Ausgabe 
11.12.1940
 
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die Engländer nichts vergessen. (Tosender Beifall.)

Der deutsche Sozialstaat

So haben wir schon im Polenfeldzug Verzicht fern Geist heute hinter mir steht vor allem die leistet auf manche Angriffe, auf ein forsches Vor. deutsche Wehrmacht, Mann für Mann, Os­

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8er Wchtlmg auf Korsika

Nomon von kselnz Lorenz-Lambrecht

!' Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Gebiet waren unsere Waffen bessert (Stürmi­scher Beifall.) Das ist Euer 7$ er bi en ff! Das Ergebnis Eurer Werkmannsarbeit. Eures 'Fleißes und Könnens und Eurer Hingabe! And wenn heute Millionen deutscher Familien

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etwa mit dem Gefühl der geringeren Zahl oder der Unterlegenheit der Waffe. Auf jedem

geleistet auf manche Angriffe, auf ein , , , gehen, well wir der Ueberzeugung waren, daß acht oder vierzehn Tage später das Problem von selber reif werden würde. Wir haben oft große Erfolge

ifad) das war! Im Kasino gehen wollen sogar bis nach der Zehnuhrrevision warten, sie aleick nach der Tür in der Ecke, die zur Latrine Diese Revision stellt einen neuen Gefahrpunkt dar. übrt Sie treten batjmter, lassen sie zu einem klei- Werben di- beiden Seraeanten ihre Auaen heute nen Spalt assen und lauschen. . nicht zu genauerem Hinsehen gebrauchen? Werden

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I lichen Wehrmacht, die von einem neuen Seist erfüllt ist. in die auch der Geist un­serer Volksgemeinschaft eingezogen iff, die jetzt weiß, warum sie eigentlich kämpft. Vir verdanken das unseren Soldaten, die Un- geheures geleistet haben. Aber der deutsche

Es sind noch zwei Stunden, bis völlige Nacht herrscht. Vorher können sie nichts unternehmen. Sie

m opau offen unu luujujkii. .

Noch hört man das Schurren und Trapsen der Kameraden im Hof. Dann verebbt es. Es wird ganz still. Jetzt werden die Sergeanten das Tor nach der Bastion hin, die Kasinotür und die Tur nach der Treppe hin abschließen.

Viktors Herz klopft stark:Wenn nun der Kerl ins Kasino kommt!" flüstert er.

Wenn schon, hinter die Latrinentur guckt er

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große Deutsche Reich erstehen, von dem einst ein großer Dichter träumte. Es wird das Deutschland fein, dem jeder Sohn mit fanati­scher Liebe anhängt, weil es auch für den Aermsten die Heimat sein wird. Ls wird ihm auch das Leben erschließen. Wenn mir aber einer sagt:Das ist eine Zukunftsphanlasie. eine Hoffnung!" meine Volksgenossen, als ich im Jahre 1919 meinen Weg begann als unbekannter namenloser Soldat, da habe ich die größte Zukunftshoffnung mit der größten Phantasie mir aufstellen müssen. Sie ist ver­wirklicht!

Was ich heute mir als Plan fetze und als Ziel stelle, ist gar nichts im Vergleich zu dem. was an Leistung und Erfolg schon hinter uns liegt. Das wird eher und sicherer erreicht wer­den als das. was bisher erreicht werden mußte. Denn der Weg vom namenlosen Unbe­kannten bis zum Führer der deutschen Ration war schwerer als der Weg vom Führer der deutschen Ration zum Gestalter des späteren Friedens sein wird! (Erneuter kosender Bei­fall.) Einst habe ich Anderthalbjahrzehnte lang um Euer Vertrauen kämpfen und ringen müs­sen. heute kann ich dank Eurem Vertrauen f r Deutschland kämpfen und ringen! Und einmal kommt dann wieder die Zett, in der wir ge­meinsam vertrauensvoll ringen werden für dieses große Reich des Friedens, der Arbeit, der Wohlfahrt, der Kultur, das wir aufrichlen wollen und das wir aufrichten werden. Ich danke Euch.

Ein Iubelsturrn ohnegleichen folgt den Schluß­worten des Führers. In den begeisterten Beifall mischen sich tosende nicht endenwollende Heilrufe: Eine großartige Kundgebung für den Führer, die immer mehr sich steigert, bis sie schließlich feierlich in den Liedern der Nation chren Ausklang findet.

