Ausgabe 
13.7.1940
 
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Samstag, 13-, Sonntag, 14. Zull 1940

Allein

Die Seeschlacht im Ionischen Meer

Gewaltige Luslkampse über England.

Allmählich treffen in Straßburg die von den Franzosen Evakuierten wieder ein. Das Leben beginnt lanasam wieder zu pulsieren. Auch eine Zeitung erscheint wieder, und zwar dieStraß­burger Neuesten Nachrichten", deren erste Exemplare hier mit Kraftwagen zu den Derteilungsstellen geschafft werden.

(Scherl-Bilderdienst-M-t

40 Bomber, ferner sehr viel Jagdflugzeuge. In dem Augenblick, da die britischen Iagdflujj-

Mienische Lustgeschwader packen den Feind erneut.

Der italienische Wehrmachtsbericht.

Rom, 12.3ulL (DJtB.) Der italienische Wehr- machksbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

Die See- und Luftschlacht vom 8. und 9. Juli ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Unsere Seeaufklärung hat am gestrigen Morgen einen feindlichen Flottenverband, bestehend aus zwei Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger und kleineren Einheiten, festgestellt, der auf der höhe von Malta kreuzte und später fünf große Frachtdampfer mit Kurs nach Osten begleitete.

Auf Anforderung unserer INarlneluftaufklärung sind unsere Bomberverbände sofort in rafch aufein­ander folgenden Wellen gestartet. Während einiger Stunden ist der feindliche Verband verfolgt und der Aktion unserer Flugzeuggeschwader ausgesetzt wor­den, die unter Mißachtung der außerordentlich hefti­gen Flakabwehr der feindlichen Schiffe bis auf we­nige hundert Meter niedergingen, um das gewählte Ziel besser zu treffen. Ein Frachtdampfer ist mit Sicherheit versenkt worden. Zwei Zer- stör er wurden so schwer getroffen, daß einer von ihnen die Rettungsboote niederlassen muhte. Der F l u g ; e u g t r ä g e r wurde von einer Bombe schwersten Kalibers getroffen und blieb plötzlich bewegungslos liegen, wobei aus der höhe deutlich Brände an Bord sichtbar wurden, während andere Schiffe ihm zu Hilfe eilten. Vier I a g d f l u g z e u g e , die von dem feindlichen Flug­zeugträger aul^estiegen waren, wurden von unteren Bombern in Flammen abgeschossen. Zwei un­serer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

In der Schlacht vom 9. Juli haben die Ge- schütze unserer Kreuzer fünf feindliche Tor­pedo-Wasserflugzeuge und drei Bom­ber abgeschossen, von denen eines noch die Bomben an Bord hatte, die beim Aufschlag aufs Wasser explodierten.

In Nordafrika Tätigkeit der Luftwaffe und unserer leichten Kolonnen jenseits der Lyrenaika- Grenze. Tanks und Panzerwagen wurden zerstört und erbeutet sowie bei Sidi Barrani Baracken und

Wiedererwachendes Leben in Straßburg.

Kriegsmarine und Luftwaffe vernichteten feit Kriegs­beginn 4329 213 BRT Handelsschiffsraum.

Kampf- und Gturzkampfverbande der Luftwaffe griffen Flugplätze, Hafenanlagen und Rüstungswerke in Süd- und Mittelengland sowie Schiffsziele erfolgreich an.

Der Wehrmachtsbericht vom Freitag.

Berlin. 12. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Kampf- und S turzkampfverbände der Luftwaffe griffen am 11. Juli Flugplätze, Hafenanlagen und st ungs werke in Süd- und Mittelengland sowie S ch i f f s z i e l e vor der Ost- und Südküste Englands an.

In den Häfen von Plymouth und L o w e - st oft wurden die Hafenanlagen durch Bomben ge­troffen, in Portsmouth und den Industrieanlagen bei Burton-upon-Trent starke Brände durch Bom­bentreffer hervorgerufen.

Im Kanal gelang es, einen Tanker von 15000 BRT. sowie vier Handelsschiffe mit insgesamt 15 000 BRT. zu versenken, neun weitere Handelsschiffe durch Volltreffer schwer zu beschädigen. Im Verlaufe dieser Angriffe schossen sowohl unsere Kampf- und Sturzkampf­flugzeuge als auch Jäger und 3 er- störer mehrere feindliche Jäger ab.

Die feindlichen Bombenabwürfe in Westdeutschland waren gering und verursach­ten keinen Schaden. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 13 Flugzeuge, hiervon 3 durch Flakartillerie. Sieben eigene Flug­zeuge werden vermiht.

