Verein und Volkslnldungsstaue Gießen zujammen mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde durchführen. Der erste Vortragsabend, mit dem zugleich das gesamte Winterprogramm des Gießener Vortragsringes eröffnet wird, bringt einen Lichtbildervortrag des Schriftstellers Dr. Paul Rohrbach mit dem Thema: „Mit Auto, Bahn und Flugzeug durch Afrika von Nord nach S ü d." Der Grundgedanke seines Vortrages ist der Nachweis, daß die tropischen Gebietes Afrikas die von Natur gegebenen wirtschaftlichen Ergänzungsgebiete für die europäische Wirtschaft im allgemeinen und für die deutsche im besonderen sind, daß Deutschland aus rechtlichen, moralischen und wirtschaftlichen Gründen einen Anspruch auf die Rückgabe seines alten Kolonialbesitzes und darüber hinaus auf angemessene Beteiligung an der ökonomischen und zivilisatorischen Erschließung des schwarzen Erdteils bat. Am zweiten Vortragsabend wird der Bildrhapsode Kurt chielscher einen„Vortrag halten mit dem Thoma: „Sonne über Italien", und er wird wiederum durch die wunderbare Pracht und einzigartige Schönheit seiner Lichtbilder die Vortragsbesucher erfreuen. Es folgt ein Lichtbilder- und Schmalfilmvortrag von Uni- oersitätsprofessor Dr. Hans Krieg, dem Direktor der Zoologischen Sammlung des Bayerischen Staates in München, mit dem Thema: „Zu den Indianern des Gran Chac o". Professor Krieg ist auf vier Forschungsreisen in engste Verbindung zu den zum Teil noch heute vollkommen unberührten, im Innern des Gran Chaco lebenden JndianerstämmHN gekommen. Ein Vortragserlebnis von ganz besonderer Art wird der Vortrag des Fliegeroffiziers und Kriegsberichterstatters Herbert Volck fein: 33 000 Kilometer Kriegs- abtznteuer in Asien." Herbert Dolcks Bericht aus seinem an Abenteuerromantik so reichen Leben wirkt spannend and einzigartig. Colin Roß, der bereits im vorigen Winter mit großem Erfolg in Gießen gesprochen har, ist nochmals mit einem Lichtbildervortrag: „Das neue Asien" verpflichtet worden. Musikschriftsteller Alfred Pellegrini wird sodann über „Richard Wagner,
seine deutsch-kulturelle Sendung und sein berühmtes Bayreuther Festspiel- werk" sprechen. In Verbindung musikalischer Illustrationen am Flügel und zur Violine und ferner an Hand interessanter Original-Lichtbilder bietet Pellegrini ein übersichtliches Entwicklungs- bild des genialen Meisters und schildert seinen beharrlichen Kampf um das deutsche Kunstideal, der ihn zum Wegbereiter unseres neuen Deutschlands machte. Am letzten Vortragsabend dieser Vortragsreihe wird der Kunsthistoriker Oskar Schürer über „Wiens deutsche Senduna" einen Vortrag halten und durch ausgezeichnete Lichtbilder einen Gesamteindruck der alten Kaiserstadt vermitteln, aus dem lebendig wird, was Wien in unserem neuen Großdeutschen Reich allen Deutschen zu sagen und zu geben hat.
Zum Abschluß dieses vielgestaltigen und umfangreichen Vortragsprogrammes wird dann wiederum unter der Schirmherrschaft des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen die Gießener Woche für Kunst und Literatur 19 41 durchgeführt werden, die unter dem Geleitwort „M e i« ster deutschen Humors" stehen wird. In Zusammenarbeit zwischen Stadttheater, Konzertverein, Oberhessischer Kunstverein, Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Volksbildungsstätte Gießen wird wieder ein hervorragendes Programm für diese Kunstwoche zusammengestellt werden, in deren Mittelpunkt eine literarische Feier st unde stehen wird. Außerdem ist eine Abendveranstaltung mit dem Thema: „Eine Stunde bei Wilhelm Busch" angesetzt, zu dem Ilse Meudtner, erste Solotänzerin der Staatsoper Berlin, und Vor- traasmeister Emil Kühne verpflichtet wurden.