Neue Ritterkreuze

für Kämpfer an der West-ront.

Berlin, 10. Dez. (DRB.Funkspruch.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Hee­res das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an fol­gende Offiziere und Unteroffiziere des Heeres ver­liehen: Hauptmann Soe 1 h, Abteilungskomman­deur in einem Artillerieregiment; Hauptmann Eder, Bataillonsführer in einem Infanterieregi­ment; Feldwebel Kluth, Zugführer in einem Schühenregimenl; Unteroffizier Brügge mann, Gruppenführer in einem Infanterieregiment; Un­teroffizier Moder. Gruppenführer in einem Schühenregiment.

nod) ihren Ernährer besitzen, für die Zukun t iviederhaben werden, wenn unzählige Väter, vnzählige Mütter ihre Söhne haben, dann oer- ldanken sie das Euch, meine Rüstungsarbeiler! Ihr habt ihnen die Waffen gegeben, durch die sie so siegen konnten, Waffen, durch die sie cheute so zuversichtttch fein können, daß jeder Soldat weiß: Wir sind nicht nur die besten Soldaten der Welt, sondern wir haben auch Sie besten Waffen der Welt, und nicht nur heute, sondern in der Zukunft erst -recht!

Das ist der Unterschied zum Weltkrieg. Aber rcht nur das, vor allem auch: Der deutsche Sol- i:t hat diesmal seine Munition. Ich weiß llcht, meine Volksgenossen, wenn man hinterher Llh dem Kriege einmal das genau abrechnet, wird ran vielleicht sogar , sagen:Herr, Sie waren ein ^rschwenber, Sie haben Munition machen lassen, ie gar nicht gebraucht worden ist! Es liegt ja vch alles da." Ja, meine Volksgenossen, ich habe Munition machen lassen, weil ich den Weltkrieg (liebt hdbe und weil ich das, was damals eintrat, * mmerden wollte und weil ich sagte: Granaten I tim man ersetzen, Bomben kann man ersetzen, M Menschen nicht! Und so ist in diesem Kampf fi| les Munitionsproblem überhaupt kein Problem m Mesen, nur vielleicht als Nachschubproblem. Und ! cs der Kampf ju Ende war, da hatten wir aus I (i en Gebieten kaum eine Monatsrate unserer Pro- II Htion verbraucht. Wir stehen heute da, g e -

Soldat dankt es Euch Rüstungsar- beitern, daß Ihr ihm die Waffen ge­geben habt! (Brausender Beifall.) Denn gum erstenmal ist er diesmal angetreten, nicht

gesehen hat. Da fiel es diesem aroßen Strategen Churchill ein, den unbeschränkten Luftkrieg bei Nacht zu beginnen. Er hat in Freiburg im Breisgau be­gonnen und das nun weitergeführt. Es ist über­haupt kein Rüstungsbetrieb zerschmet­tert worden, denn nach den englischen Nachrichten ist ja auch das hier sowieso nur noch eine Mondland­schaft. (Erneute stürmische Heiterkeit.) Aber sie haben keinen einzigen Rüstungsbetrieb auch nur außer Betrieb gesetzt. Sie» haben allerdings viele unglückliche Familien getroffen, Frauen und Kinder. Ein Lieblingsziel von ihnen waren die Lazarette. Warum? Man kann sich das nicht er«

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Viktor und Solterbeck lauschen noch eine Weile, dann wagen sie sich aus ihrem Versteck hinter der Tür hervor in das Halbdunkel des Kasinoraumes hinein. 3m Hof draußen ist alles Geräusch ver­stummt. Durch den Spalt über der Holzblende des Fensters bringt ein Stück Himmel. Der letzte rosige Schimmer der Sonne hat sich zerlieft Aber schon leitet ein zarter Opalglanz die Dämmerung em.

