Ausgabe 
12.7.1940
 
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140. Jahrgang Nr. 163

Son-

Druck und Verlag: Brühlfche UmverMtsdruckerei H. Lange

die Tanklager von Pembroke und Portland sind in Brand geraten.

Ein feindlicher Angriff auf den Flugplatz Amiens- Glisfy durch 7 britische Bomber endete mit dem Ab­schutz aller sieben Flugzeuge, wie auch durch Son­dermeldung bekanntgegeben wurde.

Ferner kam es anlätzlich eines Angriffes auf einen Geleitzug im Kanal zu einem Luftkampf, bei dem 10 feindliche Jäger abgeschossen wurden.

In der Nacht zum 11. Juli unterblieben feindliche Einflüge in das Reichsgebiet.

Insgesamt wurden in den Luftkämpfen des gestri­gen Tages 35 feindliche Flugzeuge und ein Sperr­ballon abgeschossen. 7 eigene Flugzeuge werden ver- mitzt.

Im Handelskrieg gegen England steigern sich in­folge der günstigen Ausgangsbasis unserer U-Boote die Erfolge. So wurden allein in den letzten sechs Wochen bis zum 8. Juli 609 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Damit ist die durch­schnittliche Versenkungsziffer durch U-Boole auf wöchentlich über 100 000 BRT. gestiegen.

dafür ist klar. . -

Süd- und Mittelamerika können ihren Ueverschutz nicht in Nordamerika absetzen, weil die USA. im

Der italienische Heeresbericht

Rom, 11. Juli. (DNB.) Der italienische Wehr- machtsberichl vom Donnerstag hat folgenden Wort­laut:

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Aus weiteren Feststellungen ergibt sich ohne jeden Zweifel, datz während der Operationen am 9. Juli im Raume der Balearen Einheiten unserer Luft­waffe das grotze englische Schlachtschiff h o o d- (42 100 BRT.) schwer beschädigt und in Brand gesetzt haben.

Der FlugzeugträgerArc Royal" hat ebenfalls zwei Volltreffer schweren Kalibers auf der Brücke erhallen, wie sich das aus den photo­graphischen Aufnahmen dokumentarisch ergibt.

In dem Seegefecht im Jonischen Weer hat ein weiteres englisches Schlachtschiff zwei Volltref­fer mit Bomben schweren Kalibers er­halten. Weitere Nachforschungen sind im Gange, um über die vom Gegner bei diesem Luftangriff wie auch bei den vorhergehenden Angriffen südlich von Kreta erlittenen Schäden genauere Einzelheiten fest- zustellen.

Am gestrigen Morgen und am späten Nachmittag ist der Seeflottenstühpunkt von Malta von neuem heftig mit Bomben belegt worden. Im Arsenal wie auf den im Hafen liegenden Schiffen wurden Brände und Explosionen beobachtet.

Drei feindliche Jagdflugzeuge sind von unseren Bombern abgeschossen worden. Zwei italienische Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

Washingtons Wirtschafis- imperialismus in Südamerika

Große Erfolge unserer Li-Boote.

In den letzten sechs Wochen 609000 BRT. feindlicher Handelsschiffsraums versenkt. - Neue Erfolge unserer Luftwaffe.

Bittere Kritik an England

Eine Rundfunkrede petains.

Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag.

Berlin, 11. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die schon durch Sondermeldung bekannlgegebenen Erfolge der Luftwaffe gegen britische Geleitzüge haben nach abschließenden Feststellungen zur Ver­nichtung von einem Kreuzer von 7000 Tonnen und vier Handelsschiffen von insgesamt 21000 VRT. geführt. Weiler wurden 1 Kreuzer und 7 Handels­chiffe, darunter ein Tanker so schwer beschädigt oder in Brand geworfen, datz mit ihrem Verlust gerechnet werden kann.

