Ausgabe 
13.2.1940
 
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Ur. 57 Erstes Blati

Dienstag, 15. Zebruar MV

M. Jahrgang

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f Utter gänzlich aus gegangen wäre und es infolge der Blockade nicht unmöglich gewesen wäre, Kraftfutter einzuführen. Auch hier sieht man wieder, wie verhängnisvoll es sich auswirken kann, wenn ein Land völlig auf den Freihandel angewie­sen ist und diesem in jeder Weise freien Lauf läßt. Für den belgischen Bauern hatte es sich schon lange nicht mehr gelohnt, Futtermittel, die das Ausland zu billigsten Preisen anbot, selbst herzustellen.

Betrachtet man die Aufteilung der drei Millionen Hektar, die Belgien besitzt, und auf dem mehr als 8 Millionen Menschen gepfercht sind (1 300 000 Hek­tar bebaute Erde, 600 000 Hektar Wiesen und Obst-

Kopenhagen, 13. Febr. (Europapreß.) Nach zweitägigen Beratungen ist in Kopenhagen das erste Treffen skandinavischer Reeder seit Kriegsausbruch abgeschlossen worden. An dem Treffen nahmen neben den gewerblichen Interessengruppen der vier Staaten auch Vertreter der zuständigen Regierungsabteilun­gen teil. Anlaß der Besprechungen war die Lage, in die die Schiffahrt der skandinavischen Länder, in erster Linie die Dänemarks, Schwedens und Nor­wegens, seit fünf Monaten geraten ist. Dänemark verlor in dieser Zeit 16 Schiffe mit 43 170 Brt., Schwedens Schiffe mit 65 288 Brt. und Nor­me g e n 38 Schiffe mit rund 85 000 Brt. Man wollte aus diesem Grunde einen gemeinsamen Plan zur Sicherung der skandinavischen Seeschiffahrt (in erster Linie auf der Nordsee) ausarbeiten. So­weit man erfährt, ist es zu wesentlichen, konkreten Beschlüssen noch nicht gekommen, da die Regie­rungen bei allen wichtigen Schiffahrtsfragen ein ent­scheidendes Wort mitsprechen wollen und dies erst nach eingehender Prüfung der Konferenzthemen und Ergebnisse tun können.

solche Aktenstücke gewohnt sind, müßten bei der Durchsicht dieses Buches vor Grauen zurückschrecken. Die deutsche Gründlichkeit zeige sich auch hier, sowohl in den Referaten als auch in den photographischen Wiedergaben der unglücklichen Opfer. Keine Einzel­heiten fehlten. Das in dem Buch geschilderte Grauen kenne keine Grenzen. Die Echtheit dieses Dokumen­tenmaterials stehe außer jedem Zweifel. Es können schreckliche Dinge geschehen, wenn die primitivsten Leidenschaften eines Volkes aufgepeitscht würden, wie es in Polen der Fall gewesen sei. Auch die nor­wegische Presse unterstreicht, daß es sich um den größten organisierten Massenmord der neueren Ge­schichte handelt, und daß dieses politische Faktum auch die englische Garantiererklärung für den ehe­maligen polnischen Staat in einem besonderen Licht erscheinen läßt. In sachlich denkenden schwedi­schen Kreisen ist man sich vollkommen klar darüber, daß wie man hier sagt zum mindesten ein großer Teil dieser Blutschuld auf das Konto Eng­lands kommt, da die verantwortlichen polnischen Stellen niemals eine derartige Terroraktion zuge­lassen hätten, wenn sie nicht auf die moralische und taktische Unterstützung Londons vertraut hätten. Das holländische BlattDaderland" schreibt: Für die führenden Staatsmänner könne die Lektüre der deutschen Dokumente außerordentlich nützlich fein. Man müsse nur der Wirklichkeit in die Augen zu sehen wagen und nicht immer nur die theoretische Bravheit der Menschen propagieren. Die deutschen Feststellungen seien jedenfalls sehr ernstzunehmen. Eine große Schuld an den seit langen Jahren un­haltbaren Zuständen im früheren Polen trüge frei­lich das Versailler Diktat. Man könnte sich daher vor­stellen, welcher Zukunft (Europa entgegengehen werde, wenn noch einmal ein ähnliches Diktat oder sogar noch etwas Schlimmeres zuflandekommen sollte.