Solterbeck geht zu einem alten Kaminloch, m dem sie kurz vor dem Essen ihr Zivil und anderes verstaut haben. Zwei dunkelblaue Wollsweater und eine Mütze für Solterbeck, dazu ein Knäuel starker Kordel die Viktor für seine Letter braucht, auch das notwendigste Handwerkszeug liegt barm für alle Fälle und eine Taschenlampe, die von Damtam erstanden wurde, obwohl sie nicht auf der abge- ftenwelten Liste der erlaubten Derkaufsgegenstänbe * . ' . -. l'7\; - fnnnon fünfen

Auch den Kampf der Luft: Ich wollte ihn nicht. Wir nehmen ihn auf, wir führen ihn zu Ende! Ich wollte ihn nicht. Ich habe mich immer dagegen gewehrt. Wir haben im ganzen Polenfeldzug diesen Kampf nicht geführt. Ich habe keine NachtanHriffe machen lassen. Man sagte in London: Ja, weil sie bei Nacht nicht fliegen können. (Stürmische Heiter­keit.) Nun, ob wir in der Nacht fliegen können, das werden sie unterdessen schon gemerkt haben. Aber man kann bei Nacht nicht so gut zielen, und ich wollte nur kriegswichtige Objekte angreifen, nur an der Front angreifen, nur gegen Soldaten kämp- en, nicht gegen Frauen und Kinder. Deswegen taten wir es nicht. Wir haben es auch nicht in Frankreich getan. Wir haben keine Nachtangriffe geflogen. Als wir den Angriff auf Paris machten, sind nur die Pariser Rüstungsobjekte herausgegrif­fen worden. Unsere Flieger haben wunderbar ge­zielt. Davon konnte sich feder überzeugen, der das

sie nicht entdecken, daß das, was sich unter den Pferdedecken von Viktors und Solterbecks Betten bauscht, nur Wäschebündel sind, die von Pebding^ Husen und den anderen Stubengenossen hineinge- steckt wurden? Das ist eine Sorge, die sie erst in drei Stunden loswerben können.

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zu ben brei Stufen unb hglt bas Ohr an das Holz der Tür.

Minuten vergehen, in denen sie reglos verharren unb lauschen. Viktor nähert sich leise Solterbeck.

Merkwürdig ..flüstert der,nichts zu hören." Wahrscheinlich sind sie schon hineingegangen. Wir haben es überhört. Die Revision kommt immer ehr pünktlich."

Unmöglich. Man hört hier jedes kleinste Ge­räusch im Hof. Die Kulis machen doch immer einen heibenkrach, Senn sie die Tür aufschließen und reinaehen."

Sie warten, lauschen. Nichts regt sich.

Sonderbar." Viktor schüttelt den Kopf.Als ob heute die Revision ausfällt. Was bedeutet das?"

Solterbeck wirft ben Bann ab: ,Lann uns ja Wurscht sein. Ist keine Revision, um so besser für uns."

Wenn es irgendwie mit uns zusammenhängen würde?"

Quatsch! Wieso mit uns? Unsinn! Wir warten noch eine Viertelstunbe, bann geht es unwiderruflich los." Solterbeck hat sich wieder m der Hand.

Es ist, wie Viktor vermutet: Es findet heute ausgerechnet heute keine Revision statt. Warum nicht bas könnten sie erst viel, viel später er­raten, wenn sie sich dieser Nebensächlichkeit, die ihnen heute Kopfzerbrechen verursacht, kaum mehr erinnern.

Die Viertelstunde ist vorbei. Die Nacht um sie ist vollkommen. Aber sie sind bereits an die Dunkel­heit gewöhnt und wissen um jeden Schritt, den sie zu machen Habern

Sie tragen eine Bank zur ßatrinentür und schie­ben sie mit dem Ende vorsichtig bis an die Bretter­wand, die sie zu überklettern haben. Solterbeck hilft Viktor zuerst hinauf. Es geht ganz fix, das Es- talabieren ist noch nicht verlernt. Im Handumdrehen, hat sich Viktor hinaufgeschwungen unb sitzt rittlings auf der Kante. Geduckt, sonst würde er mit dem Kopf gegen die niedrige Gewölbedecke anstoßen. Solterbeck folgt ihm, der Lange macht es etwas weniger geschickt. Nach einigen Sekunden stehen die beiden im Torweg hinter dem verschlossenen Hvs- tor. Gegenüber ist die Kanttne des Mestizen mtt herabgeklappten Holzläden vor den beiden Fenstern.-

^Fortsetzung folgt.)

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ren.

Ich danke aber habet noch besonders der deut­schen Frau, jenen unzähligen Frauen, die jetzt zum Teil die schwere Arbeit von Männern ver­richten müssen und die sich mit Liebe und Fanatis­mus in ihren neuen Beruf hineingearbeitet haben unb so auf vielen Stellen die Männer ersetzen. Ich danke ihnen vor allen, die dieses Opfer persönlicher Art .bringen, die die vielen Einschränkungen er­traget, bie notwendig sind. Ich danke ihnen im Namen aller derjenigen, die heute das deutsche Volk repräsentieren und die in der Zukunft das deutsche Volk sein werden.

