die Kriegshetzerpresse immer wieder gegen die Achse operiert. Die Realität, daß Deutschland nicht einzukreisen ist, daß es keinen Zweifrontenkrieg wie 1914—18 führt, diese Ursache der fortzeugenden politischen und diplomatischen Niederlagen der Westmächte ist in Rom mit einer gewissen Ironie stets hervorgehoben worden, und im „Regime Fascista" wird jetzt diesen Plutokratien bestätigt, daß man in Rom niemals den Versuch Englands vergessen hat, an der Spitze von 52 Staaten Italien im Abessinienkrieg auszuhungern, genau so, wie England heute Deutschland auf die Knie zu zwingen versucht. „Niemand möge sich", schreibt dieses Blatt, „Illusionen hingeben über Extratouren, und niemand möge einen plötzlichen Meinungswechsel Italiens erhoffen." Das ist der Erfolg der Achsenpolitik, die unerschüttert dem plutokratischen Gegner das Gesetz des Handelns vorschreibt. E. S.
Militärische Geschäftigkeit der Westmächte in der Türkei.
A n k a r a, 12. März. (DNB.) In der Türkei wird der mehrtägige Besuch des Oberbefehlshabers der englischen Fliegertruppe im Nahen Osten, General Mitchel, und des Kommandeurs der französischen Fliegertruppe im östlichen Mittelmeer, Marschall Jouneaud,in Ankara mit einigem Interesse verzeichnet. Die beiden Offiziere hatten bereits eine längere Besprechung mit dem Chef des Generalstabes der türkischen Armee, Marschall F e w z i T s ch a k - m a k. Der Montag war der Fühlungnahme mit der Leitung der türkischen Luftstreitkräfte gewidmet. Die beiden Generale werden bis Mittwoch abend in Ankara bleiben. General Mitchel und Marschall Jouneaud haben vor diesem Besuch gemeinsam die britischen Luftstützpunkte am Suezkanal und an der lydischen Grenze sowie militärische Einrichtungen in Syrien besichtigt.
Englische Reparaturdocks vollgestopst.
A m st e r d a m, 12. Mär^. (DNB.) Sämtliche eng- lischen Docks sind mit ausbesserungsbedürftigen Schiffen vollgestopft. Auf dem großen Trockendock am Bristolkanal istaufMonatehinausbereits jeder Reparaturraum vergeben. Obwohl man unter Bruch der geheiligten Sitte des Wochenendes ununterbrochen durcharbeitet, gelingt es nicht mehr, die notwendigen Reparaturen durchzuführen. Viele beschädigte Schiffe liegen bereits acht Wochen vor dem Dock, ohne daß bisher mit Ausbesserungen überhaupt begonnen werden konnte. Die englische Schiffahrtszeitung „Lloyds List" fordert von der Regierung „schärfste Maßnahmen", ohne allerdings zu verraten, woher England genügend Reparaturdocks nehmen soll, um die Erfolge der deutschen Seekriegführung auszugleichen.
Das Programm der chinesischen Rationalregierung.
Schanghai, 12. März. (DNB.) Angesichts der bevorstehenden Einberufung des Z e n t r a l p o l i - tischen Rates nach Nanking nahm Wang- tschingwei den 15jährigen Todestag Sun-Yat- sens zum Anlaß, das Programm der kommenden Nationalregierung zu entwerfen. Ausgehend von der Erklärung Sun-Yatfens, daß sich in China und Japan vitale Kräfte für die Unabhängigkeit s b e w e g u n g der asiatischen Völker vereinigen, betonte Wangtschinawei, daß die unter seiner Führung im Entstehen begriffene Nationalregierung gutnachbarlich und in wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Japan, das nicht die Unterjochung Chinas anstrebe, leben wolle. Inner- politisch solle die unverzüglich einzusetzende verfassungsmäßige Regierung die bisher von der Tschungkinger Kuomingtang aus geübte politische Vormundschaft des Volkes beenden. Das Tschungkinger Motto „Widerstand und Wiederaufbau" werde ab gelöst durch Nankings Motto „Friede und Wiederaufbau", um, bevor es zu spät sei, die Leiden des Volkes zu beenden, dessen Verluste an Menschenleben nach Zehnmillionen zählten. Die legitimen Rechte dritter Mächte in China würden durch die Wiederherstellung des Friedens gesichert und gefördert; technische Hilfe und Geldinvestierungen des Auslandes zwecks Beschleunigung des Wiederaufbaues würden begrüßt. Wangtschingwei sprach die Hoffnung aus, daß sich die Tschungking - Regierung seiner Friedensbewegung anschließen werde.
