Ausgabe 
13.2.1940
 
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Oie Wehrmannschasten im Landkreis Gießen.

Die SA.-Standarte 116 hat die Erfassung der Wehrmannschaften im Landkreis Gießen zur vor­militärischen Ausbildung nunmehr abgeschlossen. Ins­gesamt kommen im Landkreis Gießen für diese Auf­gabe rund 7800 Mann in Betracht, die den einzelnen Stürmen zugeteilt wurden. Die Erfassung der für die gleiche Arbeit in Betracht kommenden Männer im Stadtkreis Gießen wird in Kürze ebenfalls durch­geführt werden. Die vormilitärische Ausbildung er­streckt sich auf alle ungedienten Männer vom 18. bis 45. Lebensjahre, ausgenommen die Politischen Leiter (darunter fallen nicht die Amtswalter der NSV. und der DAF.) sowie alle Angehörigen der Gliederungen der Partei, also SA., jf, NSKK. und NSFK. Der Aufruf dieser Mannschaften erfolgt von amtlicher Seite.

Von der Universität Gießen.

Ernannt wurde zum außerplanmäßigen Professor der nichtbeamtete außerordentliche Professor in der Theologischen Fakultät der Universität Gießen Lic. theol. August Dell.

Zur Behebung von Einkaufsbeschwerden.

Heutzutage sind Schwierigkeiten und Mißverständ­nisse beim Einkauf naheliegend und oft sogar unver­meidlich. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist zwischen dem Deutschen Frauenwerk und der Wirtschafts­gruppe Einzelhandel vereinbart worden, daß Wün­sche, Beschwerden oder Anregungen, die aus dem Einkauf entstehen, von den Hausfrauen der Orts­abteilungsleiterinVolkswirtschaft-Hauswirtschaft" des Deutschen Frauenwerkes und von den Kaufleuten der Ortsstelle bzw. dem Amtsträger der Wirtfchafts- gruppe Einzelhandel gemeldet werden. Die Vertreter beider Organisationen werden diese Fragen gemein- fchaftlich bearbeiten, für Aufklärung und Richtigstel­lung sorgen und gegebenenfalls im Benehmen mit den zuständigen Stellen klären. Wenn Hausfrauen und Kaufleute sich dieses Weges bedienen, haben sie zugleich die Gewähr für eine wirklich verständnis­volle Bearbeitung ihrer Anliegen. Die vereinbarte Maßnahme soll verhindern, daß das gute Ver­trauensverhältnis zwischen Kaufmann und Kunden durch mißliche Einzelfälle gestört wird, die in un­mittelbarer Zusammenarbeit der betreuenden Organi­sationen meist ohne weiteres bereinigt werden könnten.

Monatsmuflerung der Marine-Kameradschast Gießen.

Die Angehörigen der Marine-Kameradschaft Gie­ßen trafen sich am Sonntagvormittag im Marine­bootshaus an der Lahn zur Monatsmusterung für Februar. Kameradschaftsführer L i ch gedachte ein­gangs der verstorbenen Kameraden Friedrich Groh (Atzbach) und des fördernden Mitgliedes Volpert Biermann (Gießen). Die Marine-Kameradschaft war bei den Trauerfeiern durch eine Abordnung ver­treten. Ein stilles Gedenken wurde den verstorbenen

Kameraden gewidmet. Aus neuesten Bundesbesehlen wurden wichtige Abschnitte bekanntgegeben. 11. a. wurde mitgeteilt, daß in aller Kürze vom NS.- Marinebund wieder einige Filmstreifen zur Verfü­gung gestellt werden, u. a.Empfang des Kapitän­leutnants Prien",Heimkehr der Bremen",U-Boote auf Fernfahrt, die im Kameradschaftsheim gezeigt werden sollen. Bei Besprechung interner Angelegen­heiten wurde die Jahreshauptmusterung für den Monat März festgelegt. Nach Besprechung der jüng­sten Erfolge der Kriegsmarine und nachdem einige Kameraden frühere Erlebnisse auf ihren Reisen bei der Marine mitgeteilt hatten, wurde die Monats­musterung geschlossen.