Ferner erzielten unsere Kampfflieger am gestrigen Tage wirksame Erfolge gegen Flugplätze in Südost­england, gegen Hafenanlagen an der Süd- und Süd- westküsle, und Werke der Rüstungsindustrie, beson­ders im Munitionslager bei Pembroke und in den Häfen von Plymouth und Swansea wurden heftige Explosionen und große Brände beobachtet. Auch

Llnabläffige Luftangriffe auf Englands Mittelmeerflotte

Zahlreiche Einheiten getroffen.

fettigen und unter restlosem Einsatz durchgeführten Aktion nur drei unserer Flugzeuge ver­loren gingen, wenn auch die Zurückgekehrten zum großen Teil wiederholt getroffen wurden und zahlreiche Verwundete zu verzeichnen hatten.

Ich bin stolz so schließt der Generalstabschef der Luftwaffe feinen Tagesbefehl unter meinem Befehl so ruhmreiche Kommandanten und Besatzun­gen zu haben, denen ich heute voll Stolz meine restlose Anerkennung ausspreche und ihnen versichere, daß die Nation unbedingt auf ihre Kämpfer in der Luft zählen kann." gez.: P r i c o l o.

Rom, 12.Juli. (DNB.-Funkspruch.) Ein derberichterstatter derAgenzia Stesani" gibt Ein­zelheiten über den glänzenden Erfolg der Bomber, die die aus Gibraltar auslaufenden Kriegsschiffe im Südosten der Balearen angriffen. Nach diesem Bericht wurde das größte Schlachtschiff der Eng­länder, die auch an dem feigen Ueberfaö von Dran beteiligt geweseneH o o d", von zwei Bomben größten Kalibers getroffen und schwer st ens beschädigt. Mit Feuer an Bord, das nach den Feststellungen eines italieni­schen Aufklärers noch nach Stunden nicht hatte gelöscht werden können, bewegte sich dieHood" in langsamer Fahrt unter Beglei­tung einiger Zerstörer in südwestlicher Richtung, vielleicht in der Absicht, Gibraltar zu erreichen. Die Beschädigungen des Schlachtschiffes feien in der Tat so außerordentlich schwer, daß es zur Behebung aller Schäden an äußeren und innem Anlagen, der Maschinen und aller Einrichtungen, der Kommando­brücke usw., eines Werftaufenthaltes von vielen Monaten bedürfe. Die Unmöglichkeit, die ,Hood" etwa nach Malta schaffen zu können, bedeute eine Erschwerung der Situation, Es sei ge­wiß, daß das größte englische Schlachtschiff eine Werft in England werde aufsuchen Müssen.

sichten.

Die Luftwaffe hat die beiden Geschwader kurz nach ihrem Auslaufen gesichtet und sie unter steter Kontrolle gehalten, sowie ihnen keinen Augenblick Ruhe gelassen und sie unter verstärkten und unauf­hörlichen Angriffen in wirksamster Weise mit Bom­ben belegt. 300 Flugzeuge von den entfernte­sten Stützpunkten des Aegäischen Meeres, von Li­byen, von Apulien, Albanien, Sizilien und Sar­dinien haben in aufeinanderfolgenden und ftarten Wellen die feindlichen Geschwa­der erreicht und sie trotz lebhaftester Luftabwehr wiederholt mit Bomben schwersten Kalibers getrof­fen und dabei die Formationen auseinandergerissen und sie zu stetem Kurswechsel gezwungen.

Unsere Bomberstaffeln haben Stunde um Stunde in einer Zone nach der anderen unseres Meeres glanzvolle Aktionen durchgeführt und so in enger Zusammenarbeit mit unserer ruhmreichen Manne die Absichten der feindlichen Geschwader zerstört, die unsere Gewässer verlassen mußten, ohne auch nur eines der gesteckten Ziele erreicht zu haben.