Das Wasserflandglas zerbricht.
Von Georg A. Oedemann.
Lehnerhaas hängt das Schüreisen an einen Haken. Jetzt taumelt er durch Dunst, Rauch und Schkackenglut der Türe zu. Es ist ein altes, schmieriges Tuch, womit er sich flüchtig Gesicht und Oberkörper trocknet. Die Haare kleben wirr auf der Stirn. Aber es gibt kein Verschnaufen. Nur einmal die Lungen voll frische Luft gepumpt, einen Blick hinauf tun in den Wald, der über Die Berge herüber bis dicht vor die Fabrik kommt. Nein, der Wald stimmt nicht hierher, in das Geheul der Maschinen und das Dröhnen der Hämmer.
Der Hetzer nimmt die eiserne Karre, die vor dem Kefselhaufe steht, fährt hinein und schippt die schwere Schlackengut auf. Raus mit dem Dreck, nur raus damit aus dem Kesselhaus!
Nach zehn Minuten ist es geschafft.
Die Umrisse des Kessels werden wieder sichtbar, die blitzenden Manometer, bre runden Wasserstandgläser. Der Rauch hat sich verzogen. Vor der Feuerung herrscht wieder wafserae spülte Sauberkeit.
Da kommt ein Mann zwischen den Kesselgängen hervor, der Maschinist: „Mensch, wir brauchen Dampf! Maschinensaal fünf ist angeschlossen, die Maschine schafft es nicht mehr! Dampf, Dampf, Mensch!"
Der Maschinist und der Heizer sind einander spinnefeind, wegen eines Mädchens im Dorf, wegen der Lydia. Der Heizer tut, als sieht er den andern gar nicht. Er stellt das Pumpwerk des Injektors ab, daß es plötzlich still wird im Raume, und prüft mit ernstem Blick die Amaturen. Der Maschinist brüllt: „Mensch, Hörste nicht? Dampf brauchen wir!"
Jetzt dreht der Lehnerhaas dem Dill die weißen Augäpfel zu. Seine Zähne mahlen. Er spuckt in hohen Bogen in die Kohle: „Scher dich fort!"
Der Maschinist zeigt verächtlich auf das Manometer. ,Lumpige zwölf Atmosphären — und sowas nennt sich Heizer!"
Lehnerhaas geht an das Manometer, in seinem Gesicht zuckt es: „Der Kesselstein", sagt er wie zu sich selbst. ,Lch krieg keinen Druck mehr drauf, kann machen was ich will!"
„Keinen Druck!" spottet der Maschinist.
„Nun aber raus, du!" schimpft der Heizer. Es ist ihm schon lange eine Qual, daß alles Mühen ver*
Miehisenhe Bevölkerungsstatistik für 1939.
Anhäufung von Kriegstrauungen und Zunahme der Geburten.
Berlin, 12. März. (DNB.) Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes haben die vier ersten Kriegsmonate eine Anhäufung von Kriegseheschließungen gebracht, die alle Erwartungen weit übertrifft. In den Monaten September bis Dezember 1939 heirateten in den 56 Großstädten des alten Reichsgebietes insgesamt 129 835 Paare, das sind 46 208 oder 5 3 v. H. mehr als in den entsprechenden Monaten von 1938. Allein in diesen Großstädten dürften in den vier ersten Krieasmonaten mindestens 50 000 Kriegsehen geschlossen worden sein. Auch in den ersten vier Wochen des neuen Jahres wurden in den Großstädten des alten Reichsgebietes bereits wieder 7684 oder 6 4,9 v. H. Ehen mehr geschlossen als in den entsprechenden Wochen vor 1939, obwohl die Heiratsfähigkeit im Januar sonst immer die niedrigste des ganzen Jahres ist. Im ganzen Jahr 1939 wurden in den 56 Großstädten insgesamt 288 077 Eheschließungen gezählt, das sind 61 293 oder 27 v. H. mehr als im Vorjahre. Auf 1000 Einwohner der Großstädte kamen 13,4 Eheschließungen gegenüber 10,6 im Jahre 1938 und 10,1 im Jahre 1937.