Die Erfolge der Kriegsmarine und der Luftwaffe lm Handelskrieg haben eine für England fühlbare höhe erreicht. Vis 8. Juli 1940 wurden versenkt:

a) durch Torpedotreffer und Minenerfolge unserer U-Boote: 1 920 439 BRT.

b) durch Ueberwasserstreitkräfte und andere See­kriegsmittel: 1 362 461 BRT.

c) durch Angriffe der Luftwaffe: 1 046 313 BRT.

Damit sind feit Kriegsbeginn insgesamt 4 329 213 BRT. feindlichen oder dem Feinde nutzbaren han- delsfchiffsraumes vernichtet worden.

Zu dieser Zahl von versenkten Schiffen kommen noch über 300 zumeist durch die Luftwaffe beschä­digte Schiffe hinzu, die zum Teil so schwer getroffen wurden, dah sie für die Weikerbenutzung ausfallen oder infolge der notwendigen Instandsetzung für Monate nicht verwendungsfähig sind.

ihren Stützpunkten zurückgekehrt.

Neuer Bombenangriff auf Malta.

Nom, 12.Juli. (DNB.) Wie Agenzia Stefan! meldet, führten italienische Flugzeuge am Frei­tagnachmittag einen neuen Angriff gegen ei­nen Luftstützpunkt auf Malta aus. Mit Explosiv- und Brandgeschossen wurden die Flugplatzanlagen und die am Boden befindlichen Apparate beschossen. Zwei britische Jagdflugzeuge wurden im Laufe von Luftkämpfen abgeschossen. Alle italienischen Flugzeuge kehrten unbeschädigt zu ihren Stützpunkten zurück.

Weiter meldet Stefani, daß ein italienisches Land­bombenflugzeug, das Donnerstagnachmittag nicht zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt war, am Frei­tagfrüh an der äußersten Küste von Sizilien auf dem Meere schwimmend aufgefunden wurde. Die Besatzung wurde gerettet. Das Flugzeug hatte während eines langen Fluges seinen Brenn­stoff aufgebraucht und war bei der Rückkehr zu einer Notlandung auf dem Wasser gezwungen. Die Flü­gel und die leeren Benzintanks wirkten wie Schwim­mer und ermöglichten, daß die Maschine die ganze Nacht hindurch bis zum Eintreffen der zu Hilfe herbeieilenden Wasserflugzeuge schwimmend auf der Meeresoberfläche trieb.

Britische Kriegsschiffe nach Gibraltar zurückgekehrt.

Mailand, 12. Juli. (Europapreß.) DerCor- riete della Sera" meldet aus Algeciras, die Ein­heiten der britischen Flotte seien am Donnerstag­morgen nach Gibraltar zurückgekehrt. Sie hätten den Hafen vor drei Tagen verlassen. Es handle sich um zwei Linienschiffe, zwei Kreuzer und vier Tor­pedoboote, von denen Tote und Verwun­de feausgesch isst wurden. Der Hasen sei durch

Annabme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr desVormittagS

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Unser telegraphisch aus Rom nach Berlin übermitteltes Bild hält eine Phase der großen Seeschlacht zwi- ( Truppen abgesperrt worden. Ein Teil schen schwersten italienischen und britischen Flotteneinheiten im Jonischen Meer fest. Britische Granaten &er Allheiten sei schwer beschädigt gewesen, schlagen neben einem italienischen Schlachtschiff ins Wasser. Im Vordergrund eine wertere italienische Zerstörer sei wieder in das Mittelmeer in See Flotteneinheit, auf der sich der Kameramann befand. (Associated-Preß-M.) gegangen.

Die letzte Gesamtmeldung vom 30. April 1940 hat Handelsschiffsverlufte an feindlicher und dem Feinde nutzbarer Tonnage in höhe von 2 283 000 BRT. betragen. Bis Ende Mai erhöhte sich die Dersenkungsziffer infolge des U-Bootein- fatzes in del nordischen Aktion um nur 134 000 BRT. In den letzten sechs Wochen versenkten un­sere U-Boote durch Torpedotreffer 609000 BRT. Nach den bisher vorliegenden Meldungen belaufen sich die Minenerfolge im Handels­krieg von Unter- und Ueberwasserstreitkräften seit der letzten Bekanntgabe schon auf über 200 000 BRT., wobei zu berücksichtigen ist, daß die britische Admi­ralität Minenverluste grundsätzlich zu verheimlichen sucht. Unsere Schnellboote, die seit Mitte Mai zum erstenmal von neuen Stützpunkten aus im Handelskrieg gegen England eingesetzt werden konnten, versenkten neben sechs Zerstörern und zwei U-Booten bis zum 8. Juli feindlichen handelssckiffs- raum von 56 900 BRT. Dies bringt das Gesamt­ergebnis des von der Kriegsmarine geführten Han­delskrieges auf die genannte Dersenkungsziffer von 3 283 000 BRT. t ± _