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land über unerschöpfliche R o h st o f f o o rkorn- men verfügt, deren Ausbeute in den letzten Jah­ren bereits gewaltig gesteigert wurde und unter dem laufenden Fünfjahresplan sich noch von Jahr zu Jahr erhöht, besitzt Deutschland eine i n du­ft ri eile Leistungsfähigkeit so großen Umfanges, daß es trotz des Krieges und der mil'i- tärifchen Anforderungen in der Lage isi, den gro­ßen Bedarf Rußlands in industriellen Fertigwaren aller Art voll zu decken. Der bei den jetzt abge­schlossenen Verhandlungen vereinbarte Rahmen sieht daher einen Austausch russischer Rohstoffe gegen deutsche Jndustrieerzeugnisse in größtem Umfange vor. Deutschland und Rußland sind zu ihrer alten natürlichen Wirts chaftsverbun- d e n h e i t zurückgekehrt.

, der ibechau A ite Zeit lltf eslau) ecken W en.

Achtundachtzig skandinavische Schiffe Opfer des englischen Krieges.

Churchills Rohrstock.

Die holländische Wochenschrift,, H a a g s ch e Post" ist in den Niederlanden recht weit verbrei­tet. Sie ist alles andere als deutschfreundlich, wenn sie auch nicht pöbelt und ihren Animositäten eher ein gefälliges und darum eben auch tückischeres Ge­sicht gibt. Ausgerechnet diese Zeitschrift veröffent­licht eine Karikatur, die Churchill als wohlge­nährten Schulmeister zeigt, der mit einem mäch­tigen Rohrstock denneutralen" Schulbuben bei­bringt, was englische Zucht und Sitte ist. Daß aus­gerechnet diese Zeitschrift in satirischer Form Ein­spruch gegen die englische Schulmeisterei erhebt, will schon etwas sagen. Eine wesentliche Bedeu­tung ist diesem zeichnerischen Protest aber nicht beizumessen. Gerade die Holländer haben die Ver­teilung der politischen und militärischen Schwer­gewichte seit Jahren falsch eingeschätzt und ließen sich derartig beschwätzen, daß ihre praktische Poli­tik davon Schaden genommen hat: Wir verweisen hier nur auf gewisse Ereignisse an der de'utsch- holländischen Grenze um den 8. November herum. Gewiß hat damals eine Personaloeränderung an einer maßgeblichen holländischen Stelle stattgefun- den, aber der sehr illustrative Tatbestand kann als solcher nicht aus der Welt disputiert werden. Hol­land hat wenig Dank für seine Haltung geerntet: Seine größten und besten Schiffe sind entweder stillge/egt oder fahren nur bis in italienische oder portugiesische Häfen: seine mittlere und kleine Han­delsflotte ist gefährdet. Der Secret Service, dessen Leute vor dem 8. November in Holland ein sv gutes Leben hatten, ist so undankbar, daß er Hol­länder unter dem Druck des englischen Kapitals aus Stellungen bei großen Gesellschaften heraus­drückt, wenn diese Holländer sich nicht englischer als die Engländer selbst gebärden.

Wir gehen ein Häuslein weiter. Der nor­wegische Außenminister K o h t hat dieser Tage einer großen italienischen Zeitung ein Presse­gespräch zur Verfügung gestellt, in der er zwei charakteristische Bemerkungen macht: Norwegen habe durch die englische Blockade bis jetzt mehr Menschen verloren als in den fünf Kriegsmonaten an der französischen Front gefallen seien, und Lon­don habe an Norwegen kein formales ® a-

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Das deutsch-russische Wirtschaftsabkommen

Gesteigerter Austausch russischer Rohstoffe gegen »eutsche Industrtesahritat«

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polens Blutschuld im Urteil des Auslandes

Bestürzung und Empörung über die polnischen Massenmorde.

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teilwch Eifer. Jn "-'Weißen, ringt dar von Pe- Taste gt. was die ch (pater W Situa- veiter ins wirrt, und des Spiel chütze. Die !r ist Bal; doch dies- mf vergib! n Günther chulenken., i der Um- in auf 3:1! Hetzen auf infommen, mcen aus« ' zu lange eine schul­en Pfosten pick etwas fe zu Del­l' zustande, haften jetzt t noch voin tt zum Tor

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Belgischer Dampfer bei einem Zusammenstoß gesunken.

Brüssel, 13. Febr. (Europapreß.) Nach einer Meldung aus London ist der in Antwerpen behei­matete belgische DampferF l a n d r e s" (5800 Brt.), zwei Mellen von der englischen Südostküste entfernt, mit einem anderen belgischen Dampfer, der ,K a b a l o", zusammengestoßen und gesun­ken. DieFlandres" war soeben von den eng­lischen Kontrollbehörden frei gegeben worden und befand sich auf der Fahrt nach Montevideo; sie hatte eine Ladung Fischleim an Bord.

