Ausgabe 
11.11.1940
 
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Montag, U. November IV40

i-v. Jahrgang Nr. 261

Molotow auf der Fahrt nach Berlin

Hin Europas Welt und mit

Deutsche Gtuka-Crfolge imHandelskrieg

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der italienische Botschafter in Moskau DOn ihrem Rücken abzuschütteln Zentner-

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die Flüchtlinge durch das Platzen von Wasser- und heizungsrohren in Lebensgefahr gekommen. In den Abendstunden drangen aus den Trümmern des

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In den übrigen Wohnvierteln der rumänischen

in Krankenhäuser gebracht werden^ Die Aufräu-

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Oes Führers Wort Europas Schicksal.

führt aus, daß man eine Verständigung über die Neuordnung Europas und die damit verbundene Ausschließung * des englischen Einflusses erwarten dürfe. Der Besuch dürfe als ein Zeichen dafür ge­wertet werden, daß der Kreis der diplomatischen Besprechungen von deutscher Seite geschlossen wurde und es in Europa bereits zu einer grundsätz­lich e n D e r st ä n d i g u n g zwischen den einzelnen Mächten gekommen sei.

Ehamberlain gestorben.

Stockholm, 10. Nov. (DNB.) Nach einer Reutermeldung ist der frühere britische Minister­präsident Neville Chamberlain am Samstag­abend gestorben. Mit Neville Chamberlains Tod tritt einer der ersten Kriegsbrandstifter von der weltpolitischen Bühne ab. In der Maske eines Harm-

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auf einen Geleitzug an anderer Stelle beschädigten unsere leichten Kampfflugzeuge einen weiteren Frachter von 8000 BRI. durch Bombenwurf. Ein deutsches Kriegsschiff hat das britische Un­terseebootH 4 9 versenkt.

Der Gegner unternahm keine Einflüge in das Reichsgebiet. Ein feindliches Jagdflugzeug wurde im Luftkampf abgefchoffen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Das Stukagefchwader des Oberst- leutnant Hagen hat seit Kriegsbeginn 210000 BRI. feindlichen Handelsschiffsraum ver­senkt und 306 000 BRT. so schwer beschädigt und zum Teil in Brand gesetzt, daß mit einem Verlust von einem Drittel dieses beschädigten Frachtraumer zu rechnen ist. An feindlichen Kriegsfahrzeugen wur­den durch das Geschwader vernichtet ein Monitor, vier Zerstörer, drei Feuerschiffe: beschädigt wurden sechs Kreuzer, ein Flakkreuzer, zehn Zerstörer.

Britische Flugzeuge beim Angriff auf Berlin zur Umkehr gezwungen.

Berlin. 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Einige britische Flugzeuge versuchten in der Nacht vom 10 zum 11. November die Reichshauptstadt anzu- greifen. Die energische Abwehr zwang sie jedoch zur Umkehr, ehe sie ihre Bomben abwer-

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Schwere Erdbebenkatastrophe in Rumänien.

Hochhaus in Bukarest eiugestürzk. - Groß« 3-estörung-uin her Haupistadiund weiten ® Teilen des Landes. - Deutsche Soldaten uni» H> unter den Helfern.

Berlin. 10.Nov. (DNB.) Auf Einladung der brutschen Reichsreglerung und in Erwiderung der vorjährigen Reisen des Reichsministers des Aus­wärtigen v. Ribbentrop nach Moskau hat sich der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der UdSSR, und Volkskommissar für Auswärtige An­gelegenheiten Molotow zu einem Besuch nach Berlin begeben, um im Rahmen der freundschaft­lichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern den laufenden Gedankenaustausch durch eine erneute persönliche Fühlungnahme fortzusehen und zu ver- pcfetL

Unsere Kampffliegerverbände setzten am Tage und in der Nacht dieVergeltungsangriffe auf London fort, sie trafen wieder zahlreiche kriegswichtige Betriebe. Weiter belegten unsere Kampfflugzeuge, oft in kühnem Tiefanflug. Rüstungswerke und Flugplätze mit Bomben und riefen an mehreren Stellen heftige Explosionen hervor. An verschiedenen Punkten wur­den Verkehrswege erfolgreich mit Bomben belegt und der Eisenbahnverkehr gestört. An der Südküste waren hafeuanlagen. ein Trup­pe n l a g e r und ein K r a f t w e r k das Angriffsziel unserer Kampfflieger. Bei Rächt wurden außer London wieder Birmingham und Liver- pool angegriffen und an mehreren Stellen Brande verursacht. Bei Angriffen auf Schiffsziele gelang es, 500 km westlich von Irland ein großes Handelsschiff von etwa 25000 BRT. durch mehrere schwere Bomben zu beschädigen. Im See- gebiet ostwärts Harwich erhielt ein Frachter von 3000 B R T^ der in stark gesichertem Geleit- zug fuhr, einen so schweren Treffer, daß beide fen konnten. Bordwände aufgerissen wurden. Bei einem Angriff I

Der Wehrmachtbericht vom Sonntag.

