Ausgabe 
13.2.1940
 
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Soldaten und Arbeiter kämpsen nebeneinander.

Neichsminister Seldte über die Probleme des Arbeitseinsatzes im totalen Kriege.

Berlin, 12. Februar. (DNB.) Reichsminister Seldte führte im Rundfunk über die Bedeutung und Erfolge des richtigen Arbeitseinsatzes aus: Der bis­herige Kriegsverlauf hat uns allen die Ueberzeugung gegeben, daß ein vorausschauendes, ökonomisch rich­tiges Haushalten mit den Arbeitskräften und ihr richtiger Einsatz g e s i ch e rt ist. Im August 1939 kannten war keine Arbeitslosigkeit mehr. Der Ueber- gang von der Friedens- auf die Kriegswirtschaft hat im September 1939 zur Umschichtung von vielen Tausenden Arbeitskräften geführt; trotzdem war er nicht mit nennenswerten Betriebsstillegun­gen und großer Arbeitslosigkeit verbunden. Die frei­gewordenen Arbeitskräfte konnten in kürzester Frist in andere Arbeit vermittelt werden. Im ganzen Reich zählten wir im Dezember 1939 nur 138 000 Arbeitslose, davon waren lediglich 18 000 voll einsatzfähig. Es kann kein Zweifel dar-

Der Wohnungsbau im Kriege

Die Erfahrungen des Weltkrieges haben zu einer veränderten Einstellung gegenüber dem Wohnungs­bau im Rahmen der Kriegswirtschaft geführt. Ueber die Maßnahmen zur Fortsetzung des Wohnungs­baues berichtet Reichsarbeitsminister Seldte in Siedlung und Wirtschaft". Selbstverständlich muß sich auch der Wohnungsbau den Erfordernissen der Kriegführung anpassen. Die Erfahrungen haben aber gezeigt, daß wirtschaftliche Höchstleistungen der Betriebe auch von der Lösung der Wohnungsfrage für die arbeitenden Volksgenossen abhängig sind. Ein Teil der in den Kreisbetrieben eingesetzten Arbeitskräfte wird behelfsmäßig untergebracht wer- den müssen. Wo es irgend angängig ist, sollen aber Dauerwohnung en geschaffen werden, und zwar in Form von V o l k s w o h n u n g e n. Eine weitere bedeutsame Aufgabe ist es, die zahl­losen angefangenen Wohnbauten des zivilen Sektors fertigzustellen. Im Welt­kriege überließ man diese Bauten ihrem Schicksal und vergeudete nicht nur große volkswirtschaft­liche Werte, sondern legte auch die Grundlagen für die spätere Wohnungsnot. Deshalb wurde davon abgesehen, eine Stillegung der bei Kriegsausbruch im Bau befindlichen etwa 200 000 Wohnbauten her­beizuführen. Vielmehr wurde den Bauherren die

rantieangebot nach dem Muster der berüch­tigten englischen Garantie für Polen gemacht. Be­ginnen wir bei dem zweiten Punkt! Der Ton liegt natürlich auf dem Beiwort:formal e" Garan­tie. Wenn eine Großmacht einen kleinen oder mitt­leren Staat garantiert, so ist selbstverständliche Vor­aussetzung dafür, daß der garantierte Staat sich im Rahmen der politischen Zwecksetzung des Ga­ranten bewegt. England hat nach der Erklärung von Koht auch tatsächlich einen solchenunsittlichen An­trag" den Norwegern gemacht, nur geschah das nicht auf offiziellem Wege in Form einer gesiegel­ten und verbrieften (formalen") Garantie, sondern in der Art, wie die meisten unsittlichen Anträge ge­macht werden, nämlich ganz still und heim- l i ch.

Wenn Norwegen wie mancher andere neutrale Staat durch die englische Blockade beachtliche Men­schenverluste zu erleiden hatte, so kann auch das auf­richtigste Mitgefühl die bestimmte Feststellung nicht verhindern, daß es die Neutralen nicht einmal zu einem geschlossenen und nachhaltigen Einspruch in London gebracht haben. Sowjetrußland hat die Uebergriffe der englischen Blockade abgelehnt. Ja­pan hat nachdrücklichsten Einspruch erhoben und Wiedergutmachung verlangt. Die kleineren neutra­len Staaten haben es mit Papierprotesten bewen­den lassen und nicht einmal in ihrem engeren geo- araphischen Bezirk, also etwa im skandinavischen Raum eine einheitliche Linie auf Einzelgebieten, wie z. B. der Wirtschaftspolitik, eingehalten ... ge­schweige denn, daß sie die echte Freiheit der Meere verteidigt und sich gegen den infamen Hungerkrieg der Engländer aufgelehnt hätten.