Aus sicherer neutraler Quelle und aus photo­graphischen Dokumenten werden die schweren Beschädigungen bestätigt, die unsere Luft­waffe den englischen Schiffen bei ihrer Bombardie­rung südlich von Kreta und beim Angriff in der Nähe der Balearen zufügte. Unsere Flugzeuge haben den FlugzeugträgerArc Royal" mit zwei Bomben schweren Kalibers getroffen und auf derHood , dem größten feindlichen Schlachtschiff, einen großen Brand ausgelöst.

Die Haltung der Besatzungen unserer Flugzeuge ist v o r b i l d l i ch , ebenso die Organisation und die Durchführung des ganzen Manövers. Dies alles be­weist auch klar die Tatsache, daß bei einer so viel-

Die politische Methode desbig stick, des dicken Knüppels", welche die USA. früher gegen­über Jbero-Amerika angewendet haben, ist wenig­stens offiziell aufgegeben worden. In Washington trägt man sich dafür mit Plänen, Jbero-Amenkas Agrarproduktion aufzukaufen und zu finan­zieren, um somit ein Riesenmonopol in der Hand zu haben, das man in den erwarteten Auseinander setzungen mit einem Wirtschaftsblock Europa nach dem Kriege als Kampfmittel einsetzen könnte. Da­neben wollen die USA. ihre riesenhafte Aufrü­stung gewissermaßen auf Vorratswirtschaft insofern basieren, als die Rohstoffe, die nicht im eige­nen Gebiet erzeugt werden, wie Zinn, Gummi, Rohseide und Manilahanf, in genügenden Mengen gehortet werden sollen. Der politische Charakter dieses Planes liegt auf der Hand. Seine Verwirk­lichung soll durch die panamerikanische Konferenz in Havanna, die offiziell von 21 amerikanischen Staaten beschickt wird, erwogen werden, aber die Stimmen aus Süd- und Mittelamerika lauten an­ders, als man in Washington erwartet hatte. Die Kapital- und Handelspolitik der USA., fo folgen man dort, rft im Grunde rein imperialistisch und durch ein Mammutmonopol würden die ibero- amerikanischen Staaten vollständig von Washington abhängig werden, während sie sonst den Waren­austausch mit Europa frei von dieser Bevormun­dung und entsprechend den Interessen ihrer Na­tionen vornehmen könnten. .

Diese je nach Temperament mehr oder minder stark vorgebrachten ibero-amerikanischen Bedenken gegen den Wirtschaftsplan der Rooseveltleute finden in der wirtschaftlichen Struktur dieses riesigen Ge­bietes ebenso ihre Begründung wie in der Tatsache, daß Europa, vor allem Großdeutschland und Italien, auf das Wohlwollen Washingtons nicht im gering­sten angewiesen sind. In Washington scheint man noch immer nicht voll begriffen zu haben, daß Die Rohstoffquellen Europas und orientalischer Lander heute direkt in Konkurrenz mit den amerikanischen stehen und die Zeiten vorbei sind, da die Neue Welt gewissermaßen das Monopol für Baumwolle, Ge­treide, Fleisch usw. hatte.

Schon auf der panamerikanischen Konferenz m Lima im Dezember 1938 unternahmen die USA. einen handelspolitischen Vorstoß, der ganz offen aggressive Maßnahmen gegen dietotalitären Staaten empfahl, aber abgewiesen wurde. Die USA. hatten auch damals diesen Vorstoß sorgfältig vor- bereitet. Sie hatten große Kapitalien in den ibero- amerrkanischen> Staaten angelegt, aber trotz aller krampfhaften Versuche, trotz Ausnutzung der schlech­ten Währungslage Südamerikas war die Einfuhr nach den USA. aus sämtlichen amerikanischen Län­dern von 38,7 v. H. im Jahre 1929 auf 30,4 v. H. im Jahre 1937 gefallen und die nochamerlkanische Ausfuhr dahin im gleichen Zeitraum von 39 v. H. auf 30,4 v. H. Interessant ist ferner, daß die größ­ten südamerikanischen Staaten, also Brasilien, Ar­gentinien und Chile, verhältnismäßig unabhängig von den USA. waren, denn im Jahre 1936 z. B.