Berlin. 10. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

fkmabmc von Anzeiger» für die Mittaasnummer biS 8V, Uhr des Vormittags

Anzeigen-Prerier

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chwere Kamine, Gesimsteile, Dachtelle und ein wah­rer Regen von Ziegelsteinen gingen weder und zer­schlugen im Sturz schwere eiserne Gartentore und Gitter wie Streichhölzer. Nur der spaten Nacht­stunde, in der sich kaum Menschen auf der Straße befanden, ist es zu verdanken, daß die niedergehen­den Steinmassen nicht mehr Menschen töteten.

Während der größte Teil der Hochhäuser der Bukarester Innenstadt widerstand, war das Gori1 ton-hochhaus auf dem Boulevard Braüanu der Er­schütterung nicht gewachsen und stürzte bis aus das Erdgeschoß und einen Teil des ersten Stockwerks in sich zusammen. Die Stätte der Katastrophe bie­tet ein grauenerregendes Bild. Wo bisher das Hoch­haus stand, ist jetzt eine gähnende Lucke. Die Trümmer liegen bis zur hohe des ersten Stock­werks der umliegenden Haustr und haben die Strada Regala vollständig verschüttet. An der Stelle der Katastrophe spielten sich furchtbare Szeneni ao. Menschen, die Angehörige in dem zusammengesturz- ten Hochhaus wußten, waren ^rmron

Das Echo in Belgrad.

B elgrad, 10. R-w. (DNB^ Die Nachricht von dem Besuch Molotows in der Reich sh auptstadt hat in der uM,lawi,chen Hauptstadt großes Aufsehen erregt Breme" sagt, daß sich feine Folgen nicht nur bei der künftigen Entwicklung Europas, sondern H der aarnen Welt ze gen wurden. Berlm ehe Die hauptaW? seiner Politik nicht nur m einer er-

L'-SSStiS-« LYL.1L. LJL haft der Besuch Molotows m Berlin im poü- tischen und wirtschaftlichen Lben Europas unge- heure Perspektiven eröffne. w

losen Biedermannes verübte er in München Verrat an dem Aufbau eines friedlichen Europa. Daß es ihm weder in Godesberg noch in München daraus ankam, einen Frieden von Dauer zu schaffen, son­dern in Wirklichkeit nur Zeit zu gewinnen um die englischen Waffen um so schärfer zu schmieden das muß selbst das englische Reuterburo in seinem Nach­ruf für Chamberlain zugeben, m dem es hecht, daß Chamberlain nach Berchtesgaden geflogen fei, nur um den Ausbruch des Krieges um 12 Monate aufzuhalten. Man erinnert sich in diesem Augen­blick auch eines der ungeheuerlichsten Worte Cham­berlains, daß er hoffe, noch den Tag zu erleben, an dem Hitler vernichtet sei. Sein eigener furchtbarer Fluch hat ihn nun felbst getroffen. Unter den wuch­tigen Schlägen der deutschen Waffen ist dieser hauptverantwortliche am Kriege bald vollkommen zusammengebrochen. Er bemühte sich zwar, aus der schweren Verantwortung zu entfliehen, indem er die Regierungsgeschäfte abgab, aber vergebens. Das Urteil der Geschichte hat sich an diesem Mann, der einer der typischen englischen Plutokraten ist, voll-

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schwer!, daß die Lichtleitungen in der ganzen Ge- i aend zerstört waren. Neben rumänischen Organi- < sationen griff die in Bukarest stationierte Abteilung s ber deutschen Militärmrssion em und < half unter Führung der Generale Hansen und Spei­del tatkräftig mit. , . .

Nach Feststellung der Sternwarte dauerte das Erdbeben ungefähr 3 Minuten. Es hat die Stärke von 9 erreicht, so daß nur noch ein weiterer Starke- grab bis zu einer Katastrophe fehlte. Das Zentrum des Erdbebens ist nach Angabe der Bukarester Sternwarte im Vrancea-Gebirge nordöst­lich von Ploesti zu suchen, jedoch kann die Stern­warte nichts Genaueres mittellen, da ihre Apparate zersprungen sind. In diesem Teil der Karpathen sind jedenfalls die größten Zerstörungen angerichtet worden. Da Etsenbahntunnels große Sprunge aus- weisen, wurde der Zugverkehr in den frühen Morgenstunden e i n g e st e l l t, bis Ingenieure untersucht haben, ob keine Einsturzgefahr mehr be­icht Mehrere Züge wurden während der Fahrt vom Erdbeben erfaßt und entgleisten.

In Bukarest sind Freiwilligenabtellungen, unter ihnen diehI. und die faschistisch e Jugend, die in Rumänien weilen, sofort zur Hilfeleistung herbeigeeilt. Deutsche und rumänische Pio­niere arbeiten mit Schneidbrennern fieberhaft, um an die Menschen heranzukommen, die unter den Trümmern begraben liegen, m der Hoffnung, doch noch Lebende anzutteffen. So ist es gelungen, einige Bewohner des mchrere hundert Menschen beherbergenden Hochhauses lebend, menngletd) schwer verwundet, zu bergen. Durch den Rundfunk wurden Formationen der legionaren Bewegung aufgerufen, den Ordnungsdienst zu übernchmen. Ebenso wurden Architekten aufgerufen, die Hauser auf Einsturzgefahr hin zu überprüfen Bisher sind aus den Trümmern des Hochhauses 40 -tote ge­borgen worden. Man schätzt, daß im Augenblick der Katastrophe etwa 230 Personen sich m dem Unglückshaus aufhielten. Anscheinend ist es einer Anzahl von Bewohnern des Hochhauses gelungen, sich in den Luftschutzraum des Hauses zu fluchten. In den Abendstunden traf nämlich bei der Polizei rin dringender telephonischer Hilferuf ein, in dem es hieß: ,^)ilfe, wir ertrinken!" Offensichtlich sind

Der Führers Wort hat von jeher geschichtliches Gewicht gehabt, schon zu einer Zeit, da er erst mit einer kleinen Kämpferschar für. ein fernes Bild eines kommenden Deutschlands focht und, von Demokraten, Juden und überheblichen Intellektuellen verlacht, gegen alle und alles für eine Zukunft eintrat, die ein blasses Phantom zu sein schien

Die Welt hätte damals klüger daran gehandelt, wenn sie Adolf Hitler so ernst genommen hatte, wie er selber seinen Kampf nahm. Sie hatte sich viele Ueberraschungen dadurch ersparen können. Die Welt hat diese Lehre nicht gezogen, sondern sich immer erst durch die uns allen bekannten geschichtlichen Tatsachen langsam davon überzeugen lassen, daß Adolf Hitlers Werk geschichtliche Notwen­digkeiten erfüllte. Wo aber heute m den Reihen der ewig Verblendeten auf der englischen Insel noch immer kein Erwachen aus dem Traum von einer bequemen Vergangenheit festzustellen ist, wo die Kräfte einer geistigen, politischen und sozialen Re­aktion noch immer nicht erkennen, wohin Europas Schicksal steuert, da geht offenbar eine Welt und mit ihr eine Weltanschauung zugrunde, die die Vor- ehung selber gründlich verderben will So, wie Adolf Hitler schon 1919, 1920, 1923 und 1932 d as kommende Deutschland ganz klar vor sich sah, weil in feinem Kopf und seinem Willen die zukünftige deutsche Lebensform bereits Gestalt angenommen hatte, so wie er dieses macht­volle, gesunde, soziale und lebensstarke Deutschland bereits damals in begeisternder Weise zu prophe­zeien wußte, so sieht er heute schon dasBllddes w e r d e n d e n z u k Ü n f t i g e n E u r o p a s d a s zu einem Glanz aufsteigende Abendland m aller Klarheit vor sich. Er weiß, daß tue Wiedergeburt dieser Wiege der menschlichen Kultur Krönung und Erfüllung des letzten und glanzvoller Aufstieg des kommenden Jahrtausends sein wird und vermag aus diesem tiefen, gläubigen Wissen heraus auch mit jener unbedingten Siegeszuversicht zu sprechen- wie am 8. November in München. ~... c

Einst erkannten es wenige, daß des Führers Wort das Schicksal des Volkes sei. Die aber von dieser Gewißheit ergriffen wurden, sammelten sich um ihn als seine fanatischen Gefolgsleute, heute weiß es längst ein ganzes Volk, und weit über unsere Grenzen hinaus beginnt es zu dämmern, daß s e i n W o r t d a s SP) i ck s a l Eu r o p a s ist.