Vielleicht ist die Eigenständigkeit der Balkan» länder gegenüber den englisch-französischen Be- einflussungsversuchen sogar stärker als die Hollands oder der skandinavischen Länder. Und auch in der Südostecke drohen Engländer und Franzosen ge­meinsam mit demdicken Stock". Dort wird der ,Zicke Stock" repräsentiert durch die Orientarmee des Generals Weng and. Diese Orientarmee existiert auch, und ihr Treiben ist einer kritischen Beachtung wert. Allein, wenn ihre Stärke bald auf 500 000 und bald auf eine Million und dann wiederum auf zwei Millionen angegeben wird, so kann dieser Zahlenrausch einem wissenden Beobachter nur ein leichtes Lächeln abnötigen. Syrien' ist nicht gerade ein Land großer Fruchtbarkeit. Es ist doppelt so groß wie Bayern, aber nur 13 v. H. dieser Land­fläche werden landwirtschaftlich irgendwie genutzt und sei es auch nur als Weideland für die Ziegen. Die Speisekarte für die Hotels in Damaskus oder Aleppo ist nicht sehr üppig. Zum Mittag gibt es ein mageres Brathuhn und am Abend gibt es Hühner- frikassee und so weiter jeglichen Tag, den Gott werden läßt. Die Franzosen und Engländer haben wirklich genug Schiffsraumsorgen, als daß sie auch noch zwei Millionen Mann in der kärglichen syri­schen Steppe ausrüsten und unterhalten könnten. Daher imponieren auch ihre schillernden Seifen­blasen von dieser angeblich riesigen Armee täglich weniger.

Der letzte Besuch Weygands und seines englischen Kollegen in der Türkei stand schon im Verdacht, daß bei dieser Gelegenheit den Türken ein englisch-fran­zösisches Korsett zur Erzielung guter politischer Körperhaltung angelegt werden soll. Und in Rumä­nien wird ganz offen an die 200 Millionen Gold­mark Schaden erinnert, der dadurch entstand, daß Ingenieure des Secret Service im Weltkrieg die rumänischen Erdölsonden verrammelten. Der dicke Stock der syrischen Armee verfehlt also etwas die Wirkung. Und ansonsten ist es genau so wie in der Schule, daß die erzieherische Wirkung des Rohr­stocks in einem geraden Verhältnis zu der Angst steht, die der Schiller hat. Wenn also alle Neutralen sbstt der üblichen Heulmeierei etwas Zivil­courage an den Tag legten, so würden sie sich wundern, wie gut ihnen das selbst anschlägt.

Dr. Ho.

Vom finnischen Kriegsschauplatz.

Helsinki, 12. Februar. (DNB.) Die russischen Angriffe auf der Karelischen Landenge sollen nach dem finnischen Heeresbericht am stärksten auf «inen der finnischen Stützpunkte westlich von Suma und auf die finnischen Stellungen bei Taipale gerichtet sein. Es soll den finnischen Truppen ge­lungen sein, alle Angriffe durch heftige Artillerie­tätigkeit zurückzuschlagen. Auch nordostwärts des Ladoga-Sees in den Pitkäranta-Schären sowie bei Aitojoki hätten die finnischen Truppen Erfolge zu

verzeichnen gehabt. Don der russischen Luftwaffe sei bei niedrig liegender Wolkendecke W i b o r g bombardiert worden. Die Russen hätten zwei Flugzeuge verloren. Das Kommunique des Lenin­grader Militärbezirks meldet: Im Verlauf von Iw fanteriekämpfen feien die Finnen zurückgeschlagen worden, Truppen der Sowjetvorhut hätten 16 Der- teidigungsstellungen, darunter acht betonierte Forts mit Artillerieausrüstung besetzt.

