Ausgabe 
12.5.1940
 
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folge unjerer jungen Luftwaffe bewundert, die dem einst so übermütigen Albion bewiesen haben, daß sein Wahlspruchßritannia rules tne waves der Vergangenheit angehört. Hat sich aber wohl jeder von uns überlegt, was es bedeutet, eine solche Luftwaffe in roeniaen Jahren aus dem Nichts zu schaffen, sie mit dem besten Material der Welt zu versehen und ihr eine Ausbildung zu geben, die sie den anderen Luftmächten, die Jahr­zehnte für ihren Ausbau zur Verfügung hatten, weit überlegen macht? Denkt daran, daß ihr schon im Frieden gesehen habt, wie unsere Luftwaffe Tag und Nacht, auch an Sonn- und Feiertagen, geübt und sich für ihre Aufgaben im Kriege gestählt hat, wie manches junge Leben schon vor dem Kriege im Dienst für das Vaterland geopfert wurde, was es aber heißt, mit Sturzkampf- oder anderen Kampfflugzeugen einen Angriff gegen den Feind zu fliegen, der die Flugzeuge mit Massen von Flak oder Fla-MG. beschießt, oder auf einen feuerspeien­den Flottenoerband herunterzustoßen, stets ge­wärtig, durch Treffer in lebenswichtige Teile des Flugzeuges am Boden zu zerschellen oder in den Meereswogen ein nasses Grab zu finden. Das wollen wir uns vor Augen halten, um den Helden der Luft gebührende Bewunderung und Dank zu zollen. Wenn bisher unsere Städte und Dörfer, unsere Arbeitsstätten von feindlichen Luftangriffen verschont geblieben sind, so verdanken wir das ge­wiß nicht Dem Edelmut oder der ritterlichen Krieg­führung unserer Feinde, am wenigsten der Eng­länder, sondern nur der ihnen wohlbekannten Treff­sicherheit unserer Flak und den schneidigen An­griffen unserer Jäger, besonders aber der Furcht vor einer Vergeltung durch unsere weit überlegene Luftwaffe, die, das wissen sie wohl, furchtbar fein wurde.

Auch was unsere den Feinden an Zahl weit un­terlegene Seemacht geleistet hat, seien es die schweren Seestreitkräfte und die Torpedowaffe bei Erzwingung der Landung gegen feuernde norwe­gische Küstenbatterien, seien es die leichten See- streitkräfte, Schnellboote, Minenleger und Minen­räumboote sowie Dorpostenboote bei der Abwehr feindlicher U-Boote und Minen, seien es unsere unvergleichlichen U-Boote bei der Bekämpfung der feindlichen Kriegsflotte und im Handelskrieg, ist schlechthin vorbiwlich. Welche sorgfältige Friedens­ausbildung die Grundlage zu den Erfolgen gebildet hat und welch' wagemutiger Einsatz dazu gehört, das könnenLandratten" im vollen Umfange nicht ermessen, wir können es nur bewundern. Das aber wissen wir, wie heldenmütig unsere Seestreitkräfte ihr Leben einsetzten und wie unsere blauen Jun­gens zu sterben wissen. Sie haben es in den Fjor­den bei der Erzwingung der Landung und vor Narvik bei der Abwehr weit überlegener englischer Seestreitkräfte gezeigt. Die Derluste an Menschen und Schiffen sind schmerzlich, aber die Opfer waren nicht vergeblich gebracht.

Angesichts der herrlichen Siege im Norden wol­len wir aber nicht der Kämpfer vor dem Westwall vergessen. Ihrer Hingabe ist es zu ver­danken, daß unser Oberkommando der Wehrmacht unbesorgt die Kräfte für anderweitige Operationen frei machön konnte und dazu auch fernerhin -in der Lage sein wird. Glaube niemand, daß unsere West- wallkämpfer eine Nebenrolle spielen und daß die Kämpfe in den weit vorgeschobenen Dorpostenstel- lungen keine hohen Anforderungen an die dortigen Frontkämpfer stellen., 2)as Gegenteil ist der Fall. Schon das entsagungsvolle anstrengende Wachen bei Tag und Nacht, bei jedem Wind und Wetter, bas Standhalten bei den häufigen Artillerieüber­fällen, die aufreibende und gefahrvolle ständige Ar­beit an der Verbesserung der Stellungen unter feind­lichem Beschuß, sind Aufgaben, die vollen Einsatz fordern. Dazu kommt der nie aufhörende Ausbil­dungsdienst, bei dem alle Erfahrungen verwertet und hohe Anforderungen an Körper und Geist ge­stellt werden. Wenn wir noch dazu die häufigen äußerst kühnen Spähtruppunternehmen rechnen, so sehen wir, daß auch in diesem Kampfgebiet nicht geschlafen wurde.