Nach der Entwicklung der Heiratsfähigkeit in den Großstädten und den außerdem vorliegenden Jahresergebnissen für einige Länder kann damit gerechnet werden, daß im alten Reichsgebiet im Jahre 1939 eine Gesamtzahl von 760 000 Eheschließungen oder 11,0 je 1000 Einwohner erreicht wurde. Das würde bedeuten, daß im alten Reichs
gebiet im Jahre 1938 116 00 0 Paare mehr geheiratet haben als im Jahre 1938. Etwa 100 000 dieser zusätzlichen Eheschließungen dürften Kriegstrauungen gewesen sein.
Auch die Geburtenziffer setzte sich weiter fort. Im Jahre 1939 wurden in den Großstädten des alten Reichsgebietes 367 823 Kinder ortsansässiger Mütter geboren, das sind 22 252 oder 6,4 o. H. mehr als im Jahre 1938. Die Lebend- geborenen-Zahl des alten Reichsgebietes im ganzen kann im Jahre 1939 auf etwa 1 420 000 geschätzt werden. Dem entspricht eine Geburtenziffer von 20,5 je 1000 Einwohner, die nur noch wenig hinter der Geburtensollzahl des alten Reichsgebietes zurück- bleibt. Auch in den ersten vier Wochen des Jahres 1940 war die Zahl der Lebendgeborenen in den 56 Großstädten des alten Reichsgebietes mit zusam- men 31 242 um 4114 oder 15,2 v. H. größer als in den entsprechenden Wochen des Vorjahres.
Die Sterblichkeit der Großstadtbevölkerung war im Jahre 1939 etwas größer als im Vorjahre. In den 56 Großstädten des alten Reichsgebietes starben im Jahre 1939 insgesamt 261112 Personen, das sind 12,1 je 1000 Einwohner gegenüber 11,4 im Jahre 1938. Diese Zunahme ist zum großen Teil daraus zu erklären, daß die Besetzung der am meisten gefährdeten höheren Altersklassen ständig zunimmt. Im übrigen ist sie auch auf die Grippeepidemie im ersten Vierteljahr und die ständig sehr naßkalte Witterung im zweiten Vierteljahr 1939 zurückzuführen.
Ein Jahr slowakische Selbständigkeit.
Von unserem Gch.-kkorrespondenten.
Preßburg, März 1940.
Kalter Vorfrühlingswind wehte durch die belebten Straßen der Hauptstadt Preßburg in den Vormittagsstunden des 14. März 1939. Die slowakische Regierung und die Abgeordneten des slowakischen Landtages im Komitathaussaal traten zu jener geschichtlichen Sitzung zusammen, die, nach jahrhundertelanger Unterdrückung, nach Tagen der Ungewiß- heit, hervorgerufen durch den mißlungenen tschechischen Militärputsch, der slowakischen Nation ihre Freiheit geben, den selbständigen slowakischen Staat erstehen lassen sollte. Ministerpräsident Dr. Ti s o , soeben voll Zuversicht aus Berlin zurückgekehrt, erstattete seinen Bericht und ließ anschließend durch den Mund des Landtagsvorsitzenden an die Anwesenden die historische Frage stellen: „Sind Sie für den selbständigen slowakischen Staat?" Die Abgeordneten erhoben sich von ihren Sitzen, spontan erscholl ihr „Ja", und dann brauste, von allen gesungen, die slowakische Hymne durch den Raum.