Kameradschaff

des ehem. £33. 116 Gießen

Die Kameradschaft L.-J.-R. 116 hielt Samstag bei Kamerad Rupp, Bahnhofstraße, ihre Monats­versammlung ab. Kameradschaftsführer Rudolf Schneider begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden, berichtete über die Ereignisse der letz­ten Zeit und betonte vor allem, daß die alten

* Friedberg, 12. Febr. In einer außerordent­lich gut besuchten Versammlung fanden sich gestern die örtsbauernführer, Bürgermeister und die Orts­gruppenleiter aus dem Kreise Wetterau der NSDAP., insbesondere aus dem politischen Kreis Friedberg ein, um in großer zusammenfassender Schau die Arbeit, die während des Krieges auf dem Acker, in den Ställen usw. zu leisten ist, zu um­reißen und die Fülle der Verantwortung darzustel­len, die heute vom Bauern als dem Ernährer des deutschen Volkes zu tragen ist. Die ungemein reich­haltige und anregend verlaufene Tagung fand im Saal des Hotels Trapp statt.

Kreisbauernführer Oft Friedberg hieß die Teilnehmer willkommen: insbesondere be­grüßte er u. a. den Hoheitsträger des Kreises Wet­terau der NSDAP., Kreisleiter Backhaus (Gießen), den Kommandeur des Wehrbezirkskom­mandos Friedberg, Oberst Walter, den Verbin­dungsoffizier zwischen Wehrbezirkskommando und Kreisbauernschaft, Leutnant Reif, ferner die Ver­treter der Landesbauernschaft. Der Kreisbauernfüh­rer betonte dann, daß auch von der Bauernschaft alles zu tun fei, um diesen Krieg siegreich zu gestal­ten. Ortsbauernführer, Bürgermeister und Ortsgrup­penleiter seien berufen, auf wichtigem Kampf­abschnitt mitzuarbeiten. Sie alle seien verantwort­lich für ihren Arbeitsbereich.

Hauptabteilungsleiter II, Gcharch, Frankfurt a. M.

sprach als erster Redner überDie Durchführung der Kriegserzeugungsschlacht". Aus reichem Wissen gab er eine Fülle von Anregungen. Er betonte zu­nächst, daß es nicht darum gehe, neue Methoden

Krieger von 191418 jetzt erst recht die Reihen schließen müssen, um den jungen Soldaten des Großdeutschen Reiches Wolf Hitlers zu beweisen, daß Frontkameradschaft die höchste und erstrebens­werteste Form der Gemeinschaft unter deutschen Männern ist. Er verlas dann Briefe von Söhnen der Landwehrkameradschaft im Felde, die für Weih­nachtspakete- und Grüße ihren Dank abstatteten, aus denen hervorging, daß die Söhne im Geiste der Väter bereit sind, für Volk und Vaterland bis zum Letzten einzustehen. Alsdann wies Kamerad Schneider mit Nachdruck darauf hin, daß jeder einzelne von uns bereit fein muß, die Aufgaben, die der Reichskriegerbund uns. stellt, willig und gern zu erfüllen. Vor allem wünschte er rege Be­teiligung an den Schießübungen, die für alte Sol­daten eine Freude sein sollten. Zum Schluß sprach er Kamerad Herm. Welcker herzliche Glück­wünsche zum 60. Geburtstag aus. Mit dem Gruß an den Führer schloß Schneider die anregend ver­laufene Versammlung. Erwähnt fei noch, daß Kamerad Rupp sich den Dank aller Teilnehmer gesichert hat durch die vorzügliche Vorbereitung des Abends. H.

einzuführen. Wichtig fei, die bisherigen Leistungen zu halten und möglichst noch zu steigern. Die Pro­duktion von Fett müsse noch gesteigert werden. Be­sonders zu berücksichtigen sei verstärkter Rapsanbau. Der Raps liefere das meiste Del. Der Anbau sei bei einem Preis von 40 RM. für den Doppelzentner wirtschaftlich. Gefordert werde ferner vermehrter Hackfruchtanbau. Sowohl der Ertrag an guten Speisekartoffeln, als auch verstärkter Anbau von Zuckerrüben sei erwünscht. Auch der Feldgemüse­anbau solle eine Steigerung erfahren, allerdings nur in den ländlichen Betrieben, die Erfahrung im Feldgemüseanbau haben. Dem Flachsanbau müsse ebenfalls alle Aufmerksamkeit bewahrt werden. Zu bevorzugen fei eine geschlossene Anbaufläche der ganzen Dorfgemeinschaft.

Der Redner forderte weiter auf, nur hochwertiges und vor allem gereinigtes Saatgut zu verwenden. Zur Versorgung mit Saatkartoffeln müsse der Bauer sich zunächst aus eigenen Beständen Saat­gut sichern. Für die Feldbestellung regte der Red­ner verstärkten Einsatz der Kühe an. lieber alle kleinliche und egoistische Bedenken hinweg sei die Nachbarschaftshilfe eine unabdingbare For­derung der Gegenwart. Die Düngung müsse in die­sem Jahre besonders sorgfältig erfolgen, um jegliche Verschwendung zu vermeiden. Billige Bodenunter­suchungen vermitteln einen genauen Eindruck vom Ernährungszustand des Bodens.

