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S.Ji.Jpori

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Sie Ergebnisse des Orissporigemeinschastsiages in Klein-Linden.

Verfügung gestellt worden war. Sieger wurde dank ihrer größeren Spielerfahrung und der besseren Zu­sammenarbeit aller Mannschaftsteile die Jugend- Mannschaft des Tv. Hochelheim vor der sich tapfer wehrenden Elf des To. Grüningen, die ihrerseits eine recht gute Figur abgab. Aber auch alle übrigen Teilnehmer ließen faum Wünsche offen und gaben einen ausgezeichneten Einblick in die vom Fachamt Handball auf breitester Grundlage geleistete Jugend­arbeit. Im einzelnen gab es folgende Ergebnisse:

Staffel I: Hochelheim Pohl-Göns 4:0 (3:0);

Dornholzhausen gegen Lang-Göns 7:0 (3:0); Hocheb heim Dornholzhausen 4:2 (3:1); Pohl-Göns gegei Lang-Göns 0:2 (0:0); Hochelheim Lang-Gön 3:2 (3:1); Pohl-<Zöns Dornholzhausen 0:2 (0:1).

Staffel II: Grüningen Großen-Linden 6:0 (3:0); Lützellinden Hörnsheim 3:2 (1:2); Grü­ningen Lützellinden 2:1 (1:0); Großen-Linden gegen Hörnsheim 1:4 (1:2); Grüningen Hörns­heim 2:1 (2:0), Großen-Linden Lützellinden 2:3

(0:2).

Entscheidungsspiel: Hochelheim Grü­ningen 4:0 (2:0).

Endstand: 1. Hochelheim, 2. Grüningen, 3. Dornholzhausen, 4. Lützellinden, 5. Hörnsheim, 6. Lang-Göns, 7. Großen-Linden und 8. Pohl-Göns. Ohne Wertung spielten: Tv. Niederkleen und Tv. Lang-Göns II.

Bei den Ausgleichsspielen zu den Lahnpokalspielen gab es nur eine Begegnung. Der Tv. Krofdorf schlug auf eigenem Platz die zwar eifrige, aber technisch und taktisch unterlegene Mannschaft des Tv. Launs- bach hoch mit 18:3 (8:2). Damit haben die Platz­besitzer erneut, und zwar mehr als deutlich ihre derzeitige Spielstarke unter Beweis gestellt.

Sport in Watzenborn-Steinberg.

Der für den gestrigen Sonntag vorgesehene Ortssportgemeinschaftstag in Watzenborn-Steinberg wurde am Samstag von dem Ortsgruppenleiter im Auftrag der Kreisleitung Wetterau der NSDAP, wegen des allgemeinen Ernteeinsatzes abgesagt. So kamen am Sonntagnachmittag nur die am Orts- sportaemeinschaftstag vorgesehenen Rasenspiele zur Durchführung.

Die neuausgestellte Handballjuaendmannschaft des Turnvereins Watzenborn-Steinberg verlor hoch gegen die Ju g endm annfcha ft vom Turnverein Holzheim.

Anschließend stand die 1. Mannschaft des FC. Teutonia" Watzenborn-Steinberg der gleichen von Großen-Buseck gegenüber. Die Gäste waren von ihren beiden Spielern Schmitz und Balser im Stiche gelassen worden und mußten daher mit neun Mann spielen. Jeder strengte sich daher doppelt an, und die Platzmannschaft, die bereits in der ersten Mi­nute in Führung ging, spielte im Gefühl eines sicheren Sieges sehr oberflächlich. Bald stand das Spiel 1:1 und drei weitere Tore für Watzenborn- Steinberg stellten das Halbzeitresultat von 4:1 her. Nach dem Wechsel verlegte sich der Dreimänner­sturm der Gäste auf Durchbruche, bei denen die Hintermannschaft von Watzenborn-Steinberg ganz und gar nicht auf ichrem Posten war. Hochstein, der überaus schnelle Halblinke hatte bald den Ausgleich herausgeyolt und acht Minuten vor Schluß brachte er seine Mannschaft sogar, mit 5:4 in Führung. Zwei Minuten vor Spielende schoß Mittelstürmer Hirz einen Eckball zum Ausgleich ein.

Dem Spielverlauf ncuh war dieses Resultat für die Gästemannschaft mehr als verdient, während das Spiel derTeutonen" diesmal viel zu wünschen übrig ließ.