Nach einer Meldung der Stockholmer Presse ist der schwedische DampferOrant a" (1874 Brt.) in der Nordsee in englischen Gewässern gesun­ken. 10 Mann der Besatzung sollen von einem eng­lischen Schiff gerettet worden fein. Man vermißt je­doch ein Rettungsboot derOrania".

Moskau, 12. Febr. (DRV.) Nach erfolgreich beendeten Verhandlungen ist in Moskau am 11. Fe- bruar 1940 das Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und der Sowjet­union abgeschlossen worden. Dieses Abkom­men entspricht dem Wunsche der Regierungen der beiden Staaten, ein Wirtschaftsprogramm über den Warenumsatz zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufzuslellen, so wie dies in dem Briefwechsel zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, und dem Präsidenten des Rates der Volkskommissare und Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten der UdSSR., W. m. m o l o t o w, zum Ausdruck ge- bracht worden ist.

Das Wirtschaftsabkommen sieht die Ausfuhr von Rohstoffen aus der Sowjetunion nach Deutschland vor, die durch deutsche i n d u st r i e l l e Lieferungen kompensiert werden. Der Waren­umsatz zwischen Deutschland und der Sowjetunion wird bereits im ersten Jahr der Geltung des Ab­kommens einen Umfang erreichen, der die seit dem Weltkrieg jemals erreichten Höch st mengen ü b e r st e i g t. Es ist beabsichtigt, den Umfang der gegenseitigen Warenlieferungen in Zukunft noch w e i t e r ; u st e i g e r n.

Das Abkommen ist auf deutscher Seite von dem Sonderbevollmächtigten der deutschen Reichsregie­rung, Botschafter Ritter, von dem Leiter der deutschen Wirtschaftsdelegation, Gesandten S ch n u r r e, auf sowjetischer Seite von dem Volks­kommissar für den auswärtigen handel der UdS SR., Mi k o jan, und dem Handelsvertreter der UdSSR, in Deutschland, Baba rin, unterzeichnet worden.

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Belgische Ernährungssorgen

Von unserem P.-Korrespondenien.

dem darüber hinaus noch steigern. Es ist bekannt, daß Deutschland schon 1913 ein Drittel der russischen G e j a m t a u s f u h r ab nahm und etwa die Hälfte der russischen Einfuhr lieferte. Als Rußland nach dem Kriege die Wirtschaftsbe­ziehungen mit dem Auslande wieder aufnahm, wurde Deittfchland sofort erneut fein bedeu­te n d st e r Handelspartner, der 1921/23 wieder mehr als ein Drittel der russischen Einfuhr stellte und diesen Anteil in den Jähren 1931/33 sogar auf über 40 v. H. steigerte. In der gleichen Weise hatte sich auch der deOtsche Anteil an der russischen Ausfuhr entwickelt. Diese Tatsachen sind ein klarer Beweis für die natür­liche Ergänzungsfähigkeit der deutschen und der russischen Volkswirtschaft. Während Ruß-

Berlin, 12. Februar. (DNB.) Die deutsche Verlautbarung über die polnischen Mordtaten an den Volksdeutschen in Polen, die die grauenuoUe Zahl von 58 000 ermordeten Volksdeutschen doku­mentarisch feststellt, hat im gesamten neutralen Ausland Bestürzung und Empörung her­vorgerufen. In Italien verschließt sich niemand der Tatsache, daß dieses Blutopfer der Volksdeut­schen in Polen auf Rechnung der britischen Regie- runq zu setzen ist, die heute mit heuchlerischer Miene vorgibt, für Recht, Freiheit, Zivilisation, Kultur und Menschlichkeit zu kämpfen. Die grauenvollen Enchüllungen haben auch in der u n g a r i sch e n Oeffentlichkeit größte Bestürzung und tiefste Empo- runq ausgelöst. Furchtbar ist auch die Erkenntnis, daß die einem fremden Staate einverleibten Volks­gruppen trotz Völkerbund urtb Verträge einer sol­chen grenzenlosen Willkür und einem derartigen blinden Terror ausgesetzt fein konnten, wenn nur fanatischer Haß und sinnlose Wut die Führung des Staates leiteten. Das Reich habe große Ge­duld und Selbstbeherrschung bewahrt, bis es lief) endlich entschlossen habe, den fortgesetzten Provo­kationen ein Ende zu machen, um die Volksdeut­schen vor völliger Vernichtung zu retten. In Bul­garien werden die bisher festgestellten 58 000 Opfer der polnischen Massenmordaktion als Opfer des Versailler Vertrages und der britischen Blankovoll­macht an den polnischen Größenwahnsinn bezeich­net. So sagtNedesec Dnewik":Die Welt ist erschrocken von diesem neuen furchtbaren Ergebnis der Pariser Verträge. Wie könnten diesem unge­rechten Frieden von Versailles wettere Opfer ge­bracht werden? Der Kampf des deutschen Volkes für eine neue gerechte Weltordnung muß von Er­folg gekrönt werden".