Seite an Seite mit der Kriegsmarine hat die Luftwaffe im Handelskrieg gegen England ge­kämpft. Der erste Luftangrift gegen Handelsschiffe erfolgte am 17.12.1939. Seitdem sind die Erfolge von Monat zu Monat gewachsen.

Bei den Erfolgen der Luftwaffe handelt es sich nicht nur um die Versenkung zahlreicher Handels­schiffe auf ihren Fahrten zur Versorgung Englands, sondern auch um die Verluste, die von der Luftwaffe der britischen Transportflotte vor Dumir- chen beigebracht wurden, und um die feindlichen handelsschiftsoerluste, die in großem Umfange bei den Angriffen unserer Luftwaffe auf französi­sche und britische Häfen eingetreten find.

Außer dem Totaloerlust von Handelsschiffen, der durch die Luftwaffe allein 235 Schiffe beträgt, ist England durch die Beschädigung einer großen Anzahl weiterer Schiffe schwer getroffen worden. Eine Bombe auf einem Handelsschiff bedeutet, day das betreffende Schiff, auch wenn es nicht gleich zum Sinken gebracht wird, für Wochen und Monate ür den Schiffsverkehr von und nach England a u s - ällt. Der Anfall an reparaturbedürftigen Schi­en ist so groß, daß die englischen Docks, die sowieso chon aufs äußerste in Anspruch genommen sind, gar nicht in der Lage sind, derartig schwere^Scha- den schnell auszubessern. Der zunehmende Man­gel an Roh st offen trägt dazu bei, die m nor­malen Zeiten übliche Dauer der Wl^erherstellung noch weiter zu verlängern. In sehr vielen Fallen wird es überhaupt nicht möglich sein, ein Handels schiff, das einen englischen Hafen noch mit Muhe und Not erreicht hat, wieder verwendungsfahigl zu machen. Auch die für England unter den heutigen Umständen in jedem Falle dringend notwendige Ladung ist ganz oder teilweise unbrauchbar ge­worden.

Wenn auch nach dem Niederbruch Frankreichs auf dem Kontinent die Waffen ruhen, so kann doch von einer Kampfpause nicht die Rede sein. Das bezeu­gen Tag für Tag die deutschen und italienischen Wehrmachtsberichte. Nicht für einen Augenblick ist der Kampf gegen England unterbrochen, das sich nach der Niederlage seines französischen Bundesgenossen nun in der früher so oft gerühmten, heute aber doch höchst peinlich empfundenensplendid Isolation den bei- den Achsenmächten gegenübersieht, die entschlossen sind, mit Waffengewalt zu erzwingen, wozu sich , Englands Herrenkaste auf friedliche Weise nicht be-

44.UUYUUHU., im v reitfinben wollte. Eine Schonzeit gibt es für Eng-

zeuge hoch gingen, stürzten sich die deutschen-lland nicht. Kriegsmarine und Luftwaffe der beiden der, die in großer höhe auf diesen Anflug gelauert verbündeten Mächte bleiben dem Feind auf den hatten, auf die Gegner herab und nun entwickelte Fersen, lassen ihn nicht einen Augenblick znm auf- sich ein wilder K a m p f, der zu zahlreichen atmen und zur Reorganisierung seiner Kräfte kom- Einzelgefechten rasch umeinander wirbelnder Flug-1 men. Immer wieder greifen unsere Kampfgeschwa- zeuge sich entwickelte, wobei die Jagd über den gan- der die Stützpunkte der feindlichen Luftwaffe, die zen Horizont und oft tief nach England hinein Zentren der britischen Rüstungsindustrie und die führte Hafenanlagen vor allem der Süd- und Ostkuste an.