So treten die im Gießener Vortragsring zusammen arbeitenden Kulturinstitute und Kulturorga- nisationen unserer Stadt mit einem sorgfälttg vorbereiteten Dortragsprogramm an die Gießener Volksgenossen heran und fordern, unterstützt und gefördert von dem Hoheitsträger der Partei, Kreisleiter Backhaus, und dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Pg. Ritter, zur freudigen und tatbereiten Mitarbeit auf.
Aus der engeren Heimat.
Richtlinien für die Viehbewertung.
Land- und Forstwirte, die im Wirtschaftsjahr 1932/33 oder im Wirtschaftsjahr 1933/34 ihre Viehdurchschnittswerte gesenkt haben, müssen erstmalig für den Schluß des Wirtschaftsjahres 1939/40 wieder die ungekürzten Durchschnittswerte zugrunde legen. Das gilt jedoch nur für die Tiere, die im Laufe des Wirtschaftsjahres durch Geburt oder Zukauf zu dem bereits vorhandenen Viehbestand hinzugekommen sind. Zur Erleichterung der Buchführung hat sich der Reichsfinanzminister damit einverstanden erklärt, daß Land- und Forstwirte für den Schluß des Wirtschaftsjahres 1939/40 ihrem gesamten Viehbestand die ungekürzten Viehdurchschnittswerte zugrunde legen. Der Unterschiedsbetrag ist dann entweder sofort in voller Höhe, oder gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt, zu versteuern.
Bei der Arbeit verunglückt.
* Mainzlar, 10. Oft. An seiner Arbeitsstätte in den hiesigen Didier-Werken verun-glückte heute der 33 Jahre alte Arbeiter Jakob Krug aus Allen- dorf (Lumda). Der bedauernswerte Mann mußte mit inneren Verletzungen von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes in das Evangelische Schwesternhaus in Gießen eingelie-fert werden. Sein Befinden ist zur Zeit den Umständen entsprechend gut.
* Butzbach, 10. Ott. In den hiesigen Meguin- Werken verunglückte heute der 33 Jahre alte Arbeiter Ludwin Weißbecker aus Bad-Nauheim und der 31 Jahre alte Arbeiter Karl Klös aus Lechgestern, die mit Anstreicherarbeiten beschäftigt waren. Dabei erlitt Weißbecker schwere innere Verletzungen, an denen der bedauernswerte Mann bald nach seiner Einlieferung in die Chirurgische Klinik verstorben ist. Klös wurde ebenfalls der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt, wo er mit einer Brustquetschung darniederliegt; erfreulicherweise besteht für ihn feine Lebensgefahr.
Derkehrs-
und Derschönerungsverein Lich.