Sein Kampf ist der Kampf für die Kräfte auf- bauender Ordnung in diesem Erdteil geworden den er mit seinem großen Freunde und Waffengefahrten Benito Mussolini gemeinsam führt, fein Feind ist auch der Feind Gesamteuropas, das sich nach Jahrhunderten der Verwirrung und Selbstzerflei- schung auf seine große Mission zu besinnen beginnt. Der Führer hat gesprochen, sein Wort ist der Sieg. | Das ist das Glaubensbekenntnis der Nation.

Molotow hat heute nachmittag Moskau verlassen. Zu der Begleitung Molotows, die insgesamt aus 32 Personen bestcht, gehören: der Volkskommissar für das Hüttenwesen Tewolljan, der Stellver- treter des Volkskommissars für auswärtige Ange­legenheiten Tekanofow, der Stellvertreter des Volkskommissar für innere Angelegenheiten M e r - kulow, der Stellvertreter des Volkskommissars für den Außenhandel Krutikow, der Stellver- treter des Volkskommissars für die Flugzeugindustrie Balandin, der Stellvertreter des Volkskommis­sars für die Flugzeugindustrie Pakowl e w, der Chef der Kanzlei des Regierungschefs Lapschow, der Chef der Kanzlei des Autzenkommisfars Kosy­rew, der Leiter der zentraleuropäischen Abteilung des Außenkommissariats Alexandrow, der Lei­ter der Rechtsabteilung des Außenkommissarmts Pawlow, der Leiter der Presseabteilung des Außenkommissariats P a l g u n o w , der Seit er der Protokollabteilung des Außenkommissanats B a r - k o w, der stellvertretende Generalsekretär des Außenkommissariats Sa k s i n und andere. In dem gleichen Zug reist der deutsche Botschafter in Mos­kau Graf von der Schulenburg nach Ber­lin, ferner der Leiter der deutschen Wirtschaftsdele­gation Gesandter Dr. Schnurre, Botschaftsrat hilger und Gesandtschaftsrat v o n W a l t h e r

Der Bahnhof, von dem der Sonderzug abfuhr, mar mit den Flaggen der Sowjetunion geschmückt. Auf dem Bahnsteig hatte eine Ehrenkompanie der Luftwaffe Aufstellung genommen. Beim Erscheinen Molotows stimmte eine Militärkapelle die sowjetische Nationalhymne an. Molotow schritt die Ehrenkom­panie ab und begrüßte den deutschen Botschafter. Zur Verabschiedung Molotows waren erschienen der stellvertretende Präsident des Rates der Volkskom­missare und Volkskommissar für den Außenhandel Mikojan, der Stellverttetende Präsident des Rates der Volkskommissare und stellvertretende Außenkommis,«r Wyschinski der Pr-Md-nt !es Derteidigungskornrnitees Marschall W o r o s ch l low, der Volkskommissar für das Eisenbahnwesen Kagano witsch, der Volkskommissar für tue Stoatstontrolte Mechlis die stellvertretenden Präsidenten des Rotes der D°!kskommils°r-Bul- q ° n i n und W ° , I n °, e n s k i, marfd)til 11 m o - schenko, der Volkskommissar für bie Kriegsflotte Kusnjezow, die Marschälle der Sowjetunion Budjeny, Schaposchnikow und K u l i k, der Volkskommissar für die inneren Angelegen­heiten Borija, der Generalstabschef der Roten Armee Merezkow und zahlreiche Generale f^- ner der Stab der deutschen Botschaft, der deutsche Militärattache in Moskau General der Kavallerie K ö st n g und der Luftattache Oberst A stch e n

Der Vorsitzende des Rats der Volkskommisfare UdSSR, und Volkskommissar für Auswärtige An­gelegenheiten Molotow. (Scherl-Bilderdienst-M.)

neunzehn Tote geborgen. Ein Gang durch die Stadt bietet ein trostloses Bild. Ueberall sieht man große Schutthaufen. Es gibt kaum ein Haus, das nicht eine Beschädigung aufweist. Manche Stra­ßenzüge sehen aus, als ob in ihnen der Krieg ge- haust hätte. Ueberall stößt man auf zerstörte Was- Verleitungen, auf zerrissene Fernsprech- und Tele­grafenfabel. Unter den beschädigten Gebäuden be­finden sich der königliche Palast, das rumänische Kriegsministerium, das Außenministerium, bie nord- amerikanische Gesandtschaft.

