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12.6.1940
 
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Mittwoch, 12. Juntty^O

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I-o. Jahrgang Nr. 157

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gegeben, die Waffen niedergelegt und kapitu-1aus.'

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Oie Kundgebung aus der Piazza Venezia

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Gin Taaeebefehl des Duce.

Rom, 11. 3unl (DRV.) Der Duce Hal an die jilalienische Wehrmacht folgenden Tages­befehl gerichtet:

Durch Entscheid Seiner Majestät des Königs und Kaisers übernehme ich ab heute, 11. Juni, das Kom­mando der an allen Fronten operierenden Truppen. Ich bestätige als meinen Generalslabschef Marschall Pietro B a d o g l i o. Ich bestätige in ihren Aemtern und als ihm unterstellt Marschall Rodolfo G r a - ziani, als Generalslabschef des Heeres, Geschwa­deradmiral Domenico L v a g n a r i als General­stabschef der Marine und den Luflgefchwadergeneral Francesco pricolo als Generalstabschef der Luftwaffe. Von heute ab müssen Waffen und Herzen auf das Ziel gerichtet sein: den Sieg erringen. Ls lebe der König!"

Die Beauftragung des Duce mit dem Kommando über die Truppen und seine aus der Operationszone an die italienische Wehrmacht erlassene Proklama­tion werden von der gesamten Presse stark unter­strichen. Uebereinstimmend betonen die Blätter, daß nach faschistischem Stil der Duce mit dem Ober­befehl über alle Streitkräfte betraut und so zum absoluten Führer der an den verschiedenen Ab-

Generalleutnant D i e t l, der Verteidiger von Narvik. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Gchnellvoot-Hachtgefechte an der britischen Ostküste.

Berlin, 11. Juni. (DHB.) Bei Unternehmungen Esutfcher Schnellboolverbände gegen die britische

Mussolini hat den Oberbefehl über die Streitkräfte Italiens übernommen

Zlunkfpruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht zibt bekannt:

Die große Schlacht zwischen der K a n a l k ü st e and der Maas ist immer noch in vollem Gange.

Am rechten Flügel und in der Mitte wird bie Verfolgung der geschlagenen französischen llrmee rastlos fortgesetzt.

Zwischen Rrim ß und den Argonnen wird noch erbittert, aber erfolgreich gerungen. An meh­reren Stellen find starke feindliche Kräfte ibgefprengt und umschlossen und sehen ihrer Vernichtung entgegen.

Infolge der schweren blutigen Verluste und der jroßen Einbuße an Gefangenen und Material aller ttrt schwindet die feindliche Wider- (tanbßtraft zusehends dahin.

Kampf- und Sturzkampfverbande griffen wieder­um den Hafen und die Kaianlagen von Le Havre in, zerstörten die Schleusen, versenkten einen Zerstörer und beschädigten weitere Schiffe, darunter litten Zerstörer und zwei Transporter von 10 000 tonnen, durch schwere Bombentreffer.

Heben den dichten Kolonnen des zurückgehenden jeindes, Transporten, Ansammlungen, Bafterie- skellungen, die mit Bomben belegt wurden, gelang ks der Luftwaffe, auch mehrere Brücken über bie Marne und die untere Oise zu treffen mb teilweise zu zerstören und so den feind­lichen Rückzug empfindlich zu er- Ichweren.

Am 9. Juni wurden im Horbmeeteln Kreu - 3er unb vier Transportschiffe mit Bomben i«gegriffen unb fo schwer getroffen, baß bie Mehr­zahl biefer Schiffe ausbrannte.

Felnbliche Flugzeuge warfen roieber im Schuhe ber flacht einzelne Bomben über Horb- unb West- bcutfchlanb ab. Wesentlicher Sachschaben ist nicht mfftanben.

Die Gesamtverluste bes Gegners in ber Luft be­trugen gestern 29 Flugzeuge: batoon würben im Luftkampf 19, burch Flak 6 abgefchvffen, ber Rest im Boben zerstört. Ferner würben 3 Sperrballons -bgefchoffen. 8 eigene Flugzeuge werben vermißt.