Damit hatte die tschecho-slowakische Regierung aufgehört zu bestehen. Die Slowakei hatte sich aus dem Staatsverband gelöst, dem sie zwei Jahrzehnte hindurch als eine Art Kolonie angehörte. Ein künstliches Staatsgebilde war so zerfallen, ein Staat, der den Slowaken, Deutschen, Ungarn und Ukrainern die primitivsten Rechte verweigert hatte, die einem Volke zustehen. Das slowakische Volk hatte feine Freiheit errungen und sie unter den deutschen Schutz gestellt.
Ein Jahr ist seitdem vorübengegangm Eine kurze Spanne Zeit im Leben eines Volkes und im Bestehen eines Staates. Für den jungen slowakischen Staat waren es zwölf Monate einer politisch bewegten Zeit. Neben der Freude an der endlich ■errungenen Selbständigkeit gab es auch so manche Schwierigkeiten, die überwunDen werden mußten. Es war in dieser Zeit immer wieder der große Freund Deutschland, der helfend und ratend zur Seite stand und besonders die sich nach der Trennung von Prag ergebenden wirtschaftlichen Hindernisse beseitigen half. Die slowakische Reaie- rung hat das Erbe nach einem völlig untauglichen Regime angetreten, das feinen jüdisch-marxistischen Einfluß fast zwei Jahrzehnte hindurch auf den Gebieten des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens geltend gemacht hatte. Dieses Erbe barg für das junge Staatsleben Gefahren in sich, die beseitigt werden mußten und müssen.
Ein Umbruch und Aufbau fetzte ein. Vor allem
galt es, den gesamten Staatsapparat auf neue Grundlagen zu stellen. Aehnlich war es mit den Resten der Armee, die völlig reorganisiert werden mußte. Bisher hatten alle führenden Staatsposten im Lande Tschechen innegehabt. Zahlreiche Staatsbeamte und Offiziere wurden gewechselt.
Regierung und Parlament arbeiteten pausenlos an ihren großen Aufgaben. Eine Reihe von Gesetzen gab der weiteren Entwicklung den Rahmen. Wichttg war vor allem die neue Verfassung, die außer dem Staatspräsidenten, der Regierung unö dem Parlament sechs Stände und einen Staatsrat vorsieht. Die Organisierung der Stände läuft im Augenblick bereits, ebenso steht die Bildung des Staatsrates bevor, in dem die staatsbildenden Jn- stitMonen (Parteien, Stände, Parlament und Regierung) vertreten sein werden.
Bei diesem während einer Zeit von zwölf Monaten sich vollziehenden rastlosen Umbruch und Aufbau hat besonders auch die Deutsche Volksgruppe — die sich nun endlich frei und offen zum Nattonalsozialismus bekennen durfte — mitgetan. Sie ist Brücke gewesen zum großen deutschen Mutte rvolk und steht auch heute, dem deutschen Vorbild lebend, geschlossen auf Dorpoftenstellung in diesem Raum.
Während die Aufbauarbeit ungestört weiterging, hat der junge Staat eine Bewährungsprobe bestanden. Der polnische Feldzug stellte die slowakische Armee an die Seite der siegreich marschierenden deutschen Wehrmacht, es galt, altes Unrecht gutzumachen. Und so wurde Die slowakisch- deutsche Frontkameradschaft besiegelt, die nicht nur dazu beitrug, beide Völker einander näherzubringen, sie brachte den Slowaken auch den von Polen okkupierten slowakischen Volksboden wieder.
Die Entwicklung des Landes geht vorwärts. Lächerlich find da Die Versuche einiger Emigranten in Paris und London, jener Herren des vergangenen Systems, die sich Hoffnungen auf eine neue „Tschecho-Slowakei" machen. Diese, wenn auch mit Ausdauer durch Den Aether getragene Propaganda des Westens hat im jungen Staat keinen Augenblick lang Boden gefunden. Die slowakische Nation nimmt heute Anteil an dem Kamps Des Deutschen Reiches gegen die westlichen Plutokratien. Deutschlands Sieg bedeutet für sie auch einen Sieg der slowakischen Sache.