Das äußerst fair durchgeführte Spiel wurde von Schiedsrichter Zitz er geleitet, der der Platzmann­schaft zu Beginn des Spieles die Meisterschasts- urkunden der Bereichsführung für die in den Jahren 1938/39 und 1939/40 errungene Bezirksklassen- Meisterschaft überreichte.

Fußball der Sportgemeinde Steinbach.

Seit der Gründung der Sportgemeinde und trotz des Krieges traten am Sonntag zum erstenmal drei Fußballmannschaften an die Oeftentlichkeit. Die 1. Elf weilte zum Pflichtspiel in Klein-Linden und konnte mit 4:5 Toren einen knappen und verdienten Sieg sicherstellen. Nach diesem hart erkämpften Ergebnis nimmt nun die Mannschaft von Stembach die erste Stelle in der Tabelle ein.

Die 1. Jugendelf hatte sich die körperlich überlegene und technisch bessere Elf von Leihgestern eingeladen. In diesem Freundschaftsspiel errangen die Gäste einen sicheren Sieg von 4:0 Toren. Die 2. Jugend trug ihr erstes Spiel auf heimischem Boden gegen die 2. Jugend von Leihgestern aus und konnte zum Anfang einen l:0-Sieg erringen.

Lugendfußball der Sp.-Dg. 1900.

1900 1. Igd. Spa 05 Wetzlar 1. Igd. 1:2 (0:1).

Beide Mannschaften standen sich am Sonntag in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Obwohl die Blau-Weißen eines ihrer schönsten Spiele lieferten,

Aus Anlaß des Gemeinhesporttags, über dessen Verlauf wir gestern schon berichteten, wurde in allen teilnehmenden Gruppen ein volkstümlicher Dreikampf ausgetragen. Als Hebungen waren Lauf, Sprung und Wurf vorgeschrieben, letzterer wurde sjir Jugendliche als Ballweitwurf, für ältere Sport­ler als Kugelstoßen ausgeführt. Die Weitsprünge für Altersklassen wurden aus dem Stand vorge­nommen. Nachstehend die Ergebnisse:

Die Dreikämpfe.

Hitler-Jugend, Klasse A, Jahrgang 1922/23, Weitsprung, 100-Meter-Laus und Kugel­stoßen. 13 Teilnehmer, 10 Sieger: 1. mit 60 Punk­ten Hermann Hinterlang, 2. mit 48 P. Heini Stein, 3. mit je 45 P. Hansch, Peusch, Rudolf Wagner und Friedel Ruhl, 4. mit je 42 P. Egon Otto und Albert Bingel.

Hitler-Jugend, Klasse B, Jahrgang 1924/25, 21 Teilnehmer, 14 Sieger: 1. mit 57 P. Hans Stemmüller (Marine-HI.), 2. mit 45 P. Fritz Germer, 3. mit je 38 P. Herbert Jung und Rudi Kissel, 4. mit 36 P. Hans Eyring, 5. mit 33 P. Willi Müller.

BD M.-Kl ässe A, Jahrgang 1922/23, 5 Teil­nehmer, 2 Sieger: 1. mit 43 P. Gertrud Hörder, 2. mit 33 P. Elisabeth Lenz.

BDM. - Klasse S, Jahrgang 1924/25: 13 Teil­nehmer, 9 Sieger: 1. mit je 54 P. Gertrud Klein und Ruth Jung, 2. mit 49 P. Liefe! Volk, 3. mit

mußten sie den Sieg in Wetzlar lassen. Das Spiel begann mit schnellen Angriffen der 1900er, die aber an der gegnerischen Verteidigung scheiterten. Bei einem Gegenangriff kam Wetzlar überraschend 3um Führungstreffer. Nach dem Wechsel gestaltete 1900 das Spiel überlegen und konnte auch nach 20 Mi­nuten Spielzeit auf 2:1 verkürzen, nachdem Wetzlar einige Minuten vorher das 2. Tor erhielte. Die Gie­ßener setzten alles daran, um wenigstens den Aus­gleich Äu erzielen. Aber alles vergebens. Die Wetz­larer konnten als glücklicher Sieger das Spielfeld verlassen.

1900 2. Igd. 5po. Wetzlar 2. Igd. 2:5.