ch Lich, 10. Oft. Der Verfehrs - und Verschönerungsverein Lich hielt am Mittwochabend eine Dorstandssitzung ab. Es wurde mit Genugtuung festgestellt, daß auch in diesem Sommer die Zahl der Besucher Lichs erfreulich hoch war. Alle Hotels waren mit Erholungsuchenden gut belegt. Don einer Hauptversammlung soll für das laufende Krieqsjahr abgesehen werden. Da es z. Z. an Arbeitskräften mangelt, muß leider die Planierung der auf dem Höhler vorgesehenen Rodelbahn verschoben werden. Der Reichsbahnoerwal- tung wurden verschiedene Wünsche vorgetragen. Es wurde die Dringlichkeit des zur Zeit laufenden Antrags betont, den Mittagszug nach Gießen ab Lich 13.10 Uhr wieder zu fahren, um den Reisenden und den Schülern, die von Hungen kommen, eine bequemere Bahnverbindung zu ermöglichen. Ein zweckentsprechnder Umbau des Stattonsgebäudes
wird für notwendig erachtet. Schließlich wird vorgeschlagen, die Schranken des Bahnübergangs am Schloßgarten auch im Interesse der Reichsbahn durch je einen Drehkranz zu ersetzen. Es wurde bedauert, daß der Ernheitsmarkenautonmt der Post im Rathaus oft wenig pfleglich behandelt wird. Immer wieder werden falsche Münzen emgeroorfen. Kinder spielen an dem Automaten, sodaß man sich nicht wundern darf, wenn der feine Mechanismus versagt. Vielleicht hilft die Allgemeinheit mit, daß in Zukunft jefrer Mißbrauch unterbleibt. Zur Behebung der zeitweiligen Wohnungsnot wird die Errichtung von einigen 4—5 Zimmer-Wohnungen angeregt. Ein reger Gedankenaustausch betonte die dringliche Verbesserung und den Ausbau hiesiger Straßen. Aus der Mitte der Sommergäste wurde der Wunsch laut, besonders in der näheren Umgebung noch einige Bänke aufzustellen. Dem soll im kommenden Frühjahr entsprochen werden. Der Vorsitzende schloß mit dem Dank an alle Vorstandsmitglieder, insbesondere an Bürgermeister Geil, für die tatkräftige Unterstützung, die anregend verlaufene Sitzung.
Landkreis Gießen.
<£ Leihgestern, 10. Oft. Die ä 11 e ft e Fr au unseres Ortes, Witwe Christine Jung, geborene Euler, Hindenburgstraße wohnhaft, konnte heute in Gesundheit ihren 8 6. Geburtstag begehen. Der Jubilarin nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch.
ch Lich, 10. Oft. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde der Oberschütze Karl Bechtold von hier, Schäfergasse 28, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Bechtold war kurz vor dem Waffenstillstand in französische Gefangenschaft geraten und bis tief in das Innere des Landes verschleppt worden. — Am Dienstag wurde der untere A l - bad) er Teich a b g e f i s ch t. Der Teich, der einer der ertragreichsten der Fürst zu Solms-Lichschen Forstverwaltung ist, erbrachte aus diesmal wieder reiche Ausbeute, die auf 950 Karpfen und 1100 Schleien geschätzt wird. Es waren Fische darunter, die ein Gewicht von 3 bis 3,5 kg aufwiesen, lieber» aus groß war in diesem Jahre auch der Anfall von jüngeren Zuchtfischen, die in den übrigen Teichen de^- Forstverwaltung wieder eingesetzt werden.
Kreis Bübingen.
j Schotten, 9. Oft. Am Sonntag fand eine Besichtigung der Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr der Stadt durch Kreis- feuerwehrführer Klein (Büdingen) statt. Nach dem Geräteexerzteren wurde ein großangelegter Brandangriff unter der Annahme, daß in einer ganzen Reihe von Häusern Brände ausgebrochen seien, durchgeführt. Die Brandbekämpfung zeugte von dem guten Ausbildungsstand der Wehr, der seitens des Kreisfeuerwehrführers und des Bürgermeisters in der Schlußbesprechung Dank ausgesprochen wurde. — Am gleichen Sonntagnachmittag wurde in einem feierlichen Appell der älteste Jahrgang der HI. in die SA. überführt. In der Turnhalle
waren die HJ.-Gefolgschaften und die SA.-Stürme von Schotten und Umgebung aufmarschiert. Bannführer Kaufmann und Standartenführer Schädlich nahmen mit eindrucksvollen Worten die lieberfü^ung vor. Die Motor-HI. von Schotten unterzog sich einer Abschlußprüfung, an der 35 Angehörige teilnahmen.