Und nun, wo auch imWe st.e n die große Stunde geschlagen hat, wo die deutsche Wehrmacht zum großen Entscheidungskampf angetre» ten ist, gedenken wir in der Heimat in diesen Pfingsttagen unserer Frontkämpfer mit heißem Dank. Sie sichern mit ihrem Einsatz unser friedliches Leben, vor allem aber den Endsieg und unserem geliebten Vaterlande eine glückliche Zukunft. Wenn wir ihnen diesen Dank und die feste Zuversicht auf den Sieg zum Ausdruck bringen, so stärken wir ihren Sieges­willen und ihren Mut für die großen und schweren Aufgaben, vor die sie in Deutschlands Schicksalskampf gestellt werden.

Die ersten Stuka-Vomben aus Frankreich.

P.K. Eben sind unsere Stukas vorn ersten Angriff zurückgekehrt. In den frühen Morgenstunden erfolgte der Alarm. Der Kommandeur hält eine kurze Besprechung mit seinen Staffelkapitänen ab, und anschließend werden die Besatzungen in ihre Auf­gaben eingewiesen. Jeder kennt sein Ziel genau. Schnell sind sie in ihren Maschinen, als erster star­tet der Gruppenkommandeur. Nur wenige Minuten hat es gedauert, und die Einheit sammelt sich zur Anmarschformation.

In eiligem Flug geht es über die Grenze hinein ins feindliche Land. Unten lagert dichter Dunst, oben wird es besser. Flakfeuer der Maginotlinie bleibt wirkungslos. Kurz danach find sie in dem Raum, der die befohlenen Ziele einfchlieht. Weiter, höher! Die Stuka-Augen haben sie augenblicks er­faßt. Sie kommen in das Visier, die Geräte werden klar $ur Auslösung gemacht, und so setzt ein Staffel­kapitän zum Sturz an Stuka für Stuka tut es ihm nach. Das Ziel im Visier, die Hände am Knopf, stürzen sie, bis die Auslösung der Bombe zu erfolgen hat. Dann geschieht es; die Vernichtung brinaenöe Last der Maschine ist ihrer Bestimmung zugeführt. Deutlich sieht man die Flugzeug­hallen des Platzes zerbersten. Dunkle Rauch­wolken stellen sich schnell ein. Die Flugzeughallen, die daneben liegen, werden vom gleichen Schicksal ereilt. Feuer und Rauchsäulen steigen zum Himmel. Jeder einzelne Treffer konnte einwand­frei festgestellt werden. Und immer wieder regnen die Bomben auf die Ziele, was an Vernichtung für sie bestimmt ist. Nur noch eine Halle ist unbeschädigt. Ein Oberleutnant nimmt sich ihrer an. Auch sie bricht im Feuer seines Stukas zusammen und brennt lichterloh.

DiefranzösischeFlakschießtwiewild, aber ohne Erfolg. Unsere Stukagruppe fliegt heimwärts und sieht französische Ortschaften, in denen die Menschen in dichten Haufen auf der Straße stehen. An Höhe gewinnend entzieht sich der deutsche Verband neu aufkommendem Flakfeuer und bann erfolgt die Landung. Schnell sind die Stukas,

die unheimlicher Präzision ihre Aufgaben gelost haben, wieder mit neuer Last versehen und stehen bereit für neue Befehle.

Herbert Stolberg.

Havas meldet antideutsche

Kundgebungen in holländischen Städten

Berlin, 11. Mai. (DNB.) Havas gibt aus Brüssel Meldungen des belgischen Rundfunks über antideutsche K-u n d g e b u n g e n in ver­schiedenen holländischen Städten.* Die Fensterscheiben mehrerer deutscher Büchereien sollen zertrümmert sein. Weiter habe die holländische Polizei deutsche Reisebüros und andere deutsche Agenturen geschlossen.