Denn dieser Kamps ist nicht nur ein Kamps um die Gegenwart, sondern er ist in erster Linie e i n Kampf für d i e Zukunft. Ich habe es am 3. September 1939 ausgesprochen, daß nicht die Zeit uns besiegen wird, daß uns auch keine wirt­schaftlichen Schwierigkeiten jemals niederringen, unb daß noch viel weniger die Waffen uns be­siegen können. Das ist unmöglich! Die Verwirk­lichung dessen ist garantiert durch die Haltung des deutschen Volkes! Die Verwirklichung dessen wird auch dem deutschen Volk in der Zukunft einen reichen Lohn bringen. Wenn wir diesen Krieg gewonnen haben, so haben ihn nicht gewonnen ein paar Industrielle ober Millionäre oder ein paar Kapitalisten, ober ein paar Adlige oder, ich weiß nicht Bürgerliche ober irgend iemanb. Meine Arbeiter: Sie müsien in mir Ihren Garanten sehen. Ich bin aus dem Volke her- vorgegangen, für dieses deutsche Volk habe ich Zeit meines Lebens gekämpft unb, wenn dieser schwerste Kampf meines Lebens beendet sein wird, bann kann er nur seinen Abschluß finden in einer neuen Arbeit für das deutsche Volk!

Wir haben uns hier große Pläne gesetzt, schon

ich er nicht." , ,, , ,r

Sie hören, wie bas große schwere Tor zugeschla- gen wird, sie hören sogar bas Knirschen bcs Schlus­sels bis in ihr Versteck.

Achtung!" sagt Solterbeck.

Schritte nähern sich ber Kasinotur. Em paar sran- zvsische Brocken. Mit einem kurzen harten Ruck wirb die Tür zugezogen. Der Schlüssel knirscht.

Die beiden Flüchttinge atmen auf

Derbammt einfach alles", murmelt Solterbeck. .Warum sollte es auch ausgerechnet heute anders sein als sonst? Nur wir sinb anbers. Sonst nie- manb unb nichts."

fizier um Offizier. Alle diese Narren, die sieh ein« bildeten, daß es hier jemals Risse geben könnte, die haben ganz vergessen, daß das Dritte Reich nicht .mehr das Zweite ist. Aber genau so steht geschlos­sen hinter mir heute bas beutsche Volk. Und hier danke ich vor allem dem deutschen 21 r b ei- t e r und dem deutschen Bauer. (Starker Beifall.) Die zwei haben mir es ermöglicht, diesen Kampf oorzubereiten, rüstungsmäßig die Voraussetzungen zum Standhalten zu schaffen. Und die zwei schaff­ten mir auch die Möglichkeit, den Krieg, ganz gleichgülttg, wie lange er dauern sollte, durchzufüh-

Dann schlüpft er in die Tür, brei Stufen hinab, ' , ins Kasino. Unmittelbar hinter ihm Viktor. Zwei l Sekunben. Wie ein' ' e'*r****

Zwar ist es sehr unwahrscheinlich, baß die 5raiy Ü|en es sind acht Augen ausgerechnet heute Ö5 Kasinotür ins Auge fassen. Aber besser ist besser. !Nun sinb sie zum Appell angetreten. Das Stuck $ mmel über ihnen ist burchslutet von rosigem rvnnenschimmer. Der Kapitän Pesqnedou mit Dol- "Äscher und zwei Sergeanten tritt in die Mitte. 2ns Theater des gegenseitigen Grüßens spielt sich i\, feierlich unb zeremoniell. Der Dolmetscher be- Ännt bie Namen zu verlesen. Name unb Hierrufe l- en sich monoton ab. Alles, wie man es schon bis fctm lleberbrufj kennt. , .

In Viktor und Solterbeck pocht eine leise Unruhe. ..Leutnant Solterbeck!"

Sie ziehen sich in aller Ruhe um. Ihre Uniform­röcke unb Mützen roanbern in das alte Kaminloch. Schneckengleich kriecht Viertelstunbe um Viertel- stunde vorbei. Solterbeck zündet sich eine Zigarette an. Auch Viktor. Sie stehen aus dem Fenstersims und spähen vorsichtig hinaus. Sie brauchen indes nichts zu befürchten. Das Kasinofenster liegt in einem Winkel der Zitadelle unb hat nichts anderes vor sich als bas Meer.

Viktor sagt vor sich hin:Unvorstellbar, daß wir morgen als freie Männer irgendwo in dieser wun­derbaren Wette fahren sollen."

Ja, unvorstellbar ..." murmelt auch Solter­beck. Dann bricht es aus ihm in ein paar Worten: Junge, diese ganze Schweinerei hinter sich haben! Wirklich unvorstellbar!"

Es wird dunkler. Die Nacht putzt sich mit ihrer funkelnden Pracht. Der summende Rhychmus des Meeres wird voller hörbar. Die Uhren wachen auf unb schlagen näher. Neun Uhr, halb Zehn ...

Solterbeck geht leise auf unb ab, inbem er sich hütet, auf die noch immer deutlich erkennbaren Fugen zwischen ben großen Sanbsteinplatten zu treten, mit denen der Boden ausgelegt ist ein Rückfall in knabenhafte Spielerei, heute zur Be­ruhigung ber Nerven. Viktor sitzt auf bem Enbe einer ber langen Holzbänke. Die Nacht hat etwas Unheimliches, 'benkt er, aber heute muß sie unser Freund sein.

Ding-ping.ping-ping pongh ... Zehn Uhr!

Pünkllich setzt das Claironsignal ein: Licht loschen!

Solterbeck steht still. Viktor erhebt sich leist, er svürt wieder bas verstärkte Ticken des Herzens. Beide lauschen nach ber Tür hin. Das Signal ist verklungen. Sollerbeck geht auf Zehenspitzen biz

Hären. Sie wissen es selbst in Berlin, wie oft sie hier unsere Lazarette beworfen haben. Gut! Ick habe einen Monat aemartet, in der Meinung, daß nach Beendigung des Frankreich-Feldzuges bie Englänber diese Art von Kriegführung aufgeben würben. Es war vergeblich. Ich habe einen zweiten, einen dritten Monat gewartet. Ja, nun, wenn also sowieso Bomben geworfen werben, dann natürlich kann ich es vor dem deutschen Volk nicht verant­worten, meine eigenen Volksgenossen zugrunde- gehen zu lassen und fremde zu schonen, sondern dann muß eben auch dieser Krieg geführt werden. Und er wird jetzt geführt, geführt mit der Entschlossenheit, mit dem Material, mit den Mit­teln und ber Tapferkeit, bie uns zur Verfügung stehen. (Wieber ungeheurer Beifall.)

wenn die Stunde der endgültigen Ausein­andersetzung da sein wird, dann wird auch diese Auseinandersetzung kommen. Das eine aber möchte ich den Herren gleich sagen: Die Zett dafür, die bestimmen wir! Und ich bin da vorsichtig, wir hätten auch im Herbst des vergangenen Jahres vielleicht im westen angreifen köünen. Aber ich wollte gutes Wet­ter abwarten. (Brausende Heiterkeit.) Und ich glaube, das hat sich auch gelohnt, wir sind so selbst überzeugt vom Erfolg unserer Waf­fen, daß wir uns das schon erlauben können. Das deutsche Volk wird die Zeit unbedingt ausslehen. Ich glaube, es wird mir dankbar sein, wenn ich lieber öfter mit der Zett etwas warte und ihm dafür viele Opfer erspare. (Stür­mischer Beifall.) Auch das gehört zum Wesen des nationalsozialistischen Volksstaates, daß er selbst im Kriege dort, wo es nicht unbedingt notwendig ist, den Vlenschen spart und

I schont es sind ja unsere Volksgenossen.

jetzt, große Pläne, die alle auf ein Ziel hirraus* gehen, ben deutschen Volksstaat nun erst recht auf­zurichten, unb ihn immer mehr auszugestalten, bas beutsche Volk immer mehr hineinzuführen in die große Geschichte unseres Daseins. 2tber ihm auch zugleich alles bas zu erschließen, was bas Dasein lebenswert macht. Wir haben uns nun entschlossen, alle bie Schranken immer mehr einzureißen, bie ben einzelnen hemmen konnten, in feinen Fähig­keiten emporzustreben, ben Platz einzunehmen, ber ihm gebührt. Wir sind bes festen Willens, baß wir einen Sozialstaat aufbauen, ber vorbildlich sein muß unb sein wirb, auf allen Gebieten bes Lebens.

Wir sehen barin bann erst den endgültigen Sieg! Denn wir haben es ja bei ben anderen ge­sehen. Die haben ja vor 20 Jahren scheinbar gesiegt. Was ist denn aus bem Sieg geworben? Nichts als Elend unb Jammer. Arbeitslosigkeit ist baraus ge­worben. Sie haben ihren Kamps nur gekämpft für eine verfluchte Plutokratie, für biefe paar Finanz- bynastien, bie ihren Kapitalmarkt verwalten, für die paar Hundert, bie letzten Endes diese Völker diri­gieren. Das soll uns allen eine Lehre sein! Wenn dieser Krieg abgeschlossen sein wird, bann soll in Deutschland ein großes Schaffen beginnen, bann wird ein großes Wacht auf! durch bie deutschen Lande ertönen. Dann wird das deutsche Volk bie Fabrikation der Kanonen einstellen unb wird bann beginnen mit ben Werken bes Friedens und der neuen Aufbauarbeit für bie Millionen­massen! (Ungeheurer Beifall.) Dann werben wir erst ber Welt zeigen, was in Wirklichkeit ber Herr ist unb wer der Herr ist: Kapital ober Ar­beit! (Brausender Beifall.)

Und dann wird aus dieser Arbeit jenes

erzielt, ohne auch nur einen einzigen Menschen, dafür zu opfern. Das war auch im Westen so. Unb bas soll auch in Zukunft so bleiben. Wir wollen keine Prestigeerfolge erzielen, keine Pre­stigeangriffe machen, fonbern wir wollen uns im­mer nur von ausschließlich nüchternen militärischen Gesichtspunkten leiten lassen. Was geschehen muß, bas muß geschehen, alles andere wollen wir Der« meiben. Unb im übrigen haben wir alle nur bie Hoffnung, baß einst bie Stunde kommt, in ber wieber bte Vernunft siegt unb in ber ber Friede einkehrt. Aber eines muh bie Welt zur Kenntnis nehmen: Eine Niederlage Deutschlanbs wird es nicht geben, we­der militärisch, noch zeitmäßig, noch wirtschaftlich! (Ungeheurer Begeisterungssturm.) Was auch immer geschehen mag, Deutschland wirb aus diesem Kampf siegreich hervorgehen! (Brausenber Beifall.) Ich bin nicht ber Mann, ber einen einmal aufgenom­menen Kampf zu eigenem Ungunsten abbricht. Ich habe bies in meinem Leben bewiesen, unb ich werbe es ben Herren, bie mein bisheriges Leben ja nur aus ber Emigranten presse- kennengelernt haben, beweisen, baß ich hier ber Gleiche ge­blieben bin! Ich habe in ber Zeit, in ber ich in bas politische Leben eintrat, meinen Anhängern es war das damals eine ganz kleine Schar von Soldaten unb Arbeitern erklärt: In unserem Lexikon und in bem meinen gibt es ein Wort überhaupt nicht, bas Wort Kapitulation! (Orkanartiger Beifall.) ' Ich wünsche nicht ben Kamps, wo er mir aber jemals aufgezwungen wirb, ba werbe ich ihn führen, solange in mir allch nur ein Atemzug lebenbig ist. (Tosender Beifall.^ Unb ich kann ihn heute führen, weil ich weiß, baß hinter mir bas ganze beutsche Volk steht. (Fast pausenlos folgen sich bie Ovationen.)

Ich hin heute ber Wahrnehmer eines kommenden Lebens, und ich handle demenffprechend. Ich hätte mir mein eigenes Leben bequemer gestalten können. Ich kämpfe feit 20 Jahren, unb ich habe alle diese Sorgen und c^ll diese nie abreißende Arbeit auf mich genommen in dem einen Bewußtsein, daß bas für unser deutsches Volk geleistet werden muß. Dabei spielen mein eigenes Leben und meine Gesundheit gar keine Rolle. Ich weiß, baß in die-

fpte, die ben Ihren ziehen ließen, um ihn nim­mt mehr zu sehen, sie olle haben große Opfer stacht. Wenn wir aber das zusammenrecknen, ge- msisn an ben Opfern des Wettkrieges, so schwer 9 5* 0 für den einzelnen ist, im gesamten: Wie unver-

itsche Zoi, L'.chlich klein sind sie! Bedenken Sie: Wir haben ng; p! i rd) nicht annähernd so viel Tote, als Deutschland itgeinM > 170/71 im Kampf gegen Frankreich.hatte. Durch Dom onh i-ie Opfer haben wir den Ring um Deutsch- ! |; nb gesprengt, und die Zahl ber Derwun« on b t en ist ebenfalls eine ungeheuer mäßige, nur ein sren »-uchteil besten, was zu erwarten war.

injen Unb nun, meine deutschen Rüstungsarbeiler, . das verdanken wir natürlich unserer herr-

uAier!"

^Leutnant Äienant!" :Hier!"

Name auf Name. Die linke Flügelgruppe. Der l'Zte Name. Nock einmal die Zeremonie des (Stu­fens, dem das Weggetreten folgt.

nächsten Augenblick ist die Unruhe von zwei- h-ndert Paar scharrender Füße auf bem Hof, Die M gleichmäßig nach ber Tür zustreben, hinter we - dsr ber steile Treppenaufgang m bte Kasernen- füben beginnt. , . u

'Viktor unb Solterbeck, dicht nebeneinander, stecke Hätten im Pulk, bränqen unvermerkt einige tocpnrte N'.tch links. Ihre achtzehn ©tubentameraben decken si als lebendige Mauer gegen bte Franzosen, o gllangweitt beisammenstehen unb warten, bis o Gefangenen den Hof verlassen haben. Der Kapitan U-Jb ber Dolmetscher sind schon verschwunden , Die Safinotür, ein Dutzend Schritte neben der de- ^eppenaufganges! Solterbeck hat sie unintttelb pr dem Appell zur Hälfte geöfmet, fo daß sie hm i ^schlüpfen können, ohne die Tur bewegen z s Ihn. Solterbeck ist die Ruhe selbst. Er sagt muh .............. _ . .

h. Peddinghusen, ber vor ihm überraqt aufgeführt ist. Die schwarzen langen Hosen haben

- x. können benn der lange Loburger ^erreg 19 i Beim Appell fielen bte schwarz ge» fint um einen Kopf:Auf Wtederlehen also m te D ret fll£

; Kutschland. Wir machen bort Quartier für euch, larvien m

ache Position uns gesichert hinaus bis Kirkenes,srüstet für jeden Fall, England mag tun, ich brauche p^nen nicht zu erklären: Wo ber' was es mitt. Es wird mit jeder Woche größere

1 husche Soldat steht, kommt kein anderer hin!" , Schläge bekommen, und wenn es irgendwo auf

fofertber Beifall.) bem Kontinent Fuß fassen will, bann werden wir

2ni> dann wollten fte es noch schlauer unb noch uns wieber vorstellen! (Ungeheurer Jubel.) Und ich

! Mutter machen im xßeften, in Holland und weiß: Wir haben nichts verlernt! Hoffentlich haben

i kigien, unb bas führte zur Auslosung jener Offen- ~ ' - ' ~

«j8 ber wieder viele, gerade unserer ältesten Män- V mtt banger Sorge entgegensahen. Ich weiß genau, was viele damals dachten. Sie haben Weltkrieg im Westen erlebt, alle die Kämpfe fr Flandern, im Artois unb um. Verbun, unb sie l^en alle in der Vorstellung: Heute ist hier eine igaginotlinie. Wie soll bas bezwungen werden? !^s wird das vor allem für Blut kosten, was das für Ovfer kosten, und wie langsam geht hA vielleicht? Und in sechs Wochen war dieser Mzug ebenfalls beendet. Belgien, Holland und fentreid) wurden nieberaeroorfen, die Kanalküste !Q gw h, hi.etzt und dort nun unsere Batterien aufgebaut W. unsere Stützpunkte eingerichtet. Und auch hier 1 N j*" fcin ich sagen: Keine Macht ber Welt wird t SoqJ J 22 gegen unseren Willen aus diesem Gebiet ent- tltie« imen können!

i in ßr; Llnb nun meine Volksgenosten: die Opfer, 'ute ® & sind für den einzelnen sehr schwer, die Frau, trieben hon? J ihren Mann verloren hat, sie hat bas höchste ieg sjfr.fr p-foren, was sie besitzt und beim Kind, das den 'n verfoZ J: ter verlor, ist es das gleiche. Die Mutter, die

letzte L, j; Kind opferte ober auch bie Braut ober bie Ge»

Wirtin. Ii'-' . t k -1-

" * »r mehr zu inen: Ä TOent T K-1' r