Gietzener Anzeiger
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(90. Jahrgang Nr. 1(0
Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags
General-Anzeiger für Oberhefsen Sietzen, Schulstratze 7-9
Monats-B ezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.93 mllustrierte „ 1.80 lebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Sonntag, (2. Mai (M
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Das stärkste Korts -er Festung Lüttich gefallen.
Oer Kommandant und 1000 Mann gefangen genommen. — Das deutsche WestheerZin rasch fortschreitendem Angriff. — Erster Großangriff auf die Basis der feindlichen Lufiwaffe.
Berlin, 11. 2Hai. (MB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Das stärkste Forts der Festung Lüttich, Eben Emael, das die Hebergänge über die Waas und den Albert-Kanal bei und westlich Maastricht beherrscht, hat sich heute nachmittag e r - geben. Der Kommandant und 1000 Wann mitten gefangengenommen. Das Forts wurde schon am 10. Wai durch eine ausgesuchte Abteilung der Luft- roaffe unter Führung von Oberleutnant W t h i g und unter Einsatz neuartiger Angriffsrnittel kampfunfähig gemacht und die Besatzung u i e d ergeh a l t e n. Als es einem von Horben angreifenden Verband des Heeres nach hartem Kampf gelungen war, die Verbindung mit der Abteilung Witzig herzusiellen, hat die Besatzung ihre Vaffen gestreckt.
Der Wehmachtsbericht vom Samstag.
Führer-Hauptquartier, 11.Wai. (DVV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Das deutsche W e st h e e r hat nach Heberschreiten der holländischen, belgischen und luxemburgischen Grenze die feindlichen Grenztruppen in Holland und Belgien überall geworfen und ist trotz Zerstörung zahlreicher Brücken und Sperren euer Art in rasch fortschreitendem Angriff. Fallschirm- und Luftlandetruppen sind an verschiedenen Stellen abgeseht und im Begriff, die ihnen obliegenden Sicherungsaufgaben durchzu- fiihren.
3m rollenden Einsatz unterstützten Verbände der Luftwaffe das Vorgehen des Heeres, indem sie Befestigungsanlagen und Stellungsbauten, Warsch- kolonnen und Truppenlager angriffen, Straßen, Eisenbahnlinien und Brücken durch Bombentreffer beschädigten oder zerstörten. Die weitreichende Auf- llärung brachte Klarheit über die feind
lichen heeresbewegungen.
Wit massierten Kräften führte die deutsche Luft- fraffe ferner am 10.Wai den ersten Großangriff gegen die Bafis der feindlichen Luftwaffe in Frankreich, Belgien und ben Niederlanden. 72 Flugplätze wurden angegriffen, 3—400 feindliche Flugzeuge am Boden vernichtet, zahlreiche Flugplahanlagen und hallen durch Brände und Explosionen zerstört. Besonders empfindlich wurden die französischen Luft- ssühpunkte Weh, Nancy, Reims, Rommilly, Dijon unb Lyon getroffen.
3n Luftkämpfen verlor bet Feinb 23 Fluglage. 11 eigene Flugzeuge würben abgef(hoffen, 15 weitere werben vermißt.
Der Feind griff, wie schon gemeldet, am 10.5. die Stadt Freiburg mit Bomben an unb warf in ber Nacht vom 10. zum 11. 5 Branb- unb Splitterbomben auf brei Orte im Ruhrge- bief, wobei zwei Zivilpersonen getötet, mehrere verletzt unb geringer Sachschaben verursacht würbe. Drei feinbliche Flugzeuge würben burch Flak ab- gefchossen.
Versenkt würben: Durch Bomben zwei Han- delsfchiffe mit 5000 unb 2000 Tonnen zwischen La- lois unb Dünkirchen, burch ein eigenes U-Boot em seinbliches U-Boot, burch ein Schnellboot ein feinb- licher Zerstörer. „ _
3n Norwegen ist die Lage unverändert. Vor Narvik gelang es, ein britisches Schlachtschiff unb einen Kreuzer mit mehreren Bomben verschiebenen Kalibers zu treffen.
Wie dis belgische MS genommen wnrde.
Ein Besuch beim Hauptmann Koch.