über französisch

PK. Nachts gegen 2 Uhr wird es lebendig auf dem Flughafen im Westen, auf dem unsere Kampfflugzeuge auf den Tag warteten, da sie zum erstenmal den Gegner fassen können. Als Die Bomben in die Maschinen verladen werden, ist der Bann gebrochen und das für die schneidigen jungen Flieger harte Warten hat ein Ende. Ein Aufatmen geht durch die Reihen, als der Einsatz­befehl bekannt wird. Endlich! Sie reden nicht viel. Sie wissen, jetzt ist ihre große Stunde gekommen.

Dämmerung liegt noch über dem Lande, als die ersten Maschinen zum Feindflug starten. Sie haben die Aufgabe, Einfatzhäfen der feindlichen Luftwaffe im Norden Frankreichs mit Bomben zu belegen. Als sie die Reichsgrenze er­reicht haben und in französisches Gebiet einfliegen, kommen sie in schwerftes Flakfeuer. Der Gegner scheint das Schlimmste zu erwarten, er feuert aus allen Rohren. Aber geschickt weichen die Kampfflugzeuge, die heute nicht zum erstenmal im feindlichen Feuer liegen, aus und erreichen ihr Ziel.

Was dann folgt, ist das Werk weniger Sekunden. Ruhig nimmt der Bombenschütze sein Ziel aufs Korn. Die Bomben müssen hinunter. Grelle Feuer­scheine zeugen von ihrer Wirkung. Dann geht es zurück. Wieder werden sie durch feindliches Feuer fliegen müssen, zuvor aber stürmen sechs Mo­räne, die oben und unten anzugreifen versuchen, auf unsere Maschinen. Ihr Angriff findet ein über­raschendes Ende im konzentrischen Feuer unserer MG.-Schützen, deren Feuerstöße gut sitzen. D e r

D. K. Die Männer der Division, die zum Stoß auf die holländische Grenze angesetzt war, kommen von einer zweitägigen Hebung. Sie haben keine Nachtruhe gehabt, und als sie gegen 18 Uhr in die Quartiere rücken, liegt der Befehl für den Einsatz für sie bereit. Der BefehlEs geht los!" hat alle Spuren begreiflicher Müdigkeit ausgelöscht.

In dem Bereitstellungsraum nahe der Grenze hören die Soldaten, während sie in der Nacht vom 9. zum 10. Mai auf das Stichwort warten, die De­tonationen der Sprengungen, die in dieser Nacht auf holländischer Seite durchgeführt werden. End­lich ist es 5.35 Uhr. Sie Reichsgrenze wird überschritten. Die Vorausabteilungen erhalten auf der rechten Flanke Feuer und nehmen sofort den Kampf auf. Sperren befinden sich auf der ganzen Straße. Baumsperren find es, die quer über dem Weg liegen. Betonsperren das sind mit Zement ausgegossene Durchlaßrohre, in die man Eisenschienen eingebaut hat und die fest mit der Straßendecke verankert sind. Nichts aber gibt es, was unseren Pionieren widerstehen könnte. Während der erste feindliche Widerstand nördlich einer Grenz­stadt von den Vorausabteilungen gebrochen wird und die ersten Gefangenen gemacht werden, beseiti­gen die Pioniere die Hindernisse. Kein noch so kleiner Flußübergang, der nicht gesprengt war. Auch die große Eisenbahnbrücke über die Maas und die Straßenbrücke sind gesprengt. Das Sprengen der Brücken zwingt zum Uebergang mit Pioniergerät. Als die Pioniere zum Uebersetzen rüsten, erhalten sie von jenseits heftiges Feuer. Ein Bunkevsystem von nicht zu unterschätzendem Aus­maß madpt einen kampflosen Uebergang unmöglich. Hachaus spritzt das Maaswasser unter dem Kugel­regen, und es ist kein beruhigendes Gefühl, die Schlauchboote unserer Pioniere in den MG.-Garben zu benutzen.