1 entfielen von der argentinischen Gesamtausfuhr nur 14,4 v. H., von der Gesamteinfuhr nur 12,2 v. H.

auf die USA. Die entsprechenden Anteilziffern lau­teten für Brasilien 22,2 v. H. gegen 38,8 v. H., für . Chile 25,4 v. H. gegen 19,5 v. H. Die Hauptabneh- , rner dieser Staaten lagen also außerhalb des amerikanischen Kontinents, und wenn sich auch im jetzigen Kriege die Verhältnisse verschoben haben, so ist es doch gewiß, daß sich auf den Knegsver- ' hältnissen kein sicheres Gebäude für die sudamerika- ? nische Wirtschaft errichten lassen kann. Der Grund

Entschließung in Vichy.

Bern, 11. Juli. (DNB.) Wie aus Vichy ver­lautet verlas der Präsident nach Beendigung der allgemeinen Aussprache den einzigen Artikel des der Nationalversammlung oorgelegten Entschließungs- entwurfes, der lautet: .

Die Nationalversammlung gibt der Regierung der Republik unter der Unterschrift und der Auto­rität des Marschalls Petain alle Vollmachten, um in einem oder mehreren Akten die neue Verfassung des französischen Staates zu verkünden. Die Verfassung muß die Rechte der Arbeit des Vater­landes und der Familie gewährleisten. Sie wird von der Nation ratifiziert und von den Dertretungs- körperschaften, die sie vorsieht, angewandt meri>en.

Der Präsident stellte diesen Entschließungsentwurf zur Abstimmung. Er wurde in geheimer Abstim­mung mit 569 zu 80 Stimmen bet 649 Abstimmen- den angenommen. *

Bern, 12.Juli. (DNB. Funkspruch.) Marschall Petain hat, wie Havas aus Vichy melbet, am Donnerstag eine Rundfunkrede an das französische Volk gehalten, in der er die Lage Frankreichs dar- legte und die Ziele feiner Regierung ankundigte.

Der Marschall erinnerte zunächst an die ausge­dehnten Befugnisse, die ihm von der Nationalver­sammlung in Vichy übertragen wurden, foime an die Schwierigkeiten, die sich aus der augenblicklichen Lage Frankreichs ^ergäben. In diesem Zusammen­hang ging er auch auf die feigen Piratenuberfalle der Engländer auf französische Kriegsschiffe em und erklärte hierzu wörtlich: - .

,Zn den letzten Tagen ist Frankreich eine neue Prüfung auferlegt worden. England hat unter Bruch eines langen Bündnisses unerwartet ange»

liche Flottengeschwader von den entgegengesetzten und äußersten Stützpunkten des Mittelmeeres aus auf der Fahrt nach der Halbinsel mit sicherlich wohl definierten und für uns äußerst gefährlichen Ab-

Freitag, 12. Juli 1940 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Preife:

Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelV Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 Io mehr

griffen und französische Schiffe zerstört, die in un­seren Häfen feftgelegt und teilweise abgerustet waren. Niemand hat einen solchen Angriff erwartet, nichts rechtfertigte ihn." Die englische Regierung habe sich jedoch getäuscht, wenn sie geglaubt habe, daß Frankreich der englischen Drohung nachgeben und seine übernommenen Verpflichtungen verletzen mürbe. Frankreich, das in heldenmütigem Kampfe besiegt worden sei, sei von England, dem es so zahlreiche und so schwere Opfer gebracht habe im Stich gelassen und dann sogar angegriffen worden.