Alle maßgebenden dänischen Zeitungen wid- i- men den deutschen Feststellungen mehrere Spalten. i-^Dagbladet" schreibt hierzu, selbst diejenigen, die an

Brüssel, im Februar 1940.

In diesen Tagen ist die belgische Außenhan­del s st a ti st i k für das Jahr 1939 veröffentlicht worden. Sie zeigt, wie das nicht anders zu erwar­ten war, einen fühlbaren Rückgang in den letzten vier Monaten des vergangenen Jahres, einen Ein­schnitt, den die englische Blockade zu Beginn des Monats September in die belgische Wirtschaft ge­macht hat und der aus den Zahlenreihen sofort ins Auge springt. Als zweite Besonderheit zeigt die belgische Statistik für Außenhandel, daß gerade in diesen letzten Kriegsmonaten die Bilanz bei dem sehr zurückgegangenen Handelsumfang für Belgien aktiv gewesen ist. Es wäre falsch, diese Tatsache als ein gutes Zeichen zu werten. Denn dieser in der Bilanz verzeichnete Ueberschuß ist ja in Wirklichkeit ein Beweis für den Rückgangder belgischen Vorräte.

Die Gefahr eines solchenAusverkaufs" wurde von der belgischen Regierung schon bei Kriegsbeginn vorausgesehen, und für eine Menge Waren wurde deshalb im Monat September ein Ausfuhrverbot erlassen. Eine besondere staat­liche Draanifation wurde ins Leben gerufen, deren einzige Aufgabe darin besteht, die Warenlager der Kaufleute zu überwachen. Trotzdem kam es Anfang Dezember zu dem fogenannten Woll-Skandal, bei dem es darum ging, daß Lizenzen zur Ausfuhr von Rohwolle in einem Umfang erteilt worden waren, der sich nach Ansicht zuständiger Kreise nationalwirtschaftlich nicht verantworten ließ. Die Auflösung des zu Kriegsbeginn geschaffenen Ver- forgungsamtes, das diese Lizenzen ausgegeben hatte, war eine der Folgen dieser Wollaffäre. Bei allen diesen Problemen ist es natürlich schwer zu be­urteilen, wie weit man dem Interesse der versor­gungsbedürftigen Bevölkerung auf lange Sicht und wie weit man den Lebensinteressen der Exporteure,

der Transportunternehmer usw. Rechnung tragen soll, die ja ebenfalls zu dieser belgischen Bevölke­rung gehören und in diesem ,,Umschlags"--Land eine besonders wichtige Rolle spielen.

Trotz dieser Bedeutung, die der Import und der Export von Wolle und Baumwolle, Gummi und Fellen, Kohle, Erzen und Metallen hat, interessiert - sich das breite Publikum vor allem anderen für die Lebensmittelversorgung. Daß sie in jedem Lande ein erstrangiges Problem darstellt, wird niemand bestreiten. Trotzdem kann man be­haupten, daß die Magenfrage in Belgien noch wich­tiger ist als irgendwo anders, da der Belgier gern gut lebt und vor allen Dingen gut ißt. Um einer drohenden Lebensmitelnot vorzubeugen, hat die Regierung des Industrielandes Belgien schon mi September ein umfangreiches Gesetz herausgebracht, das die Feldbestellung neu regelte. Der Dauer des liberaliftischen Belgiens, in dem persönliche Frei­heit und Privatinitiative grundsätzlich durch nichts eingeschränkt werden dürfen, ist heuteverantwort­lich für die Ernährung des belgischen Volkes , und genau ist ihm vorgeschrieben, wo und was er auf feinem Acker zu bestellen hat.