Aktuelle 6

Die Niederlande Land der Fluß­mündungen.

Die Niederlande, gelegentlich auch nach einer der wichtigsten ProvinzenHolland" genannt, sind das Land am Unterlauf der wichtigsten nordwest-euro­päischen Flüsse: des Rheins, der Maas und (zum Teil auch) der Schelde. Sie führen ihren Namen aus diesem Grunde sehr zu Recht. Weithin ist das Land durch Dämme dem Meere abgerungen und vor Flußüberschwemmungen geschützt; umgekehrt sorgt ein ausgebreitetes Kanalsystem für eine plan­mäßige Bewässerung des Landes und ist Grundlage der überaus regen Landwirtschaft und Gärtnerei und besonders einiger Spiezialkulturen wie Blumen­zwiebeln, die am besten in sandigem Boden bei relativ hohem Grundwasserstand gedeihen. Holland ist mit seinen 34 181 Quadratkilometern (qkm) nicht ganz so groß wie die Mark Brandenburg; es ent­spricht etwa der Größe von Württemberg und Baden zusammengenommen. Seine Bevölkerungs­zahl ist mit 8,7 Millionen Einwohnern sehr hoch. Seit gut drei Jahrhunderten lebt aber das Land nicht allein vom eigenen Boden, sondern mindestens eben­so sehr, wenn nicht mehr, vom Meere Fischerei und Schiffahrt sowie von seinem ausgebreiteten Kolonialbesitz, der auch heute noch etwa 60mal so groß ist wie das Mutterland: Dabei haben gerade die Engländer die Kriege des 17. und 18. Jahr­hunderts benutzt, um sich auf Kosten der Nieder­lande an Kolonien zu bereichern. Wir erinnern an Südafrika und Ceylon. Neben dem Kolonialhandel hat sich in den letzten Jahren auch eine recht rege Industrie entwickelt, die sogar eine starke Aus­fuhr von Schiffen, Flugzeugen, Kunstseide sowie Radio-Apparaten betreibt. Die Niederlande zählen nicht weniger als sieben Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern, an der Spitze liegen Amster­dam, Rotterdam und der Haag.

Belgien und Luxemburg.

Beide Staaten werden oft zusammen genannt, obwohl sie nach räumlicher Größe und Einwohner-

Da die vorliegenden Meldungen sich ausschließlich auf belgische und französische Quellen berufen, wollen wir zunächst gespannt eine Bestätigung dieser unge­heuerlichen Berichte abwarten. Sollten sich diese Be­richte jedoch bewahrheiten, dann muß sich die bol­ländische Regierung darüber im klaren sein, daß Deutschland angesichts der zahlreichen holländischen Staatsbürger innerhalb des deutschen Reichsgebietes genügend Möglichkeiten besitzt, um schnell und dra- stisch mit den notwendigen Repressalien zu antworten. Es ist Sache der holländischen Regierung, sich zu den vorliegenden ungeheuerlichen Meldungen schnellstens zu äußern und sie schleunigst zu demen­tieren.

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Gegner drehte ab. Ohne Verluste kommen un­sere Maschinen sämtlich wieder zurück.

Noch einmal sind die Nerven aufs höchste an­gespannt, als kurz vor der Reichsgrenze erneut eine Menge Jagdflugzeuge gesichtet wird. Aber wenig später ist die Spannung vorüber, es sind deutsche Jäger, die für ihre Kameraden vom Kamp geschwader den Jagdschutz Übernehmen.

Kurz nach Mittag sind die Maschinen erneut in der Lust. Wieder gilt es, französische Häfen heim­zusuchen. Die Männer machen sich auf eine stärkere Abwehr als in den Morgenstunden gefaßt. Dann kommt die Ueberraschung. Im Feuerbereich der Maginotlinie bleibt wieder Er­warten Der Feuerregen aus. Was ist mit dem Franzmann los? Hat er bereits am Vormittag fein Pulver verschossen? Ein, einzigesmal nur ver­suchen drei französische Jäger den Weg zu kreuzen. Einer, der zu nahe kommt, erhält wohlgezieltes MG.-Feuer und kippt dann nach unten ab. Die Maschine wird nicht mehr gesehen, wahrscheinlich mußte sie zu Boden.

Schlechte Sicht zwingt eine unserer Gruppen, län­gere Zeit über ihrem Z i el zu kreuzen. Unge­achtet der Gefahr warten aber unsere Flieger den geeigneten Augenblick ab und dann haben auch diese Bomben ihr Ziel erreicht. Ohne ernsthafte Be­drohung geht es zurück. Unsere Kampfflugzeuge haben heute schwersten Dienst hinter sich. Aber die Müdigkeit macht der Freude Platz, die ihnen die großen Erfolge des ersten Tages an der Westfront gebracht haben. Baun

Aber nur einmal können unsere Soldaten überrascht werden. Panzerjäger und Artillerie so­wie die schweren Waffen des übersetzenden Batail­lons übernehmen den Feuerschutz der Pioniere. Unsere Geschütze kämpfen in kurzer Zeit die feuer­speienden Betonklötze nieder. Besondere Schwierig­keiten machen die von den Holländern eingesetz­ten MGs., die ihr Wirkungsschießen erst beginnen, wenn unsere Uebersetzwelle in Strommitte ist. Aber auch sie werden erfaßt. So werden in zwei Stunden siebzehn starke Kampfanlagen des Gegners ausge­schaltet.

Inzwischen hat eine direkt von uns eingesetzte Aufklärungsabteilung mit einer Radfah­rer- und Reiterschwadron den Fluß überschritten und ist vorgestoßen. Auch unsere Pioniere haben zusammen mit den Kameraden der Infanterie den Brückenkopf gebildet. Der Uebergang über die Maas ist gesichert.

Wenige hundert Schritt oberhalb der Maas liegt der Marktplatz eines alten Städtchens. In dieser Morgenstunde ist er Gefangenensammelplatz und Mittelpunkt der neugierigen Zivilbevölkerung, die diesem soldatischen Treiben fassungslos gegenüber« steht. Beinahe mitten in der Stadt sind die Geschütze in Feuerstellung gegangen. Im Klirren der herun­terfallenden Fensterscheiben ist wohl der Krieg zu spüren, im ganzen aber macht die Zivilbevölkerung an diesem Krieg einen wenig beteiligten Eindruck. Man hat Verständnis für das deutsche Vorgehen. Mitten in das bunte Bild bellen die Flugzeug­abwehrkanonen. Das wahre Gesicht dieses Kampfes um die Maas zeigt sich, als ein englischer F l i e g er über der Maas erscheint, aber durch das konzentrische Flakfeuer sofort zum Abdrehen ge­zwungen wird. Ein englischer Flieger und unter ihm verbluten irregeführte Holländer für England.

Leutnant Biebrach.

zahl sehr verschieden sind. Und doch liegt in dieser gleichzeitigen Nennung ein doppelter Sinn: einmal sind seit dem 22. Dezember 1920 beide Staaten durch eine Zoll- und Wirtschaftsunion verbunden und dann haben beide Staaten in der Geschichte vielfach das gleiche Schicksal erlebt. Freilich ist Luxemburg im heutigen Sinne sehr viel klei­ner als es früher war. Damals umfaßte es auch (wenigstens teilweise) das Gebiet der jetzigen süd­östlichen belgischen Provinz Luxemburg. Im Gegen­satz zu den Niederlanden ist Belgien sehr viel industrieller. Nur 20 v. H. der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig gegen 52 v. H. in den Niederlanden. Belgien hat das dichteste Eisenbahn­netz der Welt. Seine Kohlenvorräte sind wegen ihrer Güte und ihrer Größe berühmt. Die eigenen Eisenerze sind im wesentlichen abgebaut. Dagegen hat sich eine starke Hüttenindustrie auf der Grund­lage von Eifenerzeinfuhr entwickelt. Daneben wer­den auch alle anderen Metalle einschließlich des Radiums verhüttet, das in großen Mengen in Bel- gisch-Kongo gefunden wird. Seit alter Zeit ist Bel­gien früher die südlichen (oder auch spanischen) Niederlande genannt durch seine hochentwickelte Fertigwarenindustrie berühmt: von den Brüsseler Spitzen angefangen über Waffenfabrikation und Glasbläserei bis zu der modernen chemischen und Elektro-Jndustrie (einschließlich Aluminium- und Stickstofferzeugung), wobei Elektrizität und Chemie Zusammenwirken.