frankfurter Schiachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 10. Oft Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM: Ochsen a) 44,5 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, c) 37 bis 37,5 Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 35 bis 35,5; Kühe a) 42 bis 44,5, b) 36,5 bis 40,5, c) 28 bis 34,5 d) 20 bis 25; Färsen a) 42,5 bis 45,5, b) 40,5 bis 41,5, c) 35 bis 36,5; Kälber (Sonderklasse) 66, andere
Kälber a) 59, b) 55 bis 59, c) 42 bis 50, d) 34
bis 40; Hümmel b2) 48 bis 51, c) —, d) 34 bis
44; Schafe a) 42 bis 44, b) 35 bis 40, c) 12 bis
32; Schweine a) 58, bl) 58, b2) 57, c) 55, d) 52,
e) 50, gl) 58. Marktverlauf: alles zugeteilt.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
K.G. in W. Wir empfehlen Ihnen, die fragliche Angelegenheit bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Gießen, Johannesstraße, oder bei dem Staat- lichen Gesundheitsamt in Gießen, Wilhelmstraße, zur Sprache zu bringen.
Deutsche Fußballelf gegen Bulgarien.
Die deutsche Fußballelf zum 3. Länderkampf gegen Bulgarien am 20. Oktober in München wurde wie folgt ausgestellt:
Klodt (Schalke 04); Streitle (Bayern München), Moog (Eintracht Frankfurt); Kupfer (Schweinfurt 05), Goldbrunner (Bayern München), Hammerl (Post München); Lehner (Bl.-W. Berlin), Walter (1. FC. Kaiserslautern), Conen, Sing (beide Stuttgarter Kickers), Gärtner (1. SV. Jena). Ersatz: Fink (Bayern München), Bayerer (1860 München), Erb (SV. Waldhof).
Nach längerer Pause erscheinen auch wieder Streitle und der jetzt für den Mittemeister spielende Lorscher Gärtner in der Nationalelf. Neulinge sind Hammerl und Sing.
Meisterschaften der Schützen.
Die Krregsmeisterschaften der Schützen im Pistolen- und Kleinkaliberschießen werden in diesem Jahr an verschiedenen Orten in vier Gruppen ausgeschossen. Am Sonntag fanden sich die besten aus den Bereichen auf den Ständen in Berlin, Gera, Köln und München zusammen. Die Ergebnisse jeder Gruppe müssen durch den Verband erst ausgewertet werden, so daß das genaue Ergebnis nach Prüfung der Scheiben erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden kann.
Bei den in Berlin durchgeführten Wettbewerben war der ff-Anwärter Erwin Skjellet (Berlin) der beste Pistolenschütze. Mit der automatischen Pistole erzielte er auf die Schattenrisse allein 35 von 36 möglichen Treffern, wobei er 22mal das mittlere Rechteck traf. Die gleiche Trefferzahl hatten auch von Oyen (Berlin), Hauptmann Marve (Ostland) und Pastor (Berlin), jedoch weniger Rechtecktreffer. Im gebrauchsmäßigen Pistolenschießen kam Skjellet auf 294 von 300 möglichen Ringen. Zusammen mit seinen Kameraden Hartmann und Baumer (je 290 Ringe) erzielte er für das SD.- Hauptamt Berlin die weitaus beste Mannschaftsleistung. Zum Kampf mit der Scheibenpistole trat nur die Schützengesellschaft Hamburg an, die 1820 von 2400 möglichen Ringen erzielte, wobei Mohr mit 4f)7 Ringen der Beste war. Im Kleinkaliberschießen mit militärischem Anschlag schoß Schwarz (Elbing) mit 317 die höchste Ringzahl. Beim sportlichen Anschlag erzielte Zimmermann (Potsdam) mit 329 vor Kloda (Potsdam) mit 327 und Ehlert (Königsberg) mit 315 Ringen das beste Ergebnis.
Schwerathletenjugend in Alsfeld.
Am vergangenen Sonntag fanden in Alsfeld bei guter Beteiligung wieder Wettkämpfe im Rin- gen und Gewichtheben statt. Dementsprechend bewegten sich auch die Leistungen auf beachtlicher Höhe. Die Gießener Jugendlichen schnitten in Anbetracht der Tatsache, daß der Trainingsbetrieb erst vor kurzem wieder ausgenommen wurde, recht erfolgreich) ab. Nachstehend die Siegerliste:
Gewichtheben, Dreikampf.
Einarmig Reißen, beidarmig Reihen und Stoßen. Klasse 100—110 Pfund Körpergewicht: 1. Hans Dotzel, Alsfeld, 315 Pfund; 2. Oskar Rabow, Gießen, 290; 3. Willi Lorenz, Gießen, 270.
Klaffe 110—120 Pfund: 1. Ludwig Schott, Alsfeld, 345 Pfund; 2. Otto Bröder, Alsfeld, 265.
Klaffe 120—130 Pfund: 1. Heinr. Kurz, Alsfeld, 355 Pfund; 2. Martin Seib, Alsfeld, 350; 3. Heinz Kraft, Alsfeld, 315; 4. Fritz Dem, Gießen, 295.
Klasse 130—140 Pfund: 1. Paul Fischer, Gießen, 360 Pfund; 2. Gustav Braun, Alsfeld, 350.
Ringen: e
Klasse 100—110 Pfund: 1. Willi Lorenz, Gießen, 2 Siege; 2. Oscar Rabow, Gießen, 1 Sieg; 3. Wil- ker, Alsfeld.
Klaffe 110—120 Pfund: 1. Kurz, Alsfeld, 3 Siege; 2. Bröder, Alsfeld, 2 Siege; 3. Schott, Alsfeld, 1 Sieg.
Klaffe 120—130 Pfund: 1. Kurz II., Alsfeld, 3 Siege; 2. Kraft, Alsfeld, 2 Siege; 3. Aermel, Alsfeld, 1 Sieg; 4. Dem, Gießen, 1 Sieg.
Dem war hier der leichteste Ringer und hätte in Klaffe 110—120 Pfund sicher besser abgeschnitten.
Klasse über 140 Pfund: 1. Gustav Braun, Alsfeld; 2. Paul Fischer, Gießen.
Im Ringen ist der Gießener noch zu unerfahren, und der Alsfelder konnte sich für feine Niederlage im Gewichtheben revanchieren.
VfB.-Veichsbahn Gießen.
VfB. 1. Jugend — 1900 1. Jugend 3:1 (2:1).
Am vergangenen Sonntag konnte die 1. Jugend von VfB.-Reichsbahn einen schönen Sieg über die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 erringen. Den größten Teil des Spieles konnte VfB. überlegen gestalten. Schon nach 15 Minuten geht VfB. durch feinen Rechtsaußen Unverzagt in Führung. Kurz darauf erzielt 1900 den Ausgleich. Wenige Minuten vor dek Pause kann Hauser durch einen Strafstoß erneut seine Mannschaft in Führung bringen. Zu Beginn der zweiten Hälfte kommt 1900 etwas mehr auf. Als Hauser abermals einen Strafstoß auf das Tor schießt, springt Mandler hinzu und verlängert den Ball zum dritten Tor. Trotzdem 1900 gegen Schluß noch einmal auf ein besseres Ergebnis hinausspielt, können keine Tore mehr erzielt werden.
VfB. 1. Schüler — 1900 1. Schüler 0:2 (0:0).
Am Vormittag trafen sich die Schüler von VfB. und 1900. Trotzdem das Spiel völlig ausgeglichen war, brachte es VfB. nicht fertig, Tore zu schießen. Wimmler schoß beide Tore für 1900.
FnßbaNabteilnng des Turnvereins Wieseck.
Meseck I. Jugend — Grotzen-Buseck L Jugend 1:0.
Beide Jugendmannschaften standen sich am Sonntag auf dem Wiesecker Waldsportplatz im Freundschaftsspiel gegenüber. Den Anstoß verwerteten die Wiesecker zu einem gut angelegten Angriff, der jedoch sein Ziel nicht erreichte; kurz vor dem Tor wurde der Ball knapp über die Latte geschossen. Wieseck zeigte einige schöne Angriffe. Die erhofften Tore blieben aus. In der 32. Minute fiel durch Hofmann das erst« Tor. Nach der Pause drängten die Gäste etwas mehr, doch war die Hintermannschaft der Einheimischen nicht zu schlagen. Obwohl Wieseck in der letzten Viertelstunde nur noch mit 10 Mann spielte, blieb das Resultat unverändert.
Orts-Sommersporttag ht Launsbach.
Mit gutem Erfolg wurde am Sonntag der von dem Tv. Launsbach organisierte Orts-Sommersport- tag der Gemeinde Launsbach durchgeführt. Um 13 Uhr formierten sich die Wettkämpfer am Dereins- lokal zum gemeinsamen Anmarsch zum Sportplatz. Nach der Flaggenhissung und Eröffnung des Sporttages durch den Ortsgruppenleiter, Bürgermeister B e ch t h o l d traten die Wettkämpfer in 3 Gruppen (Jungvolk, Hitler-Jugend und Sportler) zum Kampf an und zeigten zum Teil sehr gute Leistungen. Die Siegerliste zeigte folgende Ergebnisse:
Sportler: (Vierkampf, 75-m-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen und, Keulenweitwurf). 1. Willi Reinhardt, 88 Punkte; 2. Reinhard Schieferstein, 77; 3. Rudolf Pfaff, 72; 4. Willi Hörr, 68; 5. Hugo Müller, 64.
Hitler-Jugend (Vierkampf, 100-m-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenweitwurf). Gruppe I: 1. Erwin Bechthold, 73 Punkte; 2. Helmut Mandler, 69; 3. Otto Volk, 61; 4. Ernst Schieferstein, 58; 5. Hch. Bechthold, 49. Gruppe II: 1. Hans Hartmann, 73; 2. Erich Winter I., 69; 3. Gustav Schäfer, 57.
Jungvolk (Dreikampf, 60-m-Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf). ®nippe I: 1. Albert Mandler, 61 Punkte; 2. Heinz Schieferstein, 36; 3. Hans Wagner, 32. Gruppe II: 1. Werner Bechthold, 65 Pkte.; 2. Erich Fleck, 45; 3. Klaus Schieferstein, 40.
Das im Anschluß an den Wettkampf durchgeführte Fußball-Freundschaftsspiel Launsbach—Fellingshausen konnte die Mannschaft des Tv. Launsbach auf Grund ihrer besseren Leistung mit 3:1 für sich entscheiden.
Den Abschluß des Tages bildete ein Handball- Freundschaftsspiel Sportler gegen Jugend, das mit 8:7 für die Sportler endete.
Den Beweis steter Einsatzbereitschaft brachte auch hier wieder die Ortsgruppe Launsbach vom Roten Kreuz,die den Sanitätsdienst mit einem Helfer und zwei Helferinnen freiwillig übernommen hatte.
Ich stehe zu Dir!
Schlichte Geschichten von der Kraft des Herzens
Siebzehn Jahre zählte die kleine Jlonka. Ähre Augen glänzten wie blaue Diamanten, denen noch der letzte Nebel fortgeschliffen werden muß, ihr Haar ringelte sich weich, rötlichbraun, noch ohne den satten Goldlon der eilten Frauengemälde, ihr herzförmiger Mund stand halbgeöffnet, wie erstaunt und fragend vor einer Wett, die so viel Rätsel barg. Und ihre zierlichen weißen Füße, die unermüdlich vom Hauö aufs Feld liefen, in den Garten und wieder ins HauS — ja, sie zuckten oft und sehnten sich nach Wegen, die sie noch nicht gegangen waren.
„Dieses Jahr^, sagte die Mutter, als sie das Lebenslicht im Kranz der siebzehn bunten Kerzen anzündete, „dieses Jahr darfst Du mit auf den Winterball."
JlonkaS Augen füllten sich mit Tränen. Sie ließ die heißersehnten Stiefelchen aus rotem Saffian fallen, warf sich ihrer Mutter in die Arme — sprechen konnte sie nicht vor Freude, nur schluchzen, so leidenschaftlich war sie.