Der Redner sprach dann über die Forderungen an die Tierhaltung in der Gegenwart. Er regte besonders die Steigerung der Erzeugung wirtschafts­eigenen Futters an. Es dürfe nicht mehr Vieh ge­halten werden, als die Futtergrundlage zulaffe. Die Haltung leistungsfähiger Tiere sei eine selbstver­ständliche Forderung. Beste Faseltiere seien allent­halben vorhanden. Die Geflügelbestände gelte es zu

verjüngen. Auch der Kleinbetrieb müsse mög­licherweise über die Nachbarschaftshilfe mit der Maschine arbeiten.

Eine umfassende Wirtschaftsberatung erfolge durch die Landwirtschaftsschulen. Der Berufsausbil­dung sei alle Beachtung zu schenken. Der Land­arbeiterstamm müsse neu gebildet werden. Die Aus­bildung von Lehrlingen dürfe nur in besten Betrie­ben erfolgen. Abschließend betonte der Redner, daß die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren außerordentliches geleistet I)abe.. Die Bauernschaft wisse auch, worum es gegenwärtig gehe. Er sei der festen Zuversicht, daß der Bauer den Führer nicht enttäuschen werde.

Landesobmann Weintz

sprach anschließend über unsere ernährungspolitische Lage und in vielen Einzelheiten über die Bedeu­tung und Systematik der Marktordnung. Er betonte, daß' unser Brot gesichert, die Vorratslage günstig, die Buttererzeugung durch die Einschränkung des Frischmilchverbrauches außerordentlich gestiegen sei und die bisherige Butterrationierung sich ausgezeich­net bewährt habe. In längeren Darlegungen be­schäftigte sich der Redner dann mit der Frage der Selbstversorgung der Landwirtschaft und betonte, daß auch auf diesem Gebiete alles in Ordnung sei. Er verlangte aber von den Ortsbauernführern, Bür­germeistern und Ortsgruppenleitern, daß sie sich ihrer Pflichten, insbesondere bei der Genehmigung von Hausschlachtungen, klar bewußt sein mühten.

Kreisleiter Backhaus

wies dann in einer Ansprache darauf hin, daß zwi­schen Ortsgruppenleiter, Bürgermeister und Orts­bauernführer engste Zusammenarbeit gepflegt wer­den müsse. Wichtige Entscheidungen innerhalb der Gemeinde müßten immer gemeinsam getroffen wer­den. Von ihnen allen werde klarste Haltupg erwar­tet. Jeder müsse für all das, was er tue, einstehen. Der Hoheitsträger der Partei müsse in jedem Falle vorbildlich für die Volksgenossen fein und dement­sprechend handeln. Er ermahnte ferner, jeglicher Schwatzhaftigkeit entgegenzutreten und forderte auf, überall die gerechte Verteilung der Kohlen ficher- zuftellen, von großen Familienfeiern mit erheblichen Aufwänden abzusehen und bat, die vormilitärische Ausbildung in der SA. nach Kräften zu fördern. Mit einem umfassenden Ueberblick über die gegen­wärtige politische Sage, mit der klaren Darstellung des gegenwärtigen Machtkampfes zwischen dem Ju­dentum und den autoritären Staaten und mit dem Ausdruck der Siegeszuversicht für unser deutsches Volk unter feinem Führer Adolf Hitler, schloß der Kreisleiter feine Ansprache.

Es fand dann noch über verschiedene Fragen eine rege Aussprache statt, an der sich viele Derfamm- lungsteilnehmer beteiligten. In Einmütigkeit und in der Geschlossenheit des Willens, daß jeder auf feinem Platze verantwortungsfreudig seine Pflicht tun werde, fand die Versammlung mit dem Gruß an den Führer ihren Abschluß.

Schweinemarkl in Butzbach.

* Butzbach, 13. Februar. Auf dem heutigen Schweinemarkt kosteten bis 9 Wochen alte Ferkel bis zu 16 RM. Es verblieb geringer Ueberstand.

Der dauer in verantwortungsvollem Dienst.

Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.

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Georg Eberspacher

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im Alter von 64 Jahren zu sich zu nehmen.

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Elisabeth Eberspacher nebst Angehörigen,

Gießen, München, Frankenbach, Wilsbach, 12. Februar 1940.

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