Das slowakische Volk begeht heute auf würdige Weise Den ersten Jahrestag des Bestandes der
Slowakischen Republik. In ein Meer von Fahnen mit dem slowakischen Doppelkreuz aetaucht, neben Denen auch Die Hakenkreuzfahnen Der Volksdeutschen nicht fehlen, begehen Land und Bewohnerschaft freudig und selbstbewußt den Tag, diesen ersten Meilenstein am Wege in eine neue Zukunft.
Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag.
B er Hn, 12.2Närz. (DAV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe klärte über Ostsrankreich auf. Ein französisches Flugzeug vom Wüster potez 63 wurde durch Flakartillerie abgeschossen.
Staatsminister Or. Meißner 60 Jahre alt.
Der Ches der Präsidialkanzlei, Staatsminister Dr. Otto Meißner, begeht am Mittwoch, dem 13. März, seinen 60. Geburtstag. Dr. Meißner, 1880 in Bischofsweiler im Unterelsaß geboren, studierte in Straßburg und Berlin Rechtswissenschaften und trat 1901 in Den Justizdienst. 1908 trat er in den Verwaltungsdienst über und wurde 1911 Regierungsrat in Straßburg. Als Oberleutnant der Reserve leistete er Kriegsdienste im Infanterieregiment 136. Nach dem Waffenstillstands wurde Dr. Meißner in den Auswärtigen Dienst übernommen und im März 1919 Dem Büro des Reichspräsidenten zugeteilt. Dessen Chef er vorn 1. April 1920 an war. Nach Dem Ableben Hindenburgs und Der Vereinigung der beiden Funktionen des Reichsoberhauptes und des Reichskanzlers in der Person des Führers wurde Dr. Meißner mit der Leitung Der PräsiDial- kanzlei betraut und am 1. Dezember 1937 zum Staats Minister und Chef der Präsidialkanzlei des Führers ernannt. Am 18. Oktober 1938 erhielt Staatsminister Dr. Meißner das goldene Treudienstehrenzeichen, das ihm der Führer persönlich überreichte. Dr. Meißner, Der eine Reche von Werken über Staats» und Derwaltungsrecht geschrieben hat, ist Mitglied Der Akademie für deutsches Recht.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat dem Papst Pius XII. zum Krönungstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt
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König Leopold von Belgien besuchte die Brüsseler Frühjahrsmesse, auf der rund 30 Länder vertreten sind. Er nahm auch eine eingehende Besichtigung der amtlichen deutschen Abteilung vor, wo er von dem Reichskommis- sar Dr. Keim empfangen wurde. Der König zeigte besonderes Interesse für Den gläsernen Motor und die ausgestellten Edelsteine deutscher Fabrikation.
General P e n j a r'a n D a wurde mit überwältigender Mehrheit zum Staatspräsidenten Boliviens gewählt. Penjaranda ist, wie sein Vorgänger Oberst Busch, ein verdienter Offizier des Chaco-Krieges und trat besonders hervor durch Einleitung des Waffenstillstandes und Der Verhandlungen mit dem jetzigen Staatspräsidenten Paraguays, General Estigarribia.
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Der holländische Tankdampfer „E u 1 o t a" (6236 BRT.) der Petroleumgesellschaft La Corona, einer Tochtergesellschaft des Shell-Konzerns, ist auf dem Wege von Rotterdam nach durapao am Eingang, des Kanals auf eine Mine gela'ufen uno gesunken. Die Besatzung von 42 Mann konnte durch ein englisches Kriegsschiff gerettet werden.
Das englische Unterhaus wird feine Lebensdauer voraussichtlich um ein Jahr verlängern. Die Regierung wird einen entsprechenden Gesetzentwurf in Kürze vorlegen. Normalerweise wäre die Wahlperiode »Les Unterhauses im November dieses Jahres zi^^>e gegangen.
Die Verhandlungen über eine Koalitionsregierung in Australien haben zum Erfolg geführt. Der Führer der Landpartei, Cameron, wird in der neuen Regierung stellvertretender Ministerpräsident. Die Landpartei wird fünf Sitze im Kabinett erhalten.
Das neue türkisch-griechische Handels- Übereinkommen ist unterzeichnet worden.
geblich ist. Das einzige, was helfen könnte, find zwei Wochen für den Kessel und einige Kesselreiniger im Bauch!