In der Provinz' scheinen am stärksten die Stabte Galatz und Buzau gelitten zu hal^n. In Ga- latz wurden bisher 21 Tote und 100 Verletzte ge­borgen. Auch in Ploesti sind Menschenopfer zu beklagen. Das Zentralhotel ist eingesturzt. Schwere Beschädigungen weisen auch düs Bürgermeisteramt, die Präfektur und die Handelskammer auf. Ferner scheint die Gegend von F o k s ch a n i in der Moldau erheblich mitgenommen worden zu fern, da ote Legionäre der Umgebung zur Hilfeleistung aufge­fordert werden. Die Anlagen des Erdolgebietes scheinen im großen und ganzen unversehrt zu sein. Der rumänische Rundfunk zollt der tatkräftigen Mit- arbeit der Bukarester anwesenden deutschen Lehrtruppen sowie den zur Zeit in der rumä­nischen Hauptstadt zu Gast weilenden Abott>nungen der Hitler-Jugend und der f a s ch i st i s ch e n Jugend bei den Aufräumungsarbeiten große An-

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Bukarest, 10. Nov. (Europapreß.) Rumänien hat in den frühen Morgenstunden des Sonntags gegen 3.45 Uhr ein Erdbeben von bisher noch nicht bekanntem Ausmaß erlebt. In B u k a r e st -ist das Carlton-Haus, ein zwölfstö ckiger Ei s en- betonbau, zusammengestürzt und hat nach den bisherigen Schätzungen ettva 200 Men­schen unter sich begraben. Auch eine Kirche ist em- gestürzt. Lediglich der große Turm und der Mar sind stehen geblieben. Don dem Hotel Boule­vard ist das obere Stockwerk mit den Mansarden heruntergestürzt. Schwere Beschädiaungen h-ai die Hauptpost erlitten. Ein zentnerschwerer Stem- block fiel auf eine Autotaxe, bie an bleser Stelle wartete, und tötete ben Fahrer. Vom G e n ch t s- q e b ä u b e ist. bie große Kuppel herabgesturzt. In ben Dorstäbten sind kleinere Häuser eingesturzt, wo­bei es ebenfalls zchlreiche Tote und Verletzte gab

Das Beben begann barmt, daß gegen 3.45 Uhr osteuropäischer Zeit ein s ch w e r e r S t o ß einsetzte, der von einem etwa eine Minute lang bauernben wellenartigen immer roieber ansteigenden und ab- fließenden Beben gefolgt war. Diese Erscheinung war von einem unheimlichen unterirdischen Grollen und Dem ohrenbetäubenden Gewse zu­sammenstürzender Gebäudeteile begleitet Die Meu­chen, die aus dem Schlaf geschreckt wurden, hatten heu Eindruck, als ob die Erde sich aufbaume um

R^N^? der^slowakische Gesandte T^i s o und der rumänische Gesandte ©afencu. Nachdem sich Mo­lotow herzlich von den Anwesenden sowie von seinen Familienangehörigen verabschiedet hatte, setzte sich der^Sonderzug unter den Klängen der sowjetischen Nationalhymne in Bewegung

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen 7-9

Lrfcketnt tägUch, außer SvnntaaS und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Fammenblatter Heimat imBild DieDcdolle «onats-Bezugsvreis r Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80

von einzelnen Nummern ! infolge höherer Gemalt

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Auch Vuluarien spürte das Erdbeben.

Sofia, 10. Nov. (Europapreß.) Ein heftiger . Erdstoß wurde am Sonntag um 3,43 Uhr morgens auch in ganz Bulgarien verspürt. Arn heftigsten war das Beben i m 2) o n a u g e b i e t u m Warna und Rustschuk, aber auch in Sofia gene- ten fast drei Minuten lang bie Häuser burch bie horizontal oerlaufenben Wellen in Schwankungen. Im Turm ber Kathedrale Newski schlugen bie Glocken an. Die Bevölkerung von Sofia würbe jah aus bem Schlafe gerissen. Als das elektrische Licht vorübergehenb schwächer wurde, begannen zahlreiche Menschen auf die Straße zu stürzen. Gluckllcher- weise wurde in Sofia kein besonderer Schaden an­gerichtet. In ben Donaustäbien sind die Beschädi­gungen an Häusern und Einrichtungsgegenstanden bedeutend größer. In Rustschuk wurden auch Men­schen durch Ziegelsteine schwer verletzt. Das Ge­bäude der Kreisverwaltung hat starke Befchädigun-