Die neu ausgestellte 2. Jugendmannschaft der SpDg. 1900 konnte sich gegen die körperlich über­legene Jugendmannschaft des Weklarer Sportver- eins 05 nicht durchsetzen und verlor klar mit 5:2 Toren.

Tv. Hochelheim

Sieger im Zugendturnier in Oberkleen.

Unter Leitung des Bannfachwartes für Hand­ball, Luh (Allendorf a. d. Lahn), wurde am Sonn­tag ein Jugendkurzturnier in Oberkleen durchgeführt, das einen in allen Teilen wohlgelungenen Verlauf nahm. Acht der besten Jugendmannschaften hatten sich ihr Stelldichein gegeben und wetteiferten in schnellen und interessanten Spielen um die wertvolle Plakette, die von dem veranstaltenden Verein zur

42 P. Elisabech Bundschuh, 4. mit 41 P. Margot Lenz, 5. mit 36 P. Margrit Meyer.

B D M. - W e r k, Frauenklasse 1, Jahrgang 1923 und älter, 4 Teilnehmer, 3 Sieger: 1. mit 35 P. Martha Rinn, 2. mit 24 P. Tilli Rinn, 3. mit 19 P. Ria Rau.

Jungvolk, Jahrgang 1928/29, 22 Teilnehmer, 15 Sieger: 1. mit 53 P. Erich Langsdorf, 2. mit 48 P. Helmuth Litzinger, 3. mit 46 P. Ewald Klein, 4. mit je 42 P. Walter Lenz und Gustav Gelitzer.

Jungvolk, Jahrgang 1926/27, 17 Teilnehmer, 11 Sieger: 1. mit 56 P. Willi Lutz, 2. mit 54 P. Heinz Rau, 3. mit 52 P. Willi Weller, 4. mit 51 P. Willi Siegmund.

Jungmädel, Jahrgang 1926/27, 31 Teilneh­mer, 20 Sieger (Weitsprung, 50-Meter-Lauf und Ballwurf): 1. mit 71 P. Margot Steinmüller, 2. mit 66 P. Gertrud Lenz, 3. mit je 65 P. Inge Stein und Irmgard Hof, 4. mit je 63 P. Ilse Müller, Marie Schmidt und Lotti Dönges.

Jungmädel, Jahrgang 1928/29, 14 Teilneh­mer, 10 Sieger: 1. mit 62 P. Waltraud Konm, 2. mit 60 P. Margret Langsdorf, 3. mit je 58 P. Hedwig Weinandt und Irmgard Korbin, 4. mit 56 P. Elfriede Hinterlang.

Männerklafse 1, Jahrgänge 1909/23, 9Teil­nehmer, 8 Sieger. 1. mit 40 P. Eberhard Kopp (Tv.); 2. mit 35 P. Walter Schmidt (HI. und Tv.); 3. mit 32 P. Albert Jung (Tv.); 4. mit

je 25 P. Heinrich Bischoff (Wehrm.), Robert Stein (Tv.).

Männer - Altersklasse 1, Jahrgänge 1900/08, 4 Teilnehmer, 3 Sieger. 1. mit 64 P. Fritz Weller (Wehrm. u. Tv.); 2. mit 41 P. Reinhold Weigel (Wehrm. und Tv.); 3. mit 32 P. Heinrich Mandler (SA.).

Männer-Altersklasse, Jahrgänge vor 1900, 3 Teilnehmer, 2 Sieger. 1. mit 38 P. Karl Haas (SA.); 2. mit 34 P. Ernst Jünger (SA.).

Weitkämpfe im Schwimmen.

Alle Teilnehmer 50 Meter, beliebig, nur HI. 100 Meter, beliebig.

Hitler-Jugend, Jahrgänge 1925/26: 1. mit 2 Min. 13,4 Sek. Herbert Rau; 2. Willi Müller; 3. Hermann Jung.

Jungvolk, Jahrgang 1926/27: 1. mit 45,2 (eine ganz hervorragende Leistung) Willi Lutz; 2. Karl Heinz Weller; 3. Hans Germer.

Jungvolk, Jahrgang 1928/29: 1. mit 59,8 Erich Langsdorf; 2. Werner Schön; 3. Helmuth Jung.

B D M., Jahrgang 1925/26: 1. mit 55,6 Ruth Jung; 2. Alwine Bingel; 3. Marie Steinmüller.

B D M.- Werk, Frauen: 1. mit 1:03,1 Ria Rau, Jungm äde l, Jahrgang 1926/27: 1. mit 54,1 Elfriede Steger; 2. Emmi Lein; 3. Gertrud Lenz.

Jung m*ä del, Jahrgang 1928/29: 1. mit 1:08,5 Elfriede Hinterlang; 2. Margret Langsdorf; 3. Mar­got Schmidt.

4X100-Meter-Pendelstaffel im Lau­fen: 1. mit 50 Sek. Hitler-Jugend; 2. mit 51,2 SA.

Weltkämpfe im Schießen.

5 Schuß, 50 Meter liegend freihändig.

Gruppe Schützenklub ,Moland, Ge­samtergebnis 487 Ringe. 1. mit 48 Ringen Erwin Kopp; 2. mit 47 R. Heinrich Keudel; 3. mit je 46 R. Friedrich Speier und Wilhelm Germer; 4. mit 44 9L Rudolf Jung II.; 5. mit 42 R. Wilhelm Erle.

Gruppe Politische Leiter, Gesamtergeb­nis 457 Ringe. 1. mit 46 R. August Steinmüllerr 2. mit 44 R. Karl Lenz; 3. mit je 43 R. Wilhelm Hottenbach, Wilhelm Brück und Hermann Volz; 4. mit 42 R. Rudolf Jung L; 5. mit 41 R. Fritz Luch.

Märkte.

Soimnerrnarkt in Schotten.

* S ch o 11 e n, 13. Aug. Bei starkem Zustrom aus der ganzen Umgegend begann am gestrigen Montag der diesjährige Sommermarkt, der sich bis einschließ­lich morgen, Mittwoch, erstreckt. Auf dem gestrigen Fohlen-, Pferde - und Rinoviehmarkt waren 50 Fohlen, 10 Pferde und 50 Stück Rindvieh aufgetrieben. Fohlen kosteten etwa 400 bis 500 RM. das Stück. Das Handelsgeschäft verlief'flott. Aus dem heutigen Schweinemarkt standen rund 350 Ferkel und Läuferschweine zum Verkauf. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Tiere 23 bis 25 RM., neun bis zehn Wochen alte 26 bis 28, elf bis zwölf Wochen alte 29 bis 32, dreizehn Wochen alte 33 bis 35 RM.; Läuferschweine 40 bis 52 RM. das Stück. Der Handel war flott, es verblieb geringer Ueber- stand.

Schweinemarkt in Butzbach.

Butzbach, 13. August. Auf dem heuttgen Schweinemarkt waren 356 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis sechs Wochen alte Tiere 23 RM., sechs bis acht Wochen alte 23 bis 27, ad)t bis zehn Wochen alle 27 bis 34 RM. Der Handel war rege, es verblieb geringer Ueberftanb.

25. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Die ganz vorzügliche Pflaumen- oder Zwetschgen-Marmelade bereitet man nach folgendem

Hierauf rührt man den Inhalt einer Normalflasche Opekta zu 78 Pfg. und nach Belieben den Saft einer Zitrone hinein und füllt in Gläser. Ausführliches Rezept bei jeder Flasche.

Rezept: 2 Kilo Pflaumen oder Zwetschgen, gereinigt und entsteint gewogen, werden sehr gut zerkleinert, mit 2 Kilo Zucker zum Kochen gebracht und 10 Minuten durchgekocht.

23.

Die kleine Frau steht am Fenster und sieht dem Gewimmel zu, das sich plötzlich über den Fabrik­hof ergießt. Sie sicht Heinz Deetjen mitten unter

Die schöne Melusine

Roman bon Hans Nichter

Davon weiß Heinz Deetjen natürlich nichts. Er weih im Augenblick nur, daß da ein nettes Mädel ist, mit dem man schön tun kann, und daß er irgend etwas haben muß, um den Aerger, der chn sticht und bohrt, zu betäuben.

Denn für einen hübschen jungen Mann ist es immer ärgerlich, wenn man das Gefühl, an der Nase herumgeführt worden zu sein, nicht loswerden kann.

Sie haben es wunderschön hier", sagt Agnes und macht Glubschaugen.Bewundernswert."

Wegwerfende Handbewegung seinerseits. ,-Sie als Städterin hielten es hier doch nicht aus."

Agnes:Sie haben ja auch Ihr Motorrad, wenn Sie mal fort wollen. Berlin ist nicht aus der Welt. Sie kommen sicher öfter nach Berlin?"