Der Oberleutnant unb Kompaniechef in einem )ufanterie-Regiment Volker Paeckelmann hat in ber Spitze feiner Kompanie burch vorbildliche fcaltblutigf eit 8 angreifenbe feinbliche Vanzerkampf wagen zur Uebergabe gezwungen.

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Führerhauptquartier, 11. Juni. (DHB.) Der Führer unb Oberste Befehlshaber ber Dehr­nacht hat auf Vorschlag bes Oberbefehlshabers bes Heeres bas Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ver­letzen an: General ber Artillerie Haase, Oberst­leutnant Weber, Felbwebel in einem motorisier­ten pionierregiment h of mann.

*

Der Wehrmachlsbericht vom Dienstag.

Führerhauptquartier, 11. Juni, i

Rastlose Verfolgung der geschlagenen französischen Armeen.

Starke feindliche Kräfte umschlosten. Große Erfolge der Lustwaffe in Le Havre

Duce verfüge hierzu über einen von Marschall doglio geleiteten Generalstab. Auf diese Weise wird

gemäß den Absichten des Herrschers die einheit­liche und totalitäre Führung vollauf ge­währleistet,gemäß dem faschistischen Stil, der der Stil des Sieges ist".

Dieser Krieg werde, betontG i o r n a l e d ' Ita- l i a", um der Befreiung der italienischen Meeres­grenzen geführt, sowie um die' auch außerhalb des Mittelmeeres vorhandenen, vor allem englischen Fesseln zu sprengen, die Italien in seinem eigenen Meer zum Sklaven machen. Italien werde diesen Krieg für seine Nachkommen gewinnen, für das größere Italien sowie für eine durch den Frie­den mit Gerechtigkeit neu aufgebaute bessere Welt. Die Rückkehr des Herrschers zu seinen operieren­den Truppen erfüllt alle Italiener mit Bewegung und Stolz und erhöht den Wagemut der Kämpfer und ihren Glauben an den unausbleiblichen Sieg. Die Gerechtigkeit unserer heiligen Sache und unse­rer Ansprüche, sowie der Zorn über die Vergewal­tigungen durch die Feinde werden die Opfer leichter ertragen lassen und den Sieg verschönen."Giornale d'Jtalia" unterstreicht weiter die Führerquali­täten des Duce auf allen Gebieten und betont, daß der eiserne Wille, um jeden Preis die gesteckten Ziele zu erreichen, stets Merkmal eines großen Feld­herrn war und bleiben werden.

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Oie große Schlacht in Frankreich.

Schon am vierten Tage des neuen deutschen Of­fensivstoßes aus der bisherigen deutschen Südfront längs Somme, Oise-Aisne-Kanal und Aisne gegen die von dem neuen französischen Oberbefehlshaber General Weygand geschaffene und nach ihm be­nannte Verteidigungslinie konnte der deutsche Wehr­machtsbericht mitteilen, daß der Versuch des Fein­des, den deutschen Angrift um jeden Preis aufzu­halten, gescheitert sei. Daß für diesen Versuch manche Voraussetzungen gegeben waren, haben wir hier am Samstag in großen Zügen dargelegt. Ein tief­gegliedertes, die natürlichen Hindernisse, die das unübersichtliche, vielfach eingeschnittene Gelände bietet, geschickt ausnutzendes Verteidigungssystem bot Rückhalt für stärksten Widerstand. Auch aus einem interessanten PK.-Bericht von südwärts der unteren Somme, den wir gestern veröffentlichen konnten, wird ersichtlich, daß es für die deutschen Soldaten unfaßbar war, wie der Franzose sich eine von der Natur so begünstigte Stellung ent­reißen lassen konnte. Aber das Unfaßbare ist ge­schehen. In viertägiger Schlacht haben deutsche In­fanterie- und Panzerdivisionen in enger Zusam­menarbeit mit der Luftwaffe starke feindliche Kräfte zerschlagen und andere zum Rückzug gezwungen. Es ist kein Zweifel, daß der Franzose unter dem deprimierenden Eindruck der erlittenen Niederlage in Flandern dem unerhörten Elan des deutschen Ansturms auch unter dem Charakter seiner Kampfes- weise sehr entgegenkommenden Verhältnissen nicht mehr standzuhalten vermag, wenn es auch vielfach zu äußerst heftigen Kämpfen gekommen ist, bei denen die mit Vorliebe in erster Linie eingesetzten Kolonialtruppen, vertierte Neger vom Senegal, unseren braven Soldaten schwer zu schaffen gemacht haben. Aber der deutsche Angriffsgeist blieb auch diesen gegenüber unwiderstehlich.