Das Land ist etwas kleiner als die Niederlande, aber zählt fast ebensoviel Einwohner. Es umfaßt 30 500 qkm, was der doppelten Größe Badens ent­spricht. Die Einwohnerzahl beträgt 8,4 Millionen. Brüssel mit seinen Vororten ist fast eine Millionen­stadt; daneben spielt Antwerpen mit rund einer halben Million Einwohner als Hafen- und In­dustriestadt eine hervorragende wirtschaftliche Rolle, z. T. im Wettbewerb mit Rotterdam. Weitere Groß­städte sind Lüttich und Gent. Allgemein bekannt ist, daß sich Belgien in Eupen-Malmedy eine wich­tige Ausfallstellung gegen das untere deutsche Rheinland sicherte und die französische Besotzungs»

Agent 7?r. 930.

Wer sich in den letzten Wochen und Monaten in Holland aufgehalten hat, der weiß schon nach der rein äußerlichen Betrachtung der dortigen Ver­hältnisse ein Lied zu fingen von der sogenannten Neutralität" dieses Landes. Die Buchläden und Kioske voll von antideutscher Hetzliteratur, von Emlgranten-Memoiren" und englisch-französischen Propagandaschriften! Die Zeitungen sich überschla­gend in Sympathieerklärungen für die plutokratische Sache und in der Produktion von Lügenmeldungen bei gleichzeitiger scheinheiliger Beteuerung ihrer Neutralität! Die Menschen vielfach verängstigt und wild gemacht durch heimtückisch ausgestreute Ge­rüchte! Dennoch mag der harmlose Besucher alle diese Stimmungsbilder nur als Zeichen einer mehr gesinnunasmäßigen Verbundenheit zwischen den politisch führenden Schichten Hollands und den Kriegshetzercliquen in London und Paris gewertet haben. Er konnte auch nicht ahnen, daß sich hinter diesem ganzen Stimmungszauber etwas viel Ernsteres verbarg: die Beteiligung der hollän­dischen Regierung an den englischen Aggressions­und Umsturzplänen gegen das Deutsche Reich.

Heute haben wir den Beweis dafür in Händen, daß nicht nur Belgien, sondern gerade auch Holland sich zum Söldling der Londoner Pluto- kratie hat erniedrigen lassen. Der Bericht des Reichs­innenministers an die deutsche Reichsregierung vom 29. März 1940 enthält darüber eine solche Fülle von Tatsachen und dokumentarischen Hinweisen, daß ein Zweifel an der bewußt feindseligen Haltung der Niederlande nicht möglich ist. Da ist beispielsweise der Fall des Generalmajors van Oorfchot, der beim britischen Geheimdienst öle Agentennum­mer 930 führte. Dieser Mann hat es mit seiner Stellung als Chef des holländischen Informations­dienstes im niederländischen Generalstab für verein­bar gehalten, nicht nur die in Holland arbeitenden englischen und französischen Nachrichtenoffiziere vor jeder polizeilichenBelästigung" zu schützen, sondern auch die von der englischen Regierung ins Auge ge­faßten» Umsturzpläne auf das Nachdrücklichste zu fördern.

Freilich war dieser holländische Generalstabsoffi­zier selber nur ein Mittelsmann zwischen den beiderseitigen Staatsspitzen in London und Den Haag. Denn als der bekannte englische Agent Ste­vens, der heute in deutscher Gefangenschaft sitzt, im Herbst vorigen Jahres von Lord Halifax den Auftrag erhielt, Umsturzverhandlungen mit einer vermeintlichen deutschen Opposittonsgrupve aufau- nehmen, da wandte er sich zwar an Oorschot, aber dieser unterrichtete sofort den Chef des Sta­bes des Oberkommandos der holländischen Land- und Seestreitkräfte und erhielt erst von ihm, also der höchsten militärischen Autorität seines Landes, die Weisung, sich durch Entsendung eines anderen' holländischen Generalstabsoffiziers namens Klop im englischen Sinne an den Umsturzverhandlungen zu beteiligen und seiner vorgesetzten Dienst­stelle laufend über den Stand der Dinge zu b eri ch - len. So kam es zu den bekannten Gesprächen der englisch-holländischen Agenten mit den Männern der deutschenOpposition", die in Wirklichkeit Beamte der Geheimen Staatspolizei waren. Trotz der Fest­nahme der feindlichen Unterhändler bei Venlo und trotz der Enthüllung ihrer Absichten aber hat die holländische Regierung nicht aufqehört, sich politisch, militärisch und wirtschaftlich als Büttel der britischen Geldsäcke gegen Deutschland zu betätigen. H. Ev.

