Ausgabe 
12.1.1940
 
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Aeitag,l2.)anuar 1940

Nr.lOLrftes Blatt

Sofia, Januar 1940.

Franzosen in Tuchfühlung kamen.

geht, in ucn «iw " ------

nachdenklicheren Gesprächen sozusagen eine Bilanz des abgelaufenen Jahres gezogen wird, die natürlich gleichzeitig verbunden ist mit dem Versuch, auch einen Blick in die Zukunft zu tun und den Schleier der Ungewißheit ein wenig zu lüften. Bei den Be­trachtungen über das abgelaufene Jahr kommt dabei immer wieder die Auffassung zum Ausdruck, daß das Jahr 1939 für Bulgarien höchst bedeutsame Entwicklungen gebracht hat, die erst recht für die Gestaltung des künftigen Schicksals des Landes un­zweifelhaft von weitreichender Bedeutung sein wer­den. Und fragt man nicht nur einen geschulten Poli­tiker, sondern irgendeinen unbefangenen Mann der Straße, welches politische Ereignis des abgelaufenen Jahres wohl nach seiner Meinung das für Bul­garien wichtigste und bedeutsamste gewesen sei, so wird er bestimmt antworten: das deutsch-rus-

festigt ist seine, des Bulgaren eigene Weltanschau­ung, zu stark gesichert sein staatliches Fundament im Wirtschaftlichen und im Geistig-Kulturellen, als daß er nun, um irgendeinen Halt zu suchen, Ideologien

erzielen.

Diese Intervention in Finnland, so heißt es dann weiter, müsse aber noch durch efiie kraftvolle Ablenkungsaktion an einigen anderen Punk­ten des riesigen Sowjetreiches ergänzt werden, und zwar sei ganz besonders günstig die Ge­gend des Schwarzen Meeres, die den alliierten Flotteneinheiten zugänglich sei. Franzö-

ter, ob als Reichstagspräsident, ob als Minister­präsident in Preußen, schließlich als Obersten Be­fehlshaber der Luftwaffe, ferner als Generalbevoll­mächtigten für den Vierjahresplan, als Vorsitzender des Reichsverteidigungsausschusses, überall hat Hermann Görings Persönlichkeit mit äußerster Energie und mit dem starken Willen zum Sieg den Erfolg erzwungen. Er hat sich dabei immer an den guten deutschen Brauch erinnert, als Kämpfer alles zu wagen, nicht nur Hiebe zu geben, sondern wenn es sein muß, sie auch zu tragen. Der Erfolg ist mit dem Feldmarschall gewesen, ein Erfolg, der immer verdient, weil er hart erkämpft war. Das groß­deutsche Volk grüßt den Feldmarschall zum 12. Ja­nuar und gelobt, mit ihm auszuharren, bis der volle Sieg in diesem dem deutschen Volk auf­gezwungenen Krieg errungen ist.

zen Meereseine Ermutigung bringen", die große Folgen nach sich ziehen könnte. Eine solche ener­gische Initiative der Alliierten, so meint der mili­tärische Mitarbeiter des französischen Blattes ab­schließend, würdeimmense Resultate" haben

Erst jetzt, nach dreizehntägiger Verspätung gegen­über dem übrigen Europa, begeht Bulgarien das Neujahrsfest. Und so kommt es, daß erst jetzt, da im orthodoxen Kalender das alte Jahr zu Ende den Zeitungen und ebenso auch in etwas

schen, daß die Erwartungen und Zukunftshoffnun- gen, die Bulgarien auf diese Zusammenarbeit setzt, reiche Erfüllung finden.

Oerbutgariich-russischeHandelsvertrag

Sofia, 11. Jan. (Europapreß.) Die gesamte bulgarische Presse äußert ihre Freude über die Unterzeichnung des bulgarisch-russischen Handelsver­trages und den herzlichen Telegrammaustausch zwi­schen dem sowjetrussischen Außenkommissar M o l o - t o w und dem bulgarischen Handelsminister und Hauptdelegierten B o s ch i l o f f. Das BlattZarja" schreibt, die Unterzeichnung des Handelsvertrages mit Sowjetrußland sei nicht nur von großer wirt­schaftlicher Bedeutung für Bulgarien, sondern eine jahrhundertelange politische Freund­schaft werde neu unterstrichen. Die Unterzeich­nung des Handelsvertrages feit ein großer Erfolg für Bulgarien.

fische Verständigungsabkommen vom

Oer Feldmarschall.