Der Lehnerhaas nimmt die große Schippe und reißt die Feuertür auf. Eine lodernde Glut verwandelt seinen nackten Oberkörper in Bronze. Wie die Muskel spielen beim Schwung der Schippe, wie Der Schweiß in schwarzen Bächen über Gesicht und Körper rinnt! Der Heizer schippt und schippt, es ist eine große Glut in Der Feuerung. Das Dampfstrahl- gebläse zischt, Lehnerhaas winkt mit hem Kopf nach Der Feuerung: „Ist Das ein Feuer, oder nicht?" ruft er dem Maschinisten zu. Dill antwortet nicht. Ein böser Trotz steckt in ihm. Er lacht.
Dem Heizer ist es wie ein Hohn. Wenn er den andern jetzt an die Wand drücken könnte, so mit beiden Fäusten!
Freilich, bei Lydia ist Der Dill stark im Vorteil. Die Hände finD nicht so Dreckig, seine Bewegungen geschmeidig, und mit dem Mund ist er wohl auch ein bißchen besser weggekommen. „Was stehste hier herum", knurrt Der Lehnerhaas. Aber Der Dill lacht wieder, und sein Blick ist noch immer bei den Manometern. „Das rührt und regt sich nicht da oben", stichelt er.
„Kannst du es ändern?"
„Ich will sehen", bemerkt der Maschinist mit einer beißenden Ruhe. Er ergreift eine Leiter, lehnt sie an die Kesselwand und klettert hinaus, dicht beim Wasserstandsglas vorbei. Lehnerhaas hat einen d-er- ben Fluch auf Der Zunge. Aber Der erstickt in einem zischenden Knall. Im Augenblick steht das Kesselhaus unter Dampf. Dann kommt Bewegung in ihn. Mit Blitzesschnelle tastet sich sein Körper durch die üschenhe, heiße Wand. Jetzt erreicht er die Leiter. Am Boden liegt Dill und windet sich wie ein Wurm. Der Heizer erklimmt Die Leiter, ein kochender Wasserstrahl peitscht ihm über Den Leib. Er schreit auf vor Schmerz. Ein Schwindel will ihn packen, doch schon erreicht seine Hand Den Sicherheitshahn des Wasserstandglases. Mit letzter, verzweifelter Kraft drückt er ihn herum. Das Zischen verstummt ...
Langsam taumelt der Heizer die Letter herunter. Seine Verbrühungen sind schwer. Aber mit kräftigem Arm packt er den am Boden liegenden Dill und schleift ihn hinaus aus dem Kesselhaus auf eine Dank. Dann legt er sich selbst lang auf Die Erde und brüllt, brüllt vor Schmerz. —
In der Sanitätsstube liegen sie nebeneinander, der Lehnerhaas und der Dill, Sie liegen da mrd
stieren mit gläsernen Augen nach Der Decke. Der Sanitäter sitzt mit im Raume. Wie aus weiter Ferne klingt das Getriebe der Fabrik.
Eine weiche, weiße Stille, denkt der Lehnerhaas in kurzen, schmerzhaften Besinnungsaugenblicken. Er wendet dem andern die Auaen ein wenig zu.
Er hat mich rausgeschleppt, denkt Dill. Er wendet den Kopf, nur ein winziges Stück, wie es Die Umstände erlauben.
Die Blicke begegnen sich; sie sind wie ein vergebendes, abbittendes Lächeln. Dann gehen sie wieder der Decke zu. — Es ist alles gut, alles vergessen. Vielleicht sogar Die Sache mit Lydia.
Sie haben vom Arzt eine Injektion bekommen. Die Augenlider werden schwer. Die weiche, weiße Stille hot sie in einen wohltuenden Schlaf gehüllt.
©er Entdecker
des tierischen Magnetismus.
Zum 125. Todestag Franz Mesmers.