Hierbei versucht man eine Entwicklung, Die vor sechzig Jahren eingesetzt hat, wieder rückgängig zu machen. Damals, im Jahre 1880, kamen näm­lich die ersten großen Weizenludungen a u s A m e - rita nach Europa (USA deckte bis zu Kriegsbe- ginn zwei Drittel des belgischen Weizenb^arfs). Sie wurden von dem hochindustckaltsierten Belgien begierig aufgenommen, und der belgische Bauer ging von der mühseligen Feldbestellung immer mehr zu der bequemeren und ertragreicheren Viehzucht über An Stelle von 268 000 Hektar, die noch im Jahre 1910 mit Weizen bestellt waren gab es tm Jahre 1938 nur noch 154 000. Die mit Hafer be­stellte Anbaufläche war m dem FeichenZettraum von noch Nicht dreißig Jahren um 46 000 Hektar, die mit Kartoffeln bebaute um 24 000 Hektar zu. cf gegangen. Auf der anderen Settewaren an Stelle von 699 000 Hektar Wresenflache, tm es 1910 gegeben hatte, 1938 bereits 909 000 Hektar vorhanden. Nach dem neuen Anbauplan wird man mm 125 000 Hektar Wiefenland 3" 70 000 Hektar mit Weizen, zu 20 000 Hektar mit Rog^n zu 10 000 Hektar mit Zuckerrüben und zu 25 000 wer­ter mit Kartoffeln bestellen.

Wenn man sich wegen der intensiven Viehzucht in Belgien eigentlich keine Sorgen um die Fleischs Versorgung hätte zu niachen brauchen so s heute jedoch nicht mehr der Fall. Bald nach Kriegs beginn setzte nämlich in Belgien das ein, ® . in Deutschland unter dem Namender Schweine, mord" aus dem Weltkrieg noch allzu gut bzm allzu schlecht in Erinnerung ist. Etwa 60 000 Stu Rindvieh wurden in den ersten E Knegs- monaten mehr abgeschlachtet,, als das,in |

Zeiten üblich ist. Der Berichterstatter für den Haus­halt des Landwirtschaftsministerlums betonte daß diese Zahl gewiß nicht erfreulich sei, daß sie ledoch in gar keinem Verhältnis zu stehe, wa Schweinen zusätzlich abgeschlachtet w^den 'st. Hier seien Dinge vorgekommen, deren schwerwi gende Bedeutung sich erst m der Zuku f b«ch° Versorgung WM«?

gien auf eine genügende Einfuhr von u < wiesen ist, kann man die DHrgmsse begreifen, me wegen dieses gewaltigen Schweinemordes veranttvortlichen Kreisen aufgekommen sin^

Die Schuld an diesen Massenäb chlachtiingen ttagt einzig und allein d ie englischeBlock ao e denn wenn zwar die Bauerri ^urchi tm dürfnisse der Armee auch dazu ange 3 ,

Abfchlachtung-n in großem SM hätten sie dies wahrscheinlich doch mema ,

Maße getan, wenn ihnen nicht das xran

Nachdem bereits im August 1939 ein neues deutsches Kreditabkommen mit Rußland abgeschlossen wurde, das gegenüber der Entwick­lung der letzten Jahre weientlich erweiterte Mog- lichketten des Handelsverkehrs bot, erfolgte anläß­lich des zweiten Besuches des Reichsaußenminifters von

bekannte Briefwechsel zwilchen dem deMschen Reichsaußenmimster und dem ruffifchen ruuaschef Molotow, worin der beiderseitige Wille bekundet wurde, Mit allen Mitteln den Warenum- laff und die Wirtschaftsbeziehungen zw.fchen Deutschland und der UdSSR, zu entwickeln. Die mr Durchführung dieser Vereinbarungl «rforder- U-den Verhandlungen wurden dann fchnellftens auf. genommen und teilweise in Berlin und tei we.se M Moskau geführt, wo sie jetzt auch mit der Unter- zeichnung eines neuen Wirtschaftsabkommens ihren erfolgreichen Abschluß gefunden haben.

Das jetzt ausgearbeitete gemeinsame Wirtschafte. Urogramm wird den deutsch-russischen Warenaus­tausch nicht nur wieder zu dem m der Bergangen- - hdrt «rsolgreicheir Höchftumfaag entwickeln, |on-

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gärten, 500 000 Hektar Wald, 500 000 Hektar un­brauchbares Gelände und 100 000 Hektar unbebaute Erde), dann liegt es auf der Hand, daß Belgien heute seinen Wald schonen muß. Doch auch das ist mit dem Kriege unmöglich geworden. Die mangelnde Zufuhr von skandinavischen Holzem und Zellulose machen es notwendig, daß man in Belgien zu einer stärkeren Abholzung schreitet. Bei der Er­örterung der landwirtschaftlichen Probleme Belgiens kann man aber nicht an einem der wesentlichsten vorbeigehen: Es ist das der Mangel an land­wirtschaftlichen Arbeitskräften, ein Rückgang der landwirtschaftlichen Bevölkerung, die in den Jahren von 1910 bis 1928 von 780 000 auf 662 000 absank. In den nachfolgenden Jahren hat dieser Rückgang noch zugenommen. Seine Gründe liegen in der Verstädterung Flanderns und in dem Geburtenmangel in der Wallonie.

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