(DK.) mtitten im Vorfeld an der belgischen Grenze treffen wir Hauptmann Koch, der mit feinen Männern den verwegenen Angriff aus ore Brücken des Albert-Kanals durchfuhrte, fo daß zwei von ihnen nicht in die 2uft gesprengt zu werden brauchten. MG.-Nester und Schutzen tamp- fön verzweifelt mit dem Feind um leben fußbreit Boden. Von Anfang an lag d e r Brucken- kopf in deutscher Hand. Nun wird seine Basis erweitert, oor allem die Verbindungen zu den anderen Punkten hergestellt, die durch die verwegene Tat des Hauptmanns m deutsche Hand kamen. Flieger haben den Manern von der Erde ^Wir? können uns nur in der Deckung des Grabens unterhalten, denn die Kugeln pfeifen vom gegenüberliegenden Turm über uns hinweg. Hauptmann Koch, eine straffe, große sportliche sehnige Gestalt, erzählt von seinem Auftrag, dessen Erledigung ihm und seinem Oberleutnant W i tz r g das Ritterkreuz eintrug. Auf dem Gelände angekom men, das gegen Sprengungen gesichert werden mußte, luden die Flugzeuge ihre Soldaten aus. So fort nahm jeder seine Funktion als MG.-schütz, als Sicherer der Sprengkammern usw. wahr. Wie die Löwen gingen die Männer ran, und ste erreichten es, daß in Kürze di e B r ü ck e n k o p f e gekommen waren. Zwei Brucken kamen völlig un beschädigt in unsere Hand, ste werden so dem •ön santerienachschub dienen«
Nachdem das Kommando erst einmal die Brücken in Besitz genommen hatte, bewährte es sich auch in seiner zweiten Aufgabe, den gewonnenen Brückenkopf zu halten. Zum Nachmittag war Infanterie eingetroffen, die den Schutz der Brücken übernahm. Die größte Tat aber vollbrachte das Kommando, in dem es 1200 Belgier in einem Forts einfchloß und gefangennahm. Mitten ins Gebiet des Forts hatte Oberleutnant Witzig seine Maschinen gesteuert. Ihm gelang der große Schlag. Nach maßloser Ueberraschung und trotz heftiger Gegenwehr wurden 1200 Belgier gefangengenommen.
Zwei in ihrer Art einzige Taten wurden an diesem ersten Tage der großen deutschen Offensive im
Westen zum Vorbild der gesamten kämpfenden Truppe. In großer Bescheidenheit nahmen die Offiziere und ihre Mannschaften die Ehrungen zur Kenntnis, die sie infolge der erbitterten Kampfhandlungen nur durch Meldeabwurf der Flieger und dann zum ersten Male persönlich durch unseren Mund vernahmen. Dr. Hermann Kindt.
Generalfeldmarschall Göring in seinem Hauptquartier.
Berlin, 11. Mai. (®31B.) Generalseldmarschall Göring Hal sich am 9. Wai in fein Hauptquartier begeben.
Feindliche Amben auf einen Kinderspielplatz.
Dreizehn Kinder bei dem Angriff auf das offene Freiburg getötet.
Berlin, 11.Mai. (DNB.) wie bereits gemeldet, haben am 10. Wai brei feinbliche Flugzeuge bie offene Stabt Freiburg im Breisgau mit Bomben angegriffen, obwohl sich in Freiburg keinerlei militärische Anlagen befinben. Die feinblichen Flugzeuge bewarfen babei einen Kinderspielplatz mit Bomben, auf bem sich eine größere Anzahl von kinbern sorglos vergnügte. Dreizehn kinber im Alter von 5 bis 12 Jahren würben burch ben Bombeneinschlag getötet.
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Als im Weltkrieg französische Flieger unter Führung des damaligen Kapitäns de K i r y l l i s die offene Stadt Karlsruhe mit Bomben belegten und zahlreiche Frauen und Kinder töteten , ging ein Schrei des Entsetzens durch die Welt, soweit diese nicht deutfchseindlich gesinnt war. Nach dem Weltkrieg wurde jenes Verbrechen auch in d e n Län
dern verurteilt, die vorher ihre ehrliche Meinung über diese Tat nicht zu äußern gewagt hatten. Man gab sich der Hoffnung hin, daß eine derartige Ausschreitung gegen Wehrlose niemals wieder vorkommen werde. Die Flieger, die jetzt die offene Stadt Freiburg bombardierten und dabei auch 13 unschuldige Kinder töteten, haben aber jene Annahme einer humanen Kriegführung Lügen gestraft. Sie haben damit zugleich der französischen Soldatenehre, wie einst im Weltkrieg, einen Schandfleck zugefügt, der bei allen anständigen Franzosen als eine brennende Schmach empfunden werden dürfte. Frankreich — und natürlich auch England — muß sich darüber im klaren sein, daß Deutschland iich künftig ein derartiges Austoben hemmungsloser Elemente nicht mehr gefallen lassen wird. Der Feind hätte es sich, falls ein solches Verbrechen gegen die wehrlose Zivilbevölkerung offener deutscher Plätze sich wiederholt, nur selbst zuzuschreiben, wenn dann von uns mit gleicher Münze zurückgezahlt würde.