Zu Hermann Görings Geburtstag am 12. Januar.

________________ . 1 Richthofen anoertraut wurde, so be-

oder ideologischen Einseitigkeiten oder Festlegungen. , weist das an sich schon, über welch hohe militärische Für den Bulgaren ist Rußland eben Rußland, und' Qualitäten Hermann Göring als junger Offizier es wird immer für chn Rußland bleiben Zu ge-1 verfügt hat. Wäre der unselige Zusammenbruch nicht gekommen, so hätte Hermann Göring im deutschen

Die Ausweitung des Krieges

Militärische Wunschträume in Paris

Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8^/,Uhr des D ormittags

Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen

von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen

von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B

Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr.

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und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.

Schändliche Lügenmanöver in London

Berlin, 11. Jan. (DRB.) Die feindliche Pro­paganda bemüht sich, die Wirkung abzuschwächen, die am 9. Januar 1940 die erfolgreichen Angriffe der deutschen Luftwaffe auf englische Be­wachungsfahrzeuge und Geleitzüge gehabt haben. Dabei wird behauptet, die deutschen Flugzeugbe- satzungen hätten auf die Besatzungen der angeblich friedlichen Handelsschiffe geschossen und sogar noch die Rettungsboote unter Feuer genommen.

Aus Grund der Feststellungen, die nach Rückkehr der Flugzeugbesatzungen getroffen wurden, kann gesagt werden, daß diese Behauptungen frei er-

Bulgarische Hoffnungen

Bon unserem A.<§ -Berichterstatter.

Kriegsziel Romantik.

Gegen kein Kulturvolk kann der Vorwurf natio­naler Selbstabschlietzung unberechtigter erhoben werden, als gegen das deutsche. Dieses Volk der Mitte hat sich von allen europäischen Fragen durch­bluten lassen, hat alle Probleme des Abendlandes an seinem eigenen Leibe bis an die Grenze töd­licher Krankheit erfahren und erlitten. Es zerrieb ich an der Fragwürdigkeit europäischer Zukunft, während andere Nationen die nutzbaren Garben irr der Scheune des Nationalstaates zu bergen wußten.

So gewannen die frühen Nationalstaaten des Westens ein Bild von Deutschland, das ihnen im Laufe der Zeit lieb wurde und das sie heute noch bewahren als beruhigendes Wissen vom ungefähr" lichen Nachbarn, der sich in die letzten Fragen des Daseins vrebohrt und darüber vergißt, wie er seine Kinder und Enkel ernähre. Die Zipfelmütze als deutsche Angelegenheit! Bequeme Anschauungen gibt man nicht gerne preis. So sind heute jene west­europäischen Schicksalsgestalter zu verstehen, die sich Deutschland nur als passiven geistigen Resonanz­kasten vorstellen können, auf dessen Saiten sie den Bogen führen, genug daß es dichte und töne. Ein Volk der Dichter und Denker ist wohl ein chwieriges Kind, aber es ist ein Kind, das die alterfahrene Elternweisheit des Verdienens, Nüt­zens und Gewinnens nicht besitzt, das sich überall dorthin gängeln läßt, wo ihm seine Spiele gewiß ind, aber wo das Zuckerbrot immer wieder nur von ;en Händen der klügeren Geschwister gereicht wird.

Dieses Bild ist heute anachronistisch, denn es ist historisch. Deutschland hat den Traum seiner Kind- hett hinter sich. Es meldet sich biologisch gesehen als Mann und redet zu Greisen. Diese Greise aber wollen es nicht' wahrhaben, daß ihre in ferner Jugendzeit gewonnenen Maßstäbe heute veraltet sind wie Elle und Unze. Sie messen noch damit und kommen so zur falschen Rechnung. Auch jene Franzosen, die im Geruch stehen, dasDeutsche Wesen" zu verstehen, zehren im Grunde von den Erinnerungen ihrer napoleonischen Großväter. So formulierte Francois-Poncet einmal in sei­nen Berliner Tagen:Im Grunde ist doch E i ch e n- dorff das Größte, was die Deutschen je hervor­gebracht haben."