Main legte sodann die Grundlagen der neuen französischen Staatsverwaltung dar. Die Verwal­tung des Landes würden 12 Minister unter sich ver­teilen, denen Generalsekretäre zur Seite stehen. An die Spitze der großen französischen Provinzen wur­den Gouverneure gestellt werden. So werde die Verwaltung gleichzeitig konzentriert und dezentra­lisiert.

Italienische Stimmen zum französischen Kurswechsel.

Rom, 11.3uIL (DNB.) Dem Plan der ftan- zösischen Verfassungsresorm gegenüber zeigt sich d-e römische Presse nach wie vor recht skeptisch. Wie Popolo di Roma" erklärt, werde diese Reform zwar theoretisch autoritäre Prinzipien zur Geltung bringen, man könne aber die stärksten Zweifel be­züglich ihrer praktischen Durchführung hegen. Schon in der Nationalversamlung habe Herriot betont, daß das republikanische Recht unangetastet bleiben müsse. Dies sei eine sonderbare Präambel. Das besiegte Frankreich, so sagt die Zeitung weiter, habe keine überragenden Persönlichkeiten, sondern ledig­lich unruhige Gruppen von Parlamen­tariern, die um nichts anderes besorgt seien, als

sich zu rächen. Die Freimaurerei zeige sich wach­samer denn je. , .. x -

Der Genfer Vertreter des gleichen Blattes, der lange Jahre in Paris lebte und ein guter Kenner der innerpolitischep französischen Verhältnisse ist, erklärt in diesem Zusammenhang, daß man, solange die französische Verfassung keine Bestimmung ent­halte, die eine Auslosung der Gehelmbunde ver- füge, die berechtigtsten Zweifel in einen tatsächlichen französischen Kurswechsel setzen könne.

Familie Rothschild in USA.

Neuyork, 11. Juli. (DNB.) Mit dem Yankee- Clipper-Flugboot traf hier der Mische Bankier Baron Edouard R o t h s ch i l d , das Obechaupt der Pariser Rothschilds, mit Familie aus Lissabon em. Madame Rothschild, die bereits kurz nach Beginn der deutschen Westoffensive Paris mit dem sicheren Biarritz vertauscht hatte, trug eine auf 100 000 Dollar bewertete Perlenkette und ent­hüllte den vor Staunen sprachlosen Zollbeamten ferner eine Tasche mit Juwelen im Werte von über einer Million Dollar.

Anfrage der USA-Regierung in England wegen Martinique.

Rom, 11. Juli. (Europapretz.) Wegen der Zu­sammenziehung englischer Kriegsschiffe in den Ge­wässern von Martinique hat, wieMessaggero aus Washington berichtet, die nordamerikanische Regie­rung von der englischen Regierung Aufklärung gefordert. Diese Mitteilung machte Staats­sekretär Hüll in der Pressekonferenz.

Frankreichs Kolonien sindFeindesland".

S t o ck h o l m, 11. Juli. (Europapreß.) Nach einer Mitteilung des Londoner Handelsministeriums wird nunmehr die englische Blockade gegen Frankreich einschließlich Korsika, Algerien, Marokko und Tums ohne Ausnahmebestimmung durchgeführt.

Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob und welche Bedeutung dieser Churchillsche Eselstritt für den ehemaligen Bundesgenossen haben wird.

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Rom, 12. Juli (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Meldungen der Agenzia Stesani haben ita- linische Bomber vom frühen Morgen bis zum späten Abend des Donnerstag ihre Angriffe gegen die englischen Seestreitkräfte i n ununterbrochener Reihenfolge fort­gesetzt. Obwohl noch keine Einzelheiten über Be­schädigungen und Verluste englischer Kriegsschiffe bekannt sind, stehe bereits fest, baß die Aktionen von größtem Erfolg begleitet waren. Eine ganze Reihe englischer Schiffseinheiten sei durch Bomben schwe­ren und schwer st en Kalibers getroffen und b e s chädi g t worden.