Der „wirkliche" Krieg.
Was italienische Blätter aus Paris berichten.
Mailand, 11. Mai. (Europapreß.) Der Pariser Korrespondent des „Corriere della Sera" schreibt, die deutschen Angriffe gegen die Flugplätze mehrerer französischer Städte und andere Ziele hätten in Paris gezeigt, daß der Krieg ein anderes Aussehen annehme. Die Detonationen der Bomben, die bei Pontoise abgeworfen wurden, seien deutlich in Paris gehört worben. Jedoch habe sich das Aussehen der französischen Hauptstadt noch nicht wesentlich weder durch den Fliegeralarm noch durch die Aufsehen erregenden Ereignisse verändert. Nur die Gasmasken würden wieder häufiger mitgeführt, doch hätten wenige Leute Paris verlassen. Die Menge scheine r e s i g n i e r t zu sein, als ob sie diese Ereignisse für unvermeidlich gehalten hätte. Die französischen Militärkritiker betonen, der Krieg habe jetzt begonnen: die entscheidende Stunde habe geschlagen. Vielleicht wolle der Feind sich nur Hollands unb Belgiens bemächtigen, um neue Stützpunkte für bie Flotte unb bie Luftwaffe gegen England zu erhalten. Aber es könne sich auch um den Entscheidung stampf handeln. Der Militärkritiker bes „Temps" schreibt, englisch- französische Truppen führten ben seit langem vorbereiteten Plan für ben Fall bes deutschen Einmarsches in Holland unb Belgien burch. Man müsse mit Ruhe bie Ereignisse abwarten, auf bie man völlig vorbereitet gewesen sei.
Unter bem Eindruck der allgemeinen Bestürzung, mit ber sich bie Franzosen so plötzlich vor den „wirklichen Krieg" gestellt sehen, gab — wie „Messaggero" berichtet — ber Ministerpräsident Reynaud am Freitagobenb bie Umbilbung seiner Regierung bekannt. Die Umbilbung habe, so erklärt
der Pariser Vertreter des „Messaggero", in den parlamentarischen Kreisen keine Ueberraschung hervorgerufen. Dies bedeute jedoch nicht, daß die Umbildung von allen gebilligt werde, selbst wenn der Ministerpräsident darauf Hinweise, daß nun Vertreter allerParteien an der Regierung teilnähmen. Jedenfalls sei es Reynaud gelungen, unter dem Einfluß der äußeren Umstände jene „Nationale Union" zu verwirklichen, die in gewissen Kreisen schon seit langem gefordert und als ein Allheilmittel betrachtet worben sei.
In Paris werben nach wie vor die Post- unb Telegraphenbüros sowie die Zeitungsverkaufsstellen belagert. Eine einfache Fernsprechverbindung von Paris mit ber Umgebung ber Stabt erforbert stun- benlanges Warten. Auf ben Bahnhöfen herrscht Hochbetrieb. Diele Pariser bringen ihre Kinder aufs Land. Die Stimmung ber Bevölkerung ist außerordentlich nervös. In den Cafes und Gaststätten flauen sich die Menschen unb besprechen die Ereignisse.
Für Frankreich, so berichtet „Irrbuna" aus Paris, hätten nach monatelanger Ruhe die Ereignisse vom Freitag unb Samstag ein rauhes E r - wachen mit sich gebracht. Man fühle, daß Frankreichs Zukunft jetzt ber Einsatz sei. Schon bie Ereignisse ber ersten beiden Tage des jetzt im Westen hart entbrannten Kampfes bestimmten bie Pariser Presse dazu, zu schreiben, es sei nicht leicht, Holland zu helfen. Auch am Samstagmorgen, berichtet „La- voro Fascista" aus Paris, fei bie Bevölkerung von einem vierzig Minuten währenden Fliegeralarm beunruhigt worden.
Das Kabinett Churchill.
Kriegshetzer aus allen Parteien.
Kopenhagen. 11. Mai. (DNB.) Wie amt- lieh aus London bekanntgegeben wirb, hat ber Oberkriegshetzer Churchill nunmehr die neue Regierung gebildet. In diesem Kabinett sind die brutalsten Kriegstreiber und glühendsten Deutschenhasser aller Parteien vereint. Dem Kriegskabinett gehören an: Ministerpräsident Churchill, der zugleich Minister ber nationalen Verteibigung ist, als Lordpräsident des Ministerrates Chamberlain, Außenminister Halifax, als Lordsiegelbewahrer Attlee und als Minister ohne Portefeuille Greenwood. Weiter erfährt man, daß Eden Kriegsminister unb Sinclair ßuft- fahrtmimster würben. Erster Lorb ber Admiralität würbe Alexanber. Die letzten brei gehören nicht bem Kriegskabinett an. ,
Der Londoner Nachrichtendienst meint hierzu allen Ernstes, bas sei ein Kabinett ber „Persönlichkeiten". Wie aus ber Zusammensetzung dieser Regierung hervorgeht, haben sich die Liberal e n, bie Labour-Leute unb die Konservativen plötzlich verbrüdert, sämtlich beseelt von bem Wunsch, den Krieg auszudehnen unb das deutjche Polt zu vernichten
Londoner Besorgnisse.
Mailand, 11. Mai. (Europapreß.) Der Londoner Korrespondent des „Corriere della Sera" schreibt, mehr als die eigentliche Kabinettsumbildung unter der Leitung von Winston Churchill interessiere die Engländer die Frage, ob die neue Regierung endlich imstande sein werde, eine erfolgreiche Kriegführung zu verwirklichen, was bisher nicht ber Fall gewe|en sei. Im Volk unb in den politischen Kreisen bestehe bie Befürchtung, baß bie neue Regierung auf den alten Fehlern der Kriegführung beharre. Ihr Grundfehler sei, in acht Monaten noch nicht begriffen zu haben, baß bas Deutschlanb von 1940 nicht mehr das Deutschland von 1914 sei, und daß die deutsche Kriegführung jung, neu, rasch unb kühn sei. Chur- will werbe als ein junger Mann an Dorstellungsvermögen und Initiative, wenn auch nicht an Jahren, angesehen. Man dürfe aber nicht vergessen, daß er in seinem ganzen Leben Dillettant in der Politik, in der Literatur und in ber Strategie gewesen sei und jeder Engländer frage sich, ob sich der neue. MMerpräsident is Äser str schweren
Unseren Frontkämpfern znm Pfingstfest.
Don Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. O.
Wenn wir in unserer deutschen Heimat diS Pfingsttage froh begehen unb uns an ber jetzt so besonders schönen Natur mit ihrem jungen Grün unb der verschwenderischen Blütenpracht so recht von Herzen erfreuen können, so sollen um so mehr unsere Gedanken bei unseren tapferen Frontkämp- ern weilen, deren heldenmütigem Einsatz wir es. verdanken, daß wir auch in diesem Kriegsjahr „das liebliche Fest" froh, ohne Sorgen unb in Sicherheit feiern können.
Das Geschehen ber letzten Wochen mar so gemalt tig, baß Worte zu schwach sind, um ber atemraubent den Folge ber Ereignisse Ausdruck zu verleihen. Wer hüte noch vor einem kurzen Monat gedacht, baß bie verruchten Pläne ber Feinde, neutral Länder, die ben Frieben mollen, in ben Krieg hin* einzutreiben, so schnell und mit so muchtigen Schlä-i gen vereitelt merben mürben! Was burch ben raschen unb kühnen Entschluß bes Führers, bie geniale Planung des Oberkommandos der Wehr- macht, bie gründliche Vorbereitung, bie mustergült tige Führung, das vorbilbliche Zusammenwirken ber drei Wehrmachtsteile und den heldenmütigem Einsatz vom jüngsten Wehrmachtsangehörigen bis zu den Führern aller Grabe erreicht morden Lst, kennt in der Kriegsgeschichte aller Zeiten kein Beit spiel.
Wir aber in der Heimat, die mir so memg vom den Kriegsereignissen in Mitleidenschaft gezogen werden, es sei denn, baß wir um liebe Angehörige bangen, bie an ber Front täglich unb stündlich ihr Leben einsetzen, wollen in den Festtagen versuchen, uns ein wenig in bie Lage ber Männer zu versetzen, bie uns burch ihren Einsatz dieses friedliche! Leben ermöglichen.
Wißt ihr, Volksgenossen in der Heimat, was es heißt, im rauhen Norden bei Narvik, wo jetzt noch Schnee unb Eis bie Herrschaft führen, Tausende von Kilometer von ber Heimat entfernt, unter Entbehrungen unb täglichen Kämpfen bie Wacht zu halt ten, zu.verhindern, daß unseren Feinden bie lebens-, wichtigen Erze zufließen? Ihr habt mit berechtigtem Stolz ben stürmischen Siegeszug unserer Truppen durch Süb- und Mittelnormegen verfolgt. Möge aber niemanb glauben, daß unseren Kämpfern die Früchte bes Sieges in den Schoß gefallen sind. Jin Gegenteil, es mußte im nordischen Winter ein Ge- birgsgelände übermunden merben, das schon an sich einem raschen Vormarsch unüberwindlich erschein nenbe Widerstande entgegensetzte, bem landeskunt bigen Verteibiger aber zäheste Abwehr erlaubte, zumal ba er in dem, freilich trügerischen, Glauben mar, auf tatkräftige Hilfe ber englischen und französischen Truppen rechnen zu können. Wenn dieser Widerstand in meniger als vier Wochen überwun- ben, bie Truppen der Westmächte zu schmählicher Flucht von ihren Landungsplätzen gelungen mürben, so ist bas eine Leistung ber beutschen Führung und jebes einzelnen deutschen Soldaten, bis an das Fabelhafte grenzt. Sie ist nur möglich gewesen, roeil der deutsche Soldat in unermüdlicher Friedensarbeit eine Ausbildung genossen hat, bid ihn jeber noch so schmierigen Aufgabe gewachsen machte, meil er gewohnt roorben ist, seinem Kör-! per fast übermenschliche Anstrengungen zuzumuten, meil er mußte, baß seine Bemaffnung und Ausrüstung vollendet sind, meil er erzogen morden ist zu glühender Vaterlandsliebe, zum Siegesmilleit und zu höchster Opferbereitschaft.
Mit Recht habt ihr in der Heimat die stolzen Ei>
Stunde noch dem Dilettantismus in der Kriegfüh* rung hingebe. •
Als erste Ausnahmeverfügung fei in England, so berichtet „Lavoro Fascista" aus London, bie Sperre! aller Pfingsturlaube in ben öffentlichen Aemtern, in ber Industrie, im Handel und Bankmesen erlassen! morden. Der Bevöskerung sei nahegelegt worben, nicht mehr ohne Gasmaske bie Wohnungen zu verlassen und die Derdunkelungsvorschriften streng 3Ui befolgen. Im Hilfsdienst für die Fliegerabwehr feil h ö d) ft e Alarmbereitschaft angeorbnet worben. Die Nachrichten über bie Bombarbierung englischer unb französischer Flugplätze in Frankreich, die von ber englischen Presse in sensationellster Aufmachung veröffentlicht worben seien, hätten in England gewaltigen Eindruck gemacht.
Holländische Flotte unter englischem Oberbefehl.
Stockholm, 12. Mai. (Europapreß.) Die fjofc ländische Kriegsmarine ist, wie „Aftonbladet" auÄ bem Haag meßet, unter britisches Oberkommanbo gestellt worben. Mit englischen Seestreitkräften zusammen soll die holländische Flotte bie holländische Küste bewachen. In ber Meldung wirb weiter mitgeteilt, daß zahlreiche holländische Fischerfahrzeuge zu Hilfsbooten umgebaut unb mit Geschützen be». stückt worben sind. ,
Aktivität der deutschen Lustwaffe bei Narvik.
Stockholm, 11. Mai. (Europapreß.) „Svenska Dagbladet" berichtet, daß bie beutsche Luftwaffe am Freitagfrüh im gesamten Gebiet von Nars v i k sehr aktiv gewesen sei unb sowohl britische Wasserstreitkräfte außerhalb Narviks als auch die Truppen ber Norweger unb Westmächte nörblich und norbostlich von Narvik erfolgreich bombar- b iert habe. Ein französischer Sturzbomber, ber von brei Jagbflugzeugen begleitet gewesen sei, habe versucht, bie strategisch wichtige Norbals* Brücke, bie westlich von ber Eisenbahnstation! Bjoermefelb gelegen ist, zu bombarbieren. Die beutsche Flugabwehr sei aber sehr aktiv gewesen, so baß ber Bombenangriff des Franzosen ergebnislos verlaufen fei. Vielmehr fei der Angreifer abge$ schollen woHen. -------- — - - r-4