Politik bis in die letzten Schlußfolgerungen mitge» macht hat. Dr. Ho.

Wie Holland und Belgien entstanden.

Belgien und Holland sind die klassischen Beispiele für die staatlicheAbschälung der Gegen- k ü st e". England hat stets die Forderung vertre­ten, daß sich an den gegenüberliegenden Küsten der Nordsee uno des Atlantischen Ozeans kein kräftiger Staat bildet. Es hat erst den hundertjährigen Krieg gegen Frankreich, dann die Kriege gegen Lud­wig XIV. und Napoleon geführt und vertrug sich erst mit Frankreich, als die Lebenskraft dieses Lan­des zurückging und zugleich die deutsche Mitts Europas politisch geeinigt wurde. Ebenso hat es die Aufstandsbewegung der Niederlande gegen die burgundisch-spanischen Herrscher ihre hervor­ragendsten Vertreter waren Karl V. und Phi­lipp II. mit allen Mitteln gefördert. Der Agent der Königin Elisabeth für die Niederlande war Thomas Green. Als die Holländer während des 30jährigen Krieges eine wirtschaftliche (und teil­weise auch militärische) Großmachtstellung erwar­ben, wurden sie durch die Navigationsakte Crom­wells (1651) und den anschließenden ersten eng­lisch-holländischen Krieg empfindlich geduckt.

Navoleon eroberte Belgien und Holland, um von Antwerpen aus den Engländerndie Pistole auf die Brust zu setzen". In Erinnerung an diesen Schreck traten die Engländer die holländische Seemacht war inzwischen ganz ungefährlich ge­worden und das Land überschuldet auf dem Wiener Kongreß von 1815 für die Schaffung einer Groß-Niederlande ein, die Holland, Bel­gien und Luxemburg umfaßte. Mit französischer Unterstützung brach 1830 in Belgien eine Re- Dolution aus, die von Brüssel aus rasche Fort- chritte machte. Trotz erbitterten und langen Wider- tandes der Holländer wurde der belgische Staat als Kompromißlösung zwischen Frankreich und England konstituiert. Holland anerkannte erst 1839 die Unabhängigkeit Belgiens. Er erhielt ein Schmer­zenspflaster dadurch, daß die eigentliche Schelde- mündung und zwar auch im Süden hollän­discher Besitz blieb und von der holländischen See- estung Vlissingen beherrscht wird, sodaß die Ein- und Ausfahrt zum Hafen von Antwerpen nur un­ter niederländischen Kanonen vor sich gehen konnte.

Japan bereitet sich vor

ans dentotalen Kriegszustand«.

Tokio, 11. Mai. (DNB.) Kriegsminister H a t a erklärte auf einer Tagung der Oberpräsidenten, daß es jetzt an der Zeit ist, Japans Schicksal in fester Entschlossenheit in die Hand zu nehmen, da im Hinblick auf die innen- und außenpolitische Lage Aufstieg oder Untergang des japanischen Kaiserreiches auf dem Spiele steht." Japan müsse mehr denn zuvor auf dentotalen Kriegs- zu st and" eingestellt werden, was von der ge- amten Nation neue Opfer und Lasten und die Hintansetzung von Privatinteressen zum Wohle bes_ Staates und zur Durchführung der großen Aufgaben des Aufbaues und der Neuordnung im Fernen Osten erfordere. Die japanische Wehrmacht hab- an der chinesischen F? o n t große Er« olge errungen, aber die Tschiangkaischek-Regierung setze unverändert ihren Widerstand f o. 141 von dritten Mächten weiterhin unterstütze