Durch Marineerkundungsflugzeuge konnte schon tm Laufe des Vormittags trotz feindlicher Täu­schungsmanöver festgestellt werden, baß beträchtliche englische Seestreitkräfte sich im östlichen Mittelmeer auf südöstlichem Kurs befanden, wahrscheinlich auf der Fahrt nach den ägyptischen Häfen oder mit Kurs auf Kreta. Mehrere englische Jagdflugzeuge, die von einem englischen Flugzeugträger aufgestie­gen waren, wurden von italienischen Jägern ab- geschossen. Um der Gefahr der ^Bombenangriffe zu begegnen, fuhren die beiden englischer Geschwa­der, bestehend aus vier Kreuzern und sechs Zer­störern bzw. einem Flugzeugträger und vier Zer­störern, möglichst aufgelöst in größeren Abständen. Es scheint, daß der zweite Verband wegen der Be­schädigung des Flugzeugträgers mit beträchtlich ver­ringerter Geschwindigkeit fahren müsse.

SchlachtschiffSood" schwer getroffen.

Wie der Sonderberichterstatter des halbamtlichen ©iornale d'Jtalia" meldet, ist bei dem Luftangriff auf Malta, von dem der italienische Wehrmachts­bericht vom Donnerstag spricht, auch ein großes im Hafen von La Valetta liegendes englisches Kriegsschiff mehrfach von schweren Bomben getroffen und sicherlich ernstlich beschädigt worden.

Ein Tagesbefehl des Duce.

Rom, 11. Juli. (DNB.) Der Duce hat in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der an den Kriegs­operationen beteiligten italienischen Streitkräfte aus dem Hauptquartier folgenden Tagesbefehl erlassen:

, Admirale, Kommandanten, Stabsoffiziere und Mannschaften der Flottengeschwader!

Die Flottenstreitkräfte des faschistischen Italien haben am 9. Juli den ersten Zusammenstoß mit der britischen Flotte im Mittelmeer auf der Hohe der Punta Stilo siegreich bestanden.

Der Versuch des englischen Manövers tm mitt­leren Mittelmeer ist gescheitert und die gesteckten strategischen Ziele sind nicht erreicht worden.

Der seiner selbst bewußte Mut gegenüber über­legenen feindlichen Streitkräften hat dem Femd mit den Treffern der Salven Eurer Geschütze bewiesen, daß man sich nicht ungestraft den Küsten Italiens nähert. , , . _ t .

Mit den Ueberwasserschiffen haben Unterseeboote und Marin^krkundungsflUgzeugs mutig zusammen geSa5Pitaliemfd>e Volk ist stolz auf i»e Ergebnisse dieser ersten Schlacht. Ich zolle Euch mit dem gle,- chen Stolz mein Lob. . (gez) Mussolim.

Tagesbefehl der SeneralstabS- chess der italienischen Lustwaffe.

Gens, 11. Juli. (DNB.) Der HMalstabschef der italienischen Luftwaffe, Gen^MM r i c o l o , hat aus Anlaß der so überaus ^WWichen Ak­tionen gegen Geschwader der englischen Mittelmeer­flotte folgenden Tagesbefehl erlassen: .

Die Tage des 8. und 9. Juli sind durch ^eme glänzende Tätigkeit unserer Luftwaffe charakteri­siert worden, einer Tätigkeit, die im Berlaufe die­ses Krieges denkwüMg bleiben wird, weil sich zum erstenmal für uns ein klassisches Beispiel des Masseneinsatzes von Lufteinheiten gegen Seeem- heiten bildet mit Ergebnissen, die in seder Hinsicht wirkungsvoll und entscheidend waren und insgesamt die glänzende Wirksamkeit bejtotigten, die durch die Vorbereitung, die zielbewußst' Aus­bildung und den steten Enthusiasmus unserer Be­satzungen erwartet werden konnte.

In diesen Tagen befanden sich zwei starke feind-

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen