Ur. 267 Zweiter Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Montag, ll. November IW
Die Feierstunde des 9. November in Gießen
Kalendarisch beginnt der Winter erst am 22. De-
iminerhin noch, Feierstunde lk hat hingegen Fahnentuch et sich nicht so flankiert do
mit dem Symbol des neuen Deutschland,
—....... von zwei brennenden Pylonen, waren der
einzige Schmuck. Auf der Bühne hatte im großen Mittelraum die SA. mit ihren Sturmfahnen Auf-
Jrnkarnp kann nach den Eindrücken, welche diese Auswahl vermittelt, als künstlerische Begabung von erfreulicher Eigenart angesprochen werden; es dürfte interessant sein, seine Entwicklung zu verfolgen.
Hans Thyriot.
zember, und bis dahin haben wir i runt) sechs Wochen Zeit. Das Landvolk
-eine eigene Zeiteinteilung. Es richtet sich nicht so
ür den geschichtlichen Tag des 9. November zu einer Feierstunde im Stadttheater eingeladen. Ein großes
Erhöhte Wirtschaftlichkeit -er Verbrauchergenossenschaft Gießen.
Das Haus war außerordentlich stark besucht, und der Abend endete mit allen Anzeichen eines dauer- haften Erfolges. Hans Thyriot.
Kavaliers hinein. Es gefällt chm zwar nicht schlecht, aber er kann wirklich nichts oder nur wenig dazu, und es kommt auch schon im zweiten Akt der ganze Schwindel ans Licht, ober da ist di-e Liebe der bei« den jungen Leute bereits so weit gefestigt, daß ein gutes Ende nicht mehr ernstlich gefährdet ist.
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Die Aufführung unter der sauber pointierten Stabführung von Herrn A p e l t und unter der Spielleitung von Herrn G r u n e-k e, die sich diesmal erfreulich von Uebertreibungen fernhielt und die Situationskomik mit volksstückmäßigen Gemütstönen verbrämte, machte einen angenehm abgerundeten Eindruck. Herr Löffler hatte im ersten Akt ein elegantes und galantes Variete auf der Drehbühne und im letzten einen Friseurladen mit allen Schikanen errichtet. Der Chor leistete unter Nadine Galla tüchtige Arbeit; die Tanzgruppe unter Irmgard Trömel erwies ihre vielseitige Verwendbarkeit mit Matrosenstep und „Jalousie"; den Haupterfolg hatte allerdings, was den Tanz betrifft, eine vom Solopersonal veranstaltete wild- amerikanische Groteske, die stürmischen Beifall fand und gleich wiederholt werden mußte.
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Den falschen Grafen spielte Herr G r ü n e k e mit fröhlicher Unbeschwertheit und richtigem Gefühl für die Wirkungsmöglichkeiten der Rolle als lustige Person und Hans im Glück; Gerti Vogt führte den abenteuerfreudigen, neugierigen Backfisch Lizzi zu echter Verliebtheit und war auch gesanglich und tänzerisch durchaus in Form. Herr Heinz Mül - l e r gab den wienerisch-gemütlichen Logenschließer Sebastian, der an den hitzigen Verwechslungen auf der Szene nicht unwesentlichen Anteil hat; feine trockenen Randbemerkungen und vor allem sein sachkundiges Wirken im Friseurladen erfreuten alle Welt. Hannelore Hinkel spielte mit ausländischem Kauderwelsch in stürmischer Exaltiertheit die Desiree, welche im zweiten Akt die Bombe mit Genuß zum Platzen bringt. Herr Erler war höchst aufgeräumt und unternehmungsfreudig der echte Graf, H-err B o s n y machte mit Hingabe den sanft vertrottelten Fabrikanten Mutzenbecher. Rundherum war ein vielköpfiges Ensemble mit Eifer und guter Laune bei der Sache.
tellung genommin, hinter ihr standen die Fahnen der Ortsgruppen. Links und rechts schloß die Jugend des Führers mit ihren Fahnen das^Bühnen- bild, wärend die Standarten der SA.-Standarte 116, der Reiterstandarte und NSKK. in der Bühnenmitte aufgestellt waren.
Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann leitete die Feier mit dem „Feiermarsch zum 9. November" ein. Sodann sprach
Kreisleiter Backhaus.
In seiner Ansprache wies er zunächst darauf hin, wie schwer es damals war, Nationalsozialist zu sein, und wie die Kämpfer von 1923 mit ungeheurer Liebe, Treue und Zuversicht sich zu der Idee des Führers bekannten. Sie sahen damals als Gefolgsmann des Führers keine materiellen Erfolge, sie kämpften nur für ihre Ideale, für die Rettung des deutschen Volkes aus tiefster Not. Diele tapfere deutsche Soldaten gaben aber auch ihr Leben jm großen Kriege für Deutschland, sie haben ihre Treue zum Vaterland ebenfalls mit dem Tode bezahlen müssen, und sie seien darum auch nie vergessen. Was aber die besondere Ehrung dieser 16 Toten an der Feldherrnhalle zu München alljährlich am 9. November notwendig mache, sei dies, daß sie als die ersten Blutopfer für Deutschlands heutige
Geschichte habe Helden hervorgebracht, die unsterblich seien. Der 9. November 1923 sei ein solcher Wendepunkt in der deutschen Geschichte gewesen. Von hier ging die Kraft des Führers und seiner Bewegung aus, die es ermöglichte, durch die Machtübernahme Deutschland vor dem sicheren Untergang zu retten, die es wieder stark machte, zu einem unbesiegbaren Block zusammenschweißte und es zu einer starken Macht erhob. Und diese 16 Opfer vor der Feldherrnhalle waren die ersten Toten für das heutige und künftige freie, ewige Deutschland.
Brigadeführer Schwarz,
im Ehrenkleid der Kämpfer von 1923 mit dem Blutorden auf der Brust, rief sodann die 16 Toten und die Opfer der Bewegung im Gau Hessen-Nassau zum letzten Appell auf. Standarten und Fahnen wurden hochgenommen, das ganze Denken galt in diesem Augenblick der Standarte Horst Wessel. Leiser Trommelwirbel setzte ein, und jedem Aufruf der 16 Blutopfer und der im Gau Hessen-Nassau gefallenen Kämpfer der Bewegung folgte ein donnerndes „Hier!" Die Toten vom 9. November und der Bewegung leben weiter im Volk und in der SA.
Nach einem Spruch „Nun laßt die Fahnen fliegen", der zugleich Mahnwort war für den weiteren Kampf um Deutschlands Größe, spielte der Musikzug das „Königslied" von Grieg.
Nach dem erneuten Treuegelöbnis für Führer, Volk und Vaterland schloß die eindrucksvolle Feier- stunde mit den beiden Hymnen der Nation.
studie anzuziehen, die in der Malerei viel weicher, lockerer und aufgelöster erscheint: damit soll, beiderseits, kein Werturteil gegeben, sondern nur die Linie einer malerischen Entwicklung, der Umkreis ihrer stilistischen Ausdrucksmöglichkeiten in etwa angedeutet werden.
Der Eindruck vervollständigt sich, wenn man beispielsweise noch das Bild der Madonna einbezieht, die sich in Ausdruck und Haltung, als weiblicher Typus, spürbar von den Modellen der Bildnisse ringsum abhebt und unterscheidet: sie wirkt, man kann das nicht erklären, sondern nur empfinden, älter als die Zeitgenossen um sie herum (obwohl das Modell zur Madonna vermutlich ebenso alt oder ebenso jung ist wie diese) — im Gesamteindruck irgendwie mittelalterlich, und das paßt zu dem Motiv ... ebenso wie der sanfte, natürliche, offene Landschafts-Hintergrund, vor dem die Halbsigur der mütterlich über das Kind sich neigenden Frau sich abhebt, ... ebenso rote die Führung des Lichtes, das von unten herauf und gleichsam von innen her, rote die alten Meister das liebten, die Bildmitte erhellt und betont. t .
lieber die farblichen Qualitäten der Bildnisse insgesamt vermag sich der Betrachter wegen der eingangs geschilderten Beleuchtungsverhältnisse nur zurückhaltend und unverbindlich zu äußern; sie sind, leider, nur ungefähr abzuschätzen, doch bewahrt man, noch im Ungefähren, den Eindruck von koloristischer Kultur und sorgfältig abwägendem Geschmack. Es seien im einzelnen etwa noch das Bildnis Frau B., das Knabenporträt Erhard B. und das „Selbstbildnis mit Eltern" genannt: dieses sowohl der Eigenart des Motivs als auch der interessanten Wiederkehr gewisser Familienzüge wegen; die Figurengruppe ist, wenn man will, das aktuellste Stück der Ausstellung.
Der im Gesamtbilde für unser Gefühl durchaus überwiegende Eindruck der Porträtreihe wird durch einige landschaftliche Gruppen ergänzt, ine mit vollem Pinselstrich in kräftigen Lokaltönen gemalt sind und eine wirkungsvoll aufteilende Tiefengliederung besitzen; was ihnen fehlt oder im künstlichen Lichte jedenfalls zu fehlen scheint, ist das, was die Maler gern mit Luft bezeichnen, das Atmosphärische, das Unkörperliche der Aura, die eine Landschaft umgibt und wesentlich mitbestimmend charakterisiert. Aehnliches gilt für unser Empfinden auch von einem Blumenstück, Stilleben mit Gladiolen, das mit Geschmack gemalt ist, aber merkwürdig unplastisch bleibt und sich in der Fläche verliert. —
Oberhessischer Kunsiverem.
Ausstellung Willy Jmkamp.
Von Willy Jmkamp (Essen), dessen für die Landesuniversität erworbenes großes Führer-Bild« -tis kürzlich hier roiedergegeben wurde, Zeigt der Kunstverein eine gestern vormittag eröffnete Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Man sieht hier m wesentlichen Porträts und Landschaften, und man sieht auch, daß im Gesamteindruck der Ton durchaus auf den Bildnissen liegt. Man wird das bemerken, obwohl die Ausstellungsverhältnisse im Foyer (das seinerseits naturgemäß nicht aus dergleichen eingerichtet sein kann) denkbar ungünstig inl): alle Arbeiten präsentieren sich in künstlichem Lichte, und die Beziehungen zwischen Lichtquelle und Bildwänden sind in manchen Fällen derart, daß es nur schwer oder ungefähr möglich ist, die Farbwerte eines Gemäldes abzufchatzen. Das sind Ünzuträglichkeiten, die sich unter den gegenwärtigen Zeitumständen nicht abstellen lassen und m Kauf genommen werden müssen.
Wenn man die Reihe der Portrats überblickt, wird man den Eindruck gewinnen, daß sie, obwohl das nicht nachzuprüfen ober gar nachzuwelsen ist, fren Blick für das persönlich Ausschlaggebende, für Ibas Charakteristische des Modells verraten; em be- iimbers bezeichnendes Beispiel hierfür scheint uns t>ie Studie „Bildnis eines Tänzers" zu fein, die schon in der Haltung, in der eigentümlich fließenden Linienführung des Figurenumrisses etwas vom Wesen des Dargestellten zum Ausdruck bringt Das gleiche vom benachbarten Porträt eines Goldschmie- >es behaupten zu wollen, wäre übertrieben, well dieser am Werktisch mit seinem Handwerkszeug bet !»er Arbeit dargestellt ist und ohnehin nicht ver- roechselt werden kann. Dagegen ist dieses Bildnis, Die uns scheint, aus einem anderen Grunde bemerkenswert: es zeigt, wie kaum em anderes dieser । Auswahl aus einem Gesamtwert, daß Jmkamps künstlerische Entwicklung durch die sogenannte neue Sachlichkeit hindurchgegangen ist; dies wird deutlich in der eigentümlich spiegelnden Glatte des tfarb= Auftrages wie an der Schärfe der Kontur und der Schattengebung, die jedes Ding mit betonter Plastik in den Bildraum einordnet.
Als Gegenpol dazu wäre eine an der gleichen Wand (links außen) hängende weibliche Portrat-
7 885,20 RM. Geschäftsführer Schenck dankte zum Schluß allen Gefolgschaftsmitgliedern, Vertretern und dem.Aufsichtsrat für die geleistete Arbeit und schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, stets nach den Grundsätzen unseres Führers zu handeln, dann würde es weiter vorwärtsgehen.
Geschäftsführer Storck erläuterte sodann den Jahresabschluß nebst Gewinn- und Verlustrechnung. Er schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 762 529,41 RM. ab. Die Verbesserung der Liquidität der Genossenschaft sei fortdauernd das Ziel der Geschäftsleitung. Es soll eine Umschuldung durchgeführt werden, um für alle künftigen Fälle gewappnet zu sein. Die Verteilungsstellen sollen besser aus- qestattet und wo nötig neu hergerichtet werden. Allen finanziellen Anforderungen konnte die Genossenschaft gerecht werden. Dies verdanke sie der starken wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung, die Großdeutschland unter seinem Führer Adolf Hitler in den letzten 7 Jahren genommen hat, sowie auch der Treue ihrer Mitglieder, die auch in schwerster Zeit zu ihrem eigenen Unternehmen standen.
Genossenschaften Arnold gab den Bericht der Revisionskommission. Es wurden 39 Sitzungen abge« halten und 2 unvermutete Kassenrevisionen durchgeführt. Es war fein Anlaß zu Beanstandungen. Genossenschafter Schneider sprach über die Tätigkeit des Aufsichtsrates. Er verlangte die Arbeitsfreudigkeit der verflossenen Jahre auch für die Zu- fünft. Auf Vorschlag des Genossenschafters Frick e l (Alten-Buseck) wurde hierauf dem Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt.
Geschäftsführer Storck schlug vor, die Erübrigung von 775,29 RM. dem gesetzlichen Reservefonds zuzuweisen, was einstimmig genehmigt wurde. Anschließend wurde durch Genossenschafter Brück« mann der Revisionsbericht der Prüfungsbehörde verlesen, in dem der Geschäftsleitung feinerlei wesentliche Beanstandungen oder Feststellungen ge« macht werden.. Vom Aufsichtsrat wurde der Bericht in seiner Gesamtheit gutgeheißen. Eine vorgeschla-
Das Oberfommando der Kriegsmarine stellt Ende April 1941 Ossiziersanwärter für die Seeossizier- unb Jngenieur-Offizierslaufdahn der Kriegsmarine ein. Bewerber hierfür müssen Schüler höherer ober diesen gleichzuachtender Lehranstalten sein und zu Ostern 1941 in die 8. Klasse versetzt werden. Sie können sich sofort bei der Inspektion des Bildungs- wesens der Marine, Annahmestelle in Kiel, melden. Sofern sie von der Inspektion des Bildungswesens l>er Marine angewiesen sind und ihre zuständige Schulbehörde Führung und Leistung als ausreichend anerkennt, erhalten sie nach ihrer Einstellung I)qs Reifezeugnis. Auskunft erteilen die Marineoffiziere bei den zuständigen Wehrbezirkskommandos. Vordrucke für die Anmeldung übersendet die Inspektion des Bildungswesens der Marine, Annahmestelle Kiel, die auch zu roeitergehenden Auskünften bereit ist. ___________
ehr nach dem Kalender, wie nqch den großen Ab- jchnitten, die sich in der Jahreszeit des Bauern Deutlich abgrenzen. Dor allen Dingen war das in früheren Zeiten der Fall. Aber auch heute noch gibt es bestimmte Marksteine, die im bäuerlichen Leben eine wichtige Rolle spielen. Ein solcher Markstein ,st der 11. November, der Martinstag. Er bringt jur das Landvolk den Sommerschluß und den ngentlichen Winteranfang. Wenn man den Spuren aachgeht, die zu dieser Einteilung führten, bann findet man, daß bereits in altersgrauen Zeiten, als man von einem Heiligen namens Martin noch gar nichts wußte, ein solcher Termin Geltung hatte.
Wenn nämlich der Germane seine Feldvorräte geborgen und das Dieh von der Weide heimgebracht hatte, bann ging er baran, sich auf ben Winter einzurichten. Die Tiere, soweit sie nicht zur Nachzucht unb zur Arbeit in Frage kamen, schlachtete man; Vas Fleisch wurde für die Aufbewahrung zubereitet. Dieselbe Erscheinung haben wir heute noch. Mit dem Schlachten oder den Schlachtfesten wird gewöhnlich am Martinstag der Anfang gemacht. Damit leitet der Bauer den Winter ein. Vielfach begann er damit zugleich ein neues Wirtschaftsjahr, und es ist allgemein bekannt, daß zum Martinstag in früheren Zeiten die Knechte und Mägde ihren Dienst aufsagten.
In der Stadt weiß man nur noch wenig vorn Martinstag, aber daß es eine Martinsgans gibt, ist niemanden verborgen geblieben. Merkwürdigerweise ist die Martinsgans auch in allen germanischen Ländern von den Schweizer Alpen bis zu den norwegischen Fjorden bekannt, was darauf schließen läßt, daß die am Martinstag üblichen Gepflogenheiten durchaus germanischen Ursprungs sind. Denn eine Gans gehörte zum Festschmaus, so daß dieser Brauch dazu führte, alljährlich vom Martinstage ab Sie Gänse in großen Mengen auf den Markt zu bringen. Daß sie es dabei zu ihrer großen Beliebtheit gebracht haben, verdanken sie im wesentlichen ihrem schmackhaften Fleisch und ihrem nicht minder 'chmackhasten Fett.
Der 11. November zählt auch zu den 84 Los- tagen, die im Volksglauben eine besondere Stellung einnehmen, da sie angeblich entscheidende Bedeutung für die Wetterprophezeiung haben. Vom Martinstage heißt es deshalb:
An Martini Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein. Wenn an Martini Nebel sind, dann wird der Winter meist gelind. Wolken am Martinitag:
der Winter unbeständig werden mag.
Wie dem aber auch sei, sicher ist, daß wir jetzt ernsthaft dem Winter entgegengehen, der uns schon halb mit seinen nicht immer erfreulichen Darbie- tungen aufwarten kann. H. W. Sch.
Offiziersanwärter
für die Marineoffizier-Laufbahn.
Die. 39. orbentliche Vertreterversammluna der Verbrauchergenossenschaft Gießen tagte am gestrigen Sonntag im „Burghof" in Gießen. Der Aufsichtsratsvorsitzer Schneider begrüßte die Vertreter unb bie Gäste. Die verstorbenen Mitglieder und die auf dem Felde der Ehre Gefallenen wurden durch Erheben von den Sitzen geehrt.
Hierauf sprach der Geschäftsführer Schenck zum Geschäftsbericht. Er schilderte die Maßnahmen, bie getroffen wurden, um die Ernährung der Bevölkerung während des Krieges sicherzustellen. Auch die Verbrauchergenossenschaften arbeiteten-nach dem Führerrovrt: „Niemand soll im Kriege verdienen, alle sollen dienen." Durch die stabilen Löhne trat in der Kriegswirtschaft trotz vermehrter Anforderungen doch eine gewisse Erleichterung ein. GEG. und Verbrauchergenossenschaften konnten ihre Ausgabe als Treuhänder der Mitglieder erfüllen und sorgten für eine gerechte Verteilung. Durch das Bezugscheinsystem wird jedem Volksgenossen sein notwendiger Lebensbedarf sichergestellt. Im Weltkrieg sei durch das Fehlen der Bezugscheine die Belieferung eine sehr ungleichmäßige gewesen. Die heutige Derbrauchslenkung führt den Volksgenossen zu den vermehrt anfallenden Gütern und 'hilft ihm, sich einzurichten. Die Verbrauchergenossenschaft Gießen hatte im Berichtsjahr einen Gesamtumsatz von 1 860 244,03 RM. gegen 1 761 854,84 RM. im Vorjahr, mithin eine Umsatzsteigerung von $8 389,19 RM. Mit Ausnahme von Oktober 1939 und Mai 1940 brachten alle Monate Umsatzsteigerungen. In der Bäckerei war der Umsatz trotz Krieg befriedigend und steigend. Der Bäckereiumsatz im vergangenen Jahre belief sich auf 210 545,67 RM., im vorhergehenden Jahr auf 203 355,90 RM., mithin ergab sich in der Bäckerei eine Umsatzsteigerung von 7 189,77 RM. Für das ausfallende Weißgebäck gab es eine Neu» einführung: Vollkornbrot. Es zeichnet sich durch erhöhte Vitamine aus. An Seteuern leistete die Genossenschaft in 1939/40 78 180,28 RM., gegenüber dem Vorjahr 11871,70 RM. mehr. Die Lohn- und Bürgersteuer der Gefolgschaftsmitglieder betrug
Sornotwen.
Tageskalender für Montag.
NSG.,Kraft durch Freude": 18.30 Uhr „Aennchen von Tharau". — Oeffentliche Abendvorlesung dec Universität: 20.30 Uhr Vortrag von Professor Dr. Vollrath über „Houston Stewart Chamberlain, der Künder deutschen Wesens". — Gloria-Palast, Seltersroeg: „Traummusik". — Lichtspielhaus, Bahn« Hofstraße: „Der dunkle Punkt". — Schützenverein: ab 19.30 Uhr Becherschießen. — Oberhessischer Kunst- verein: 17 bis 18 Uhr im Foyer des Stadttheaters Ausstellung W. Jmkamp.
Stadtlhealer Gießen.
Montag, 11. Nov.: Geschlossene Vorstellung für KdF. „Aennchen von Tharau". 18.30 bis 21 Uhr^ 8er Ring 3. Vorstellung.
Dienstag, 12. Nov.: „Aennchen von Tharau", Operette von Strecker. 18.30 bis 21 Uhr. 9. Dienstag-Miete.
Mittwoch, 13. Nov.: Zum 25jährigen Bühnen« jubiläum von Hans Geißler: Neuinszenierung „Ka- bale und Liebe". Trauerspiel von Schiller. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 18.30 bis 21 Uhr. 9. Mittwoch-Miete.
Donnerstag, 14. Nov.. Orchefterkonzert: — Beet- hoven-Abend. 19.15 bis 21 Uhr. Gruppe B Nr. 2.
Freitag, 15. November: „Der Tanz ins Glück", Operette von Stolz. 18.30 bis 21 Uhr. 9. Freitag- Miete.
Samstag, 15. Nov.: Geschlossene Vorstellung für KdF. „Aennchen von Tharau". 18.30 bis 21 Uhr. 16er Ring 5. Vorstellung.
Sonntag, 17. Nov.: „Aennchen von Tharau", Operette von Strecker. 18 bis 21 Uhr. Außer Miete.
Gießener Vorlragsring.
Der bekannte Bildrhapsode Kurt H i e l s ch e r wird auf Einladung des Goethe-Bunde, der Kulturellen Vereinigung (fr.Kaufm. Verein), der Volksbildungsstätte Gießen und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde im Rahmen des Gießener Vortragsringes am Dienstag, 12. November, in der Aula der Universität Gießen einen Lichtbildervortrag halten mit dem Thema: „Sonne über Italien". Die Vortragsbesucher werden bei dieser Gelegenheit noch auf den Beginn der Veranstaltung besonders hingewiesen, der auf 7.15 Uhr angesetzt ist.
Ortszeit für den 12. November.
Sonnenaufgang 8.42 Uhr, Sonnenuntergang 17.36 Uhr. — Monduntqrgang 5.27 Uhr, Mondaufgang 16.46 Uhr.
Oer Bußtag wird vorverlegt.
Schuh nur bis 15.30 Uhr.
Dur chDerordnung des Reichsinnenministers Dr. Frick wird in diesem Jahre der Bußtag vom Mitt- woch, 20. November, auf Sonntag, 17. November vorverlegt. Jm vergangenen Jahr war eine Später- legung auf den Totensonntag erfolgt. Der nach der Verordnung über den Schutz der Feiertage vorge- sehene Schutz beschränkt sich auf den Bußtag 1940 auf die Zeit von 6 bis 15.30 Uhr. Sonst war der Bußtag bis 19 Uhr geschützt. Die Abweichung von dieser Regel am Bußtag 1940 trägt der Tatsache Rechnung, daß seit einiger Zeit Theater, Kinos und Konzerte den Beginn ihrer Veranstaltungen vorverlegt haben. Sie sind also in diesem Jahre in ihrer Programmgestaltung schon von 15.30 Uhr ab frei.
Wieder Feldpostpäckchen bis 1OOO Gramm in beidenRichtungen.
Jetzt sind wieder Feldpostpäckchen bis 1000 Gramm in beiden Richtungen, also nicht nur von der Heimat ins, sondern auch vom Feld in die Heimat Zugelassen.
Gießener Gtadiiheater.
Robert Stolz: „Der Tanz ins Glück."
Operette in drei Akten von Robert Bodanzky und Bruno Hardt-Warden: das Libretto wahrt die Form zahlreicher neuerer Spielbücher, die kein Gewicht darauf legen, daß jeder Satz in Noten gefetzt und gesungen wird; es legt anderseits auf die Handlung so viel Wert, daß sie sich über große Strecken im normalen Sprechdialog entwickeln kann und nur an den durch eine lange Operettentradition geheiligten Höhepunkten gesanglich gesteigert oder durch Tanzeinlagen gelockert und rhythmisiert roirb. Der Komponist Robert Stolz verzichtet in seiner Partitur aus den oft übertriebenen Ehrgeiz mancher seiner Kollegen: er braucht keine weitausholende Einleitung und keine opernmäßig anspruchsvolle Instrumentation; ihm genügt es, die erwähnten Höhepunkte mit einer der jeweiligen Situation und Stimmungslage geschmeidig nachgehenden, sangbaren Melodie und, wo es gebraucht wird, auch mit tänzerischem Schwung auszustatten.
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Die Handlung begibt sich zwar, wie das Programmheft ausweist, in der Gegenwart, operiert indessen sehr unbekümmert mit sozialen Verhältnissen i6ib Begriffen, die in abgelebten Zeiten eine geschätzte Attraktion gewisser Unterhaltungsromane bildeten; aber man kann immer wieder feststellen, daß in kaum einer anderen theatralischen Gattung eine so ehrwü r b ig -unerschütterliche Tradition die Zeiten überdauert wie in der Operette. So wird niemand ernstlich bagegen Einspruch erheben, baß die Liebesgeschichte dieser drei Akte auf der hartnäckigen Verwechslung eines bargeldlosen Friseur- gehilfen mit einem überaus echten Grasen beruht. Dieser wird an einem durch ben Anzeigenteil vermittelten Renbezvous mit einer gottlob ganz bürgerlichen jungen Dame unliebsam gehindert, unb ein unschulbig unb ahnungslos baherkommender junger Barbier, diesmcä nicht von Sevilla, schlittert sozusagen wiber Willen in die Rolle des gräflichen
gene Satzungsänderung wurde einstimmig genehmigt.
Am Schluß der Tagesordnung erfolgten Neuwahlen zum Aussichtsrat, bei denen die ausscheidenden Mitglieder Schneider, Brückmann und Kuhl wiedergewählt wurden.
Nach Protokollverlesung durch ben Schristführei Braun würbe bie Versammlung mit dem Sieg- Heil auf Führer, Volk unb Vaterland geschlossen.
Aus der Stadt Gießen
Winterbeginn am Martinstag.
Die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, hatte Größe starben. Um dies richtig verstehen und rour« *■ " ' ~ v ' ........— digen zu können, müsse man einen Rückblick in bie
deutsche Geschichte halten. Jeder Wendepunkt in der