Kein schöneres Geschenk hätte es geben können. Der Winterball, der das alte Jahr schloß und das neue eröffnete, von dem die Mädchen in den Spinnstuben den ganzen Winter über raunen und tuscheln, das große Ereignis deS Jahres für baS ganze Land I
Zwei Leben lebte Jlonka in diesem Jahn eines den Erfordernissen des
Tages, eines der unermeßlichen Vorfreude. Tiber sie lebte noch ein drittes Leben: daS der Furcht! Denn eS war daS Jahr, in dem der neue Gutsinspektor auftauchte.
Lang und hager war er wie rin Galgen, stets dunkel gekleidet, der Mund verkniffen, die Augen lodernd in einem verzehrenden Feuer, baS schwere bräunliche Lider umsonst zu verbergen trachteten, und der Anblick seiner großen, gierigen Hände ließ Jlonka jedeSmal erschauern. Er wollte sie heiraten. Die Estern sahen sein Bemühen halb besorgt, halb geschmeichelt — er hatte rin so gutes Einkommen. Vielleicht hätte Jlonka längst nachgegeben, wäre nicht der verheißene Winterball zu einer unverhofften Stärkung ihrer Widerstandskraft geworden. „Nächstes Jahr", sagte Jlonka, „werde ich mich entscheiden."
Endlich ist eS soweit und der Schlitten wartet mit seinem luftigen Geklingel vor dem Tor.
Im Saal deS behäbigen Gasthofes „Zur goldenen Traube" herrscht ein verwirrendes, fröhliches Durcheinander von Eindrückem bunte Bänder flattern von der Decke herab, zahllose Lichter flimmern, feurige, vertraute und doch ganz neue Weisen umschmeicheln daS Ohr! Man weiß nichts von der Mutter, die prächtig geputzt settwärtS bei den Müttern sitzt, man weiß nichts vom Inspektor, den ein gütiger Zufall nach Budapest entführte — ach, nicht einmal von ihnen weiß man, die Jlonka im Tanze herumschwenken...
Nein, vom ersten Tänzer wußte Jlonka nichts. Nichts vom -weiten.- dann sah sie den dritten — und nichts anderes mehr.
Er war groß, breitschultrig, braun und glatt wie eine Kastanie, seine
blauen Augen glühten in sanfter Leidenschaft, unter dem kleinen Schnurrbart belächelte sein roter Mund selbst die schüchternen Worte, die er fand, und deren eS — daS verstand Jlonka augenblicklich —■ zwischen ihnen gar nicht bedurfte.
Sie tanzten. Sie tranEen zusammen, erzählten sich mit Eifer von ihrem quellwasierklaren Leben, beide in einer Glückseligkeit, die ihnen als der Gipfel des Daseins erschien. Oben auf der Galerie, wohin die großen, grünbeschirmten Lampen nicht ganz hinauftrichten, küßten sie sich. Sie sagten kaum, daß sie sich liebten, sie fühlten eS. ES war die große, heilige Erfüllung ihres Lebens.
Er hieß Mitru und wohMe in den Bergen, den blauen Bergen, auf denen daS Traumland deS KindeS Jlonka lag. DaS machte sie besonders glücklich. Er war arm, sagte er. „Und ich bin nicht reich", rief Jlonka, „wie gut daS paßt!" Wortlos waren sie sich unverbrüchlich einig. „Aber du mußt rin Jahr warten, Jlonka!"
-Ich warte, Mitru!" Sie fragte nicht, warum.
Das ist ein kleiner Ausschnitt aus der neuen, lebensnahen Fortsetzungs-Reihe, die jetzt in der großen Sonntag-Zeitung „Die Grüne Post" beginnt. Kaufen Sie sich noch heute „Die GrünePoft", dann können Sie sofort weiterlesen und sich außerdem an dem großen 3000-Mark-Preisausschreiben beteiligen. „Die Grüne Poft" ift für 20 Pfennig überall zu haben!