,Hn der nächsten Zeit, ja."

^Der Angelhaken sitzt so, daß man getrost einmal zucken kann.Was zieht Sie denn nach Berlin, Herr Deetjen, bestimmt eine Frau?"

Gibt auch andere Dinge, Fräulein Sprenger."

Agnes' Augen suchen in einer märchenhaften Ferne, ein Blick, den sie nach vielen Großaufnah­men im Kino eifrig vor dem Spiegel studiert hat und dessen Wirkung selten versagt.Sie gehen ganz in Ihrer Arbeit auf. Für einen Mann ist das be­neidenswert."

Für die Frau nicht?"

Die Frau geht im Manne, in der Aufgabe des Mannes, meine ich, auf."

Das war ein bißchen zu dick aufgetragen. Agnes spürt es, während sie spricht, und deshalb biegt sie ab.

Ich muß mich jetzt um meine Arbeit kümmern, Herr Verend sucht mich bestimmt schon."

Wollen Sie nicht erst etwas von der Fabrik sehen? Herr Verend ist mit den Vorbereitungen noch längst nicht fertig."

Wenn Sie mich führen wollen?"

Die technischen Dinge werden nur gestreift. Der Raum, wo die Masse hergestellt wird, ist zu schmutzig. An den Drehformen gibt es nicht viel zu sehen. Brennöfen sind Brennöfen, und der Boden um sie hemm ist nicht gut für leichte Schuhe.

Das Atelier ist schon etwas anderes.

Im Atelier steht Greta Kranick vor einer Schale, die spater einen Garten schmücken soll.

(Sortierung folgt.)

den Ankömmlingen, und sie sieht, daß eine der Frauen mit ausgestreckter Hand auf ihn zugeht und ihn begrüßt. Die Frau trägt ehr Kostüm, das sehr eng anliegt und entsprechend zeichnet. Außerdem ist der Rock noch man hat das bisher in Hallers­dorf noch nicht zu sehen bekommen geschlitzt, so daß man das Bein über das Knie hinauf bewun­dern kann.

Zugestanden ein sehr hübsches Sein.

Greta Kranick erneuert zuerst einmal die nassen Tücher, die um den Torso Der Melusine gelegt sind, und tut noch ein paar neue dazu. Dann schiebt sie Sockel und begonnene Arbeit in eine Ecke und wen­det sich der ihren zu.

Soviel Gedanken sich Greta Kranick macht, weil sie ein Wesen ist, mit dem niemand mehr rechnet, so wenig beschwert davon ist Heinz Deetjen. Die Emesti ift nicht sein Typ, außerdem hat sie den Kopf voll von ihren Aufnahmen. Sie bekommt ein Zimmer zugewiesen und mag dort ausruhen, bis sie an die Reche kommt. Mit Agnes Sprenger kommt er schon eher in Verbindung ober die mit ihm. Agnes hat sich in dieser Nacht einen regel­rechten Kriegsplan entworfen. Sie hat über sich und über ihre Zukunft nachgedacht.

In dieser Zukunft spielt Wilhelm Hellwig eine ziemlich große Rolle.

Bobby gar nicht. Bobby ist eine Niete. Bei Licht besehen ist er ein Windhund und ein Streber. Er will etwas erreichen, und wenn nebenbei ein nettes Mädel für ihn ab fällt, ist er auch nicht böse.

So haben wir nicht gewettet, mein guter Bobby!

Vielleicht, wenn er eine kleine Rolle für sie übrig gehabt hätte. Aber die Rolle hat nach wie vor die Emesti, und sie, Agnes Sprenger, war klug genug, zu wissen, daß es ziemlich gleichgültig war, ob sie hier war oder nicht.

Unterwegs im Auto war Wilhelm Hellwig ganz nett. Sie haben allerlei Quatsch miteinander ge­macht, und Agnes begreift immer noch nicht, warum er jetzt so anders ist.

Da ist ihr dieser Waldmensch Deetjen gerade zur rechten Zeit dazwischengekommen.

Sie, Agnes Sprenger, wird jetzt auf Deubel komm 'raus mit ihm flirten und wird das so lange tun, bis ein gewisser Wilhelm Hellwig etwas merkt. Vielleicht kann man es sogar dahin bringen, daß er einmal nach Berlin kommt.