Zu Iznang am Bodensee wurde Franz Anton Mesmer am 23. Mai 1733 geboren und von seiner frommen Mutter zum Studium der Theologie be- stimmt. Schon als Knabe hatte sich Mesmer lebhaft mit Sternkunde befaßt und widmete sich später in Wien ausschließlich medizinischen und naturwissenschaftlichen Studien. 1766 promovierte er dort mit Der Arbeit „De influxu planetarum in corpus humanum“ (lieber den Einfluß Der Planeten auf den menschlichen Körper). Seit Dem Jahre 1771 begann er mit seinem Freunde Hell Die heilende Kraft Des Mineralmagnets genauer zu untersuchen und kam Dabei zu der Annahme, daß im Körper Der Menschen und Tiere eine ähnliche Kraft vorhanden sei, die er „tierischen Magnetismus" nannte. Da er mit einer so ungewöhnlichen Entdeckung zu seiner Zeit nicht gleich hervortteten durste, legte er seine Ansichten nieder in einem „Schreiben an einen auswärtigen Arzt über Den Magnetismus", das 1775 in Wien erschien. Kurz Darauf wurde er vom Kurfürsten von Bayern als Mitglied Der Akademie nach München berufen, kehrte jedoch nach nicht allzu langer Zeit wieder nach Wien zurück, das ihm zweite Heimat geworden war.
Mit der Zeit fanden sich Nörgler und Neider, die mißgünstig das „lun und Treiben des höchst merk
würdigen Doctors der Arzneygelährtheit" verfolgten. Gerüchte tauchten auf, Mesmer wolle ein blindes Mädchen sehend gemacht haben, er müsse mit Hexen im Bunde stehen, wenn nicht gar mit Dem Leibhaftigen selbst usw. Um dem zu entgehen, begab sich Mesmer auf längere Auslandsreisen; doch auch hier verfolgten ihn Die Gerüchte, die in Wien breitgetreten wurden und ihm Ungeheuerliches unterschoben. Nichtsdestoweniger arbeitete Mesmer feine Erkenntnisse weiter aus und sprach nur in kleinem Freundeskreise davon.
Zu den wenigen Getreuen, die er immer noch besaß, gehörte die Familie Mozart. Mesmer war sehr kunstliebend und hatte eine besondere Vor- liebe für Musik. Als der zwölfjährige Mozart von seinen Triumphreisen zum Dritten Mal nach Wien kam unD von Josef II. beauftragt wurde, eine kleine Oper zu schreiben, schrieb der Knabe in kurzer Zeit über 500 Seiten hin; als die Aufführung her- annahte, wußten Neider und Intriganten diese zu hindern, da sie das Genie des „kleinen Zauberers" ahnten und fürchteten. Hierauf gab Mesmer Dem sehr enttäuschten Wolfgang den Auftrag eines Singspiels für sein Gartentheater. So entstand ge- wissermaßen die erste deutsche Spieloper „Bastien und Bastienne", die Mozart selbst dirigiert haben soll. Die Familie Mozart stand seitdem in freundschaftlichen Beziehungen zu dem viel angefeinheten Doctor Mesmer und bewunderte die geheimnisvolle Kratt, die dieser Arzt, wie Vater Mozart schrieb, „über die Menschen ausübt, bei denen Der Nerven sc-, ft in einiger Unordnung ist".
Mesmers Spezial-Instrument war die „GlL- fer-Maschine", auf der durch ein Pedal gläserne Glocken in Umdrehung versetzt und mit wasserbenetzten Fingerspitzen gesttichen werden; diese Sphärenmusik diente ihm selbst als Musik in freien Stunden, aber auch als ärztliches Instrument, und zwar,^ur Beruhigung allzu aufgeregter Gemüter". Spater hat Mozart sicher an den väterlichen Freund gedacht, als er den Hokuspokuskundigen, den Zau- berer Cola schuf.
Mesmer machte noch viele Versuche in Wien, erweiterte feine Schriften, und sowohl sein Sprech- zimmer wie auch seine „Musikstube" waren Mittelpunkte des kulturellen Wiens. Am 5. März 1815 starb er in Meersburg. Seine Entdeckung lebt wei- ter in der Wissenschaft als Mesmerismus und ist me Grundlage vieler neuer Forschungen geworden.
Hani Walther