Was liegt nun in solcher Wertschätzung? Ein romantisches, schwärmerisches Deutschland, ein Deutschland der kleinen Fürstenhöfe, ein Mosaik lieblicher Landschaften und possierlicher Kleinstaa­ten. Das Posthorn erschallt im Grund, Poeten ver­träumen die Zeit in ärmlichen Mansarden. Pro­fessoren stolzieren durch die Gaffen kleiner Univer­sitätsstädte. Deutsche Jungfrauen schmachten den

eben aus ihrer inneren Verbundenheit mit dem bulgarischen Volke das stärkste Verständnis gehabt haben für die berechtigten nationalen For ° 6 erun gen Bulgariens. Und ein jeder Bul­gare weiß, daß auf dem heute so wichtigen wirt- schafttichen Gebiete gerade Deutschland und Ruß­land ihm das Meiste und Wichtigste zu geben ver­mögen, daß also Bulgariens Zukunft in einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Deutsch­land und mit Rußland am gesichertsten erscheint. So sind also Bulgariens Hoffnungen für das neue Jahr aufs engste verknüpft mit den beiden ihm am nächsten stehenden Völkern, mit dem deutschen und mit dem russischen. Man kann nur hoffen und wün-

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unden sind. Es muß im Gegenteil betont wer- en, daß von den bewaffneten Handels­schiffen zuerst das Feuer auf unsere Flugzeuge eröffnet wurde. Die Ehre der deutschen Luftwaffe wird durch derartige Schänd- lichkeiten nicht beschmutzt. Die englische Propa­ganda unterschiebt wie immer anständigen Solda­ten Methoden, die die Engländer selbst mit U-Bootfallen und ähnlichen Piratenkniffen täglich handhaben. Aber der Baralong-Fall ist in der Welt noch nicht vergessen!

©er Wehrmachtsbericht vom Donnerstag.

Französischer Vorstoß bei Saarbrücken abgewiesen.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Grenzgebiet südlich Saarbrücken wurde ein feindlicher Vorstoß in Stärke einer Kompanie im sofortigen Gegenstoß abgewiesen. Der Gegner verlor Tote und Gefangene.

Bei Grenzüberwachungs- und Auf- ktärungsftügen an der Westfront kam es zu mehreren Luftkämpfen. Hierbei wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Ein deutsches Flugzeug wurde bei der Verfolgung eines Feindes in der Gegend von Kolmar durch Boden­berührung vernichtet.

Bei einem erneuten Versuch, Flugplätze an der deutschen Küste mit Bomben anzugreifen, wurden neun britische Bombenflugzeuge vom Mu­ster Vristol-Vtenheim in der Deutschen Bucht von vier deutschen Flugzeugen gestellt. Im Verlauf des Kampfes wurden drei britische Flugzeuge abgeschossen, ein weiteres so stark beschädigt, daß es vermutlich seinen Heimathafen nicht mehr er­reichte. Die deutschen Flugzeuge kehrten aus diesem Kampf gegen eine mehr als doppelte Ueberlegenheit ohne Verluste zurück.

Cxeter" gesunken?

Die Meldung eines argentinischen Blattes.

Buenos Aires, 11. Jan. (DNB.) In Schlag­zeilen teilt das AbendblattPampero" mit, daß der englische KreuzerExeter" 80 Mei­len von Bahia Bianca (im Süden der Provinz Buenos Aires) gesunken sei. Die Mannschaft soll von dem französischen SchlachtschiffDunkerque" übernommen und nach den Falklandinseln weiter­befördert worden sein. Dieser Tatbestand decke sich auch mit den Aussagen von Aerzten und Pftege- personal, das zur Hilfeleistung dorthin entsandt wurde und die Anwesenheit desExeter" nicht f e ft ft e 11 e n konnte.

Heere eine glänzende Karriere gemacht; aber das Schicksal hatte es nun einmal so bestimmt, daß der Feldmarschall sich den Weg selbst suchen und bahnen mußte, um das deutsche Volk wieder groß und frei zu machen. Die Vorsehung fügte es, daß er in München auf den Führer stieß, um gemeinsam mit ihm den deutschen Wiederaufstieg in harten Kämpfen vorzubereiten. Es sind harte Kämpfe gewesen, in denen es immer wieder darauf ankam, sich selbst rücksichtslos für die Sache einzusetzen, wie an jenem 9. November 1923 auf dem Marsch zur Feldherrn- halle in München. UeberaU da, wo der Führer den Feldmarschall einsetzte, ob als politischer Beauftrag­

anderer Völker nachginge.

Aus dieser flaren und sicheren Einstellung und Haltung heraus ergab es sich nun, daß man auch in all den letzten Jahren, wenn man als Deutscher nach Bulgarien kam, immer wieder gefragt wurde: Warum bloß könnt Ihr Euch mit Rußland nicht vertragen? Warum sollte es denn nicht möglich fein, gerade zwischen diesen beiden Völkern eine Brücke zu finden, die sich gegenseitig so viel zu geben haben? Diese Fragestellung entsprach einer in tiefer Ueberzeugung wurzelnder Einstellung eines jeden Bulgaren, nämlich seiner gefühlsmäßig wie auch verstandesmäßig in gleicher Weise unterbau­ten Sympathie und Freundschaft dem deutschen Volke gegenüber. Der Bulgare achtet, schätzt und liebt das deutsche Volk, dessen hervorragendste Eigenschaften er besonders deutlich während des Weltkrieges erlebte. Und weil er das deutsche Volk schätzt und liebt und nicht weniger, wenn auch aus aanz anderen Empfindungen heraus sich zum russi- jchen Volk hingezogen fühlt, darum beschäftigte ihn immer wieder der Gedanke und der Wunsch, das deuffche und das russische Volk möchten die sie tren­nenden Gegensätze überwinden. Denn für den Bul­garen, der ja ein stark gefühlsbetonter Mensch ist, war es immer beinahe schmerzlich, in einem Gespräch mit einem Deutschen oder mit einem Russen immer die.eine Hälfte seines Herzens sozusagen zum Still­halten verurteilen zu müssen. Und nun ist dies auf einmal nicht mehr nötig. Nun besteht ein verständ­nisvolles Zusammenarbeiten zwischen dem deutschen und dem russischen Volke. Nun ist Wirklichkeit ge­worden, was ein jeder Bulgare immer wieder her­beigesehnt hat. Und darum übertreibt man nicht, wenn man feststellt, daß das deutsch-russische Ver­ständigungsabkommen in ganz Bulgarien geradezu wie eine befreiende Tat empfunden wurde und daß sich ein jeder Bulgare von diesem politischen Ge­schehnis geradezu persönlich betroffen fühlte

Genau so aber, wie nun der Bulgare bei einer Rückschau auf das abgelaufene Jahr jene deutsch- russische Verständigung als das bedeutsamste Er­eignis anficht und empfindet, genau fo sammeln sich seine Hoffnungen für das nelie Jahr und für die Zukunft seines Landes und Volkes auch wieder um dieses bedeutsame Ereignis. Denn es ist ihm nach den Enttäuschungen der letzten zwei Jahrzehnte klar geworden, daß Deutschland und Rußland die beiden großen starken Mächte find, die feit jeher

Don dem Generalfeldmarschall Hermann Göring gilt es, daß er allezeit ein Kämpfer gewesen ist, immer bereit, sich selbst rücksichtslos einzusetzen. Am 12. Januar wird der Feldmarschall 47 Jahre alt, ist also noch verhältnismäßig jung, hat aber als treuester Paladin des Führers bei der Schöpfung und Gestaltung Großdeutschlands fo viel geleistet, daß er einstmals zu den Großen deutscher Geschichte zählen wird. Als junger Leutnant stand er in Mül­hausen im Elsaß, als im Hochsommer 1914 der Krieg ausbrach, den die tückische englische Politik vorbereitet hatte, um mit dem deutschen Kaiser­tum das deutsche Volk staatlich und politisch zu zertrümmern. Es gehört der Kriegsgeschichte an, daß der Leutnant Hermann Göring einer der ersten deutschen Soldaten war, die nach der Kriegserklärung mit den

Genf 12.Jan. (DNB.-Funkspruch.) Wie ein- fisch-britische Geschwader würden durch Beherrschung gehend man sich in England und Frankreich mit des Schwarzen Meeres jede Petroleumver- dem Plan einer Ausweitung des Krieges durch be- forgung stoppen und auch Rumänien bei maffnete Interventionen in Skandinavien und im derVerteidigung gegen einen sowjetruffischen An- Südosten beschäftigt geht mit zynischer Offenheit, griff" helfen können, denn Odessa wurde unter den aus einem Artikel des militärischen Mitarbeiters Kanonen der alliierten Kriegsschiffe liegen. Ebenso

eines Blattes der französischen Rüstungsindustrie würde Moskau gezwungen, im Kaukasus be-

hervor Hier wird zunächst die Frage einerwirk- trächtliche Streitkräfte zu halten. Schließlich wurden lichen und totalen Hilfe für Finnland" er- die alliierten Flotten den Uferstaaten des Schwar-

örtert und dabei folgenden Wunschträumen Raum --- -----

gegeben: Die Blockade des Hafens Mur­mansk durch ein im nördlichen Eismeer kreuzen­des englisch-französisches Geschwader würde Deutsch­land einerseits an der Benutzung dieses Hafens als Flottenstützpunkt und anderseits die Sowjets an der Verstärkung ihrer Truppen in Lappland auf dem Seewege hindern. Ferner würde die Landung von wenn auch nicht zahlreichen, so doch für einen Feld­zug in der arktischen Zone gut ausgerüsteten fran­zösischen und britischen Landstreitkräften unweit von Petsamo im Zusammenwirken mit den finnischen Truppen ermöglichen, die russischen Truppen aus jener Gegend zu verjagen. Selbst mit relativ ge­ringen Streitkräften würde man große Ergebnisse

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drudt und Verlag: vrühlsche Universitätsdruckerei «.Lange in Siegen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7

August dieses Jahres.

Es ist in der Tat festzustellen, daß kein anderes politisches Ereignis dieses an Überraschungen wahr­haftig überreichen Jcchres 1939 auch nur annähernd einen so tiefen Eindruck auf die bulgarische Öffent­lichkeit, auf das Volk gemacht hat, wie gerade die Unterzeichnung jenes Moskauer Abkommens, durch das die deutsch-russischen Gegensätze einen Ausgleich fanden. Als die Unterzeichnung jenes Abkommens in Sofia bekannt wurde, konnte man überall Worte der Zustimmung hören, so als ob es sich um eine in erster Linie bulgarische Angelegenheit ge­bandelt hätte. In der Tat wurde das deutsch-russi­sche Abkommen in Bulgarien als ein Ereignis auf- gefaßt, das kein anderes drittes Land so nahe be­rührt, wie eben gerade Bulgarien. Stellt doch Bul­garien sozusagen einen Schnittpunkt deutscher und russischer Ausstrahlungen dar. Rußland, das ist in der Vorstellungswelt eines jeden nationalen Bul­garen untrennbar verbunden mit dem Anbruch der nationalen Freiheit, mit der Erringung der staat- .

lichen Selbständigkeit. Oben auf der Höhe des Bal- Es gehört nicht weniger der Kriegs- kangebirges, am Schipka-Paß, liegen ja ruf- gefchichte an, daß Hermann Göring fische Soldaten, die im Kampfe um die Freiheit I in seiner Einsatzbereitschaft zur Flie- Bulgariens gefallen sind und im Schipka-Kloster gertruppe ging, um sich hier schon

beteil russische und bulgarische Mönche für das unvergänglichen Ruhm zu holen. Als

Seelenheil der in jenen Kämpfen Gefallenen. In! das ungeschlagene deutsche Volksheer Sofia selbst aber trägt die Hauptstraße der Stadt 1 bte Waffen niederlegte, war Her­den Namen des Befreier-Zaren, Und jeder Sofioter mann Göring Hauptmann und Korn-

Student zieht abends bei dem unvermeidlichen Bum- manöeur des Jagdgeschwaders Man- mel wohl ein Dutzend mal an dem Denkmal vorbei, fret> von Richthofen. Wenn ein Sal­dos den russischen Zaren darstellt. So wird immer bat mit 25 Jahren Hauptmann wird, wieder der politische Blick auf jenes bulgarisch-russi- menn ihm das Kommando über die sche Zusammenwirken in historischer Stunde gelenkt, vom Feinde gefürchtete Jagdstaffel Dabei ist dieser Blick völlig frei von innenpolitischen * r ' v r '