Immer wieder sahen die angstvoll zusammen- richten schwere materielle Beschädigungen an und stehenden Massen am Lande Flugzeuge brennend steigern von Tag zu Tag die Nervosität^der -ö ns Meer stürmen Mit Unruhe wird festgestellt, daß völkerung, die trotz aller hochtönenden Beschwich- di- sich um te Ä Sperr- ti«e*d>e

°°rg-1°h°nL 2d°r -mg-leit-ten Maß- über die Insel hereinbrechen hat eine Unzahl der nahmen zur Verteidigung der Insel überzeugt ist. wildesten Gerücht^ausgelöst, so daß" da und dort Vielmehr wächst, je näher man dem Augenblick Fallschirmabsprünge beobachtet worden eines deutschen Generalangriffs zu kommen glaubt, s-ion SrHiofeiirfJ fnh fith dos britische Luftfahrt- die Unsicherheit, ob England wirklich auf diesen An-

eben beendeten Feldzug dem britischen Volk einen recht instruktiven Anschauungsunterricht über Wert und Widerstandsfähigkeit derartiger Verteidigungs­anlagen gegen moderne Angriffswaffen gegeben hat. Es ist also schon ein Ausfluß der durch die ver­logene Propaganda der Regierungsclique fystema» tisch entfesselten und zur Hysterie gesteigerten Ner­vosität, wenn nun auch außerhalb des offiziellen Verteidigungsgürtels, der natürlich, wie könnte es anders fein, den bombastischen, geradezu furcht­erregenden Namen Churchill-Linie trägt, nach dem alten britischen Grundsatzmy home is my castle jeder gleichsam auf eigene Faust beginnt, sein Haus l und Garten mit Schützengräben und Hindernissen in Verteidigungszustand zu setzen. Daß dazu noch die Zivilbevölkerung von Amts wegen nicht nur zum Schanzen her angezogen, sondern auch aufge­fordert wird, sich im Schießen mit Gewehr und MG. ausbilden zu lassen, bedeutet nichts anderes, als ein von der Regierung in unverantwortlicher Weife organisiertes wildes Heck en schütze ntum. Un­seren braven Soldaten wird man mit ihm zwar nicht imponieren können, sie werden mit ihm in England ebenso fertig werden, wie sie den polnischen heckenfchützen schnell und gründlich das Handwerk gelegt haben. Aber Englands Bevölkerung selbst wird es in ernste Gefahr bringen, zumal es den Anschein hat, als ob auch gewisse Heißsporne unter Iden britischen Frauen, die nichts besseres zu tun wissen, zwar wenig ladylike, aber alter Tradition gemäß sich besonders hitzig an den Vorbereitungen

Autos getroffen und in Brand gefetzt. Ferner wurde 0Cf(lltenCI1cl)t*Utt0 in Mesßna.

ein feindliches Flugzeug abgefchof- Rom, 12. Juli. (Europapreß.) Unter riesiger en und einige Gefangene gemacht. Beteiligung der Bevölkerung, der Militär- und Zi-

iinh $n tfnnfilrfi <; n NI n l i. vilbehörden von Messina hat am Donnerstag die , S° LI (- e rn «nh 74iirnr Begattung der in dem Seegefecht an der kalabrisch. lanb die Flugplohe von Derber- und Burac I :cn'ljtf)en @efatlenen in Messina (tätige- äußerst wirkungsvoll bombardiert worden, desglei- fanden. Auf der Piazza Dante nahm der Erzbischof chen in Kenia der Flugzeugstühpunkt wajir, DOn Messina die Einsegnung der Gefallenen vor. wo zwei englische Jagdflugzeuge im Kampf abge- Die Ehrensalven wurden von Marineabteilungen schossen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind 311 abgegeben.

Hamburg, 12. Juli. (DNB.) Der Stockholmer Berichterstatter desHamburger Fremdenblattes" meldet: Der Angriff auf den Geleitzug an der englischen Südküste wurde von der englischen Küstenbevölkerung beobachtet, so daß die englische Presse Erlaubnis bekommen hat, Schilde­rungen zu veröffentlichen. Es fei, so schreiben die Blätter, die bisher größte Luftschlacht ge­wesen, die England miterlebt habe. Die ganze Küste sei eine einzige feuerspeiende Barriere der Flak draußen auf der See gewesen, wo die haushoch über den Schiften zusammenschlagenden Wogen durch die fallenden Bomben aufgewühlt worden feien, während hoch oben am Himmel das wilde Spiel der einander bekämpfenden Zerstörer und F a lls ch i r m a b s p r u ng e

Jagdflugzeuge zu beobachten war. Die Deutschen waren in zwei wuchtigen ....... . .... T

Angriffswellen gekommen , jedesmal rund gends solche Landungen vorgekommen seien.

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auch bei Nichterscheinen H V C* jv

von einzelnen Nummern

^sssa^ General-Anzeiger für Oberhessen -

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