Sozialismus wie ihn Frankreich aufsaßt. Brüssel, 12. Februar. (Europapreß.) Der deutsche Soldat tut in diesen Tagen gern und freu­dig sein« Pflicht, denn er weiß, daß er sich um den Unterhalt und die Fürsorge für seine Ange­hörigen in der Heimat keine Gedanken zu machen braucht. Der deutsche Staat sorgt in wahrhaft groß­zügiger Weise dafür. Ganz anders ist es darum in Frankreich bestellt, denn di« Angehörigen der Poilus kennen das alles nicht. Es ist begreiflich, daß diese Verhältnisse zu immer größerer Unzufrie­denheit unter den Betroffenen geführt haben. Um dieser nun wenigstens einigermaßen zu steuern, be­absichtigt man, nach französischen Blättermeldungen, ab 19. Februar durch die Einführung von Massenspeisungen für die Angehörigen der Soldaten zunächst einmal die Magenfrage etwas zu befriedigen. Gin wahrlich bescheidener Sozialis­mus in dem Land«, das die Menschenrechte in Erb­pacht genommen hat!

Die Zahl der Kriegsgewinnler und Preiswucherer nimmt in Frankreich ständig zu. So schreibt der .^Intransigeant", daß in der

über geben, daß uns auch die nächsten Kriegs­monate keine größere Arbeitslosigkeit bringen. Der deutsche Arbeiter und Angestellte kön­nen sich darauf verlassen, daß die Reichsregierung auch künftighin keine Arbeitskraft brachliegen läßt, sondern auf den Platz stellt, auf dem der Einsatz den größten Nutzen für Volk und Staat bringt. Ohne persönliche Opfer wird es allerdings dabei nicht abgehen: Soldaten und Arbeiter kämpfen nebeneinander! Beide stehen un­ter dem Gebot des totalen Krieges. Nur die Nation, die dieses Gebot am besten erfüllt, wird siegen. Aber ebenso wie der Staat vorbildlich seine Sol­daten und ihre Angehörigen betreut, ebenso wird er auch dafür sorgen, daß dem schaffenden Menschen die sozialpolitischen Errungenschaften, so weit nur irgend möglich, erhalten bleiben.

Möglichkeit belassen, diese Bauvorhaben zu be­endigen, falls nicht kriegswirtschaftliche Notwendig­keiten einen Abzug von Arbeitskräften erfordern, wobei den Behörden ausdrücklich die Schonung des- Wohnungsbaues zur Pflicht gemacht wurde. Es darf damit ger«chnet werden, daß im Jahre 1939 trotz des Krieges annähernd 2 0 0 0 0 0 Woh­nungen ferti g-gestellt worden sind. Wäh­rend nur kriegswichtige Bauvorhaben neu begonnen werden dürfen, ist dafür Sorge getragen worden, daß im Interesse des ortsansässigen Handwerks Bauvorhaben mit einer Gesamtbausumme bis zu 5000 RM. und wichtige Instandsetzungen zugelassen werden. Weiter wird die Bereitstellung ausreichen­der Finanzierungsmittel für die Teilung und den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen er­wogen. In diesem Rahmen wird «ine, wenn auch beschränkte Zahl von zivilen Wohnbauten auch künftig durchgeführt werden können. Hierbei wird es sich im wesentlichen um Bauvorhaben des so­zialen Wohnungsbaues handeln. Der Bau von Kleinsiedlungen, kleinen Eigenheimen und Volkswohnungen ist auch aus innerpolitischen Grün­den unerläßlich. Sondermaßnahmen sind eingeleitet für die aus dem Ausland rückgesiedelten Reichs­und Volksdeutschen.

Woche vom 2. bis 8. Februar allein in Paris 89 Verurteilungen zu empfindlichen Geld- und Gefäng­nisstrafen erfolgt seien. Nach dem gleichen Blatt wurden 15 Unternehmungen aufs neue zwangsweise geschlossen. Zur gleichen Zeit meldet der Preis- Überwachungsausschuß in seinem letzten Sitzungs­bericht, daß er «irre neue Liste von Preiswucherern den Gerichten eingereicht habe. Um einer endlosen Preissteigerung begegnen zu können, hat der natio­nale Preisiiberwa chungsausschuß Richtpreise für Konserven, Fleisch, Fische, Del, sanitär« Apparate, Möbel, Burstenwaren, Papiermaterial usw. festge­setzt.

Der Wehrmachtsbericht vom Montag.

Berlin, 12.Aebr. (DNB.) Das OSW. gibt be- komnl: keine besonderen Ereignisse.

Neuordnung des Kulturlebens im Protektorat.

Prag, 12. Febr. (Europapreß.) Der Reichs­protektor Freiherr von Neurath hat einen Deutschen Kulturring Böhmen und Mähren" geschaffen. Führende Künstler, Schrift- steller und Wissenschaftler sowie Persönlichkeiten der Dolkstumsarbeit und der Presse werden in ihn be­rufen. Weiter hat der Reichsprotektor einen nam­haften Bettag als Kulturpreis für hervor­ragende Leistungen zur Verfügung gestellt. Schließ­lich ist unter der Schirmherrschaft des Reichsprotek- tors dieDeutsche K u n st g e s e ll sch a ft" mit dem Sitz in Prag gegründet worden.

Kann man Moleküle sehen?

Don Professor Or. Adrian.

Die heute geltende wissenschaftliche Atomtheorie ist «in Gedankengebäude von ungeheurer Kühnheit, welches mehr und mehr zur wichtigsten Grundlage für Physik und Chemie geworden ist. Niemand hat bisher ein Atom sehen können, aber die Eigen­schaften, von denen seine Kräfte und Wirkungen abhänaen, hat man klar herausgearbeitet, so daß in unserer Zeit jeder Fachwissenschaftler von der Existenz der Atome ebenso überzeugt ist wie von der eines sichtbaren Körpers. Den Atomdurch­messer hat man auf Grund physikalischer Tatsachen berechnet und dafür den minimalen Wert von einem ihundertrnillionsten Zentimeter gefunden. Die Mög­lichkeit, eine solche Größe sichtbar zu machen, liegt zur Zeit noch in der Ferne.

Bekanntlich kommen die Atome meistens in Ver­bänden vor, die als Moleküle bezeichnet werden. Die meisten chemischen Elemente enthalten zwei Atome in Molekül, während die chemischen Ver­bindungen größere Atomzahlen aufweisen müssen. Die letzteren sind besonders groß bei den orga­nischen Verbindungen. Namentlich sind es die Hauptträger des organischen Lebens, nämlich die Eiweißmoleküle, die einen sehr zusammengesetzten Bau haben, wobei mit der recht großen Atomzahl natürlich eine entsprechend große Raumausdehnung des Moleküls verbunden ist. Aus der Bestimmung des Molekulgewichtes hat man erschließen können, daß bei manchen Eiweißarten die Moleküle aus etwa 5000 bis 6000 Atomen bestehen.

In den letzten Jahren haben nun Chemiker und Mediziner ihre besondere Aufmerksamkeit gewisien Stoffen zugewandt, die in sehr fein verteilter Form in den Dlutbahnen erkrankter Menschen und Tiere vorkommen. Es handelt sich dabei um ansteckende Krankheiten wie Pocken, Masern, Grippe, Kinder­lähmung Tollwut, auch Maul- und Klauenseuche. Bei diesen war es nicht gelungen, die Erreger in der Form von Bakterien durch das Mikroskop zu finden, wie Robert Koch dies zuerst für die Cholera getan hatte. Es mußte ein Stoff anderer Art sein, der hier seine verderbliche Wirkung ausübte. Man bezeichnete diesen zunächst noch unbekannten Stoff mit dem lateinischen WortVirus", welches Gift bedeutet. Demgemäß sprach man von Viruskrank- heiten im Gegensatz zu jenen ansteckenden Krank­

heiten, die durch Bakterien übertragen werden.

Als man herausgefunden hatte, daß der Giftstoff durch filtrieren abgesondert werden konnte, ging man an seine Untersuchung. Dabei ergab sich zu­nächst ein Molekülgewicht, welches noch ganz er­heblich über das der erwähnten Eiweißmoleküle hinausging. Hieraus war zu schließen, daß die Virusmoleküle besonders groß sein mußten. Dennoch wollte es nicht gelingen, sie als Einzelwesen in einem gewöhnlichen Mikroskop zu erblicken.

Man weiß schon lange, daß die Natur der Licht­wellen der mikroskopischen Vergrößerung eine ge­wisse Grenze gesetzt hat. Wollte man über diese hin- ausgehen, so konnten vielleicht Strahlen anderer Art als Hilfsmittel dienen. Versuche mit Röntgen­strahlen schlugen fehl. Doch wandte ein guter wissen­schaftlicher Instinkt sich bald den Elektronenstrahlen zu. In älteren Physikbüchern werden sie als Ka- thodenstrahlen bezeichnet. Mancher Leser wird sich wohl noch erinnern, im Unterricht Glasröhren mit verdünnten Gasen gesehen zu haben, die durch Ka- thodensttahlen zu herrlichen Leuchterscheinungen ge­führt wurden. Vielleicht erinnert er sich auch an Das Experiment, daß diese Strahlen von einem Magneten ab gelenkt werden. Es sind die Elemen­tarteilchen der negativen Elektrizität, die sogenann­ten Elektronen, die in geradlinigen Bahnen mit sehr großer Geschwidigkeit von der Kathode ausgehen.

Der Gedanke, diese Strahlen an Stelle der Licht­strahlen für Vergröherungszwecke zu verwenden, war durchaus richttg, aber es bedurfte in den letzten Jahren noch recht intensiver Arbeit, um ein für Forschungszwecke brauchbares Gerät zu schaffen. Wenn man ihm den NamenElektronen-Mikroskop" gegeben hat, so muß man doch wissen, daß es ganz anders aussieht wie ein gewöhnliches Mikroskop. Die Stelle dex Glaslinsen vertreten magnetische oder elektrische Felder, welche die Sttahlen zusammen­führen können, und das vergrößerte Bild wird auf einem Leuchtschirm gezeigt. Winzigst« Objekte und Objektteilchen, die nur wenige Millionstel Millimeter messen, vermag man auf dem Schirm zu erkennen. So konnten auch Virusmoleküle deutlich wahrge- iwmmen werden; sie waren bei verschiedenen Krank­heiten verschieden groß, hatten aber übereinstim­mend di« Form von dünnen Fäden, die sich mei­stens zu Ketten zusammenschlossen. Nunmehr ist die Möglichkeit gegeben, die Bedingungen genauer zu studieren, welche die Entwicklung von Krankheits­stoffen fördern oder hemmen können.

»Der ungetreue Eckehart.-

Dieser von M a r i s ch k a und Walter überaus flott und einfallsreich inszenierte Filmschwank gibt drei sehr verschieden gearteten Komikern Gelegen­heit, sich von ihrer besten Seite au zeigen. Den Vogel schießt dabei unstreitig Hans Moser ab, der als höchst biederer Schokoladenfabrikant schuldlos in die verfänglichsten Situationen gerät und mit griesgrämigem Gesicht und einem herrlichen Ge- muschel schließlich gar zum Mittelpunkt eines Theaterskandals zu werden droht, den aber die Geistesgegenwart seines angehenden Schwieger­sohnes Rudi Godden zu einer Pfundsreklame für die berühmte SchokoladenmarkeLiebesbriefe aus Bern macht. Dieser Rudi Godden hat es überhaupt faustdick hinter den Ohren. Er ist in Wahrheit das einzige räudige Schaf unter den Herren der Familie Fellner, aber feine gewandte Regie sorgt dafür, daß er immer im Hintergrund bleibt und andere für ihn leiden müssen. Dor allem der dritte im Bunde, Theo Lingen, ein Signier­ter Herr in mittleren Jahren mit dem vielsagenden NamenBleibtreu", kommt durch die Aventuren seines Kollegen Godden arg in die Patsche, aber schließlich und am Ende stellt sich auch seine weiße Weste als rein und fleckenlos heraus. Die drei dazu­gehörigen Damen sind Hedwig B l e i b t r e u, Curie Englisch und Ethel R e s ch k e. Ein sehr fesches Mädchen vom Variete, das die Ursache aller Ver­wicklungen ist, macht Else E l st e r , und Victor Janson ist ein ungeheuer massiver Amerikaner cholerischen Temperaments, dessen Auftteten die verschiedenen Knoten zu allseitiger Zufriedenheit löst.

Fr. W. Lange.

»Dos Neckt auf Liebe *

Im Gloria-Palast wird (nach dem Schau­spiel von F. K. FranchyDroni Marriter") in einer beachtenswerten Verfilmung eine bittersüße Liebes­geschichte gezeigt. Es ist das Schicksal einer armen Magd, der Droni, die chr Herz an den leichtfüßigen Vinzenz hängt, der sich aber ohne Rücksicht auf sie, mit der Tochter des Schloßherrn, der schönen Melanie verlvbt, ohne, daß sie, die Droni, fern und hoch oben auf der Alm, es erfährt. Das heißt sie erfährt es wohl aber erst einige Stunden vor der Hochzeit und aus anderem Munde. Der Gutsverwalter Förchinger sagt es ihr, der Mann, der si« wirklich liebt und sie nicht als Spielzeug des Leichtfußes wissen will. Bor der Hochzett im

Das neue Ostpreußen.

Der räumliche Umfang und damit die Sozial- ftruftur Ostpreußens hat sich geändert. Landwirt­schaftlich gute Böden und bedeutsame Jndustnege- biete im Westen der Provinz sind nach dem Weg- fall des polnischen Korridors wieder an West- preußen abgetreten worden Und auf der an- > deren Seite ist der Regierungsbezirk Z i ch e n a u zu Ostpreußen gekommen, der im rohen Umriß das Gebiet von der bisherigen Südgrenze der Provinz bis an die Weichsel umfaßt. Es handelt sich hier um ein recht stattliches Gebiet von 11 500 Quadratkilometer, das von über 700 000 Einwoh­nern bewohnt wird. Vergleichsweise sei gesagt, daß der frühere Freistaat Sachsen eine Fläche von nicht ganz 15 000 Quadratkilometer einnimmt, so daß also der neue RegierungsbezirkSüdostpreußen" mit Zichenau als Hauptstadt rund dreiviertel der Fläche des Freistaates Sachsens ausmacht. Die Bevölke­rungsdichte ist mit knapp 69 Einwohneim auf den Quadratkilometer recht dünn. Das Gebiet ist rein landwirtschaftlich. Zichenau wurde wegen seiner Lage zur Hauptstadt gewählt. Es zählt genau so wie das weiter östlich gelegene Ostrolenka 13 000 Einwohner, während Plock an der Weichsel 32 000 und Pultusk immerhin 15 000 Einwohner haben.

Der Gauleiter und Oberpräsident von Ostpreußen, Erich Koch, hat nun in einem Zeitungsgespräch einige sehr interessante Angaben über die gegen­wärtige und zukünftige Arbeit in dem neuen Re­gierungsbezirk Südostpreußen gemacht. Zunächst ein­mal mußten die Verkehrsmittel in Ordnung gebracht werden: von der Fernsprechleitung über die Eisenbahn bis zu den gänzlich vernachlässigten Straßen. Aehnliche Bedeutung wie die Sicherung des Verkehrs hatte sowohl wirtschaftlich wie unter dem Gesichtspunkte einer ordnungsgemäßen Ver­waltung der Ausbau des Lichtnetzes und die Bereit­stellung von Häusern und Räumen für die Be­hörden.

Der Boden des Regierungsbezirkes ist recht gut, worauf schon deutet, daß Zuckerrübe nb au sehr stark betrieben wird. Es wurden also auch die Zuckerfabriken wieder in Gang gesetzt, daneben aber auch Molkereien, Brennereien, Mühlen und ähn­liche landwirtschaftliche Verarbeitungsbetriebe. Nach Möglichkeit wird dafür gesorgt, daß Düngemit­tel herangeführt werden, da der Boden durch Raubbau sozusagenrechtschaffen" ausgesogen ist. Nun kommt aber eine Angabe, die mächtig auf­horchen läßt. Als vordringlichste Maßnahme wur­den fast 500 000 Zuchtschweine in dieses Ge­biet gebracht, was auf Lieferung von gut 2 Millio­nen Schweinen im nächsten Herbst hoffen läßt. In Südostpreußen wie in anderen neuen Ostgebieten wurden also Viehbestände aus dem Alt- reich eingesetzt, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil das polnische Vieh so elend gewesen ist, daß sich eine Emporzüchtung nicht lohnte. Hier entstehen also erhebliche Viehreseroen.

Oberpräsident Koch stellte dann in den Vorder­grund, daß Ostpreußen als der nordöslliche Eckpfeiler des Reiches bevölkerungspolitisch stark gemacht werden muß und daß der einseitige land­wirtschaftliche Charakter der Provinz durch gerne rb- lich-industtielle Durchsetzung in eine sinnvolle und organisch« Gemischtwirtschaft überführt wer­den muß.

Kleine politische Nachrichten.

Die in Deutsch-Ostafrika ansässigen 462 deutschen Volksgenossen, die von den Engländern des Landes verwiesen wurden und mit dem italienischen Damp­ferUrania" in Triest angekommen waren, trafen nun in Berchtesgaden ein. Omnibusse brach­ten die Heimkehrer zum Rückwandererheim der Aus- landsorganisation der NSDAP, in der Strub, wo sich bereits 159 Volksgenossen aus Kenya und Tanganyika befinden. Der Präsident des Deutschen Kolonialbundes, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, hieß in der festlich geschmückten Halle des Rückwandererheimes die heimgekehrten deutschen Volksgenossen herzlich in der Heimat willkommen.

*

Der Führer hat dem Schiffsbauingenieur Dr.-Jng. e. h. Hans T e ch e l in Hamburg-Großfiottbek aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres die Goethe-Medaille für Kunst- und Wissen­schaft verliehen.

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Schloß spitzt sich zwischen allen Beteiligten die Handlung hochdramatisch zu, Vinzenz ist bei einer Auseinaiwersetzung mit Förchinger in den Felsen abgestürzt, er stirbt und alles geht anders aus, als es am Anfang zu vermuten war.

Der Film, der sich vor der großartigen Szenerie der Bergwelt und zum Teil im Bereich einer welt­verlorenen Alm abspielt, ist zwar stark gefüllsbetont, in manchen Szenen fast etwas überladen, doch reich an Spannungen, reich an plastischen Schilderungen der Menschen in Schloß und Dorf, deren einige aller- dings in zwiespältig« Rollen gedrängt sind.

Die Darstellung fördert das Miterleben sehr. Dor allem Magda Schneider weiß als Droni bei aller Bescheidenheit des Ausdrucks allen Schmerz der unglücklich Verliebten glaubhaft zu machen. Viktor Staat trägt die schwierige Roll« des Mannes zwischen den beiden Frauen. Anne­lies« Uhlig verkörpert die liebreizend« Tochter des Schlvßherrn. Dem Staatsschauspieler Paül Wegener begegnet man als Schloß Herrn von Saturn in einer Rolle, die ihm viele Möglichkeiten gibt, sein reiches darstellerisches Können zu bewei­sen. Eine kraftvolle und sympathische Figur zeichnet Rolf W a ncka mit dem Gutsverwalter Förchinger, dem aufrichtigen Freund der Droni. Der jugend­liche Claus Detlef S i e r ck weiß sich in der Rolle des jungen Salurn erstaunlich sicher zu bewegen. Die Regie führt Joe Stöckel. Diele begeisternd schöne Bilder verstärken den guten Gesamteindruck.

H. L. Neuner.

Zeitscknffen.

,Zllustrirte Zeitung", Leipzig, vom 8. Februar, bringt einen AufsatzBritannien con­tra Europa", er zeigt an Hand graphischer Dar­stellungen, in welch weitgehendem Maße England den Staaten des kontinentalen Europas ftemd ge­worden ift Marinemaler Walter Zeeden berichtet auf den folgenden Seiten in Bild und Text über die schwierige und verantwortungsvolle Arbeit un­serer Dorpostenboote. Ein BeitragDeutsche For­scher in der Antarktis" bringt Text und Aufnah­men von der deutschen Antarktischen Expedition 1938/39. In Farbaufnahmen wird das Entstehen eines Eisberges gezeigt. Dem großen Forscher Sven Hedin, der am 19. Februar o. I. seinen 75. Geburtstag begeht, ist ein Beitrag gewidmet mit Gemälden und Zeichnungen, di« Sven Hedin selbst geschaffen hat.

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