Weygands Versuch einer neuen Frontbildung ist also gescheitert. Der Bewegungskrieg, den er ver­meiden wollte, hat sich in einer Breite von 350 km zwischen der Kanalküste und der Maas entwickelt und nimmt den Verlauf, den die deutsche Krieg­führung mit .ihrem Operationsplan beabsichtigt. Hinter der durchbrochenen Weygand-Linie mußten die französischen Armeen sich in offener Feldschlacht stellen. Das Tempo des deutschen Angriffs bestimmt der rechte Flügel, der jedoch diesmal nicht wie beim Vormarsch 1914 in der Luft hängt und daher an der Marne von einem Umfassungsmonöoer Galienis aus Paris her bedroht werden konnte, sondern An­lehnung an der Küste findet und zudem dem Feinde so überlegen ftt, daß er diesen nach dessen Zurück- weichen aus der Weygand-Linie südlich der Somme bereits in rastloser Verfolgung vor sich hertreibt in Richtung auf die untere Seine, deren stark ge­krümmter Unterlauf dem hier anscheinend schon auf der Flucht befindlichen Gegner zum Verhängnis werden kann, da das energische Nachdrängen der deuftchen schnellen Truppen ihm kaum Zeit mehr lassen wird, sich in den natürlichen Abschnitten, die die zwischen steile Ufer des normannischen Kreide­plateaus sich ihren Weg zur Küste bahnenden Flüsse bieten, noch einmal festzusetzen. Die Seine, mit 776 Ian der drittlängste der französischen Ströme, ist als Hauptverkehrsader von der Küste zur Haupt­stadt für die Versorgung von Paris und des ganzen Pariser Beckens von eminenter Bedeutung. Daß der Fluß bereits Kriegsgebiet ist und sein Seehafen Le Havre ständig unter schwersten Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe liegt, leitet einmal die voll­ständige Trennung der Verbündeten eiy, ein in allen Feldzügen der Kriegsgeschichte sehr wesent­liches Moment, und vermehrt zudem die Verwir­rung im Nachschubgebiet der im schwersten Kampf stehenden französischen Armeen. Auch der Flücht­lingsstrom der nach Westen und Süden flutenden Evakuierten belastet die französischen Etappen­straßen, die zudem durch die ständigen Bomben­angriffe deutscher Kampfgeschwader empfindlich ge­stört werden. Weygands Wort von derletzten Viertelstunde", als zündende Anfeuerung zu äußer­stem Einsatz gedacht, scheint einen andern Sinn be­kommen zu sollen. Die Flucht der Regierung Rey- naud aus der Haupfttadt nach Tours, einer schönen

0ftfüffe tarn es zu heftigen Hachtgefech- t e n zwischen unseren Schnellbooten und britischen Zerstörern. Unsere Boote kehrten vollzählig zurück.

Oie Narvikkämpfer.

Deutsche Soldatenehre unter schwersten Kampfbedingungen hochgehalten.

Oslo, 11. Juni. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen, General von Falkenhorst, erließ folgenden Tagesbefehl an bie deutschen Soldaten der Kampf­gruppe Nwrvik:Am 9. April seid Ihr auf Befehl des Führers in Norwegen gelandet und habt von diesem Tage ab mit beispielloser Zähigkeit un­ter großen Entbehrungen und trotz aller Wetterun- bilden diesen Raum gegen alle Angrifte eines viel­fach überlegenen Gegners verteidigt und ge­halten.

Mit Stolz unb Bewunderung haben Wehrmacht und Heimat Euer tapferes Ausharren verfolgt, hat die ganze Welt Anteil genommen an Eurer bei­spiellosen Standhaftigkeit und Eurem heldenhaften Ausharren. Zwei harte Monate lang habt Ihr pflichtgetreu unter härtesten Anstrengungen und Mühen im winterlichen Norden deutsche Sol- datenehre unter schwer st en Kampfbe­dingungen hochgehalten und Proben höch­sten stolzen Soldatentums abgelegt. Was Ihr ge­leistet, erduldet und gelitten habt, wird ewig in der Geschichte der deutschen Wehrmacht fortleben und unvergessen bleiben. Wir gedenken in dieser Stunde mit Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit der Kameraden, die ihre Treue zu Führer und

General der Artillerie Haase hat mit seinem £orps am 15. Mai in kühnem Vorstoß die ständigen französischen Befestigungen bei Mouzon und bei N6ziöre-Charleoille durchbrochen, durch seine - Maßnahmen den Uebergang über die Maas er­zwungen und den W/g in der entscheidenden Rich- Ung geöffnet. Er hat dadurch zum Gelingen der Kesamtoperattonen maßgeblich beigetragen. Für die erfolgreiche Durchführung des Durchbruchs war fern jerfönlidjer Einsatz entscheidend. Oberstleutnant 3 e b e r, Kommandeur eines Infanterie-Regi- nents, hat am 10. Mai mit seinem Regiment in sfoüanb die starke Peel-Stellung durchbrochen und i^durch der Dort eingesetzten Fallschirmdivision den Vormarsch in die Tiefe ermöglicht. Die tatlräftme Durchführung dieser Aufgabe war entscheidend jur Le rechtzeitige Herstellung der Verbindung mit den Mich von Rotterdam operierenden Luftlandetrup- ssn. Am 17. Mai fiel Oberstleutnant Weber die Auf- iahe zu, mit seinem Regiment vor Einbruch der Dunkelheit in die Befestigungslinie von Antwerpen enzudringen. Auch diese Aufgabe löste Oberstleut- innt Weber erfolgreich. Feldwebel Hoffmann «'zwang durch rücksichtslosen persönlichen Einsatz len Uebergang über die Maas, indem er im femd- lchen MG.- und Artilleriefeuer an der Spitze seines yUges selbst übersetzte und durch sein Beispiel seine Pioniere mit sich riß. Seiner geschickten Führung mb seiner Tatkraft ist es zu danken, daß em ftar« fr s Fort der Befestigungslinie von Maubeuge in kirzer Zeit mit geringen Verlusten genommen roer- len konnte. Ungeachtet des feindlichen Abwehrfeuers furzte er mit seinem Zuge an die osttvärtigen Kup- ssln unb an den Eingang des Forts und fetzte fo v irkungsvoll Sprengmunition ein, baß ber Gegner Ich nach kurzem Widerstand ergab.

liert. Ihr seid Sieger geblieben und habt Euch unvergänglichen Lorbeer erworben. Ich danke Euch aus vollstem Herzen für Eure Leistungen, die übermenschlich waren und von jedem' das Letzte verlangten. Ich bin stolz auf Euch und mit mir die gesamte Wehrmacht in Norwegen. Ich beglückwünsche Euch zu dem herrlichen Sieg, Reich mit dem Leben besiegelt haben. I den Ihr errungen habt und spreche Euch allen Soldaten! Der Gegner hat den Irieg auf« meine Anerkennung zu dem gewaltigen Erfolg

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Vom historischen Balkon des Palazzo Venezia verkündete der Duce am Montagabend unter Begeisterung des ganzen italienischen Volkes, daß den Botschaftern Englands unb Frankreichs die Kriegserklärungen übergeben worden waren. Unsere aus Rom telegraphisch übermittelten Bilder zeigen rechts den Duce während feiner historischen Rede und links einen TeU ber ihm zujubelnden Menschenmenge. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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