Da steht nun diese Frau mit dem Madvnnen- geficht; man möchte ihr alles sagen, und man bringt doch kein Wort über die Lippen. Sonst würde ihr Heinz den Inhalt von zwei Gesprächen erzählen, die er gestern gehabt hat.

Das erste mit dem Bootsmann. Er kommt in den Lüchower Park, denkt an nichts anderes als die Verabredung mit diesem Bobby und sieht eine 'Frau, die sich bei einem Manne einhängt und sehr vertraut mit ihm tut. Eine Frau, die sich so ver­wandelt hat, daß man sie fast njcht wiederertennt.

Man muß selber alles noch einmal durchdenken, um klüger zu werden. Erste Begegnung in Berlin. Eigentlich gleichgültig. Man kümmert sich nicht um jede Frau, die man auf der elektrischen Bahn sieht, auch nicht, wenn man ihr einen Groschen pumpen muß. Erst beim Wiedersehen gewinnt dieses erste Zusammentreffen an Bedeutung. Damals hat er sie für ein junges Mädel gehalten, das nach Büroschluß nach Hause fährt und seine Gedanken wenig bei­einander hat.

Zweites Treffen auf der Runenmsel: Aus dem Störenfried wird ein netter Kerl, mit dem man aus* kommen kann. Wenn nicht richtig richtig, da hat sich zum erstenmal der Fischschwanz gezeigt.

,Hch wohne auf Schloß Lüchow."

Dieses Mädchen Tilde, das dort neben dem Manne geht und mit ihm man kann ruhig sagen flirtet, paßt nach Schloß Lüchow.

Heinz hat den Bootsmann gefragt:Rennen Sie die Dame?"

,Ha, die hab' ich schon gesehen."

Das ist doch dieselbe, die neulich"

,Hst sie."

Gehört zu der Filmgesellschaft?"

3a, das kann ich Ihnen nun nicht sagen."

Das zweite Gespräch ist nicht viel aufschlußreicher. Es wird mit Bobby geführt, nachdem man sich langsam aneinander herangetastet hat. So bei oer dritten Flasche.

Gehören doch viel Menschen zu solchen Aufnah. men dazu. Hab ich nicht gedacht."

Ja", sagt Boboy.

Und dabei waren nicht einmal alle mit auf der Insel."

Bobby läßt die Zigarre aug dem Mund fallen und wundert sich.Sie wäre» alle dabei, Herr Deetjen."

habe aber auf Schloß Lüchow eine Dame und einen Herrn gesehen. Eine Dame in Blau." Sehen Sie", freut sich Bobby.Die habe ich auch gesehen. Habe die Agnes schon fragen wollen, aber man hat soviel Zeug im Kopfe, man kommt zu nichts. Da muß man dies und das eben feinen Hilfskräften überlassen. Agnes. Sie wissen ja, Agnes?"

Das ist doch die kleine Dunkle?"

Eben die. Die hat mir den Mann mit dem Ueberlandwagen besorgt. Der kommt mit dazu und fährt mit Ist mir ganz angenehm, wenn der Ches sich um feine Leute kümmert. Wissen Sie, Herr Deetjen, im Atelier kann ich Zuschauer auf den Tod nicht leiden, im Atelier muß Ruhe Herrchen, eiserne Ruhe, sag' ich. Aber 6ei den Außenaufnah­men, da bringt der eine feine Frau mit"

Die Dame in Blau ist also mit dem Herrn ver­heiratet?"

Wenigstens haben sie sich auf der Brücke so be­grüßt, daß man es annehmen könnte", sagte Bobby, der keine Ahnung mehr von damals hat.

Ich habe sie ja nicht gefragt, ob sie verheiratet ist, denkt Heinz Deetjen. Und sie ist nicht ver­pflichtet, mir es zu sagen.

Erst daraufhin fängt er richtig an zu trinken.

Wissen Sie eigentlich, Kranick?" setzt er an. Aber auch diese Frage kann nicht zu Ende gesprochen werden, denn eben fährt draußen das Ueberland- auto mit den Filmleuten vor.

Vielleicht erledigt sie sich auch. Vielleicht ist diese Frau Rohloff dabei, Tilde Rohloft. Man braucht ja nur nach Herrn Rohloft zu fragen.

,Hetzt geht's los, Kranick", sagt er. Und schon ist er draußen.